XXL-TEST: HiFi-Luxus in dritter Generation - AVM PAS 30.3 Vorstufe plus AVM MA 30.3 MK2 Monoblöcke
Konkurrenzvergleich

ELAC Alchemy Vor-/Endstufenkombination DDP2/DPA-2: Die beiden flachen Geräte erinnern etwas an die legendären Braun Atelier HiFi-Bausteine aus den 80er Jahren des vergangenen Jahrtausends. Für einen im Vergleich zu unserer AVM-Kette deutlich günstigeren Kaufpreis von rund 4.200 EUR bietet die Endstufe mit digitalen Verstärkereinheiten hervorragende Leistungsreserven und eine tolle Dynamik. Die Streaming-Vorstufe ist hinsichtlich der multimedialen Ausstattung nicht ganz so üppig, aber klanglich neutral und gekonnt ausgelegt. Die teurere AVM Vor-/Endstufenkombination rechtfertigt den Mehrpreis mit besserer Ausstattung (unter anderem mehr Streaming-Funktionalitäten, exzellente Phonovorstufe, hervorragender Kopfhörerverstärker, HDMI-Beschaltung bei der Vorstufe, extrem hochwertiger Aufbau der beiden Mono-Endstufen) und weist akustisch eine ganz eigene Signatur auf: Enorme Geschmeidigkeit trifft auf überragende Detailtreue und höchste Sensibilität. Auch das äußerst plastische Gesamt-Klangbild begeistert uns.

NAD Vor-/Endstufenkombination C 658 und C 298: Beide NAD-Bausteine sind zusammen für rund 3.700 EUR zu haben. Für den Kaufpreis ist die Ausstattung der allein rund 2.000 EUR kostenden Vorstufe enorm, auch ein ultraflexibles BluOS-Modul gehört dazu. Zudem ist die Vorstufe modular erweiterbar. Sie ist, unbestreitbar, fürs investierte Geld auch mit ihrer gradlinigen Klangauslegung ein echtes Highlight. Die C 298 Stereo-Endstufe liefert eine solide Performance, ist pegelfest und agiert kraftvoll, übertreibt es jedoch nicht. Mehr Nachdruck und noch mehr Sicherheit auch bei hoher Lautstärke bieten die deutlich teureren AVM-Monoblöcke, die durch all ihre Eigenschaften und die Referenz-Verarbeitung den Mehrpreis auch wert sind. Die AVM-Vorstufe agiert akustisch noch gediegener und detailreicher. Die Streaming-Ausstattung ist tadellos, hier zieht die NAD C 658 aber durch die enorm üppige Streaming-Konfiguration vorbei.

VTL IT-85: Der für 8.690 EUR erhältliche Röhren-Vollverstärker erlaubt uns den Blick in höhere Preisklassen im Vergleich zur AVM-Kombi, während wir zuvor deutlich günstigere Alternativen beleuchtet haben. VTL hat es beim IT-85 geschafft, sozusagen eine Vor- und eine Endstufe, sauber getrennt voneinander, in ein Gehäuse zu integrieren. Sonst spezialisiert sich der US-amerikanische Hersteller überragender röhrenbasierter Elektronik tatsächlich auf räumlich getrennte Vor- und Endstufen in jeweils eigenem Gehäuse. Der IT-85 klingt für ein Röhrengerät außerordentlich lebendig und agiert sehr impulstreu. Moderne Errungenschaften wie Streaming gehört nach Meinung der auf feinste Handarbeit spezialisierten US-Ingenieure von VTL nicht in ein so monumentales Device. Daher gibt sich der IT-85 puristisch und ist das perfekte Device z.B. für den Vinyl-Freund. Für einen Röhrenverstärker ist er zudem erstaunlich pegelfest. Insgesamt ist der IT-85 ein Fall für Anwender, die audiophil anmutende Extravaganz mit einem unverwechselbaren akustischen Auftritt schätzen.

Technics SU-R1000: Das elitäre Gerät für rund 8.500 EUR besticht schon durch die enorm elegante Optik. Die Frontblende wird von zwei beleuchteten VU-Metern dominiert, und die ganze Technologie, die in diesem Highend-Stereo-Vollverstärker zum Einsatz kommt, dokumentiert, was Technics für eine großes Portfolio hoch entwickelter eigener Verfahren besitzt. Der SU-R1000 wird ohne Streaming-Sektion ausgeliefert und fühlt sich voll und ganz dem ausgefeilten, kultivierten Klang verpflichtet. Nach wie vor halten wir den SU-R1000 für eines der besten Geräte seiner Preisklasse, doch er bekommt massiven Druck von der günstigeren AVM-Kombination, die noch pegelfester ist, ähnlich kultiviert klingt und zudem sehr modern und praxisgerecht (Streaming, HDMI) ausgestattet ist.
Fazit

Die Kombination aus AVM PAS 30.3 und den beiden Monoblöcken MA 30.3 MK2 ist in jeder Hinsicht ein Genuss. Die schon legendäre, zeitlose Optik, die vorzügliche Verarbeitung, die praxisgerechte, einfach zu handhabende Ausstattung und der überaus kultivierte, plastische und zugleich lebendige Klang sind Eckpfeiler, die verdeutlichen: Für den Kaufpreis von unter 7.000 EUR (Standardausführung silber oder schwarz) dürfte es schwer fallen, etwas Besseres auf dem gesamten Markt zu finden. Bis ins Detail erweist sich alles als durchdacht und stimmig, und die hauseigene Streaming-Plattform hinterlässt auch bei diesem Test wieder einen tadellosen Eindruck. Würde das Angebot an Streaming-Features irgendwann noch durch Tidal Connect ergänzt, wären wir tatsächlich beinahe wunschlos glücklich. Schon jetzt aber sind PAS 30.3 und die beiden MA 30.3 MK2 echte Monumente für HiFi-Fans, die trotz allem Enthusiasmus für ihr liebstes Hobby auch nüchterne Werte wie ein überragendes Preis-/Leistungsverhältnis nicht aus dem Fokus verloren haben.
Die AVM-Kombination aus PAS 30.3 und MA 30.3 MK2 setzt in ihrer Preisklasse akustische Maßstäbe

Vor-/Endstufenkombinationen Oberklasse/angehende Luxusklasse
Test 05. März 2024
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 05. März 2024
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Tags: AVM • Endstufe • Mnoendstufe • Stereovorstufe • Vorstufe






