TEST: Yamaha Slimline AV-Receiver RX-S600

RX-S600 für 549 EUR


5 HDMI-Eingänge und 1 HDMI-Ausgang

Das Produkt

Im schnelllebigen AV-Business kommen und gehen Trends teilweise in rasender Geschwindigkeit. Mehr Bestand erhoffen sich namhafte Hersteller von AV-Receivern von den neuen Slim-Line-Modellen. Yamaha schickt hier den RX-S600 für 549,– EUR ins Rennen. Für 599,– EUR ist der Yamaha Slim Line-Receiver auch mit DAB+ Tuner lieferbar. Dann heißt er RX-S600D.

Optisch sieht der RX-S600 tatsächlich wie ein in der Höhe eingedampfter, typischer Yamaha AV-Receiver aus. Auch technisch lehnt er sich an seine „größeren Geschwister“ an. So vertraut er im Gegensatz zu manchem Konkurrenten auf analoge Endstufen im Geräteinneren. 95 Watt (6 Ohm, 0,9 % Gesamtklirrfaktor) x 5 stehen an Leistung zur Verfügung, wobei man hier sagen muss, dass wie üblich nur ein Kanal bei dieser Leistungsangabe voll ausgesteuert ist. So bleibt in der Praxis wohl weniger übrig, wie wir es von anderen Yamaha AV-Receivern kennen, allerdings immer noch so viel, dass problemlos nachdrückliche Pegel gefahren werden können.

Präzise Passungen, bekanntes Yamaha-Design, nur flacher und weniger tief


Display

Griffiger Regler zur Quellwahl


Identischer Regler für die Lautstärke

Frontseite: Phono-Eingang, Mikrofonanschluss, Scene-Tasten, Audio 3,5 mm, FBAS, USB


Innenleben in der Übersicht


Trafo


Platinenlayout


Kühlkörper aus Blech


ELKOs

Der RX-S600 gefällt mit hochwertiger Verarbeitung auch innen. Yamaha hat an der Gehäusegröße, aber nicht an der Qualität des inneren Aufbaus gespart. Die übersichtliche Verkabelung und das saubere Platinenlayout zeigen, dass es sich um einen waschechten Yamaha AV-Receiver handelt. Auch von außen ist die Verarbeitung tadellos, allerdings könnte sich die Gerätefront noch etwas aufgeräumter präsentieren. Zahlreiche Knöpfe erleichtern zwar die Bedienung am Gerät, sind einer besonders eleganten Optik aber nicht zuträglich. Gut gefällt uns hingegen das symmetrische Konzept mit gleichgroßen Drehreglern für Quellwahl und Lautstärke links und rechts auf der Frontblende. Zu loben ist auch, dass die Frontblende aus Aluminium ist. Die Geräterückseite bietet ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Yamaha liefert eine vollwertige und recht große Fernbedienung mit, die durch das recht geringe Gewicht und den stabilen Schwerpunkt aber problemlos mit einer Hand zu bedienen ist. Allerdings befinden sich gerade im unteren Teil recht viele, kleine und gleichförmige Tasten. Für Geräte und Preisklasse ist die Fernbedienung allerdings mehr als angemessen.

Yamaha verwirklicht auch beim RX-S600 das „Total Purity Concept“, dass größtmögliche Klangqualität garantieren soll. Das Technologiekonzept fußt auf verschiedenen Säulen. Obwohl der RX-S600 nur 111 mm und 320 mm tief ist, kommt hochwertige Verstärkertechnik, präzise Vorverstärkung des Signals, Anti-Vibrationstechnologie für störungsfreien Klang und eine hochleistungsfähige Stromversorgung zum Einsatz. Natürlich sind die Endstufen diskret aufgebaut und verfügen über einen PLL-Schaltkreis zur Reduzierung von Zeitlauffehlern im Signal (Jitter).


vTuner


Wiedergabe eines Senders

Unser Testgerät präsentiert sich mit zeitgemäßem Ausstattungsumfang. Zu nennen wären hier die zahlreichen Netzwerkfunktionen. Integriert ist beispielsweise Apple AirPlay, in unseren Testreihen funktionierte das drahtlose Musicstreaming vom iPhone 5 mit neuestem iOS 7 ohne jegliche Probleme. Mit kraftvollem Klang und tadelloser Raumwirkung machte der RX-S600 hier auf sich aufmerksam. Ebenfalls integriert ist vTuner als kostenlose Internet-Radio-Plattform. Diese lässt sich problemlos und einfach bedienen, wie auch bei den restlichen On-Screen-Menüs ist aber die graphische Gestaltung enorm einfach und nicht mehr zeitgemäß.

Zusätzlich ist Spotify-Connect-Update beim RX-S600 mit dabei, weitere Online-basierte-Music-Services sind nicht integriert. Dafür ist der Yamaha Receiver in der Lage, die im Trend liegenden hochauflösenden Audio-Dateien im FLAC oder WAC Format mit bis zu 192 kHZ, 24 bit von USB oder Netzwerk wiederzugeben. Ebenfalls werden die komprimierten Dateiformate MP3, MPEG-AAC und WMA wiedergegeben.

In unseren Testreihen konnte der RX-S600 nicht nur bei HiRes-Dateien mit klarem Klang punkten, sondern auch bei stark Datenreduziertem Material: Denn hier greift Yamahas „Compressed Music Enhancer“, der die Klangqualität effektiv aufpoliert und für mehr Brillianz in den Höhen, besser strukturierte Mitten und fundierteren Bass sorgt.

Gegen Aufpreis kann man den RX-S600 mit dem YWA-10 WiFi-Adapter oder dem YBA-11 Bluetooth Wireless Adapter ausstatten.

Natürlich ist Netzwerk- und Multimedia-Technik nicht alles, daher möchte der RX-S600 auch auf klassischen Yamaha Betätigungsfeldern punkten. Schon seit langem sind Yamahas AV-Receiver für ihre leistungsstarke DSP-Sektion bekannt. Yamaha vermisst real existierende Räumlichkeiten, wie Kinos oder Konzertsäle, akustisch präzise und entwickelt auf dieser Datenbasis aufwendige DSP-Programme. Diese werden dann in cineastische oder musikalische Verwendungszwecke unterteilt, hinzugekommen sind noch weitere Gruppen für Entertainment und Gaming.

Der RX-S600 ist mit dem CINEMA DSP 3D Chip ausgestattet und er bietet insgesamt 17 DSP-Programme, die auf dem Primärdecoding, der natürlich vorhandenen Decoder für alle relevanten Dolby und DTS-Spielarten basieren, und präzises Fine-Tuning je nach Einsatzzweck sicherstellen. Man sollte beim Einsatz eines DSP-Programmes darauf achten, ob sich Quellmaterial und gewähltes DSP-Programm auch vertragen. Gerade die Cinema-DSP-Programme Adventure, Spectacle und Science Fiction erweisen sich in der Praxis als außergewöhnlich nützlich, da Räumlichkeit, Effektdarstellung und Detailarbeit wirkungsvoll optimiert werden. Yamahas DSP’s verbiegen den Klang nicht, sondern greifen eher subtil und hintergründig ein.

YPAO-Einmess-Mikrofon


Rückseitige Anschlüsse


Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Wenden wir uns nun den Anschlüssen des RX-S600 zu und beginnen wir auf der Gerätefront: Hier sitzt der Anschluss für das mitgelieferte YPAO Einmessmikrofon. YPAO ist Yamahas automatisches Lautsprecher-Einmesssystem mit EQ-Funktion. Obwohl beim RX-S600 eine eher einfache Version des ausgeklügelten Systems zum Einsatz kommt, sind die Ergebnisse mit sauberer Klangbalance und harmonischem Klangbild überzeugend. Nach diesem kurzen Einschub fahren wir mit der Aufzählung der Anschlüsse fort. Auf der Frontseite ist noch ein USB-Anschluss untergebracht, an den man iPod, iPhone oder iPad direkt anschließen kann. Die Devices werden während des Anschlusses auch geladen. Selbstverständlich nimmt der USB-Fronteingang auch andere Medien, wie USB-Sticks, entgegen. Auf der Frontblende befindet sich noch ein 6,25 mm Kopfhörerausgang, ein 3,5 mm Audio-Analog-Eingang und ein FBAS Videoeingang. Hinten bringt der schlanke Receiver 5 HDMI-Eingänge (HDMI-Eingang Nr. 5 ist MHL-tauglich) und 1 HDMI-Ausgang mit. Desweiteren vorhanden sind 2 optische und 2 coaxiale Digitaleingänge. Die Anschlussbestückung wird fortgesetzt von 2 Video-Komponenten-Eingängen und einem Video-Komponenten-Monitor-Ausgang. Hinten befinden sich desweiteren 3 FBAS-Eingänge und einem Monitor-FBAS-Ausgang. Vorhanden sind auch eine Netzwerk und eine weitere USB-Schnittstelle. Ein analoger Audio-Ausgang und ein Ausgang zum Anschluss eines aktiven Subwoofers gehören noch zum Anschlusssortiment, ebenso wie drei analoge Cinch-Eingänge hinten. Das Angebot wird vervollständigt durch die Anschlüsse für die analogen Radio-Tuner. Insgesamt gefällt uns die Anschlussbestückung, sogar an analoge Video-Anschlüsse für ältere Geräte hat Yamaha gedacht. Allerdings ist nur ein Vorverstärker-Ausgang für den Anschluss eines aktiven Subwoofers vorhanden, fraglich ist aber, ob der Besitzer eines Slim-Line-Receivers tatsächlich zwei Vorverstärkerausgänge für den Subwoofer benötigt.

Der RX-S600 hat noch einige Ausstattungsmerkmale. So reduziert der ECO Mode den Stromverbrauch bis zu 20 %. Er ist im Bildschirmmenü aktivierbar und reduziert die Endstufenleistung. Ebenfalls zum Stromsparen trägt die automatische Abschaltfunktion bei. Wahlweise kann der RX-S600 nach zwei, vier, acht oder zwölf Stunden ausgeschaltet werden. Im Standby-Betrieb verbraucht er nur 0,1 Watt, im HDMI Standby Through-Modus nur 1 Watt und im Network Standby-Modus nur 2 Watt.

Zu erwähnen wären auch die Scene-Tasten. Man findet sie direkt auf der Gerätefrontblende und auf der Fernbedienung. Betätigt man die jeweilige Scene-Taste, schaltet sich der AV-Receiver ein und wählt automatisch die zuvor bestimmte Eingangsquelle und den ausgesuchten DSP-Modus aus.

An Video-Funktionen wird nichts geboten, 4K und 3D-Signale werden aber durchgeschliffen.

Fernbedienung

Wie lässt sich der flache Yamaha AV-Receiver bedienen ? Zunächst natürlich mit der mitgelieferten Fernbedienung. Diese weist, wie schon erwähnt, viele Tasten auf, liegt aber gut in der Hand. Alternativ kann man den RX-S600 auch mit der AV-Controller App für Apple iOS und Android Devices bedienen. Auch eine spezielle Version für Tablets ist verfügbar. Die App ist grafisch attraktiv gestaltet und bietet eine Zugriffsmöglichkeit auf nahezu den gesamten Funktionsumfang des RX-S600.

Der RX-S600 wurde sofort erkannt


Eingang „Net Radio“


Musikwiedergabe vom iPhone


Umfangreiche Einstellmöglichkeiten

Auch, ob die gerade installierte Firmware aktuell ist, lässt sich via App ermitteln

Eingangsauswahl


Die Scene-Betriebsarten lassen sich auch per App aktivieren

Weitere Einstellungen lassen sich in den OSDs vornehmen:

Recht einfache grafische Darstellung, zudem recht klein


Kein Einrichtungsassistent – hier der Punkt „Konfiguration“


Time Alignment


Pegelangleich


typisch Yamaha – nur beim RX-S600 optisch einfacher: Der grafische Equalizer, kanalselektiv


HDMI-Steuerung


DSP-Parameter


ECO-Modus, reduziert den Stromverbrauch um bis zu 20 %


Funktions-Menü


Information


Optionen


DSP-Parameter


YPAO-Setup


Vorprüfung

Testequipment
Klang

Klingt der RX-S600 so flach, wie er aussieht ? Diese Frage müssen wir klar verneinen und beginnen mit den Qualitäten des AV-Receivers bei der Filmtonwiedergabe. Hier haben wir uns die Bluray „Avengers“ (Die große Schlacht mit den Aliens) angehört. Der RX-S600 beeindruckt während der gesamten erbitterten Schlacht mit sehr guter Räumlichkeit und einer ausgezeichneten Front-Surround-Balance. Aufgrund dieser Eigenschaft kann man den schlanken AV-Receiver problemlos mit wirklich hochwertigen Lautsprecher-Systemen kombinieren, oder anders ausgedrückt : Für preiswerte Subwoofer-Satelliten-Systeme ist der RX-S600 zu schade, da man dann seine klanglichen Fähigkeiten nicht ausloten kann. Der Yamaha bringt alle Arten von Effekten wirkungsvoll zur Geltung, zu nennen wäre hier z .B. die Notlandung des Avengers Jets auf dem Schlachtfeld mitten in New York oder die Zerstörungswut der gepanzerten Ungetüme, die aus dem anderen Universum durch das Loch auf die Erde gelangen. Auch kleinere Effekte stellt der RX-S600 wirkungsvoll dar: In der Dialogszene zwischen Loki und Stark sticht Loki mit seinem energiegeladenen Zepter auf Starks Brust. Dieser Effekt wird differenziert und mit guter Räumlichkeit wiedergegeben.

Auch bei Batman „The Dark Knight“ setzt sich der Yamaha wirkungsvoll in Szene. Natürlich wird kein Niveau der AV-Receiver-Oberklasse geboten, aber an AV-Receiver mit normal ausladenden Gehäuseabmessungen reichen die Leistungen des RX-S600 problemlos heran. Trotzt analoger Endstufen und beengten Verhältnissen im Innenraum erhitzt sich der AV-Receiver nicht über Gebühr. Er wird zwar schon recht warm, eine außergewöhnlich stark ausgeprägte Hitzeentwicklung können wir aber nicht beobachten.

Gleich zu Beginn des Films gibt der Yamaha die im Soundtrack vorhandene Spannung akustisch gekonnt wieder. Präzise wird der aktive Subwoofer angesteuert, die gesamte Dynamik liegt hoch. Bei der Herausarbeitung kleiner akustischer Details tun sich Geräte dieser Preisklasse etwas schwerer. Kurze Zeit später findet in der weitläufigen Schalterhalle der Bank ein Schusswechsel zwischen den Handlangern des Jokers und dem erbosten Filialleiter statt. Die Schüsse aus der Pump Gun des Filialleiters klingen präzise und kraftvoll, sie weisen ein glaubwürdiges akustisches Volumen auf. Auch die Schüsse aus den Waffen der Gangster erscheinen authentisch. Als gegen Ende der Szene der gelbe Schulbus lautstark durch die Wand des Bankgebäudes bricht, gelingt es dem RX-S600, diesen Effekt nachdrücklich und mit guter Struktur wiederzugeben.

Kommen wir nun zu den Wiedergabequalitäten des RX-S600 bei musikalischem Material. Von der Blu Ray „Vivere – Live in Tuscany“ (PCM 5.1.) haben wir uns Andrea Bocellis Stück „Romanza“ angehört. Bei der gesamten Wiedergabe fällt auf, dass der RX-S600 ungemein auf akustische Harmonie bedacht ist. Im Gegensatz zu manch älterem AV-Receiver aus dem Hause Yamaha, legt er sein Hauptaugenmerk auf einen angenehm klingenden räumlichen Hochtonbereich. Manch älterer Yamaha AV-Receiver klang hier schärfer und spitzer. Homogene Übergänge zwischen Front- und Surroundklangkulisse ermöglichen ein in sich geschlossenes Klangbild. Die Stimme Andreas wird klar fokusiert, trotzdem geraten die instrumentalen Anteile nicht zu weit in den Hintergrund. Bei allen akustischen Qualitäten, die der RX-S600 zweifellos bietet, können wir sehr anspruchsvollen und erfahrenen Musikliebhabern allerdings nach wie vor raten, zu einem größeren und teureren AV-Receiver der Yamaha Avantage Baureihe Ausschau zu halten: Mehr Feindynamik, mehr Struktur und noch mehr akustisches Charisma sind hier die Vorteile. Für normale bis leicht gehobene Ansprüche hingegen sind die Tugenden des RX-S600 jedoch mehr als ausreichend.

Harter Szenenwechsel: Nun macht sich Paul Kalkbrenner mit seinem Hit „Altes Karmuffel“ daran, in DTS HD die Wiedergabequalitäten des RX-S600 bei elektronischer Musik auszuloten. Dem schlanken AV-Receiver gelingt es auch hier, eine erstaunlich weitläufige Räumlichkeit aufzubauen. Zudem kann man durch die kultivierte Klangcharakteristik recht entspannt mit hoher Lautstärke hören. Die Pegelfestigkeit der 5-Kanal-Endstufe sorgt auch bei diesem Musikbeispiel für zufriedene Gesichter. Wer allerdings viel Erfahrung im Hören elektronischer Musik hat, wird feststellen, daß die Wiedergabe der zahlreichen elektronischen Effekte noch etwas prägnanter und pointierter erfolgen könnte.

Stereo

Mehrkanal ist nicht alles ! Die Wiedergabe von hochwertigem Stereomaterial ist vielen Anwendern ebenso wichtig. Seit es möglich ist, hochauflösende Audiodateien vom USB-Stick oder Homeserver mittels des AV-Receivers wiederzugeben, stehen diese im Zentrum der Beurteilung in unseren Stereo Klangtestreihen und wir beginnen gleich mit einem Klassiker: Diana Kralls „Stop this world“ (96 kHz Flac Stereo) klingt angenehm und rund, selbst die Stimme kommt gut zum Ausdruck. Kleinere dynamische Unterschiede werden nicht zur Gänze erfasst. „Past is dead“ (88,2 kHz Flac) von „Bad Religion“ ertönt mit brauchbarer Räumlichkeit und homogenem Klangcharakter. Den E-Gitarren fehlt es aber etwas an Schwung und Fetzigkeit.

Vergleichen wir mit dem Pioneer VSX-S510. Zunächst spricht alles für den Pioneer: 100 EUR günstiger, eine Endstufe mehr, zwei Pre-Outs für den Anschluss aktiver Subwoofer,noch mehr Netzwerk-Features – doch der Yamaha RX-S600 kontert: Mit etwas wärmerem, sehr harmonischem Klang, ausgezeichneter DSP-Sektion und erweiterten analogen Anschlussmöglichkeiten. Er wirkt ungemein erwachsen und vertritt den „geschrumpften“ AV-Receiver, der nur optisch klein, aber klanglich groß ist, exzellent. So verdienen sich sowohl Yamaha als auch Pioneer Lorbeeren – Pioneer für Top-Leistung im flachen Format zum enorm fairen Kaufpreis, Yamaha für Spitzen-Klang im kompakten Gehäuse. Eines darf nicht unerwähnt bleiben: Wer flach nicht braucht, fährt mit normal bauenden AVRs mindestens genauso gut, das gilt für Yamaha und für Pioneer. Für 500 bis 600 EUR gibt es dann sogar schon ein tolles Angebot an Video Processing-Fähigkeiten, die den „Flachmännern“ fehlen. Auch die OSDs bei den normal großen AVRs beider Marken sind moderner.

Fazit

Der Yamaha RX-S600 ist ein sehr interessantes Gerät für denjenigen, der bloß hinsichtlich der Gehäuseabmessungen, nicht aber bzgl. der technischen und akustischen Qualität Abstriche machen möchte. Besonders hervorzuheben ist der angenehme kräftige und räumliche Klang, den die analoge 5-Kanal-Endstufe bereitstellt.

Die Pegelfestigkeit ist ebenso sehr zu loben. Im direkten Vergleich gefällt uns der Mehrkanalklang besser als der Stereoklang, der etwas zurückhaltend wirkt. Der RX-S600 bietet mir seiner leistungsfähigen DSP-Sektion überdies einen akustischen Mehrwert.

Besonders viele Netzwerk und Multimedia-Funktionen, die sich vom Durchschnitt abheben, hat der RX-S600 nicht. Hier wird das Standardprogramm geboten, Flac und WAV, HiRes- Dateien können wiedergegeben werden und VTuner als kostenlose Internet-Plattform ist auch mit an Bord. Zudem ist Spotify Connect vorhanden.

Der schlanke AV-Receiver lässt sich insgesamt einfach handhaben und zeigte in allen Testreihen eine hohe Zuverlässigkeit. Die Anschlussbestückung ist für ein solches Gerät absolut ausreichend. Wenig überzeugt haben uns die grafisch veraltet wirkenden Bildschirmmenüs.

Der Yamaha RX-S600 verkörpert typische Yamaha-Tugenden: Klanglich überzeugend, mit toller DSP-Sektion und ohne gravierende Schwächen tritt er auf
AV Slim-Line-Receiver Mittelklasse
Test 18. Oktober 2013

+ Kräftiger, sehr harmonischer Klang
+ Pegelfestigkeit tadellos
+ Für Mehrkanal-Film- und Musik ausgezeichnet geeignet
+ Sauber ausbalancierte DSP-Programme
+ Im Betrieb sehr zuverlässig
+ Einfaches Handling
+ Außen und Innen sehr gut verarbeitet
+ Stimme Anschlussauswahl
+ Sehr gute App

– Nur 5 Endstufen
– Keine Video-Funktionalitäten
– Veraltete OSDs

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
18. Oktober 2013




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