TEST: MEDION LIFE X18017 – 65″ UHD zum Einstiegspreis

Medion X18017 Front1

2014 steht ganz klar im Zeichen von UltraHD. Klar, die ersten Modelle der großen Hersteller konnte man, anfangs mit enormem Preisaufwand, schon im letzten Jahr ergattern. Dieses Jahr allerdings ist es kaum mehr möglich, ein Topmodell von Samsung, Sony, Panasonic, Philips oder Toshiba zu finden, dass nicht mit der hohen Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln ausgestattet ist. Sogar aus mehreren Baureihen und Design-Formen kann man mittlerweile schon wählen. Mit der endgültigen HDMI 2.0-Spezifikation, die die UltraHD-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde beinhaltet, ist auch die Frage nach der Übertragung nicht mehr offen – nur mit dem Content hapert es noch, aber auch das soll sich bald ändern.

Mit exzellentem Preis-/Leistungsverhältnis will jetzt auch MEDION mit dem neuen 65 Zoll UltraHD-TV die Wohnzimmer von UltraHD-begeisterten Anwendern erobern. Für den LIFE X18017 LCD-TV mit LED Hintergrundbeleuchtung wird gerade einmal 2499 € aufgerufen. Dafür soll man nicht nur ein 65 Zoll Display mit UHD-Auflösung sondern auch eine reichhaltige Ausstattung erhalten. Dazu gehört ein HD-Triple-Tuner, 3D-Funktion, integriertes WLAN und Smart TV-Features. Wir haben uns den LIFE X18017 im Testbericht genauer angesehen.

Medion X18017 Verarbeitung1

Seitenteile aus mattschwarzem Metall

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Standfuß

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Rückseite des TVs

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TV-Halterung

Medion X18017 Standfuss Rueckseite1

Konstruktion aus TV-Halterung und Standfuß

Bevor wir uns der Verarbeitung des MEDION TVs widmen, müssen wir kurz die Installation bzw. den Aufbau des Gerätes ansprechen. Die Konstruktion stellt sich leider als nicht gerade unkompliziert da und ist zu zweit, geschweigedenn alleine, kaum möglich. Zunächst werden die beiden Metallleisten auf den Standfuß geschraubt, dies zusammen bringt schon einige Kilogramm auf die Waage. Das eigentliche Problem – und wofür im Idealfall eine dritte Hilskraft zur Verfügung stehen solle – ist die Anbringung des 65-Zöllers an den Leisten. Der TV liegt nämlich nirgendwo auf sondern muss an korrekter Position gehalten und dann festgeschraubt werden. Wir sind uns bewusst, dass aufgrund der Größe mittlerweile bei den meisten TVs der Standfuß separat mitgeliefert wird und festgeschraubt werden muss, bei vielen Herstellern stellt sich dies aber deutlich unkomplizierter dar als beim X18017.

Gut, dass im Alltag der TV einmal aufgebaut wird und dann erst einmal eine Weile stehen bleibt und nicht wie bei uns in der Redaktion, im Vergleich recht flott wieder eingepackt werden muss. Denn ist das Gerät aufgebaut, steht bzw. hängt es fest und sicher in der Konstruktion. Positiv fällt dann der schmale Rahmen um das Panel auf, so macht der 65-Zöller keinen riesigen, erschlagenden Eindruck. Die Bautiefe allerdings, wird aktuellen Flachbildschirmen nicht unbedingt gerecht. Sehr gut hingegen die Materialwahl: Rahmen, Seitenteile und Rückseite sind in mattschwarzem Metall gehalten. Auch wenn das Spaltmaß nicht überall gleichmäßig verläuft, muss man bezüglich der Verarbeitungsqualität nicht übermäßig kritisieren. Der Standfuß ist aus Kunststoff, macht aber optisch einen recht wertigen Eindruck. Das Design ist schlicht und klassisch.

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Passive 3D-Brille

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Vier Brillen liegen bei

Medion X18017 Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

Vier, recht einfach gehaltene, 3D Polfilterbrillen liegen dem X18017 bei. Sie bieten kein besonders ausgefallenes, aber auch kein häßliches Design und überzeugen durch geringes Gewicht und glatten, gleichmäßigen Kanten. Dank der Größe der Kunststoffgläser haben auch Brillenträger keine Probleme.

Die beiliegende Fernbedienung ist recht groß dimensioniert und bietet komfortablen Tastenabstand. Trotz ihrer ausladenden Größe ist sie nicht schwer. Mittig ist ein Navigationskreuz mit OK-Taste platziert, direkt schließen Lautstärke- und Programmwechseltasten an. Der Druckpunkt ist nicht zu beanstanden, eine Beleuchtung der Tasten gibt es nicht.

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Seitliche Anschlüsse

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Rückseitige Anschlüsse unten

Medion X18017 Anschluesse Rueckseite1

Weitere Anschluss-Slots

Entsprechend dem aktuellen Standard bietet der MEDION TV vier HDMI-Anschlüsse, auch ein Komponentenvideo-, der ohne Adapter genutzt werden kann, und einen VGA-Anschluss bringt der Fernseher mit. Für Scart AV muss aber der beiliegende Adapter genutzt werden. USB-Anschlüsse bringt der X18017 soder vier an der Zahl mit. Das ist sinnvoll, da für die WLAN-Integration ein Dongle genutzt werden muss, welches dann einen der Slots dauerhaft belegt. Für komfortables Einbinden eines USB-Sticks, ö.ä., liegt dem MEDION TV noch ein Verlängerungskabel inklusive kleiner USB-Dockingstation bei. Praktisch ist auch die Integration eines Subwoofer-Ausgangs.

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Erstinstallation

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Sendersuchlauf

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Tuner für DVB-T/C/S

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DVB-C Suchlauf wird durchgeführt

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Bearbeitung der Senderliste

Der MEDION TV empfängt uns bei der ersten Inbetriebnahme mit einem Installationsassistenten. Nach der Auswahl der Sprache kann noch ein Sendersuchlauf mit dem integrierten HD Triple Tuner durchgeführt werden. Direkt im Anschluss kann man die Senderliste bearbeiten. Die Erstinstallation ist damit abgeschlossen, das Netzwerk-Setup muss also, außer man nimmt die Integration ins Netzwerk mit einem Kabel und aktivem DHCP-Server vor, über das Menü erfolgen.

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Konfigurationsmenü

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Einstellungen zum Bild

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Erweiterte Bildeinstellungen inklusive Zwischenbildberechnung „Movie Sense“

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Ton-Equalizing

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Systemeinstellungen

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Quelleneinstellungen

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Netzwerk-Settings

Die grafische Benutzeroberfläche des MEDION TV-Menüs ist von den Farben her recht schlicht gehalten und auch der Aufbau der einzelnen Punkte ist geradlinig. Das sorgt für gute Übersicht und problemloses Einstellen, ohne dass man sich vorher einlesen und einarbeiten muss. In den Bildeinstellungen sind die wichtigen Regler vorhanden und auch erweiterte Einstellungen wie Rauschunterdrückung und Zwischenbildberechnung zu finden. Die Toneinstellungen umfassen neben Höhen-/Tiefeneinstellung auch einen Surround-Modus und Bass-Verstärker. In den Netzwerk-Settings können Parameter manuell gesetzt werden, auch die WLAN-Verbindung in Kombination mit einem USB WiFi-Dongle wird hier eingerichtet.

Die Navigation durchs Menü gelingt meist flink und reaktionsschnell. Auch Eingaben werden ohne Verzögerung am Bildschirm direkt angezeigt und übernommen.

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Der Medienbrowser mit Kategorie-Auswahl

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Einstellungen für verschiedenen Multimedia-Features

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Server-/NAS-Auswahl

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Video-Wiedergabe

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Anzeige der Musikdateien

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App-Auswahl

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MEDION Tages-Deal

Über das Menü oder direkt mit der „Media“-Taste auf der Fernbedienung gelangt man zum „Medienbrowser“ des UltraHD-TVs. Neben den Einstellungen, in denen grundlegende Parameter wie das Diaschau-Intervall und Untertiteloptionen gesetzt werden, wird hier direkt in Videos, Fotos und Musik unterteilt. Bei der Anwahl einer Kategorie werden die möglichen Quellen (Server/USB) in einer Liste dargestellt und können ausgewählt werden.

Mit der Taste der Fernbedienung, auf der eine kleine Weltkugel und ein Pfeil abgebildet ist, öffnet man die Internetangebote und Apps des MEDION TVs. Das Angebot ist sehr vielfältig. Neben ARD, ZDF und weiteren Mediatheken gibt es Apps von Spiegel.TV, youtube, ChipTV, vilanoise TV, etc.

Zur besseren Übersicht können die einzelnen Apps in verschiedene Sparten unterteilt werden, darunter Unterhaltung, Sport, Video, News, Musik und Spiele. Bei den Netzwerkfunktionen reagiert der TV nicht ganz so schnell wie bei Menübefehlen, aber immer noch recht zügig und nicht so, dass Frust bei der Bedienung aufkommen könnte.

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Remote App für mobile Endgeräte

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Der TV wird problemlos erkannt

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Funktionstasten in stylischem Design

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Touchpad

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Einstellungen

Der Medion kann auch mit einer App gesteuert werden. Die Applikation „MEDION LIFE Remote“ ist sowohl für iOS als auch Android kostenlos erhältlich und kann aus dem App Store/Google Play Store direkt heruntergeladen werden. Mit der App kann der TV komplett gesteuert werden, auch die Nutzung der Tastatur ist möglich, weitere Features stehen aber nicht zur Verfügung.

Bild

Display Basic Check powered by

 Wie üblich wählen wir auch beim MEDION UHD-TV zunächst ein subjetiv geeignetes Bildfeld aus. Neben Spiele, Sport und Dynamisch, die allesamt recht kühl wirken gibt es noch Natürlich und Kino. Der Kino-Modus ist besonders für dunklere Umgebungen geeignet, während Natürlich wohl eher dem Alltagsbetrieb im Wohnzimmer bei Umgebungslicht entspricht. Bei beiden Modi ist allerdings die Farbtemperatur noch auf „Normal“ gesetzt. Da wir unsere Prüfvorgänge mit Testbildern und Messungen bei vollkommener Dunkelheit durchführen, wählen wir den Kino-Modus aus und stellen unter „Erweiterte Einstellungen“ die Farbtemperatur auf Warm. Auch die Zwischenbildberechnung „Movie Sense“ deaktivieren wir für die Messungen.

Beim PLUGE-Testbild erkennen wir, dass der voreingestellte Helligkeitswert von „32“ einer exakten Einstellung gleichkommt, etwas darüber und der Unterschwarzbalken wird sichtbar. Gleichzeitig müssen wir bemängeln, dass die Helligkeitsverteilung des EDGE LED-hintergrundbeleuchteten Gerätes nicht perfekt ist. Selbst bei zentraler Sitzposition vor dem TV sind Hot Spots in den Ecken sichtbar, auch der Schwarzwert lässt etwas zu wünschen übrig. Bei den Reverse Grey Ramps & Steps schlägt sich der X18017 recht gut und bildet eine saubere, clippingfreie Grautreppe ab, im Überweiß lässt sich gerade noch so differenzieren, im Unterschwarzbereich nicht mehr. Ein Farbstich ist erfreulicherweise nicht zu sehen. Das Overscan-Testbild verrät uns, dass kein Overscan aktiv ist. Beim Bildformat schaltet der TV im Kino-Modus automatisch auf „Vollbild“, der korrekten Einstellung. Allerdings ist die Schärfe mit dem Wert „13“ deutlich zu stark angezogen. Trotz der UHD-Auflösung sollte man bei der Fütterung des TVs mit 1080p-Material den Schärfwert auf „0“ setzen.

uebersicht1

Übersicht 1

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Gamut und Weißpunkt im Zoom

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Gamut Luminanz

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Übersicht 2

gammakurve

Gammakurve

gammapunkt

Gammapunkt

uebersicht3

Übersicht 3

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RGB Balance

farbtemperatur

Farbtemperatur

Der Farbraum wird vom MEDION TV recht ordentlich abgebildet, die stärkste Abweichung liegt bei der Sekundärfarbe Magenta vor und auch die Primärfarbe liegt nur gerade noch so im Toleranzbereich. Der Weißpunkt liegt ebenfalls etwas abseits, innerhalb der verschiedenen Helligkeitsbereiche aber recht ähnlich. Bei der Farbhelligkeit liegen nicht allzu große Abweichungen vor, Blau ist – wie schon beim Gamut sichtbar – zu dunkel. Im Gamma schneidet der TV nicht so gut ab, der Durchschnittswert von knapp unter 2 ist deutlich zu gering, auch der Kurvenverlauf entspricht nicht dem Ideal. Die Farbtemperatur ist recht linear und liegt geringfügig über den gewünschten 6500K, ist also leicht zu kalt. Bei der RGB Balance sieht man, dass Blau überrepräsentiert ist, Grün etwas zu schwach.

Praxisbetrieb

Blu-ray, Casino Royale, 1080p24

Im zweiten Kapitel von Daniel Craigs Debut-Bond „Casino Royale“, als die Kamera über die provisorische Kampfarena auf Madagascar fährt, können wir leider keine absolute 24p-Stabilität attestieren. Leichtes Bildruckeln und Zittern an Kanten und diagonalen Linien im Bild ist erkennbar. Erfreulicherweise recht positiv fällt der plastische Eindruck und die räumliche Wirkung auf. Besonders Objekte im Fokus wirken dreidimensional und auch die verschiedenen Ebenen der Zuschauerränge um die Arena werden gut herausgestellt. Ausgezeichnet gefällt uns auch, wie der MEDION mit schnellen Bewegungen umgeht. Als die Zuschauer mit flinken Handbewegungen ihrem Wetteinsatz Ausdruck verleihen, bleiben die Kanten stabil und auch Nachziehen o.ä. ist nicht zu sehen. Ebenso gut gefällt uns die Farbgebung, die im Sonnen-verwöhnten Madagaskar schön warm zur Geltung kommt. Die Helligkeitsverteilung ist wie bereits erwähnt – und bei beinahe jedem EDGE LED LCD-TV der Fall – nicht perfekt. Da es sich bei Casino Royale um einen Film in Cinemascope handelt und schwarze Balken zu sehen sind, fällt dies hier natürlich erneut auf. Der Schwarzwert wirkt im Praxisbetrieb aber ganz solide und auch als Bond am verkohlten Holzbalken lehnt, erkennen wir eine gute Schwarz-/Graudifferenzierung und sogar eine recht gute Differenzierung der Dachlatten im Hintergrund. Bildrauschen ist stellenweise zu sehen, hält sich aber recht gut in Grenzen. Bei der Verfolgungsjagd zeigt der TV erneut eine recht solide Bewegungswiedergabe und auch Bewegungsschärfe. Hier fällt das Manko der nicht ganz perfekten 24p-Darstellung weniger auf. Damit es auffällt, müssen schon kontinuierliche Kamerafahrten, wie bei den Kranauflegern bei der Baustelle, erfolgen. Weniger geschulte Augen können davon sogar verschont bleiben. Insgesamt eine solide Performance mit kleinen Schwächen.

MEDIONS „Movie Sense“ Frame-Interpolationstechnologie verrichtet bezüglich eines geschmeidigen Bildes sehr gute Arbeit. Nicht alllzu schnelle Kamerafahrten wirken sehr flüssig und ruckelfrei und das gesamte Bild wirk glatter und weniger rauschbehaftet. Dadurch wirkt natürlich auch alles etwas digitaler und bringt nicht mehr den Film-Look rüber, der von Kino-Enthusiasten bevorzugt wird. Ein zweiter Nachteil sind flinke Bewegungen und Kamerafahrten. Bei den vorhin angesprochenen Armbewegungen der Zuschauer sind vereinzelt Nachzieheffekte an den Kanten und kurzes Zittern bei zugeschalteter Zwischenbildberechnung zu sehen, auch die flotte Kamerafahrt hin zu James Bond am Holzbalken geht mit Instabilität im Bild einher. Wie so oft ist die Frame-Interpolation ein zweischneidiges Schwert, von uns als Filmfans kann sie nur bedingt empfohlen werden.

Die Wandlung von 2D in 3D wird beim X18017 über das Menü aktiviert. Unter Bild finden sich die 3D-Einstellungen, dort kann dann „Virtuelles 3D“ auf Niedrig/Mittel/Hoch gesetzt werden, was einer Veränderung der Tiefenschärfe entspricht – wir wählen die mittlere Stufe. Die Qualität der Wandlung selbst ist nicht zu kritisieren. Gegenüber dem 2D-Betrieb verliert die 3D-Wandlung nicht an Bildstabilität oder Schärfe. Dank des UltraHD-Panels bleibt die volle Detail- und Kantenschärfe des FullHD-Bildes erhalten, da die zwei FullHD-Bilder gleichzeitig nativ angezeigt werden können. Wichtig ist, recht zentral vor dem TV zu sitzen, da sonst Geisterbilder verstärkt auftreten, die sonst eigentlich nicht bemerkbar sind. Farbverfälschungen treten bei zu starker Kopfneigung auf, ein leichtes Anwinkeln des Kopfes stellt aber kein Problem dar.

Blu-ray 3D nativ, Avatar, 1080p24

Auch im nativen 3D-Betrieb macht der MEDION einen guten Eindruck. Sehr plastisch und räumlich wirken verschiedene Einstellungen und Szenen in den ersten Kapiteln von Avatar. Zu Beginn beim Fox-Logo ist kurz Ghosting zu sehen, im Film selbst fällt dies dann kaum auf. Wer empfindlich ist oder genau hinsieht, wird trotz der passiven 3D-Variante besonders in hintergründigen Bereichen Geisterbilder entdecken. Massiv störend ist dies aber nicht. Bewegungen, auch der schnelleren Art, bleiben weitgehend ruhig und weisen keine Artefakte auf. Die Farbgebung entspricht in etwa dem 2D-Betrieb und wirkt nicht absolut authentisch, aber auch nicht überzogen sondern noch natürlich. Dank der Beibehaltung der beiden Bilder in voller FullHD-Auflösung wird eine ausgezeichnete Detail- und Kantenschärfe geboten. An vereinzelten, schnell bewegten Kanten kann es kurrzeittig zu leichten Unruhen kommen, die aber nicht zu einem gänzlich unangenehmen Bildeindruck führen. Der Kontrast macht einen soliden Eindruck, wenn auch nicht alle Details, besonders in dunklen Bildbereichen, erfasst werden können. Insgesamt bietet der MEDION X18017 im 3D-Betrieb eine sehr gute Leistung für das aufgerufene Preisgefüge in 65 Zoll, auch wenn ähnliche Schwächen wie im 2D-Betrieb festzustellen sind.

UHD-Material nativ

Unseren kurzen 4K Demo-Clip gibt der MEDION TV mit herausragender Schärfe und dynamischer Farbgebung wieder. Kamerafahrten gelingen bei 30 Bildern pro Sekunde angenehm ruhig und flüssig. Nicht ganz frei ist das Panel von Bildrauschen, auch bei der UHD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln. Stellenweise macht es hier den Eindruck, als würde das Bildprocessing nicht ganz hinterherkommen. Um die kleinen Pixelwölkchen auszumachen, muss man aber schon genau hinsehen. Die Kanten- und Detailschärfe ist natürlich exzelllent und kommt bei der pixelgenauen Abbildung des hochwertigen UHD-Materials klar am besten heraus. Einen größeren Farbraum als der Standard HD rec.709 kann zwar weder unser Material noch der MEDION TV (da kein HDMI 2.0) bieten, die Farben wirken aber dennoch dynamisch und ausdrucksstark. Die Plastizität und der räumliche Eindruck gewinnen nochmal gegenüber dem FullHD-Betrieb.

DVD, Star Wars Episode III – Die Rache der Sith, Upconversion 576i Filmmaterial

Das schwache SD-Signal muss auf die UltraHD-Auflösung des MEDION TVs schon massiv hochskaliert und natürlich auch noch deinterlaced werden. Das macht sich bei der gelben Laufschrift, die in den ersten Sekunden des ersten Kapitels nach hinten abläuft, in Artefakten wie Treppenstufenbildung und Kantenzittern bemerkbar. Das Bild wirkt dadurch etwas unruhig. Beim schwarzen Sternenhimmel, der durchaus mit einer Vielzahl von Sternen durchzogen ist, zeigt sich die etwas inhomogene Helligkeitsausleuchtung. Dennoch wird das sehen mit dem LIFEX18017 nicht direkt unangenehm, mit gewissen Einschränkungen muss man bei einer Auflösung von 3840×2160 am Display und der Auflösung von 720×576 des Quellsignals schlichtweg leben. Der Sternzerstörer, bei dem lediglich beim Kameraschwenk ein Zittern der oberen diagonalen Kante zu sehen ist, steht recht plastisch im Raum und auch beim Abknicken der beiden Raumjäger kommen die verschiedenen Ebenen der Belagerungsschiffe über Coruscant gut heraus. Schnelle Bewegungen im Kampfgeschehen gehen alllerdings mit etwas instabilen Kanten und einem nicht ganz so ruhig erscheinenden Bildeindruck einher. Die Detailschärfe bei den Nahaufnahmen der beiden Jedi-Ritter gelingt trotz der niedrigen Auflösungen sehr gut. So gut eben möglich werden hier Strukturen und Nuancen herausgearbeitet. Die Farbgebung im Kino-Modus ist minimal kühl, aber insgesamt gesehen recht stimmig.

DVD, AVEC Professional TEST DVD, Upconversion 576i Videomaterial

Die Laufschriften vor verschieden farbigem Hintergrund in verschiedenen Geschwindigkeiten schlägt sich der TV recht ordentlich. Kantenzittern und leichte Nachzieheffekte sind sichtbar, auch die Farbtrennung gelingt nicht perfekt, alle Geschwindigkeiten der Schrift sind aber gut ablesbar. Das Schwingende Pendel zeigt durchweg Nachzieheffekte, auch die farbigen Balken sind im oberen Bereich nicht mehr ganz eindeutig differenzierbar. Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht wenn das Pendel darüber fährt, nicht stabil. Bei den Aufnahmen der Stadt Esslingen merkt man schon, dass hier massives Processing notwendig ist, um die 576i Auflösung auf die Pixelzahl des Displays von 3840 x 2160 zu bringen. Scalingrauschen an den Hausdächern ist recht ausgeprägt und auch Pixelwölkchen bilden sich. Die Farben wirken etwas zu lebendig, aber nicht überzogen.

Tuner DVB-S/DVB-C

Beim UHD-TV müssen wie Blu-rays auch die HD-Programme auf die hohe Auflösung hochskaliert werden. Die öffentlich-rechtlichen Sender strahlen in 720p aus – um das Signal auf 3840 x 2160 Pixeln zu bringen, ist schon solide Rechenleistung erforderlich. Der X18017 verrichtet hier recht ordentliche Arbeit, alllerdings sind kleine Pixelwolkenbildung und kleinere Artefakte sichtbar. Besonders bei Kamerafahrten oder Bewegungen von Objekten, je höher die Geschwindigkeit desto ausgeprägter, sieht man die Problematik. Das Bild bleibt aber weitgehend angenehm und stabil, die Rauschunterdrückung und sonstige Bildoptimierer sollte man deaktiviert lassen. Je höher das zugrunde liegende Material ist, desto besser ist natürlich auch das Ergebnis. Die Plastizität und der räumliche Eindruck sind gut, auch die Farbgebung gefällt. Im SD-Betrieb, bei der die geringe Auflösung von 720×576 Pixeln auf UHD skaliert und deinterlaced werden muss, bietet der MEDION ein positives Ergebnis. Natürlich ist das Bildrauschen noch ausgeprägter und Artefakte wie Treppenstufen und Pixelwolkenbildung erkennbar, insgesamt hält es sich – bedenkt man den großen Auflösungsunterschied – aber in Grenzen und ein angenehmes, stabiles Bild mit nicht ganz so dynamischer, aber immer noch ansprechender Farbgebung, begeistert.

Klang

Die akustische Performance des MEDION TVs kann im Alltagsbetrieb problemlos überzeugen. Bei Sprach- und Dialoglastigen Sendungen bietet er gute Sprachqualität und kann auch größere Wohnzimmer mit solidem Pegel beschallen. Ein Durschlagen der kompakten Woofer oder Verzerrungen sind erst bei überdurchschnittlichem Pegel erkennbar. Auch ein eher metallischer Einschlag, der bei Flachbildschirmen häufig zu finden ist, drängt sich nicht in den Vordergrund. Bei der Wiedergabe von Filmton sind die Schwächen selbstverständlich schneller zu hören. Die Räumlichkeit lässt zu Wünschen übrig und auch bezügliches des Volumens ist das TV-Gerät eingeschränkt. Wer aber nur ab und zu mal eine DVD einlegt, kann durchaus mit dem X18017 zufrieden sein. Bei eingeschaltetem Raumklang wirkt die Bühne etwas breiter und man fühlt sich mehr im Geschehen. Bei  Talkshows und im alltäglichen TV-Betrieb sollte man den Surround Modus aber deaktiviert lassen. Insgesamt eine solide Audio-Performance ohne klare Schwächen.

Konkurrenzvergleich

Den MEDION LIFE X18017 mit UltraHD-Geräten zu vergleichen, die bei uns bereits im Testbetrieb waren, fällt nicht allzu leicht. Besonders, weil sich das MEDION-Display dann mit Größen wie dem Sony X9, dem Panasonic WT600 oder dem Samsung F9090 sowie dem brandaktuellen Curved UHD HU8590 messen muss. Visuell spielen die genannten Geräte absolut an der Spitze, ob es sich nun um die Wiedergabe von nativem UHD-Material, FullHD oder 3D-Filmen handelt. Ganz auf diesem Niveau kann der MEDION-Vertreter einfach nicht mithalten. Er bietet zwar eine solide Performance im Alltag und – vom Gamma mal abgesehen – ganz ordentliche Ergebnisse im Display Basic Check, dem überragenden Bild-Processing der Flaggschiffe muss er sich aber geschlagen geben. Dennoch hinkt der Vergleich, am Preis! Bis zu 2.000 EUR ist der X18017 nämlich billiger als seine Konkurrenten. Und dafür bietet er neben der guten visuellen Eigenschaften eine ausgezeichnete Ausstattung, wenn auch das Fehlen von HDMI 2.0 ein offensichtlicher Nachteil ist. Optisch sind vor allem aufgrund der Bautiefe die anderen Geräte schicker, auch die Detailverarbeitung ist nicht durchgehend auf Top-Niveau – der Aufbau gegenüber allen bisher getesteten TVs komplizierter. Wer höchsten Wert auf authentische und kompromisslose Filmreproduktion legt, ist nicht unbedingt Zielgruppe des MEDION TVs. Zumal muss man hier bedenken, dass der X18017 zwar im UHD-Bereich einer der günstigsten ist, man für 2500 EUR aber ein FullHD-Topmodell ergattern kann. Großes Bild für kleines Geld ist das Credo, der X18017 packt mit der UHD-Auflösung noch moderne Technologie obendrauf – dass man hier Kompromisse eingehen muss, sollte klar sein.

Fazit

Medion X18017 Front Seitlich1

Großes Bild für kleines Geld – damit lässt sich der MEDION LIFE X18017 treffend beschreiben. 65 Zoll Bilddiagonale mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten für gerade einmal 2500 EUR sind schon ein Wort. Schaut man sich hier bei Konkurrenten um, muss deutlich mehr auf die Ladentheke gelegt werden. Eine klare Kaufempfehlung können wir aber nur demjenigen aussprechen, der eine große Bilddiagonale will und gleichzeitig beim UHD-Hype (fast) von Beginn an mitspielen möchte. Bei Blu-ray 2D und 3D bietet der MEDION eine sehr solide Alltags-Performance, einem Filmenthusiasten wird dies aber nicht vollends genügen, zumal kleine Schwächen noch sichtbar sind. Auch die Upconversion und der Tuner liefern gute Ergebnisse, es ist aber noch Potential nach oben. Im passiven 3D-Betrieb profitiert man stark von der hohen UHD-Auflösung, da die volle Auflösung möglich ist und kaum Detaileinbußen in Kauf genommen werden müssen. Sehr gute Ergebnisse erzielt der MEDION beim Handling. Das Menü ist optisch nicht das schickste, aber sehr übersichtlich und reaktionsschnell. Auch an Multimedia-Features mangelt es nicht.

MEDION LIFE X18017 – Großes Bild zum kleinen Preis
sehrgut
14.04.2014

+ Sehr günstiger Preis
+ Solide Ergebnisse für den Alltagsbetrieb
+ FullHD 3D passiv
+ Übersichtliches Menü

– kein HDMI 2.0
– Aufbau
– Bautiefe

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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