XXL-TEST: AV-Verstärker Denon AVC-A10H - Topmodell-Alternative für 13 Kanäle?

Denon hat unlängst mit dem AVC-A10H das neueste Modell der A-Serie vorgestellt. Von dem Namen darf man sich nicht fehlleiten lassen: Der neue AV-Verstärker ist zwar vom eigentlichen Flaggschiff AVC-A1H inspiriert und übernimmt viele Eigenschaften des Topmodells, rangiert aber leicht darunter und ist unserer Meinung nach eher als Nachfolger des (noch erhältlichen) AVC-X8500HA zu betrachten. Gegenüber dem größten Boliden im Denon-Sortiment mit 15 Endstufen befeuert der neue AVC-A10H insgesamt 13 Kanäle und eignet sich somit immer noch für große, immersive Heimkino-Setups. Der innere Aufbau ist beeindruckend und erinnert ganz stark an das Flaggschiff - auch der Neuzugang wird im Shirakawa Audio Works in Japan gefertigt und vom Denon-Soundmaster Shinichi Yamauchi abgestimmt. An Leistung stehen 150 Watt pro Kanal bei 8 Ohm (2 Kanäle, 20Hz - 20kHz) zur Verfügung. Sehen wir uns an, was der neue 13.4-Kanal-8K-AV-Verstärker zur UVP von 4.700 Euro zu leisten vermag. Erhältlich ist das Gerät in den für Denon typischen Farben Schwarz und Premium-Silber.
Ausstattung und Features - Highlights

Innerer Aufbau des AVC-A10H
Wie bereits erwähnt, bedient der Denon AVC-A10H insgesamt 13 Lautsprecher und vier unabhängige Subwoofer. Für exzellente akustische Performance sei ein neues ESS DAC-Array - insgesamt neun 2-Kanal-DACs sind verbaut - für die Signalverarbeitung und ein Transformator mit OFC-Wicklungen maßgeblich verantwortlich. Die Endstufenkonstruktion ist auch hier in Mono-Block-Bauweise ausgeführt, was man schön bei einem Blick ins Innere des Gerätes nachvollziehen kann. Die Montage auf separaten Platinen soll Übesprechen und Verzerrungen vermeiden. Eine stabile und aufwändige Bodenplatte, ausgeführt mit 3 Schichten, schützt zudem vor Vibrationen und sonstigen Störgeräuschen.
Dass der Denon AVC sowohl Dolby Atmos und DTS:X(:Pro) als auch Auro-3D sowie IMAX Enhanced und MPEG-H unterstützt, muss man kaum erwähnen. Die Vielseitigkeit bezüglich der nativ verarbeiteten Audioformate zieht sich beim Hersteller bis in niedrigere Preisklassen. Mit dem AVC-A10H sind also, ohne Zuhilfenahme weiterer Endverstärker, Setups mit bis zu 7.4.6 bzw. 9.4.4 Lautsprechern möglich.

Audyssey Einmessmikrofon
Auch das Einmesssystem Audyssey in höchster Ausbaustufe MultEQ XT32 ist an Bord und nimmt die Ermittlung aller vorhandenen Lautsprecher, deren Abstand und Pegeleinstellung vor. Außerdem natürlich, sofern gewünscht, die Anpassung an die räumlichen Gegebenheiten.
Wem das nicht ausreicht, greift zur Dirac Live Room Correction, für die der AVC-A10H vorbereitet ist. Auch die neue Bass Control-Option ist verfügbar. Beides erfordert allerdings den Kauf einer Lizenz, die bei voller Bandbreite samt Bass Control mit 599 USD zu Buche schlägt. Bei vorherigen Denon-Modellen waren wir sehr angetan, was Dirac Live noch aus den Komponenten herauskitzelt. Günstig fährt man damit aber nicht unbedingt, zumal man auch ein kompatibles USB-Mikrofon, wie z.B. das UMIK-1, benötigt. Natürlich kann man auch die Audyssey MultEQ Editor App nutzen, die mit deutlich weniger Invest einhergeht. Auch gänzlich ohne Zusatzkosten berücksichtigt die integrierte Einmessautomatik alle angeschlossenen Subwoofer unabhängig voneinander.

Anschlüsse
Bei einem hochwertigen Denon AV-Verstärker darf eine moderne HDMI-Sektion nicht fehlen. Der AVC-A10H bringt insgesamt sieben HDMI-Eingänge mit, die allesamt als HDMI 2.1 ausgeführt und 8K-fähig sind. Neben der Übertragung von 8K-Signalen mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde sind also auch 4K-Signale mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde möglich. An Ausgängen stehen insgesamt drei HDMI-Schnittstellen zur Verfügung, eARC fehlt ebenfalls nicht. Dolby Vision-Inhalte, HDR10+, HLG und Dynamic HDR werden unterstützt.
Und natürlich ist HEOS integriert und sorgt für multimediale Vielfalt bei Streamingdiensten, Internetradio und Wiedergabe aus dem Netzwerk. Außerdem gelingt damit die Kombination mit weiteren HEOS-fähigen Komponenten im gesamten Heimnetzwerk.
Verarbeitung

Frontansicht

Massive Frontblende - Alu geschliffen

Lautstärkeregler von oben

Oberfläche Geräte-Front, Übergang Display und Lautstärkeregler

Ansicht seitlich vorne

Übergänge im Detail

Massive Blende

Bedienelemente und Anschlüsse vorne
Das 23,6kg schwere Gehäuse bietet Abmessungen von 434 x 472 x 195 mm (ohne Antennen) und ist damit insbesondere bzgl. der Tiefe recht ausladend. Wer sich Sorgen macht, weil das eigene AV-Rack diesbezüglich etwas knapp bemessen ist, sollte aber genau messen. Die vorderen Standfüße, die Denon-typisch großzügig dimensioniert sind und sehr solide wirken, sind einige Zentimeter nach hinten versetzt und ermöglichen auch die Positionierung in etwas weniger tiefen Sideboards.
Bezüglich des Designs unterscheidet sich das neue Modell praktisch nicht vom Flaggschiff AVC-A1H und folgt auch sonst der bislang seit vielen Geräte-Generationen unveränderten, eher klassischen Formensprache der Denon AV-Verstärker. Links der etwas kleinere Quellenwahlregler, rechts der große Lautstärkedrehregler. In der Mitte dazwischen, ebenfalls unverändert, ein Punktmatrix-Display mit zwei Zeilen. Keine Innovation, aber bewährt gute Ablesbarkeit in praktisch allen Situationen und einigen zusätzlichen Anzeigen z.B. für die angesteuerten Lautsprecher oder den aktuell verwendeten Decoder. Das Display kann gedimmt und gänzlich deaktiviert werden.

Standfuß vorne

Ansicht schräg seitlich
Die Aluminiumfront ist äußerst massiv ausgeführt und bietet eine edle Haptik. Das gilt auch für die schwere Blende unterhalb der Anzeige, hinter der sich weitere Bedienelemente für die Steuerung direkt am Gerät befinden. Hier sind auch ein großer Klinkenausgang für den Anschluss eines Kopfhörers und der kleinere 3,5mm-Klinkeneingang für das Audyssey-Messmikrofon untergebracht.
Schlicht, aber elegant und wie ein echter AV-Bolide präsentiert sich der Denon AVC-A10H. Die Oberfläche ist nicht allzu empfindlich gegenüber Fingerabdrücken und auch die einzelnen Bedienelemente sind sauber integriert. Die Drehregler, der Quellenwahlregler mit Rasterung, der Lautstärkeregler ohne, sind sauber geführt und fühlen sich ebenso wertig an. Auch die Übergänge zum Gehäusedeckel verlaufen sauber.

Innen von schräg hinten

Trafo und symmetrischer Aufbau von oben

Endstufen

Kupferplatte auf Aluminium-Kühlkörper

Aktive Lüfter unterhalb des Kühlkörpers

Trafo-Verschraubung

Die großen Elkos verstecken sich hinter dem Trafo

Weitere Kühlkörper im Bereich der HDMI-Schnittstellen

HEOS-Modul
Innen zeigt sich der AVC-A10H von seiner besten Seite. Nicht ganz so hoch integriert wie das Topmodell, aber dennoch voll bepackt mit Technik. Der große geschirmte Trafo in der Mitte, links und rechts davon die 13 Endstufen mit großen Kühlkörpereinheiten. Die Transistoren, mit Denon-Schriftzug versehen, sitzen direkt auf einer Kupferplatte, die wiederum direkt auf dem Alu-Kühlkörperstrang aufliegt. Im hinteren Bereich sind große Elektrolyt-Kondensatoren verbaut, um große Leistungsspitzen abfangen zu können. Darüber liegt die Signalverarbeitung samt DAC, DSP, etc. - auch das HEOS-Modul ist hier untergebracht. Schön zu sehen auch die vier zusätzlichen, schwarz eloxierten, Kühlkörper, die praktisch direkt an den HDMI-Schnittstellen anliegen. Insgesamt ist der Aufbau, logischerweise, etwas einfacher als beim Flaggschiff und auch etwas weniger Kupfer kommt zum Einsatz. Dennoch erkennt man sofort, dass man es hier mit einem hochwertigen AV-Verstärker mit durchdachter Konstruktion und sinnvollem Layout zu tun hat.
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Tags: AV-Verstärker • Denon • HEOS






