XXL-TEST : Marantz SACD30n - Highend-Universalplayer mit sensationellem Klang

Unter dem Oberbegriff „Modern Musical Luxury“ möchte Marantz zumindest aus optischer Perspektive seit einiger Zeit Neuland betreten. Dabei setzen die Japaner auf klassische Werte wie erstklassige Ingenieurskunst und kombinieren diese mit modernsten Technologien und progressivem Design. Für dieses Segment haben die Ingenieure den Vollverstärker Model 30 sowie den Netzwerk SACD/CD-Player mit Heos Modul SACD30n entwickelt.

In diesem Test widmen wir uns dem stylischen und modernst ausgestatteten SACD30N Netzwerk SACD/CD-Player. Der SACD30n ist in zwei eleganten Farbvarianten erhältlich. So stehen dem Interessenten eine silbergoldene oder eine schwarze Variante für je 3.199 EUR UVP zur Disposition. Wir haben für unseren Test die klassisch-schwarze Ausführung erhalten. 

Der Marantz SACD30n ist ein Universal-Player für digitale Quellen wie CDs, SACDs sowie hochauflösende Audiodateien und bietet, durch die HEOS Integration, Zugriff auf zahlreiche Streaming-Dienste. Zudem wurden dem SACD30n ein WLAN-Modul sowie Apple AirPlay 2 spendiert. Um für die Zukunft bestens gewappnet zu sein, ist der Marantz "Allesspieler" kompatibel zu den Sprachassistenten Amazon Alexa, Apple Siri und Google Assistant. Neben der klassischen Compact Disc gibt er hochauflösende Dateiformate wie FLAC HD oder DSD von SACD oder aus dem Netzwerk wieder und bietet eine D/A-Wandler-Funktion. Dank der Unterstützung von Dateiformaten bis 11,2 MHz (Quad-DSD) und 384 kHz/32 Bit (PCM) über USB-B/USB-DAC ist dieser für die Zukunft bestens gewappnet.

Auch beim Thema Klangdynamik werden hier keine Experimente gemacht. So basiert der Marantz SACD30n auf einem maßgeschneiderten HDAM (Hyper-Dynamic Amplifier Module), einer Platine mit diskreten Schaltkreisen, speziell von Marantz entwickelt. Dafür wurden aber nicht einfach Bauteile von der Stange verwendet, sondern es wurden die spezifischen Einzelteile sorgfältig ausgewählt und geprüft, bevor diese Einzug in den Marantz SACD30n hielten. Nach diesen ganzen technischen Rafinessen wurde der noble Universalplayer aufwändig von einem erfahrenen Marantz Soundmaster feingetunt. 

Bedienelemente Front 1

Der Aufbau des Marantz SACD30n zeigt sich ebenfalls von seiner besten Seite. Das Gehäuse des Multitalents besteht aus massiven Metall und macht auf uns einen sehr wertigen Eindruck. Als optisches Highlight nehmen wir die elegant auftretenden, von der Oberfläche her welligen Elemente im linken und rechten Teil der Front war. Ebenfalls sehr schon gestaltet präsentiert sich der mittlere Teil der schwarze Frontblende. Hier sind die Bedienelemente sowie das Display untergebracht und werden seitlich, dadurch indirekt, beleuchtet, was den Eindruck großer Noblesse weiter fördert. 

Indirekte Beleuchtung für das Frontpanel

Und wenn wir schon beim Thema Bedienelemente sind, möchten wir darauf natürlich etwas genauer eingehen. Wir beginnen mit den Knöpfen im rechten Teil. Da der SACD30n über einen diskret aufgebauten Kopfhörerverstärker verfügt, befindet sich auf dem Frontpanel ein Drehregler für die Kopfhörerlautstärke. Rechts daneben befindet sich die Anschlussbuchse für den Kopfhörer. Neben dem "Phones Level"-Regler befindet sich der "Back"-Taster, dieser ermöglicht ein Zurückkehren zum vorherigen Parameter. Darüber sitzt das zentrale Bedienelement, bestehend aus Navigationselementen mit Pfeil sowie dem Enter-Taster, für ein Navigieren in den Untermenüs. 

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Frontdisplay des SACD30N sowie geschlossene CD-Schublade

Mittig eingebettet in einem schwarzen Frontpanel aus Metall sitzt ein mehrzeiliges Display, das über den gewählten Eingang oder auch über die derzeitige Wiedergabe informiert. Das Display ist hervorragend ablesbar und die Laufschrift absolut ruckelfrei. 

Über dem Display befindet sich die Disc-Schublade für das von Marantz selbst entwickelte SACDM-3L Disc-Laufwerk. Dieses soll für höchste Präzision beim Einlesen und Abspielen von Discs sorgen. Nach dem Öffnen der Schublade ist ein leichtes Spiel an der Disc Schublade tastbar. Die Einlesezeit möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten und so vergehen ca. 10 Sekunden, bis die Compact Disc eingelesen wurde und abspielbereit ist, gestoppt haben wir erst ab geschlossener Disc-Schublade. Kein besonders guter Wert, in Anbetracht der Preisklasse.

Disc-Schublade im geöffneten Zustand

Bedienelemente in linken Teil der Frontblende

Auch im linken Teil der Frontblende befinden sich am SACD30n zahlreiche Bedienelemente. So befinden sich dort der Ein-/Aus-Knopf, ein Taster zum Öffnen der Disc-Schublade sowie ein Drehregler für die Eingangswahl. Links neben dem Ein-/Aus-Taster befinden sich die Systemtasten, die über zahlreiche Funktionen verfügen. Hiermit kann z.B. die Wiedergabe gestartet, beendet bzw. pausiert werden. Zudem befinden sich auch hier Pfeiltasten für ein Skippen während der Wiedergabe. Die Funktionselemente haben allesamt einen sehr guten Druckpunkt und machen einen äußerst hochwertigen Eindruck. Der Drehregler für die Eingangswahl besitzt eine Rasterung, die einen ausgezeichneten haptischen Eindruck auf uns macht. 


Hochwertige Fernbedienung

Um den Marantz SACD30n aus der Ferne zu navigieren, befindet sich im Lieferumfang eine hochwertige Fernbedienung. Diese ist aus schwarzem Kunststoff gefertigt und die Oberseite wurde mit einer grauen Metallplatte veredelt. Die Remote macht einen sehr hochwertigen und massiven Eindruck in der Hand. Sehr gut gefällt uns die Veredelung der Fernbedienung mittels goldener Elemente.

Die verschiedenen Taster für die Eingangswahl im Detail

Die Fernbedienung wurde mit goldenen Akzenten aufgewertet

Frontansicht mit geöffneter Disclade

Rückseite des Marantz SACD30n

Widmen wir uns nun der Rückseite des Marantz SACD30n zu. Links und rechts befinden sich jeweils eine Antenne, um möglichst eine störungsfreie, stabile WLAN- und/ oder Bluetooth-Verbindung zu ermöglichen.

Analoge Audioausgänge

Starten wir nun mit der Anschlusssektion des Marantz SACD30n und beginnen mit dem linken Anschlussfeld. Dort befinden sich die analogen Cinch-Audioausgänge. Der SACD30n verfügt zusätzlich zu den normalen analogen Audioausgängen mit fixem Pegel (FIXED) auch über analoge Cinch-Audioausgänge mit variablem Pegel.

Netzwerk- sowie USB-Anschluss

Neben dem Dualband-WLAN Modul bringt der SACD30n zusätzlich über eine Netzwerkbuchse, so ist es möglich, den Payer auch per LAN-Kabel ins Netzwerk einzubinden. Daneben befindet sich der USB-Anschluss, an dem man z.B. ein Speichermedium wie einen USB-Stick anschließt.

Digitale Audioeingänge

Auch als D/A-Wandler kann der SACD30n fungieren, indem ein Computer mithilfe eines handelsüblichen USB-B-Verbindungskabels an den USB-DAC-Anschluss auf der Rückseite des Geräts angeschlossen wird. Daneben befindet sich der koaxiale Digitaleingang sowie die beiden optischen Digitaleingänge, für die Anbindung weitere Wiedergabegeräte. 

Weitere Anschlüsse

Über zwei WLAN/Bluetooth Antennen verfügt der SACD30n

Wir sind beeindruckt von der enorm hohen Fertigungsqualität, der Liebe zum Detail und der progressiv-eleganten Optik. Was wir allerdings vermissen: XLR-Terminals und AES/EBU-Digitalschnittstelle. 

App-Konnektivität und Ersteinrichtung

Wie wir eingangs bereits erwähnt haben, besitzt der Marantz die HEOS Built-In-Funktionalität. Das bedeutet, dass bereits vorhandene Denon oder Marantz Komponenten mit dem SACD30n für den Multiroom-Verbund verknüpft werden können. Durch das HEOS Built-In-Modul erhält der Nutzer Zugriff auf zahlreiche Streamingdienste wie z.B. Spotify, Amazon Music, Napster, Tidal, Deezer sowie Soundcloud. Zudem ist in der App Tune In verknüpft und öffnet die Tür für die Verwendung der Internetradio-Plattform. Mittels der App lassen sich aber auch verschiedene Einstellungen am Gerät vornehmen. Wir haben von der HEOS App in Verbindung mit unserem Testkandidaten einige Screenshots erstellt:

Nach starten der App wird der Marantz SACD30n sofort erkannt und die App teilt uns mit, dass ein Softwareupdate für den Testkandidaten verfügbar ist

Nach der Bestätigung startet das Software-Update

Die App teilt uns nun die abgeschlossene Aktualisierung mit

Unser Testgerät in der Übersicht

In diesem Punkt lassen sich zahlreiche Einstellungen am Gerät vornehmen

Auch per WLAN kann der SACD30N ins Heimnetzwerk eingebunden werden

Die Qualität der Wiedergabe kann ebenfalls beeinflusst werden

Die TV-Ton Gruppierung in der Übersicht

Übersicht: Wiedergabe einer Internetradio-Station

Die Wiedergabe von Spotify erfolgt wie üblich direkt über die Spotify App (Spotify Connect)

Auch bei diesem Denon/Marantz Testgerät dürfen wir wieder feststellen, dass die HEOS Plattform erstklassig funktioniert und auch die Kopplung mit anderen Geräten aus dem Konzern immer erfolgreich vonstatten geht.

Klang

Denon AVR-X4700H

Vorausschicken möchten wir hier, dass wir den SACD30n mittels hochwertiger, möglichst kurzer analoger Cinch-Kabel mit unserem Denon AVR-X4700H verbunden haben. Kurz zum AVR-X4700H, denn gerade das Thema "DAC" bedarf auch hier der Erläuterung. Denn: Unser Testsample hat noch den AKM DAC verbaut, der mittlerweile nicht mehr verwendet wird. Da es einen Brand in der AKM-Manufaktur gab, musste Denon auf DACs eines anderen Anbieters zurückgreifen, was eigentlich schade ist, denn der AKM-D/A-Wandler arbeitete unserer Meinung nach äußerst präzise und mit homogenem Klang - auch, wenn natürlich der DAC im SACD30n deutlich hochwertiger ist. 

Wenden wir uns nun aber endlich dem Thema zu, warum wir den SACD30n analog angeschlossen haben. Ein extrem hochwertiger Digital-Analog-Wandler, kurz DAC oder auch D/A-Wandler, kann den Klang wesentlich ins Positive beeinflussen. Und da der SACD30n einen solchen Highend-DAC besitzt, liegt es natürlich nahe, diesen Anschluss-Weg zu gehen. Digital sollte man den Universal-/Netzwerk-Player lediglich dann mit dem Verstärker oder der Vorstufe verbinden, wenn dieser oder diese einen nochmals besseren DAC verbaut hat - was in der Praxis nicht oft der Fall sein dürfte. Verbinden wir den SACD30n digital, wäre es ein für unseren Geschmack zu "esoterischer" Aspekt, über den "grandiosen" Digitalklang zu philosophieren. Die Meinungsbilder zu diesem Themenkomplex unterscheiden sich komplett, manche sind entschieden der Auffassung, auch digital ließen sich größere Unterschiede in der akustischen Performance heraushören, die andere Seite negiert dies entschieden. Wir halten uns aus diesem "Glaubenskrieg" heraus und genießen die hervorragende Arbeit des DACs in unserem SACD30n.

Canton Vento 886.2 DC

Als Lautsprecher griffen wir auf unsere "Redaktionslieblinge", die Canton Vento 886.2 DC, zurück.

Starten wir also durch. In diesem Abschnitt möchten wir nun feststellen, wie es um die klanglichen Eigenschaften des Marantz SACD30N bestellt ist. Da die Wiedergabemöglichkeiten sehr zahlreich sind, beginnen wir mit der Wiedergabe von Spotify über die HEOS App. Als ersten Titel lassen wir uns "Wherever I May Roam" von J Balvin abbilden und klären zu Beginn noch kurz über den Titel auf, der eigentlich von Metallica ist. Richtig, der Titel wurde fürs Album "Blacklist" von Metallica von J Balvin eingespielt. Der Titel beginnt mit einem Gitarrensolo und wird nach ein paar Sekunden von harten Kickbässen sowie Sprechgesang untermalt. Die Gitarre klingt absolut natürlich und authentisch, die Kickbässe werden auf den Punkt in den Hörraum abgegeben. Sind sind hart, trocken und auf bei tieferen Frequenzen erklingen diese absolut korrekt. Als der Titel dann deutlich an Fahrt aufnimmt und auch James Hetfield seine Gesangskunst zum Besten gibt, bleibt der Marantz Kandidat absolut sauber und solide. Die Stimmfarbe wird nicht verfälscht sondern erklingt so, wie wir Metallica Live in München erleben durften. Vergleichen wir mit der Wandlung durch den AVR-X4700H: Weniger Kontur insgesamt, der Bass trifft nicht so hart und trocken den Punkt und die Stimme wirkt "leicht zurückgezogen".

Weiter geht es mit langsameren Klängen und wir starten die Wiedergabe von "Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper. Der Titel startet mit einem Solo aus Bradleys Gitarre, welches ohne Einschränkungen hervorragend vom Marantz umgesetzt wird. Auch als Bradley mit dem Gesang beginnt, sind wir verblüfft, welche Räumlichkeit und Natürlichkeit der SACD30N in den Hörraum bringt. Wir haben diesen Titel in den letzten Monaten wirklich sehr oft gehört, durften aber eine so überzeugende Loslösung der Stimme noch nicht hören. Auch die facettenreiche Wiedergabe von Lady Gagas Vocals ist hervorragend, ihre sehr spezielle Stimme verdeutlicht uns der SACD30n akkurat.

Nun beginnen wir mit der Wiedergabe von "The Prayer" von Andrea Bocelli/Celine Dion. Wir sind sehr erstaunt, was der Marantz nun in unserem Hörraum vollbringt und wir kommen uns so vor, als würden die beiden Akteuere direkt vor uns stehen. Celine Dions Stimme wirkt auf uns total ergreifend, feinfühlig, zart und dennoch mit genügend Aussagekraft. Alle verwendeten Instrumente wirken absolut harmonisch und bescheren eine sehr facettenreiche, filigran anmutende Gesamtwiedergabe. Auch die Bläser, die zu Beginn die Wiedergabe unterstreichen, werden mit einem voluminösen und tiefen Bass dargestellt.

Als nächstes möchten wir die Wiedergabe von Internetradio-Stationen testen. Wir wählen über die HEOS App den Stream von Antenne Bayern aus, auf dem gerade "Way Down We Go" von Kaleo läuft. Auch hier brilliert der SACD30N mit einer sehr homogenen und räumlichen Wiedergabe. Die Stimmwiedergabe gefällt uns erneut extrem gut und wirkt zu keiner Zeit verfälscht oder unnatürlich. Der Bass hat viel Struktur und eine lebendige Staffelung. Erstaunlich, welch hohe akustische Güte offeriert wird, wo doch die eigentlich zugrunde liegende Auflösung des Streams wenig vielversprechend ist. 

Wenden wir uns nun der Wiedergabe von hochauflösender Musik in FLAC von 48 kHz/24-Bit bis 96 kHz/24-Bit von unserem NAS-System zu. Gern hätten wir auch die Güte von Titeln in Tidal Master Quality überprüft, aber leider gehört die dazu notwendige MQA-Wiedergabe derzeit nicht zu den Features der Heos-Plattform. Also nehmen wir hochauflösende Flac-Dateien und beginnen mit der Coverversion von Diana Krall von "Desperado", dem Album "Wallflower" entnommen. In 48 kHz/24-Bit offeriert uns der SACD30n einen hervorragenden Detailreichtum, die rauchige, melancholische Stimme Dianas arbeitet er exzellent heraus, und auch die Anschlagdynamik beim Piano lässt der Player nicht außer acht. Der Klang, leicht warm, ist fein gestuft und in sich absolut homogen. Wechseln wir zur legendären Arie "Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot", dargeboten von Star-Tenor Jonas Kaufmann (96 kHz/24-Bit). Sehr rein, sehr klar, mit exakter Gewichtung aller Konturen, macht sich der SACD30n ans Werk. Er gibt Jonas' Stimme mit einer so gelungenen Ausgewogenheit wieder, dass man mit geschlossenen Augen denken könnte, der Opernsänger würde direkt bei uns im Hörraum auftreten. Das liegt erneut am bestechenden Herausarbeiten stimmtypischer Charakteristika, die wir in dieser Ausprägung unabhängig von der Preisklasse nur selten hören durften. 

Beim nächsten Titel möchten wir das Disc-Laufwerk auf Herz und Nieren testen. Dazu legen wir dei SACD mit Carl Orffs legendärer "Carmina Burana" ein und starten mit "O Fortuna" und "Fortune plango vulnera" durch. Der SACD30n schafft es, eine grandiose Struktur ins Klangbild zu bringen, fein durchmodelliert präsentiert sich derr Gesang des Chors, mit Präzision und Nachdruck ertönt die Pauke. Die gesamte Dynamik ist exzellent, im Groben wie auch im Feinen. Der SACD30n sucht mit messerscharfer Präzision auch in den hinteren klanglichen Ebenen nach Details und holt diese mit bestechender Impulstreue hervor. Die teils massiven Dynamiksprünge werden detailreich und unmittelbar in den Hörraum transportiert. 

Die SACD "James Bond Themes" ist im jetzigen Testlauf unser "Opfer". Gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra, ertönen berühmte 007-Filmmelodien rein instrumental. Wir lauschen "Live and let die" und sind wieder einmal begeistert von der enormen Dynamik, die der SACD30n offeriert. So direkt, so unmittelbar - das ist überwältigend, schon am Denon AVR-X4700H, der ja durchaus noch "bürgerlichen Preisklassen" entspringt. Die dynamischen Sprünge arbeitet der SACD30n brillant heraus, gerade bei diesem Stück verdeutlicht er uns, was es bedeutet, auf einen erstklassigen DAC setzen zu können. Auch bei "The Man with the golden gun", dem nächsten Stück, modelliert er den eher ruhigen, melancholischen Beginn sauber heraus und öffnet hier schon weit den Raum, selbst bei moderatem Pegel. Die Streicher erklingen detailreich und fein, nie zu metallisch, sondern weich, angenehm. Auch alle anderen Instrumente des großen Orchesters haben extrem präzise gezogene Konturen und entfalten sich nahezu optimal. 

Jetzt legen wir eine herkömmliche Compact Disc in den Marantz SACD30n ein und hören den Titel "La Passion" von Gigi D'Agustino. Der Track beginnt mit Synthesizern, die in sich stimmig und komplett glaubwürdig erklingen. Auch der langsam einsetzende und anschließend steigernde Gesang wirkt harmonisch und präsentiert sich ausgezeichnet integriert. Als der Titel dann nach ca. zwei Minuten an Fahrt aufnimmt, kann der SACD30N durch eine sehr kultivierte und zugleich sehr dynamische Gesamtwiedergabe überzeugen. 

beyerdynamic T1 der dritten Generation 

Zum Schluss checken wir noch den verbauten High Class-Kopfhörerverstärker. Wir greifen auf Hi-Res-Audiomaterial in Flac 96 kHz/24-Bit von unserem NAS-System zurück und freuen uns über die enorm facettenreiche Präsentation von Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in A-Dur (KV 219), erstes Allegro. Die Violine besitzt Strahlkraft, ohne je ins Aggressive abzudriften, und die Einsätze des gesamten Orchesters erfolgen mit Verve und der nötigen Durchsetzungskraft. Als Kopfhörer greifen wir auf den beyerdynamic T1 der dritten Generation zurück, ein adäquater Partner für den edlen Marantz, der durch seine homogene, kultivierte und glaubwürdige Wiedergabe im Test für Begeisterung sorgen konnte. Wir wechseln zu "Basil" von Mark Knopfler, in Flac 192 kHz/24-Bit. Und hier erweist sich die Kombination Marantz SACD30n/beyerdynamic T1 als ohne Abstriche erstklassig: Mit dem richtigen Maß an lebendigem Volumen erklingt Marks Stimme, die Gitarre wirkt bis ins Detail authentisch. Der Bass hat Volumen und Kraft, was zu einer sehr fundierten, emotional tief gehenden Wiedergabe führt. 

Fazit

Kommen wir nun zum Ende unseres Test und zum Fazit zum Marantz SACD30n. Mit dem Slogan „Modern Musical Luxury“ kombiniert Marantz die klassischen Werte eines SACD-Player mit modernsten Technologien und Wiedergabemöglichkeiten - somit können wir die Kernaussage des Herstellers voll und ganz bestätigen. Der SACD30n kann als klassischer SACD/CD-Player ebenso einsetzt werden wie als reiner DAC, als Netzwerkplayer oder auch als Standalone-Device: Denn wer mittels Kopfhörer der Lieblingsmusik lauschen möchte, hat Zugriff auf einen erstklassigen Kopfhörerverstärker. Zum Thema Netzwerkplayer und Multiroom: Dank der bewährten und im höchsten Maße zuverlässigen HEOS Technologie sind nahezu sämtlichen relevanten Streaming-Funktionen per App einfach zu kontrollieren. Klanglich brilliert der SACD30n bei analogem Anschluss an den Verstärker über alle Maßen: Fein nivelliert, mit großartiger Dynamik und höchster Ausgewogenheit begeistert der japanische Universalplayer über alle Maßen. Selbst der hohe Kaufpreis von 3.199 EUR ist, so unsere Meinung, absolut gerechtfertigt. Denn auch das Finish und die Materialgüte sind grandios. Bleiben nur zwei Kritikpunkte: Das Anschlussangebot umfasst keine XLR-Terminals, und die HEOS Technologie ist nach wie vor nicht kompatibel zu MQA. 

Audiophiles Wiedergabegerät mit sehr schicker Optik und überragenden Wiedergabemöglichkeiten

Gesamt-Referenz Universalplayer Luxusklasse
Test 

 

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher 
Datum:

 

 

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