XXL-TEST: Denon 9.2-Kanal-AV-Verstärker AVC-X4700H - Neunkanal-Modell mit 11.2-Signalverarbeitung

Der Denon AVC-X4700H für 1549 EUR ist ein voll ausgestatteter AV-Verstärker, der   sich für anspruchsvolle Hörer bestens eignen soll. Er ist sozusagen der "Kleinste der Großen" und bringt schon zahlreiche konstruktive sowie technische Merkmale aus der "Champions League" der Denon AV-Verstärker mit. Klar, es gibt für 1.099 EUR noch den AVC-X3700H, ebenfalls einen Neunkanal-AV-Verstärker. Dieser basiert aber auf einer kleineren Plattform und ist demnach "der Größte der Kleinen".

Grundmerkmale

Mit neun Endstufen (jede einzelne maximal 200 Watt stark), 11.2 Kanal-Vorstufe sowie Decodern für Dolby Atmos, DTS:X und Auro-3D rückt der AVC-X4700H aus, um den anspruchsvollen Heimkino- und Mehrkanal-Liebhaber glücklich zu machen. Wahlweise in Premiumsilber oder in klassischem Schwarz drücken sich die japanischen Glückshormone im heimischen Rack aus. Zunder gibt es von den neiden ADI Griffin Lite-DSPs, die in Windeseile zum Beispiel die für die 3D-Audiowiedergabe notwendigen Echtzeit-Berechnungen durchführen. Zu den oben genannten Decodern gesellt sich noch das auf DTS:X fußende IMAX Enhanced, virtuelle Spielereien für DTS und Dolby, sollte das Lautsprecher-Setup nicht vollständig sein (inklusive virtuellem 3D-Audio) und natürlich alle Audio-Upscaler (Dolby Surround, DTS Neural:X sowie Auro-Matic).

Rückseite

HDMI-Terminals mit 8K-Fähigkeit

Nicht von überdurchschnittlicher Qualität sind die Lautsprecerkabel-Anschlussterminals

Der AVC-X4700H unterstützt aktuelle HDMI-Videotechnologien wie 8K/60Hz und 4K/120Hz Pass-Through (an einem Eingang), Dolby Vision, HDR10, HDR10+, Dynamic HDR, HLG sowie 8K-Upscaling und HDCP 2.3-Unterstützung an allen HDMI-Eingängen- Insgesamt stehen 8 HDMI-Eingänge und 3 HDMI-Ausgänge bereit. Klar dürfte sein, dass auch Dualband-WLAN (2,4/5 GHz), Ethernet-Buchse sowie Bluetooth nicht fehlen. Nimmt man noch eine weitere externe Zweikanal-Endstufe hinzu und hängt diese an die dafür vorgesehenen Cinch Pre-Outs, kann man dank des 11.2 Decodings der Vorstufe auch 7.1.4 Setups aufbauen, und natürlich ebenso Setzps mit 2 aktiven Subwoofern - zwei Subwoofer-Pre-Outs gehören schon seit langer Zeit zu den gängigen Features. 

Weitere Features umfassen das bewährte Heos-Modul, mit dem man zum Beispiel beliebte Musikdienste wie Spotify, TuneIn Internet Radio, Amazon Music HD oder TIDAL streamen kann. Überdies ist der AVC-X4700H kompatibel zu Apple AirPlay An hochauflösenden Audioformaten werden WAV, FLAC, ALAC und DSD 2,8/5,6 MHz akzeptiert, diese Dateien können über USB oder via Netzwerk abgespielt werden. Hier scheint etwas Kritik durch - es fehlt die DSD 11,2 MHz Kompatibilität und, was schwerer wiegt, die Kompatibilität zu MQA. Der Denon AVC-X4700H ist ferner kompatibel zu Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Siri. 

Einmessmikrofon

Was die Bedienung und die Einrichtung angeht, setzen Denon und Marantz seit Jahren Maßstäbe. Der AVC-X4700H macht da keine Ausnahme. An Bord befindet sich der Denon Installations-Assistent, der auch weniger versierte Anwender durch den Prozess der ersten Einrichtung führt. Dies geschieht Schritt für Schritt, inklusive Endstufen-Konfiguration, Audysse MultEQ XT32-Einmessung an bis zu 8 Hörpositionen, Netzwerk-Einbindung, Verbindung zum TV und Ein-/Ausgangs-Setup. 

Setup-Assistent

Hier haben wir für Sie die Ersteinrichtung in Screenshots festgehalten:

Start mit der Sprachwahl

Erklärung des Assistenten

Übersicht über alles, was man zur ersten Einrichtung benötigt

Der Assistent startet mit Aufstellung und Anschluss des Lautsprechersystems


Genaue Anweisungen, passende Grafiken: Der Anschluss des rechten Frontlautsprechers wird erklärt

Natürlich werden 3D Audio-Setups mit einbezogen

Height-/Deckenlautsprecher-Layout

Platzierung

Atmos Top-Firing-Module

Ein Subwoofer oder zwei Subwoofer?

Überprüfung des Anschlusses

Nun beginnt der Prozess der Lautsprecher-Einmessung mittels Audyssey MultEQ XT, an bis zu 8 Positionen wird eingemessen

Auch hier bietet der Assistent präzise und verständliche Anweisungen für die richtige Einmessung

Es empfiehlt sich, das Mikrofon auf einem höhenverstellbaren Kamerastativ für beste Ergebnisse in Ohrhöhe zu befestigen

Fehler werden sofort gemeldet, nicht immer aber hat das Einmesssystem Recht

Weitere Zusatzfunktionen aus der reichhaltigen Audyssey-Suite werden angeboten

Netzwerkeinrichtung 

Herstellen einer HDMI-eARC/ARC-Verbindung zum TV

HDMI-Steuerungs-Funktionen aktivieren, ja oder nein

Anschluss der Quellgeräte

Hinweis auf verfügbare Apps

Nun ist die erste Einrichtung beendet

Insgesamt, das stellen wir immer wieder fest, stellt der Assistent für die erste Einrichtung wirklich eine große Hilfe dar. Dadurch, dass der Installationshelfer fest im AVC verbaut ist, benötigt man auch kein Smartphone, Tablet etc., um eine etwaige App als Hilfe für die Inbetriebnahme zu starten.

Menüs des AVC-X4700H im täglichen Betrieb

Einrichtungsmenü

Audio-Menü

Lautstärke-Parameter

Audyssey-Einstellmöglichkeiten

Videomenü in der Übersicht

Video-/Ausgabe-Einstellungen

Bildschirmmenü/OSD

Video/4K/8K Signal-Format

Eingangsmenü

Manuelle Lautsprecher-Konfiguration

Lautsprecher: Endstufenzuweisung

Netzwerk-Menü

Menü "Allgemein" z.B. für die Änderung der Menüsprache und der Aktivierung des Eco-Modes

Gespeicherte Konfigurationen können geladen werden

Hier kann man jederzeit den Assistenten für die erste Einrichtung starten

Die Menüs bieten eine enorme Funktionsvielfalt, lassen sich aber vergleichsweise einfach handhaben. Klar, für wenig versierte Anwender ist es schon viel Wissen, was erforderlich ist, um alles zu erfassen. Aber mit etwas Übung kommt man ziemlich schnell zurecht. 

Technik und Features um Überblick

Zum Abschluss haben hier alle wichtigen Features des AVC-X4700H in der Übersicht zusammengestellt:

  • Leistungsstarker diskreter 9-Kanal-Verstärker mit 200 W pro Kanal (an 6 Ohm, 1 kHz, 1 % Klirr, 1-Kanal-Betrieb) beziehungsweise 165 Watt (6 Ohm, 1 kHz, 0,7 Prozent Klirr 2-Kanal-Betrieb) oder 125 Watt (20 Hz bis 20 kHz, 0,08 % Klirr, 2-Kanal-Betrieb)
  • 3D-Sound: Decoder für DTS:X (inklusive DTS Neural:X), Dolby Atmos (inklusive Dolby Surround) und Auro-3D (inklusive Auro-Matic) von Quellen wie Dolby Atmos, Dolby Atmos Height Virtualization, DTS:X, DTS Virtual:X und Auro-3D. Auch vorhanden: IMAX Enhanced.
  • Volle Unterstützung von 8K/60Hz und 4K/120Hz: Der 8K-Eingang und zwei Ausgänge ermöglichen 8K/60Hz- und 4K/120Hz-Pass-Through. 8K-Upscaling (niedriger auflösende Quellen werden auf bis zu 8K hochgerechnet) ist für alle 8 HDMI-Eingänge verfügbar.
  • Umfangreiche HDMI-Anschlussbestückung: Mit 8 HDMI-Eingängen mit voller HDCP 2.3-Unterstützung sowie 3 HDMI-Ausgängen kann man bequem alle bevorzugten Mediengeräte anschließen und bis zu drei Bildschirme gleichzeitig ansteuern.
  • HDMI mit eARC für die einfache Verbindung mit dem TV, unterstützt auch Dolby Atmos
  • Support für umfangreiche HDR-Features, auch für Gaming: Quick Media Switching (QMS), 4K/120Hz Pass-through, variabler Bildwiederholfrequenz (VRR), Auto Low Latency Mode (ALLM) und Quick Frame Transport (QFT)
  • Umfangreiche High Dynamic Range-Kompatibilität:DUnterstützt alle relevanten HDR-Formate: HDR10, HDR10+, HLG, Dolby Vision sowie Dynamic HDR 
  • Neue DSPs für mehr Rechenleistung: Beim AVC-X4700H kommt die gleiche DSP-Architektur wie in denn Topmodellen zum Einsatz, um alle 3D-Sound-Decoder und Nachbearbeitungstechnologien verwenden zu können. Außerdem ermöglicht die große Rechenleistung der DSPs auch 11.2 Decoding. Das wiederum hat den Vorzug, dass man eine optionale Stereo-Endstufe anschließen kann, um ein 11.2-Kanal-Heimkino-Setup zu genießen.
  • Audyssey MultEQ XT32, Dynamic Volume, Dynamic EQ, LFC und Sub EQ HT: Liefert eine exakte Klanganpassung für jeden Raum und die verwendeten Lautsprecher einschließlich Subwoofer-EQ für die Optimierung der Wiedergabe tiefer Frequenzen).
  • Unterstützung von Apple Siri, Amazon Alexa, Google Assistant per Skill, entsprechend kompatibler Smart Speaker notwendig
  • Heos-Modul mit umfangreichen Streaming-Optionen: Support von Spotify, TuneIn Internet Radio, Amazon Music HD, TIDAL, Deezer etc. Zudem kann man Musik von PCs, Notebooks, Home Servern und NAS-Systemen wiedergeben
  • Apple AirPlay 2 Support und "Roon tested" (Roon Core-Device und Roon-Abo/10 EUR pro Monat erforderlich)
  • Hi-Res-Audio-Unterstützung (FLAC-, ALAC- und WAV-Unterstützung sowie DSD 2,8/5,6MHz)
  • Einfaches Einbinden in ein Heos-Multiroom-Setup, Steuerung per Heos-App
  • Anschlussvielfalt: 2 Subwoofer-Ausgänge und dedizierter Phono-Ausgang
  • TV-Audio in allen Zonen: Spielt den Ton vom TV in einer anderen Zone ab, ohne den Surround-Sound in der Hauptzone zu beeinträchtigen. Zudem: Bluetooth und WLAN mit 2,4GHz/5GHz Dual-Band-Unterstützung integriert
  • Bluetooth-Audio-Transmitter: Für die Verbindung mit BT-Kopfhörern. Diese Funktion unterstützt sowohl die reine Bluetooth-Wiedergabe als auch die gleichzeitige Wiedergabe mit angeschlossenen Lautsprechern.
  • Smart TV-Konnektivität: Steuerung des Denon AVC-X4700H mit der TV-Fernbedienung über HDMI CEC.
  • Vorbereitet für benutzerdefinierte Installationen: Der Denon AVC-X4700H verfügt über Funktionen zur externen Steuerung und IP-Steuerung für eine einfache Anpassung und Kompatibilität mit Integrationslösungen von Drittanbietern.
  • Ausgestattet mit zwei 12V-Triggerausgängen: Man kann bis zu zwei Geräte wie eine Automatik-Leinwand oder einen Projektor anschließen und diese im Zusammenspiel mit dem AVC schalten.
Verarbeitung

Präzise Passung, geringe Spaltmaße bei der Frontblende 

Der AVC-X4700H kommt in typischer Denon-Optik mit hohem Wiedererkennungswert daher. Bei den Japanern wurde, was die Erscheinung betrifft, stets behutsam renoviert. Sieht man sich aber einen 2020er AVC wie den 4700H im Vergleich z.B. mit einem AVC-A1SE aus der Zeit um 2000 an, sieht man schon, wie sehr sich das Design über die Jahre und Jahrzehnte in Richtung moderner Progressivität weiter entwickelt hat.

Standfüße

Source-Regler von oben

Klappe im Detail

Zweizeiliges Punktmatrix-Display

Das Finish ist nahezu makellos, das zweizeilige Display ist bestens bekannt und nach wie vor sehr gut ablesbar. Die beiden Drehregler für Quellwahl und Lautstärke sind beie haptisch sehr angenehm und gerastert fürs richtige Gefühl beim Einstellen. Überdies ist die Aufhängung relativ gut, beide Regler eiern nur leicht. Der 4700H verfügt über eine solide verarbeitete Klappe auf der Gerätefront, unter der weitere Bedienelemente und Anschlüsse liegen.

Bedienelemente unter der Frontklappe

Griffsymphatischer Lautstärke-Drehregler

Quellwahl-Regler

Source-Regler im Detail

Standby-Button, solide, große Standfüße

Wenn man möchte, kann man z.B. mit dem Navigationskreuz unter der Klappe auch in die Menüs gehen, um Einstellungen vorzunehmen. Unter dem AV-Verstärker befinden sich robuste und hochwertige Gerätestandfüße. Der Denon AVC-X4700H brilliert auch mit einer sehr präzise eingepassten Aluminium-Frontblende.

Sorgfältiger Aufbau innen

Videprozessor

Heos-Modul

Sharc DSPs

Kühlkörper und Endstufen-Layout

Wenn man das Gerät aufschraubt (was der normale Anwender wegen dem Verlust der Garantie besser unterlassen sollte), stellt man fest, dass auch im Inneren typische Denon-Attribute zu finden sind: Akkurate Verkabelung, große Kühlkörper, tadelloser Platinenaufbau, identische Arbeitsbedingungen für alle analogen Endstufeneinheiten und eine erstklassige Verschraubung aller Komponenten.

Fernbedienung

Bleibt noch, auf die mitgelieferte Fernbedienung einzugehen. Sie ist bestens bekannt, erfreulicherweise teilweise beleuchtet und liegt ordentlich in der Hand. Ein Musterbeispiel für Noblesse ist sie defintiv nicht, überzeugt aber durch hohen Gebrauchswert und einfaches Handling. 

Klang

Wir starten einmal mehr mit der englischen Dolby Atmos-Tonspur von "Mission Impossible - Rogue Nation". Natürlich nehmen wir uns wieder die Wien-Sequenz vor - und es stellt sich die Frage: Spielen wir dem 4700H damit direkt in die Karten? Bislang nämlich agierten Denon AV-Receiver und AV-Verstärker hier stets äußerst souverän. Schon die Aufnahme von Wien bei Nacht, mit  der Untermalung durch klassische Musik, zeigt, dass auch der 4700H wieder auftrumpfen kann: Eine hohe Klarheit trifft auf eine weitläufige räumliche Wirkung. 

Nun befinden wir uns kurz in der U-Bahn-Station nahe der Wiener Staatsoper. Benjamin Dunn steigt aus dem Zug und nimmt Kontakt mit Ethan auf. Die typische Geräuschkulisse in der belebten U-Bahn-Station, inklusive dem Zug, der aus der Station herausfährt, kommen sauber und plastisch heraus. Dann nimmt Benji Kurs auf das Opernhaus. Hier kommt gerade der österreichische Bundeskanzler mit seiner Ehefrau an. Das Blitzlichtgewitter der Pressefotografen gibt der AVC-X4700H präzise wieder und baut eine überzeugende Räumlichkeit auf.

Vorgänger AVR-X4500H

Als Benji dann ins Opernhaus marschiert, herrscht dort eine geschäftige Atmosphäre kurz vor dem Beginn von Puccinis legendärer Oper "Turandot". Auch hier schafft es der 4700H, in bester Denon-Tradition Atmosphäre aufzubauen. Alles wirkt äußerst vielschichtig, akustisch mobil auch in Details. Vergleichen wir mit dem 11-Kanal-Modell AVC-X6700H, so fällt auf, dass der AVC-X4700H nichts schlechter macht - schon jetzt wagen wir die Prognose: Wem neun Kanäle reichen, der kann einiges an Geld sparen und zum 4700H greifen. Schon der Vorgänger AVR-X4500H, im Gegensatz zum 4700H noch ein AV-Receiver und kein AV-Verstärker, war ein besonders wohlfeiles Angebot. 

Nun beginnt die Oper, während Ethan und Benjamin fieberhaft nach dem Killer und etwaigen weiteren Schergen suchen. Die diffizilen Passagen aus "Turandot" gibt der 4700H mit ausgezeichenter Sensibilität wieder. Zugleich aber steht jede Menge Kraft bereit, wenn einer der massiven Dynamiksprünge stattfindet: Impulstreu und nachdrücklich kommt der Wechsel im dynamischen Gefüge heraus. Kurze Zeit später findet eine Keilerei zwischen Ethan und dem Killer hoch oben über der Bühne statt. Die harten Faustschläge und der Aufprall Ethans auf den Boden wirken sehr authentisch. Auch die zeitgleich stattfindenden musikalischen Ereignisse realisiert der Denon sofort und baut ein absolut stimmiges Klangfeld auf, das auch die Überkopf-Ebene sehr gut berücksichtigt. 

Canton SUB 1500R

Der AVC-X4700H, das beweist auch das kurz darauf folgende Attentat auf den österreichischen Bundeskanzler, benötigt keinesfalls zwingend den Support eines aktiven Subwoofers. Wenn man auf einen akiven Bassisten zurückgreift, sollte dieser auch eine ausgezeichnete Qualität aufweisen. Wir hörten einmal mit der Canton Vento 886 DC vorn, ohne aktiven Subwoofer, und einmal mit der identischen Box plus dem Canton Sub 1500R. Der 1500R ist ein großes Talent, der wirklich noch einige Schippen gerade im Tiefbassbereich drauflegt, aber bevor man einen Aushilfs-Subwoofer beschäftigt, gönnt man sich lieber richtig gute Standboxen wie die  hoch belastbaren Vento - die Endstufen des 4700H haben genau Kraft, um auch im leistungsintensiven Bassbereich ordentlich anzuschieben. Das geht auch im knapp 30 Quadratmeter messenden Hörraum nahezu ohne Kompromisse gut. 

Was der 4700H kann, beweist er uns auch bei "Independence Day", Teil 1, Ultra HD-BD in DTS:X, englische Tonspur. Hier baut er direkt zu Beginn, als das riesige Alien-Raumschiff den Mond passiert, schon gewaltig Atmosphäre auf. Gerade in dieser Sequenz ist allerdings ein kraftvoller aktiver Subwoofer mit ordentlich Tiefgang eine sinnvolle Ergänzung, bei dem Tiefbass-Spektakel reicht auch die Vento 886 DC allein nicht aus, um eine vollumfängliche Darstellung zu gewährleisten. Den Music Score managt der Denon souverän: Impulstreue, hervorragende Grobdynamik und viel räumliche Dichte sichern einen hohen Erlebnisfaktor. 

Doch auch die Stimmwiedergabe überzeugt auf der ganzen Linie. So z.B während des Schachspiels zwischen David und seinem Vater bei strahlendem Sonnenschein. Beide Protagonisten haben sehr charakterische Stimmen, und die Konturen werden tadellos herausgearbeitet. Der Denon schafft es, in allen Sequenzen eine beeindruckend lebendige, klare, zugleich homogen abgestimmte Klangkulisse zu präsentieren.

Im weiteren Verlauf des Films wird diese These weiter unterfüttert. So z.B., als der Helikopter mit den Lichteffekten versucht, Kontakt zu den Aliens aufzunehmen. Jede Einzelheit wird nicht nur dynamisch, sondern auch exakt wiedergegeben, und bei großen Effekten - z.B. als das Raumschiff durch Einsatz der Primärwaffe ganze Straßenzüge verwüstet - behält der 4700H immer den Überblick. Dieses ungemein Kontrollierte, doch zugleich Kraftvolle macht den AV-Verstärker aus. Dass er sich bei enormer Belastung auch stärker erwärmt, ist im Übrigen kein drohender Defekt, sondern dem analogen Arbeitsprinzip der Endstufen geschuldet. Hier entsteht, verglichen mit digitalen Endstufen, mehr Verlustwärme während des Prozesses der Signalverstärkung. Krasse Ausmaße nimmt die Wärmeentwicklung aber nicht an - wir raten trotzdem, den 4700H gerade dann, wenn es häufiger und länger lauter hergehen soll, möglichst frei aufzustellen und keine anderen Geräte auf dem AV-Verstärker zu platzieren.

Auch mit traditionellen Tonformaten darf sich der AVC-X4700H vergnügen und dekodiert selbstverständlich anstandslos die DTS-HD Master Audio-Tonspur von "Der Hobbit - Smaugs Einöde". Wir befinden uns in Kapitel 43 und 44 und werden direkt von einem wildgewordenen Drachen verfolgt. Sehr eindrucksvoll hüllt uns der AVC-X4700H ein und liefert eine dichte, glaubwürdige Atmosphäre ab. Auch das Bassmanagement beeindruckt schon nach den ersten Sekunden. Abgrundtiefe Bässe werden platziert, darüber liegende Effekte kommen präzise und insgesamt werden die einzelnen Tiefton-Ebenen sauber getrennt. Auch gefällt uns die geschlossene Frontkulisse mit stets hoher Sprachverständlichkeit sehr gut. Die Anbindung der Surround-Lautsprecher gelingt ebenfalls nahtlos und so entsteht auch bei der kanalbasierten 5.1-Wiedergabe eine sehr räumliche und dichte Kulisse, die den Zuhörer in ihren Bann zieht. Weitläufig wirkt die Bühne, das Drachengebrüll erscheint zunächst, als würde es aus der äußersten Ecke des Raumes kommen, bis es sich direkt vor unserer Nase entfaltet und man beinahe ein wenig den Kopf zurückziehen möchte. Die Stimmwiedergabe ist auch abgesehen von der sehr guten Verständlichkeit eine Erwähnung wert. Die einzelnen Darsteller werden authentisch wiedergegeben, einzelne charakteristische Facetten der Vokalstimmen gut ausmodelliert. Souverän schlägt sich der AVC-X4700H auch hier bei hohem Pegel und wirkt durchweg in Kontrolle des komplexen Geschehens. 

Die 9-Kanal-Maschine befeuert hier mühelos, unter Verwendung eines entsprechenden Upmixers, zahlreiche weitere Kanäle und schlägt sich sowohl mit Dolby Surround als auch DTS Neural:X ausgezeichnet. Mit den üblichen Nebeneffekten der beiden Audio-Upscaler ist auch hier zu rechnen, der Titel gewinnt aber durchaus an Atmosphäre nach oben. Als sich der Drache vor uns aufbäumt und die mächtige Stimme erschallen lässt, wirkt das Geschehen noch eindrucksvoller und wird so manchem Effekte-Freund sehr gefallen. Wem der Klangteppich im oberen Layer, besonders ausgeprägt bei DTS Neural:X, gefällt, der kann hier durchaus mal ein wenig spielen. Die Vokalcharakteristik wird erfreulich wenig negativ in Mitleidenschaft gezogen.

Als der irische Sänger und Songwriter Ed Sheeran die Stimme erhebt, schalten wir wieder zurück in das native Tonformat und sind auch hier von der guten Auflösung der Stimme begeistert. Der leichte Hall-Effekt ist klar erkennbar und auch die Akustikgitarre gefällt mit natürlichem Saitenanschlag. Das Schlagen auf den Gitarrenkorpus klingt ein wenig voll und satt, aber nicht spektakulär übertrieben und auch der Subwoofer agiert hier präzise und schnell. Samtig-weich die hinzukommenden Streicher, die auch bei hoher Lautstärke absolut angenehm bleiben.

Video

HDMI Ausgabe-Einstellungen

Der Denon AVC-X4700H ist, wie die meisten Modelle der aktuellen Generation aus dem Hause Sound United, mit 8K-Scaling und 4K/120Hz-Support ausgestattet und unterstützt die gängigen HDR-Formate HDR10+ und Dolby Vision. Im Standardmodus, also ohne weiters Zutun des Anwenders, wird das Bildsignal ohne jegliche Bearbeitung an das Bildwiedergabegerät weitergegeben. Soll skaliert werden, ob nun auf 8K oder auf 4K, muss im Menü die Videokonvertierung auf "Ein" gesetzt werden, danach kann man die gewünschte Auflösung festlegen. Bei gering auflösenden Inhalten kann per "Schärfe" eine automatische Optimierung der Konturen vorgenommen werden. Dies würden wir nur bei SD-Quellen empfehlen, sämtliches hochwertiges Material lässt man besser unbearbeitet.

An Bildmodi gibt es neben Standard, Movie, Lebendig und Streaming auch die beiden ISF-Modi Day und Night, außerdem den Modus "Benutzerdefiniert" mit Einstellungen für Kontrast, Helligkeit, Farbsättigung, Konturenschärfe und Rauschunterdrückung. Außerdem die Auswahl "Aus", wenn keine zusätzliche Bearbeitung stattfinden soll. Außerdem kann man in den Ausgabe-Einstellungen den "Video-Modus" festlegen: Per "Automatisch" findet die Bearbeitung abhängig von den über HDMI gesendeten Inhaltsinformationen statt. Man kann aber auch "Movie" für die Filmwiedergabe direkt wählen und via "Game" einen Modus wählen, der die Zeitverzögerung für geringsten Input Lag optimiert.

Skalierung auf 8K

Wer Scaling auf 8K durchführen möchte, muss in den Video-Einstellungen unter "4K/8K Signal Format" die Auswahl "8K Erweitert" setzen. Wichtig ist außerdem noch die Verwendung eines 8K-fähigen HDMI-Kabels mit einer möglichen Transferrate von mindestens 48 GBps Transferrate. In Verbindung mit unserem Samsung Q950T funktioniert die 8K-Ausgabe problemlos, sofern man dessen vierten HDMI-Eingang nutzt. Nur dieser unterstützt das eingehende 8K-Signal.

Der Denon AVC-X4700H skaliert FullHD-Inhalte auf 8K, ein Upscaling von 4K-Inhalten, z.B. von Ultra HD Blu-ray ist nicht möglich. 4K-Inhalte ohne HDR ginge prinzipiell, z.B. ein hochauflösendes Foto von einem PC.

Wir sind damals bei unserem Test des Denon AVC-A110 ausführlich auf die Video-Performance des AV-Verstärkers eingegangen und es zeigen sich hier, u.a. sicher auch Chip-bedingt, kaum Unterschiede. Wir lassen den AVC-X4700H an "Skyfall" in 1080p FullHD ran und er zeigt eine ausgezeichnete Präsentation mit geringem 24p-Judder, hoher Detaillierung und sehr guter Kontrastdynamik. Auch wenn das Material auf 8K hochskaliert wird, sind die Unterschiede zum (exzellenten) Scaler im Samsung Q950T lediglich als marginal einzustufen und nur im direkten Vergleich wahrnehmbar. Die Bewegungswiedergabe wird nicht negativ beeinflusst und generell wirkt das Bild, sowohl was Kanten- als auch Detailschärfe anbelangt, sehr natürlich.

Der AVC-X4700H leistet sich auch im Video-Bereich keine Patzer und bietet eine exzellente Scaling-Performance im 4K- und auch im 8K-Bereich. Wer über einen 8K TV verfügt, ist allerdings meist schon mit einer überragenden Scaling-Einheit ausgestattet und muss nicht zwingend auf die Qualitäten des Denons setzen. Er kann es aber!

Konkurrenzvergleich

Der Denon AVC-X4700H ist für seinen Marktpreis von aktuell rund 1.500 EUR kaum zu schlagen. Das heißt aber nicht, dass es keine Konkurrenten gibt. Schon etwas älter (aus 2018) ist der rund 1.750 EUR kostende Yamaha RX-A2080. Wer noch das klassische Aventage-Design schätzt, sollte hier zugreifen, die Nachfolger sehen optisch komplett anders aus. Einen Vorgeschmack gibt der 999 EUR kostende Yamaha RX-A2A. Der RX-A2080 hat 9 leistungsstarke Endstufen, die geniale Surround AI:Funktion und ein hochwertiges Chassis, ist aber - verständlicherweise - nicht so ultramodern wie der 4700H ausgestattet, der unter anderem mit voll 8K-kompatibler HDMI-Sektion punkten kann. Zudem decodiert der Denon noch Auro-3D. Der Yamaha wirft seine zahlreichen DSP-Programmen in die Waagschale. Was die Lautsprechereinmessysteme anbetrifft, greifen beide auf Bewährtes zurück: Denon auf das Audyssey MultEQ XT32, Yamaha auf das YPAO R.S.C. Zu handhaben ist der Denon unserer Meinung nach noch eine Idee leichter. Er bietet ein Heos-Modul, der Yamaha ein MusicCast-Modul. Leider unterstützen beide Streaming-Plattformen im Gegensatz zu BluOS kein MQA. Klanglich liefern beide Konkurrenten eine reife Leistung ab. Der Yamaha klingt noch eine Idee klarer, der Denon noch eine Idee harmonischer. Beim Upscaling klassischer Tonspuren auf 3D Audio sehen wir den Denon 4700H mit seiner Cross Upmixing-Funktion und mit Auro-Matic im Vorteil.

Zeit für den nächsten Konkurrenten - und das wäre der sehr individuelle NAD T 758 V3i mit sieben Endstufen und einem BluOS-Modul, das als Dongle beiliegt. 1.499 EUR kostet der NAD AV-Receiver, viel Geld für eine eher spärliche Ausstattung und lediglich sieben Endstufen. Optisch geht der T 758 V3i seinen eigenen Weg, akustisch beeindruckt er uns mit enormer Pegelfestigkeit, einem sehr guten Auflösungsvermögen und mit einem sehr dynamischen, sauber ausbalancierten Klang. BluOS als Streaming-Plattform ist überaus leistungsstark, auch MQA wird unterstützt. 

Deutlich günstiger und aus selbem Hause betritt der Denon AVC-X3700H den Ring. Auch er besitzt schon 9 Endstufen, erzielt aber eine etwas geringere maximale Leistung und kann beim Auflösungsvermögen dem 4700H nicht das Wasser reichen. Das gesamte Chassis und die gesamte Verarbeitung ist beim 4700H eine Klasse höher angesiedelt. Zudem bringt der 4700H noch Auro-3D nebst Auro-Matic mit. Insgesamt spielt der AVC-X4700H schon in der Champions League, und das zum zurückhaltenden Preis. Wer in erster Linie möglichst viel Ausstattung und Qualität zu einem verblüffenden Kaufpreis haben möchte, ist mit dem AVC-X3700H aber trotzdem nach wie vor am besten bedient.

Fazit

Der AVC-X4700H setzt einmal mehr Maßstäbe. Wem neun Endstufen reichen, der muss nicht zum deutlich teureren Denon AVC-X6700H greifen, der mit elf Endstufen antritt. Für Marktpreise um die 1.500 EUR bringt der 4700H schlichtweg alles mit, was auch anspruchsvolle Mehrkanal-Enthusiasten schätzen: Jede Menge Power, eine üppige Ausstattung inklusive Auro-3D und voller 8K-Kompatibilität und eine First Class-Verarbeitung. Mehr kann man nicht erwarten, und somit ist auch der AVC-X4700H wieder ein AV-Verstärker aus dem Hause Denon, an den man sich noch lange erinnern wird. 

Exzellente Ausstattung trifft auf mitreißenden Klang und hervorragendes Finish

Gesamtreferenz AV-Receiver/Verstärker bis 2.000 EUR
Test 24. März 2021

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Datum: 24. März 2021

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