TEST: Teufel Bluetooth-Lautsprecher Rockster Cross - Das Universaltalent für alle Lebenslagen?

Da steht er nun, der Teufel Rockstar Cross mit Bluetooth 4.0 plus aptX. Der Zweiwege-Aktivlautsprecher wirkt auf gewisse Weise leicht martialisch, ein leichter Survival-Style. Aber so allgemein verträglich, dass man es nur als "cool" aber weder als übertrieben noch als störend einordnen würde. Aktuell kostet der Bluetooth-Lautsprecher, der nach IPX5 wasserdicht ist (Stand 21. Juli 2019) knapp 250 EUR, eigentlich liegt der Preis bei knapp 300 EUR. Bestückt ist er mit zwei 20 mm Gewebe-Hochtönern, einem aktiv angetriebenen 120 mm Subwoofer-Chassis (Gewebe-Membran) und zwei passiven Radiatoren (95 x 75 mm, Metallmembran). Im Inneren gibt es einen Class D-Verstärker mit drei Verstärkerkanälen (2.1-System).

Rückseite

Anschlüsse

Interessant ist der Party-Modus: Hier kann man Songs abwechselnd abspielen von 2 Smartphones. Im Connect-Modus spielen zwei Rockster Cross gemeinsam. Mit an Bord ist ein spezieller "Outdoor-Modus" für die Verbesserung des Hochtonbereichs im Außeneinsatz.Der Akku hält 16 Stunden - ein tadelloser Wert für einen Bluetooth-Speaker dieser Größe. Drückt man den Standby-Knopf kurz, sieht man, wiegele LEDs noch aufleuchten, das gibt Auskunft über den Ladezustand des Akkus. Ihn wieder voll aufzuladen, dauert 3,5 Stunden.

Smartphones, deren Akku schlapp gemacht hat, können dank der Powerbank-Funktion darüber hinaus am Rockster Cross aufgeladen werden. Der Rockster Cross arbeitet nach dem geschlossenen Prinzip und gibt Frequenzen zwischen 50 Hz und 20 kHz wieder. Er erzeugt maximal 98dB Schalldruck (1 Meter).

Hier wird der mitgelieferte Tragegurt eingehangen

Anschluss fürs externe Netzteil

Anschluss fürs Smartphone zum Aufladen des Akkus

Das Gehäuse macht einen soliden Eindruck, nicht nur optisch, auch beim Anfassen. Ein Teufel-typischer roter Rahmen ziert das präzise eingepasste Lautsprechergitter aus Metall, in der Mitte, in schwarz, prangt stolz das "teuflische T".  Oben sind zwei Haken, an denen der mitgelieferte Tragriemen eingegangen wird.

Knöpfe auf der Rückseite

Knöpfe auf der Oberseite

Das Gehäuse mit leichtem Gummierungseffekt fasst sich recht geschmeidig an - ohne Frage, was die Verarbeitung angeht, muss sich Teufel nichts vorwerfen lassen. Hinten, auf der Rückseite, befinden sich Standby-Knopf, der Outdoor-Modus-Button, die Bluetooth-Kopplungstaste sowie der Knopf, um zwei Rockstar Cross zu einem Stereo-Lautsprecherpaar zu verbinden.

Metallgitter

Hinten auf der Oberseite des Gehäuses, leicht geneigt, finden sich der Knopf für die Verwendung von Sprachassistenten (bei Apple/Siri klappt das alles sehr gut). Integriert hat der Rockster Cross auch eine Freisprecheinrichtung. Diese verdient sich sehr gute Zensuren und glänzt auch tadellose Verständlichkeit auf beiden Seiten des Telefonats. Stimmen klingen natürlich, man hört kaum Rauschen oder Verzerrungen. 

Klang

Yamaha MusicCast 20

Bluetooth-Lautsprecher, gehobene Preisklasse, fällt schon in den Bereich von Bluetooth-/Netzwerk-Streaming-Einstiegsmodellen, wie einem Heos 1 HS2 by Denon mit Akkupack (Akkupack plus Heos 1 HS2 circa 250 bis 275 EUR Marktpreis). Einen Yamaha MusicCast 20 gibt es preiswerter (Marktpreis rund 170 EUR). Warum dann überhaupt einen Bluetooth-Lautsprecher kaufen?

JBL Xtreme 2

Nun, JBL macht mit Modellen wie dem Xtreme 2 (15 Stunden Akkulaufzeit, Bluetooth 4.2, JBL-App auch zum einfachen Verbinden zahlreicher Xtreme2 untereinander, Powerbank-Funktion für Smartphones) ein gutes Geschäft, denn hier wird ein recht großer, trotzdem transportabler und sehr robuste BT-Speaker offeriert, der mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten bietet. Der JBL Xtreme 2, ein sehr gut verarbeiteter, optisch ebenfalls unverwechselbarer Bluetooth-Speaker, liegt derzeit bei rund 225 EUR Marktpreis.

Sharp GT-BX480

Teufel Rockster Go

Und wer es noch deutlich günstiger möchte, kann z.B. zum robusten Sharp GX-BT480 greifen - für Marktpreise um 130 EUR durchaus eine Alternative, wenn man mit weniger lautem Pegel hört. Teufel selbst hat mit dem günstigeren und kompakteren Rockster Go (derzeit 130 anstatt 1250 Euro, Stand 21. Juli 2019) ebenfalls eine Alternative, die durchaus Sinn macht, möchte man besonders mobil sein.

KEF Muo in goldener Variante

Und dann gibt es noch die "Nobel-Abordnung" von KEF - der Muo kostet laut Marktpreis um die 200 EUR, ist zwar nicht wasserfest oder spritzwassergeschützt, aber enorm edel und akustisch überraschend detailreich und ausgewogen.

Also sozusagen Konkurrenz in allen Größen und Formen - wie hält der Rockster Cross hier dagegen? Nun, für ihre Größen-Verhältnisse sind Yamaha MusicCast 20 oder Heos 1 HS2 durchaus akustisch gelungen, aber der Rockster Cross bietet hier definitiv mehr. Mehr Räumlichkeit, mehr Nachdruck, mehr Facettenreichtum - kurzum: Ein ernstzunehmender portabler Lautsprecher, der überdies Stimmen und Instrumente auch bei höherem Pegel klar voneinander trennt.

Und Kraft hat der Rockster Cross auch bei höherem Grundpegel immer noch, wichtig: Ebenfalls im Akkubetrieb. Das verdeutlicht der Rockster Cross sehr passend bei "Stars" von Vize. Gute Transparenz bei der vokalen Präsentation, ein dynamischer Aufbau. Der "Outdoor-Modus" schafft einen freieren, sehr lebendig wirkenden Hochtonbereich, der nicht so eng am Gerät "zu kleben" scheint.

Bei deutlich gehobener Hör-Lautstärke wird der Klang dann etwas spitzer, was beim bei Vize besonders an der Stimme der Sängerin merkt. Der Bass bei "Frida Night" wirkt gehaltvoll, und agiert recht exakt. Die Stimme im Track von Burak Yeter kommt gut heraus, sie wird prima fokussiert. Als dann der eigentliche Rhythmus beginnt, zeichnet sich der Rockster Cross durch eine tadellose Souveränität auch bei höherem Pegel aus. Kleinere Einzelheiten arbeitet er zuverlässig ein, was zu einem umfassenden Klangeindruck führt. "Saltwater" (Rework) von Mike Candys liegt dem Rockster Cross ebenfalls. Schon direkt zu Beginn punktet er mit einem gewissenhaften Aufbau des Tracks, die gebotene räumliche Weite ist sehr gut. Dem Bass in diesem Track fehlt es etwas an Substanz, hier hört sich der tieffrequente Bereich etwas "künstlich aufgeblasen" an. Bei den beiden Songs zuvor war der Effekt deutlich geringer ausgeprägt. 

Beamen wir uns zeitlich zurück, zu "Leave Me Alone" (2012 Remaster" von Michael Jackson. Die qualitative Überarbeitung hat dem Song definitiv gut getan, und der Rockster Cross schlägt sich mit guter räumlicher Staffelung und weite erfreulich. Die leichte Überhöhung des oberen Mitteltonbereichs stört bei deutlich gehobenem Pegel etwas, ganz konnten die Nachteile des Quellmaterial wieder durch den Rebaster-Prozess noch durch die eigentlich recht homogene Auslegung des Rockster Cross nicht eliminiert werden.

Beim Klassiker "Moonraker" aus dem gleichnamigen 007-Film schlägt sich der Rockster Cross wieder überraschend gut. Er trägt vor allem das Charisma der Stimme gut in den Raum, stellt die Streicher recht homogen dar und produziert selbst bei gehobenem Pegel nur sehr geringe Verzerrungen. Prima stellt der Teufel-Speaker überdies auch kleinere dynamische Differenzen dar. Natürlich - aktive Lautsprecher wie der Rockster Cross sind nie eine Alternative für anspruchsvolle Musikliebhaber. Ganz gleich, ob von JBL, Teufel, Dreamwave oder von anderen Anbietern. Aber für eine ordentliche Musikqualität, im Falle des Rockster Cross auch bei unterschiedlichen Musikstilen, ist das trendige Teil auf jeden Fall gut. Mit richtig druckvollem Bass managt der Rockster Cross auch den zweiten von uns ausgewählten James Bond-Titelsong: Bei "A View To A Kill" von Duran Duran gefällt uns die gesamte Dynamik sehr gut, während die Stimme bei diesem Beispiel. nicht also so ausgewogen erscheint. 

Der Bass hat auch bei "Never Let Me Down" von Depeche Mode ordentlich Kraft. Das etwas Unausgewogene im Mitteltonbereich ist typisch für recht altes Quellmaterial. Verglichen mit anderen BT-Lautsprechern hält der Rockster Cross die akustischen Dissonanzen aber in einem unserer Meinung nach völlig akzeptablen Rahmen. Er bringt den Inhalte mit solider Dynamik und einer erneut überzeugenden Räumlichkeit zur Geltung. Und dasselbe auch bei "Enjoy The Silence", wieder Depeche Mode, nun aber Anfang der 90er und nicht mehr in den 80ern. Bei "Enjoy The Silence" gefällt uns der Rockster Cross besonders gut. Ein direkter, souveräner Sound, klar, kraftvoll, sauber strukturiert. 

Fazit

Der Teufel Rockster Cross sieht robust und solide aus, trotzdem wirkt die Optik nicht zu grob. Etwas "Survival-Feeling" ist auf jeden Fall vorhanden, aber wohldosiert. Für unseren Geschmack hat Teufel hier einen sehr gelungenen Kompromiss gefunden. Der Preis geht für die Performance auf jeden Fall in Ordnung, und das Finish ist ausgezeichnet. Akustisch glänzt er durch eine ausgeprägte Dynamik und durch eine authentisch wirkende Räumlichkeit. Er kommt mit vielen Musikstilen zurecht und gibt auch Stimmen in den meisten Fällen sehr ansprechend wieder. Insgesamt ein sehr geleugneter, aktiver Bluetooth-Lautsprecher mit hohem praktischen Nutzen. 

Kräftig und dynamisch aufspielend, solide und praxisgerecht ausgestattet: Der Teufel Rockster Cross überzeugt durch viele Tugenden

Bluetooth-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 24. Juli 2019

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. Juli 2019

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