XXL-TEST: Bluesound Powernode 2i HDMI - erstklassiger kabelloser Musikstreamer und Verstärker

Der Bluesound Powernode 2i HDMI kommt auf 899 EUR, ist in schwarz oder weiß erhältlich. Der kompakt bauende Streamer/Verstärker ist sehr gut bestückt, und zwar in jeder Hinsicht: Der aufwändig aufgebaute HybridDigital-Verstärker schiebt mit 2 x 60 Watt an 8 Ohm auch größere Boxen im größeren Hörraum mit dem nötigen Nachdruck an. Sehr hochwertige 32-NBit/384 kHz D/A-Wandler übernehmen die digital-analoge Signalkonvertierung. Ein 1 GHz ARM Corteyx A9 Prozessor sorgt für genug Rechen-Power.

Der Powernode 2i verfügt über Apple AirPlay 2 plus die Möglichkeit zur Sprachsteuerung über Apple Siri. Was muss man bedenken, um Siri zu verwenden?

  • Apple Home App öffnen und "+" oder "Zubehör hinzufügen" wählen
  • Wählen von "Sie haben keinen Code oder können nicht scannen"
  • Bluesound 2i Player wird ausgewählt, der hinzugefügt werden soll
  • Denselben Raumnamen eingeben, den man beim Einrichten des Players in der BluOS-App eingegeben hat.

Danach kann man dann iPad oder iPhone im selben Netzwerk mit Siri-Sprachbefehlen wie "Hey Siri, spiele Trance im Home Office" oder "Hey Siri, drehe die Lautstärke im Wohnzimmer auf".

Rückseite

Im Detail

Des Weiteren verfügt der Powernode 2i eine umfassende Anschlussbestückung. Zunächst Dualband WLAN plus Gigabit.Ethernet, des weiteren HDMI-ARC (funktioniert schnell und problemlos), Bluetooth 5.0 (plus aptX-HD, plus bidirektionalem Streaming), USB-A, zwei kombinierte Toslink (digital-optisch)/Analog-Eingänge (3,5mm Klinke), Kopfhörer-Anschluss und auch einen Subwoofer-Anschluss. Sehr praktisch, wenn man den Powernode 2i HDMI z.B. im größeren Hörraum verwenden möchte, und man dann für mehr Basskraft einen externen Subwoofer wünscht. Apropos Kraft: Man kann zwei Powernode 2i als Stereo-Paar für Bi-Amping verwenden. Als Zubehör liefert Blueosund 2 x Netzkanel. Ethernetkabel plus Adapter für Toslink auf 3,5 mm Miniklinke mit. 

Was uns richtig gut gefällt, ist die Auswahl an Wiedergabe-Formaten. MP3, AAC, WMA, OGG, WMA-L, ALAC, OPUS, Hi-Res-Formate FLAC, WAV, AIFF und auch - MQA. Das kann z.B. HEOS von Denon oder Yamaha MusicCast nicht, was sehr ärgerlich ist. Beispiel: Sie haben ein teures TIDAL Abonnement abgeschlossen, um TIDAL Master Quality Tracks wiedergeben zu können. Diese liegen im Sinne möglichst problemloser Streaming-Fähigkeit in MQA vor - und nun kann das Gerät MQA nicht erkennen. Übrig bleibt nur normale TIDAL HiFi-Qualität - schade. Ganz anders eben BluOS-Devices wie unser Bluesound Powernode: Hier werden auch MQA-Dateien anstandslos wiedergegeben, wir konnten daher unsere TIDAL Master Quality-Titel alle in der kompromisslos besten Güte wiedergeben.

Ansicht von  oben

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Ansicht von unten

Runde Gehäuseecken

Front

Der Powernode 2i ist prima verarbeitet und tritt im typischen Bluesound-Style auf: Gerundete Ecken, leicht gummiertes, edel wirkendes Gehäuse, extrem schlichte Optik, extrem geringe Spaltmaße überall. Oben auf dem Device findet sich ein Touch-Bedienelement, das prima anspricht. Eine Fernbedienung liegt nicht bei, dafür kann man den Powernode 2i über jede lernfähige IR-Fernbedienung steuern. Er ist 220 mm breit, 70 mm hoch und 190 mm tief und wiegt 1,72 kg. 

Unser Testkandidat lässt sich, z.B. als Apple AirPlay 2-Lautsprecher, einfach ins Heimnetzwerk integrieren, Während der Installation sucht der Bluesound Powernode 2i direkt nach aktuellen Updates. Die neueste Version stammt vom 04. März 2020 und hört auf den Namen BluOS 3.8.3. Um diese zu installieren, benötigt man folgende Minimal-Konfiguration: iOS-Version 9.3, Android-Version 5.0, macOS 10.9, Windows-Version 7 mit Service Pack 1. Was ist an wichtigen Dingen neu in dieser Version, bezogen auf den Powernode 2i? 

BluOS-App

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Erweiterte Möglichkeiten bei Verwendung eines iPads

In der neuesten BluOS-Firmware möglich: Hinzufügen des Powernode zu Heimkino-Gruppen

  • Hinzufügen des Powernode zu Heimkino-Gruppen
  • neue Dienste Qsic und Custom Channels (nicht in allen Regionen verfügbar)
  • Erweiterte IR-Lernfunktionen

Nun starten wir mit der Installation. Die BluOS-App ist bereits aus früheren Tests auf unserem iPhone installiert.

Wir möchten einen Player hinzufügen

Player erkannt

Ins Netzwerk als AirPlay Lautsprecher einbinden

Im Netzwerk

Nun erfolgt die BluOS-Verbindung mit dem Netzwerk

Vorbereitung und Suche nach Updates

Powernode 2i wurde aktualisiert

Player kann nun verwendet werden

Nachdem der Powernode 2i HDMI alle Updates gezogen hat, ist er schnell einsatzbereit. Innerhalb des Setups kann man dem Gerät einen eigenen Namen geben. Anmerkungen: TIDAL läuft innerhalb der App, dort meldet man sich mit Benutzernamen und Kennwort an. Spotify läuft, wie man es kennt, als "Spotify Connect", demnach wird der Powernode 2i HDMI als mögliche Audio-Wiedergabequelle erkannt. 

Grundmenü

Player in seiner Zone

Alle Einstellmöglichkeiten

Anmeldung direkt in der BluOS-App

Tidal-Übersicht

Tidal Master Quality-Wiedergabe

Tidal-Wiedergabeliste

Spotify läuft wie üblich extern

Auswahl des Powernode

Spotify-Wiedergabe

Zum Abschluss noch die Übersicht über unterstützte Betriebssysteme und Streaming-Dienste sowie über die Integration in Partnersysteme:

  • Unterstützte Betriebssysteme: Musikwiedergabe aus Netzwerken mit folgenden Desktopcomputer-Betriebssystemen: Microsoft Windows XP, 2000, Vista 7-10, Apple Macintosh 7-10
  • Kostenloses Internetradio: TuneIn Radio, iHeartRadio, Calm Radio, Radio Paradise, Slacker Radio (nicht alle dieser Dienste sind in jeder Region verfügbar)
  • Unterstützte Cloud-Streamingdienste: Spotify, Amazon Music, TIDAL, Deezer , Qobuz, HighResAudio, Murfie, Napster, KKBox, Bugs, Taihe Music ZONE, SoundMachine, QSIC, Custom Channels (nicht alle dieser Dienste sind in jeder Region verfügbar)
  • Integration in Partnersysteme: Control4, RTI, Crestron, URC, push, iPort, ELAN, Lutron, Roon, Amazon Alexa Skills*, Airplay 2

Teil 1: Übersicht über die Dienste

Teil 2: Übersicht über die Dienste

Unsere Bilanz: Der Bluesound Powernode 2i HDMI ist üppig ausgestattet, technisch hochwertig und sauber verarbeitet. Das lässt den recht happigen Preis von 899 EUR in einem anderen Licht erscheinen, es dürfte derzeit nur wenige Komponenten mit ähnlichen Qualitäten auf dem Markt geben. 

Klang übers Netzwerk (TIDAL Master Quality, MQA)

Wir starten mit "Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper. Dank der 2 x 60 Watt Ausgangsleistung an 8 Ohm befeuert der Powrbode 2i auch unsere Nubert nuJubilee 45 ausgezeichnet. Das gesamte Klangbild wirkt selbst im Hörraum über 20 Quadratmeter ausgewogen und klar. Die Stimme Bradleys kommt, ebenso wie die von ihm gespielte akustische Gitarre, sehr feinfühlig heraus. Das Zupfen an den Saiten ist plastisch, das erstaunt für einen kleinen Streamer/Verstärker für 899 EUR. Gut, als Lady Gaga die Stimme erhebt, da wünscht sich der sehr anspruchsvolle Stereoliebhaber noch mehr Dynamik, einen noch größeren "Wow"-Effekt. Aber da muss man schon mit recht üppig dimensionierten Stereoverstärkern hantieren, um diesen im gewünschten Umfang zu erhalten. Das Zusammenspiel mit den überragenden nuJubilee funktioniert ansonsten prächtig: Die Räumlichkeit, die geboten wird, ist von hohem Sinn für Realismus geprägt.

Der kompakte Verstärker spielt wirklich wie ein großer auf - das merken wir, beinahe noch besser, bei "Paradise" von Bazzi. Hier muss sich der Powernode 2i mit einem sehr massiven Bass beschäftigen, was exzellent gelingt. Natürlich auch deshalb, weil die nuJubilee 45 mit einem hoch belastbaren Langhub-Basstreiber glänzen können. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt richtig überzeugend, der massive Bass verdeckt keine anderen Klanganteile. Impulstreu erfolgt die Präsentation des Rhythmus. Im Hochtonbereich agiert der Powernode 2i klar, nicht extrem brillant, dafür auch bei hohem Pegel noch angenehm. Die Pegelfestigkeit des "HybridDigital" Verstärkers begeistert. Der Bass ertönt immer noch satt und mit Nachdruck, mit der Standfestigkeit gibt es keine Probleme. Es wird hart und schnell: "No More" von Disturbed in einer Live-Aufnahme (Alexandra Palace, London). Und so gut haben wir diesen Track selten gehört - ein großes Lob an unseren talentierten Test-Kandidaten.

Da muss man schon Könner vom Schlag eines Marantz PM7000N heranziehen, die mit 1.199 EUR runde 300 EUR teurer sind und nicht so kompakt bauen wie der PowerNode. Zudem spielt das Heos-Modul im PM7000N leider keine MQA-Dateien ab. Vergleichen wir mit dem Nubert nuConnect ampX, der mit 689 EUR günstiger ist, aber kein Streamer ist, so brettert der extrem starke Nubert bei hohem Pegel dank ergiebiger 110 Watt/Kanal noch weiter auf der Pegelskala - was der Bluesound-Verstärker neben seiner Streaming/Multiroom-Flexibilität aber in die Waagschale werfen kann, ist sein enorm homogener, im positiven Sinne unaufgeregter Auftritt. Längere Zeit richtig laut hören - dazu scheint der Powernode 2i wie gemacht zu sein. Die E-Gitarre könnte vielleicht noch eine Idee entschlossener auftreten - so wie der erstklassige, solide Bass.

Nun folgt "Proud Mary", in einer Live-Woodstock-Version, von Creedance Clearwater Revivall. Bisschen öde, dies Aufnahme, etwas wenig Dynamik, das ist schade bei dem tollen Lied. Doch der Powernode 2i hat sofort ein Maßnahmenpaket parat: Einfach Höhen um 2dB hoch, ordentlich aufdrehen, und höre da, der Song macht richtig Freude plötzlich. Diese angenehme, zugleich aber doch flotte Wiedergabe durch den Bluesound Streamer/Verstärker ist absilut gelungen. Da kommt der viel günstigere Yamaha WXA-50, den man für rund die Hälfte (ca. 460 EUR Marktpreis) bekommt, nicht ganz mit. Gerade bei hohen Lautstärken kann der WXA-50 nicht mehr so deutlich nachlegen wie der Powernode 2i, der immer noch dynamisch und völlig gelassen seiner Arbeit nachgeht.

Und bei Klassik? Friedrich Gulda spielt das erste Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzertt Nummer 20, Köchelverzeichnis 466. Die sehr homogene Art, alle Genres zu präsentieren, bringt den Bluesound-Verstärker auch hier nach vorn. Und hier ist selbst die Feindynamik prima, zudem wird diese mit einer erneut guten Räumlichkeit kombiniert. Die Streicher klingen sensibel, aber auch bei deutlich gehobener Lautstärke nie aggressiv. Überraschend gewaltig kommen, das hätten wir kaum für möglich gehalten, die Dynamiksprünge heraus. 

Klang über HDMI-ARC

HDMI-ARC

Es wird leider noch schwieriger für den Powernode 2i. Denn nun haben wir ihn über HDMI-ARC mit dem TV verbunden, und er muss an den Canton Reference 5 K nun "Independence Day", ab Kapitel 28, ansprechend wiedergeben. Kann das gelingen? Es funktioniert tatsächlich, der kleine Kompakte Verstärker muss sich schon etwas bemühen, der Sound wird bei stark gehobenem Pegel etwas flacher, aber für die hohen Anforderungen, die eine Reference 5 an die Zuspielung stellt, ist das Resultat ausgezeichnet. Klar und kräftig ertönen die Effekte, gut ist der Musik Score eingearbeitet.

Der neue 007-Film "Keine Zeit Zu Sterben" ist gerade auf November 2020 verschoben worden - Zeit für ältere Bond-Filme. Wir checken die Güte des Powernode 2i direkt mit dem Filmbeginn von "Ein Quantum Trost". Die Dynamik in der Verfolgungsjagd rund um den Gardasee kommt akkurat heraus. Das Hochschalten der Gänge im Aston Martin DBS von Bond, die Schüsse aus den automatischen Waffen der Killer, die 007 jagen, und die zahlreichen Auto-Unfälle stellt der Powernode 2i Streaming-Verstärker überraschend sauber dar. Er nimmt lieber leicht Pegel und Dynamik zurück, als zu übersteuern, wie wir feststellen konnten. Für uns eine absolut praxisgerechte Auslegung, top. 

Probieren wir es nun mit Tiesto, Elements Of Life Tour, Copenhagen, mit "Back In My Head" von der 2. Blu-ray. Hier zieht der kleine Powernode 2i alle Register seines Können und erbringt mit der satten, nachdrücklichen Basswiedergabe eine Spitzenleistung, vor allem wenn man noch bedenkt, was die großen Canton so alles fordern. Dass der Bluesound Streamer/Verstärker die hessischen Premium-Schallwandler so gut bedient, hätten wir nie für möglich gehalten - top. 

Fazit

Der Bluesound Powernode 2i begeistert in unserem Test durch seine enorm hohe Ausgewogenheit. Ein absolut stimmiges, in sich schlüssiges Gesamtkonzept, mit sauberer Verarbeitung, umfangreicher Anschlussbestückung, schneller und komfortabler Einrichtung, zuverlässiger und moderner App und vor allem durch den kultivierten, homogenen sowie kraftvollen Klang. Für alle Musik-Genres und auch für Filmton ist der Bluesound Powernode 2i ausgelegt, dank der leistungsfähigen Endstufen kann man den kompakten kleinen Streamer/Verstärker auch im größeren Wohnzimmer als Entertainment-Zentrale einsetzen. Für diese zahlreichen Qualitäten ist der Kaufpreis mit knapp 900 EUR absolut gerechtfertigt.

Der ultrakompakte Tausendsassa: Mit dem Blueosund Powernode 2i HDMI hat man einen klangstarken, voll ausgestatteten Streaming-Entertainer

Streamer/Verstärker bis 1.000 EUR
Test 11. März 2020

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 11. März 2020

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