TEST: Nubert 3-Wege-Aktivlautsprecher nuPro A-500 – schlanke Säule, üppiger Sound?

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Edle Optik in schlanker Säulen-Form, immer attraktiv, ganz gleich, ob in schwarzer oder weißer Variante: Die Nubert nuPro A-500 Aktivbox kommt auf einen Stückpreis von 895 EUR und beeindruckt durch Design-Noblesse und hochwertige Verarbeitung. Integriert ist ein USB-DAC, ferner vorhanden sind koaxialer sowie optischer Digitalausgang und Stereo Cinch-Beschaltung. Kippsicherheit wird durch den in schwarz ausgeführten, schön gemachten Standfuß/Sockel garantiert.

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Schlank & schön

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Rückseite (links) und seitliche Ansicht (rechts)

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Eleganter Standfuß

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Auch von hinten attraktiv

Wer also viel Wert auf Design legt und/oder nur begrenzten Platz zur Verfügung hat, sollte sich den mit drei jeweils 120 mm Basschassis, einem 120 mm Mitteltöner und einem 25 mm Hochtöner bestückten „Schwäbischen Schönling“ genauer ansehen. Bereuen wird der Interessent dies nicht, denn das hervorragende Oberflächen-Finish, das schicke Unibody-Gehäuse und die fest sowie passgenau verschraubten Chassis beweisen, dass Nubert-Lautsprecher immer mit überdurchschnittlich gutem Finish auftrumpfen. 

Die nuPro A-500 gibt Frequenzen bei +/- 3 dB von 36 Hz bis 22 kHz wieder. An Bord sind Verstärker, die maximal 2 x 70 Watt Nennleistung beziehungsweise 2 x 90 Watt Musikleistung für den Hoch- und Mitteltonbereich, sowie zusätzlich 210 Watt für den Bassbereich, freisetzen – das klingt nach guten, aber nicht nach sensationellen Werten. Dass in der Praxis auch bei hohem Leistungsanspruch stets genug Reserven vorhanden sind, wird sich später zeigen. 

Die beiden Verstärkerkanäle sind bei der nuPro A-500 gebrückt und wirken auf die drei 120 mm Langhub-Basschassis mit Polypropylen-Membran. Das unterscheidet die nuPro A-500 von der größeren nuPro A-700, bei dieser hat jeder der beiden größeren Basstreiber einen eigenen Verstärkerkanal. 

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Fernbedienung

Vorteil aller nuPro-Aktivlautsprecher sind drei Dinge:

  • Eine sehr gut in der Hand liegende, mittlerweile bei allen Modellen identische, kleine Fernbedienung, die tadellos anspricht und gut verarbeitet ist
  • Ein sehr gut ablesbares Display an jeder Box
  • Zahlreiche, nützliche Einstell- und Anpassungsmöglichkeiten

Zum dritten Punkt: 

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Display und Bedienelemente

Das hellblau leuchtende Display inklusive der Bedienelemente, die identisch zu den kleineren nuPro-Modellen sind, ist akkurat integriert. Die Menüführung ist identisch bei allen nuPro-Lautsprechern. Im Setup stellt man zunächst ein, ob „Pair“, eine Master-Slave Konfiguration der beiden Lautsprecher, gewünscht ist oder ob im Modus „Single“ jeder Lautsprecher individuelle Klang- und Lautstärkeregelung bieten soll. Auch eine Verkettung mehrerer Lautsprecher ist möglich. Bei der Nutzung des Subwoofers kann man natürlich die Übergangsfrequenz festlegen sowie einen Hochpass für die Lautsprecher setzen. Das Display kann so eingestellt werden, dass immer das Nubert-Logo oder die Lautstärke angezeigt wird. Ein Ausschalten des Displays ist natürlich auch möglich. Dazu gibt es in der Menüstruktur eine Eingangswahl, Klangregelung und Balance-Möglichkeit. Kaum ein anderer aktiver Lautsprecher, der nicht aus dem Profi-Bereich stammt, hat so umfassende Einstellparameter. 

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Solide verschraubtes Panel

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Anschlüsse: Stereo-Cinch, S/PDIF, Toslink, USB, USB-Spannungsbuchse, Sub-Out, Link

Wichtig zu nennen ist noch der USB-Versorgungsausgang, der beispielsweise Wireless-Empfänger mit Strom beliefern kann. Mit so einem Adapter (siehe Menüpunkt „Dazu passt“) lässt sich die A-500 komfortabel in ein Musiknetzwerk einbinden. In Verbindung mit der nuPro A-300 haben wir ein solches System schon getestet: Test Nubert nuFunk S-2 und EU-1 in Verbindung mit nuPro A-300.

Insgesamt hinterlässt die nuPro A-500 einen hervorragenden Eindruck, doch ohne Kritik bleibt auch sie nicht: Bluetooth, eigentlich inzwischen eine Selbstverständlichkeit bei solchen Produkten, ist nur optional verfügbar. Ein USB-DAC ist zwar, wie schon erwähnt, an Bord, dieser gibt aber nur maximal 44,1 kHz/16-Bit (CD-Qualität) wieder.

Klang

Richtig rund geht es bei Cosmic Gates „Fire Wire“ im Remix von DJ Scot Project. Der Song hat einen ungemein harten, massiven Bass, der viele, selbst leistungsstarke Lautsprecher und aktive Lautsprecher, bei höherer Lautstärke überfordert. Die Membrane schlagen an und im Falle von aktiven Lautsprechern brechen auch die Endstufen ein. Nicht so bei Nubert. So schlank und schön die nuPro A-500 auch aussieht, so unnachgiebig ist sie bei der Wiedergabe. Die drei recht kleinen Tieftöner (jeweils 120 mm)  mit Polypropylen-Membran) schaffen einen beinahe unglaublichen maximalen Hub. Dadurch gibt es auch bei großem Pegel noch Reserven, wie man bei „Fire Wire“ merkt. Druck, Dynamik, Räumlichkeit – all dies vereint die nuPro A-500 auf das Vorteilhafteste.

Die eingebauten Verstärker liefern 2 x 70 Watt Nennleistung und 2 x 90 Watt Musikleistung, das hört sich nach gar nicht so viel an. Tatsächlich aber ist der gebotene Nachdruck bei hohem Pegel selbst im 25 Quadratmeter-Hörraum noch exzellent. Besonders überraschend ist auch die dichte Räumlichkeit, die sich durch den breiten horizontalen Abstrahlwinkel gleichmäßig im Hörraum verteilt. Die pro Stück 17,5 kg wiegenden Säulen sind mit Standfuß 102 cm hoch (ohne Standfuß 98 cm), 26 cm breit (liegt am Standfuß, dessen Breite mit einfließt, ohne sind es nur 17 cm) und mit Standfuß 26 cm tief (ohne Standfuß: 17 cm). Das heißt: Wir haben hier optisch höchst attraktive, schlanke, edel verarbeitete aktive Standlautsprecher vor uns, die aber akustisch um ein Vielfaches größer auftreten. Dank der Softclipping-Funktion treten Überlastungs-Effekte im Pegel-Grenzbereich übrigens praktisch nicht in Erscheinung, ein weiterer Pluspunkt.

Beim 90er Jahre Trance-Klassiker „I Have A Dream“ von DJ Quicksilver schieben die beiden nuPro A-500 so gewaltig an, dass man zunächst sorgfältig im Hörraum umher schaut, ob nicht irgendwo eine Riesen-Box verborgen ist, die diesen harten, satten und enorm kraftvollen Bass realisiert. Aber nein, es ist tatsächlich die kompakte nuPro A-500, die dieses Feuer entfacht. Tonal, so kennen wir es von den Ostalb-Klangmeistern, neutral, aber minimal in Richtung eines angenehmen Klangbildes ausgelegt. Nichts Schneidendes oder zu Aggressives liegt im Klangbild, auch dann nicht, wenn man alles gibt und die Softclipping-Schaltung stellenweise ihres Amtes walten muss. Effekte schießen die beiden nuPro-Aktivlautsprecher bis weit in den Hörraum und vergessen dabei nie eine saubere Staffelung, sowohl was die Weite, als auch was die Tiefe angeht. 

R&B-Tracks mit Biss im Bassbereich – „Talk Dirty To Me“ von Jason Derulo schafft es sogar, die nuPro A-500 an ihr Limit zu bringen. Bei +/- 3 dB schaffen die nuPro einen Frequenzgang von 36 Hz bis 22 kHz, und das ist mehr als nur beachtlich. Bei diesem Song aber sind voluminöse Lautsprecher mit großen Tieftönern und großem Gehäusevolumen im Vorteil, denn es sind einfach noch mehr Punch und räumliche Dichte vorhanden. Trotzdem ist es überragend, was die nuPro A-500 leistet, sie macht mächtig Druck, nur ganz unten geht schlichtweg noch mehr. Räumlichkeit, maximal möglicher Pegel, Einarbeitung der Stimme – nirgendwo gibt sich das Klang-Ass von der Ostalb eine Blöße.

Nun sind wieder einmal Nehmer-Qualitäten gefragt: „Out Of Space“ der britischen Chaos-Truppe The Prodigy donnert nun durch den Hörraum. Und dass die zwei nuPro A-500 den hochpegeligen Spirit jeder Privat-Party fördern, belegen sie eindeutig: Was hier im Bassbereich geht, ist schlichtweg grandios. Staffelung und Präzision sind auch bei sehr hoher Lautstärke untadelig, und die drei kleinen Basstreiber offerieren eine Performance hinsichtlich des Nachdrucks, die ohne Abstriche erstklassig zu nennen ist. Der spezielle Charakter des Tracks mit dem harten Breakbeat-Rhythmus wird auf jeden Fall glasklar verdeutlicht. 

„Addicted To You“ von Avicii war und ist für House&Dance-Fans eine wahre Hymne – und was alles in dem Song steckt, das verdeutlichen die beiden nuPro A-500 enorm gut: Kraft, Nachdruck, Dynamik. Der Bass beeindruckt uns mit seinem Durchsetzungsvermögen und der großartigen Impulstreue gleichermaßen, und die Staffelung im Hoch- und Mitteltonbereich ist ausgezeichnet. Der 120 mm Mitteltöner mit Polypropylen-Membran garantiert einen akkurat abgestuften Präsenztonbereich, der 25 mm Hochtöner mit Seidenkalotte bringt sich mit nahtlosem Übergang vom Mitteltonbereich und mit sehr guter Räumlichkeit ein. 

Kompletter Wechsel hinsichtlich des Materials: „Immortality“ von den Bee Gees ist nun angesagt. Trotz nur bescheidener Güte des Quellmaterials (CD) wird die Stimme charismatisch wiedergegeben. Das leichte Zischeln und die leichte Schärfe bei höherem Pegel können verständlicherweise auch die beiden nuPro A-500 nicht eliminieren. Exzellent, wie er kaum besser sein könnte, präsentiert sich der runde und zugleich exakte Bassbereich, der allzeit ein hör- und spürbares Fundament bereitstellt. Wie gut die nuPro A-500 auch  mit anspruchsvollem Material zurecht kommen, beweisen sie uns bei „Senza Fine“ von Andrea Bocelli: Andreas charismatische Stimme wird mit feinen Konturen in den Raum gestellt, und vokale wie auch instrumentale Elemente haben genau das richtige Maß an Prägnanz. Monitor-Charakter haben die nuPro A-500 nicht, selbst dann, wenn sie nicht auf den Hörer angewinkelt sind und der Hörer weiter entfernt vom Lautsprecher sitzt, genießt er ein weitläufiges, umhüllendes Klangbild.

+Kleine dynamische Differenzen arbeiten die schwäbischen Schallwandler gekonnt heraus, die hohe Impulstreue ist in allen Frequenzbereichen präsent. „Love In Portofino“, ebenfalls von Andrea Bocelli, zeigt die Fähigkeiten der nuPro A-500 ein weiteres Mal eindrucksvoll auf. Der stets auf angenehme Art und Weise präsente Bass, die sehr schöne Herausarbeitung der Instrumente (z.B. das Klavier) und die gelungene Fokussierung auf Andreas Stimme gehen eine schlüssige und homogene Verbindung miteinander ein. Sehr gut durchhörbar, aber nicht zu schrill, werden auch die Streicher gekonnt präsentiert. 

Konkurrenzvergleich

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  • Vor einem guten Jahr haben wir die größere nuPro A-700 unter die Lupe genommen und waren damals begeistert vom Topmodell. Mit 1.265 EUR ist das große Modell recht deutlich teurer – und schiebt natürlich bei hohem Pegel noch massiver an. Besserer Tiefgang und noch mehr Räumlichkeit sind die Vorzüge, die aber fairerweise erst im größeren Hörraum (ab gut 20 Quadratmeter) deutlich hervortreten. Für die meisten, selbst anspruchsvollen, Hörer reicht die hier getestete, bedingt durch die zahmeren Abmessungen „wohnraumkompatiblere“ nuPro A-500 locker aus. Zusammen mit dem spürbar günstigeren Preis müssen wir bei allem Charme, den die große A-700 versprüht, feststellen, dass die nuPro A-500 das noch schlüssigere Gesamtpaket darstellt.

Nubert nuPro A-300 Gruppenbild2

  • Nubert nuPro A-300: Immer wieder Nubert – denn es finden sich bei den Schwaben noch mehr nuPro-Alternativen. Die nuPro A-300 ist mit einem Stückpreis von 525 EUR wiederum viel preiswerter als die nuPro A-500, sieht aber bei weitem nicht so attraktiv aus. Nicht, dass man die nuPro A-300 als unansehnlich betrachtet, ganz und gar nicht, aber die grazile Eleganz der nuPro A-500 ist dem großen Regallautsprecher fremd. Wem es um maximalen Sound fürs Geld geht, der ist allerdings nirgendwo besser aufgehoben als bei der nuPro A-300. Sie geht extrem gut, schiebt, drückt, ist zugleich präzise. Die nuPro A-500 klingt eine Idee kultivierter, detailreicher – ist aber auch ein gutes Stück teurer. 

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  • Statt einer nuPro A-500, mit der man bekanntermaßen wenig anfangen kann, kann man gleich ein Paar Teufel Ultima 40 Aktiv, derzeit für 799 EUR zu haben, einkaufen. Und das, was man fürs Geld bekommt, ist wirklich alles andere als schlecht. Dynamisch und relativ pegelfest, zudem mit HDMI und Bluetooth ausgestattet – es wäre falsch, die Ultima 40 Aktiv zu unterschätzen. Die nuPro A-500 ist trotzdem auch den großen Mehrpreis Wert: Mehr Kraft, mehr Noblesse, mehr Detailreichtum, mehr Dynamik, überdies ein Display und hervorragende Einstellmöglichkeiten. 

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  • Heco Ascada 600 Tower: Nicht nur Nubert baut exzellent verarbeitete und sehr klangstarke aktive Säulen, auch Heco spielt in diesem Business ganz vorne mit. In exklusiver Optik, mit vortrefflicher Verarbeitung und einem enorm räumlichen, kraftvollen Klang antretend, präsentiert sich die Ascada 600 Tower Aktivbox als harter Konkurrent. Für die rundherum erstklassigen Qualitäten sind knapp 2.000 EUR Kaufpreis nicht zu viel, zumal auch Bluetooth mit an Bord ist und HiRes Audio verarbeitet wird. 
Fazit

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Die nuPro A-500 glänzt im Test mit weit überdurchschnittlich guter Performance – da geht es viel schneller, den einen wirklichen Minus-Punkt aufzuzählen als die vielen Pluspunkte: Der eingebaute USB-DAC verarbeitet nur maximal 44,1 kHz/16-Bit. In der Preisklasse, in der die nuPro A-500 zuhause ist, sollte ein HiRes-fähiger USB-DAC selbstverständlich an Bord sein. Sonst allerdings brilliert die nuPro A-500 über alle Maßen: Der Bass ist für eine so schlanke Konstruktion schlichtweg sensationell, er hat immensen Nachdruck, einen tolle Präzision und eine enorme räumliche Dichte. Die klar und präzise umrissenen Mitten und der klare, zugleich nie zu spitze Hochtonbereich lassen erkennen: Hier kommt eine der besten aktiven Lautsprecher auf dem deutschen Markt. Die ganze Technik ist optisch extrem formschön verpackt, so dass auch Design-Ästheten voll auf ihre Kosten kommen. 

Hochwertige Eleganz trifft auf Maßstäbe setzende Klangstärke: Nubert brilliert mit der nuPro A-500 ein weiteres Mal
referenz
Gesamt-Referenz Aktivlautsprecher Oberklasse
Test 30. Dezember 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 30. Dezember 2016




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