XXL-TEST: Buchardt Audio S400 MK2 - knüpft der Nachfolger an die Erfolge des Vorgängers an?

Die Buchardt Audio S400 begeisterte in unserem Test mit durchdachter Technik, geschliffenem Klang sowie einer ausgezeichneten Verarbeitung. Nun steht der Nachfolger Buchardt Audio S400 MKII bereit, um diese Erfolgsgeschichte weiterzuführen. Preislich liegt ein Paar der S400 MKII aktuell bei 1.620 EUR (Normalpreis: 1.800 EUR) in der Ausführung Schwarz Seidenmatt. Eichen-Furnier kostet insgesamt 135 EUR Aufpreis. Unsere Test-Kandidaten sind in der schwarzen Ausführung bei uns eingetroffen und sollen mit erneut verbesserter Performance punkten.  

Verarbeitung

Auch von hinten überzeugt die akkurate Verarbeitung 

Um 2 Grad nach hinten geneigt

Schaut man sich das Design an, denkt man nicht, einen in weiten Zügen neu entwickelten Lautsprecher vor sich zu haben. Die leicht nach hinten geneigte Schallwand (aus seitlicher Perspektive), das saubere Oberflächen-Finish, die akkurate Verarbeitung der Gehäusekanten sowie die einzelnen magnetisch hafteten Abdeckungen sind bestens gekannt.

Lautsprecher-Chassis-Abdeckung von vorn

Und von hinten

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Sorgfältige Kantenverarbeitung

Nach wie vor hat die S400, auch in der MKII Version, unserer Meinung nach nahezu ideale Abmessungen: Nicht zu kompakt, sodass man schon auch im Bassbereich einiges erwarten kann, aber auch nicht zu ausladend. Die Chassis sind mit sichtbaren Schrauben fest und mit geringem Spaltmaß in die Schallwand eingepasst. 

Zusammenfassung der Neuerungen bei der MKII Auflage

Kommen wir zuerst zu den Neuerungen der MKII-Auflage und stellen diese und ihre Wirkung vor. Hauptpunkt ist zunächst die nochmals verbesserte Bühnenabbildung - die bereits bei der ersten Generation sehr ausgeprägt und intensiv war. Eine verbesserte Breite und zugleich eine größere Tiefe der Bühne haben die Ingenieure erzielt, verspricht der Hersteller und nennt die Maßnahmen eine "bemerkenswerten Verbesserung" gegenüber der ersten Generation. Einzelne akustische Elemente lösen sich noch gezielter und umfassender von den Chassis. Einzelne Instrumente beim Auftritt einer Band auf der Bühne, aber auch innerhalb eines großen Orchesters werden besser voneinander getrennt, gleichzeitig bleibt die Gesamtdarstellung harmonisch und in sich schlüssig. 

Hinter den hochwertigen Terminals sitzt die neu entwickelte Frequenzweiche

Der Hochtöner wurde vom Vorgänger übernommen (später mehr zum Hochtöner an sich). Dass er trotzdem noch brillanter, transparenter und räumlicher aufspielen kann, liegt an der neu entwickelten Frequenzweiche. Buchardt Audio spricht sogar von einem "gänzlich anderen" Klang: Detailreicher, dynamischer und authentischer.  Mit viel Zeit und entsprechender Sorgfalt wurden Layout und Bauteilauswahl der Frequenzweiche weiter optimiert. Am Ende, nach vielen Testreihen, hat sich Buchardt Audio für den Einsatz eines sehr präzise arbeitenden Ultra-High-End-Kupfer/Papier/Öl-Kondensators von Miflex entschieden. Er wird kombiniert mit weiteren sorgfältig geprüften Bauteilen von Jantzen Audio Denmark. Das Gesamtpaket sorgt für eine erstaunlich ausgewogene und neutrale Abstimmung.

Auch positiv verändert hat sich die  Mitteltonwiedergabe. Die Tonalität und Ausgewogenheit, wie der S400 MKII menschlichen Gesang präsentiert, soll nochmals auf höherem Level sein als beim Vorgänger, der in diesen Belangen schon lobenswerte Ergebnisse erzielen konnte. Der Mitteltonbereich fügt sich nahtlos und mit nahtlosen Übergängen zwischen Hochton- und Bassbereich ein, akkurat, ausbalanciert, und mit exakten Strukturen gerade bei der Präsentation vokaler Anteile. 

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Neu ist auch der 6 Zoll Tief-/Mitteltöner

Präzise, tief, raumfüllend soll der neue 6-Zoll-Mittelton/Basstreiber agieren. Laut Buchardt Audio vereint er Struktur und Volumen, Präzision und Nachdruck in sich. Mit verantwortlich für den klanglichen Zugewinn zeichnen auch die großen, überdimensionierten Spulen im neuen Frequenzweichen-Design. Diese sind mit dickem 1,6 mm hochreinem Kupferdraht umwickelt und unterstützen mit Nachdruck die Realisierung eines sauberen, unverzerrten Klangs, bei gleichzeitig enormer Belastbarkeit.

Hochtöner

Hochtöner mit Waveguide

Der mit viel Sorgfalt und Aufwand konstruierte Hochtöner mit kleiner 19 mm Kalotte ist bei beiden Generationen identisch. Das überdurchschnittlich gute Abstrahlverhalten der S400 und auch der S400 MK2 liegt am "CDC-Waveguide", dessen Layout unter der Berücksichtigung umfangreicher Berechnungsmethoden entstand. Die fünf Prototypen, die Resultat dieser Berechnungen waren, wurden mit einem speziellen holographischen Nahfeldscanner gecheckt. Besagter Scanner bildet durch die Messung an 5402 Punkten das Klangbild vollumfänglich ab. Ein enormer Aufwand, den beileibe nicht jeder Hersteller betreibt. Das praktische Ergebnis des CDC-Waveguides in Kombination mit dem 19-mm-Kalotten-Hochtöner ist daher als außerordentlich gelungen zu bezeichnen. Eine große Herausforderung, die mit einem derart tiefen Wellenleiter gelöst werden musste, war die Phasenverschiebung zwischen dem Tief-/Mitteltöner und dem Hochtöner. Kann man diese akustisch wahrnehmen, ist die komplette Wiedergabe qualitativ nicht überzeugend, da kein nahtloser Klang gewährleistet werden kann.

Die störende Verschiebung der Phase wurde durch die Unterbringung des Hochtöners unterhalb des Tieftöners auf der Schallwand sowie einer exakt definierten Neigung des Gehäuses von lediglich zwei Grad eliminiert. Dank dieses Tricks war es möglich, die Phase der beiden Chassis auf den Punkt genau aufeinander abzustimmen. Die tiefe Auslegung des Waveguides hat noch einen Pluspunkt. Die Kantendispersionen (Schallbeugungseffekte am Rand des Gehäuses) verringern im Vergleich zu Standard-Hochtönern um 90%. Der Klang löst sich auf diese Art und Weise souverän und plastisch von den Chassis.

Trotzdem stellt sich noch dier Frage: Wershalb verwendet Buchardt Audio einen so kleinen Hochtöner? Normalerweise werden in Hifi-Lautsprechern 25 bis 29 mm messende Kalotten-Hochtöner verbaut. Nüchtern betrachtet, ist festzustellen: Ganz gleich, ob klein oder groß, beide Varianten haben spezifische Vor- und Nachteile. Ein großer Hochtöner arbeitet mit einer niedrigeren Übergangsfrequenz, aber er hat Probleme beim Frequenzgang außerhalb der Achse und gibt sehr hohe Frequenzen nur unzureichend wieder. Exakt gegenteilig verhalten sich die kleineren Hochtöner: Pluspunkte beim Abstrahlverhalten und eine hervorragende Leistung in den hohen Frequenzbereichen, aber dafür auch eine notwendigerweise höhere Übergangsfrequenz. Mit Hilfe des außergewöhnlich tiefen Waveguides erhält der 19-mm-Hochtöner jedoch den nötigen Support, sodass eine niedrige Übergangsfrequenz von 2000 Hz genutzt werden konnte. Mit der Kombination aus tiefem Waveguide und kleinem Hochtöner entwickelte Buchardt Audio demnach ein stimmiges Gesamtkonzept.

Rückwärtige Passivmembran

Passivmembran hinten

Die S400 MK2 ist, wie bereits die erste S400-Generation, mit einer rückseitigen Passivmembran ausgestattet. Das ist eine deutlich kostspieligere Lösung als ein Bassreflex-Rohr, dafür aber gibt es nicht zu unterschätzende Vorteile. So kann das Gehäusevolumen um 30 Prozent reduziert werden, zugleich wird die Bass-Leistungsfähigkeit optimiert. Während eine Bassreflex-Öffnung als Alternative oftmals unpassende Strömungsgeräusche verursacht, fehlt diese Komponente bei der Passivmembran gänzlich. Es findet überdies keine Komprimierung im Bassreflexrohr statt. Buchardt Audio verspricht des weiteren, dass eine wandnahe Aufstellung möglich ist. 

Schauen wir nun exakt auf das, was die Ingenieure konstruiert haben. Generell sieht eine Passivmembran von vorne aus wie ein normales Chassis, aber es fehlt der Antrieb, also Magnet etc. plus die Ankoppkung an die Frequenzweiche. Eine solche Konstruktion besteht nur aus der Membran, der Aufhängung und dem Lautsprecherkorb.

Von der Arbeitsweise her ist eine Passivmembran ein reaktionäres Gerät, wie bereits der Name vermuten lässt. Wenn ein "normales" Chassis (z. B. ein Subwoofer) an einer versiegelten Lautsprecherbox (Gehäuse) montiert ist, beeinflusst die physische Vorwärts- beziehungsweise Rückwärtsbewegung des Chassis den Luftdruck im Inneren des Gehäuses. Ist an der gleichen Lautsprecherbox auch noch eine Passivmembran vorhanden, bewirken diese internen Luftdruckschwankungen, dass sich die Passivmembran vorwärts beziehungsweise rückwärts bewegt. Während ihrer Arbeit verhält sie sich so, als ob sie ebenfalls ein angetriebenes Chassis wäre und erzeugt Schalldruck genau wie ein aktives Chassis. Diese Fakten führen zu einer besseren, kräftigeren Tiefbasswiedergabe - ohne die Strömungsgeräusche des Bassreflexrohrs und mit einer erstaunlichen Wirkung.

Lautsprecher mit passiver Membran können aus den im vorangehenden Textabschnitt erläuterten Eigenschaften einen überdurchschnittlichen Tiefgang realisieren: Aus einem recht kleinen Gehäuse kommt tatsächlich ein tiefer, zugleich kräftiger Bass mit beachtlichem Volumen. Abhängig von der beim Einbau getroffenen Abstimmung beginnt sich eine Passivmembran zu bewegen, wenn das "normale" Chassis niedrigere Frequenzen erzeugt. Durch seine Arbeit absorbiert die Passivmembran einen Teil der Energie des "normalen" Chassis, wodurch dessen Bewegung reduziert wird (es handelt sich schließlich um Dämpfung). Da sich das "normale" Chassis jetzt weniger Auslenkung generieren muss, besteht ein geringeres Risiko, dass es durch übermäßige Auslenkung zu einer Überlastung kommt und somit störende Verzerrungen produziert werden. 

Insgesamt besitzt das Konzept zwei Hauptvorteile: Zum einen wird die Bewegung des "normalen" Chassis gedämpft, was mehr Neutralität im Frequenzgang als unmittelbare Folge mit sich bringt. Der zweite Punkt: Passivmembransysteme können die gleiche Schallleistung wie größere Lautsprecherboxen erreichen, allerdings im wesentlich kleinerem Gehäuse. Das erhöht die Flexibilität. 

Alle Daten in der Übersicht 

Viel Hightech in der S400 MKII

  • 2-Wege Kompaktlautsprecher mit rückwärtiger Passivmembran
  • Hochtöner: 1 x 19mm speziell gewebtes Textil mit CDC-Wellenleiter aus Aluminium
  • Tiefmitteltöner: 1 x 150 mm Aluminum Tiefmitteltöner mit Auflösungsoptimierung 
  • Passivmembran: 1x 125x200 mm Langhub Tieftöner  - für erweiterten Tiefgang und mehr Volumen im Tiefbassbereich
  • Frequenzgang (+/- 3dB): 33 - 40.000 Hz (im Raum) - durch die obere Grenzfrequenz von 40 khz auch für die Wiedergabe von Hi-Res-Audio-Dateien mit erweitertem Dynamikumfang gerade im Hochtonbereich geeignet
  • Impedanz: 4 Ohm
  • Wirkungsgrad (2,83 V / 1 m): 88 dB - ein ordentlicher Wirkungsgrad für einen Kompaktlautsprecher
  • Belastbarkeit (Musik/Dauer (IEC 268-5)): 350 W beziehungsweise 200 W - sehr gute Werte, daher kann man auch kräftige Verstärker im Verbund verwenden. 
  • Abdeckung: magnetisch, schwarz
  • Anschlüsse: vergoldetes Terminal
  • Abmessungen (B x H x T): 180 x 365 x 280 mm
  • Gewicht: 7,5 kg
  • Farben: Schwarz Matt, Weiß Matt, Walnuss Furnier
  • Herstellergarantie: 10 Jahre
Klang

Hi-Res-Audio, Flac-Dateien von 48 kHz/24-Bit bis 96 kHz/24-Bit

Unsere Testreihen starten mit Diana Kralls Cover-Version von "Desperado". Sehr ausgewogen, mit einer realistischen räumlichen Ausprägung, verdeutlichen die Buchardt Audio S400 MKII, warum wir die Neuauflage auf einem erfolgversprechenden Weg sehen: Noch etwas mehr Kontur bei der Wiedergabe von Dianas Stimme, ein kraftvoller, zugleich wohl ausbalancierter Bassbereich und eine sehr plastische Ausformung des Klaviers. Die gesamte Darbietung erscheint äußerst kultiviert und klar - das Richtige auch für den versierten Musikliebhaber. Wir setzen fort mit "I'm Not In Love", ebenfalls von Dianas "Wallflower" Album mit den Cover-Versionen von Welthits. Hier gefällt uns gleich zu Beginn wieder das Klavier - sehr facettenreich und treffend von der Temperatur her. Dianas Stimme steht exakt definiert auf der virtuellen Bühne, sie ist, wie gewollt, im Fokus, gleichzeitig aber stehen die instrumentalen Parts nicht zu weit hinten, sondern gruppieren sich passend um die vokale Komponente herum. Im Bassbereich gefällt uns der wirklich beachtliche Tiefgang - ein Vorzug, den wir bereits beim Vorgänger bewunderten. 

Till Brönners "Good Life" ist der nächste Titel, den die Buchardt Audio S400 MKII sehr gelassen handhabt. Mit einer sehr guten Übersicht kommen auch Nuancen des virtuosen Trompetenspiels von Till Brönner sehr gut heraus. Die begleitenden Instrumente sind stellenweise minimal zu weit aus dem Fokus gerückt - aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Dafür wird feindynamisch jede Menge aus dem Trompetenspiel herausgeholt, und als das Klavier in den Mittelpunkt rückt, punkten die Lautsprecher mit einer präzisen, auf den Punkt kommenden Wiedergabe des Tasteninstruments. Mit einer erstaunlichen Leichtigkeit wird der Ryhtmus präsentiert, zugleich findet sich am unteren Ende des Frequenzspektrums ein beachtlich ausgeprägter Frequenzkeller, der bei weitem nicht so mickrig ausfällt wie bei zahlreichen anderen Regallautsprechern, die teils sogar hinsichtlich des Gehäusevolumens größer sind. Hier kommen die Vorzüge der passiven Membran auf der Rückseite zum tragen. 

Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Köchelverzeichnis 218 in D-Dur, erstes Allegro, Solistin ist Marianne Thorsen: Mit viel Frische und einer ausgeprägten Loslösung des Klangs von den Lautsprechern machen die S400 MKII hier viel Freude. Nur, wenn man es mit dem Pegel übertreibt, wirken die oberen Mitten minimal zu harsch. Das ist der Preis für die enorme Brillanz, welche die Buchardt Audio S400 MKII freisetzen. Hier merkt man auch die neue Abstimmung der Frequenzweiche, die mehr Detailreichtum zulässt und die Strahkraft bei der Wiedergabe hoher Frequenzen heraufsetzen kann. Die MKII Auflage ist noch mehr auf Transparenz und filigrane Detaillierung ausgelegt, hier merkt man tatsächlich eine Verbesserung, die gerade den Liebhaber klassischer Musik sehr freuen wird. Der räumliche Aufbau und der Unterbau in Form eines allgegenwärtigen, stets sauber definierten Fundaments erfüllen ebenfalls hohe Ansprüche. 

Es folgt der Startenor Jonas Kaufmann mit seiner Interpretation von "Nessun Dorma", der legendären Arie aus dem dritten Akt der Puccini-Oper "Turandot". Hier modellieren die S400 MKII die Stimme von Jonas feinfühlig heraus, gerade, als er die Stimme erhebt, erfreuen uns die Boxen mit einer hervorragenden Impulstreue und einer sauber dargebotenen Dynamik. Es gibt zweifelsohne Konkurrenten, die hier noch eine Idee mehr Dynamik darbieten, diese schaffen aber nicht dieses permanent vorhandene subtile Auflösungsvermögen der S400 MKII, die gerade auch die Chorgesang sehr treffend präsentieren. Auch, dass annähernd das gesamte Frequenzspektrum nahtlos und homogen wiedergegeben wird, ist ein großer Pluspunkt der Buchardt Audio-Lautsprecher - bis zum furiosen Finale, das einen gelungenen Schlusspunkt setzt. 

Tracks von Spotify

Nun wird es sportlich-dynamisch, mit "Higher Energy" von Groove Coverage. Hier wird mehreres deutlich. Zum einen benötigen die S400 MKII durchaus einen kräftigen Verstärker, da der Wirkungsgrad trotz der passiven Membran nicht eben überwältigend ausfällt. Da merkt man doch das nicht allzu üppig bemessene Gehäusevolumen. Aber, kommen wir zum zweiten Punkt: Was diese Regallautsprecher an Basskraft und Substanz bei der Darstellung tiefer Frequenzen heraushauen, ist überragend. Ohne Ansatz, gelassen, souverän, managen die beiden Schallwandler den bassintensiven Track. Wer nur hört, aber nichts sieht, könnte beinahe annehmen, es handele sich um Standlautsprecher.

Es bleibt "clubbig", denn als nächstes ist "Live Goes On" (Oliver Tree, Clean Bandit) an der Reihe. Direkt in den ersten Sekunden stemmen die S400 MKII wieder locker die hohen Anforderungen im Bassbereich. Den etwas minderwertig abgestimmten Mitteltonbereich, der dem Song leider eigen ist, können natürlich auch die beiden hoch entwickelten Boxen nicht ganz eliminieren. Aber dank der sauber vorgetragenen Dynamik und der breit angelegten räumlichen Wirkung haben wir auch bei diesem Track viel Hörfreude. "Rampampam" (Minelli, Averro, VIZE: Averro Remix) setzt die Linie der S400 MKII fort: Konsequent kraftvoll, mit stimmig fokussierten Vocals und sehr guter Räumlichkeit. Der bei diesem Track schwierig zu handhabende Bass wird ordentlich präsentiert. Hier merkt man aber doch, dass es sich um relativ kompakte Lautsprecher und nicht um große Schallwandler handelt. 

Springen wir zurück in die 90er Jahre und lauschen den Klängen von "You" (Ten Sharp). Hier erfreuen uns die S400 MKII mit einer sehr lebendigen, zugleich homogenen Wiedergabe. Wieder ist es das Klavier, das uns richtig gut gefällt: Mit einer sauberen Dynamik und einer passenden Temperatur kann man hier die Wiedergabe richtig genießen. Die räumlich tadellos ins virtuelle Bühnenbild eingepasst Stimme tut ihr Übrigens dazu. Noch ein Jahrzehnt früher geht es weiter, mit "Destiny" von Jennifer Rush. Mit einem erneut erstaunlichen Fundament, das vom exzellenten Tiefgang gekrönt wird, marschieren die beiden Regallautsprecher unbeirrt voran. Die Stimme Jennifers wird nicht optimal präsentiert, was allerdings an der Quelle liegt, die etwas detailarm abgemischt ist. 

Konkurrenzvergleich

Canton Townus 30

Mit 549 EUR/Stück in den Standardausführungen Weiß-Seidenmatt oder Schwarz-Highgloss ist die Townus 30 preiswerter als die S400 MKII. Sie ist im Vergleich konventioneller konstruiert, keine passive Membran auf der Rückseite und auch kein sehr kleiner Hochtöner mit großem Waveguide. Trotzdem agiert die Townus 30 klar, souverän und lebendig auch im Bassbereich. So viel Tiefgang wie die S400 MKII schafft die Townus 30 allerdings nicht, auch das Gesamtvolumen ist bei der Buchardt Audio-Box noch etwas größer. Allerdings schlägt sich die Townus 30 für ihre Preisliga richtig gut, vor allem die Auflösung des Hochtöners ist exzellent. Gleiches gilt auch für Pegelfestigkeit und Verarbeitung. 

Quadral Aurum Galan 9

Ein sehr unangenehmer Konkurrent ist die Galan 9 aus Quadrats Aurum-Serie. Extrem gut verarbeitet, mit edlen Details, setzt sich der kompakte Regallautsprecher für 2.000 EUR Paarpreis schon beim ersten Kennenlernen perfekt in Szene. Der fein auflösende Klang des exklusiven Bändchenhochtöners spricht ebenso für sich wie der höchst kultivierte Gesamtauftritt. Die S400 MKII erzielt den noch besseren Tiefgang und liegt bei der Räumlichkeit leicht vorne. Zwei ohne Zweifel erstklassige Regallautsprecher duellieren sich hier - es ist reine Geschmackssache, wen man hier vorne sieht. 

Elac Vela BS 403:

Für 2.000 EUR Paarpreis bekommt man bei der Vela BS 403 zunächst eine sehr edle, moderne Optik und eine brillante Verarbeitung. Für beste Auflösung sorgt der JET 5 Hochtöner, allerdings liefert der quSENSE von Quadral Aurum keine schlechtere Vorstellung ab. Und auch die Buchardt Audio-Kalotte kommt den Leistungen sehr nahe. Beim Thema Basspräzision liegt die BS 403 auf Augenhöhe mit der Buchardt Audio-Box, was Tiefgang und Basskraft angeht, muss sie sich der S400 MKII beugen. 

Fazit

Die zweite Auflage der Buchardt Audio S400 setzt die Erfolgsstory des Vorgängers nahtlos fort. Man muss ehrlich bemerken, dass es auch harte Konkurrenz gibt, die der S400 der ersten Generation das Leben sehr schwer gemacht hätten - denn in der Zeit, seit die S400 getestet wurde (2019), waren starke Lautsprecher bei uns im Test. Die S400 MKII schafft es aber, sich wieder zu behaupten und an der Klassenspitze der Liga bis 2.000 EUR Paarpreis zu etablieren. Dort steht sie nicht allein, aber sie befindet sich in illusterer Gesellschaft und vermag dort, ihre eigenen Akzente zu setzen: Herausragender Tiefgang, sehr dichte, authentische Räumlichkeit und eine ausgezeichnete Auflösung über den gesamten Frequenzbereich. Das Upgrade hat dem Lautsprecher demnach extrem gut getan, er ist eine der besten Optionen in seinem Preissegment. 

Die 2. Generation der Buchardt Audio S400 begeistert mit hohem Auflösungsvermögen, Top-Tiefgang und dichter Räumlichkeit

Regallautsprecher obere Mittelklasse
Test 28. April 2022

 

 

 

 

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