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TEST: Over-Ear-Tesla-Kopfhörer Beyerdynamic T1 dritte Generation - Überarbeitete Klangreferenz der Luxusklasse

Im September hatten wir bereits den beyerdynamic T5 getestet, der sich in unserer Redaktion als eines der Flaggschiffe des lange etablierten Hifi-Herstellers aus Heilbronn äußerst stark profiliert hat. Jetzt kann es sich auch die neue Version des T1 bei uns bequem machen und sich unseren Hörtests stellen. Diesen hat beyerdynamic in seiner jetzt dritten Generation noch einmal aufgestockt und soll jetzt mit einer leichten Bassanhebung im Vergleich zur zweiten Generation ein noch etwas wärmeres und angenehmeres Sounderlebnis aufweisen, dabei aber nichts an klanglicher Finesse und seiner räumlichen Darstellung verlieren. Von außen betrachtet unterscheidet sich der T1 hauptsächlich in einigen Verarbeitungsmaterialien zum T5, außerdem ist der T5 geschlossen, während der T1 eine offene Gehäusearchitektur hat und somit nicht explizit vor Umgebungsgeräuschen abschottet.

Der ca. 360g schwere, direkt in der heimischen Fabrik in Heilbronn angefertigte Kopfhörer hat eine Impedanz von 32 Ohm und kann somit problemlos an mobilen High-End-Playern oder mobilen Kopfhörer-Amps, bspw. dem beyerdynamic Impacto universal verwendet werden. Der Kennschalldruckpegel liegt bei 100 dB während Frequenzen von 5 bis 50000Hz möglich sind. Erhätlich ist der T1 für 999EUR und liegt damit gut in der Kopfhörer-Luxusklasse. Die Erwartungen sind, auch aufgrund der Leistung des T5 und dem Namen des Herstellerunternehmens, entsprechend hoch.

Der Lieferumfang des T1

Die mitgelieferte Tasche des T1, sehr robust verarbeitet

Mulden zum sicheren Greifen der Tasche

Der T1 sicher verstaut im Case

Das Kopfhörerkabel von drei Metern Länge samt 6,35mm-Adapter

Sauber verarbeitete Anschlüsse

Sichere Textilummantelung

Auch wenn wir es gar nicht erwarten können, in den Klangtest einzusteigen, wollen wir natürlich zuerst einmal die Materialverarbeitung, den Lieferumfang und die generelle Beschaffenheit des T1 begutachten.

Einen guten Eindruck macht schon die Präsentation des Paketes beim Auspacken. Der T1 wird mit einer robusten Hardcase-Tasche geliefert, in der sich der Kopfhörer und das drei Meter lange Klinkenkabel mit zwei 3,5mm-Anschlüssen an einem Ende zum Anschluss am Kopfhörer und einem 3,5mm-Anschluss am anderen Ende befinden. Ein 6,35mm-Adapter ist auch noch enthalten. Schon beim Kabel wurde nicht am Material gespart, denn es ist textilummantelt und wirkt dadurch entsprechend stabil und hochwertig. Auch das Innenleben soll von höchster Qualität sein, denn laut Aussage von beyerdynamic sind die eingebauten OCC7N-Kupferleiter das hochwertigste verfügbare Material für die Signalübertragung.

Frontansicht des T1

Beidseitige Zuführung des Kopfhörerkabels

Durch ein spezielles Ätzverfahren eingebrachte Löcher im Edelstahl außen


Stabile Verarbeitung

Aluminium-Gabeln wirken hochwertig

Stufenweise justierbarer Kopfbügel mit Exemplarnummer

Bequemer Kopfbügel Unterseite

Oberseite des Bügels aus Alcantara mit Firmenschriftzug

Genauso erfreut sind wir davon, dass die hohe Verarbeitungsqualität beim Rest des Kopfhörers weiter geht. Der Großteil des Gehäuses besteht aus edlen Materialien, so z.B. die Deckel der Ohrmuscheln außen und die Gabeln zum Bügel hin, die mit lackiertem Edelstahl bzw. eloxiertem Aluminium auftrumpfen. Das Lochmuster an den Muscheldeckeln ist nicht nur sorgfältig eingearbeitet, sondern wirkt auch optisch nach außen ansprechend und hochwertig. Der über die Gabeln mit den Muscheln verbundene Bügel ist stufenweise justierbar, um ihn an die Kopfform anzupassen. Die Einstellung geht bei unserem Testexemplar etwas schwergängig von der Hand, aber dafür muss man sich keine Sorgen über eventuelle Instabilitäten machen. Was sitzt, das sitzt, und zwar fest. Beeindruckt sind wir auch nach einer längeren Hörsession vom enormen Tragekomfort, der von mehreren Aspekten hervorgerufen wird. Eine große Rolle spielt dabei die Beschaffenheit der Unterseite des Bügels, diese ist nämlich aus außergewöhnlich weichem und feinem Kunstleder gefertigt und drückt auch nach längerer Zeit in keinster Weise. Klar, wir sind hier in der Oberklasse unterwegs, dennoch ist solch ein bequemer Sitz bei Kopfhörern nie eine Selbstverständlichkeit.

Ein weiterer Bestandteil, der stark zum Komfort beiträgt, sind die Ohrmuscheln. Wie bei einigen anderen Modellen von beyerdynamic sind diese mit weichem, atmungsaktivem Velours gepolstert, die eine mehrlagige Füllung enthalten, u.a. auch eine Schicht „Memory Foam“. Die Polster sind im Übrigen auch austauschbar, sodass man den edlen Kopfhörer auch lange verwenden kann. Unsere Ohren werden schön ganzheitlich von den Polstern umschlossen und wir fühlen uns insgesamt sehr wohl in der Einhüllung des T1. Auch sonst können wir über die Verarbeitung nicht meckern. An beiden Ohrmuscheln finden wir noch relativ weit unten jeweils einen Klinkenanschluss zur beidseitigen Zuführung eines Stereo-Klinkenkabels. Dieses kann nach Belieben ausgetauscht werden. Die Gabeln sind sauber mit den Muscheln verschraubt und die Stabilität beim Sitz und der Bügelverstellung lassen keine Wünsche offen. Um der Optik des T1 noch das I-Tüpfelchen aufzudrücken, ist die Oberseite des Bügels aus Alcantara gefertigt, auf dessen Oberfläche das Beyerdynamic-Logo eingraviert wurde. Klar, worauf man stolz ist, kann man guten Gewissens seinen Namen schreiben.

Dezentrale Tesla-Wandler in den Ohrmuscheln

Ein Wort sollten wir noch zum Innenleben des T1 verlieren, denn in den Ohrmuscheln sind die von beyerdynamic eigens entwickelten Tesla-Wandler verbaut, deren Herstellungsprozess gänzlich in Heilbronn stattfindet. Das prinzipielle Ziel dieser Wandler ist es, die Magnetfeldstärke, durch die der Schall innerhalb eines Kopfhörers erzeugt wird, zu verstärken, wodurch die Schwingspulen mehr Präzision und Detailreichtum im Klang erreichen können. beyerdynamic hat mit den Tesla-Wandlern Komponenten verbaut, deren Magnetfeldstärke bei über einem Tesla liegt, was, laut Angaben des Herstellers, bei Kopfhörern für enorme Vorteile sorgen kann. Ob die erhöhte Klangqualität des T1 letztendlich an diesen Wandlern liegt, ist für den Endnutzer natürlich nicht die relevanteste Frage, wir wollten allerdings in unserem Test kurz auf eines der besonderen Merkmale des T1 eingehen. Genau wie beim T5, der ebenfalls diese Tesla-Wandler verbaut hat, liegen diese schräg, nämlich weiter vorne in den Ohrmuscheln, was an Schaumstoffpolstern in den Muscheln auch erkennbar hervorgehoben ist. Dadurch ertönt der Klang tendenziell von vorne auf die Ohren und soll so für eine stärkere räumliche Darstellung sorgen. Ob diese ganzen Versprechen gehalten werden, wollen wir jetzt in unseren Klangbeispielen herausfinden.

Klang

Wir starten unseren Klangtest mit etwas schnellem, dynamischem, nämlich dem Track „Bfg Division“ des Spiels „Doom“ aus dem Jahr 2016. Hier ist eine treibende Akustikdarstellung gefragt, bei der das flotte Spieltempo akkurat repräsentiert und der Spieler angemessen stimmungsvoll mitgerissen wird. Insbesondere fällt uns zunächst die leicht angehobene Basskraft des T1 auf, denn gleich zu Anfang wirken die dröhnenden Tiefen sehr atmosphärisch und als dann die schnell wechselnde E-Gitarre und der Synthesizer dazukommen, bleibt bei uns kein Auge mehr trocken. Die gesamte Soundkulisse wirkt wahnsinnig aufbrausend, gerade auch, weil die Klänge der E-Gitarre nicht nur sehr prägnant und dabei detailreich dargestellt werden, sondern, weil der T1 in keiner Weise irgendwelche Probleme hat, die Akkorde auch in dieser Geschwindigkeit präzise zu präsentieren. An dieser Stelle können wir auch die Pegelfestigkeit loben. Wir können wirklich sehr laut aufdrehen und es wird immer noch nicht unangenehm. Selbst an den Grenzen eines zumutbaren Lautstärkepegels macht der T1 nicht schlapp, sondern hüllt uns mit seiner kräftigen Inszenierung eher noch mehr ins Klanggeschehen ein.

Machen wir weiter mit einer etwas anderen, vor allem langsameren, weniger treibenden Challenge für den T1. Wir gehen in die Gefilde der elektronischen Musik und hören einmal den Andrew Rayel Remix von „Where Do We Begin“ von Tenishia. Auch hier können wir die Bassstärke loben. Das Schöne beim Tiefgang des T1, und das beherrscht nicht jeder Kopfhörer, ist die nachdrückliche, kräftige Präsentation der Bässe, die aber nicht einfach nur dröhnend klingen, sondern für den Hörer „die Ohren umgebend“ klingen, in denen dann auch die anderen Frequenzen authentisch ertönen. Die Tiefen bilden sozusagen einen starken, aber ausgewogenen Klangteppich, der ein kräftiges, atmosphärisches Statement setzt und auf den sich die Höhen und Mitten dann noch elegant einfügen können. Das merkt man insbesondere bei den Vocals, die trotz der Bassstärke noch gut vom Rest der Klangkulisse aufgelöst werden. Gut gefällt uns hier auch die Darstellung der Vocal Chops, die gerade bei elektronischer Musik häufig vorkommen. Dies führt uns zurück auf den schnellen Wechsel der E-Gitarrensounds beim vorigen Klangbeispiel, schlägt sich aber auch hier nieder, denn durch die so angenehme und präzise Darstellung der Vocal Chops entsteht ein sehr verspieltes und durchaus räumliches Klangbild. Auch in der Kombination der Vocals mit dem Piano, etwa in der Mitte des Liedes, finden wir eine hervorragende Harmonie vor, bei der alle Klangfacetten vortrefflich zur Geltung kommen. Man weiß immer genau dann, dass man einen guten Kopfhörer auf den Ohren hat, wenn man bestimmte Klangelemente durch eine besonders klare Präsentation abermals neu entdecken kann, obwohl man das entsprechende Lied schon sehr gut kennt. Genau das schafft der T1 in den bisherigen Klangbeispielen mit Bravour.

Auch wenn die Hobbit-Filme nicht unbedingt den größten Zuspruch bei den Fans hatten, für „I See Fire“ von Ed Sheeran sind wir immer zu haben. Nach den beiden bisherigen Hörbeispielen ist es auch Zeit für etwas Anmutigeres. Hier kann der T1 dann auch demonstrieren, wie er bei stimmungsvollen, ruhigeren Stücken zu Recht kommt. Und erfreut stellen wir fest, dass wir den Kopfhörer auch an dieser Stelle loben müssen. Eds Stimme am Anfang kommt exzellent und trotz ihres sanftmütigen Tonfalls kraftvoll zur Geltung und harmoniert wunderbar zusammen mit der akustischen Gitarre, die aufgrund der etwas stärkeren Tiefen ein wenig dumpfer klingt, als wir es von Kopfhörern kennen, die eine direktere Höhendarstellung haben. Unserer Meinung nach ist das hier allerdings kein Nachteil: Die Gitarre klingt dadurch ein gutes Stück authentischer und unmittelbarer. Wenn wir die Augen schließen, könnte man meinen, wir säßen mit Ed Sheeran am Lagerfeuer und er würde uns mit seiner Performance einen entspannten Sommerabend bereiten wollen, so natürlich klingt die Wiedergabe des T1. Das Ganze wird auch verstärkt durch die räumliche Darbietung. Die dezentralen Lautsprecher im Inneren des Kopfhörers sorgen dafür, dass die Musik nicht von der Seite, sondern von vorne auf die Ohren treffen, was eben auch den Eindruck erweckt, dass die Musik so klingt, als käme sie eher von vorne. Wir wollen keine Mutmaßungen anstellen, ob die Räumlichkeit auch wirklich aus diesem Grund stärker vorhanden ist. Tatsache ist aber, dass wir auch bei einem Stück wie „I See Fire“, bei dem gerade in der ersten Hälfte kein großes Orchester dahintersteht, sondern die Instrumente rein die akustische Gitarre und Ed Sheerans Stimme sind, absolut keine Probleme haben, die Performer vor unserem geistigen Auge zu sehen. Dementsprechend eindrucksvoll wirkt auch die Gesamtkulisse. Im weiteren Verlauf, wo schrittweise immer mehr Klangebenen eingeführt werden, läuft der T1 schließlich zu Hochform auf. Den Einsatz der restlichen Instrumente meistert der Kopfhörer ohne jegliches Schulterzucken, sodass wir teilweise gar nicht merken, wie komplex das Geschehen wird, weil wir die Aufführung einfach nur genießen können.

Bleiben wir zum guten Schluss doch in Mittelerde und hören noch in „Concerning Hobbits“ aus dem Herr-der-Ringe-Soundtrack hinein. Das sehr leichtgängige, fröhliche Stück wird vom T1 genauso verspielt präsentiert, wie man es basierend auf den Vorstellungen bei den vorigen Beispielen erwarten würde. Die verschiedenen Streicher setzt er gekonnt in Szene, sodass man an Präzision wirklich nichts vermissen muss. Die verschiedenen Klangebenen trennt er ohne weiteres und dabei wirkt die Kulisse erneut sehr authentisch und lebensecht. Man kann sich einmal mehr vorstellen, wie das Orchester vor dem Zuhörer aufspielt. Vorhin, als wir bei Ed Sheeran angemerkt hatten, dass die Gitarre leicht dumpf klang, hatten wir kurz gedacht, dass dies vielleicht bei anderen Aufnahmen Probleme in der Höhendarstellung verursachen könnte, aber der T1 wollte das offenbar nicht auf sich sitzen lassen, denn er brilliert hier mit einer wunderbar voneinander gelösten Frequenzdarstellung. Das Gesamtklangbild ist immer noch atmosphärisch top und einnehmend, aber keines der vordergründigen Instrumente wird auch nur im Ansatz übertönt, sondern kommt erstklassig zur Geltung.

Alles in Allem zeigt beyerdynamic mit dem T1 einmal mehr, dass sie akustisch hochgradige Präsentation einfach können. Die Glanzleistung bei der Räumlichkeit, der stärkere, aber sehr ausgewogene Tiefgang, der für ein eindrucksvolles Klangerlebnis sorgt und die harmonische Auflösung verschiedener Frequenzen sprechen für sich.

Wie schlägt sich die Konkurrenz? Nun, eine Option bietet der Ultrasone Edition eleven, welcher ebenfalls für 999 EUR erhältlich ist und somit die Preisklasse des T1 haargenau trifft. Auch dieser hat uns in unserer Redaktion begeistert durch seinen mitreißenden Klang und seine tolle Verarbeitung, die keine Wünsche offen ließen. Als besonderen Touch hat der Ultrasone außerdem ein Ohrmuschel-Gehäuse aus Nussbaum-Massivholz, was man beim T1 vergeblich sucht. Dieser muss sich allerdings ob seiner hochwertigen Materialverarbeitung dennoch nicht verstecken.

 

 

 

Etwas günstiger angesetzt ist der Amiron wireless für 699 EUR, ebenfalls aus Heilbronn. Dieser wartet, im Gegensatz zum T1, der hierauf schlichtweg nicht ausgelegt ist, mit einigen mehr Features auf, ist nämlich ein kabelloser Bluetooth-Kopfhörer mit hohem Tragekomfort und sauberem Klang. Auch die hauseigenen Tesla-Treiber sind beim Amiron verbaut. Klar, der Vergleich hinkt etwas, da der T1 den Amiron mit seinem erstklassigen Sounderlebnis dann doch schlägt, aber einen guten Kompromiss aus starkem Klang und Nutzerkomfort zu einem etwas günstigeren Preis bietet der Amiron allemal.

Fazit

Wir testen schon so lange Kopfhörer von beyerdynamic und es wird immer noch nicht langweilig, dass wir das jeweilige Produkt doch immer wieder anpreisen müssen. Aber sie können es nun einmal. Auch der T1 trumpft mit einem fantastischen Klangerlebnis auf. Sein stärkstes Feature dürfte dabei die Räumlichkeit und die damit einhergehende atmosphärisch starke Wiedergabe sein, die an vielen Stellen für ein sehr authentisches Klangerlebnis sorgt. Aber nicht nur das: Bei einem Kaufpreis von knapp 1000 EUR ist zu erwarten, dass der Käufer den Kopfhörer ausführlichst benutzen will und auch da wurden keine Kompromisse gemacht. Ein hervorragender Sitz am Kopf und besonders weiche Ohrpolster sorgen selbst bei langfristigen Sitzungen für viel Musikfreude. Ein Kopfhörer der Luxusklasse, der sich seine 999EUR allemal verdient macht.

Beyerdynamic T1 - Hochwertige Materialverarbeitung und erstklassiger Tragekomfort mit toller Klangatmosphäre

Kopfhörer Luxusklasse
Test: 09. April 2021

Test & Fotos: Michael Kind
Datum: 09. April 2021

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