TEST: Zweiwege-Regallautsprecher Perlisten Audio A3m - die Macht bei Pegel und Räumlichkeit
Klang

Angeschlossen an unserem AVM Evolution AS 3.3, erwarten wir - weil wir die akustische Performance von Perlisten Audio-Lautsprechern kennen und schätzen - eine mindestens beachtliche Leistung vom A3m.
Wir starten mit "Resonance" von Boris Blank. Die enorme Größe der beiden Perlisten-Schallwandler macht sich gerade bei diesem Track mit seinem tief nach unten reichenden, teilweise subtil-vielschichtigen Bassbereich sehr positiv bemerkbar. Hier wird auch im knapp 25 Quadratmeter messenden Hörraum eine exzellente Basskraft aufgeboten, die sich zudem sauber dosiert im Hörraum verteilt. Die ganzen Effekte präsentieren sich ebenfalls als weitläufig in die gesamte Klangkulisse integriert. Insgesamt fällt auf, dass der Sound nahtlos, fließend über den gesamten Frequenzbereich auftritt.
"Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello) liegt den Schallwandlern ebenfalls. Der Bass entfaltet exakt dosiert seine Wirkung, und Tills Trompete hat in jeder Sekunde des Titels genug Entfaltungsspielraum. Die kleinen, feinen Elemente wie das Abklingen des Instruments werden sauber in den Hörraum transportiert. Die räumliche Ausbreitung ist hinsichtlich Weite und Tiefe sehr großzügig - aber alles wirkt immer realistisch und nie künstlich aufgebauscht. Die Wechsel im dynamischen Gefüge arbeiten die beiden Perlisten-Boxen grundsätzlich mit untadeliger Impulstreue heraus.
"Desperado" in der Cover-Version von Diana Krall bietet direkt von der ersten Sekunde an ein allzeit spürbares Fundament. Die Räumlichkeit ist hinsichtlich Breite und Tiefe hervorragend, Dianas Stimme löst sich nachvollziehbar von den Lautsprechern. Besonders beeindruckt uns die räumliche Weite im Hochtonbereich - der breite, aber immer kontrollierte Abstrahlbereich sorgt für eine "vollmundige" Wiedergabe. Die Instrumente, bei denen das Piano durch seine saubere Ausformung hervorsticht, gruppieren sich mit stimmiger Balance rund um Dianas vokale Präsenz. Die Perlisten A3m eignen sich besonders für Hörer, die mit enormer räumlicher Dichte, mit enormer Homogenität und einem äußerst soliden, standfesten Fundament auch gerne einmal mit deutlich erhöhtem Pegel ihren Lieblingsstücken lauschen möchte. Ideal ausgelegt für lange Hörsessions, glänzen sie durch ihr hohes Maß an Harmonie.
"Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy wirkt filigran, zugleich sehr rund, sehr gefällig - eine tolle Mischung. Als Eva dann ihre Stimme erhebt, loben wir die exzellente Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen. Der Zweiwege-Lautsprecher ist in der Lage, was überaus beachtlich für die Preisklasse ist, fein- und grobdynamisch die vokale Präsenz authentisch herauszuarbeiten. Und auch die beteiligten Instrumente wirken allesamt sehr klar und zugleich stimmig, beim Piano hört man sogar die Virtuosität des Tastenspiels sehr gut heraus. Aus räumlicher Perspektive befindet sich jedes Instrument genau an der richtigen Position, und der Klang löst sich hervorragend von den Lautsprecherchassis.
"Nothing Else Matters " (aus dem Film Jungle Cruise, John Newton Howard, Metallica) weist einen enormen Facettenreichtum und sehr deutliche Dynamiksprünge auf. Von subtil bis gewaltig ist alles dabei, und der musikalische Spannungsbogen wird schon von Anfang an aufgebaut. Die Perlisten-Lautsprecher sorgen direkt für ein gutes Hörgefühl, weil sie erneut mit hoher räumlicher Dichte und mit einer exakten Verteilung aller akustischen Elemente überzeugen können. Sie sind richtig gut geeignet für den Erlebnishörer, weil man förmlich im Titel versinkt - absolut erstaunlich für diese Preisklasse. Klar, auch andere Regallautsprecher für unter 3.000 EUR Paarpreis sind brillant, aber der Perlisten A3m ist definitiv eine enorme Bereicherung - er klingt so angenehm und so voluminös, dass man manchmal gar nicht denkt, dass lediglich zwei Boxen für die Wiedergabe aktiv sind - man fühlt sich richtiggehend vom Sound umgeben und vermisst weder weitere Lautsprecher noch einen aktiven Subwoofer. Allerdings sollte der angeschlossene Verstärker genug Leistung mitbringen.
"Land Of Confusion", Disturbed Cover: Die oftmals zu deutlich hervorgehobene Aggressivität ist hier in geringerem Maße vorhanden, was dazu führt, dass man deutlich lauter hören kann. Insgesamt aber holt uns dieser Titel nicht so ab wie die anderen Bespiele. Irgendwie fehlt es hier an maximaler Dynamik, und die Stimme könnte noch mehr hervorgehoben werden. Zudem verschwimmen bei hoher Lautstärke die Konturen etwas.
"Universal Nation" von Push ist ein echter Trance-Klassiker, den wir immer gern verwenden, um die Leistungsstärke im Bassbereich nachvollziehen zu können. Die Erwartungshaltung bei der Perlisten Audio A3m war wirklich groß, und wir wurden nicht enttäuscht. Satt und genau den richtigen Punkt treffend, breiten sich die Bassanteile mit Nachdruck im Hörraum aus. Die elektronischen Effekte kommen auch im Detail mit klarer Ausprägung heraus und verteilen sich mit einer für diese Preisklasse bestechenden Präzision im erneut großen virtuellen Raum. Solche Tracks, das merken wir, liegen den beiden Regallautsprechern - hier gehen sie kompromisslos und energiegeladen vor.

Extra für den finalen Test folgen, wie üblich, noch weitere Soundchecks. Bei diesen kommt unser mittlerweile schon "kampferprobter" Thorens TD 403 DD als manueller Direktantriebs-Plattenspieler zum Einsatz, der sich mit der vorzüglichen Phonovorstufe im AVM Evolution AS 3.3 anfreunden darf. Von der renommierten Analog-Manufaktur clearaudio bekamen wir kürzlich eine akustisch sehr überzeugende Schallplatte, die in Zusammenarbeit mit inakustik realisiert wurde: Die "46 Years Excellence Edition - concept Signature" als 180 Gramm audiophile Pressung.

Unser "Material"
Hier starten wir durch mit der rein instrumentalen "Ain't No Sunshine"-Version von Nautilus. Und auch bei der Wiedergabe von schönem analogem Vinyl-Material gehen die Perlisten Audio A3m einfach ihren "Weg des Erfolgs" weiter. Wir ertappen uns, wie wir die Lautstärke stetig erhöhen und unseren Kopf im Rhythmus des Titels wiegen. Einfach ansteckend, wie die Perlisten-Boxen hier aufspielen. Das Lässige, Schwungvolle dieser speziellen Coverversion kommt hervorragend zur Geltung. Homogen und klar, mit einer sauberen Detaillierung, spielen die Perlisten A3m hier so gut auf, dass man die Preisklasse völlig aus den Augen verliert. "Einfach tolle Lautsprecher", denkt man sich. Und wenn man bedenkt, dass die Perlisten-Speaker auch für Mehrkanal-Kinosound-Installationen vorgesehen sind, überrascht uns der gefühlvolle, sorgsame, zugleich dynamisch Umgang mit Vinyl noch mehr.
Bei Magnus Lindgrens "Fluting" überprüfen wir, ob die beiden recht üppig dimensionierten Regallautsprecher diesen vielversprechenden Kurs weiter beibehalten und sich auch hier als "Platten-Asse" betätigen können. Die Flöte und die einprägsame Stimme gehen hier eine stimmungsvolle Verbindung miteinander ein. Mit straffem, sehr gut organisierten Bass und einer feinen Herausarbeitung auch weiter hinten liegender akustischer Ebenen sind wir wieder erstaunt, wie hochklassig sich die Perlisten Audio-Lautsprecher ins Zeug werfen. Der Rhythmus kommt auf den Punkt mit überragender Impulstreue heraus, und die feinen vokalen Nuancen werden schnell gefunden und sauber eingearbeitet.

Noch mehr Vinyl
"A Tribute To Eva Cassidy" - Margriet Sjoerdma - das ist die nächste Platte, die wir auflegen. Präsentiert von Thorens, sind wir auch hier von den Qualitäten der Vinylscheibe überzeugt und eröffnen sogleich die Wiedergabe von "San Francisco Bay Blues" (Jesse Fuller). Mit viel Gefühl und erneut einer homogenen, in sich schlüssen Klangcharakteristik begeistern uns die Perlisten-Schallwandler. Der Klang stellt auch hier wieder eine seltene Mischung aus entspannter, relaxter tonaler Ausprägung und gleichzeitig einer auch feindynamisch absolut überzeugenden vokalen Präsentation dar. Auch die Konturen der einzelnen Instrumente sind exakt gezogen und verteilen sich harmonisch im Raum.
Als zweiten Titel von diesem Album lauschen wir "Penny To My Name" von Roger Henderson. Hier fällt schon nach wenigen Augenblicken auf, wie fein und wie sauber die Violine zum Ausdruck kommt - und dann erhebt Margriet erneut ihre leicht melancholische, charismatische Stimme. Unsere Testlautsprecher gehen wieder sehr ausgewogen vor, betonen aber gleichzeitig vokale Charakteristika und instrumentale Feinheiten. Diese Mischung hat uns gleichermaßen, wir wiederholen uns, verblüfft wie überzeugt, Der Song versprüht wegen dieser nicht alltäglichen Mischung sehr viel Charme. Es gibt viele Lautsprecher, die sehr brillant, sehr sensibel darstellen, dann aber nicht so extrem nahtlos, rund und harmonisch wiedergeben. Und die Schallwandler, deren Hauptaugenmerk auf viel Homogenität liegt, detaillieren aus feindynamischer Perspektive nicht so sauber wie die Perlisten A3m.
Konkurrenzvergleich

Canton Reference 9: Mit 3.600 EUR Paarpreis die edle und deutlich teurere Option. Feinst verarbeitet, mit aufwändigen Oberflächen-Finishes in Möbelschreiner-Qualität spielt die Cantin eine ganz andere optische Rolle. Klanglich klingt sie noch frischer, unmittelbarer, liefert aber nicht diesen Punch im Bassbereich und diese Tiefgang ab, den die Perlisten-Box bieten kann - was auch kein Wunder ist, sie ist deutlich größer. Zudem kann man, auch das eine Folge der Baugröße, mit der A3m noch besser enorme Pegel hören. Für ihre kompakteren Abmessungen ist die Reference 9 aber auch exzellent aufgestellt.

DALI Rubikore Cinema im Stereo-Setup: Für knapp 4.000 EUR gibt es den universell einsetzbaren Runikore Cinema LCD-Lautspreche. Ganz gleich, ob vertikal oder horizontal, der Schallwandler mit drehbarem Hybrid-Hochtonmodul erledigt jeden Job mir Bravour. Er ist pegelfest und spielt lebendig sowie mit Liebe zum Detail auf. Erstaunt sind wir allerdings davon, wie nahe die doch deutlich günstigeren Perlisten Audio A3t dem Rubicore Cinema kommen - bei Tiefgang und Pegelfestigkeit ziehen sie sogar vorbei. Das unnachahmliche Auflösungsvermögen des DALI-eigene Hybrid-Hochtöners ist allerdings schlichtweg sensationell und rechtfertigt auch problemlos den höheren Kaufpreis der Rubikore Cinema.
Fazit

Die beiden Perlisten A3m hinterlassen einen bleibenden Eindruck - das gilt zunächst einmal aus optischer Perapektive. Wir finden es richtig gut, dass Perlisten Audio beim Design andere Wege geht, wobei diese "anderen Wege" nicht aus einer Laune der Designer heraus entstanden sind, sondern konsequent nach dem Motto "Form follows Funktion" vorgegangen wurde. Das eigenständige Erscheinungsbild folgt daher konsequent den Anforderungen an eine hervorragende Akustik. Und klanglich können die Neuerscheinungen wirklich glänzen. Homogen und zugleich dynamisch, mit einem hohen Maß an räumlicher Weite sowie an räumlicher Tiefe, ist die Auslegung der A3m vollauf gelungen. Ihre harmonische, zugleich aber dynamische, detailreich-plastische Wiedergabe sorgen dafür, dass der Perlisten-Lautsprecher auch bei analogem Material von Vinyl einen exzellenten Eindruck hinterlässt. Wer denkt, dass Perlisten Audio eine Manufaktur ist, die sich dem Bau von hoch belastbaren und räumlich dicht aufspielenden Lautsprechern für den Musik- und Filmtonbetrieb verschrieben hat, die ihre volle Berechtigung vor allem als Mehrkanal-High Performance-Set besitzen, hat sich getäuscht. Die A3m agieren auch als Ausgabeorgan einer Kette mit Plattenspieler lebedig und gediegen, und schon dieser Lautsprecher aus Perlistens Einstiegsserie erfüllt hohe Ansprüche.
Einstand nach Maß: Der Perlisten Audio A3m Regallautsprecher beeindruckt mit klanglicher Souveränität und Harmonie

Gesamtreferenz Regallautsprecher Obere Mittelklasse
Test 05. September 2025
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05. September 2025
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Tags: Audio Reference • Lautsprecher • Perlisten Audio






