XXL-TEST: AV-Verstärker Denon AVC-A10H - Topmodell-Alternative für 13 Kanäle?

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Klang

Denon Avc A10h

Wie ist es um die akustische Leistungsfähigkeit des Denon AVC-A10H bestellt?

Der Denon AVC-A10H hat es sich bei uns im Heimkino bequem gemacht und soll ordentlich gefordert werden. Dafür darf er hier ingesamt 13 Lautsprecher in einer 7.1.4-Konfiguration mit Surround Back- und Height-Lautsprechern von Canton befeuern. Als Fronts und Surrounds kommen Standlautsprecher zum Einsatz, bei den Surround Back- und Height-Lautsprechern handelt es sich um Regalboxen.

Jurassic Park, DTS:X

Wir beginnen gleich mit einem Spektakel und der DTS:X-Tonspur von Jurassic Park und klinken uns bei ungefähr einer Stunde Laufzeit ein. Hier beginnt der IT-Amoklauf und es folgt die bekannte Szene, als die Jeeps samt männlichem Hauptdarsteller und den Enkelkindern das Parkeigners vor dem Gehege des Tyrannosaurus Rex stehenbleiben. Direkt fällt die Klarheit der gesamten Kulisse auf, der AVC-A10H wirkt etwas weniger "warm" und dezent wie seine Mitstreiter aus gleichem Hause. Die Regentropfen, außerhalb des Autos sehr sauber definiert, im Inneren des Autos etwas gedämpft, gelingen exzellent. Auch die Stimmwiedergabe der einzelnen Charaktere gelingt mit tadelloser Verständlichkeit und Charakteristik.

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Die Kulisse wirkt dicht und immersiv und entspricht sehr gut der spannungsgeladenen Szene. Als die Ziege auf das Dach des Autos fällt, kommt der Effekt schön von oben und der AVC-A10H unterstützt den Einschlag mit kraftvollem, aber präzisem Bass. Sehr gut auch die Abbildung der "schlagenden" Sounds, als der König der Dinosaurier die Drahtseile des Zauns durchtrennt. Auch hier kann der Denon AV-Verstärker mit einer klaren Zuordnung im Surround- und Überkopf-Bereich punkten. Kraftvoll und mit dem stimmigen Biss Schärfe gelingt das Gebrüll des Sauriers, das in der dunklen Heimkino-Umgebung mit passendem Pegel absolut furchteinflößend wirkt. Als der Dino das Schiebedach durchbricht, unter dem die Kinder sitzen, kennen wir das vom großen Topmodell noch etwas feiner definiert und mehr von oben herab kommend. Sonst aber wird eine geschlossene Effektkulisse generiert, die uns von allen Seiten umschließt. Diese Einzelheit können wir also erstmal als subjektiven Eindruck abstempeln.

Sehr sauber wird im Tieftonbereich gearbeitet. Der AVC-A10H steuert hier mit ausgezeichneter Präzision an und ermöglicht dem Aktiv-Sub eine klare Strukturierung. Mit hoher Geschwindigkeit, und das entspricht unseren Erfahrungen mit den Denon-Verstärkern der letzten zwei Generationen, hat man überhaupt keine Probleme. Blitzschnell werden Effekte umgesetzt, auch wenn hier unmittelbar aufeinanderfolgend unterschiedliche Kanäle beansprucht werden. Als Heimkino-Fans, die gerne mit etwas höherem Pegel hören, gefällt uns die hohe Pegelfestigkeit, die der AVC-A10H auch unter Auslastung von allen Kanälen bietet. Das Klangbild ist zwar, wie erwähnt, sehr klar und direkt, erscheint aber auch bei hoher Lautstärke nicht unangenehm. Auch Klickgeräusche oder harsche Effekte werden zwar authentisch, aber nicht scharf oder fordernd eingebunden. Als Dennis Nedry mit seinem Jeep verunfallt und sich in die "Dschungel-Umgebung" begibt, realisiert das Gerät eine dichte Kulisse, die uns direkt dorthin mitnimmt. Vielleicht nicht ganz so greifbar wie bei noch teureren Pendants, aber sehr glaubwürdig. Einzelheiten und feine Details werden berücksichtigt und gehen in der Vielzahl der einzelnen Geräusche nicht unter.

Blade Runner 2049, Dolby Atmos

Wir wechseln von DTS:X auf Dolby Atmos und weil wir ihn so gut kennen, nehmen wir einmal wieder Blade Runner 2049 her. Bei den ersten "Einschlägen" gleich zu Beginn des Blockbusters von Dennis Villeneuve stellt der AVC-A10H erneut seine Kontrolle und präzise Ansteuerung im Bassbereich unter Beweis. Maximale Kraft darf der Aktiv-Subwoofer entfalten, schlägt aber zu keinem Zeitpunkt an und bietet auch bei dem massiven Fundament wenige Sekunden später einen enorm tiefgründigen, strukturierten Bassbereich. Die sehr immersiven ersten Minuten sind von einer immens dichten Surroundkulisse geprägt, die auch hervorragend umgesetzt wird. Als der Spinner, in dem sich Schauspieler Ryan Gosling befindet, über unsere Köpfe hinwegfliegt, ist die Position zu keinem Zeitpunkt anzuzweifeln. Die träumerischen Ambient-Klänge setzt der Denon ebenfalls satt um und lässt den Zuschauer vollständig ins Geschehen eintauchen. Klar und mit eindeutig nachvollziehbarer Richtung gelingt auch die Landung des Spinners, der sich zunächst kurz von rechts, dann über die Mitte und schließlich links vorne annähert, dann direkt über uns zur Landung ansetzt und auf dem Boden ankommt. Auch die aufsteigende Drohne kann man sehr gut nachverfolgen.

Die Stimmwiedergabe ist, ebenso wie bei Jurassic Park, nicht zu beanstanden. Sowohl Bautistas als auch Ryan Goslings Stimme werden sauber, klar und charakteristisch wiedergegeben. Sehr gut finden wir auch die dynamische Performance des AVC-A10H, der auch feine Details und Geräusche berücksichtigt und stimmig in die Surroundkulisse integriert. Als der Kampf zwischen den beiden beginnt, schaltet der AV-Verstärker blitzschnell von der ruhigen in eine chaotische Kulisse mit zahlreichen, schnell aufeinanderfolgenden Effekten um. Exzellent gefällt uns wieder die Bassperformance. Mit knallharter Wucht geht es durch die Wand. Absolut trocken, ohne jeden Nachhall, aber sehr tief und nachdrücklich wird hier gearbeitet und hilft ein auch sonst sehr authentisches, immersives Klangbild sehr lebendig und mitreißend zu ermöglichen. In ruhigere Atmosphäre, als Officer K sich zurück in seinen Spinner begibt und mit seiner Vorgesetzten telefoniert, werden einzelne Effekte ebenso sauber und exakt abgebildet. Das Öffnen und Schließen der Tür ist klar nachvollziehbar und entspricht der Position im Bild. Grundsätzlich scheint der AVC-A10H eine sehr präzise Abbildung mit hoher Klarheit zu favorisieren. Erfreulicherweise in einer sehr immersiven Gesamtkulisse mit hoher Dichte und Dynamik. Mitreißend, emotional, aber sehr authentisch versetzt uns der neue AV-Verstärker sowohl in die Welt der Dinos als auch die der Replikanten. Das gelingt im Übrigen auch bei enorm hohem Pegel. Trotz der Vielzahl an Kanälen knickt der Denon AVV nicht ein und liefert eine sauber differenzierte, authentisch wirkende und atmosphärisch dichte Klangkuppel, die selbst im Extrembereich sehr kontrolliert und ausgewogen wirkt.

Bohemian Rhapsody, Dolby Atmos

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Als nächstes Mehrkanal-Beispiel haben wir uns "Bohemian Rhapsody" ausgesucht und wählen hier Szenen, in denen neben Dialogen mit unterschiedlichen Charakteren auch Musik und Gesang prominent vertreten sind, unter anderem auch das ikonische Live Aid-Konzert samt Spektakel davor. Während der Unterhaltungen weist der Denon seine charakteristische und natürlich wirkende Stimmwiedergabe aus und gibt die einzelnen Mitglieder von Queen authentisch wieder. Effekte, wie das Klatschen der Tausenden von Zuschauern oder auch die hallende Stimme des Ansagers im Stadion gelingen ebenfalls sehr glaubwürdig. Die räumliche Integration ist stimmig. Man fühlt sich mitten im Geschehen, ohne dass die Surroundkulisse gekünstelt wirkt.

Als das Konzert schließlich beginnt und Freddie Mercury nochmals kurz innehalt, wird es ganz still. Nur vereinzelt sind dann z.B. noch Rufe oder sonstige Geräusche aus dem Publikum zu hören. Auch diese Phase bildet der AVC-A10H absolut gelungen und räumlich ab. Man fühlt sich von der Atmos-Kulisse dicht umschlossen und spürt formlich die Anspannung der übrigen Band-Mitglieder, ob Freddie diesmal wirklich startet. Die musikalischen Qualitäten des AV-Receivers sind ebenso absolut überzeugend. Die Klangtemperatur des Klaviers wird sehr gut getroffen, die Anschlagdynamik klar erfasst und auch die Staffelung der Live-Bühne gelingt ohne Kritik. Kraftvoll, aber knochentrocken und tief wird das Schlagzeug abgebildet. Auch im weiteren Verlauf mit höherer Komplexität der Titel und in Kombination mit den Klatschgeräuschen des Publikums wirken die Percussion-Elemente stets exzellent integriert und differenziert.

Stereo-Enthusiasten erkennen natürlich schnell, dass hier einige Frequenzanteile zuviel im Surroundbereich inkludiert wurden. Das ist natürlich nicht 100% originalgetreu, ist dem Erlebnisfaktor aber sicherlich zuträglich und wirkt in der Gesamtbetrachtung auch nicht unnatürlich. Zusammen mit dem begeisterten Publikum sorgt der AVC-A10H dafür, dass man selbst Teil der Zuschauer im Stadion wird und direkt bei der "EY JO"-Interlude mitmachen möchte.

Der Denon AVC-A10H verlässt sich sonst auf seine, bereits in den vorherigen Beispielen beobachteten, Stärken. Mit Klarheit, Transparenz und explosiver Dynamik ist die Kulisse absolut mitreißend und kitzelt selbst aus wenig enthusiastischen Film-Muffeln noch Emotionen heraus. Übertrieben wird aber nicht, alles wirkt stimmig, harmonisch und glaubwürdig - und dennoch auf eine Art und Weise spektakulär, dass man sich schlichtweg darauf einlassen muss und die Gänsehaut nicht vermeiden kann. Spätestens bei "We Are The Champions" holt man eben angesprochenen gefühlskargen Heimkino-Besucher ab.

Musik-Beispiele, Stereo

Da lohnt es sich doch, dem Denon AV-Verstärker auch einmal ein Stereo-Signal zuzuspielen. Natürlich muss man sich im Klaren darüber sein, dass ein Heimkino prinzipbedingt nicht die optimale Umgebung dafür ist. Gerade unser sehr stark bedämpfter Raum nimmt der Stereobühne Luftigkeit und Raum zur Entfaltung. Bei Synthi-lastiger elektronischer Techno- und House-Musik spielt das vielleicht nicht eine ganz so große Rolle, denn bei Oliver Koletzkis' "Don't Stop Me Now" wird im reinen Stereo-Betrieb ein weitläufiges und räumliches Effektspektakel geboten. Natürlich gezeichnet von extrem knackigen und tiefgründigen Bässen, die der Denon AVC-A10H mit Bravour umsetzt. Identisch zum Filmbetrieb wird hier blitzschnell und mit absoluter Impulstreue sehr nachdrücklich agiert. Keinerlei Nachschwingen ist erkennbar, ausschließlich knochentrockener, brutaler Punch und ein klarer Kick. Die eher hellen Percussion-Sounds und Clicks in den höheren Frequenzbereichen kommen sehr direkt, aber zu keinem Zeitpunkt harsch oder unangenehm am Hörplatz an - Klasse!

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Nicht klassisch, aber klassischer wird es mit D'Angelos "Unshaken", vielen bekannt aus dem Videospiel Red Dead Redemption 2. Hier spürt man etwas deutlicher, dass der Raum für die Musikwiedergabe schlichtweg nicht optimal geeignet ist. Immer noch luftig wirkt das Instrumentalgeschehen, aber die Stimme kann sich nicht so frei entfalten, wie wir es kennen. In die Kulisse sind die Vokalanteile allerdings perfekt und nahtlos eingebettet, auch das Zusammenspiel mit dem Background-Chor wird exzellent umgesetzt. Die Charakteristika und Feinheiten von D'Angelo werden ebenfalls sauber und facettenreich herausgearbeitet. Ebenfalls gut gelingt das sehr voluminöse und satte Fundament. Der Klangteppich, der fast über den gesamten Titel hinweg vorherrscht, bietet eine exzellente, dichte Atmosphäre. Mit klarer Zuordnung und Differenzierung sind die einzelnen Instrumente auf der Bühne platziert und tragen zum glaubwürdigen Gesamteindruck bei. Wer im Heimkino oder Wohnzimmer auch gerne mal zu Stereo-Quellmaterial greift, kann dies mit dem AVC-A10H bedenkenlos tun. Und wenn man gerne laut hört, dann sollte man es sogar tun. Kraft für die Frontlautsprecher steht dann in Massen zur Verfügung. Selbst bei außerordentlich hoher Resistenz gegen hohe Pegel kann man sich hier austoben. Souverän, kontrolliert, unverzerrt und mit nur minimal gesteigerter Schärfe ist der Denon bei für uns praktisch nicht aushaltbarer Lautstärke noch nicht am Limit und differenziert auch weiterhin gut durch.

  • Auf Seite 4 folgen der Konkurrenzvergleich und unser Fazit

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