XXL-TEST: JBL HDI 5.1 - Mehrkanal-Ensemble für den anspruchsvollen Heimkino-Fan?

Neu und richtig interessant für Heimkino-Fans ist die JBL HDI-Lautsprecherserie, die wir auch in einem Special bereits ausgiebig beleuchtet haben. 

Wenden wir uns zunächst den Preisen unseres 5.1-Sets zu:

  • Front: JBL HDI-3600 - 1.649 Euro UVP pro Stück
  • Center: JBL HDI-4500 - 1.600 Euro UVP pro Stück
  • Rear: JBL HDI-1600 - 850 Euro UVP pro Stück
  • Sub: JBL HDI-1200P - 2.800 Euro UVP pro Stück
  • Gesamt: 9.400 Euro

Mit dem Gesamtpreis von 9.400 EUR ist man schon in gehobener Liga unterwegs. Hier trifft dort auf harte Konkurrenz, und wir sind sehr gespannt, wie sich das Set schlägt. 

Technik und Verarbeitung

Die Modelle der JBL HDI-Serie basieren auf dem patentierten Kompressionstreiber JBL 2410H-2 und überzeugen durch die Umsetzung JBL-eigener Technologien und Forschungsergebnisse, die aus der D2-Wandlerreihe von JBL Professionell stammen und unter anderem beim nahezu legendären Studio-Monitor JBL M2 zum Einsatz kommen. Eine leichte, ringförmige Polymembran, die die Hochfrequenzausdehnung durch Reduzierung fer Membranmasse optimiert, ist das Herzstück der 2410H-2 Treiber. Durch die V-förmige Geometrie der Ringmembran sollen Aufbruchmomente und Verzerrungen reduziert werden. Das Design wurde perfekt auf die patentierte HDI-Waveguide-Geometrie abgestimmt, die gerade hohe Frequenzen mit sehr hoher Dynamik und Präzision ohne Leistungsverlust realisiert.

Zusätzlich zu den besonderen Tönern im Hochtonbereich kommen auch leistungsstarke Tieftöner zum Einsatz. Die Chassis-Bestückung ist, abgesehen von der Anzahl und Größe der Treiber, für ein geschlossenes und stimmiges Surround-Erlebnis natürlich identisch. Aluminium-Gussrahmen, moderne Antriebsstrukturen und Aluminiummatrixkegel zählen zu den Eigenschaften der HDI-Tieftöner, sie sollen eine besonders hohe Ausgangsleistung bei geringer Verzerrung bieten. Dafür werwendet werden eine 1,5-Zoll-Langhub-Schwingspule in Kombination mit symmetrischem Feldmotordesign, Flussstabilisierungsring und Kupferkurzschlussring. Der Alumatrixkegel ermöglicht eine leichte, starre Membran für eine korrekte Kolbenbewegung im gesamten Betriebsbereich. Auch der Aktiv-Subwoofer profitiert hiervonn und ist mit einem Poly-Plas-Konus mit hoher Dichte und 3-Zoll-Schwingspule ausgestattet.

HDI-3600 mit Schutzgitter

HDI-3600 einzeln ohne Gitter

Rückseite

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Die großen JBL HDI-3600, die bei uns als Frontlautsprecher zum Einsatz kommen, sind 2,5-Wege-Lautsprecher mit drei 6,25"-Tieftöner sowie dem bereits angesprochenen patentierten Kompressionstreiber, auch der große Center HDI-4500 ist als 2,5-Wege-Lautsprecher ausgeführt und bringt vier 5,25"-Tieftöner mit.

Großer Center HDI-4500

Durchaus mächtige Bestückung. Zentral der Horn-Hochtöner

Center von hinten

Die kompakten Rears HDI-1600 sind 2-Wege-Komponenten, die mit einem 6,25"-Treiber daherkommen. Der Subwoofer mit 12"-Töner bringt einen 1.000 Watt starken Verstärker mit.

Hochtöner HDI-3600

Tiefmitteltöner der HDI-3600

Doppelbass-Bestückung der HDI-3600

HDI-1600 (bei uns im Surroundeinsatz)

Seitliche Perspektive

Rückseite

HDI-1600: Finish im Detail

Auch die kompakten HDI-1600 hat ein Bi-Wiring-Terminal

Sämtliche Gehäuse verfügen über einen 0,75" starkes Gehäuse, was einer sehr soliden Wandstärke von knapp 2cm entspricht. Darin verbirgt sich eine massive Fensterverstrebung. Fronts, Rears und Center sind Bassreflex-Konstruktionen, die computeroptimierten Ports strahlen nach hinten ab. Center HDI-4500 und Front-Lautsprecher HDI-3600 sind mit zwei Bassreflexöffnungen versehen, die Regallautsprecher mit einer einzelnen Öffnung. Die Bassreflexöffnungen des Frontfire-Subs befinden sich, zusammen mit großzügig dimensionierten und vibrationshemmenden Standfüßen an der Unterseite.

Bassreflexöffnung HDI-3600

Bassreflexöffnung HDI-4500 Center

Terminals HDI-4500

Terminals HDI-3600

Unterhalb der jeweiligen Bassreflexöffnung sind die Lautsprecher-Terminals integriert. Sie sind vergoldet und nehmen problemlos größere Kabelquerschnitte und Bananenstecker auf. Sie sind nicht zu beanstanden und auch die Brücken sind vergoldet und wirken massiv, lediglich eine Verkapselung fehlt. Terminal, Bassreflexöffnung sowie auch die Chassis vorne sind sauber integriert.

Unibody-Gehäuse - das sorgt für eine moderne Optik

Center HDI-4500 - Chassis-Umrundung im Detail

Die Kunststoff-Zierringe der Treiber weisen allerdings nicht überall das identische Spaltmaß auf und sind nicht an jeder Stelle plan mit dem Gehäuse. Kritik auf hohem Niveau, allerdings befinden wir uns hier durchaus in einem Preisbereich, bei dem aufs Detail geachtet wird. Insgesamt wirken die Lautsprecher aber sehr hochwertig verarbeitet. Auch die Tatsache, dass sich keine sichtbaren Befestigungselemente am Unibody-Gehäuse befinden und die Abdeckgitter magnetisch haften, trägt zum edlen Finish bei.

Eher einfach gemachte Abdeckungen (HDI-3600 im Bild)

Immerhin haften die Gitter magnetisch

Nicht der hohen Preisklasse entsprechen die etwas instabil wirkenden Lautsprecher-Abdeckungen. Insbesondere die Kunststoff-Konstruktion, auf der sich die Stoffbespannung befindet, müssen wir bemängeln. Hier setzen Konkurrenzmodelle im gleichen Preisbereich und darunter auf wertigere, solide Holzkonstruktionen. Ihre Funktion erfüllen sie natürlich dennoch.

HDI-3600 von oben

HDI-4500 aus seitlicher Perspektive

Die Lautsprecher sind in hochglänzendem Lackschwarz, satiniertem Walnussholzfurnier sowie satiniertem grauen Eichenholzfurnier erhältlich. Unsere Lackierung gefällt mit ausgezeichneter Tiefenwirkung und ist rundum kompromisslos aufgebracht, Einschlüsse oder eklatante Fehler erkennen wir nicht. Front und Rears verfügen zudem über einen schicken schwarzglänzenden Sockel, über dem sich ein silbernes JBL-Logo aus Metall befindet. Das quaderförmige Gehäuse kombiniert den Look traditioneller Heimkino-Lautsprecher mit dem modernen Touch seitlich gerundeter Kanten. Eine gesunde Mischung: Sie treten nicht zu aufdringlich auf, als dezent und unauffällig im Wohnraum würden wir sie aber auch nicht betiteln.

HDI-3600, Sockel schräg

HDI-3600, Sockel direkt von vorn

Die HDI-3600 Standlautsprecher sind an der Unterseite mit gut dimensionierten, gummierten Standfüßen versehen - Spikes liegen ebenso bei. Auch der Center ist mit solchen, etwas kleineren, Füßchen ausgestattet. Für die Regallautsprecher, die auch auf den HDI-FS-Lautsprecherständern (Paarpreis 365 Euro) platziert werden können, liegen Klebefüßchen bei.

Kostspieliger, aber leistungsstarker aktiver Subwoofer

Der aktive Subwoofer gefällt aus jeder Perspektive mit seinem schicken Gehäuse

Rückseite komplett

Umfassende Einstellmöglichkeiten

Der Subwoofer HDI-1200P ist mit 2.800 Euro alles andere als ein günstiger Schallwandler. Mit satten 1.000 Watt sowie flexiblen Anschlussmöglichkeiten und zusätzlichen Features bringt er aber auch zahlreiche praktische Benefits mit. Auf der Rückseite sind neben den konventionellen Cinch-Eingängen auch XLR-Schnittstellen untergebracht. Außerdem verfügt er, neben den typischen Einstellungsmöglichkeiten zu Phase, Crossover und Gain über einen parametrischen EQ, der der problematischsten Raummode zwischen 32Hz und 100Hz entgegen wirken kann. Ohne zusätzliches Messequipment und zumindest rudimentären Kenntnissen kommt man hier allerdings nicht gerade weit. Weniger versierte Anwender, die das Optimum herausholen wollen, müssen auf Hilfestellung beim entsprechenden Händler hoffen.

Bassreflex-Öffnung unten beim Subwoofer

Subwoofer von unten - komplett

Der HDI-1200P ist auch mit einer Ein-/Ausschaltautomatik ausgestattet, die während unseres Tests sehr gut funktionierte. Er schaltet sich nach rund 10 Minuten ab, wenn kein Eingangssignal anliegt und aktiviert sich auch zuverlässig.

Klang

Wir freuen uns, dass wir mal wieder ein richtiges, ausgewachsenes Heimkino-Surround-Setup im Test haben. Allerdings sehen sowohl wir als auch interessierte Kunden sich mit der Tatsache konfrontiert, dass das JBL HDI-System, zumindest in jetziger Form, als konventionelles 5.1- oder 7.1-Setup konzipiert ist und sich nur unter Zuhilfenahme von Lautsprechern anderer Hersteller für Dolby Atmos, DTS:X oder Auro-3D verwenden lässt. Die HDI-Serie umfasst ausschließlich zwei Standlautsprecher, - zusätzlich zu dem im Test befindlichen HDI-3600 Standlautsprecher gibt es noch das darüber rangierende Topmodell HDI-3800 - zwei Regallautsprecher und einen Center sowie den HDI-1200P Sub. Aufsatzmodule oder perfekt abgestimmte Effektlautsprecher gibt es aktuell nicht. Natürlich lässt sich auch in dieser Konstellation ein immersives und beeindruckendes Kino-Erlebnis zuhause realisieren, dennoch würden wir es absolut zeitgemäß und gerechtfertigt finden, wenn hier die Nachfrage nach Kombinationsmöglichkeiten für ein 3D-Audio-Setup aufkommt.

Als erstes Beispiel dient uns "Der Hobbit - Smaugs Einöde" mit den letzten drei Kapiteln, als die Zwerge dem Drachen im Berg gegenüberstehen und mit dem Befeuern der alten Hochöfen versuchen, Smaug zu überlisten. Gewaltig und dynamisch erklingt das Gesamtgeschehen, das uns mit dichter Kulisse umschließt. Der groß dimensionierte Center trägt stark zur geschlossenen Bühne bei und arbeitet hervorragend mit den beiden Standlautsprechern zusammen. Exzellent integriert sich auch der kraftvolle Subwoofer und unterstützt die HDI-3600 in den tiefsten Regionen. Zunächst unbemerkt, agiert er blitzschnell und versieht das Fundament mit sattem Nachdruck im subsonischen Bereich. Das JBL-Horn gefällt uns ebenfalls mit hoher Klarheit und Brillanz. Bei hoher, aber nicht extremer Lautstärke überzeugt es mit sehr guter Detaillierung und ist durchaus direkt, wirkt aber nicht spitz oder aggressiv. Der Klang löst sich hervorragend von den Lautsprechern und wirkt durch die ausgeprägte Lebendigkeit sehr mitreißend. Die oberen Mitten wirken geringfügig zurückgenommen, die Kulisse wird dadurch aber nicht eklatant inhomogen. Die Immersion profitiert auch von der hohen Geschwindigkeit aller Komponenten, so fühlt man sich auch bei sehr schnellen Szenenwechseln und Action-Geplänkel stets mitten im Geschehen. An Kraft mangelt es dem Sub keinesfalls. Als Smaug die Mauer der großen Halle durchbricht, ist der HDI-1200P sofort zur Stelle und schiebt massiv nach vorne. Erfreulicherweise agiert er auch sehr gezielt und sauber, was sich bei der Stimmdarstellung sowie den feinen Bewegungen des Drachens, die stets mit einem kleinen Erdbeben einherzugehen scheinen, sehr positiv auswirkt. Durch die tolle Zusammenarbeit und Geschlossenheit, mit der die HDI-Komponenten auftreten, können auch die zahlreichen Effekte sehr gut im Raum nachvollzogen werden. Auch die Differenzierung vieler akustischen Elemente im Raum gelingt ausgezeichnet, insbesondere die Frontkulisse mit HDI-4500 und HDI-3600 gefällt uns mit Weitläufigkeit und Tiefe für ein authentisches Heimkino-Erlebnis. Als sich der Drache in die Luft schwingt und davon fliegt, wirken die Flügelbewegungen in der Ferne sehr authentisch und werden weit hinten auf der Bühne platziert. Beim Abspann mit Ed Sheeran's "I See Fire" wird nochmals deutlich, dass der JBL-Tweeter sehr auf eine präzise Wiedergabe ausgelegt ist und jedes noch so kleine Detail der DTS-HD MA-Tonspur herausarbeitet. Er schlägt die sehr direkte und für das Gehör durchaus anspruchsvolle Tendenz, überschreitet den Grad aber gerade so nicht, bei der das Hören bei längeren Sessions anstrengend wird. Ein wenig Substanz lassen die Mitten vermissen und die Akustikgitarre ist nicht so präsent, wie wir es von anderen hochwertigen Systemen kennen, dennoch wirkt das Geschehen insgesamt stimmig und auch die Stimmwiedergabe des Iren kann absolut überzeugen.

Tom Cruise mit Mission Impossible: Rogue Nation ist als nächstes an der Reihe. Hier toben wir uns, was den Pegel betrifft aus, und stellen insgesamt eine hohe Souveränität der HDI-Modelle fest. Untenrum bleiben sie blitzschnell, auch der Sub agiert unbeeindruckt. Auch insgesamt bleibt die Ausgewogenheit auf einem guten Level, allerdings muss man mit dem Horn dann schon aufpassen. Wer hier zuviel Gas gibt, muss mit einer sehr direkten Wiedergabe der Höhen rechnen, die auch die Stimmwiedergabe beeinflusst. Zwar sind die Stimmen weiterhin sehr charakteristisch, werden aber bei vielen Zischlauten aber doch minimal aggressiv. Lässt man es aber nicht ausarten, wird man mit einer natürlich wirkenden Wiedergabe, die darüber hinaus außerordentlich detailliert und präzise ist, belohnt. Auch die Differenzierung innerhalb der sehr komplexen Klangkulisse des ersten Kapitels ist exzellent, hier kann man einzelne Effekte lokal klar zuordnen und fühlt sich dank der geschlossenen Kulisse und hohen atmosphärischen Dichte mitten im Geschehen. Kraftvoll, aber nicht übermäßig, bringt sich der Subwoofer ein, setzt, wie auch im ersten Beispiel, an den richtigen Stellen Akzente und untermauert das Gesamtgeschen mit Kraft und Nachdruck in den tiefsten Regionen. Auch in Kapitel 4 macht das Ensemble bei der Kombination aus orchestralem Score und ruhigerem Dialog-Geschehen eine sehr gute Figur. Die Stimmen werden im normalen bis hohen Pegelbereich mit zahlreichen charakteristischen Details versehen und gelingen wirklich hervorragend, auch können wir erneut die tolle, geschlossene Frontkulisse positiv hervorheben, die der große Center zusammen mit den Standlautsprechern vorne realisiert. Auch die identische Bestückung der Rears macht sich bemerkbar und garantiert eine stimmige Gesamtperformance rundum. Schnelle, exorbitante Dynamiksprünge werden sofort umgesetzt, generell ist die Geschwindigkeit eine Stärke des Systems. Sowohl die Präzision als auch die Differenzierbarkeit profitieren hiervon, was wiederum positive Auswirkungen auf die authentische räumliche Wirkung des Lautsprechersystems hat.

Natürlich dürfen Musikbeispiele nicht fehlen und wir entscheiden uns zunächst für die Farewell-Tour der Eagles, die in Australien auch für Mehrkanal-Setups aufgenommen wurde. Den ersten exzellenten Eindruck schafft die Bass-Performance der Front zusammen mit dem Subwoofer. Hier lässt sich nahezu überhaupt kein Delay feststellen und sämtliche Bass-Elemente kommen präzise auf den Punkt. Der JBL-Subwoofer holt dann das letzte Quäntchen heraus, was die tiefsten Regionen betrifft und versieht jeden Tiefbass mit subsonischen i-Tüpfelchen. Die bereits erwähnte Detaillierung und Brillanz wird nochmals deutlich, als bei Tequila Sunrise die Stahlsaiten der Gitarren mit enormer Klarheit erklingen. Auch hier gilt aber der Fakt, dass man es mit dem Pegel nicht übertreiben sollte. Die JBL-Komponenten sind durchaus pegelfest und man kann problemlos sehr laut damit hören, wer allerdings nicht über einen akustisch optimierten Raum bzw. generell einen eher hellhörigen Raum verfügt, dem kann es im Maximalbereich zu direkt und spitz werden. Dafür gelingt die Stimmwiedergabe wirklich hervorragend und wieder können wir die Geschlossenheit der Kulisse als ausgezeichnet bezeichnen. Auch die Blechbläser werden hervorragend integriert und wirken authentisch. Übertreibt man es nicht mit dem Pegel, können wir wieder von einer exzellenten Stimmdarstellung mit der Herausarbeitung vieler feiner Charakteristika sprechen, auch die vier unterschiedlichen Gitarren werden erfasst und können an der richtigen Stelle ausgezeichnet zugeordnet werden.

Bei Tiestos "Elements of Life"-Tour zeigen die JBL-Komponenten nochmal Stärke im Bassbereich und liefern einen sehr harten, trockenen Bass ab, der lediglich im Volumen noch etwas fülliger wirken könnte. An Tiefgang mangelt es dem HDI-1200P keinesfalls, hier wird selbst in den niedrigsten Regionen noch mit sattem Nachdruck gearbeitet. Die Kickbässe zeigen wieder, dass die HDI-Serie extrem schnell agiert und eine enorm hohe Impulstreue aufbieten kann. Natürlich profitiert man hier auch von der ausgeprägten Räumlichkeit und die saubere Integration der akustischen Effekte in die geschlossene Kulisse. Dynamisch und treibend ist das Gesamtergebnis, ideal geeignet für die elektronischen Club-Klänge. Auch bei hohem Pegel wird es hier nicht zu spitz und als die Stimme Teagan & Saras im dritten Track einsetzt, gelingt auch hier die Wiedergabe authentisch und angenehm. Zudem entfalten sich in den unteren Regionen die verschiedenen Ebenen sauber und strukturiert. Dass die Mitten minimal unterrepräsentiert sind, fällt hier wenig auf und die mitreißende Dynamik des lebendigen Klanggeschehens rückt stärker in den Fokus. Die JBL HDI-Serie versetzt uns hier mitten ins Geschehen.

Konkurrenzvergleich 

Für damals 8.000 EUR (vergünstigter Set-Preis) findet sich bei Quadral ein 5.1.4 Lautsprecherset, das wir im Preview hatten: 4 x Platinum+ seven, Phase 15 EUR Top Firing-Modul, Platinum+ ten Base Center und der Qube 12 Aktivsubwoofer. Moderne Optik mit einem Schuss Extravaganz - die Platinum+ Serie polarisiert durchaus. Die Verarbeitung der Komponenten ist sehr gut, die Klangqualität von einem hohen Maß an Ausgewogenheit geprägt. Zugleich aber spielt das Set dynamisch und kraftvoll auf. Die Mitten sind prägnanter beim Quadral-Set, ohne es zu übertreiben. Zugleich wuchtet der JBL-Subwoofer noch mehr Härte in den Kickbassbereich, und auch die Präzision ist enorm hoch. Der HDI-Bassist ist ein atypischer US-Woofer, denn er tritt nicht mit enorm hoch liegendem Volumen an. Ein trockener, zugleich unnachgiebiger Bass ist sein Aushängeschild. Der Qube 12 ist nach wie vor hervorragend, und zudem deutlich preiswerter, aber der JBL-Bassist begeistert uns noch eine Idee mehr, vor allem mit seiner Fähigkeit, im hochpegeligen Bereich noch nahezu alle Strukturen zu zeigen. Zudem gibt es, für akustisch versierte Anwender, noch einen parametrischer EQ. Somit haben beide Ensembles ihre speziellen Vorzüge. Beim JBL-System ist es die ständig nach vorn strebende, massive Dynamik und die enorme Kraft des aktiven Subwoofers. Beim Platinum+ Set ist die Kombination aus Lebendigkeit und Homogenität, und der zugleich enorm brillante Hochtonbereich.

8.900 EUR (mit 19 Prozent Mehrwertsteuer) muss man für das Canton 5.1.4 Set, bestehend aus den Online Exclusive Boxen A55 (vorn, L&R), 4 x A55R Atmos-Module (vorn+hinten), 1 x A45 Center, 2 x A45 BS und 1 x A45SUB veranschlagen. Dafür kommt aus Hessen ein überaus leistungsstarkes Paket mit zeitlos-edler Optik und hoher akustischer Gesamtharmonie. Alles passt, man fühlt sich von einem 360 Grad-Klangpanorama in allen Ebenen umgeben. Und es wird wie auch beim Vergleich mit dem Quadral-Set deutlich, wie schade es ist, dass JBL für die HDI-Serie keine Top Firing-Module im Portfolio hat. Schaut man auf den direkten Vergleich 5.1 gegen 5.1, so werden unterschiedliche Ansätze deutlich. Das JBL HDI-Set setzt voll auf erlebbar Dynamik, der Subwoofer setzt unbändige Kraft in Form eines harten, tief nach unten reichenden Basses frei. Zugleich aber spielt das Ensemble weder grob noch undetailliert, sondern offeriert auch kleinere Strukturen in hochwertiger Form, auch hier ist ganz weit vorn wieder der Subwoofer zu nennen. Das Canton-Paket begeistert durch absolut nahtlose, harmonische Wiedergabe. Diese Harmonie ist noch stärker als beim oben verglichenen Quadral-Set zu loben. Das Quadral-Set ist im Hochtonbereich mit noch mehr Brillanz versehen, dafür aber auch etwas dominanter. 

Fazit

Das JBL HDI-Ensemble gefällt zunächst mit der sehr soliden Verarbeitungsqualität. Auch die tief wirkende Lackierung punktet voll. Kritik gibt es nur im Detail für die nicht ganz perfekte Integration der Chassis an allen Stellen. Zudem entsprechen die  Lautsprecherabdeckungen nicht der hohen Preisklasse. Akustisch punkten die HDI-Speaker mit einer sehr geschlossenen, authentischen Kulisse und einer sehr ausgeprägten Dynamik. Das Set kommt auf eine hohe atmosphärische Dichte, nur die leichte Unterrrepräsentation der Mitten könnte den eher analytisch veranlagten Hörer stören. Die JBL-Komponenten agieren mit hoher Geschwindigkeit und liefern eine sehr präzise Bühne auch bei komplexem Geschehen. Alle Komponenten erweisen sich äußerst pegelfest. Für empfindsame Naturen bei sehr hohem Pegel wirkt die Wiedergabe des Hochtonhorns doch sehr direkt und kann hier bei langen Hörsessions des Guten zuviel sein. 

Leistungsstarkes, modernes 5.1-Mehrkanal-Set, dynamisch und kraftvoll auftretend

Mehrkanal-Lautsprechersysteme Oberklasse
Test 29. Oktober 2020

Test: Philipp Kind
Fotos: Philipp Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 03. November 2020

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