XXL-TEST: Nubert nuConnect ampX - Kraftvoller, kompakter und flexibler Stereo-Vollverstärker

Nubert nuConnect ampX heißt der erste Vollverstärker aus dem Hause Nubert.  689 EUR kostet die Eigenentwicklung der Schwaben, für schnell entschlossene Frühbesteller wird der Preis noch bis zum 01. Dezember 2019 auf 639 EUR gesenkt. Fürs investierte Geld gibt es eine hochwertige Verarbeitung, zwei leistungsfähig Endstufen, eine umfangreiche Anschlussbestückung, die Steuerung per Bluetooth-App, eine Einmessung des aus akustischer Sicht stets kritischen Bassbereichs, eine erstklassige Phono-Vorstufe und ein großes, bestens ablesbares Display.

Verarbeitung

Seitliche Ansicht

Die Frontblende steht leicht über

Der Nubert nuConnect ampX ist optisch als recht schick und elegant zu bezeichnen. Sein Gehäuse mit den hochwertigen Kühlrippen-Seitenteilen und der etwas vorstehenden, präzise eingepassten Frontblende weist durchaus Familienähnlichkeiten auf.

Auch bei den nuVero-Lautsprechern steht dass Klangsegel über

Wir erinnern uns an die nuVero-Baureihe, bei der sich das Klangsegel ebenfalls vom eigentlichen Boxenkorpus abhebt, und zwar hinsichtlich der exponierten Stellung und hinsichtlich der Materialanmutung. Das Gleiche beim nuConnect ampX - das geriffelte Kühlrippen-Design der Seitenteile und die glatte Gerätefront sorgen für einen interessanten Kontrast.

Großer Lautstärkedrehregler

Display

Fernbedienung

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Das große, unter praktisch allen Bedingungen bestens ablesbare, sehr gut auflösende Display, die Abwesenheit zahlreicher Bedienelemente vorn, all das trägt zu einem harmonischen optischen Gesamteindruck bei. Der große Lautstärkeregler ist in der Farbe Silbern ausgeführt, ebenso der Standby-/On-Knopf. Die Rückseite des Verstärkers weist aus Sicht der Verarbeitung keinerlei Schwächen auf, und auch das Innenleben präsentiert sich aufgeräumt. Die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung wirkt hochwertig und ist übersichtlich. Der direkte Zugriff auf jeden Eingang ist mittels der Remote möglich, ebenfalls kann man die "Wide" Schaltung für eine erweiterte Stereobühne direkt mit dedizierter Taste bedienen.

Innenleben gesamt

Netzteil auf eigener Platine

Hauptplatine

Innenleben in der Übersicht

Zum Innenleben gibt es interessante Details aus technischer Sicht. Die beidseitig bestückte Hauptplatine trägt die MM/MC-Sektion und ist auch für die Ansteuerung des OLED-Displays zuständig. Anschlüsse, Bluetooth-Modul sowie Funkmodul (z.B. für die Zusammenarbeit mit aktiven Lautsprechern der nuPro X-Serie) sind ebenfalls auf der Hauptplatine untergebracht, ebenso DAC, DSP und die Verstärkereinheit. Eine komplett eigene Platine bekommt das Netzteil. Auch das trägt seinen Teil zum hervorragenden Rauschverhalten des Phono-Pre bei, aber auch generell ist eine eigene Platine fürs Netzteil ein Garant für eine störungsfreie Arbeit, ganz gleich, bei welcher Quelle.

Ausstattung

Der nuConnect ampX bringt 2 x 110 Watt starke, extrem effiziente digitale PWM-Endstufen mit. Die hochwertige Endstufe greift auf die aus der erfolgreichen X-Serie bekannte Digitalverstärkertechnik zurück. Der nuConnect ampX ist für Passivlautsprecher von 4 bis 8 Ohm Impedanz ausgelegt, sodass neben Nubert Boxen auch Schallwandler anderer Marken ohne Schwierigkeiten verwendet werden können - das trifft absolut zu, wie unsere Klangtestreihen später unter Beweis stellen.

Dabei profitiert der nuConnect ampX von der äußerst exakten Signalverarbeitung und der enormen Flexibilität der nuPro-Plattform, darunter die präzise Klangabstimmung mit Loudness-Schaltung und Equalizer. 

De umfassenden Verbindungsmöglichkeiten des nuConnect ampX sind hervorzuheben: Gleichgültig, ob TV, CD-Player, Bluetooth-Quellen wie Smartphone oder Tablet, oder aber auch ein Plattenspieler, eine Vielzahl an Quellen werden bedient.

Rückseite aus schräger Perspektive

Umfangreiche Anschlussbestückung 

Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Das Thema "Plattenspieler-Anschluss" lag Nubert besonders am Herzen, daher  entwickelte man für den nuConnect ampX einen sehr aufwändigen Phono-Preamp für den MM (Moving Magnet) und den MC (Moving Coil) Einsatz. Wir konnten uns nicht im Test in unserer Redaktion, aber vor Ort bei Nubert davon überzeugen, wie gut dieser Phono-Preamp gelungen ist. Bis zu enormen Lautstärken praktisch kein Rauschen, zudem: Weder Knacken noch Krachen beim Umschalten zwischen MM- und MC-Betrieb. Hier hat Nubert eine erstklassige, gerade für den Preispunkt exzellente Kombination aus Tradition und Moderne geschaffen. Die Eingänge in der Übersicht:

  • Phono MM/MC
  • analoger Cincheingang
  • Multi Adapter für HDMI-ARC.
  • 2x S/PDIF elektrisch (Cinch) max. 192 kHz, 24 bit
  • 2x S/PDIF optisch (TOSLINK) max. 192 kHz, 24 bit
  • 1x USB (USB-B) max. 192 kHz, 24 bit
  • 1x Bluetooth (SBC, AAC, aptX™HD, aptX™Low Latency)
  • 1x Wireless Empfänger (Schraubantennen) für Nubert X-Modelle

Auf ein Feature möchten wir zum Schluss dieser Disziplin noch eingehen. Der ampX kann drahtlos das Signal zweier nuPro X-Lautsprecher empfangen und damit ein Paar Passivboxen bespielen. So lässt sich im Handumdrehen ein einfaches Multiroom-System einrichten und die Welt der Aktiv- und Passivlautsprecher verbinden. Auch ein Paar nuPro X-Boxen in einer weiteren Zone kann über den ampX angesteuert werden, was sogar perfekt mit einem 2.1 System, also 2 x nuPro X plus ein drahtloser aktiver Subwoofer, in der Praxis funktioniert, mit optimalem Timing in Bezug auf den Subwoofer, verspricht Nubert.

Aufwändige Technik, umfangreiche Ausstattung

Unsere Bilanz: Die umfangreiche Ausstattung ist sehr zu loben, auf ein Streaming-Modul für den direkten Zugriff z.B. auf Spotify oder Tidal, vielleicht mittels Google Chromecast/Google Play oder DTS Play-Fi realisiert, verzichten die Schwaben. Nicht weiter schlimm, einen externen Streamer kann man problemlos anschließen.

Nubert-App: X-Remote mit inkludierter X-Room Calibration 

Weiteres, extrem interessantes Feature ist die Nubert "X-Room-Calibration", die in die X-Remote-App integriert ist.

Nubert X-Remote App

Die schicke Benutzeroberfläche der App wurde demnach um ein richtig nützliches Ausstattungsmerkmale erweitert. Die aktuelle X-Remote App ist für Apple iOS-basierte Devices bereits verfügbar, die Android-Variante wird schnellstmöglich nachgereicht.

Wichtig: Bei der X-Room Calibration handelt es sich ausschließlich um eine Einmessung im Bassbereich, und zwar bis maximal 160 Hz. Die Frequenzbereiche darüber tastet Nubert bewusst nicht an, um den Lautsprechern volle akustische Entfaltungsmöglichkeiten zu gewährleisten, was wir persönlich für sinnvoll halten.

Der Bassbereich aber, der oftmals durch störende Raummoden die gesamte Akustik negativ beeinflusst, gewinnt nach der Nubert X-Room-Raumkorrektur sehr deutlich. Das zeigen auch die Testreihen mit dem nuConnect ampX in unserer Redaktion. Innerhalb einer normalen, nicht akustisch optimieren Wohnzimmer-Umgebung eingesetzt, bietet der Vollverstärker nach der Kalibrierung des Bassbereiches einen klaren, präzisen Bass, praktisch kein "Aufschaukeln" und kein "Dröhnen" mehr. Das ist ein wirklicher klanglicher Gewinn.

Das Handling ist denkbar einfach. Man braucht nur das Smartphone mit der App darauf, kein separates Einmessmikrofon. Smartphone an, App aktivieren, Einmessung durchführen. Nach der erfolgten Einmessung noch die Daten übertragen, fertig. 

Eine Nahfeld-Messung direkt vor den Boxen ist nicht nötig, nur eine Einmessung vom Hörplatz aus. Weiteres cleveres Feature: Innerhalb der App ist es möglich, einen A/B Vergleich durchzuführen, Bassbereich eingemessen versus Bassbereich ohne Einmessung. Hier kann man selbst ermitteln, welcher akustische Zugewinn durch die X-Room Calibration möglich ist.

Ein grafischer EQ wird von der App ebenfalls bereitgestellt. Integriert in die App ist auch eine mehrstufige "Wide" Funktion, die effektiv die Stereo-Bühne erweitert, ohne die Präzision merklich zu schmälern. Wahlweise kann man die Wide-Funktion auch mittels eigener Taste auf der Fernbedienung verwenden. 

Hören mit X-Room

Hören ohne X-Room

Wide Sound, in 4 Stufen regelbar

Reichhaltige Klang-Optionen: Mitten-/Höhe-Regler, Bassregler, Loudness,grafischer EQ, Wide Sound

Grafischer EQ

Zudem gibt es im "Advanced" Menü der App noch zahlreiche weitere Einstellmöglichkeiten.

Menü "Advanced"

Unterpunkt "Subwoofer"

Die App ist grafisch sehr schön gemacht, mit dem vollen Funktionsumfang können noch andere Nubert-Komponenten bedient werden, unter anderem zwei neue Subwoofer, die wir gesondert behandeln, und die neue große Top-Soundbar nuPro XS-7500, auch hiervon gibt es später einen Test. Wer möchte, kann den nuConnect ampX natürlich auch mittels der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung steuern.

Klang 

Wir haben den Nubert nuConnect ampX bestimmt nicht unterfordert: Die Canton A45 haben wir mit dem kompakten Verstärker verbunden, die absolut pegelfest ist und an der sich der nuConnect ampX richtig "austoben" kann. Zudem haben wir nicht nur Musikmaterial, sondern auch Filmton zugeführt. Aber der Reihe nach, starten wir mit Musik über Bluetooth von Tidal und Spotify.

Klang Musik

Bei Diana Kralls Adaption von "Desperado" ist es direkt zu Beginn überraschend, wie kultiviert das Klavier ertönt. Natürlich waren wir uns beinahe sicher, eine tadellose Leistung vom nuConnect ampX erwarten zu können, aber dass wir sogar Teile der Anschlagdynamik heraushören konnten, hat uns doch erstaunt. Ebenso die Souveränität, mit der der kleine Vollverstärker auch bei hoher Lautstärke die Canton A45  befeuert. Keine Spur von mangelnder Dynamik oder nachlassender Durchsetzungskraft in tieffrequenten Bereichen - gelassen nimmt der nuConnect ampX auch deutliche Pegelsprünge nach oben zur Kenntnis und setzt diese umgehend um. Dianas Stimme ertönt mit sauberer Ausprägung, fein, charismatisch, aber zugleich auch mit dem nötigen Nachdruck. 

Und auch bei "Garden in The Rain", ebenfalls von Diana Krall, gefällt uns die impulstreue, direkte, kraftvolle Spielweise des nuConnect ampX. Und wieder ist es die Genauigkeit, mit der sowohl das Piano als auch die Stimme Dianas herausgestellt wird. Verschiedene akustische Ebenen unterteilt der Nubert Vollverstärker gekonnt. Die gebotene Räumlichkeit ist absolut realistisch und untermauert den Eindruck, dass der HiFi-Fan, der Wert auf ein besonders gutes Preis-/Leistungsverhältnis legt, mit dem nuConnect ampX nichts falsch macht. 

Bon Jovis Klassiker aus den 80er Jahren - "Living On A Player" veranlasst uns, wieder ordentlich am Lautstärkedrehregler des ampX zu drehen. Trotz der eher durchschnittlichen Güte des Quellmaterials schiebt der Verstärker von der Ostalb mit Nachdruck an. Beachtlich ist vor allem, was er noch alles an Kontur aus dem Track herausholt. Die gerade bei gehobener Lautstärke leicht blecherne Wiedergabe im Bereich der oberen Mitten kann er nicht ganz verheimlichen, was auch gut ist, schließlich ist es nicht Aufgabe eines ausgewogen abgestimmten Verstärkers, den Klang anders darzustellen, als er tatsächlich ist. Fetzig und nachdrücklich kommt die E-Gitarre heraus, der Bassbereich ist straff und recht kräftig. 

Phil Collins "In The Air Tonight" enthält einige Dynamiksprünge, die "nicht ganz ohne" sind. Kein Problem für den nuConnect ampX. Er ist sofort zur Stelle und lässt auch die Canton A45 groß aufspielen. Klar, bei extrem hohen Pegeln sind teurere Vollverstärker natürlich souveräner, öffnen den Raum noch weiter, schieben noch mehr Basskraft und Grobdynamik nach.

Aber: Der Nubert nuConnect ampX kostet keine 700 EUR. Für den Kaufpreis ist die Leistungsfähigkeit bestechend, und zwar in jeder Hinsicht. Das beweist er auch bei "I Wish It Would Rain Down" - die Bassschläge kommen exakt zum richtigen Zeitpunkt, die Koordination Stimme - Synthesizer stimmt, die Kraft bei den E-Gitarren-Einsätzen ist üppig, so dass man trotz der leichten Überhöhung des Hochtonbereiches (hier kann man den Treble-Regler ganz schlicht leicht in den Minusbereich bringen, das fördert die Harmonie) mit dem gesamten Resultat sehr zufrieden sein kann.

Wieder ist es das impulstreue Spiel, das sofort, steigt die Dynamik, mehr Kraft bereit stellt, das uns gefällt. Wir rufen uns immer wieder in Erinnerung: Keine 700 EUR. Da schnellen dann beide Daumen rasch nach oben - etwas Zauberei ist schon dabei, wenn sich die eigentlich nüchternen Nubert-Schwaben mit Entschlossenheit an die Konstruktion neuer Komponenten machen. 

Aber auch mit Club-Tracks des Jahres kommt der nuConnect ampX bestens zurecht: "Stars" von VIZE beweist einmal mehr, was für Kraftreserven im Inneren des kleinen Gehäuses schlummern. Auf den Punkt kracht der Bass in den Hörraum, er hat Wucht, Struktur und Präzision. Die weibliche Gesangsstimme wird sauber vom Rest des akustischen Geschehens getrennt, die kurzen Breaks im Rhythmus "verschleppt" der nuConnect ampX nicht, sondern zeigt seine schon aus den anderen Test-Stücken bekannte Impulstreue.  

Wir schieben gleich noch "Lights Go Down" von Mike Candy nach, auch hier lässt der nuConnect ampX wieder in erstaunlicherweise "seine Muskeln spielen". Hart ertönt der Kickbass, kleine akustische Effekte arbeitet der Verstärker fließend ein, ohne es bei anderen Strukturen an Prägnanz fehlen zu lassen. Pegelfest ist er auch bei solcher Art von Musik, gerade, wie schon mehrfach erwähnt, für den Kaufpreis ist es grandios, was der ampX bieten kann. 

Klang Filmton

Bei der Wiedergabe von Filmmaterial haben wir uns "James Bond 007 - in Quantum Trost" gleich von Beginn an angehört. Hier werden wir Zeuge einer nervenaufreibenden Jagd rund um den oberitalienischen Gardasee. 007, mit einem wichtigen Zeugen im Kofferraum, wird hier von Killern gejagt, die ihn nebst Gefangenem lieber tot sehen möchten.

Das Hochdrehen der Motoren beim Aston Martin DBS und bei den Alfa Romeo 159 Limousinen gibt der ampX sehr dynamisch wieder. Auch die heftigen Schüsse aus den automatischen Waffen der Killer haben richtig Nachdruck und "verhungern" auch bei höheren Lautstärken nicht.

Die zahlreichen Crashs bringt der nuConnect ampX sehr druckvoll zur Geltung, aber auch im Detail ist die Arbeit tadellos: Klar und mit präziser Ortung spritzen Glassplitter vom beschädigten Fahrzeug weg. Die wenigen vokalen Elemente in der Anfangssequenz arbeitet der Verstärker prima ins tonale Gesamtgefüge ein. 

Auch beim zweiten 007-Film "Skyfall", den wir uns anhören, setzt der nuConnect ampX Akzente. Er schafft es in der ersten Szene in Istanbul, auch bei eher ruhigen kurzen Sequenzen Atmosphäre aufzubauen, als Bond die getöteten beziehungsweise schwer verletzten MI6-Agenten in der Wohnung entdeckt. Sein Gespräch mit der Zentrale in London arbeitet der ampX akkurat heraus. Dann springt der Doppelnull-Agent hinaus auf de Straße und steigt dort in einen Land Rover Defender ein, den eine Kollegin steuert.

Sie jagen hinter dem flüchtenden Killer her, der in einem schwarzen Audi 5 Sportback unterwegs ist. Nach kurzer Jagd, die akustisch sehr gut zum Ausdruck kommt durch die Mischung aus kraftvoller Gesamtwiedergabe und prima Detaileinarbeitung, überschlägt sich der Killer Patrice, entsteigt dem Wrack und eröffnet sofort das Feuer aus seiner MP. Die donnernden Schüsse, das folgende Chaos auf dem Markt, all dies ordnet der Nubert nuConnect ampX sauber ein und stellt ein dynamisches, räumlich gut aufgebautes Klangbild bereit.

Als Patrice auf einer Enduro flüchtet, greift sich 007 ein anderes Geländemotorrad und rast dem Killer hinterher. Die Jagd führt die Motorräder auf die Dächer des Grand Bazars, die hochdrehenden Motoren gibt der ampX sehr lebendig wieder, und als die beiden Maschinen durch eine Scheibe direkt ins rege Treiben des Grand Bazars fliegen, wirkt dieser Effekt authentisch. Man muss bei all diesen Feststellungen bedenken, dass es sich "nur" um einen Zweikanal-Verstärker handelt und nicht um ein Mehrkanal-Gerät.

Klar, dass demjenigen etwas fehlt, der es gewohnt ist, in 5.1.4 oder auch nur in 5.1 zu hören. Aber für eine erstaunlich realistische Atmosphäre beim Filmabend ist das locker ausreichend, was der präzise und lebendig aufspielende nuConnect ampX bewerkstelligt. Die typische Nubert-Auslegung, die wir auch von den aktiven und passiven Lautsprechern des Hauses kennen, bringt auch der Vollverstärker mit: Neutral, mit realistischem Raumgefühl, und dazu im Bassbereich zupackend sowie pegelfest.

Als nützliches Feature innerhalb der "X-Remote App" erwies sich in unseren Testreihen gerade bei Filmton die mehrstufig regelbare "Wide" Funktion, die ein räumlich dichteres Klangbild bei trotzdem nach wie vor kaum negativ beeinflusster Präzision bereitstellt. Man kann durchaus sogar Stufe 3 innerhalb der Wide-Funktion anwählen - so hat man ein deutlich "spektakuläreres" Klangbild, ohne echte Nachteile. 

Konkurrenzvergleich

Denon DRA-800: Auf dem Markt derzeit für knapp 600 EUR zu finden, entpuppt sich der DRA-800 als moderner, umfangreich ausgestatteter Zweikanal-Netzwerk-Receiver, der sich bis auf einen bei hohem Pegel etwas spitzen Hochtonbereich kaum Schwächen leistet. Akustisch sehen wir den nuConnect ampX leicht vorn, hinzu kommt die geniale X-Room-Calibration. Der Denon kontert mit DAB-Tuner (schließlich ist er ein Receiver), Heos-Modul inklusive AirPlay 2 und umfangreicher HDMI-Sektion. So kompakt wie der Nubert ist der Denon nicht, aber Denon hat mit dem von uns noch nicht getesteten PMA-150H natürlich etwas Vergleichbares im Sortiment, wenn mit 899 EUR auch teurer. 

Yamaha A-S801: Ja, mit Highend D/A-Wandlern, aufwändigem Digital Top-Art-Konzept und USB-DAC verbucht der im klassischen 43 cm Rastermaß auftretende Yamaha zahlreiche Pluspunkte. Sein neutraler, detailreicher Klang gefällt, mit 799 EUR Marktpreis ist der A-S801 nicht zu teuer. Der kleine Nubert schlägt ihn aber trotzdem. Klanglich  harmonischer, angenehmer, und mit modernerer Ausstattung versehen, gelingt dem kleinen Verstärker aus Schwäbisch-Gmünd die nächste Überraschung. 

Fazit

Der Nubert nuConnect ampX untermauert erneut das Können der Tüftler aus Schwäbisch-Gmünd, etwas Besonderes, aber gleichzeitig technisch enorm Ausgereiftes auf die Beine zu stellen. Obwohl der nuConnect ampX der erste Vollverstärker aus dem Hause Nubert ist, zeigt er bereits einen enorm hohen Reifegrad. Mit aufwändiger Technik, was zum Beispiel Endstufen, Netzteil oder Phono-Vorstufe betrifft, kraftvoll-dynamisch-kultiviertem Klang, einer sauberen Verarbeitung und einer umfangreichen Anschlussbestückung setzt er weitere Akzente. Bedenkt man den Kaufpreis von unter 700 EUR, kann man den nuConnect ampX ohne Einschränkung als Lichtgestalt in der Vollverstärker-Szene betrachten. 

Exzellent klingender, kompakter und üppig ausgestatteter Vollverstärker zum enorm günstigen Preis

Stereo-Vollverstärker bis 1.000 EUR
Test 15. November 2019

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. November 2019

 

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