TEST: Teufel Ultima 40 Aktiv – neue Variante der beliebtesten Standbox

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Die Teufel Ultima 40 Aktiv ist der neueste Zuwachs in der beim Kunden höchst beliebten Ultima-Lautsprecherbaureihe. Derzeit (Stand 21. Dezember 2016) werden exakt 799,99 EUR für das Paar aufgerufen. Die Ultima 40 Aktiv tritt im Master-/Slave-Design auf. Das heißt, in der Master-Box sitzt die gesamte Elektronik inklusive HDMI 1.4b-beschaltetem Anschlussterminal und exakt angepasster Class D-Endstufe mit maximal 250 Watt Leistungsaufnahme.

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Master-Box mit zahlreichen Justage- und Anschlussmöglichkeiten

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Im Detail: HDMI-Beschaltung, Positonsfestlegung, Auto On-Schaltung, HDMI-Buchse mit ARC, Cinch, optischer Digitaleingang, Klanngregler, Sub Pre-Out und sogar Sub Crossover

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Hochwertige Schraubterminals an der Slave-Box, die per Lautsprecherkabel mit der aktiven Box verbunden wird

Besonders stolz ist man bei Teufel auf die Kombination aktiver Standlautsprecher und HDMI-Beschaltung, die derzeit kein Mitwettbewerber bietet. Natürlich gibt es auch Bluetooth 4.0 inklusive aptX, und einen Stereo-Cinch-Eingang sowie einen optischen Digitalausgang. Wem die Basskraft der zwei pro Box montierten 165 mm Tieftöner mit Membran aus beschichteter Zellulose nicht ausreicht, kann mittels des Mono-Cinch-Pre-Out ein entsprechendes Kabel zu einem aktiven Subwoofer führen, der dann im Bassbereich weitere Unterstützung aufbaut. Leider fehlt ein USB-Anschluss nebst zugehörigem USB-DAC, um die Ultima 40 Aktiv sozusagen als externe Soundkarte für PC oder Notebook zu verwenden. 

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Typisch Ultima 40: Gerundete Kanten, hochglänzende Schallwand

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Bassreflex-Öffnung

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Sockel

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Die seitliche Ansicht zeigt den klassischen Look der Folierung

Optisch treten die 3-Wege-Standlautsprecher nach bewährtem Muster auf. Wer sich nicht die Rückseite der Master-Box anschaut, sieht nicht, dass es sich um die aktive Variante der Ultima 40 handelt. Die an den Ecken gerundete Form sowie der Sockel sind ebenso charakteristisch wie die kupferfarbene Membran des Mitteltöners und die Membranen in Carbon-Optik der beiden Tieftöner. Der Hochtöner sitzt bei der Ultima 40 bekanntermaßen zwischen Mitteltöner und dem ersten Tieftonchassis, rückt allerdings auf der Schallwand näher an den Mitteltöner heran, ist demnach nicht zentriert zwischen den anderen Chassis montiert. Um die eigentlichen Chassis finden sich silberfarbene Ringe, die etwas Flair in die ansonsten etwas nüchterne Optik bringen. Unter der Ultima 40 Aktiv findet sich, was sehr positiv hervorzuheben ist, ein Sockel, der für gute Entkopplung vom Boden und für eine angenehme Optik sorgt. Die Ultima 40 Aktiv ist 32, 7 cm tief, 21,5 cm b reit und 106 cm hoch, also durchaus schon wahrnehmbare Abmessungen. Wir hätten uns etwas Unterscheidungsmerkmale zur „normalen“ passiven Ultima 40 gewünscht, wie z.B. ein Gehäuse aus hochwertigem Schleiflack oder mit etwas „fescherer“ Folierung, z.B. im Brushed Aluminium-Style. Aber der sehr konservative Look der Folierung erscheint nicht besonders „trendy“. Außer der von uns getesteten schwarzen Version gibt es die Ultima 40 Aktiv auch in weißer Variante. Die Schallwand bleibt allerdings auch beim weißen Modell schwarz, ebenso der Sockel unter der Ultima 40 Aktiv. 

Teufel Ultima 40 Aktiv Puck Fernbedienung

Puck-Fernbedienung

Negativ fällt auf, dass kein Display vorhanden ist und man sich daher merken muss, welche Farbe (bezogen auf die LED vorn) für welchen Eingang zuständig ist (Weiß – HDMI, Blau – Bluetooth etc.). Bass und Höhen kann man hinten an der Master-Box einstellen, von – 10 bis + 10 dB. Das mag ja gut sein, besser wäre es, wenn man die Einstellung mittels der Fernbedienung vornehmen könnte. Die Puck-Fernbedienung wirkt zwar recht hochwertig und stylish, allerdings ist die Funktionsvielfalt sehr gering. Man kann die Lautstärke durch Drehen regeln und durch Drücken auf den großen zentralen Knopf auch die Mute-Funktion aktivieren – das war es aber schon fast. Seitlich ist noch eine Taste für den Wechsel der Quelle vorhanden. 

Fraglich ist auch, wer eine so große Standbox in unmittelbarer Nähe des Flachbildschirms im Wohnzimmer unterbringt. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, edle, hochwertige und schlanke Säulen wie die aus dem LT5-System für diesen Zweck hoch zu rüsten. Aktive Standboxen sind zwar schon ein Trend, aber ausschließlich für die Musikwiedergabe. Auch, wenn Teufel sicherlich eine bislang nicht besetzte Nische aufgetan hat (Standlautsprecher aktiv mit HDMI-Beschaltung), so dürfte diese nicht zu groß sein. Viel wichtiger wäre es gewesen, einen stark nachgefragten USB-DAC mit der Fähigkeit zur Wiedergabe von Dateien bis 96 kHz/24-Bit oder gar 192 kHz/24-Bit einzubauen. Dieser fehlt leider gänzlich, hier haben die damaligen Entwickler dieser Box offensichtlich das Konzept nicht konsequent zu Ende gedacht. HDMI ist im Übrigen auch gut und schön, hier aber haben wir nur den Standard 1.4b. Das ist nicht wirklich dramatisch, entspricht aber schlichtweg nicht mehr dem aktuellen „State Of The Art“. 

Klang

Bei der BD „Avengers“ hören wir uns die Kapitel „Die Invasion beginnt“ und „der Krieg“ an. Die Ultima 40 Aktiv zeigt hier, dass durchaus Kraft und Dynamik vorhanden sind, um bei der Filmtonwiedergabe entsprechend zu punkten. Der Moment, als der Reaktor das schwarze Loch öffnet, wird mit solidem Nachdruck und guter Räumlichkeit wiedergegeben. Der folgende Dialog zwischen Stark und Loki im weitläufigen Raum oben in Starks Skyscraper wird mit sehr gut ausbalancierter Stimmwiedergabe präsentiert.

Die Faustschläge und der Sprung des „Iron Man“ durchs geschlossene Fenster beweisen: Die beiden Boxen haben durchaus beträchtliche Qualitäten. Pegelfest sind sie, im Bassbereich würde man sich aber gelegentlich noch etwas mehr Struktur und Fülle wünschen. Hier machen die Berliner „Aktivisten“ deutlich, dass sie doch einer eher günstigen Preisklasse entstammen. Sehr gut gelingt die Wiedergabe des Music Score, dieser ertönt klar und differenziert. Das Feuergefecht mit den Centauri wird mit guter atmosphärischer Dichte wiedergegeben, auch die räumliche Ortung von Effekten gelingt prima. Dynamische Differenzen kommen ebenfalls auf ordentlichem Level zur Geltung. Im mittleren Bassbereich entwickelt die in der Master-Box sitzende Verstärkereinheit richtig Druck.

Der eingebaute Class D Digital-Verstärker bringt auch mächtig Stimmung in den Hörraum, als die gepanzerte Riesenechse aus dem schwarzen Loch kommt und eine Schneise der Verwüstung nach sich zieht. Maximal 250 Watt an Leistung werden aufgenommen, und man merkt: Es sind durchaus ernst zu nehmende Pegel, die damit erreicht werden können. Um nochmals auf die Riesenechse zurück zu kommen: Zwar gibt es eine untere Grenzfrequenz von 45 Hz, aber das reicht offensichtlich nicht aus, um tief im Frequenzkeller für ein entsprechendes Bass-Volumen zu sorgen.

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2 x 165 mm Bässe

Die zwei 165 mm Tieftöner mit Membran aus beschichteter Zellulose haben sicherlich eine tadellose Belastbarkeit und einen beachtlichen Hub, aber ganz tief unten ist dann trotz durchaus beachtlicher 52 Liter Netto-Innenvolumen des Gehäuses nicht mehr viel übrig. Hier ist dann der ebenfalls auf der Rückseite vorhandene Subwoofer Pre-Out von Bedeutung. Man kann problemlos per Mono-Cinchkabel einen aktiven Subwoofer für die ausgezeichnete Wiedergabe auch besonders tiefer Bass-Frequenzen anschließen. Gut, dass Teufel hier mitgedacht hat.

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25 mm Gewebe-Hochtöner

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Mitteltöner mit chromfarbenem Phase Plug – auch ein Merkmal der beliebten Ultima-Lautsprecherbaureihe

Prima schlägt sich der 25 mm Gewebehochtöner. Er verfügt über ein gutes Auflösungsvermögen, was man beispielsweise bei herumfliegenden Glassplittern oder Trümmerteilen bemerkt. Er spielt laut technischen Angaben vom Hersteller nur bis 20 kHz hoch und wäre somit nicht für HiRes-Material geeignet. In der Hörpraxis aber konnten wir keinen schlechteren, weniger umfassenden oder weniger charismatischen Hochtonbereich bei der Ultima 40 Aktiv im Vergleich zu Konkurrenten feststellen, die bis auf 25 kHz oder mehr hoch spielen. Der 165 mm Mitteltöner mit einer Membran aus Kevlar/Fiberglas liefert eine prima Stimmwiedergabe und insgesamt einen gut gestuften Präsenztonbereich.  

Wie sieht es bei Musik-Blu-rays aus? Wir hören „Tequila Sunrise“ von der legendären „Farewell Tour“ von den Eagles (Blu-ray, DTS-HD) und sind recht überzeugt von der Performance der Ultima 40 Aktiv. Besonders die sehr gute Staffelung aller akustische Ereignisse gefällt uns. Das leichte Zischeln in der Stimme des Sängers ist keine „Schuld“ der Ultima 40 Aktiv, sondern klar Problem des Quellmaterials. Hier wurde offensichtlich nicht richtig aufgepasst. Der Bass ist präzise und trifft daher souverän den richtigen Punkt. Wieder im Ansatz ist allerdings das Problem herauszuhören, dass ganz tief unten die Wiedergabe nicht mehr besonders umfassend ist. Insgesamt klingt die Ultima 40 Aktiv neutraler als die leicht warme, passive Ultima 40 Mk2, die besonders durch ihren verbindlichen Sound viele Freude gefunden hat. Die Ultima 40 Aktiv klingt nicht aggressiv oder unangenehm, aber etwas schlanker und tonal minimal höher. 

Nun lauschen wir in PCM-Stereo der ersten Arie von Susanna und Figaro aus „Figaros Hochzeit“ von Wolfgang Amadeus Mozart (Blu-ray von den Salzburger Festspielen 2006, Susanna wird von Anna Netrebko und Figaro von Ildebrando d’Arcangelo gesungen, die Wiener Philharmoniker werden dirigiert von Nikolaus Harnoncourt). Und ihre neutrale Auslegung sorgt dafür, dass die Instrumente des Orchesters sehr klar zum Ausdruck kommen. Die Streicher klingen nicht zu harsch, sondern sind gut durchhörbar, aber noch recht angenehm. Die Stimme Figaros hat für erfahrene Hörer einen minimal blechernen Einschlag, das nimmt man aber nur dann wahr, wenn man sehr hochwertiges Equipment kennt und/oder stetiger Opernbesucher mit genug empirischer Hörerfahrung ist. Susannas Stimme gefällt durch das ordentliche Auflösungsvermögen. Die Trennung vokaler und instrumentaler Elemente erledigt die Ultima 40 Aktiv recht gelassen. Insgesamt reicht die akustische Performance für einen Opernabend am TV im Wohnzimmer ohne Zweifel aus. Der Klang ist deutlich fundierter, weitläufiger und klarer als von den meisten uns bekannten Soundbars, und die Klangbühne eines echten Stereo-Lautsprecherpaars kann auch eine sehr gute Soundbar nicht offerieren. 

Nun spielen wir Musik per Bluetooth zu. Die Ultima 40 Aktiv verfügt über Bluetooth 4.0 inklusive aptX und ist schnell mit unserem Apple iPhone 7 Plus gekoppelt. Und wir hören von Spotify die „Land Of Confusion“ Version von Disturbed. Die maximal erzielbaren Pegel sind gut bis sehr gut, für die Preisklasse eher sehr gut, verglichen mit dem absolut Möglichen gut. Die neutralere Auslegung merkt man auch hier. Die Grobdynamik ist ausgezeichnet, die E-Gitarre hat eine enorme Ausdruckskraft. Bei sehr hohem Pegel leidet das Differenzierungsvermögen etwas.Bei „Overburned“, ebenfalls von Disturbed, wirkt der Anfang recht facettenreich, mit tadelloser Räumlichkeit, sowohl was die Weite, als auch was die Tiefe anbetrifft. Dynamische Sprünge, z.B. nach dem Intro, kommen mit sehr gutem Nachdruck und untadeliger Impulstreue heraus. 

Wir wechseln die musikalische Richtung und testen die Ultima 40 Aktiv nun mit „What Is Love 2016“ von Lost Frequencies. Hier können aktive Master- und passive Slave-Box für Begeisterung sorgen: Der Bass erweist sich als recht hart und impulstreu – hier zeigen die Berliner Schallwandler, was sie können.und brillieren wie bei keiner anderen Sequenz zuvor in diesem Test. Überdies löst sich die Stimme des Sängers ausgezeichnet von den Chassis. Hier offerieren die Ultima-Lautsprecher demnach eine rundherum erstklassige Leistung. Ganz unten herum fehlt wieder ein kleines Stück Fundament, ansonsten aber ist die Performance beim W&W Remix des Chainsmokers-Hits „Don’t Let Me Down“ überragend. Wieder fällt die gelungene Loslösung der Stimme von den Chassis positiv auf. Der Bass ist bis auf das Fehlen tiefster Anteile satt und kraftvoll. Der Aufbau des Tracks geht präzise und allzeit nachvollziehbar vonstatten. Wir beenden unsere Session mit „Helicopter“ von Martin Garrix. Sehr dynamische Effektwiedergabe, ordentlich Nachdruck und eine relativ dichte Räumlichkeit, für aktuelle House&Dance-Tracks ist das Paar Ultima ein sehr gut geeigneter Partner, der auch im Bereich hoher Pegel viel Freude bereitet. Übrigens – auch wenn man längere Zeit am Limit hört, brechen die Class D-Endstufen nicht ein. Das ist eine hervorragende Leistung.

Konkurrenzvergleich

Yamaha NX-N500 Gruppenbild1

  • Yamaha NX-N500: Zum exakt gleichen Preis, nämlich knapp 800 EUR, gibt es bei Yamaha die kompakten aktiven Monitore NX-N500. Yamaha baut in jeden Lautsprecher einen Verstärker ein und setzt demnach nicht auf das Master-/Slave-Prinzip. Die NX-N500 steckt bezüglich ihrer Ausstattung alles und jeden in die Tasche. 384 kHz/32-Bit ESS-DACs der Luxusklasse, WiFi-Einbindung, MusicCast für die Integration in Wireless Multiroom Audio-Systeme, Bluetooth, USB-DAC – es ist einfach alles, was nachgefragt ist, vorhanden. Der Klang ist für so kompakte Boxen großartig: Lebendig, angenehm, räumlich dicht. Ein derzeit kaum zu schlagendes Gesamtpaket in der Aktivboxen-Liga bis 1.000 EUR. 

Dali Zensor 5 AX Gruppenbild2

  • Dali Zensor 5 AX: Die dänischen Standboxen würden nach heutigem Stand mit einem „überragend“ das Test-Prozedere verlassen, nachdem sie vor mehr als einem Jahr noch als „Preisklassenreferenz“ abgeschnitten haben. Warum? Sie klingen nach wie vor erstklassig, sehr angenehm, zugleich dynamisch, und räumlich dicht. Aber die Ausstattung entspricht nicht mehr aktuellem Stand, es fehlt einfach ein USB-DAC, und HDMI-Terminals wie bei Teufel gibt es auch nicht. Optisch sind die Zensor 5 AX attraktiver als die im Vergleich hausbacken wirkenden Ultima 40 Aktiv. 

Heco Ascada 2.0 Gruppenbild3

  • Heco Ascada 2.0: Im schicken Design und mit guter Ausstattung treten die Heco Aktivlautsprecher für 599 EUR UVP an. Ein USB-DAC und Bluetooth gehören zum Ausstattungumfang. Fürs eingesetzte Geld kann man sehr zufrieden mit der Performance sein, die 200 EUR teureren Ultima Aktiv aber verdeutlichen durch mehr Pegelfestigkeit, mehr Grobdynamik und mehr Räumlichkeit die Vorzüge des größeren Gehäuses und sind somit den Mehrpreis ohne Zweifel Wert. 
Fazit

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Vor wenigen Tagen fand ein „Finale Furioso“ für die Berliner Sound-Experten statt: Das innovative, edle Teufel Cinesystem Trios 5.1 konnte im Testbetrieb zahlreiche Glanzlichter setzen und verließ den Test-Parcours mit einer rundherum erstklassigen Bewertung. Daran gemessen, bieten die Ultima 40 Aktiv eher klassische, solide Hausmannskost. Auch, wenn Teufel stolz auf die erste aktive Standbox (wobei das nicht ganz stimmt, nur eine Ultima 40 ist aktive Master-Box, die andere passive Slave-Box) mit HDMI-Beschaltung ist, so stellt die Ultima 40 Aktiv trotz bilanzierend erfreulicher Performance nicht so einen Überflieger dar wie das Cinesystem. Das beginnt schon bei der Optik. Die passive Ultima 40 Mk2 ist eine der beliebtesten Lautsprecher überhaupt auf dem deutschen Markt, daher mag es schon sinnvoll erscheinen, genau von diesem Lautsprecher, der offensichtlich bei der breiten Masse auf viel Zustimmung stößt, eine aktive Variante aufzulegen. Das ändert aber nichts daran, dass die Ultima 40 auch als aktive Version zwar einen beträchtlichen optischen Wiedererkennungswert hat, wirklich edel aber erscheint sie nicht.

Hier hätten die wunderschönen, noblen Aluminium-Säulen des LT5-Systems eine bessere Wahl dargestellt – optisch wären sie  auch viel stimmiger zum modernen Flachbildschirm in Erscheinung getreten. Im Falle LT5 Aktiv wäre die HDMI-Beschaltung als Unique Selling Proposition (USP) dann auch deutlich sinnvoller gewesen, da mit so formschöne Lautsprecher gern neben einem edlen Flachbildschirm aufbaut. Die Ultima 40 Aktiv sind hingegen eher ein Fall für den Hobbykeller oder das Musikzimmer – und bei diesem Einsatzzweck wäre ein USB-DAC spürbar Gewinn bringender gewesen als die HDMI 1.4b-Beschaltung. Überhaupt scheint es, als hätten die damals für die Entwicklung Verantwortlichen das Konzept nicht bis zum Ende durchdacht. Es fehlt ein Display, wie es z.B. alle Nubert-Aktivlautsprecher der nuPro-Baureihe oder auch Aktiv-Boxen von Heco mitbringen. Weder die Lautstärke noch der aktuelle Eingang lassen sich daher ablesen. Man muss sich die für den betreffenden Eingang stehende Farbe der LED merken, dann weiß man wenigstens hinsichtlich der Quelle Bescheid. Die Puck-Fernbedienung sieht wirklich super aus. Dass die ziemlich hochwertige Fernbedienung aber nur wenig Bedienvielfalt bietet und eher ein „Style-Tool“ ist, verdient leise Kritik. 

Die Ultima 40 Aktiv stellt demnach ein wirklich gutes Produkt dar, das allerdings keinen Premium-Charakter wie ein Cinesystem Trios, ein LT5 licensed by Dolby Atmos oder ein Move Pro In-Ear-Kopfhörer entwickelt. Dazu ist auch der Klang nicht überlegen genug. Die Boxen sind pegelfest und agieren relativ dynamisch, aber wenn wir uns daran erinnern, wie begeistert wir vom Cinesystem Trios oder auch vom LT5 licensed by Dolby Atmos waren, möchte der Funke der Begeisterung hier nicht so heftig überspringen. Fürs Geld gute Aktivboxen, die aber akustisch keine Maßstäbe setzen, optisch hausbacken wirken und in der Ausstattung Defizite zeigen. 

Die Ultima 40 Aktiv überzeugt mit guter Dynamik, ordentlichem Nachdruck und sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis
ausgezeichnet
Aktivlautsprecher bis 1.000 EUR/Paarpreis
Test 21. Dezember 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 21. Dezember 2016 




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