TEST: Samsung 4K-TV UE65F9090 – Nobler Ultra HD-Fernseher mit visueller Top-Performance



F9090 in 65 Zoll für 4.999 EUR

Auch ein schöner Rücken kann entzücken

Smart Hub

Das Produkt

Samsung liefert den 65 Zoll (164 cm) messenden Ultra High Definition TV UE65F9090 mit 3.840 x 2.160 Pixel 4k Auflösung für „frisch gesenkte“ 4 .999 EUR an den geneigten Kunden aus.

Standfuß im klassischen Design

Wenige Anschlüsse direkt am TV

Exklusiv wirkt der 65-Zöller direkt nach dem Auspacken. Vorbei sind die Zeiten, in denen Samsung TVs preisgünstig und einfach gemacht waren – Noblesse im Premiumsegment ist nun die klare Ansage. Im Gegensatz zu anderen Modellreihen experimentiert Samsung hier nicht, wenn es ums Design geht, sondern setzt auf klare Eleganz. Kennzeichen sind die „cleane“ Rückseite aus Metall ebenso wie der viereckige Standfuß, auf dem der TV ruht. Der schmale Rahmen präsentiert sich in vorzüglicher Fertigungsqualität und aus echtem Metall. Oben integriert ist, wie bei den hochklassigen Samsung TVs des Modelljahres 2013 üblich, eine manuell ausklappbare Skype-Videotelefonie-Kamera integriert.

Weitere Features umfassen zum Beispiel den Twin Tuner, mit diesem kann man z.B. ein Programm aufzeichnen und gleichzeitig ein anderes anschauen, oder aber man schaut eines an und bezieht auf einem Tablet eine weitere Programmquelle. Nicht möglich ist das Mischen von Tuner-Arten, z.B. 1 x DVB-S Programm anschauen und parallel ein DVB-C-Programm anschauen.

Spezialität des F9090 ist eine separate Anschlussbox (One-Connect-Box), die ihrerseits mit einem Kabel mit dem TV verbunden wird. Das ist z.B. dann praktisch, wenn der TV an der Wand befestigt wird. Vorbei ist dann die Zeit von Kabelkanälen mit großem Durchmesser – alle Quellen werden einfach mit der Anschlussbox verbunden.

Anschlussbox

Reichhaltige Anschlussauswahl

Apropos Anschlussbox – gleich drei USB-Terminals sind vorhanden, und diesen Anschlussmöglichkeiten ist durchaus eine hohe Bedeutung beizumessen: UHD-Material kann der F9090 über USB wiedergeben. Der TV hält des weiteren 4 x HDMI bereit. Natürlich ist WLAN integriert. Der TV ist ferner MHL-fähig.

Der TV ist zukunftssicher dank der Kompatibilität zu zukünftigen Smart Evolution Kits. 2013 kam die erste Variante des kleinen schwarzen Kästchens auf den Markt, das dafür sorgte, dass viele neue Hard- und Software-Features des Jahrgangs 2013 in die 7er, 8er- und 9er Baureihe des Jahres 2012 Einzug erhielten.

Ein leistungsstarker Quad Core-Prozessor werkelt im Inneren des F9090. Dieser ist besonders dann gefragt, wenn FullHD-Material in einwandfreier Qualität auf die native Panelauflösung hochskaliert werden soll. Samsung verspricht eine besonders sorgfältige Bearbeitung des Quellmaterials, um dem Premiumanspruch gerecht zu werden.

Beim Thema 3D geht Samsung andere Wege als die Konkurrenz. Passive Polfilterbrillen sind zum aktuellen Zeitpunkt weiter verpönt. Samsung setzt daher auch bei der F9090 Baureihe auf aktive Shutterbrillen. Interessanterweise verfolgt Panasonic beim WT600 UHD-Modell den gleichen Weg. Obwohl Panasonic sonst bei allen LCD-TVs des Hauses im Modelljahrgang 2013 auf Polfilterbrillen und passives 3D setzt, wird beim 4k Modell wieder auf aktive Shutterbrillen zurückgegriffen. Bei Samsung haben die aktiven Shutterbrillen Tradition – bislang gab es kein Modell mit Polfiltertechnologie.

Wir sind gespannt auf die 3D Fähigkeiten, denn durch die Wahl des Systems mit aktiver Shutterbrille bleibt zwar auch im 3D-Betrieb die volle UHD-Auflösung erhalten (was derzeit gar nicht so relevant ist, da native 3D Blu-rays erst auf UHD hochskaliert werden müssen, natives 4k 3D Material ist für Consumer derzeit nicht käuflich zu erwerben), dafür aber wird das komplette Bild für linkes und rechtes Auge mit kleinem Zeitversatz produziert, was zu Flimmereffekten und verstärktem Crosstalk führen kann.

Kompakte Fernbedienung mit integriertem Touchpad und Mikrofon

App-Angebot

App Store

Soziale Netzwerke

Zugriff auf Fotos, Videos, Musik und TV-Aufzeichnungen

Video-On-Demand

Zugriff auf Home Server etc.

HiRes-Wiedergabe

Natürlich ist Samsungs neues Bedienkonzept und die eng damit verknüpfte 2013er Smart TV Plattform mit an Bord. Samsung verteilt alle Basisfunktionen (TV-Sender, Smart TV Angebot, Video On Demand, Social Networking, Medienauswahl USB/DLNA etc.) übersichtlich auf verschiedene, klar mit Symbolen am oberen Bildschirmrand gekennzeichnete Seiten verteilt. Das Angebot an Smart TV Apps ist schon ab Werk recht üppig, selbstverständlich kann man weitere Apps im entsprechenden App Store herunterladen. Selbstredend ist der TV PVR-ready, so kann man einfach eine externe HDD an den UHD-Fernseher anschließend und sich seine Lieblingssendungen aufnehmen. Das funktioniert bei Samsung stehts zuverlässig und problemlos. Große externe HDDs mit 1 GB werden ohne Schwierigkeiten erkannt. Integriert in die Smart TV Plattform ist auch ein Webbrowser. Interessanterweise gibt der TV sogar HiRes Audiodateien (z.B. FLAC 96 kHz/24-Bit Stereo) wieder.

Der TV lässt sich mit Sprachbefehlen und Gesten steuern und verfügt über eine Gesichtserkennung.  Er versteht, z.B. wenn man fragt „wo kommen heute Abend Krimis“ auch ganze Sätze. So mehr sich der User mit dieser Funktion beschäftigt und sie nutzt,  so genauer lernt auch der TV den User kennen. Die Folge: Seine Empfehlungen werden präziser. Der TV hält für die Nutzung der Sprach- und Gestensteuerung auch Konfigurations- und Einführungsmenüs bereit.  Das Mikrofon ist in der kompakten, edel gestalteten Smart Fernbedienung mit Touch-Bedienfeld enthalten. Löblicherweise liefert Samsung auch noch eine konventionelle, einfach, aber übersichtlich gehaltene Tastenfernbedienung mit.

Natürlich kann man den Fernseher wahlweise auch über eine entsprechende App steuern, die für Android und Apple iOS Devices verfügbar ist.

Erstinstallation – Sprachwahl

Konfiguration

Automatischer Sendersuchlauf

Kanalliste Deutschland

Schon nach recht kurzer Zeit ist der Sendersuchlauf abgeschlossen

Virtuelle Tastatur

Die Erstinstallation läuft, mit entspannender Musik im Hintergrund, in verschiedenen Schritten ab. Erst fordert der TV dazu auf, die Anschlussbox zu verbinden. Dann erfolgt die Sprachwahl. Dann werden Land, Sendertyp, Netzwerktyp (drahtlos oder drahtgebunden) und Wireless-Netzwerk (wenn Netzwerktyp „drahtlos“) abgerufen. Anschließend wird nach Auswahl des Tunersignals (DVB-S2/C/T) der automatische Sendersuchlauf gestartet. Antennentyp, LNB-Einstellungen und Serviceauswahl kann man noch einstellen. Es folgen noch die Uhreinstellungen. Für spezielle Empfehlungen in Verbindung mit dem Smart Hub kann man noch seine Postleitzahl eingeben. Gibt es neue Software für den TV, so macht dieser gleich bei der Erstinstallation darauf aufmerksam.

Zu loben in allen Testreihen ist die enorme Arbeitsgeschwindigkeit und die hohe Zuverlässigkeit. Der 4-Kern-Prozessor ist auch bei allen Smart Hub-Aufgaben stets Herr der Lage. Bedienprozesse gehen flüssig und ohne störende Verzögerungen vonstatten.

Testequipment
Bild

Basisparameter

Der Weg zu weiteren Submenüs

Erweiterte Einstellungen

Weißabgleich mit RGB Gain und Offset

Bildoptionen

Der Video-EQ hält folgende Basisparameter bereit:

  • Bildmodus Dynamisch, Standard, Natürlich, Film
  • Hintergrundbeleuchtung
  • Kontrast
  • Helligkeit
  • Schärfe
  • Farbe
  • Farbton
  • Bildformat (automatisch breit, 16:9, Breitenzoom, Zoom, 4:3, Bildanpassung, Smart-Anzeige 1 +2)
  • 3D-Einstellungen: 3D-Modus, 3D-Perspektive, Tiefe, Links-/Rechts-Wechsel, 3D-2D)
  • PIP
  • Erweiterte Einstellungen: Optimalkontrast, Schwarzton, Hautton, Nur-RGB-Modus (Einzelanzeige von Rot, Grün, Blau für Test des Farbdecodings), Farbraum (Auto, Nativ, Benutzerdefiniert), Weißabgleich (RGB Gain/Offset), 10p Weißabgleich, Gamma, Expertenmuster (eingebautes Testbild), Bewegungsbeleuchtung (Stromverbrauch durch Helligkeitsregelung, die an Bewegungen angepasst wird, reduziert)
  • Bildoptionen: Farbton (Kalt, Standard, Warm1, Warm2), Digital aufbereiten (verringert Bildrauschen, Modi: Automatisch, Aus, Gering, Mittel, Hoch, Autovisualisierung), MPEG-Rauschfilter, HDMI-Schwarzpegel, Filmmodus, Motion Plus (1.000 Hz Clear Motion Rate/CMR, Programme: Aus, Klar, Standard, Glätten, Benutzerdefiniert: Unschärfeminderung, Judder-Minderung, LED Clear Motion, manuell einstellbar), Smart LED

Display Basic Check

Display Basic Check powered by

Vor unseren Messungen wählen wir beim Samsung ein Bildfeld, dass einer authentischen und natürlichen Bilddarstellung subjektiv sehr nahe kommt. Die Auswahl ist beim Samsung TV mit Dynamisch, Standard, Natürlich und Film recht übersichtlich. Dynamisch, Standard und Natürlich sind allesamt zu kühl, der Bildmodus Film bietet die am natürlichsten wirkende Farbwiedergabe. Der Farbton ist im Film-Modus direkt auf Warm2 eingestellt, die übrigen Einstellungen sind ohnehin wiederum zu kühl. Die Frame-Interpolation Motion Plus bleibt im Standard-Modus aktiviert, für die Messungen schalten wir ihn aber aus, auch die übrigen dynamischen Bildoptimierer werden deaktiviert.

Nun starten wir mit dem PLUGE-Testbild, mit dem wir neben der Helligkeitseinstellung auch die Homogenität der Helligkeitsverteilung einschätzen können. Die Helligkeit liegt mit dem Wert 45 optimal, ab 46 wird der Unterschwarzbalken leicht sichtbar, hier sollte man also den voreingestellten Wert beibehalten. Die Helligkeitsverteilung macht ebenfalls einen sehr guten und homogenen Eindruck. In den Randbereichen ist zwar noch zu erkennen, dass es sich beim Samsung um einen EDGE LED LCD-TV handelt, richtige Hot Spots gibt es aber nicht. Bei den Reverse Grey Ramps & Steps bietet der Samsung exzellente Kontrastwerte, die Grautreppe zeigt kein Clipping. Auch ein Farbstich, der hier ab und zu mal zu entdecken ist, gibt es nicht. Als wir das Overscan-Testbild zuspielen, erkennen wir, dass der Overscan noch aktiv ist. Diesen schaltet man unter Bildformat in den Bildeinstellungen ab. Von 16:9 stellt man hier auf Bildanpassung – eine etwas durschaubarere Bezeichnung wäre hier angebracht. Die Schärfeeinstellung ist – Samsung-typisch – zu hoch eingestellt und wirkt zu stark angezogen, hier sieht man deutliches Ringing um die Kanten im Testbild. Der Wert von 20 sollte auf mindestens 5 gesenkt werden, wir empfehlen einen Wert zwischen 1 und 4.

Gammapunkt

samsung_f9090_gammakurve

Gammakurve


Farbhelligkeit

Farbraum und Weißpunkt

Übersicht mit RGB Balance und tadellos abgestimmter Farbtemperatur

Insgesamt macht der Samsung beim Display Basic Check einen sehr guten Eindruck. Der Farbraum ist insgesamt in Ordnung, Abweichungen gibt es besonders bei Blau und geringfügiger bei Magenta und Cyan. Die Gamut Luminanz, also die Farbhelligkeit in Relation zum Referenz-Weiß schneidet ebenfalls sehr gut ab, Blau ist ein wenig zu dunkel, Rot etwas zu hell. Die Abweichungen sind aber eher klein und die sonstigen Farben weisen sogar eine exzellente Helligkeit auf. Der Weißpunkt in den unterschiedlichen IRE-Bereichen von 10-100 in 10er Schritten gefällt, die einzelnen Punkte liegen nahe beieinander und weichen nur geringfügig vom Ideal ab. Die Farbtemperatur ist exzellent, sie liegt beinahe durchgehend bei 6500 K und sorgt für ein sehr natürliches und authentisches Bild. Einher geht die sehr gute RGB Balance, Rot-Gelb-Grün laufen parallel, wenn auch nicht exakt übereinander liegend. Die Gammakurve ist sehr solide, allerdings optimiert Samsung auf den Wert 2,2 und schafft einen Durchschnittswert von 2,18. Insgesamt keine perfekte, aber immer noch ausgezeichnete Performance.

UHD, Nativ

Natives 4k Material gibt der F9090 sehr plastisch und lebendig wieder. Das Panel produziert auch bei genauem Hinschauen praktisch kein Rauschen, so dass verschiedene Natur-Szenen mit feinster Detaillierung und hohem Kontrast wiedergegeben werden können. Typisch für 4k ist, dass man auch dann, wenn man sehr nah vor dem Flachbildschirm sitzt, keine Pixel mehr erkennen kann. Der „Standard“ und erst recht der „Dynamisch“ Bildmodus sorgen aber durch die etwas kühle Farbtemperatur und den enormen Kontrast (gerade bei Dynamisch) für etwas Disharmonie im Bild. Was auf der IFA bei der großen Show noch toll aussehen mag, ist für den „Privatgebrauch“ nicht erste Wahl. Hier ist der augenfreundliche, angenehme und realistische „KIno“-Bildmodus die bessere Wahl. Trotz Kino-Modus – der F9090 ist, Samsung-typisch, ein Bilddynamiker, der den Erlebnisfaktor immer in den Vordergrund stellt.

Herausragend ist es um die Bildruhe des F9090 bestellt. Unschönes Zittern oder Flimmern kommt selbst im Bild-Detailbereich kaum vor. Stark kontrastierende Bildinhalte wie der Blick aus einer schwarzen Höhle nach draußen ins Tageslicht managt der F9090 sehr gut, es kommt nicht zu unschönem Überstrahlen. Bei schnellen Bewegungen sind praktisch keine Nachzieher zu entdecken.

3D-Wiedergabe mit aktiver Shutterbrille

Leichte und bequeme aktive Shutterbrille


Flexible Bügel

Interessant wird es, als wir uns die 3D BD von Avatar anschauen. Der F9090 kokettiert bereits in der ersten kurzen Sequenz, als eine Kamerafahrt über die Planetenoberfläche von Pandora stattfindet, mit seiner sehr guten Bildstabilität. Das Bild gleitet ruhig und sicher über den Screen, zudem zeigt der saubere Detailkontrast auch kleine Helligkeitsunterschiede tadellos auf.

Als dann der Film beginnt, wacht Jake Sully an Bord des Langstreckenraumschiffs aus dem Cyroschlaf auf. Die vor seinem Gesicht schwebenen Wassertropfen erscheinen ausgesprochen plastisch. Details rund um Sullys Auge verraten die enorme Auflösung. Der Samsung produziert fast durchweg ein beinahe rauschfreies Bild, was für ein akkurates Upscaling spricht. Bildschwächen scheinen nur selten durch. Einmal, als der Pappsarg mit Jakes getötetem Bruder darin in den Ofen eingeführt wird – hier rauscht die Oberfläche des Sarges leicht. Dann, als das Langstreckenraumschiff am Zuschauer vorbeifliegt. Das Raumschiff fliegt insgesamt ruhig und sicher, mit scharf gezeichneter Kontur, nur auf Teilen der Außenhaut zeigen sich minimale Doppelkonturen und Verwischungen an Details. Dies dürfte aber nur dem visuell erfahrenen Anwender auffallen.

Das Innere des Langstreckenraumschiffs kommt beinahe optimal zur Geltung. Als der Zuschauer in den langen Gang, in dem sich die Schlafkabinen befinden,  hinschauen können, eröffnet der Samsung ein fein gestaffeltes, plastisches Panorama, mit gleichbleibend hoher Bildschärfe bis in die hintersten Bildebenen.

Augenfreundliche Bildhelligkeit und recht authentisch wirkende Farben hält der „Kino“ Bildmodus bereit. Im Modus „Standard“ erscheint uns die Farbtemperatur zu hoch, was zu einem etwas kalten Bild führt. Man kann die Farbtemperatur auch im Video-EQ einstellen, wie oben beschrieben gibt es verschiedene ab Werk vorhandene Programme.

Der F9090 ist im 3D-Betrieb gegenüber kleineren Kopfbewegungen nicht empfindlich. Wer deutlich den Kopf zur Seite legt, muss mich Helligkeitsverlusten rechnen. Normalerweise, sitzt man in gerader Kopfposition vorm TV, sind die Helligkeitsverluste im 3D Betrieb gering. Auch Farbverfälschungen halten sich in Grenzen.

Der angenehm breite Blickwinkel auch im 3D Betrieb sorgt dafür, dass problemlos mehrere Personen, gerade beim großen 65-Zöller, das Bild in 3D betrachten können.

Im Kapitel, als Jake erstmals in Gestalt seines Avatars auf Entdeckungstour geht, läuft der Samsung wiederum zu großer Form auf. Sauber und nahezu rauschfrei wird von FullHD auf UHD hochskaliert. Die neben dem Helikopter herfliegenden flugsaurierartigen Geschöpfe können, so das Gefühl des Betrachters, mit der Hand erreicht werden – so plastisch ist die Wiedergabe. Gleichzeitig aber schafft es der F9090, den 3D-Effekte nicht künstlich oder überzogen erscheinen zu lassen. Als der Helikopter inmitten des Dschungels landet, arbeitet der UHD-TV nahezu jedes Detail an den Pflanzen und an den exotischen Tieren heraus. Die von Baum zu Baum springede Kreuzung aus Frosch und Affe wird mit hoher Bewegungsstabilität wiedergegeben.  Das Bild kann bei Gesamt- und Objektplastzität gleichermaßen punkten.

Wandelt man von 2D nach 3D, gibt es etwas mehr Ghosting als bei der Zuführung nativen 3D-Materials. Der F9090 zeigt aber auch hier eine beachtliche Leistung und erschafft ein 3D-Bild, das recht glaubwürdig wirkt und nicht künstlich-digital. Etwas weniger Bildschärfe ist aber im Vergleich zu normalem 3D als kleiner Nachteil anzuführen.

2D-BD, hochskaliert auf 4K

Wie sieht es aus, wenn der F9090 eine Blu-ray im 2D-Betrieb auf 4k hochskaliert? Beim Filmbeginn von „Avengers“ stellt der Samsung kleinere Kontrastdifferenzen ausgezeichnet dar. Die schwarze Kleidung von Samsung L. Jackson wird in nahezu allen Einzelheiten wiedergegeben.  Die Struktur auf seinem Pullover rauscht und flimmert nicht, sie ist exakt erkennbar. Die von Samsung versprochene Upscaling-Qualität hält der F9090: Die kompleten Apparaturen in der US-Einrichtung kommen in einer Detailfreue zur Geltung, die selbst sehr gute FullHD-TVs nicht liefern können. Bewegungen weisen eine hohe Stabilität auf. Schon im 2D-Betrieb erscheint das Bild ungemein plastisch und überdies recht angenehm. Als die Soldaten leise und vorsichtig auf dem Hallenboden voran pirschen, sieht man, dass auch der Boden kein störendes Bildrauschen zeigt. Der F9090 beeindruckt durch seinen großen horizontalen Blickwinkel und durch das satte Schwarz – hier werden neue Bestwerte erzielt, noch nie sah ein großer Samsung-LED-LCD-TV beim Thema Schwarzwert so gut aus.

Sehr gut ist auch das Upscaling beim 007 Film „Ein Quantum Trost“. Direkt ab Filmbeginn sichert der Samsung ein ausgezeichnete detailliertes Bild, das z.B. an der kurz eingeblendeten Felge mit dahinter liegender Hochleistungs-Bremsanlage an Bonds Aston Martin DBS viele Details zeigt. Auch die Sportsitze oder der Schalthebel werden ungemein exakt vom F9090 herausgestellt. Panoramabilder von der Verfolgungsjagd am Gardasee erscheinen facettenreich und mit hoher räumlicher Tiefe. Die dunklen Gänge, in die der britische Doppelnullagent in Siena hineinfährt, beweisen, wie rauscharm der Samsung arbeitet, zudem stellt der UHD-TV auch feine Konstrastunterschiede dar. Auch wenn man genau hinschaut und sich zum Beispiel das Gesicht von James Bonds Gefangenen anschaut, so sieht man eine hervorragende Detaillierung, nur selten gibt es Artefakte oder leichtes Flimmern.

Bei „Samsara“ (Ron Frickes aktuelles Meisterwerk, in 8K aufgenommen) brilliert der Samsung F9090 mit einer enormen Farbenpracht – bei diesem Film ist die hohe visuelle Dynamik, welche der F9090 schon in den vorangegangenen Testreihen gezeigt hat, genau richtig untergebracht. Die Asiatinnen zu Beginn, üppig geschminkt und mit aufwändigen Gewändern gekleidet, wirken ungemein plastisch, der Glanz in den Augen wirkt ausgesprochen realistisch. Einige Kapitel später, als die im üppigen Grün erstrahlende Landschaft mit den vielen Tempeln in Panorama-Ansicht auf dem Bildschirm erscheint, bringt der UHD-TV das gesamte faszinierende Spektrum dieser Aufnahmen praktisch ungefiltert zum Zuschauer: Hier wird wirklich ein Bild geboten, das überraschend nahe an natives UHD-Material herankommt.

Dass weniger gut gemasterte beziehungsweise mit bewussten Verfremdungseffekten versehene BDs deutliche visuelle Schwächen zeigen, ist nicht dem F9090, sondern dem Quellmaterial anzulasten. Besonders offensichtlich wird dies z.B. bei der Paul Kalkbrenner BD „2010“. Hier sieht man dann ein deutliches Nachlassen der Bildschärfe und auch des Kontrastes. Das Bild erscheint daher leicht flau und unscharf. Auch Andrea Bocellis „Vivere – Live in Tuscany“ BD beweist, dass technisch auch innerhalb des Blu-ray FullHD Standards noch eine merkliche Steigerung der Bildgüte möglich ist. Zwar ist es hier beachtlich, was die sehr gute Upscaling-Unit des F9090 hier herausholt, aber Bildschärfe, Artefaktefreiheit und Detailtreue zeigen Steigerungspotential.

Bild Tuner (DVB-S, DVB-C)

Das Tunerbild (Öffentlich-Rechtliche Sender in 720p) wirkt im Standard-Modus farblich satt und dynamisch. Man erkennt allerdings schon, dass 720p doch recht weit entfernt ist von der nativen UHD-Auflösung.  Auch bei den privaten Programmen in 1.080i sind die visuellen Ergebnisse nicht dem angemessen, was der Screen eigentlich kann. Man muss natürlich bedenken, dass ein Tunersignal nie so rein  ist wie z.B. das Signal von einer exzellent gemasterten Blu-ray. Leichtes Rauschen und ein gewisses Maß an Artefaktebildung gehören schon mit dazu. Das Bild erscheint plastisch und kontrastreich, man merkt aber, dass die Güte des Tuners zwar gut, aber nicht exzellent ist: Denn was der Samsung eigentlich aus FullHD-Material machen kann, beweist das Upscaling von Blu-rays auf UHD.

Vergleich

Vergleiche mit dem Sony KD-X9005 zeigen, dass es visuell Gemeinsamkeiten, aber durchaus auch Unterschiede gibt. Beide TVs bestechen mit erstklassigem Upscaling von FullHD Material auf 4k. Feine Details kommen bei beiden Flatscreens sehr gut heraus. Die Panels rauschen kaum. Im 3D-Betrieb arbeitet der Sony mit passiven Polfilterbrillen und sichert dadurch ein noch harmonischeres 3D Bild, das kaum noch Crosstalk zeigt. Der Samsung F9090 beweist, wie exzellent Shutterbrillensysteme arbeiten können: Er erreicht nicht die Harmonie des Sony, beeindruckt aber mit besserer Auflösung und einer für ein Shutterbrillen-Gerät sehr geringen Crosstalk-Neigung. Farblich offeriert der F9090 enorm satten, dynamische Farben – für einen hohen Erlebnisfaktor. Der Sony liefert wahlweise authentische (Normalmodus) oder sehr lebhafte (TRILUMINOS mit erweitertem Farbraum) Farben.  Bilanzierend beeindrucken beide TVs, der Sony erscheint noch etwas „cineastischer“, der Samsung etwas lebhafter von der Auslegung her. Was bei beiden TVs hervorragend ist:  Die Frame Interpolation arbeitet exzellent und bietet praxisgerechte Betriebsprogramme.

Klang

Toneinstellungen


EQ

Tonmenü:

  • Tonmodus: Standard, Musik, Film, Klare Stimme, Verstärken, Stadion
  • Soundeffekt: Virtueller Surround ein/aus, Dialog Clarity (hebt Stimmen hervor bei gleichzeitig konstanter Hintergrundlautstärke), EQ (grafisch mit folgenden Bändern: 100/300/1000/3000/10.000 Hz,  hier findet sich auch die Balanceregelung)
  • 3D-Audio
  • Lautsprechereinstellungen: TV-Lautsprecher, externer Lautsprecher, Empfänger, SoundShare
  • Automatische Lautstärke
  • SoundShere-Einstellungen: Neues Gerät hinzufügen und Samsung Audiogeräte Liste
  • Fernseh-Installationstyp: Klang wird jeweils für Wandhalterung oder Standfuß angepasst
  • Zusätzliche Einstellungen: DTV Audiolautstärke, Digitaler Audioausgang (Formate PCM, Dolby Digital, DTS Neo 2:5, zudem ist die Audioverzögerung einstellbar), Dolby Digital-Kompression
  • Klanganpassung: Benutzerklangprofil, Benutzer-Klang hinzufügen, Definierten Ton bearbeiten, Benutzer-Klang verwalten
  • Zurücksetzen

Wie oben bereits erwähnt, gibt der TV sogar FLAC HiRes Audio-Files (z.B. von einem Home Server) wieder. Dabei zeigt sich, dass im „Musik“ EQ-Programm die akustischen Qualitäten gar nicht so schlecht sind. Stimmen sind gut verständlich, der Klang ist sogar recht klar. Anflüge von Räumlichkeit sind zu vernehmen. Klar dürfte sein, dass aufgrund des geringen Volumens des eingebauten Lautsprechersystems die Bass-Performance niemanden vom sprichwörtlichen Hocker reißt.

Wem das nicht reicht, der kann per SoundShere eine Samsung AirTrack Soundbar kabellos anschließen. Das funktioniert ohne Schwierigkeiten, wenn das Gerät einmal registriert ist, muss man sich um nichts mehr kümmern. Die Datenübertragung geht über Bluetooth vonstatten.

Fazit

Sehr hochwertig, edel, reichhaltig ausgestattet und bildstark, so präsentiert sich der Samsung F9090 UHD-TV in unserem Test. Der TV agiert dank Quad-Core-CPU schnell, erweist sich als sehr zuverlässig und punktet auch mit praxisgerechten Video- und Audioeinstellmöglichkeiten. Visuell begeistern Plastizität, Bildschärfe und Gesamtdynamik. Das Upscaling von FullHD auf UHD geht scharf, lebendig und mit extrem geringem Scalingrauschen vonstatten, so dass auch hier selbst der sehr anspruchsvolle Anwender begeistert sein kann. Der F9090 ist bewusst stark auf „visuelles Erleben“ ausgerichtet und damit für denjenigen potentiellen Käufer interessant, der visuelle Dynamik, satte, kräftige Farben und hohe Bildschärfe schätzt. Dass es kein Fehler war, im 3D-Betrieb auf aktive Shutterbrillen zu setzen, verdeutlicht uns der F9090 ebenfalls: Enorm scharf, beinahe ohne Zittern oder Flimmern, und mit sehr geringem Helligkeitsverlust sowie lediglich minimalen Farbverfälschungen brilliert der Samsung auch hier. Die bequemen 3D-Brillen, die überdies leicht sind, ermöglichen 3D-Genuss ohne Kopfschmerzen – gerade derjenige, der hier empfindlich reagiert, hatte in der Vergangenheit oft mit Problemen zu kämpfen. Wenden wir uns dem Thema Bedienbarkeit zu – auch hier leistet sich der schnell reagierende TV keinen Lapsus, wenngleich Sprach- und Gestensteuerung Geschmackssache sind. Lobenswert ist, dass Samsung dem F9090 nicht nur eine edle Touchpad-Remote beilegt, sondern auch noch eine konventionelle Tastenfernbedienung – so kommt jeder mit dem Luxus-UHD-TV zurecht. Selbst das Thema „Preiswürdigkeit“ endet für den Samsung gut. Mit knapp 5000 EUR wird der Samsung im großen 65 Zoll-Format angeboten, seit der jüngsten Preisreduzierung. Das ist für einen UHD-Flachbildschirm in der Qualität – so komisch das auch klingen mag – wenig. Noch vor kürzerer Zeit gab es für diesen Preis gerade einmal 60-Zöller mit FullHD-Auflösung. Das Einzige, was zu bemängeln ist: Derzeit gibt es keine klare Aussage, wann Samsung ein Update des F9090 auf HDMI 2.0 vornimmt. Laut Samsung sei ein entsprechendes Update, falls dies erforderlich ist, aber aufgrund der seperaten Anschlussbox recht einfach zu bewerkstelligen.

Samsungs visuelle UHD-Zukunft in realer Gestalt: Edel auftretend, voll ausgestattet, und mit exzellentem Bild
Flachbildschirme Luxusklasse
Test 18. Oktober 2013

+ Edle Optik
+ Tolles Bild bei nativem UHD-Material
+ Hochwertiges Upscaling von FullHD auf 4K
+ Umfangreiche, moderne Ausstattung
+ Seperate Anschlussbox
+ Für die Leistung fairer Kaufpreis

Test: Carsten Rampacher
Messungen: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18. Oktober 2018




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK