TEST: Dreamwave Elemental – Robuster Outdoor-Bluetooth-Lautsprecher

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Das US-Amerikanische Start-Up „Dreamwave“ überrascht mit einer ganzen Reihe an innovativen Bluetooth-Lautsprechern, die vorwiegend für den Outdoor-Einsatz gedacht sind und einige Überraschungen parat haben. Schon alleine mit der gewählten Farbgebung Schwarz, Anthrazit und Olivgrün hebt man sich klar vom mittlerweile sehr großen Konkurrenzumfeld an konventionellen Drahtlos-Kompaktlautsprechern ab und gibt einen Hinweis auf die eigene Produktphilosophie. Die Dreamwave-Komponenten sollen steter Begleiter in jeglichem Umfeld sein und mit Robustheit und Widerstandsfähigkeit überzeugen. Natürlich gilt es, auch akustisch eine überdurchschnittlich gute Performance abzuliefern. Einer dieser Lautsprecher ist der Dreamwave „Elemental“. Er befindet sich bezüglich seiner Größe im oberen Mittelfeld des Portfolios, in dem sich von den ultrakompakten „Bubble Pods“ über den schicken kleinen „Harmony“ bis hin zu „Tremor“ und „Rockstar“ eine großzügige Bandbreite an Produkten tummeln. Wir sehen uns den Elemental, der zum Preis von 249 EUR zu haben ist, etwas genauer an. Weitere Infos gibt es unter www.dreamwaveus.de.

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Ansicht von oben

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Bedienelemente seitlich

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Detail links / NFC-Logo

Der Dreamwave Elemental tritt insgesamt schon recht maskulin, beinahe martialisch, auf. Feine Konturen oder dezente optische Akzente stehen hier nicht im Fokus. Dazu trägt natürlich auch das Farbenspiel aus Schwarz, Grau und dunklem Grün bei, die ein wenig ans Militär erinnern. In Kombination mit den offen sichtbaren Schrauben, der Struktur des Gitters und den Linien obenauf, könnte man sich den Elemental durchaus als akustischer Begleiter von John Rambo vorstellen. Das silberne Dreamwave-Logo an der Front lockert das Ganze ein wenig auf.

Haptisch gefällt uns der Elemental ausgezeichnet. Man spürt sofort, dass man das Gerät ruhig auch mal etwas härter anpacken kann und nicht übervorsichtig damit umgehen muss. Dennoch wurde auch aufs Detail geachtet: Materialübergänge sind nahtlos und auch das Spaltmaß ist nicht zu groß. Ein großer Teil der Oberfläche besteht aus einem kratzfesten und insgesamt unempfindlichen Kunststoff. Das Gitter auf Rück- und Vorderseite ist aus Metall und mit acht sichtbaren Inbus-Schrauben arretiert. Der Tragegriff oben ist ebenfalls aus einem Metall mit sehr solider Wandstärke gefertigt. Seitlich befinden sich Bedienelemente, die trotz der dicken Gummierung gut erreichbar sind und einen sehr guten Druckpunkt bieten.

In der Mitte zwischen Lautstärkeregelung, Bluetooth- und Power-Button finden wir etwas, das nicht unbedingt zur Standardausstattung eines Bluetooth-Lautsprechers gehört – aber perfekt zum Elemental passt: Hier ist eine LED-Taschenlampe integriert. Die Lampe bietet etwa 100 Lumen und kann im Notfall auch das SOS-Signal blinken. Dreamwave scheint also die „Outdoor“-Philosophie ernst zu nehmen. Nicht nur das Produkt wird optisch dementsprechend gestaltet, sondern auch typische Anwendungsszenarien durchdacht. Allerdings sollte man von der LED-Leuchte auch nicht allzuviel erwarten – der erfahrene Survivalist, der immer eine kompakte Taschenlampe dabei hat, wird nicht unbedingt beeindruckt von der Leuchtstärke des Elementals sein. Mit dem „Survivor“ hat Dreamwave z.B. noch einen Speaker im Programm, der weitgehend identisch mit dem Elemental ist – aber: Der Survivor bringt eine Notfall-Batterie mit, die im Bedarfsfall als Überbrückung dient und das liegen gebliebene Auto zuverlässig starten soll.

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Anschlüsse

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LED-Licht im Einsatz

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Tragegriff

Auf der gegenüberliegenden Seite sind diverse Anschlüsse untergebracht, zu denen auch der Stromeingang zählt. Die Anschlüsse sind ebenfalls hinter einer dicken Gummierung untergebracht, die man an dieser Seite von unten hochklappen kann. Die Schutzmaßnahmen ermöglichen eine IPX 5-Zertifizierung, der Elemental ist also nicht nur Staub-, Sand- und Schneeabweisend, sondern auch sicher vor Spritzwasser. Neben dem Slot für das Netzteil ist noch ein 3,5mm Klinkeneingang integriert. Praktisch ist auch der USB-Slot, mit dem der Dreamwave-Lautsprecher als mobile Ladestation für ein Smartphone dient (5V/1A).

Der Elemental bietet insgesamt 30 Watt RMS Ausgangsleistung. Aufgrund der Größe könnte man hier auch gut und gerne 10 Watt mehr vermuten, insgesamt aber ein sehr solider Wert. Bestückt mit einem 12.000 mAh starken Akku liefert der Elemental ca. 7 Stunden Laufzeit bei maximaler Lautstärke, entsprechend mehr bei geringerem Pegel. Im Elemental kommen Breitbänder in Kombination mit 2 Hochton-Lautsprechern zum Einsatz, außerdem ein DSP zur Rauschunterdrückung.

Klang

Für unsere Klangtestreihen müssen wir natürlich den Elemental zunächst einmal mit einem Smartphone oder Tablet koppeln. Beim ersten Einschalten versetzt sich das Gerät sofort in den sichtbaren Kopplungsmodus, dabei blinkt die blaue LED schnell. Um den Kopplungsmodus manuell zu aktivieren, muss man lange auf den Bluetooth-Button drücken. Der Elemental erscheint flink am Smartphone und war auch binnen weniger Sekunden gekoppelt. Noch flotter geht es per NFC, auch das bringt der Speaker mit. Abgesehen von der drahtlosen Wiedergave von Musikdateien kann man in Kombination mit dem Smartphone auch telefonieren: der Elemental bietet eine recht klare Sprachausgabe und auch das gegenüber versteht uns recht gut – solide, wenn auch nicht ganz perfekt.

AptX ist an Bord! Mit einem mobilen Endgerät, der dieses audio-seitig qualitativ hochwertige Protokoll ebenfalls unterstützt, kann man hier die Übertragung in CD-Qualität realisieren. Wir starten langsam mit dem neuen Album und dem gleichnamigen Track „Das Ziel ist im Weg“ der deutschen Sängerin und Songschreiberin Mine. Der Elemental präsentiert einen sehr klaren und sauberen Sound, der nicht unbedingt von Spektakel, sondern von Natürlichkeit geprägt ist. Die Stimme ist sehr präsent und zeigt auch charaktekteristische Züge. Der Hochtonbereich wirkt gut aufgelöst, könnte aber im gemäßigten Pegelbereich noch etwas ausdrucksstärker sein. Allerdings schlägt sich das in den oberen Pegelbereichen bis hin zum Maximum ins Positive. Denn eines kann der Elemental hervorragend: Auch beim Anschlag des Lautstärkereglers souverän bleiben – und er kann laut! Dabei bleibt das obere Frequenzspektrum absolut angenehm und nie schneidend. Untenrum langt der Dreamwave-Lautsprecher ebenfalls satt zu: Voluminös und nachdrücklich spielt das kompakte Gerät auf und schlägt ebenfalls beim Maximalpegel nicht an. Auf einen stabilen Untergrund sollte man definitiv achten, das ist aber ja gerade Outdoor keinesfalls ein Problem. Auch das komplexe Klanggeschehen bei „Katzen“ wirkt gut strukturiert, hier können wir sowohl flinke Kickbässe mit hoher Präzision als auch einen sehr guten Tiefgang mit ordentlichem Nachdruck attestieren. Die elektronischen Klänge der gebürtigen Baden-Württembergerin scheinen dem US-Amerikaner zu liegen.

Zeit für Retro-Rock! „Day In, Day Out“ und „Time to Believe“ versetzt uns in die Zeit der langen Haare und Jeansjacken zurück. Hier werden Gitarren verzerrt und das Schlagzeug malträtiert – der Elemental bleibt recht unbeeindruckt und zeigt uns eine sauber strukturierte Bühne, die lediglich an Breite und Tiefe noch etwas zulegen könnte. Die Stahlsaiten werden klar und mit passend leichter Schärfe angeboten, auch hier beweist sich ein recht natürlicher Sound, der nicht zu Übertreibungen neigt. Gesellen sich die Stimmen hinzu, kann der Dreamwave-Lautsprecher das Geschehen noch gut differenzieren und lässt auch dynamisch keine Einbußen feststellen. In den Mitten muss er etwas Federn lassen, spielt aber insgesamt authentisch auf und zeigt, dass auch untenrum mächtig Reserve vorhanden ist.

Ja, wieviel Reserve ist da denn nun wirklich? Aktuell sehen wir da nur eine Möglichkeit dies herauszufinden: Vintage Culture liefert mit „Hollywood“ einen leichtfüßigen Track, der schnell ins Ohr geht, um dem Zuhörer nach wenigen Sekunden die Bass-Schläge wie mit dem Mahler-Hammer um die Ohren zu hauen. Klar, wir haben hier kein 30 cm Bass-Chassis mit 1000 Watt EDGE-Endstufe vor uns, aber was der kompakte Elemental hier zaubert, ist für einen Bluetooth-Lautsprecher schon ausgezeichnet. Enorme Kraft, ordentlicher Tiefgang und sehr solides Volumen ergeben ein beeindruckendes Gesamtresultat, dass trotz Maximalpegel harmonisch und angenehm bleibt. Längere Hör-Sessions werden mit dem Dreamwave Elemental weder anstrengend noch langweilig. Die Stimme, wie die übrigen Synthi-Elemente sind sauber integriert und werden räumlich sehr gut platziert. Auch die etwas aggressiveren Töne bei Violetta von Orjan Nilsen machen dem Elemental kaum zu schaffen, hier wird es obenrum etwas forscher, der Bluetooth-Lautsprecher bietet trotzdem ein souveränes Gesamtbild.

Akustisch spielt der Dreamwave weit vorne mit. Paroli bietet der Teufel Boomster aus Berlin, der mit ähnlicher Power aufspielt und dabei noch etwas ausgeprägtere Räumlichkeit bietet. Der Boomster ist ebenfalls sehr flexibel, bietet obendrauf einen UKW-Tuner und kommt im Vergleich in schlichtem Schwarz daher. Robust verarbeitet sind beide, der Elemental setzt aber wie immer gearteter schlechter Witterung IPX 5 entgegen und wirkt insgesamt noch stabiler. NFC und aptX bieten beide. Der JBL Xtreme bietet ebenfalls einen forschen Auftritt, spricht aber mit der jungen Formensprache und der Verfügbarkeit in auffälligen Farben doch irgendwo ein anderes Publikum an. Akustisch kommt er nicht ganz an die Massivität des Elementals heran, bietet aber etwas mehr Auflösung und Brillianz in den oberen Frequenzlagen. Obwohl der Xtreme nicht so robust wirkt, ist er ebenfalls spritzwassergeschützt und solide verarbeitet.

Fazit

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Outdoor-Lifestyle aus Kalifornien! Dreamwave bringt frischen Wind in den Bluetooth-Lautsprechermarkt und bietet mit dem Elemental einen leistungsfähigen und robusten Kompakt-Speaker an. Akustisch überzeugt er mit hoher Souveränität, sehr solidem Maximalpegel und Kraft. Der Elemental steht für klaren Sound, der nicht auf Spektakel ausgelegt ist, aber trotzdem nachdrücklich und voluminös auftritt, wenn er entsprechend gefordert wird. Das Design trifft vielleicht nicht bei jedem Anwender ins Schwarze, aber seien wir ehrlich: Hier wird ohnehin eine spezifische Zielgruppe ins Visier genommen. Die Bedientasten sind auf die Essentials reduziert, die LED-Leuchte sowie die Lademöglichkeit mit dem 12.000 mAh Akku eine schicke Zugabe. Wer einen akustisch starken Bluetooth-Lautsprecher mit sehr solider Akkulaufzeit sucht, der auch wirklich robust ist und hohe Widerstandsfähgkeit bietet, sollte sich die Komponenten der Kalifornier genauer ansehen.

Kraftvoller, klar aufspielender Bluetooth-Lautsprecher in robuster Verpackung
ueberragend
09.03.2017

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 10.03.2017




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