TEST: JBL Xtreme 2 Bluetooth-Lautsprecher - kraftvoller, robuster Begleiter für jede Gelegenheit?

Für 299 EUR ist der neue JBL Xtreme 2 zu haben, Nachfolger des JBL Xtreme, der damals im Test begeistern konnte, heute immer noch gut ist, aber die Konkurrenz hat aufgeholt. Daher möchte der Xtreme 2 nun den alten Abstand wieder herstellen. In drei Farben ist der robuste und gutaussehende BT-Speaker mit Bluetooth Standard 4.2 zu haben: In Nachtschwarz, in Laubgrün (wie unser Testsample) oder in Ozeanblau ist der Xtreme 2 zu haben. Auffällige Farben wie Rot oder Gelb oder ein leuchtendes Grün sind nicht im Portfolio zu finden. Der Xtreme der ersten Generation war noch z.B. in leuchtendem Blau zu haben.

JBL Xtreme der ersten Generation aus 2015

Bestückt ist der Xtreme 2 mit 2 x 70 mm Tieftönern und mit 2 x 20 mm Hochtönern. Alle Treiber wurden im Vergleich zum Xtreme der ersten Generation überarbeitet. Der im Xtreme 2 eingebaute Digitalverstärker bringt es auf 2 x 20 Watt (Bi-Amping, RMS-Wert gilt für den Netzbetrieb). Wiedergegeben werden Frequenzen zwischen 55 Hz und 20 kHz, völlig ausreichend für einen portablen Bluetooth-Lautsprecher.

Im Xtreme 2 ist zudem eine hervorragende Freisprecheinrichtung integriert. die in beide Gesprächsrichtungen praktisch rauschfrei und mit sehr angenehmer Stimm-Güte funktioniert. Hier hat JBL ganze Arbeit geleistet und kann sich bei den bislang getesteten BT-Speakern an die Spitze setzen.

Großer Schriftzug

Komplettansicht von oben

JBL-Logo auf den Treibern

Robust, stabil und stylish

Hier wird der Tragegurt durchgeführt

Anschlüsse

Bedienelemente oben

Die Neuauflage des Xtreme zeigt sich hinsichtlich der Verarbeitung und Optik noch deutlicher von ihrer robusten Seite. Der Bezugsstoff erscheint sehr widerstandsfähig, auch der Outdoor-Einsatz bei der Party am Badesee schadet hier kaum. Zudem ist der Xtreme 2 komplett wasserdicht (zertifiziert nach IPX 7). Auch ein mitgelieferter, recht hochwertiger Tragegurt fehlt nicht. Der macht durchaus Sinn, denn der Xtreme 2 wiegt exakt 2.393 Gramm und wird, trägt man ihn mit der Hand, bei längeren Wegen doch etwas schwer.

Tragegurt

Zubehör

Der Xtreme 2 ist 136 mm hoch, 288 mm breit und 132 mm tief. Und wer sich aufgrund der grandiosen Ausstattung und der langlebigen Verarbeitung nun gepflegt ein Fläschchen Pils gönnen möchte: Sogar einen Flaschenöffner hat JBL in den Tragegurt des neuen Modell integriert.

Ebenso an Bord ist ein großer Akku mit satten 10.000 mAh Kapazität, der nach erträglichen 3,5 Stunden wieder voll aufgeladen und für 15 Stunden Dauerbetrieb gut ist. Was uns fehlt, ist eine Schnelladefunktion, mit deren Hilfe ein Teil der Kapazität nach besonders kurzer Zeit schon wieder hergestellt wird. Es ist natürlich möglich, den Akku des Smartphones wieder zu stärken, eine entsprechende USB-Buchse findet sich am Xtreme 2.

JBL Connect +

Die JBL Connect + App kann einfach (in unserem Fall für das iPhone X) heruntergeladen werden und ist schnell einsatzbereit.

Leuchtkraft auch im Connect + Betrieb: JBL Pulse 3

Wir haben in Verbindung mit einem JBL Pulse 3 auch die Connect Plus-Funktionalität überprüft.

Der Xtreme 2 wurde direkt erkannt

Kopplung weiterer Lautsprecher durch Drücken der Connect + Taste

JBL Pulse 3 und Xtreme 2 im Party-Modus

Stereo-Pairing ist auch möglich

Umschalten der Kanäle

Generell gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn man, wie in unserem Fall, zwei Lautsprecher verwendet, kann man problemlos ein Stereo-Pairing vornehmen. Dann bekommt einer der beiden Lautsprecher das Signal vom linken Kanal, der andere das vom rechten Kanal zugeteilt. Man kann die Zuweisung auch ändern. Setzt man noch mehr Connect+ kompatible JBL-Lautsprecher (selektierte Modelle ab 2017) ein, kann man den "Party Modus" verwenden - bis zu 1.000 JBL Bluetooth-Lautsprecher mit Connect + Kompatibilität lassen sich maximal miteinander verbinden.

Akustisch bringt die Stereo-Kopplung vor allem dann was, wenn man zweimal den identischen BT-Speaker verwendet. Wenn z.B. der beste Freund auch noch seinen Xtreme 2 mitbringt, dann ist das Hörerlebnis sicherlich sehr gut. Der "Party-Modus" kann immer verwendet werden, auch mit unterschiedlichen Lautsprecher-Typen.

Verwendung von Siri

Siri im Einsatz

Ansonsten kann man über die Connect + App Firmware-Updates auf den Xtreme 2 laden und bestimmen, ob man bei aktivierter Freisprecheinrichtung die entsprechende Sprachsteuerung (bei uns Apples Siri" verwenden möchte.

Klang (Material von Tidal (CD-Qualität) und Spotify (320 mbps)

Von Spotify führen wir dem JBL Xtreme 2 den "Party Rock Anthem" von LMFAO zu. Auch bei beachtlichem Pegel zieht der Xtreme 2 auch die massiven Basslagen kompromisslos durch. Erst ab 80 Prozent des maximal möglichen Pegels sind dann die Basschassis mit ihrem maximalen Hub am Ende. Das ist aber dann schon so laut, dass die meisten Konkurrenten ohnehin schon zuvor die Weiße Fahne gehisst haben. Die dynamischen Wechsel innerhalb des Tracks gibt der Xteme 2 impultreu wieder.

Weiter geht es mit "Taj" von BLR (Spotify). Hier scheitert der JBL Xtreme 2 natürlich im Tiefgang, er kann den überaus tiefen Bass dieses Tracks nicht komplett wiedergeben. Was er aber für seine Größe leistet, ist weit überdurchschnittlich. Er gibt bei dem, was er systembedingt darstellen kann, sprichwörtlich "Vollgas" und bringt auch noch eine gute Räumlichkeit sowie ein tadelloses Differenzierungsvermögen bei spontan auftauchenden Dynamiksprüngen zustande.

Und der aktuelle Hit "Melody" von Lost Frequencies im Ofenbach Remix (Spotify)? Hier bringt der Xtreme 2 die vokalen Elemente prima zur Geltung, verliert auch dann nicht den Faden, als der Beat einsetzt. Mit den tadellosen Reserven hinsichtlich des Hubs gibt es auch bei deutlich erhöhter Lautstärke kaum Verzerrungen oder andere akustische Artefakte. Den Aufbau des Tracks modelliert der Xtreme 3 souverän heraus, gerade in Anbetracht der Preisklasse von rund 300 EUR.

Energiegeladene House &Club Tracks machen Spaß - also hören wir nicht auf, sondern laden nach: Mit dem "Midnight Hour" Remix des 80er Jahre Klassikers "Thriller" von Michael Jackson (Tidal) hat der Xtreme 2 gut zu tun. Rhythmus-Wechsel, kräftiger Bass, viele Effekte: Der JBL-Bluetooth-Lautsprecher behält aber den akustischen Überblick und fügt alle Elemente zu einem lebendigen Hörerlebnis zusammen. Auch die vokalen Elemente betont er tadellos.

Aus dem beginn der 90er Jahre stößt der Technotronic-Klassiker "Get Up" (Tidal) zum JBL Xtreme 2. Und der nimmt sich dem Material sehr zuvorkommend an, mit klar definiertem und harten Bass stellt er seine Souveränität deutlich heraus. Der Rhythmus bereitet dem Lautsprecher keine Schwierigkeiten, er formt stets akkurat die Konturen und vergisst auch eine passende Einarbeitung der weiblichen Stimme nicht.

Auch aus den 90er Jahren stammt der Evergreen "Time To say Goodbye" (1997, Tidal) von Andrea Bocelli und Sarah Brightman. Kein besonders gut geeignetes Material für einen robusten Outdoor-Bluetooth-Speaker. Doch der Xtreme 2 gibt sich hier keine Blöße und antwortet Kritikern mit einem akkuraten Aufbau aller vokalen Elemente und einer tadellosen Herausarbeitung der Instrumente, selbst der Streicher. Ärmlich oder unkultiviert wirkt der Titel daher auf keinen Fall, wenn der JBL Bluetooth-Lautsprecher die Wiedergabe übernimmt.

Beamen wir uns zurück in die 80er Jahre und lauschen dem Hit "The Sun Alwys Shine On TV" (MTV Unplugged Version) von a-ha (Tidal). Die Gitarre und die Stimme von Ingrid Helene Havik, die hier den Gesangspart zusammen mit Morten Harket übernimmt, arbeitet der Xtreme 2 erstaunlich sauber heraus. Mit der präzisen Darstellung vokaler Elemente tut sich die Neuauflage deutlich weniger schwer als der Vorgänger. Im gesamten Mitteltonbereich weist der Xtreme 2 mehr Präsenz und Struktur auf. Das gesamte Klangbild ist einheitlicher, störende "Löcher", die man beim Xtreme der ersten Generation bei genauerem Hinhören noch ausmachen konnte, finden sich hier praktisch nicht mehr.

Wir bleiben in den 80er Jahren. Hier sorgte Elton John mit "I'm Still Standing" (Tidal) für Furore. Das Quellmaterial klingt leicht blechern und schrill. Der Xtreme 2 mit seiner auf Homogenität getrimmten Auslegung nimmt dem Song den "akustischen Schrecken einer schlechten Aufnahme" und bringt ein dynamisches und auch bei höherem Pegel gut hörbares Ergebnis zustande.

Die "2016 Remasterted" Version des Phil Collins Klassikers "I Wish It Would Rain Down" beweist, dass Frische und Auflösungsvermögen im Hochtonbereich gegenüber dem ordentlichen, aber nicht überqualifizierten Vorgänger merklich verbessert wurden. Mehr Klarheit über den gesamten Frequenzbereich, mehr Präzision im Bassbereich und ein echteres räumliches Gefühl lassen beim Phil Collins-Song keine  Zweifel mehr daran aufkommen, ob die Neuauflage ihre Existenz rechtfertigen kann.

Konkurrenzvergleich

JBL Xtreme der ersten Generation: Nur noch knapp 170 EUR kosten direkt bei JBL generalüberholte Xtreme der ersten Generation. Auch, wenn die Neuauflage präziser spielt, mehr Auflösung bietet und bei der Bassqualität, Stimmwiedergabe und Pegelfestigkeit noch mehr überzeugen kann, so ist die alte Variante zu diesem Sonderpreis gerade für preis-/leistungsbewusste Anwender mehr als nur eine Überlegung Wert.

Der Dreamwave Elemental hat für 249 EUR (UVP) sogar noch eine starke Taschenlampe an Bord. Er tritt sehr martialisch auf, und würde es eine 2017er Auflage von "Rambo" geben, würde Sylvester den Elemental mit auf jede Exkursion nehmen. Akustisch tritt der Elemental kraftvoll auf, aber nicht so geschliffen wie der Xtreme 2. Der JBL-Speaker kontert mit noch besserer Pegelfestigkeit und gleichzeitig besserer Auflösung eiskalt und bietet zudem noch weitere Optionen über die JBL Connect + App.

Canton Musicbox S: Wer etwas Edles, weniger für den mobilen Einsatz, sondern eher für Flur oder Home Office zuhause sucht, kann sich bestimmt mit der Canton Musicbox S anfreunden. Jeder Outdoor-Touch fehlt hier, dafür dominiert geschliffene Noblesse bei der Optik. Akustisch greift der Canton-Speaker dann schon mit ordentlich Kraft an, vergisst gleichzeitig aber auch nicht eine lebendige, detailreiche Wiedergabe.

Fazit

Der JBL Xtreme 2 wird zum fairen Preis die Erfolgsgeschichte seines Vorgängers nahtlos fortführen. Farblich dezenter auftretend, aber akustisch hörbar verbessert, wird er der versammelten Konkurrenz das Leben schwer machen. Robust verarbeitet, mit JBL-typischer Optik und zahlreichen Features (JBL Connect + kompatibel, riesiger Akku, Flaschenöffner und Tragegurt vorhanden), macht sich der JBL in praktisch jeder Umgebung sehr gut. Der Klang ist kraftvoll und dynamisch, gleichzeitig aber überzeugen Homogenität und Auflösungsvermögen.

Robuster, zugleich stylisher Bluetooth-Lautsprecher mit hervorragendem Klang und hohem praktischen Nutzen

Bluetooth-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 20. Juli 2018

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos und Redaktion: Philipp Kind
Datum: 20. Juli 2018

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