TEST: Samsung UE55F9090 – Ultra HD-TV für 3.299 EUR

 samsung_ue55f9090_front_seitlich

Für 3.299 EUR ist der Samsung UHD-TV UE55F9090 zu erwerben. Von der Ausstattung her entspricht er dem größeren und bereits ausführlich getestete UE65F9090 für 4.800 EUR.  Daher verweisen wir bezüglich aller Details von Erstinstallation, Bedienung, Smart TV- und Multimedia-Funktionen auf den Test des UE65F9090 , möchten aber zumindest in Kurzfassung auch beim UE55F9090 auf die wichtigsten Features und Merkmale eingehen. Der TV weist die gängige UHD-Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln auf und arbeitet, auch das ist Standard, mit recht präzise ansteuerbaren EDGE-LEDs, die sich in den Ecken des Bildschirms befinden. Per Leiterbahnen wird das Licht hinter das Panel gebracht. 

Der Samsung hat einen Quad Core-Prozessor als Herzstück, der für alle Operationen genug Rechenleistung bereitstellen soll. Besonders wichtig ist Samsung ein akkurates Upscaling, denn 4K-Material ist derzeit noch sehr rar gesät. Wenn man keine 4K-Trailer auf USB oder auf dem PC 4K-Material hat, sieht es eher düster aus. Also ist es ein elementares Kaufargument, dass der UHD-TV in exzellenter Qualität z.B. Blu-rays auf die UHD-Auflösung des Panels hochskaliert. Um hier hohe Ziele zu erreichen, führt der F9090 ein aufwändiges Upscaling mit genauer Quellmaterial-Analyse durch. Schon beim UE65F9090 hat dies tadellos geklappt. Wir sind gespannt, ob auch der 55-Zöller hier überzeugen kann.

samsung_ue55f9090_3dbrille3 samsung_ue55f9090_3dbrille2 samsung_ue55f9090_3dbrille1

Kompakte, leichte aktive Shutterbrille

Natürlich ist der F9090 auch 3D-fähig. Dieses Feature ist mittlerweile etwas in den Hintergrund gerückt, gerade aufgrund der 4K-Thematik. Trotzdem wird die 3D-Funktion nach wie vor als Feature verbaut. Samsung setzt hier, wie bei allen Modellen, auf aktive Shutterbrillen. Das heißt, dass ein Bild mit voller Displayauflösung mit geringer Zeitverzögerung erst für das eine und dann für das andere Auge erstellt wird. Anders funktioniert es bei 4K-TVs mit passiven Shutterbrillen. Hier wird simultan ein FullHD-Bild für linkes und rechtes Auge erstellt. Samsung, LG und Philips setzen auf diese Technik, sowie Toshiba in den größeren 65- und 84-Zoll-Modellen. Panasonic, Samsung und der kleine 58-Zoll-Toshiba hingegen verwenden aktive Shutterbrillen. Aufgrund der technischen Voraussetzungen ermöglicht die passive Polfilterbrille ein besonders homogenes, gleichmäßiges Bild mit wenig Crosstalk. Aktive Shutterbrillen werden dann im Vorteil sein, wenn natives 4K-Material in 3D dargestellt werden soll, dann ist kein Auflösungsverlust vorhanden, da mit geringem Zeitversatz ein Bild für linkes und rechts Auge in voller Auflösung dargestellt wird. Bedingt durch den minimalen Zeitversatz beim Erstellen des Bildes für linkes und rechts Auge jedoch ist es prinzipiell so, dass TVs mit aktiven Shutterbrillen leichtes Flimmern zeigen und anfälliger für Crosstalk sind – soweit die Theorie. Die Praxis zeigt uns aber, dass hochwertige 3D-TVs mit aktiver Shutterbrillen-Technologie mittlerweile so gut und reaktionsschnell geworden sind, dass man kaum noch Flimmern, Flackern oder störenden Crosstalk beobachten kann. Hinzu kommt, dass die extrem leichten aktiven Shutterbrillen von Samsung (2 Stück im Lieferumfang enthalten) kaum während des Tragens stören. 

Spezialität des F9090 ist eine separate, sehr kompakte Anschlussbox (One-Connect-Box), die ihrerseits mit einem Kabel mit dem TV verbunden wird. Das ist z.B. dann praktisch, wenn der TV an der Wand befestigt wird. Vorbei ist dann die Zeit von Kabelkanälen mit großem Durchmesser – alle Quellen werden einfach mit der Anschlussbox verbunden. Dadurch, dass die Anschlussbox auch das HDMI-Board beherbergt, kann man einfach auf HDMI 2.0 upgraden, ohne das Display „anrühren“ zu müssen. 

Anschlussbox

Reichhaltige Anschlussauswahl

Apropos Anschlussbox – gleich drei USB-Terminals sind vorhanden, und diesen Anschlussmöglichkeiten ist durchaus eine hohe Bedeutung beizumessen: UHD-Material kann der F9090, wie schon erwähnt, über USB wiedergeben. Der TV hält des weiteren 4 x HDMI bereit. Natürlich ist WLAN integriert. Der TV ist ferner MHL-fähig.

Der TV ist zukunftssicher dank der Kompatibilität zu zukünftigen Smart Evolution Kits. 2013 kam die erste Variante des kleinen schwarzen Kästchens auf den Markt, das dafür sorgte, dass viele neue Hard- und Software-Features des Jahrgangs 2013 in die 7er, 8er- und 9er Baureihe des Jahres 2012 Einzug erhielten.

Menü-Screenshots:

samsung_ue55f9090_bild1

Video-EQ

samsung_ue55f9090_bild2

 Erweitere Bildeinstellungen: Regler z.B. für Hautton, Schwarzton, sowie ein RGB Only-Modus

samsung_ue55f9090_bild3

Vordefinierte Programme für die Farbtemperatur, Frame Interpolation (Motion Plus, sehr leistungsfähig)

samsung_ue55f9090_netzwerk

 Netzwerk-Menü

samsung_ue55f9090_smarthub1

 Smart TV-Portal – mit App-Empfehlungen

samsung_ue55f9090_smarthub2

Meine sozialen Netzwerke – auf eigener Übersichtsseite

samsung_ue55f9090_smarthub3

Eigene Medien

Der Samsung-TV besitzt einen Triple HD-Doppeltuner, der verschiedene Einsatz-Szenarien zulässt. So kann man z.B. ein DVB-S2-Programm aufzeichnen und ein anderes parallel anschauen. Oder man schaut auf dem TV ein Programm und streamt ein zweites zum Tablet. Oder man ist außer Haus und kann zwei parallele Sendungen aufzeichnen. Nicht möglich ist es beim F9090, Signale zu mischen, also einen DVB-C-Sender anzuschauen und einen DVB-S2-Sender aufzuzeichnen. Dies funktioniert z.B. bei Panasonic. Doch diese Mischformen dürften in der Praxis auch nicht so oft vorkommen. Das Doppeltuner-Feature des F9090 ist einfach zu nutzen, und das, was der TV aufnimmt, sieht 1:1 so aus wie das Eingangssignal. Man kann auf USB-Flashmedien, oder auch auf eine externe HDD aufnehmen. Bevor man aufzeichnen kann, müssen die Medien allerdings entsprechend formatiert werden. Sie sind dann nur für den Einsatz in Verbindung mit dem TV vorgesehen. Sollten schon Daten auf dem jeweiligen Datenträger gewesen sein, so werden diese beim Formatieren gelöscht. 

Der F9090 hat eine eingebaute Skype-Kamera, die manuell ausgefahren wird, was eine Fremdsteuerung, z.B. zum Ausspionieren, unmöglich macht. Die Kamera ist sehr geschickt integriert und beansprucht nur wenig Platz. Neben Skype sind natürlich alle relevanten Social Media-Apps wie Facebook, Twitter oder Facebook integriert. Dazu kommen zahlreiche andere Apps. Samsung hat bei den 2013er Smart TVs die Benutzeroberfläche neu gestaltet. So ist alles übersichtlicher, mittels Symbolen oben auf dem Bildschirm kann man so z.B. zwischen TV-Internetangebot, Apps (mit der Möglichkeit, neue Apps im Samsung Store herunterzuladen), Sozialen Netzwerken, Video-On-Demand-Services und einer Übersicht angeschlossener Media-Devices (z.B. HDD, USB-Stick, PC oder Home Server) wählen. Bei entsprechender Internet-Einbindung (Idealfall direkt per Netzwerkkabel drahtgebunden oder drahtlos  im schnellen WLAN-n-Netzwerk, ins Internet dann eine flinke DSL-Verbindung) funktioniert alles enorm schnell und reibungslos. Auch Updates, die der TV selber findet, können so ohne Schwierigkeiten installiert werden.  Natürlich kann man den F9090 auch per App steuern, möchte man die beiden mitgelieferten Fernbedienungen, die wir in Kürze beschreiben, nicht einsetzen. 

3

Startbildschirm der Apple iOS-App für iPod Touch und iPhone

4

TV erkannt

6

 Fernbedienung per App, hier Zehnertastatur

7

Komplette Bedienung mittels App

9

 TV-Bild auf dem Smartphone (mit 2 bis 3 Sekunden Zeitverzögerung zum Originalbild auf dem TV-Screen)

10_quer

 Im Querformat

Die App ist für Tablets und Smartphones, für Android- und Apple iOS-Devices erhältlich. Sie ist übersichtlich aufgebaut und bietet volle Funktionsvielfalt bei der Bedienung.

Es liegen zwei Fernbedienungen bei. Die moderne mit Touchpad ist sehr kompakt, edel gestaltet und liegt gut in der Hand. Für die Sprachsteuerung, die sehr gut funktioniert und ganze Sätze versteht, ist ein Mikrofon eingebaut. Übrigens: So länger man den F9090 und die integrierte Sprachsuche verwendet, umso besser lernt der TV den User kennen und gibt immer gezielter Tipps, wenn z.B. bestimmte TV-Sendungen gesucht werden. Es ist des Weiteren möglich, den F9090 per Gesten zu steuern. Wie dies alles geht, wird auf Wunsch in speziellen Sequenzen erläutert. Die konventionelle Fernbedienung ist recht einfach gemacht, ist aber sehr übersichtlich und auch für Samsung-Neueinsteiger leicht zu durchschauen.

Des Weiteren verfügt der F9090 über einen recht sinnvoll ausgestatteten Video-EQ. Diesen stellen wir, obwohl hier 55- und 65-Zöller natürlich auch identisch ausgestattet sind, auch in diesem Testbericht nochmals vor.

Der Video-EQ hält folgende Basisparameter bereit:

  • Bildmodus Dynamisch, Standard, Natürlich, Film
  • Hintergrundbeleuchtung
  • Kontrast
  • Helligkeit
  • Schärfe
  • Farbe
  • Farbton
  • Bildformat (automatisch breit, 16:9, Breitenzoom, Zoom, 4:3, Bildanpassung, Smart-Anzeige 1 +2)
  • 3D-Einstellungen: 3D-Modus, 3D-Perspektive, Tiefe, Links-/Rechts-Wechsel, 3D-2D)
  • PIP
  • Erweiterte Einstellungen: Optimalkontrast, Schwarzton, Hautton, Nur-RGB-Modus (Einzelanzeige von Rot, Grün, Blau für Test des Farbdecodings), Farbraum (Auto, Nativ, Benutzerdefiniert), Weißabgleich (RGB Gain/Offset), 10p Weißabgleich, Gamma, Expertenmuster (eingebautes Testbild), Bewegungsbeleuchtung (Stromverbrauch durch Helligkeitsregelung, die an Bewegungen angepasst wird, reduziert)
  • Bildoptionen: Farbton (Kalt, Standard, Warm1, Warm2), Digital aufbereiten (verringert Bildrauschen, Modi: Automatisch, Aus, Gering, Mittel, Hoch, Autovisualisierung), MPEG-Rauschfilter, HDMI-Schwarzpegel, Filmmodus, Motion Plus (1.000 Hz Clear Motion Rate/CMR, Programme: Aus, Klar, Standard, Glätten, Benutzerdefiniert: Unschärfeminderung, Judder-Minderung, LED Clear Motion, manuell einstellbar), Smart LED

Bei so vielen Bild-Einstellmöglichkeiten möchten die Ton-Parameter natürlich nicht zurückstehen:

Tonmenü:

  • Tonmodus: Standard, Musik, Film, Klare Stimme, Verstärken, Stadion
  • Soundeffekt: Virtueller Surround ein/aus, Dialog Clarity (hebt Stimmen hervor bei gleichzeitig konstanter Hintergrundlautstärke), EQ (grafisch mit folgenden Bändern: 100/300/1000/3000/10.000 Hz,  hier findet sich auch die Balanceregelung)
  • 3D-Audio
  • Lautsprechereinstellungen: TV-Lautsprecher, externer Lautsprecher, Empfänger, SoundShare
  • Automatische Lautstärke
  • SoundShere-Einstellungen: Neues Gerät hinzufügen und Samsung Audiogeräte Liste
  • Fernseh-Installationstyp: Klang wird jeweils für Wandhalterung oder Standfuß angepasst
  • Zusätzliche Einstellungen: DTV Audiolautstärke, Digitaler Audioausgang (Formate PCM, Dolby Digital, DTS Neo 2:5, zudem ist die Audioverzögerung einstellbar), Dolby Digital-Kompression
  • Klanganpassung: Benutzerklangprofil, Benutzer-Klang hinzufügen, Definierten Ton bearbeiten, Benutzer-Klang verwalten
  • Zurücksetzen

Der TV ist sogar in der Lage, FLAC HiRes Audio-Files (z.B. von einem Home Server) wiederzugeben. Dabei zeigt sich, dass im “Musik” EQ-Programm die akustische Leistung recht ordentlich ist. Stimmen kann man tadellos verstehen, und überdies erscheint der Klang erstaunlich klar. Anflüge von Räumlichkeit, am besten in nicht zu großem Abstand vom F9090, sind ebenfalls heraus zu hören. Aufgrund des geringen Volumens des eingebauten Lautsprechersystems  kann man die Bass-Performance  – das ist bei Flatscreens mit kompakt bauenden Lautsprechern immer so – nicht als überwältigend bezeichnen.

Wem die klanglichen Fähigkeiten des F9090 nicht reichen, der kann mittels SoundShere eine Samsung AirTrack Soundbar kabellos anschließen. Das funktioniert ohne Schwierigkeiten, wenn das Gerät einmal registriert ist, muss man sich um nichts mehr kümmern. Die Datenübertragung geht über Bluetooth vonstatten und erweist sich als stabil sowie zuverlässig. Hier finden sich zwei Tests zu Samsung AirTrack Soundbars mit SoundShere: Samsung HW-F751 und Samsung HW-F550

Bild

Display Basic Check powered by

wlc_banner

 avtop_logo

Zuerst müssen wir uns für einen Bildmodus entscheiden. Und wie in den meisten Fällen wählen wir den Modus „Film“, da hier die Basiswerte wie z.B. Helligkeit und Farbtemperatur (Modus Warm2)am authentischsten erscheinen. Anschließend stellen mit dem PLUGE-Testbild die korrekte Bildhelligkeit ein. Der voreinstellte Wert ist „45“, das kommt dem Ideal schon sehr nahe. Man kann noch ein oder zwei Steps zurückgehen, mehr aber nicht – damit er Unterschwarz-Balken komplett verschwindet. Man kann im PLUGE-Testbild bereits erkennen, dass die Helligkeitsverteilung für einen EDGE-LED-LCD erstaunlich homogen ist. Lediglich in den unteren Ecken sind minimal Hot Spots auszumachen. 

Weiter geht es mit den „Reverse Grey Ramps and Steps“. Der F9090 präsentiert uns eine saubere Grautreppe ohne Clipping, in einem komplett abgedunkelten Raum kann man den Kontrast noch etwas vermindern – vom voreingestellten Wert von „95“ auf ca. „85“ – einem Raum mit gewissem Lichteinfall kann man die „95“ aber direkt verwenden. Die Bildschärfe ist, typisch für Samsung, sehr hoch. Beim voreinstellten Wert von „20“ sind Kanten trotzdem nur minimal überschärft und Ringing ist kaum zu sehen. Möchte man auf „Nummer sicher“ gehen, kann man aber auch „10“ oder, als guten Kompromiss, „15“ als Schärfewert verwenden. Da der Samsung einen RGB only-Modus bietet, können wir auch das Farb-Decoding beurteilen. Bei Grün und Blau sind die Ergebnisse ausgezeichnet, bei Rot immer noch sehr gut. 

Im Display Basic Check bei den Messungen bewährt sich der UE55F9090 nahezu auf ganzer Linie. Es bleibt zwar im Detail noch Spielraum zur Perfektion, das Gebotene ist aber durchweg auf hohem Niveau.
 gamut_weisspunkt

 Nur geringe Abweichungen beim Treffen der Punkte im Farbspektrum, gut getroffener Weißpunkt

farbtemperatur_balken

 Farbtemperatur konstant auf korrektem Niveau. Die Abweichung bei 10 % Bildhelligkeit liegt am Messsensor

farbtemperatur

 Auch hier gut zu erkennen – minimal zu kalt ist das Bild, aber insgesamt wird die akkurate Farbtemperatur prima getroffen

gammakurve

 Gamma-Kurve nicht perfekt, aber ziemlich gut

gammapunkt

 Gammapunkt

gamut_luminanz

 Gelb ist etwas zu hell, Grün, Magenta, Blau und Rot sowie Cyan sind etwas zu dunkel

rgb_balance

 RGB Balance

uebersicht1

 Übersicht 1

uebersicht2

 Übersicht 2

Natives 4K-Material lässt der UE55F9090 in enormem Glanz erstrahlen. Jedes Detail holt er auf den Bildschirm. Das Differenzierungsvermögen z.B. bei der Farbwiedergabe ist überwältigend. Das Panel rauscht praktisch nicht, auch dann nicht, wenn man quasi direkt davor sitzt. Bewegungen sind ohne Schärfeverlust und enorm flüssig wahrzunehmen. Der recht breite Blickwinkel ermöglicht es auch einem größeren Publikum, an der First-Class-Bildqualität teilzuhaben. Durch den Top-Schwarzwert erscheint das Bild besonders satt und tief. Früher hielten wir solche Schwarzwerte bei EDGE-LED-LCDs für kaum möglich.

Der eingebaute Tuner ermöglicht selbst bei 576i SD-Signalen ein überraschend gepflegtes Bild. Nur aus nächster Distanz sieht es verständlicherweise etwas pixelig aus, schließlich kann auch Samsung trotz Hightech-Upscaling nicht zaubern. Aber aus normaler Distanz ist es höchst erstaunlich, wie gut sich der F9090 bewährt: Lebendige, lebensechte Farben, wenig Rauschen, sehr gute Farben, tadelloser Kontrast. Das De-Interlacing überzeugt – Laufschriften erscheinen bewegungsstabil, diagonale Linien haben wenig Treppenstufen. 720p HD-Sender wirken – was zu erwarten war – nochmals besser. Das Bild erweist sich als stabil und scharf, Details werden ausgezeichnet wiedergegeben. Auch bei den Öffentlich-Rechtlichen 720p-Sendern ist die Farbtreue hervorragend, zudem erscheint das Bild ebenso dynamisch wie angenehm. 

Was macht der F9090 im 3D-Betrieb für ein Bild? Wir haben uns die 3D-Version der“Rapunzel“-BD von Anfang an angeschaut. Und der große Coup von Flynn Rider kommt plastisch und in ausgezeichneter Bildschärfe heraus. Sehr dynamische Farben, kaum Helligkeitsverluste, praktisch kein Ghosting. Die einzelnen Strähnen der Haare von Rapunzel kann man akkurat unterscheiden. Nur sehr kleine Bewegungsunschärfen sind auszumachen. Auch die Objekt-Plastizität ist überdurchschnittlich ausgeprägt. Einzelne Elemente des Bildes wirken sehr plastisch und sind sauber gestaffelt in klar zu differenzierenden räumlichen Ebenen. Neigt man den Kopf während des Betrachtens von 3D-Inhalten, muss man es schon in extremer Weise tun, damit das Bild leicht dunkler wird und Farbverfälschungen in geringer Form auftreten. Bei extrem dunklen Bildinhalten geht etwas Struktur verloren. Ansonsten begeistert das satte, tiefe Schwarz. Das Upscaling auf native Panelauflösung gelingt erstklassig, es ist selbst aus naher Distanz kein Rauschen auszumachen. Das Processing „hinkt“ nie hinterher, sondern das Bild erscheint stets flüssig und scharf. Bei extremen Hell-Dunkel-Kontrasten im Bild kann man Ghosting etwas besser erkennen, aber selbst dann ist es nicht wirklich frappierend. 

Die Wandlung von 2D nach 3D haben wir in der Kriegssequenz von „The Avengers“ (BD) überprüft.  Man sieht schon, dass die CPU noch mehr leisten muss, nämlich zusätzlich die Wandlung von 2D nach 3D durchführen. Bei schnellen Bewegungen tritt doch mal ein Zittern an Objektkanten auf. Trotz der Wandlung bleibt das Bild sehr scharf, Details sind sauber auszumachen. Die Skyscraper, aber auch die Gesichter der Protagonisten, erscheinen enorm facettenreich und scharf durchzeichnet. De zahlreichen Explosionen kommen ebenfalls sehr gut heraus. Kontrast und Farbtreue sind ebenfalls auf exzellentem Level – der Kontrast ist fein gestuft, Farben bleiben natürlich. Nur die Farbdynamik wird etwas eingeschränkt.  Der 3D-Eindruck hinkt natürlich hinter der Wiedergabe von nativem 3D-Material zurück, allerdings ist das Bild für eine Wandlung von 2D nach 3D trotzdem sehr gut gelungen: Ein Zugewinn ist sowohl bei Gesamt-  als auch bei Objektplastizität zu bemerken. So kann man bilanzierend sehr zufrieden sein mit der Performance des UE55F9090. Auch bei der 2D auf 3D-Wandlung ist das System relativ unempfindlich gegenüber Kopfbewegungen. Das Bild ist harmonisch und angenehm – höchst beachtlich für einen TV mit aktiven Shutterbrillen. Im 3D-Menü kann man die 3D-Tiefe noch etwas anheben, dann aber wird das Bild, wenn man es übertreibt, anstrengender. 

Und wie sieht die BD „Samsara“ im 2D-Betrieb aus? Hier skaliert der F9090 von 1.920 x 1.080 Pixel auf 3.840 x 2.160 Pixel hoch. Schon die Schriften direkt zu Beginn sehen sehr sauber und scharf aus. Dann werden drei prächtig gewandete und üppig geschminkte junge Asiatinnen gezeigt. Die Leistung des F9090 brilliert: Dynamische Farben mit extrem guter Differenzierung, die pudrige Oberfläche der Haut kommt sehr gut heraus. An den Stoffbommeln an den Hüten und an den Gewändern ist jede Einzelheit präzise und rauschfrei auszumachen. Die Tänzerinnen und der Tempel im Hintergrund sind räumlich exakt voneinander getrennt. Es folgt eine Sequenz, die einen Vulkanausbruch zeigt. Das Bild ist außerordentlich stabil, die Durchzeichnung ist ungemein sauber, der hervorragende Schwarzwert (sichtbar beim schwarzen Magma) vervollständigt den Top-Bildeindruck. Die Schwarz-Grau-Differenzierung ist erstklassig. Die einzelnen Aschefetzen, die durchs Bild fliegen, wirken plastisch,  jeder einzelne Fetzen ist sichtbar. Im nächsten Kapitel sind Tempelanlagen inmitten grüner Landschaft zu sehen. Farben kommen sehr natürlich zum Zuschauer, das Grün wirkt beim kleineren F9090 sogar noch realistischer zur Geltung als beim 65-Zöller. Die Tempelanlagen stehen plastisch und scharf um Raum. Leichtes Rauschen ist bei dunklem Bildinhalt auszumachen. Die Panoramaaufnahme mit dem weiten Blick ins Land gelingt dem F9090 in überwältigender Form – man könnte fast meinen, man sähe direkt durch ein Fenster tief in die exotische Landschaft hinein. 

In welcher Güte werden 576i DVD-Signale (Star Wars Episode III, ab Filmbeginn) auf der großen UHD-Auflösung wiedergegeben?  Hier sind wir ein weiteres Mal verblüfft: Farbecht erscheint die gelbe Laufschrift, satt und tief das Schwarz, zudem holt der F9090 enorm viele Sterne auf den Screen. Aufgrund der größeren Pixeldichte wirkt alles noch eine Idee intensiver als beim 65-Zöller, zudem ist der Schwarzwert noch etwas besser. Krass auch der Sternzerstörer – sofort rastet der De-Interlacer ein, und serviert das Riesen-Raumschiff in bestechender Bildgüte: Bei normalem Betrachtungsabstand gibt es kaum Rauschen, eine sehr hohe Bildschärfe und einen hervorragenden Kontrast. Die Außenhaut der Raumjäger von Obi-Wan und Anakin kommt tadellos heraus, und als die beiden Raumjäger nach unten in die Raumschlacht abknicken, erscheint das Bild plastisch und bis in die unteren Bildebenen scharf durchzeichnet. Als zahlreiche Raumschiffe in einer Ebene sichtbar sind und die Planetenoberfläche darunter, bietet der F9090 eine hervorragende Differenzierungsmöglichkeit der unterschiedlichen Ebenen. Die Gesichter von Obi-Wan und Anakin in ihren Raumjägern sind vielschichtig und erneut gefällt die lebendige Darstellung. Die Hauttöne trifft der F9090 exakt. 

Konkurrenzvergleich: 

Samsung UEF8590 FullHD-TV: Das Topmodell der FullHD-Flotte von Samsung ist gar nicht so viel günstiger – da lohnt sich der Griff zum zukunftssicheren und bildstärkeren F9090 zu 100 Prozent. Die Optik des F9090 ist dank des klassischen Standfußes etwas zurückhaltender, was uns sehr gut gefällt. Das ist aber Geschmackssache. Nicht diskutieren lässt sich über die enormen Möglichkeiten des UHD-Panels. Zudem skaliert der F9090 so meisterlich, dass BD-Inhalte extrem gut aussehen – nochmals besser als auf dem F8590. Die noch höhere Gesamt-Bildstabilität, noch mehr Farbdynamik, noch mehr Bewegungsschärfe und noch flüssigere Bewegungsdarstellung zeigen den deutlichen Vorsprung des F9090 eindrucksvoll auf.

Samsung UE65F9090: Der 65-Zöller kostet 1.300 EUR mehr und ist erste Wahl für Liebhaber eines großen Bildes. Ein Mehrpreis, der durchaus beträchtlich ist, und für die meisten Abstände von Couch zu TV, die in deutschen Haushalten üblich sind, reicht der kleinere 55-Zöller, der mit fabelhafter Bildgüte begeistert und im Vergleich zum größeren Modell sogar noch etwas besseres Upscaling und ein noch etwas tieferes Schwarz ermöglicht.

Panasonic TX-P55VTW60: Panasonics letztes Plasma, 2014 ist mit der Plasma-Produktion Schluss, und wir erwarten hervorragende UHD-OLED-TVs – mal schauen, ob wir richtig liegen. Das FullHD-Modell VTW60 kommt auf 2.599 EUR und besticht mit beispielhaftem Schwarzwert, feinem Kontrast und sehr augenfreundlichem Bild. Herausragende THX- und ISF-Bildmodi, geeignet für Tag- und Nachteinsatz, vervollständigen das Bild. Der HD-Triple-Doppeltuner ist sehr flexibel einzusetzen, sogar das Mischen von Signalen (z.B. DVB-S und DVB-C) ist möglich. Der Tuner ist erstklassig, und zwar unter allen Bedingungen sowie bei SD- und HD-Material. Die absolut harmonische Helligkeitsverteilung ist auch Vorzug des VTW60. Nachteile: „Nur“ FullHD, und Energie-Effizienzklasse C. 

Fazit

samsung_ue55f9090_front2

Mehr Flachbildschirm für 3.299 EUR geht nach derzeitigen Vorstellungen nicht. Natürlich weiß man nie, was die Zukunft bringt, aber wir können nur den jetzigen Stand der Technik beurteilen. Und nach diesem verdient sich der UE55F9090 unsere höchste Testauszeichnung. Das Maßstäbe setzende Upscaling, selbst von SD-Material, die enorme Bilddynamik, der für einen EDGE-LED-LCD-TV beispielhafte Schwarzwert, die herausragende Bildschärfe und natürlich die edle Optik und die Vollausstattung sind die großen Vorzüge des UE55F9090. Dank des externen Anschluss-Kästchens kann man recht einfach auch Hardware-Updates auf HDMI 2.0 durchführen. Natürlich ist der gesamte TV auch offen für Smart Evolution-Kits der Zukunft. 

Samsungs Meisterwerk: Der UE55F9090 bietet für 3.299 EUR derzeit ein Optimum
masterpiecelogo
Flachbildschirme 55 Zoll Luxusklasse
Test 11. Dezember 2013

+ Bestmögliches Upscaling von FullHD und sogar SD-Material
+ Top-Schwarzwert
+ Dynamische und authentische Farben
+ Für EDGE LED-TV homogene Helligkeitsverteilung
+ Separate Anschlussbox
+ Hochmoderne Funktionen wie Sprach- und Gestensteuerung sauber integriert
+ Triple HD-Doppeltuner
+ Konventionelle Fernbedienung im Lieferumfang
+ Für die Leistung sehr preiswert

Test: Carsten Rampacher, Vincent Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 11. Dezember 2013




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK