TEST mit Display Basic Check: Sony Ultra HD-TV KD-65X9005

Mit dem Exklusiv-Preview im Juni und dem Special mit Display Basic Check ist über den Sony KD-65X9005 bereits umfangreich berichtet worden. Jetzt folgt endlich unser abschließender Test mit endgültigen Eindrücken und genauerer Betrachtung sämtlicher Ausstattungsmerkmale. Am Preis hat sich bereits in der kurzen Zeit von mittlerweile etwa 5 Monaten einiges getan. Musste man zu Zeiten unseres Previews noch um die 7000 EUR für den X9 berappen, liegt der UVP nun bei deutlich freundlicher wirkenden 4.499 EUR. Auch der Versand und die Installation in den eigenen vier Wänden sind bei dem Preis integriert.

Dass es sich beim X9 um Sonys Flaggschiff mit UltraHD-Auflösung handelt, brauchen wir wohl nicht erneut zu erwähnen. Der japanische Hersteller hat aber nicht nur ein Display mit vierfacher Full HD-Auflösung in das Gerät gepackt sondern natürlich auch sämtliche modernen Technologien und Features. So bietet der X9 auch Triluminos Display und kann – sofern gewünscht – einen erweiterten Farbraum. Umfangreiche Informationen über Triluminos können Sie im Test des Sony KDL-55W905 im Bereich der Bildwertung nachlesen. Von besonderer Wichtigkeit auch die Integration des 4K X-Reality Pro Bildprozessors. Da momentan für den Consumer nur sehr begrenzte Möglichkeiten bestehen, natives 4K-Material am TV anzuzeigen, ist ein hochwertiges Upscaling von Inhalten in niedrigerer Auflösung unerlässlich. Durch fortschrittliche Algorithmen und einer umfangreichen Datenbank, durch die verschiedene Vorgehensweisen und Methoden beim Mastering einer Blu-ray erkannt und bei der Upconversion berücksichtigt werden können (sehr vereinfacht dargestellt), bietet der Sony ein sehr sauberes, scharfes und detailreiches Bild auch von HD-Material.

Die etwas gewöhnungsbedürftige Optik ist auf die seitlich fest montierten Ferrofluid-Lautsprecher zurückzuführen, die für einen Flachbildschirm überdurchschnittlich hohe Audio-Performance bieten.

Kreisrunder Standfuß, eines der Erkennungszeichen des aktuellen Sony-Designs

Rückseite des Standfußes

Rundum solide Verarbeitungsqualität

Seitlich angebrachte TV-Lautsprecher

Auch an der Rückseite im unteren Bereich sind Lautsprecherchassis integriert

Rückseite des X9

Optisch tritt der X9 etwas gewöhnungsbedürftig auf. Das liegt daran, dass man es im Zeitalter schmaler Rahmen nicht mehr gewohnt ist, dass links und rechts zwei Lautsprecher angebracht sind, wie es beim X9 der Fall ist. Sony gibt sich auch bewusst keine Mühe, die Chassis komplett zu verbergen, sondern sie werden als Teil des Gesamtdesigns aufgefasst und entsprechend integriert. Zumindest weiß man optisch direkt, dass man es mit einem X9 und nicht mit einem W9 zu tun hat. Auch der andere Teil des Rahmendesigns ist beim X9 anders. Der schicke kreisförmige Chromfuß hingegen eint beide TV-Baureihen, wir kennen ihn bereits vom W9. Der Standfuß ist essentieller Bestandteil des Intelligent Core. Der Verzicht auf Status-LEDs und die Integration sämtlicher Sensoren im Sony-Logo erzeugt ein sehr sauberes und elegant wirkendes Gesamtkonzept. Trotz der offensichtlichen Abweichungen tritt der X9 im aktuellen Quartz-Design auf, wenn auch der grünlische Schimmer an den Kanten fehlt.

Konventionelle Fernbedienung

Zweitfernbedienung mit integriertem NFC-Chip

Mitgeliefert werden 2 Fernbedienungen, davon eine kompakte, sehr schmale mit NFC-Funktion. Zusammen mit einem entsprechend kompatiblen Smartphone wie z.B. dem Xperia Z kann hier beispielsweise komfortabel und schnell Screen Mirroring erfolgen. Hierbei wird der Inhalt des Smartphone-Displays ohne weitere Komplikationen zum TV geschickt. Dafür berührt man lediglich das NFC-kompatible Smartphone mit der Rückseite der kompakten Fernbedienung. Verarbeitungstechnisch ist die kleine Fernbedienung von eher einfacher Machart, nimmt optisch aber das Gestaltungsthema des Sony 2013er Quarz-Designs auf.

Die zweite, größere Hauptfernbedienung ist übersichtlich gehalten, der Kontrast der überwiegend schwarzen Tasten zum schwarzen Gehäuse ist aber gering. Auch könnte man fordern, dass man sich in dieser Preisklasse bezüglich der Fernbedienung etwas mehr einfallen lässt – die Fernbedienung ist zu den anderen Sony TV-Serien sehr ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Das Navigationskreuz ist zentral untergebracht und ausreichend groß dimensioniert. Farblich in Sony-typischem Blau gehalten, findet sich hier auch die Home-Taste, eine weitere blaue Taste ermöglicht den direkten Zugang zum Sony Entertainment Network (SEN). Der Hauptfernbedienung fehlt eine Beleuchtungsmöglichkeit, wie sie z.B. Samsung in den großen Serien anbietet. Die gute Idee von Philips, für einfaches Handling der Netzwerk- und Internetfunktionen eine komplette Tastatur auf die Rückseite der FB zu integrieren, findet bei Sony derzeit keine Nachahmung.

Vier 3D-Brillen liegen dem X9 bei

Geringes Gewicht und hoher Tragekomfort zeichnen die Brillen aus

TDG-500P in der „Rückenansicht“

Die beiliegenden 3D-Brillen zeichnen sich besonders durch ihr geringes Gewicht aus. Gestell inklusive Bügel und Scharniere bestehen komplett aus Kunststoff, sind aber solide gearbeitet. Die passiven Brillen sind nicht großartig gegen externen Lichteinfall geschirmt, allerdings sollte man 3D-Inhalte ohnehin lieber im Dunklen genießen.

Setup & Menü

Natürlich bietet der X9 einen Einrichtungs-Assistenten

Die One-Touch-Fernbedienung wird direkt nach der Sprachwahl registriert

Klangoptimierung je nach Aufstellungsart

Ein automatischer Suchlauf wird durchgeführt

Anzeige während des Suchlaufs

Aktivieren ausgewählter Features

Hinweis auf weitere Funktionen des TV-Gerätes

Bei der ersten Inbetriebnahme startet sich der automatische Einstellungsassistent. Hier wird direkt nach der Sprachwahl die zweite Fernbedienung mit dem TV-Gerät verbunden. Dieser Vorgang muss übrigens auch bei jedem Smartphone oder Tablet, das als Steuerungsgerät des Sony TVs dienen soll, wiederholt werden. Danach werden einige essentielle Einstellungen wie der Standort des TVs vorgenommen sowie ein automatischer Sendersuchlauf durchgeführt. Dies kann sowohl für DVB-S als auch Kabel und Terrestrischen Empfang erfolgen, auch lässt sich der Suchlauf direkt auf (z. B.) digitale Programme beschränken. Nach dem Suchlauf können noch besondere Features wie das „Schnelle(s) Zappen“ aktiviert und der Fernseher mit dem Internet verbunden werden.

Home-Menü des Sony TVs

Anwendungen, darunter verschiedene Netzwerk-Features

Bild-Settings

Szenen-Auswahl

Audio-Einstellungen

Das Home-Menü hat Sony etwas überarbeitet, so erscheinen nun kleine grafische Icons beim jeweiligen Menüpunkt und die grafische Benutzeroberfläche sieht nicht mehr ganz so karg aus. Der grundsätzlich schlichte und übersichtliche Schwarz-/Weiß-Kontrast bleibt aber erhalten und nach der Auswahl eines Punktes findet man sich in der schlichten Menü-Ansicht früherer Sony-Geräte wieder. Die Navigation durch die einzelnen Menüpunkte und Submenüs gelingt flink und reaktionsschnell. Selbst im Portal-Bereich oder bei anderen Netzwerk-Features reagiert der Sony nie träge oder hinkt hinterher.

Netzwerk & Multimedia-Features

Sonys umfangreiches Portfolio an Netzwerk-Features sind auch im X9 integriert

Auf die verschiedenen Netzwerk-Funktionen greift man entweder aus dem Home-Menü oder direkt mit der SEN- (Sony Entertainment Network) Taste auf der Fernbedienung zu. Hier stehen zunächst einmal mit Video Unlimited und Music Unlimited die mittlerweile bereits bekannten Cloud Services von Sony zur Verfügung.

Der Video Unlimited Service bietet populäre Filme in SD- und HD-Qualität zum Streaming an. Music Unlimited ermöglicht in Kombination mit einem Premium-Abo Zugriff auf eine große Auswahl an Musiktiteln. Zudem kann man bereits erworbene Titel in „Music Unlimited“ hochladen und den Service so als eigenen Cloudserver verwenden. Die eigene Musik lässt sich dann, genau wie die anderen Titel, auf jedem Gerät mit Zugriff auf Music Unlimited, genießen.

Natürlich hat der Sony auch ein komplettes Smart TV-Portal an Bord, inklusive vieler Applikationen aus allen Bereichen. Dazu zählen Social-Media, News, Internetradio und verschiedene Mediatheken. Auch die kostenpflichtige Ditigal Concert Hall der Berliner Philharmoniker ist wieder dabei. Skype kann ebenfalls genutzt werden, hier ist aber wie bei den Full HD-Modellen eine zusätzliche optionale Kamera notwendig.

DLNA-Streaming beherrscht der W8 auch, hier werden JPEG und MPO 3D-Bilder wiedergegeben, im Musikbetrieb gelingt hier MP3, PCM, WMA. An Videoformaten unterstützt der W8 MPEG, AVHCD, MP4, MKV, DiVX, WMV und MOV.

Registrierung des TV-Gerätes mit der TV SideView-App

Festlegen der Sender im EPG

Auch bei Facebook kann man sich anmelden

Die Registrierung des Smartphones/Tablets mit dem TV-Gerät wurde mit der aktuellen App-Version ein Stück vereinfacht. Bei Anwahl des Sony Fernsehers mit der App erscheint ein vierstelliger Registrierungscode am TV. Nach dessen Eingabe kann der TV mit der App bedient werden. Vorher wird die Kanalliste aktualisiert und man kann individuell festlegen, welche Sender im Programmführer erscheinen sollen. Außerdem kann man sich nun direkt in der App bei Facebook anmelden, um seine Meinung über eine bestimmte Sendung kund zu tun oder auf Programminhalte zu verweisen.

Menü-Auswahl

Programmführer

Fernbedienung

Anwahl der Netzwerkfunktionen direkt mit der TV SideView App

Auswahl eines DLNA-Servers

Hier: Foto-Streaming

i-Manual

Ist die Applikation eingerichtet, kann man in einer seitlichen Menüansicht die verschiedenen Punkte anwählen. Darunter befindet sich der übersichtliche und mit zusätzlichen Informationen versehene Programmführer. Natürlich gibt es auch eine Fernbedienung mit dem selben Funktionsumfang wie die traditionelle, beiliegende FB. Auch das i-Manual kann man direkt auf dem Smartphone/Tablet abrufen. Auch Netzwerk-Features lassen sich mit der App nutzen und bedienen. Quasi identisch zur direkten Nutzung am TV wird ein DLNA-Server und die jeweilige Kategorie ausgewählt. Nach einem Klick auf die gewünschte Datei wird diese am großen Display angezeigt. Auch hier geht die Navigation und Steuerung, eine gute Netzwerkverbindung vorausgesetzt, problemlos und flott von der Hand.

Bild

Display Basic Check powered by

Voreingestellt ist der Sony TV in der Szene “Allgemein” mit dem Bildfeld “Standard”. Da die Farbgebung bereits auf den ersten Blick zu kühl erscheint, müssen wir uns nach einem passenderen Bildmodus umsehen. Zunächst sucht man sich beim Sony mit der Optionstaste und dem Unterpunkt „Szenenwahl“ eine Szene aus. Hier kommt eigentlich nur Kino in Frage, sämtliche anderen Szenen sind ebenfalls zu kühl. Eine weitere, sinnvolle Wahlmöglichkeit ist „Autom. (24p-Syn.)“, hier bleibt das Bild im Modus „Standard“, sobald aber 24p zugespielt wird, schaltet der TV automatisch auf „Kino“ um. Innerhalb dieser Szene kann man noch zwischen den beiden Bild-Modi „Kino 1“ und „Kino 2“ wählen. Kino 1 ist für Raumumgebungen mit wenig Restlicht, Kino 2 dient einem authentischen Bild trotz hellerer Umgebung. Die Farbtemperatur wird innerhalb des Kino-Modus stets auf Warm 2 eingestellt. Dies sollte man auch so belassen, da Warm 1 bereits zu kühl ist. Ansonsten sind in der Kino-Szene die meisten dynamischen Bildoptimierer bereits deaktiviert. Motionflow, also die Frame-Interpolation, steht auf Echtes Kino und wird von uns für die Messungen aber komplett deaktiviert. Gamma ist auf den Wert -2 voreingestellt – was dies bewirkt, müssen wir in der Messung feststellen.

Nachdem wir uns für ein Bildfeld entschieden haben, können wir mit dem PLUGE Testbild starten. Hier können wir anhand verschiedener Balken bis hin zu Unterschwarz feststellen, ob die Helligkeit perfekt eingestellt ist, außerdem lässt sich hier schon mal recht gut abschätzen, wie die Helligkeitsverteilung des X9 ausfällt. Zunächst zur Helligkeitseinstellung: Der mittlereWert 50 erzielt hier ein perfektes Ergebnis. Die Abstufung ist fein, dennoch sieht man beim Wert 51 bereits die äußeren Unterschwarzbalken minimal, ab 50 verschwinden diese. Man muss allerdings etwas auf den Blickwinkel aufpassen – schon bei nicht allzu stark ausfallenden Abweichungen von der Mitte fällt die Helligkeitswahrnehmung unterschiedlich aus. Exzellent auch die Helligkeitsverteilung. Hier können wir den Eindruck aus unserem Exklusiv-Preview vom 13. Juni absolut bestätigen. Zwar sind ganz vereinzelt flächige Stellen minimal heller als andere, wirkliche Hot Spots gibt es aber nicht und so fallen die angesprochenen Unterschiede, selbst bei ganz schwarzem Bildschirm, kaum auf. Auch der harte Kontrast zwischen den mittleren hellen Balken und dem Schwarz am Rand verursacht keine Halos oder sonstige unschöne Ausprägungen.

Bei den Reverse Grey Ramps & Steps bietet der Sony ebenfalls eine sehr gute Performance, Clipping ist nicht zu entdecken. Selbst im Überweiß und Unterschwarz macht er eine solide Figur. Ungewünschte Farbstiche, die bei diesem Testbild auch manchmal zum Vorschein kommen, sehen wir nicht. Beim Aufruf des Overscan-Testbildes erkennen wir erfreut, dass der Overscan bereits deaktiviert und eine native Darstellung des FullHD-Bildes gegeben ist – bei Sony-Geräten früherer Generationen mussten hier häufig noch weitere Schritte unternommen werden. Bezüglich der Bildschärfe ist der Sony bereits sehr gut voreingestellt. Dennoch ist der Sony einer der wenigen TVs, bei denen wir Schärfe-Fanatikern durchaus empfehlen können, bei FullHD-Material noch ein paar Schritte (maximal ~5) nach oben zu gehen, da die Justierung sehr fein gestaffelt ist. Über einem Wert von 55 wird dann aber Ringing um die Kanten sichtbar.

Unglaublich – perfektes Gamma beim X9

Auch der Gammapunkt beweist die exzellenten Fähigkeiten

Ausgezeichnet wird der Weißpunkt getroffen, bei der Einhaltung des REC-709 Farbraums ist noch etwas Luft nach oben

Solide Gleichmäßigkeit bei der Farbtemperatur – das Bild ist bei allen Helligkeitsstufen minimal zu kühl, aber lediglich geringfügig

RGB Balance – hervorragend und auf dem Weg zur Perfektion

Farbhelligkeit

Übersicht 1

Übersicht 2

Übersicht 3

Der Sony zeigt sich im Display Basic Check mit bilanzierend exzellentem Ergebnis. Mit leichten Abweichungen bei Grün, Magenta und Blau bildet der Sony einen sehr soliden Farbraum mit Eckpunkten, die alle im Toleranzbereich liegen. Der Weißpunkt ist ebenfalls als sehr positiv zu werten. Zwar liegt er – im Zoom-Bereich erkennbar – minimal abseits vom absoluten Ideal, dafür aber über alle Helligkeitsbereiche hinweg beinahe auf einem einzigen, leicht nach links verschobenen Punkt. Auch bei der Gamut-Luminanz sind die Abweichungen der Farbhelligkeit zum Referenz-Weiß sehr klein. Am größten ist die Abweichung bei Magenta und Rot, im absoluten Diagramm gut zu sehen, aber selbst hier ist die Differenz eher gering.

Der Sony bietet die beste Gamma-Performance, die wir bisher in einem Display Basic Check attestieren konnten. Die Gammakurve verläuft quasi direkt mit dem Ideal und auch beim Gammapunkt sehen wir, dass hier in allen IRE-Bereichen beinahe identisch perfekt gearbeitet wird. Zusätzlich freut uns sehr, dass unser stetes Predigen bezüglich der korrekten Gamma-Einstellung von 2,4 endlich erhört wurde. Sony optimiert im Kino-Modus tatsächlich auf den Wert 2,4 – und schafft dies bravourös. Insgesamt landen wir bei einem Gammadurchschnitt von 2,42. Bei der Farbtemperatur erreicht der Sony nicht ganz die Bestwerte der anderen Disziplinen, aber ein immer noch solides Ergebnis mit einer leicht kühlen Neigung. Die RGB Balance ist aber wieder, wenn auch nicht 100% perfekt, auf absolut hohem Niveau. Die drei Linien laufen weitgehend parallel und liegen beinahe übereinander.

Video-EQ

Bildeinstellungen

Einstellungen für „Mastered in 4K“ – Blu-rays

Frame-Interpolation, Link zu den weiteren Einstellungen

Zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten

Zum Video-EQ – hier finden sich die Bildmodi Standard, Brillant und Anwender. Des Weiteren kann man die Normwerte wiederherstellen sowie Hintergrundlicht, Kontrast, Helligkeit, Farbe, Farbton, Farbtemperatur (Kalt, Neutral, Warm1, Warm2), Bildschärfe, dynamische Rauschunterdrückung, MPEG-Rauschunterdrückung, Pixel-Rauschunterdrückung, Reality Creation (Automatisch, Manuell, Aus), die Videobereichserkennung, die „Gleichmäßige Abstufung“, die Betriebsart der Frame Interpolationstechnologie MotionFlow (Standard, Weich, Echtes Kino, Impuls, Klar Plus, Klar, Aus) und den Filmmodus (Automatisch/Aus) einstellen. Nicht immer anwählbar ist der Parameter „Mastered in 4k“ – diese Einstellung steht nur bei 4k Material zur Verfügung. Im Submenü „Weitere Einstellungen“ finden sich: Schwarzkorrektur, Verb. Kontrastanhebung, Gammakorrektur, dynamische LED-Steuerung, der automatische Lichtbegrenzer, die Weiß-Betonung, die Farbbrillanz und der Weißabgleich. Zu letzterem ist folgendes zu sagen: Hier sind für Rot, Grün und Blau jeweils separat pro Primärfarbe die Gain- und Bias-Werte einstellbar. Wer z.B. den TV mittels CalMan kalibriert, wird dankbar für diese Möglichkeit sein, denn so kann man den Weißpunkt exakt festlegen, wenn ab Werk das Ergebnis nach Nachbesserung ruft. Dies werden zwar nur Bild-Perfektionisten bemerken und entsprechend nachbessern, aber umso besser, wenn es die Möglichkeit gibt. Weiter finden sich im Submenü „Erweiterte Einstellungen“ Regler für Detail- und Randverbesserung. Die Parameter Haut-Naturalisierung und Bevorzugte Anzeigeschwindigkeit sind nicht in jeder Betriebsart anwählbar.

Was leistet der X9 bei nativem 4k-Material?

Sony 4k Bildgenerator POP-FMPA1

Anschlüsse

Innenleben gesamt

Layout im Detail

Komplette Rückansicht

4K nativ

Damit wir die Bildqualität des X9 auch bei der hohen Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten nativ überprüfen können, hat uns Sony zusätzlich zum TV eine kleine schwarze Box mit der Aufschrift „Sony 4K Content Generator“ mitgeliefert. Diese kompakte Box bietet drei HDMI-Anschlüsse an der Rückseite sowie einen USB-Slot vorne – abgesehen davon erscheint das Gerät eher schlicht. Ob es in irgendeiner Weise mit der (zumindest in den USA) kommenden 4K-Streaming-Box verwandt ist oder gar einen Vorläufer dieser darstellt, vermögen wir nicht zu sagen. Der Anschluss des Content Generators an den TV läuft konventionell via HDMI ab, allerdings wird Ton und Video von der Box separat ausgegeben. Über einen HDMI-Slot läuft also das 4K-Signal, über einen zweiten das Tonsignal. Wie bereits erwähnt, präsentiert der 4K Content-Generator Bildinhalte mit 3840 x 2160 Pixeln am Display des X9. Die einzelnen Tracks und Trailer, die auf der integrierten Festplatte gespeichert sind, umfassen verschiedene Bildwiederholraten, von 24p bis 60 Hz. Zunächst deaktivieren wir MotionFlow, werden uns aber im Anschluss auch mal die Frame-Interpolation in 4K ansehen.

Wir starten durch mit „Another World“, ein von Sony produzierter Naturtrailer mit einer Bildwiederholrate von 24p. Daher schaltet sich der TV automatisch in den Kino-Modus und deaktiviert die Farbbrillianz. So gesehen wird die Farbauthentizität dem rec.709 HD-Farbraum entsprechen. Da 4K aber nicht nur eine höhere Auflösung, sondern auch einen größeren Farbraum bietet, werden wir in einem späteren Sample die Farbbrillianz aktivieren. Beeindruckende Bilder empfangen uns. Nachdem vor einem Wolken verhangenen Himmel sich die Sonne verabschiedet, wird ein Meer mit Wellenbildung gezeigt. Sehr geschmeidig und absolut zitterfrei verlaufen die Bewegungen ohne zugeschaltete Frame-Interpolation ab, gleichzeitig bleibt jedes Detail auf der Wasseroberfläche sichtbar. Blitzend wirken die Spiegelungen der Sonne, auch das Aufschäumen der Welle wirkt sehr fein strukturiert. Nach der kurz hintereinander ablaufenden Folge von Bildern eines Geckos und eines Wasserfalls wird uns eine dunkle Felsformation gezeigt. Auch hier ist das Bild extrem scharf und fein detailliert. In dunkler Umgebung wirken die Aufnahmen nicht ganz so sauber und aalglatt, hier schmuggelt sich ein wenig Rauschen ein. Hier können wir gleich anführen, dass es sich hier nur um unseren subjektiven Eindruck handelt, da wir das 4K Demo-Material nicht ausreichend kennen. Das eben angesprochene Bildrauschen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Produktion und Aufnahme zurückzuführen und nicht auf das TV-Gerät.

Weiter mit dem Another World-Trailer: Eine Nachtaufnahme in der Wüste mit ausdrucksstarkem Sternenhimmel gelingt besonders gut. Hier macht sich auch wieder die exzellente homogene Helligkeitsverteilung bemerkbar, trotz der EDGE LED Hintergrundbeleuchtung, so werden die Sterne sauber vom schwarzen Hintergrund ohne störende Halos getrennt gezeichnet. So begeistert der Sony X9 auch mit ausgezeichneten Kontrastwerten. In den folgenden Dschungelaufnahmen von Flora und Fauna kommen feinste Details, sei es an Gräsern, Moos oder Bäumen oder Tieren. In den roten Felsformationen oder dem darauf folgenden Sonnenuntergang mit spiegelnder Wasseroberfläche gefallen die Farbverläufe auch besonders gut, feinste Farbabstufungen sorgen hier für ein sehr dynamisch wirkendes Bild. Dennoch bleiben die Farben sehr natürlich und nicht überstrahlend, eine ausgezeichnete Performance.

Auch der After Earth-Trailer macht einen hervorragenden Eindruck – extrem scharf und detailreich wirken gleich die ersten Nahaufnahmen von Will und Jayden Smith. Als die beiden auf der Erdoberfläche „landen“ werden wir auch hier von überragender Detailstruktur empfangen. Die Bewegungsschärfe verschiedener durch die Luft bewegter Objekte gefällt ebenfalls ausgezeichnet. Stabil und ruckelfrei gelingen Kamerafahrten . Die Farbgebung wirkt etwas kühler, aber immer noch sehr dynamisch und lebendig. Bei Aktivierung der Farbbrillianz wirken die Farben heller und lebendiger, besonders am grünen Rasen im Fußballstadion eines Trailers des Fifa World Cup Japan und der roten Toyota-Bandenwerbung zu sehen. Bei der Zuschaltung der Frame-Interpolationstechnologie erweckt der Sony erneut Begeisterung in uns. In beiden von uns getesteten Modi „Echtes Kino“ und „Klar“ präsentiert der Sony ein sauberes und quasi artefaktefreies Bild. Bewegungen laufen extrem flüssig ab, selbst schnelles Hin+Her beim Fußball kann dann mit guter Bewegungsschärfe verfolgt werden. Lediglich sehr vereinzelt fällt geringfügig Kantenzittern auf, das Bild wirkt aber nie instabil oder unruhig und kann daher sehr angenehm mitverfolgt werden. In den folgenden Aufnahmen des World Heritage Tokyo werden mehr oder weniger Standbilder präsentiert, die von höchster Detail- und Kantenschärfe profitieren. Bei einem Blick auf einen japanischen Tempel im Wald können selbst bei der Panorama-Aufnahme einzelne Blätter an den Laubbäumen identifiziert werden. Der nächste Trailer zeigt die Wasserspiele im Bellagio bei Nacht. Hier beweist der Sony erneut den exzellenten Kontrast und die homogene Helligkeitsverteilung. Auf der sehr dunklen Wasseroberfläche lassen sich Strukturen der Wasserbewegung und des Windes noch sauber erkennen. Obwohl die angestrahlten Wasserfontänen sehr fein durch das Bild schießen, treten keine unschönen hellen Umrandungen bzw. Halos auf. Auch am höchsten Punkt des Luxus-Hotels in Las Vegas, auf der das Bellagio-Logo warm beleuchtet prangt, sind die Kanten klar definiert.

Enorme Farbbrillianz bietet der 4K-Trailer „Beautiful Sea“. Blumen und Wiesen in dynamisch leuchtenden, aber nicht zu unnatürlichen Farben prägen das Bild. Als es Unterwasser geht, präsentiert sich Fischvielfalt und Korallenriffe in ähnlicher Manier. Auch das flinke Umherschwirren der Fischschwärme wird stabil und zitterfrei präsentiert. Objektkanten einzelner Elemente im Bild bleiben stets sauber und glatt. Wenn wir auch aufgrund fehlenden, uns bekannten, 4K-Materials noch keine absolut endgültige Aussage treffen können, bietet der Sony unserer Meinung nach eine überragende Performance im UHD-Betrieb und mehr als ausreichend Potential, aus dem dann kommende UHD-Inhalte aus dem Vollen schöpfen können

Blu-ray

Nun haben wir mit den Testreihen begonnen – den Anfang macht die 3D-BD von Avatar. Die Leistungen im 3D Betrieb sind die besten, die wir bislang betrachten konnten. Man darf nur nicht extrem nahe (1 bis 1,5 Meter) an den TV heran gehen, dann stellt man Ghosting fest. Nimmt man einen normalen Betrachungsabstand ein, ist von Ghosting kaum etwas zu sehen, auch nicht in den hinteren Bildebenen. Beeindruckend ist auch: Obwohl am Aufstellungsort durchaus wahrnehmbarer externer Lichteinfall vorhanden war, konnte man das Bild kontrast- und detailreich verfolgen. Gleich zu Beginn kommt die kurze Kamerafahrt über die Planetenoberfläche von Pandora sehr gut heraus. Sie läuft ruckelfrei ab und der Betrachter bekommt viele Details der Vegetation zu sehen. Dann, Szenenwechsel. Sully erwacht im Langstreckenraumschiff aus dem Cryoschlaf und erinnert sich in kuren Rückblenden an den Tod des Bruders, der ursprünglich für die Mission Pandora vorgesehen war . Sein Bruder, ein Forscher, wurde aber bei einem Überfall getötet. Sully erinnert sich, wie seine sterblichen Überreste verbrannt werden und er nun die Mission Pandora erfüllt. Alle Bilder sind farbenprächtig und mit einem bestechenden Detailkontrast versehen. Mit der Farbtemperatur „Warm““ lassen sich farblich realistische Ergebnisse erzielen. Sehr stabil ist der X9 gegenüber Kopfbewegungen, die den 3D Effekt nicht abreißen lassen. Exzellent ist die Bewegungswiedergabe, schon ohne Motionflow (hier empfiehlt sich die Einstellung „Echtes Kino“ bei Filmmaterial. Aktiviert man Motionflow, so kann man nur beeindruckt sein vor der Rechenleistung des X9: Von 2k auf 4k hochrechnen und gleichzeitig die Zwischenbildberechnung für den Motion Flow-Modus, all dies ist kein Problem für den 4k TV. Die Hochleistungsengine hat einen eigenen Prozessorkern nur für das Hochrechnen von 4k, das macht sich offensichtlich bezahlt.

Der Innenraum des Langstreckenraumschiffs kommt mit exzellenter Tiefenwirkung heraus, Als der Schlitten mit Sully darauf aus der Cyro-Kabine fährt, weisen die Bewegungsabläufe keinerlei Mängel auf, kein Zittern an den Kanten, keine Ruckler in der Bewegung. Bis in die hintersten Ebenen ist das Bild enorm scharf und detailreich. Bei den Außenaufnahmen im All holt der X9 viele Sterne auf den Screen, das Schwarz wirkt, so weit wir das bislang beurteilen können, satt. Die Flugbahn des Raumschiffs wird sauber und ohne jede störende Artefaktebildung nachgezeichnet. Das Raumschiff steht stabil, die Großaufnahmen der Außenhaut zeigen jede Einzelheit, z.B. bei der Darstellung der großen Sonnensegel. Als das Kurzstreckenraumschiff bemannt und in Gang gesetzt wird, wird auch dessen Innenraum detailreich dargeboten. Der Flug durch die Atmosphäre von Pandora zeigt erneut die Fähigkeit des Sony, kleine Kontrastdetails und schnelle Bewegungsabläufe überragend zu präsentieren. Das Cockpit mit den beiden Piloten und den großen Displays wirkt ungemein realistisch. Rauschmuster können wir auch bei genauem Hinsehen keine erkennen. Farbverfälschungen oder Kontrast-Nachlassen ist im 3D Betrieb praktisch nicht festzustellen.

Die üppige, exotische Vegetation von Pandora lässt das Potential des X9 erneut aufblitzen. Wer gerade bei den Aufnahmen von Fauna und Flora besonders intensiv ins Geschehen eintauchen möchte, kann den Farbbrillanzregler für das Aktivieren des erweiterten Farbraums einsetzen. Dann wirkt die Amtosphäre auf der Planetenoberfläche nochmals intensiver, die Farben, besonders die Grüntöne, aber auch die Farbgebung z.B. der Flugsaurier, werden noch intensiver, ohne ins Unangenehme abzudriften. Auch, wenn gerade Bildexperten sicherlich nicht alle der Meinung sind, dass man Triluminos wirklich braucht (einige werden einen Eingriff in die natürliche Farbgestaltung des Masters sehen), so steigt doch der Erlebniseffekt an. Wer also richtig tief in den Film eintauchen möchte, kann hier durchaus den erweiterten Farbraum aktivieren. Der 3D Effekt wirkt jederzeit natürlich und ausgewogen. Alle Ebenen lassen sich sorgfältig unterscheiden, Bewegungen auch in den hinteren Bildebenen erscheinen natürlich und scharf. Der Gesamtkontrast ist erstklassig , störendes Überstrahlen kommt nicht vor.

Die enorme Rechenleistung hilft dem Sony TV auch bei der Konvertierung von 2D Bildern von einer BD, in unserem Falle Casino Royake (Madagaskar-Szene) in 3D. Dies gelingt dem X9 in einer Güte, die wir bislang kaum wahrnehmen durften. Anmerkung: Steht im 3D Menü (bei den Anzeigeeinstellungen zu finden) die Intensität des 3D-Effektes auf Mittel, sind die Ergebnisse sehr sauber, aber die Dreidimensionalität nimmt eher in subtilem Maße zu. Wir zögerten – wegen Detailverlusten und Ghosting – einen Moment, ob wir auch „Hoch“ umschalten sollen, dann machten wir die „Probe aufs Exempel“ – und sie gelang: Auch im Modus „Hoch“ gibt es kaum Ghosting und kaum Auflösungsverluste, wie wir sie gerade in den hohen Stufen oft von solchen Wandlungen her kennen. Der X9 stellt im Modus Hoch deutlich mehr Plastizität zur Verfügung und schafft, dass das gewandelte Bild zu 90 Prozent aussieht wie echtes, das heißt natives 3D Material. Die Kampfarena gleich zu Beginn wird mit sauberer Kamerafahrt und realistischen, dynamischen Farben gezeigt. Als die Zuschauerränge, in denen auch der gesuchte Bombenleger zu finden ist, gezeigt werden, fällt auf, wie überzeugend der X9 die verschiedenen Bildebenen durchmodelliert. Einzelheiten an Mungo und Schlange stellt der TV scharf und ohne störende Pixelbildung dar. Der X9 muss viel leisten bezüglich der erforderlichen Rechenoperationen – das merkt man dem Bild nie an, es erscheint immer sauber, klar, lebendig und facettenreich. Auch die Jagd auf der Großbaustelle steht in diesem Licht. Die Einschußlöcher auf der Windschutzscheibe des Radladers, mit dem 007 hinter dem Bombenleger her ist, sehen plastisch und realistisch aus. Der Kranausleger kurze Zeit später zeigt keine störenden Treppenstufenmuster und er flimmert auch nicht. Der kurze Kampf auf dem Kranausleger wird bewegungsstabil und scharf übermittelt. Der Showdown im Hof der Botschaft kommt wiederum mit dynamischer Tiefenstaffelung und gelungenem 3D Effekt heraus.

Wir bleiben bei 007, diesmal allerdings schauen wir uns den neusten James Bond-Film „Skyfall“ in 2D an, und zwar die Szene zu Beginn, die sich auf dem Grand Basar in Istanbul abspielt. Der X9 zeigt Kontraststärke, als der britische Doppelnullagent in die Wohnung mit den getöteten bzw. schwer verletzten Kollegen eindringt. Sei es die Struktur des Polstersessels oder das Muster von Bonds Kravatte, alles stellt der X9 sauber und fein detailliert dar. Die Struktur der Pflastersteine, als er die Treppe heruntereilt, ist klar erkennbar, trotz der Lichtbedingungen. Die kurz engeblendete MI6 Zentrale mit M vor den großen Monitoren an der gegenüberliegenden Wand zeigt eine großartige Detaillierung, das Bild wirkt deutlich facettenreicher als das 2D Bild, was die Güte der Konvertierung auf 4k verdeutlicht. Die räumliche Wirkung des Bildes ist ausgezeichnet, das sieht man beim Crash auf dem Markt, als Killer Patrice den Audi A5 Sportback aufs Dach legt. Die reifen Orangen, die auftauchen, als 007 aus seiner Deckung herauskommt, sehen plastisch, wie zum Anfassen, aus. Die nun kommende Verfolgungsjagd mit den Enduro-Maschinen ist scharf und überaus stabil. Bond und Patrice rasen über die Dächer des Grand Basar, wegspritzende Dachziegel werden klar präsentiert, die Ziegelstruktur der teils maroden Dächer zeigt nur geringfügig Flimmern. Als 007 mit Motorrad in der Halle landet, sind die Perserteppiche an der Wand, die dort feilgeboten werden, exakt erkennbar – eine tolle Bewegungsdarstellung tritt auf sensationelle Detailtreue. Es wird uns klar: Man muss kein natives 4k Material haben, um glücklich mit dem X9 zu werden – das, was er aus 2k BD-Quellen holt, ist schlichtweg überwältigend. Der große Caterpillar-Bagger auf dem Zug erscheint sehr authentisch, mit allen Gebrauchsspuren im Bereich der Schaufel. Die zwischenzeitlich erneut eingeblendete MI6 Zentrale in London wirkt „clean“ und scharf – aber es geht der von Fans geliebte Filmlook trotz aller Sauberkeit nicht verloren, ein gelungener Spagat.

Tuner

Wir sehen uns natürlich auch einmal die Qualitäten des Sonys bei der TV-Wiedergabe an. Zunächst starten wir mit den öffentlich-rechtlichen Sendern, die ihre Inhalte in 720p-Auflösung ausstrahlen. Trotz der Tatsache, dass die Auflösung mit 1280 x 720 Bildpunkten schon deutlich unter den UHD-Dimensionen beheimatet ist, liefert der Sony ein sehr scharfes und detailreiches Bild. Natürlich bleibt der Wow-Effekt, der sowohl bei 4K als auch sehr gutem Blu-ray Material auftritt, etwas außen vor, dennoch überzeugt der Sony bei hochwertigem TV-Programm mit einem sehr angenehmen und weitgehend artefaktefreien Bild. Im Standard-Modus sind die Farben etwas kühl, aber sehr dynamisch und satt. Ähnlich sieht es bei den privaten HD-Sendern aus, die ihre Programme in 1080i ausstrahlen. Die ausgezeichnete Plastizität wird auch von sehr guten Kontrastwerten unterstützt, so werden auch dunklere Bereiche des Bildes noch solide durchzeichnet. Beim Sony überzeugt also sowohl das Upscaling als auch das DeInterlacing.

Im SD-Betrieb sind wir mit 576 Bildzeilen natürlich schon sehr weit entfernt von der nativen UHD-Auflösung des Displays. Hier werden Unschärfen und Treppenstufen an Kanten natürlich schnell sichtbar. Dennoch bleibt der TV-Genuß relativ unanstrengend und angenehm. Das Bild wirkt ruhig, weitgehend sauber und kaum geplagt von wirklich störenden Artefakten wie massive Blöckchenbildung. Die Farben sind natürlich, wie auch schon bei Full HD-Displays etwas zurückgenommen, bleiben aber recht natürlich.

Klang

Audio-Einstellungen

Wichtig in Anbetracht der hochwertigen Lautsprecher ist das Tonmenü, das auch im Kontext mit der gerade aktuellen Szene zu sehen ist. Es finden sich bei automatischem Szenenmodus mit 24p Sync folgende Ton-Modi: Standard, Kino, Sport, Musik, Spiel und Komprimierter Ton. Es findet sich ferner ein schaltbarer Klangverstärker, ein Equalizer (Grafischer EQ, Bänder: 100 Hz, 200 Hz, 500 Hz, 1 kHz, 2 kHz, 5 kHz, 10 kHz), rechts von den Reglern kann man den EQ wieder auf die Normwerte zurück setzen. Es gibt des Weiteren die Option „Stimme hervorheben“ und die nicht in jeden Modus zur Verfügung stehende Klangverbesserung. Es folgen die Punkte „Fortschrittliche automatische Lautstärkeregelung“ und „Lautstärkeversatz“. Die letzten beiden Optionen: Der Balanceregler und das Zurücksetzen aller Einstellungen auf die Normwerte.

Auch im Praxisbetrieb weiß der X9 akustisch zu überzeugen. Auch, wenn kaum ein Besitzer in der Praxis – außer beim Lauschen der Tagesthemen oder des Heute-Journals – auf die eingebauten Lautsprecher zurück greifen dürfte, ist es beachtlich, zu welchen klanglichen Leistungen sie im Stande sind. Dies beginnt schon bei der Pegelfestigkeit. Sie liegt überraschend hoch, und selbst diese Lautstärken werden noch ohne größere Verzerrungen wiedergegeben. Die Räumlichkeit ist ebenfalls erstaunlich ausgeprägt, das zeigt sich beim Music Score der BDs ebenso wie beim Filmgeschehen mit teils massiven Effekten. Natürlich darf man im Bassbereich keine Wunder erwarten, aber es sind Bass-Ansätze spürbar. Stimmen präsentieren sich stets klar verständlich, sie sind überdies gut ins tonale Gesamtgeschehen eingearbeitet.

Konkurrenzvergleich

Abgesehen von dem hier im Testbericht ausführlich beleuchteten Sony KD-65X9005A konnten wir auch schon den Panasonic TX-L65WT600 sowie den Samsung UE65F9090 unter die Lupe nehmen. Bei allen TVs handelt es sich um EDGE LED LCD-Geräte, die dank mittlerweile sehr ausgefeilter Technik und hochwertiger Dimming-Technologie trotz der EDGE-Beleuchtung eine exzellente Helligkeitsverteilung und einen satten Schwarzwert bieten. Auch die übrigen Parameter für eine visuell hochperformante Leistung werden von den aktuellen 4K TVs erfüllt.

Die besten Messergebnisse aber bietet dennoch der Sony! Besonders der Weißpunkt und die Gamma-Performance ist phänomenal. Insgesamt ist die Farbtemperatur noch minimal zu kühl, out-of-the-box zeigt sich der Sony aber mit exzellenter RGB Balance und trifft den HD-Farbraum ausgezeichnet. Triluminos kann zwar einen erweiterten Farbraum bieten, die „Farbbrillianz“ kann aber problemlos deaktiviert werden. Enorm punkten kann der TV auch beim Upscaling und bietet hier selbst im Tuner-Betrieb eine hervorragende Leistung.

Bezüglich der Konnektivität macht dem Panasonic kaum einer etwas vor, da dieser nicht nur mit einem HDMI 2.0 entsprechenden HDMI-Slot daher kommt sondern sogar einen DisplayPort sein eigen nennt – damit sind schon jetzt deutlich höhere Bildwiederholraten bei der hohen 4K-Auflösung möglich. Bei Sony und Samsung soll es zwar ein Firmware-Update von HDMI 1.4 auf HDMI 2.0 geben, allerdings bleibt das nicht ganz ohne Folgen. Denn: die Hardware reicht für die hohe Datenrate nicht aus, weswegen beim Chroma Subsampling ein wenig getrickst wird. Wie und ob sich das im Praxisbetrieb bemerkbar macht, bleibt abzuwarten.

Zurückstecken muss sowohl der Sony als auch, wenn nicht ganz im identischen Umfang, der Samsung gegenüber Panasonics vollwertigem Twin Tuner. Dieser lässt nämlich auch das Mischen von Tunersignalen zu. So kann beispielsweise Tuner 1 mit DVB-S Signalen belegt sein und Tuner 2 als DVB-C Empfänger fungieren.

Preislich ist der Sony 65-Zöller auch noch der Günstigste – preiswerter als der Allrounder Samsung  F9090- für knapp 5000 EUR und dem Panasonic WT600 für knapp 6000 EUR. Somit bekommt der Kunde bestmögliche Bildgüte auch noch zum vergleichsweise kleinen Preis. 

Fazit

Der Sony KD-65X9005A präsentiert sich insbesondere als Meister der Upconversion und präsentiert Full HD-Material in der nativen Auflösung des Displays von 3840 x 2160 Bildpunkten in erstklassiger Güte. Selbst SD-Material mit nochmals deutlich weniger Zeilen stelllt der 65-Zöller angenehm stabil und in unerwarteter Feinheit dar. Natürlich bietet der Sony auch bei nativem 4K-Material exzellente visuelle Qualitäten mit maximaler Bildruhe und enormer Plastizität. Ebenso die 3D-Darstellung. Mit der passiven Polfiltertechnologie wird ein sehr harmonisches und natürliches Bild geboten, das dank UHD keinerlei Einbußen bei der Auflösung mit sich bringt. Bei den Messergebnissen zeigt der X9, abgesehen von lediglich minimalen Schwächen, eine überragende Leistung und trifft bei entsprechender Einstellung den HD-Farbraum genau. Mit Triluminos lässt sich der Wow-Effekt bezüglich der Farbsättigung noch steigern, Filmfans greifen dabei aber höchstens bei Animationstiteln zurück. Mit HDMI 2.0 kann der Sony leider noch nicht dienen. Allerdings soll es ein kostenloses Software-Update geben, mit dem die 4K-Übertragung – wenn auch mit möglichen Abstrichen – in höheren Bildwiederholraten möglich sein wird. Beim Tuner kann Sony wortwörtlich auch noch „einen“ drauflegen. Denn der Tuner überzeugt zwar mit exzellentem Bild, perfekt wäre aber die Integration eines Twin Tuners. Überdurchschnittlich dafür die akustische Demonstration. Die integrierten Ferrofluid-Lautsprecher können eine hochwertige Soundbar oder gar ein ausgewachsenes Surround-System keinesfalls ersetzen, bieten aber für einen Flachbildschirm enorme Performance. Dass der X9 unser höchstes Testurteil einheimst, liegt auch am für die Leistung absolut fairen Kaufpreis. 

Ob nativ oder hochskaliert, der Sony X9 setzt sich mit visueller Höchstperformance an die Klassenspitze der UltraHD-Geräte
masterpiece
Flachbildschirme Luxusklasse

+ Exzellentes, harmonisches 3D dank Polfilterbrille
+ Enorm natürliches Bild, Upscaling sehr detailreich und mit hoher Farbtreue sowie tollem Kontrast
+ TRILUMINOS steigert auf Wunsch den Bild-Erlebnisfaktor (muss aber nicht verwendet werden)
+ im Normal-Modus ohne Triluminos beste Messwerte von den hier aufgeführten 4K TVs
+ 4K Bildmaterial mit höchstmöglicher Bildruhe
+ Sehr guter Klang dank der Magnetic Fluid-Lautsprecher
+ Sehr guter Tuner mit scharfem, klarem Bild
+ Immerhin Software-Update auf HDMI 2.0 geplant

– Kein Doppeltuner
– Fernbedienungen nicht besonders hochwertig
– Optik nicht jedermanns Geschmack (fest an den Seiten befestigte Lautsprecher)

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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