TEST: Wharfedale EVO 5.2 - Großer Dreiwege-Regallautsprecher mit überragendem Bassfundament

Klangwertung

Zunächst unsere nachdrücklichen "Anschieber" - das heißt Verstärker - auf die wir hier setzen: Der neue, sehr kompakte QUAD 3 hat sich sehr gut in Szene setzen können, aber hauptsächlich verwenden wir unseren kompromisslos druckvollen, zugleich kultivierten, "kampferprobten" HiFi-ROSE RS520.

Quad 3 Frontansicht2

Akustisch starke Neuerscheinung: QUAD 3

Rose Ra520 Front

Kompromisslose klangliche Elite: HiFi-ROSE RS520

Wir beginnen unser Klangtestreihen mit "Vivo Per Lei" von Andrea Bocelli und Georgia. Gleich von Beginn an freuen wir uns über die ungewohnt frische, sehr direkte Wiedergabe. Hier merkt man die doch recht günstige Preisklasse der beiden Wharfedales defintiiv nicht. Vielmehr setzen sich die zwei eleganten großen Regallautsprecher durch ihre hohe Klarheit und den sehr respektablen Detailreichtum bestens in Szene. Beide Stimmen, die von Andrea und die von Georgia, haben erstaunlich sensibel gezeichnete Konturen und fügen sich auch aus räumlicher Perspektive sauber ins tonale Gesamtgeschehen ein. Der Rhythmus des Stücks wird allzeit impulstreu und mit nachvollziehbaren Strukturen dargeboten.

"Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy besitzt bei der Präsentation durch die Wharfedale EVO 5.2 eine greifbar-plastische Stimmwiedergabe - es erstaunt uns wirklich, wie nachvollziehbar sich Evas Stimme von den beiden Schallwandlern löst. Feine Nuancen kommen mit der richtigen Gewichtung heraus, hier sind wir verblüfft, wie sauber auch kleinere dynamische Differenzen herausgestellt werden. Überhaupt ist es um die Impulstreue der Dreiwege-Konstruktion äußerst gut bestellt. Aber auch, wie charismatisch die einzelnen Instrumente herauskommen, ganz gleich ob die Gitarre oder das Klavier, ist wirklich beachtlich. Die neue Wharfedale EVO-Serie dürfte, das beweisen unsere Testkandidaten eindeutig, vielen Konkurrenten schlaflose Nächte bescheren. 

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Und auch "The Look Of Love" von Diana Krall liegt den beiden EVO 5.2 Lautsprechern zweifelsfrei. Bereits der Anfang kommt mit feiner Kontur und einem ausgezeichneten Timing heraus. Dianas Stimme hat genau den melancholischen, rauchigen Einschlag, den wir schätzen - und das ist wirklich wichtig, zu erwähnen, denn schließlich sind unsere Testkandidaten absolut finanzierbar und keinesfalls so teuer wie manche, unglaublich feinfühlig und präzise arbeitende Oberklasse-Box. Auch die Instrumente und der Bassbereich strahlen eine homogene Lebendigkeit aus, und das Klavier wirkt erneut sehr filigran und schwungvoll. 

"Fly Away" vom Ausnahme-Künstler Lenny Kravitz kennen wir auch anders - irgendwie ohne echte Durchsetzungskraft, mit Dröhnen in den oberen Mitten und ohne Nachdruck im Bassbereich. Wie schön, dass die EVO 5.2 alles sehr viel besser machen. Hier notieren wir echten Schub, eine außerordentlich gute Klarheit und eine echt auftretende Räumlichkeit. Sehr gut kommt darüber hinaus Lennys Stimme heraus, die sich hier im direkten Radius der virtuellen Bühne aufhält und nicht akustisch gesehen "zu weit hinten" steht - denn durch diese realistische Spielweise der Wharfedale-Boxen wirkt das klangliche Gesamtergebnis absolut mitreißend, sodass man den Song nicht nur hört, sondern auch fühlt. 

Die 2023er Remaster-Version des Pet Shop Boys-Klassikers "West End Girls" liegt nun an. Hier allerdings sind wir nicht ganz so begeistert wie bei "Fly Away". Ganz klar, nicht bei jedem Titel schafft es ein Lautsprecher, noch dazu ein so preisgünstiger, uns absolut zu begeistern. Das sollte man nicht falsch verstehen: Solide und ohne wirkliche Schwächen tritt der EVO 5.2-Schallwandler auch bei diesem Song auf. Aber das Ganze wirkt nicht so fließend, nicht so tiefgehend wie bei zahlreichen anderen Beispielen. So entsteht eine minimale Distanz zwischen Zuhörerschaft und dem Titel. 

Ganz anderes bei "Forever Young" von Alphaville: Gleich vom ersten Moment an lauschen wir ergriffen, so sauber und klar, so auf den Punkt kommt die Stimme von Marian Gold zur Geltung. Hier sind wir auch - gerade in Anberacht des Alters vom Song - begeistert, mit welchem sauber dargebotenen Dynamikumfang die beiden Regallautsprecher aufwarten können. Die überragende Impulstreue macht sich auch bei diesem Beispiel bemerkbar, und ebenfalls lösen sich alle akustischen Elemente erneut tadellos von den Lautsprecherchassis und verteilen sich stimmig im Hörraum. 

Beim Felix Jaehn-Remix des Shouse-Clubhits "Won't Forget You" schießen die Wharfedale EVO 5.2 mit erstaunlicher Kompromisslosigkeit Bass- und Effektsalven in den rund 25 Quadratmeter messenden Hörraum. Der Tiefgang und der Punch  sind exzellent, hier profitieren die beiden Lautsprecher natürlich auch von ihrem im Vergleich zu manch anderem Regal-/Kompaktlautsprecher größeren Gehäusevolumen. Im Bassbereich wird, zumindest im Hörraum bis gut über 25 Quadratmeter, weder ein aktiver Subwoofer als zusätzliche Stütze noch eine größere Standbox vermisst. Mit ihrer direkten Art, der gut gestaffelten Bühne und der sauberen Detaillierung über den gesamten Frequenzbereich verschafft sich die Box eine exzellente Ausgangsposition für ein hervorragendes Testergebnis.

Konkurrenzvergleich

Canton Townus 30 Gruppenbild1

    • Canton Townus 30: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit der Canton Townus 30. Die Die kompakte 2-Wege Lautsprecher sind in einem Nussbaum- Echtholzfunier für einen Stückpreis von 579 EUR fair kalkuliert. Wer sich für die Variante weiß-seidenmatt oder high-gloss schwarz entscheidet, für den werden 549 EUR/Stück fällig. Die Lautsprecherchassis werden von einer Lautsprecherabdeckung aus Kunststoff geschützt, die mit schwarzem Akustikstoff bezogen ist. Gelungen finden wir die Befestigung der Abdeckung mittels Magnete, somit sind in der Schallwand keine hässlichen und störenden Löcher zu finden. Nimmt man der Townus 30 die Abdeckung weg, kommt der nächste optische und technische Akzent zum Vorschein. So wurden die beiden Treibereinheiten unsichtbar verschraubt und wahren auch hier die sehr edle Anmutung. Apropos Treiber: Bei der Townus 30 kommt ein 174 mm großer Tiefmitteltöner mit Titaniummembran zum Einsatz sowie eine 25 mm Hochtonkalotte aus Keramik. Weitere optische Highlights sind die hochwertigen Aluminiumringe der Lautsprecherchassis, die im Seamless-Diamond-Cut Verfahren hergestellt werden Dank Wave-Sicken und patentierter DC-Technologie holt der Hersteller auch hier das Maximum an akustischer Performance trotz der kompakten Größe heraus. Die Townus 30 weist eine Nennbelastbarkeit von 90 Watt auf und spielt von 38 Hz bis 40 kHz, die Übergangsfrequenz zum Hochtonbereich liegt bei 3.000 Hz. In unserer Klangwertung erwiesen sich die Schallwandler als pegelfest und dynamisch. Die größeren EVO 5.2 schieben aber noch nachdrücklicher an und bringen noch mehr Tiefgang sowie Differenzierungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich wegen des 3-Wege-Prinzips mit. 

Elac Solano Bs 283.2 Gruppenbild1

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  • Elac Solano BS 283.2: Die nach dem 2-Wege-Bassreflexprinzip arbeitenden Solano BS287.2 Regallautsprecher sind in den Farbvarianten Hochglanz-weiß und Hochglanz-schwarz für einen Paarpreis von 1.598 EUR im Handel erhältlich. Die Gehäuse der Solano-Serie sind mit stabilen MDF-Außenwänden sowie hochglänzenden Oberflächen entwickelt und erzeugen im Zusammenspiel mit der leicht gebogenen Schallwand und den großen Radien einen kompakten, aber dennoch erwachsenen und hochwertigen Auftritt. Strategisch exakt positionierte innere Verstrebungen erhöhen die Steifigkeit der gesamten Konstruktion minimieren Vibrationen, die den Klang negativ beeinflussen könnten, und verhindern unerwünschte tonale Verfärbungen. Highlight ist der JET 6-Hochtöner, der in Kiel entwickelt und produziert wird, So kommt beim hochentwickelten Bändchen das innovative Prinzip der ungleichen bewegten Massen zum Einsatz, das störende, durch Resonanzen bedingte Effekte auf ein absolutes Minimum herabsetzt - für einen extrem klaren Klang. Darüber hinaus setzt die charakteristische Geometrie der Frontplatte in dem Bereich an, in dem die Fähigkeiten des menschlichen Ohres zur Wahrnehmung diskreter Frequenzen aufhören. Akustische Signale im Hörbereich mit höchster Präzision und höchster Auflösung zu präsentieren, ist das erklärte Ziel des JET 6. Das spezielle Merkmal des JET 6, ein bis in den Ultraschallbereich linearer Amplitudengang, ist die elementar wichtige Eigenschaft, um das zu erreichen. Die tief- und mittelfrequenten Signale verarbeitet der 150 mm messende Tief-/Mitteltöner. ELACs AS-XR Sandwich-Membran (Sandwich aus Papier/Aluminium) punktet durch einen facettenreichen Präsenztonbereich und durch präzise Bässe, wovon wir uns in der Klangwertung überzeugen durften. Ein starkes Magnetsystem ermöglicht im Zusammenspiel mit den leichten, zugleich hoch belastbaren sowie steifen Membranen eine ausgereifte Akustik auch bei enormen Pegeln. In unserer Klangwertung überzeugten die Kieler Schallwandler mit einem sehr gefühlvollen, detaillierten und homogenen Klangbild. Selbst unterschiedlichste Musikgenre konnten die Schallwandler nicht aus der Reserve hervorlocken. Unser Meinung nach liegen die großen Stärken des Jet 6 Hochtöner bei klassischer und bei gefühlvoller Musik, gerade, wenn es um die maximale Auflösung geht. Dynamischer Titel meisterten die Solano BS 283.2 aber ebenfalls mit Bravour. Noch mehr Schliff und Klangkultur - das lässt sich ELAC aber auch bezahlen, und die EVO 5.2 schlagen überdies zurück: Mit mehr Tiefgang und einem Plus an maximaler Basskraft. 

Fazit

Wharfedale Evo 5.2 Gruppenbild1

Nachdem schon die Wharfedale EVO 5.4 in unserem Test für volle Zustimmung sorgen konnte, zieht der große Regallautsprecher EVO 5.2 nun nach. Mit der sehr eleganten, noblen Optik und der hochwertigen Technik zum überraschend schmalen Kaufpreis nimmt der akkurat verarbeitete Schallwandler schon für sich ein, bevor er den ersten Ton in den Hörraum übertragen hat. Aufwändig konstruierte Treiber für jeden Frequenzbereich, deren Highlight zweifelsfrei der AMT-Hochtöner ist, stellen einen anspruchsvollen technischen Rahmen sicher, zu dem auch das ausgeklügelte Bassreflexsystem gehört, das keine unschönen Strömungsgeräusche erzeugt. Lieferbar sind die EVO 5.2 in zahlreichen attraktiven Farben, unter anderem auch im modernen "Lunar Grey". Kommen wir nun aber zum wirklich hervorragenden Klang: Pegelfest, detailreich, natürlich, räumlich sauber und fein ausbalanciert - so präsentieren sich die Wharfedale-Boxen im Testraum. Somit bleibt bilanzierend kein Zweifel: Mit der aktuellen EVO-Lautsprecherserie hat der britische Hersteller ein echtes Statement geschaffen, an dem sich viele Konkurrenten messen lassen müssen. 

Wharfedale produziert mit den EVO 5.2 ein echtes Statement: High-Tech, Top-Verarbeitung und 1A-Klang für unter 1.000 EUR
Wharfedale Evo 5.2
Regallautsprecher bis 1.000 EUR Paarpreis
Test 14. August 2025

 

 

Test: Sven Wunderlich, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. August 2025

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