TEST: Wharfedale EVO 5.2 - Großer Dreiwege-Regallautsprecher mit überragendem Bassfundament

Mit der EVO 5 Serie präsentierten die britischen Lautsprecherspezialisten Wharfedale auf der High-End 2025 eine neue Generation von Schallwandlern, die die Brücke zwischen hervorragender Klangqualität und einem moderatem Preisniveau schlagen. Aufbauend auf dem großen Erfolg der beliebten EVO 4 Serie wurde die EVO 5 konsequent weiterentwickelt – mit eleganterem Design, akustisch optimierten Gehäusen und einer nochmals gesteigerten klanglichen Performance.
Nachdem wir bereits das Flaggschiffmodell der Serie, die EVO 5.4, in einem Einzeltest hatten, möchten wir uns in diesem Review den Dreiwege- Regallautsprecher, die EVO 5.2, etwas genauer ansehen. Für einen Paarpreis von 949 EUR hat der Käufer die "Qual der Wahl" und kann aus folgenden Farbvarianten auswählen: Schwarz, Weiß sowie Lunar Grey in einer matten Ausführung oder das klassische Walnuss-Furnier für Liebhaber traditioneller Optik.

Die EVO 5.2 ohne Lautsprecherabdeckungen
Die Abmessungen der Regallautsprecher sind wie folgt: 497 mm Höhe, 260 mm Breite, und die Tiefe beträgt 390 mm. Die Schallwandler können auf einem Sideboard positioniert werden. Alternativ kann man die optional erhältlichen Lautsprecherstative ordern. Diese sind für im Vergleich zum Preis der Lautsprecher recht happige 549 EUR/Paar im Handel erhältlich. Das Stückgewicht einer EVO 5.2 beträgt 15 kg.

Tadellose Oberflächengüte
Die Unibody-Gehäuse der Wharfedale EVO 5 Serie wurden proportional vergrößert, um ein höheres Innenvolumen und bessere Treiberintegration zu ermöglichen. Das mehrfach geschichtete Holzmaterial, ausgeführt im Sandwich-Format, ist mit unterschiedlichen Dichten aufgebaut. Dadurch werden Gehäuseresonanzen und unerwünschte Schallabstrahlungen auf ein Minimum reduziert. Die Schallwandler haben ein elegantes, sich nach hinten verjüngendes Gehäuse, und die Verarbeitungsqualität ist exzellent. Man könnte aufgrund dieser Impressionen glauben, dass die Lautsprecher deutlich teurer sind.

Magnetisch haftende Lautsprecherbadeckungen

Das AMT-Hochtönermodul auf der Schallwand
Entfernt man die magnetisch haftenden Lautsprecherabdeckungen, wird der Blick auf die Lautsprecherchassis frei. Die Schallwandler der EVO 5-Serie besitzen unter anderem einen neu konzipierten AMT-Hochtöner, überarbeitete Mittel- und Tieftöner mit resonanzdämpfendem ResoFrame, ein hochentwickeltes SLPP-Bassreflexsystem sowie eine vollständig optimierte Frequenzweiche.

Die hauchdünne Membran des AMT-Hochtonmoduls
Nun möchten wir auf die Details des neuen AMT-Hochtöner mit SilentWeave-Technologie eingehen, welcher in Anlehnung an den Hochtöner der darüber angesiedelten Aura-Lautsprecherserie seinen Weg in die EVO-Schallwandler der fünften Generation schaffte. Das Hochtonmodul verfügt über eine 35 × 70 mm große Membranfläche sowie eine zusätzliche Dämpfungsschicht aus SilentWeave. SilentWeave ist eine Baumwoll-Filz-Mischung, die interne Reflexionen herabsetzt und gleichzeitig die Impulstreue hochsetzt. Sie erweitert den Übertragungsbereich, um eine umfassende, detailreiche Darstellung hoher Frequenzen zu ermöglichen.

Der dedizierte Mitteltöner in der Detailansicht
Die Wharfedale EVO 5.2 setzt ebenfalls, wie die EVO 5.4, auf das resonanzarme ResoFrame-Design für den Mittel- und Tieftöner. Das neue ResoFrame-Chassis aus Elastomer sorgt dafür, dass es nicht zu störenden Vibrationen an der Treiberfront kommt. Zusammen mit ResoSeal, einem Dämpfungsring auf der Rückseite der Membran, ergibt sich ein schlüssiges Maßnahmenpaket, das für einen fundierteren, zugleich feinfühligeren Klang im Mittel- und im Tieftonbereich zuständig ist. Die Lautsprecherchassis der EVO 5.2 sind übrigens ohne sichtbare Schrauben in die Schallwand montiert.
Die Regallautsprecher verfügen über eine relativ kleine 50-mm-Gewebekalotte für den Mitteltonbereich. Die Mitteltonkalotte ist aperiodisch ventiliert sowie gekoppelt an eine speziell geformte rückwärtige Kammer, was zu einem linearen, impulstreuen Verhalten zwischen 800 Hz und 4,3 kHz führt. Demnach betreffen diese Vorzüge einen Bereich, der aufgrund der Sensibilität des menschlichen Gehörs in diesen Frequenzregionen als besonders wichtig einzustufen ist.
Die tieffrequenten Signale werden von einem 165 mm messenden Basschassis mit Kevlar-Membran umgesetzt. Der Frequenzgang der britischen Schallwandler ist mit 44 Hz bis 24 kHz (+- 3dB) angegeben, die Empfindlichkeit liegt bei 88 dB und die Nennimpedanz bei 4 - 8 Ohm. Der maximale Schalldruck wird mit 105 dB angegeben. Wharfedale rät zu einer Verstärkerleistung von 25 bis 120 Watt pro Kanal.

.... sowie der Tieftöner

Eine weitere Detailansicht des Tieftöner mit Kevlar-Membran

Das Slot Loaded Profiled Port-System (SLPP) im Detail
Für einen substanzreichen und satten Bass sind die Schallwandler der EVO 5-Serie mit dem weiterentwickelten Slot Loaded Profiled Port-System (SLPP) bestückt. Das spezielle Bassreflexkonzept sitzt im unteren Bereich des Lautsprechers und strahlt nun in drei Richtungen ab, und zwar nach beiden Seiten und zusätzlich nach hinten. Diese dreiseitige Entlüftung steht für eine homogenere Bassverteilung im Raum, für praktisch kaum noch vorhandenen Strömungsgeräusche und für ein passendes Zusammenspiel mit der Raumakustik. Das Ergebnis ist ein akkurater, zugleich aber nachdrücklicher Bass, selbst bei wandnaher Aufstellung, so verspricht es Wharfedale. Ob dies den Tatsachen entspricht, dazu später mehr in unserer Klangwertung.

Die Rückseite der Lautsprecherabdeckung
Wie wir bereits erwähnt haben, verfügen die Wharfedale EVO 5.2 über magnetisch haftende Lautsprecherabdeckungen. Sie besitzen einen MDF-Rahmen, auf dem schwarzes Akustikgewebe aufgebracht ist. Der Werkstoff ist faltenfrei verarbeitet und fest mit der Rahmenkonstruktion verbunden.

Die Rückansicht der Schallwandler
Wenden wir uns nun der Rückseite der EVO 5.2 zu. Diese präsentiert sich sehr clean, da das Bassrefleysystem sich im Standfusskonzept befindet. Erfreulicherweise ist die komplette Rückseite ebenfalls mit dem Echtholzfurnier beschichtet. Im unteren Teil der Lautsprecher befinden sich die Anschlussterminals. Diese sind vergoldet und nehmen sowohl eine herkömmliche Kabelverbindung sowie Bananenstecker auf. Über Bi-Wiring Terminals verfügt die EVO 5-Serie allerdings nicht, in Anbetracht der Preisklasse aber auch nicht verwunderlich.

In der Detailansicht: Die Anschlussterminals
Auf der zweiten Seite folgen unsere ausführliche Klangwertung sowie Konkurrenzvergleich und Fazit.
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