XXL-TEST: Denon RCD-N10 - CD-Netzwerk-Receiver mit HEOS-Modul

Als komplettes Set inklusive Lautsprechern ist der HiFi-Netzwerk-Receiver Denon RCD-N10 derzeit nicht lieferbar, allerdings einzeln: Für 589 EUR wechselt das Gerät, welches wir in einem interessanten Grauton zum Test angeliefert bekommen haben, den Besitzer. Schwarz oder Weiß sind weitere verfügbare Gehäusevarianten.

Erfreulich, dass Denon an kräftige Endstufen gedacht hat. Mit 2 x 65 Watt herrscht hier definitv keine Ärmlichkeit vor. Natürlich sind ein Heos-Streaming-Modul und Apple AirPlay 2 an Bord, tunein steht als Internet-Radio-Plattform bereit. Bluetooth fehlt ebenfalls nicht in der Ausstattungsliste. Wahlweise kann man den schicken multifunktionalen Receiver kabelgebunden (RJ45 Ethernet-Schnittstelle hinten) oder kabellos per WLAN ins Heimnetzwerk einbinden.

Über USB-A (Schnittstelle vorn) nehmen USB-Speichermedien Kontakt zum RCD-N10 auf. DSDbis maximal 5,6 MHz, WAV und FLAC bis 192 kHz/24-Bit und ALAC bis 192 kHz/24-Bit können via USB-A wiedergegeben werden. Die gleichen Formate kann der kompakte Denon-Klangexperte auch mittels Netzwerk wiedergeben. Leider wird MQA weder über USB noch über Netzwerk unterstützt. 

Schickes Design

Seitliche Ansicht

Auch, wenn alles aus Kunststoff besteht, wirkt das Finish für die Preisklasse angenehm hochwertig

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Linker Teil der Frontblende

Rechter Teil der Frontblende

Detailverarbeitung oben 

Optisch erfreut uns der RCD-N10 mit der schlichten Gestaltung der aus Kunststoff bestehenden Frontblende. Links befindet sich oben der silberne Standby-Knopf, darunter ein USB-A-Slot.

CD-Lade

Mittig oben ist das CD-Laufwerk untergebracht. Nicht als Slot-In-Konstruktion, sondern als klassisches Laufwerk mit Lade. Rechts neben der Lade ist direkt der (wie auch der Standby-Button) beleuchtete Auswurf-Knopf befestigt. Wieder darunter befindet sich der 3,5mm Kopfhörer-Ausgang. Das mehrzeilige Display mit Laufschrift-Möglichkeit, tadelloser Auflösung und sehr guter Ablesbarkeit ist nicht zu übersehen und direkt unter dem Laufwerk in die Frontblende integriert. Das Finish ist prima, was wir vermissen, sind hochwertige Gerätestandfüße.

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Rückseite

Im Detail: Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse, Cinch Analog-In, Subwoofer-Pre-Out, 2 optische Digitaleingänge, Antennenanschlüsse, RJ45 Terminal

Die Rückseite gibt keinen Anlass zur Kritik, weder hinsichtlich der Verarbeitung noch im Hinblick auf die Anschlussauswahl. Nur HDMI-ARC vermissen wir hier. 

Lautstärkeregelung, Eingangswahl, Back-Button, Navigationseinheit als Touch-Bedienelemente oben

Auf der Oberseite der kleinen Komplettlösung sind wichtige Bedienelemente integriert, hat man die Remote einmal nicht zur Hand. 

Display 

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Fernbedienung

Eine recht große und ebenfalls in komplett grauer Ausführung gehaltene Fernbedienung ist im Lieferumfang enthalten. Ja, das muss durchaus explizit erwähnt werden, denn im Zeitalter der App-Bedienung verzichtet so mancher Anbieter darauf, noch eine Remote beizulegen. Unser Exemplar ist sehr leicht, was dem Eindruck von Hochwertigkeit leider nicht förderlich ist. Am prinzipiellen Layout können wir nichts aussetzen, nur eine Auswurftaste fürs CD-Laufwerk konnten wir nicht entdecken. Ganz oben befinden sich Sleeptimer, Clock, der Display-Dimmer und die Power-Taste. Im Anschluss sind die direktenn Zugriffstasten auf die Eingänge zu finden, gefolgt von den Buttons für den elementaren Spielbetrieb. Add Favourites, Aufruf gespeicherter Favoriten, SDB Tone (Super Dynamic Bass, Bass, Treble, Balance, Source Direct) und der Mute-Schalter sowie die Lautstärkeregelung sind als nächstes auf dem Weg von oben nach unten auf der Fernbedienung zu finden. "Queue" und "Option" lokalisieren sich oberhalb der Navigationseinheit mit "Enter" Knopf in der Mitte. Darunter dann die "Back" und die "Setup" Taste. Drückt man diese, kommt man in die folgenden Menüs:

  • Audio: Lautstärke-Grenze, Kopfhörer-Verstärkung, Lautsprecher-Optimierung (an/aus)
  • Allgemeines: Alarm, Uhr, Uhr-Modus, TV-Eingang, IR-Steuerung, Automatische CD-Wiedergabe, Sprache, Automatisches Standby, Nutzungsdaten, Firmware, Informationen, Zurücksetzen 
  • Nettwerk: Netzwerk-Informationen, W-LAN, Bluetooth, Netzwerk-Steuerung, Gerätename, Verbindung, Einstellungen, Diagnose
  • Heos-Konto: Ich besitze ein Heos-Konto, Konto erstellen, Passwort vergessen
  • Schnell-Installation: Sprache, Automatische Updates ein/aus, Zeitzone mit Gerät synchronisieren
App

Die Heos-App wurde vor kurzem optisch überarbeitet und lässt sich sehr einfach handhaben. Dank Spotify Connect und Apple AirPlay 2 sind die weiteren multimedialen Einsatzmöglichkeiten sehr flexibel. Auf andere Streamingdienste wie z.B. Tidal greift man innerhalb der Heos-App zu, Tidal Connect wird derzeit nicht unterstützt. 

Teil der Möglichkeiten über die HeosApp. Mit Spotify, tunein, AmazonMusic, Deezer, Napster, Soundcloud, Tidal sind flexible Optionen gegeben 

Natürlich kann man auch auf Musik von Home Servern und NAS-Systemen zugreifen, z.B. auf eine große HiRes-Audio-Bibiothek mit Flac-Titeln. Auch auf die Musik, die auf dem Smartphon abgelegt ist, auf dem die App installiert ist, kann man zugreifen. Der Anwender kann ebenso Musik von USB-Speichermedien abspielen lassen und eigene Wiedergabelisten in Heos erstellen.

HiRes-Audio-Bibliothek auf dem NAS-System

Wiedergabe eines Titels in Flac 96 kHz/24-Bit

Anzeige der eigenen Tidal-Wiedergabelisten innerhalb der Heos-App

Wiedergabe eines Titels von Tidal

Bei den möglichen Wiedergabe-Devices in Spotify Connect wird das Denon-System sofort angezeigt

Wiedergabe eines Titels innerhalb von Spotify Connect

Wiedergabe eines Titels über Apple AirPlay 2

Klang

Spotify

Break My Stride, Blue Lagoon Cover-Version: Erstaunlich, zu welchen Pegeln sich das kleine Denon-System aufschwingen kann. Hier gibt es wirklich nichts auszusetzen, wenngleich wir anmerken müssen, dass sich die ansonsten frische, homogene Auslegung bei sehr hoher Lautstärke (ab 80 Prozent des maximal möglichen Pegels) etwas verändert: Der Sound wird etwas harscher und dominanter in den oberen Mitten und im Hochtonbereich. Ansonsten kann man sehr zufrieden sein mit der Performance: Die weibliche Gesangsstimme und auch die Parts der männlichen Vocals sind sehr gut verständlich und gelungen ins tonale Gesamtgefüge integriert. Selbst in Verbindung mit kompakt bauenden, qualitativ überzeugenden Regallautsprechern (Q Acoustics Concept 30), also ohne einen dedizierten aktiven Subwoofer, sind die Bass-Leistungen ausgezeichnet. An ausgewachsenen Standlautsprechern herrschen ebenfalls keinerlei Berühungsängste. Der Bassbereich kommt satt zur Geltung, und das kompakte Gerät wirkt auch bei gehobenem Pegel keinesfalls überfordert. Wir sind wirklich sehr überrascht, wie gut die Zusammenarbeit mit den Canton Vento 886 DC funktioniert. Hier ist das Klangbild etwas "milder" als in Zusammenarbeit mit den Q Acoustic Regallautsprechern. Im Vergleich z.B. zum Denon DRA-800H empfinden wir die Auslegung des RCD-N10 Receivers sogar als noch gelungener. 

Tidal

Diana Kralls relaxten, trotzdem emotional tiefen Titel "The Look Of Love" gibt das Denon-System prima wieder. Auch Nuancen innerhalb Dianas charismatischer Stimme kommen gut heraus. Dass sich die vokalen Elemente gut vom Lautsprecher lösen, ist auch Verdienst des RCD-N10 - natürlich ebenso der zum Test verwendeten Canton Vento 886 DC. Das räumliche Gefühl ist authentisch, ein Eindruck, der auch bei gehobenem Pegel erhalten bleibt. Erst dann, wenn man sehr kräftig aufdreht, leidet die zuvor ausgeprägte akustische Gesamtharmonie. 

Apple Musik/AirPlay 2

Dancing Around (featuring Meela)/Mike Candys: Mit dem schnellen Titel kommt der RCD-N10 sehr gut zurecht. Er liefert den Rhythmus impulstreu ab und stellt Differenzen im dynamischen Gefüge sehr glaubwürdig dar. Klar, dass es sich nicht um ein Gerät der 1.000 EUR-Liga handelt, merkt man anhand der zwar klaren, aber nicht bis ins Detail ausgeprägten Konturen schon. Aber wie die zahlreichen elektronischen Effekte und die Vocals aufbereitet werden, ist schon sehr beachtlich im positiven Sinne. Bei "Hymn", dem Eurodance-Hit nun in der Cover-Version von Klaas, legt sich der Denon CD-/Netzwerk-Receiver auch wieder mit Erfolg "ins Zeug". Klar und homogen, zudem lebendig und mit einem überraschenden Nachdruck bei tieferen Frequenzen, kann man dem kompakten Device nichts vorwerfen. 

Flac Hi-Res (96 kHz/24-Bit) vom NAS-System

Jonas Kaufmann singt "Nessun Dorma", die legendäre Arie aus Puccinis "Turandot". Mit erstaunlicher räumlicher Weite und zugleich mit sehr guter Präzision setzt der RCD-N10 die Stimme um. Die Streicher gruppieren sich gekonnt um die vokalen Elemente, welche sich im Fokus befinden, und gehen eine lebhafte Verbindung mit ihnen ein. Sehr gut gefällt uns auch hier wieder, wie schnell der kleine CD-Netzwerk-Receiver auf kleine dynamische Unterschiede im akustischen Gesamtgefüge reagiert - das würde man einem solchen Gerät auf Anhieb nicht zutrauen. Auch, wie professionell der Chorgesang eingearbeitet wird, verdient höchstes Lob. Es folgt Diana Kralls Klassiker "Garden In The Rain". Der Titel wird ebenfalls mit Verve übertragen, sodass man als Zuhörer die Chance hat, erstaunlich tief ins akustische Geschehen einzutauchen- Klar, wer sehr genau hinhört, entdeckt schon das eine oder andere fehlende Detail. Aber der RCD-N10 kostet weniger als 600 EUR, dafür ist der saubere, gut ausbalancierte Sound auf jeden Fall ein Resultat, mit dem man nicht gerechet hat. Auch Dianas Stimme kommt wieder schön heraus, das Klavier wirkt nur minimal synthetisch. Für die Preisklasse ist die Darstellung aber überdurchschnittlich gut. 

Konkurrenzvergleich

Denon DRA-800H: Der ausgewachsene Stereo-Receiver (719 EUR) ist mit kompletter HDMI-Sektion (zu aktuellen Normen kompatibel) und DAB-Tuner, Heos-Modul sowie kräftigen Endstufen üppig ausgestattet. Er klingt sehr dynamisch und kräftig, der kleine RCD-N10 wirkt aber sogar noch etwas ausgewogener, auch wenn er natürlich beim möglichen maximalen Pegel zurückstecken muss. 

Advance Paris Smart AX1: Im unverwechselbaren Design präsentiert sich der Advance Paris CD-Receiver mit Link-Play  basierter Netzwerk- und Streaming-Funktionalität. Hier ist Heos deutlich flexibler und umfangreicher bestückt. Der sehr angenehme, souveräne Sound des Smart AX1 ist sehr zu loben und dem RCD-N10 nicht unähnlich. An 4 Ohm liefert der AX1 ebenso wie der RCD-N10 2 x 65 Watt. Die umfangreiche Anschlussbestückung des Franzosen gefällt uns sehr, für das Finish und den tollen Aufbau innen sind 699 EUR fair kalkuliert. 

Kenwood M-9000S: Wer aufs Geld achtet und trotzdem eine gut ausgestattete Mini-Anlage, sogar inklusive Lautsprechern, haben möchte, kann zur Kenwood M-9000S greifen, die für schmale 279 EUR erhältlich ist. Dafür gibt es ausreichende 2 x 50 Watt, 2-Wege-Bassreflex-Lautsprecher, CD-Laufwerk, WLAN, Steuerung per UNDOK-App und eine gute Verarbeitung des Hauptgerätes. 

Fazit

Der kompakte Denon RDC-N10 CD-Netzwerk-Receiver erfreut mit großer Funktionsvielfalt. FM/AM-Tuner, Heos-Modul, Apple AirPlay 2, Spotify Connect und ein CD-Laufwerk ergänzen sich zu einer umfassenden Ausstattung. Nur ein DAB-Tuner wird vermisst, ebenso wie anschlussseitig ein HDMI-ARC-Anschluss für die komfortable Verbindung mit dem TV-Gerät. Die schicke Optik, die einfache Handhabung und die kräftigen Endstufen mit tadelloser Pegelfestigkeit sind weitre Pluspunkte. Akustisch erweist sich die Wiedergabe als dynamisch, klar und homogen, zudem arbeitet das kompakte Device sogar mit ausgewachsenen Standlautsprechern zusammen. 

Eleganter, kompakter CD-Netzwerk-Receiver mit reichhaltiger Ausstattung und gekonnter akustischer Abstimmung 

CD-Netzwerk-Receiver bis 800 EUR
Test 23. Februar 2022

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 23. Februar 2022

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