XXL-TEST: TWS-In-Ears Soundpeats Capsule 3 Pro - Der Angstgegner fürs Establishment

Touch-Sensoren

Medien-Wiedergabe 

  • Linken Earbud berühren - Lautstärke verringert sich. Nach jeder kurzen Berührung geht der Pegel weiter nach unten.
  • Rechten Earbud berühren: Lautstäre erhöht sich. Nach jeder kurzen Berührung geht der Pegel weiter nach oben. 
  • Finger ruht länger auf dem linken Earbud: Jedes Mal wird ein andere Modus gewählt, ANC - Normaler Modus - Transparenzmodus ("Pass Through"). Zwischen den Modi muss man die Fingerkuppe anheben und wieder absenken. 
  • Finger ruht länger auf dem rechten Earbud: hier wird einen Titel/ein Kapitel nach vorn gesprungen
  • Zweimaliges Tippen - Earbud rechts oder links: Pausieren/Wiederaufnehmen der Wiedergabe
  • Dreimaliges Tippen linker Earbud: Game Mode mit niedriger Latenz wird gestartet
  • Dreimaliges Tippen rechter Earbud: Sprachassistent wird gestartet

Wichtig: Nimmt man einen Earbud heraus, geht die Wiedergabe trotzdem weiter. Dieses Komfort-Feature fehlt.

Klang-Testreihen Teil 1: Aktive Geräuschunterdrückung, Transparenz-Modus, adaptiver EQ und Freisprecheinrichtung

Aktive Geräuschunterdrückung

Hier müssen wir Soundpeats ein großes Lob aussprechen. Verwendet man die aktive Geräuschunterdrückung, die zudem sehr rauscharm arbeitet, bekommt man wirklich kaum etwas von der Außenwelt mit. Auch z.B. Windgeräusche, die öfters nicht gut unterdrückt werden, sind kaum noch wahrzunehmen. Der Charakter der Musik wird durch die ANC nicht unpassend verfälscht.. Top!

Transparenz-Modus 

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Das Rauschen stört hier etwas, Umgebungsgeräusche werden aber sicher durchgelassen. 

Adaptiver EQ, EQ-Modus "klassisch", getestet in Verbindung mit aktiver Geräuschunterdrückung:

Hier findet eine sehr große akustische Veränderung statt, die man zwiespältig bewerten sollte. Im Modus ohne den adaptiven EQ klingt Musik im direkten Vergleich zurückhaltend, wie aus der Distanz, die Tonalität aber ist recht neutral und passend. Schalten wir den adaptiven EQ an, so ist der Sound zwar direkter, unmittelbarer, dafür aber nimmt das Auflösungsvermögen ab, und die Tonalität ist nicht mehr absolut passend. Bei anderen Tracks dann findet eine völlig andere Veränderung statt, einzelne Frequenzen werden dann zu stark betont, andere sind zu leise. Klar, es kommt hier auf die persönlichen Präferenzen und aufs Quellmaterial an, aber der Unterschied fällt zu krass aus. Besser wäre es, wenn nach den Hörtests eine milde, sorgfältige Anpassung vorgenommen würde. Diese ist zu krass und man fragt sich auch, was der Ausgang des Hörtests mit eben dieser Darbietung zu tun hat. Um die DSP-Modi zu testen, schalten wir den apdativen EQ defintiiv aus, denn das wird sonst zu viel des Guten.

Freisprecheinrichtung

Kein Rauschen, nur bei höherer Lautstärke ab und zu minimal spitze Stimmwiedergabe - de Freisprecheinrichtung ist für die Preisklasse insgesamt überdurchschnittlich gut. 

Klang-Tests, Teil 2: DSP-Modi und Klangeindrücke
  • Klassisch: Recht ausgewogen, mit straffem, kräftigen Bass, der es aber nicht übertreibt. Angenehm auch bei längeren Hörsessions. Wir hören "Vivo Per Lei" von Andrea Bocelli und sind recht angetan, die Stimme Andreas kommt detailreicher heraus, als wir es dachten. Auch Georgias Stimme wirkt recht authentisch und besitzt erstaunliche Klarheit. Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nummer 5, 1. Allegro, ist die Durchhörbarkeit des Klaviers gut gelungen, und insgesamt ist das akustische Ergebnis recht neutral und gut detailliert. Für die Preisklasse prima, da schneiden nicht wenige Konkurrenten schlechter ab, sogar teurere. Der Modus ist auch für Hörbücher sehr gut geeignet. Wior hören "Anna Andersen und das verschwundene Mädchen", gelesen von Heike Warmuth. Die Stimme der deutschen Schauspielerin, die auch Sprechrollen fürs Lesen von Hörbüchern übernimmt, ertönt klar und charismatisch, zugleich aber auch angenehm, es sei denn, man dreht den Pegel deutlich zu hoch. 
  • Bassverstärkung: Oh - das geht deutlich besser als gedacht! Mit wuchtigem Bass und Nachdruck ertönen hier z.B. Club-/Trance- und Electronic-Titel. Bei "Eternity" von Mike Candys ist dieser Modus schlichtweg genial. Hier ist Leben im Bassbereich, unglaublich für einen TWS dieser Preisklasse. Da schaut der Großteil der Konkurrenz in die Röhre. Bei "Change With Me" von Belocca räumt der TWS ebenfalls ab und schieb mit einer Macht an, die wir kaum von einem Kopfhörer dieser Bauart kennen. Der Bass ist trotzdem präzise, und der Rythmus des Tracks kommt sauber und impulstreu heraus. Wir legen mit "Vibration" von Gigi D'Agostino und Luca Noise nach - und wieder dasselbe. Schub ohne Ende, der Song macht solche Freude, das ist weit überdurchschnittlich. Hier muss sich die etablierte Konkurrenz wirklich Sorgen machen.  Wir fragen uns: Hat dieser Bass-Plus-Modus auch bei der Filmton-Wiedergabe seine Daseinsberechtigung? Natürlich nicht bei dialogbetonten Filmen, sondern bei Action-Movies. Wir steigen bei "London Has Fallen" bei Laufzeit 23 Minuten ein und hören direkt in üppiges Fundament - und einen Tiefgang, den wir von nur wenigen TWS kennen. Hier wird der Spannungsbogen akustisch sehr schön zum Ausdruck gebracht, und die Explosionen sowie Schusswechsel verdienen auch ihre Namen, denn da ist Nachdruck und Pfeffer drin. Auch für Actionfilme eignet sich die Bassverstärkung, und es ist grandios, was der Capsule 3 Pro für eine dichte Atmosphäre schafft. 
  • Bass reduzieren: Auch diese Betriebsart ist nicht schlecht, gerade für Klassik- oder Jazz-Fans, und es wird nicht der Fehler gemacht, dass gar kein Bass mehr vorhanden ist und das Ganze fade wird. 
  • Elektronik: Zu vordergründig, tonal nicht ganz ausgewogen. Kann je nach Track aber durchaus etwas Spaß bringen, der Bass ist wuchtig und doch präzise, die Räumlichkeit prima. Beim Felix Jaehn-Remix des Shouse-Hits "Won't Forget You" bringt dieses DSP durchaus Freude, da ein intensiver, kräftiger und räumlich dichter Klang die Folge ist. Im Vergleich zur reinen Bass-Verstärkung erscheint das Elektronik-DSP hier noch dynamischer, lebhafter. 
  • Pop: Fade - braucht man nicht, da reicht der Standardmodus "klassisch" aus. 
  • Klassische Musik: Recht dezenter Modus, der nicht enorm emotional wirkt, aber auch tonal nichts verbiegt und sich durchaus für Klassik eignet.
  • Rock: Gar nicht so schlecht - bei "Land Of Confusion" in der Disturbed Cover-Version kommt durchaus Feuer in die Wiedergabe. Bei sehr hohem Pegel wird es aber etwas harsch, hier wechseln wir dann in den Standard-Modus "klassisch". Das gilt auch für "Self Ester" von The Offspring. Hier macht das Hören auch bei etwas lauterem Pegel mit dem "Rock" DSP viel Spaß, erst im obersten Pegelbereich sollte man auf ein milder abgestimmtes Programm ausweichen. 

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