TEST: Standlautsprecher Nubert nuVero nova 12 - akustische Genialität und ästhetische Optik für 3.900 EUR Paarpreis?
Klang


Wir starten mit der Wiedergabe von Schallplatten, die auf den Plattenteller unseres Thorens TD 403 D mit Ortofon Blue 2M-MM-Tonabnehmer aufgelegt werden. Diana Kralls Album "The Look Of Love" macht den Anfang. Wir hören gleich den Titelsong, und sind sehr begeistert von der Fähigkeit der nuVero nova, ausgesprochen sensibel und fein zu detaillieren. Die Dynamik beim Pianosolo kommt für einen Lautsprecher, dessen Paarpreis unter 4.000 EUR beträgt, grandios heraus. Dianas Stimme weist zu jedem Zeitpunkt sehr sauber definierte Konturen auf, und auch kleine vokale Einzelheiten werden nicht unterschlagen. Der Raum, der sich dem Zuhörer darbietet, ist weitläufig, aber stets glaubwürdig. Nuberts Slogan "Ehrliche Lautsprecher" kommt hier definitiv voll zum Tragen. Fahren wir mit dem zweiten Titel "Maybe You'll Be There" des identischen Albums fort, der mit einer klassischen orchestralen Einlage startet, bevor die Künstlerin ihre Stimme erhebt. Bei diesem zweiten Song gefällt uns die nuVero nova 12 beinahe noch besser, weil man sich nochmals näher am akustischen Geschehen fühlt. Die Herausarbeitung der Streicher ist ausgesprochen realistisch und rund, sodass man sich mitten im Titel wähnt. Das ist wirklich erstaunlich für einen Schallwandler mit diesem Kaufpreis. Klar, wir wissen, es gibt viele starke Modelle in dieser Preisklasse, und eine ansprechende Herausmodellierung von einzelnen akustischen Elementen, auch bei feineren Details, gehört zum "guten Ton". Aber die Plastizität des nuVero nova 12 ist schon etwas Besonderes. Man ist in ständiger Erwartungshaltung in Beug auf das nächste Highlight, das der Lautsprecher aus Schwäbisch-Gmünd souzusagen "auf dem polierten Silberteller" präsentiert. Dabei ist auch immer ein solider tieffrequenter Unterbau vorhanden, der aber nie übers Zlel hinausschießt, zugleich aber auch bei deutlich gehobenem Pegel immer unerschütterlich solide auftritt. In Verbindung mit unserem Test-Verstärker, dem exzellenten AVM Evolution AS 3.3, wird hier ein akustischer Genuss auf sehr beachtlichem Level geboten.
Nun geht es weiter mit dem Album "Hans Zimmer - The Classics" und wir lauschen "The Dark Knight Rises: Main Theme" (Lindsey Stirling). Und wieder ist es dieses Maß an Feindynamik, hier hört man es an der Violine, das hervorsticht. Das ist nicht nur eine sorgsame Detaillierung, sondern ein Grad an Plastizität, an Greifbarkeit des Klangbilds, das für diese Preisklasse, wir wiederholen uns, wirklich Seltenheitswert hat. Und auch räumlich wird eine enorme Weite mit einer ebenso enormen Tiefe und einer absolut exakten Einarbeitung akustischer Facetten in den virtuellen Raum präsentiert. Natürlich ist diese hervorragende Leistung auch Verdienst der restlichen Kette - der AVM Evolution AS 3.3 mit seiner überragenden Phonovorstufe und der Thorens TD 403 DD mit seiner feinen, homogenenn Wiedergabe - aber das würde alles nichts nützen, wenn nicht auch der verwendete Lautsprecher mitziehen würde. Und die nuVero nova 12 Box schafft es auch, dynamische Sprünge, die mit zahlreichen parallel darzustellenden Klangelementen einher gehen, allumfassend zu präsentieren. Das gelingt ebenfalls bei den "Themes From Pirates Of The Caribbean" (The Piano Guys). Hier wird es sogar nochmals schwieriger für die schwäbischen Lautsprecher, weil man noch mehr akustische Einzelheiten berücksichtigen und zu einem beeindruckenden, sich mächtig aufbauenden gesamten Klangbild zusammenfügen muss. Mit der enormen Kraft seiner Endstufen stellt der AVM Evolution AS 3.3 hier eine herausragende Basis bereit - und diese Basis nutzen unsere nuVero nova 12, um ein breit gefächertes, rundes, lebendiges Ergebnis im Hörraum zu offerieren. Wieder wird nahezu das volle dynamische Spektrum des Titels erfasst, und jedes Instrument, sei es die Violine oder sei es das Klavier, wird charismatisch vorgetragen. Auch das Orchester im Hintergrund und das Piano im Vordergrund wird mit exakt der richtigen Gewichtung in den Hörraum transportiert.
Wir fahren mit zwei Stücken von der DALI LP fort, und zwar mit "Siciliano in G Minor" (Jaques Loussier) und mit "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy. Beginnen wir mit dem ersten Stück - in dem ein Klavier erneut eine wichtige Rolle spielt, und wir sind begeistert, wie genau die Temperatur getroffen wird, und wie gut die Lautsprecher trotz des nicht enorm hohen Kaufpreises die Anschlagdynamik und weitere feindynamische Merkmale zum Ausdruck bringen. Der Rhythmus wird stets mit hervorragender Impulstreue zum Ausdruck gebracht, und Veränderungen hinsichtlich der dynamischen Gesamtausprägugung werden mit enormer Schnelligkeit berücksichtigt. Die tonal authentische, klare Auslegung der nuVero nova 12 kommt der Box auch hier wieder zugute. Und bei "Ain"t No Sunshine" ist bereits der Beginn ein Genuss, denn wie exakt auf den Punkt der nuVero nova 12 Schallwandler hier kommt, ist bestechend. Als dann Eva ihre Stimme erhebt, fällt uns ein weiteres Mal auf, wie genau die Stimmfarbe getroffen wird, und wie sensibel Feinheiten innerhalb der vokalen Präsenz herauskommen. Dass man es nicht mit einer richtig teuren Luxusbox zu tun hat, merkt man nur dann, wenn z.B. Eva ihre Stimme erhebt und voll loslegt. Für ihre Liga leistet der nuVero nova 12 zweifellos Erstaunliches, aber hier entfachen teurere Lautsprecher einfach noch mehr direkte vokale Präsenz und sorgen so für ein noch größeres Überraschungsmoment hinsichtlich der maximalen Dynamik.
Nun spielen wir Titel über TIDAL zu und starten hier mit "Vertigo Heroes" (Part 1) vom Album "Resonance" von Boris Blank. Hier startet der nuVero nova 12 Standlautsprecher mit einem wahren Effektfeuerwerk durch und beeindruckt im Bassbereich durch eine massive, aber absolut exakte Vorstellung und durch einen enormen Tiefgang, der für einen extrem dynamischen, vollständigen akustischen Eindruck sorgt. Die zahlreichen akustischen Elemente, die sich immer wieder ergänzen, während andere abklingen, kommen mit einer hervorragenden Impulstreue zur Geltung. Die diesem Song eigene Dynamik wird so auf eine direkte, unmittelbare Art und Weise transportiert - der Hörer fühlt sich, obwohl der Standlautsprecher nicht besonders groß ist, von Klang umgeben, und dieser Klang löst sich exzellent von den beiden Boxen.
Als zweiten Track hören wir uns die Nightwish-Version von "Over The Hills And Far Away" an. Hier schieben die beiden nuVero nova 12 mit einer Macht nach vorn, die man dem eher zierlichen Lautsprecher nicht zugetraut hätte. Wer hier laut hört, sieht, dass die Box immer ehrlich und direkt darstellt: Die Aggressivität im Hochtonbereich kommt 1:1 heraus, hier wird nichts abgeschwächt oder "verweichlicht". Daher strengt das laute Hören dieses Titels den ein oder anderen, der eine sehr angenehme Präsentation auch solcher Songs schätzt, vielleicht etwas an, während derjenige, der es durchaus prägnant und direkt mag, absolut glücklich mit dieser Auslegung sein wird. Das ist es ja immer, was wir versuchen, zu erklären: Es gibt zahlreiche Lautsprecher, die in der Summe ihrer Eigenschaft allesamt hervorragend sind - aber man muss sich von diesen Boxen die aussuchen, die dem, was man selbst akustisch schätzt, am nächsten kommt.
Nun folgt der "Imperial March" aus Star Wars (John Williams, Wiener Philharmoniker), und der Nubert-Lautsprecher ist sofort voll da. Er holt aus nahezu allen orchestralen Ebenen, auch den hinteren, eine klare, substanzreiche Struktur und beweist ein glückliches Händchen bei den zahlreichen deutlichen Dynamiksprüngen. Er ist vom Timing her immer exakt, er hat keine Probleme, parallel stattfindende akustische Ereignisse allesamt mit korrekter Balance zu verarbeiten, und er hüllt das Auditorium mit einem dichten, praktisch lückenlosen Klangbild ein. Eine weitere beeindruckende Vorstellung des nuVero nova 12.
Unsere Testreihen enden mit nachdrücklicher elektronischer Musik: "U Got To Let Te Music" im Remix von Man & Johann zeigt einmal mehr, was die nuVero nova 12 an Pegel stemmen kann. Sie ist unglaublich schnell, trifft exakt den richtigen Punkt im Bassbereich und lässt keines der elektronischen Elemente im Titel unter den Tisch fallen. Alle sich ständig ändernden dynamischen Anforderungen erfüllt unser Testkandidat mit Gelassenheit, und auch mit diesem Musikstil kommen die nuVero nova 12 hervorragend zurecht.
Einordnung ins Konkurrenzumfeld

Von unten drückt der Canton Townus 100 (Paarpreis knapp 3.400 EUR in Standardfarben, knapp 3.600 EUR in elegantem Nussbaum) mächtig. Denn der hessische Standlautsprecher ist hervorragend verarbeitet und akustisch ausgesprochen leistungsstark. Er agiert homogen und rund, seine Pegelfestigkeit ist exzellent. Der nuVero nova 12 ordnet sich bei der Pegelfestigkeit auf identischem Level ein, trotz der kompakten Baugröße. Den Mehrpreis rechtfertigt der schwäbische Schallwandler durch nochmals feinere Detaillierung bei kleinen Einzelheiten und eine noch unmittelbarer beim Zuhörer ankommende Dynamik.

Richtig gut hat uns der PIEGA Premium 701 Gen2 im Test gefallen. Zu Paarpreisen ab 5.500 EUR wird hier ein sehr gut auflösender Klang mit erstaunlicher Substanz - trotz der schmalen Bauform - geboten- Das Ganze wird im herausragend verarbeiteren Gewand offeriert, mit edlem Alu und hohem handwerklichen Können. Unsere nuVero nova 12 ist im direkten Vergleich deutlich preisgünstiger und schafft grobdynamisch noch mehr, ebenso ist sie pegelfester - was aufgrund der anderen Bauform auch zu erwarten war. Dieses enorm Feine, Filigrane, das durch den Bändchenhochtöner der Premium 701 Gen2 möglich wird, ist hingegen das herausragende Merkmal der Schweizer Konstruktion - die zudem optisch extrem ästhetisch daherkommt und dafür aber akustisch praktisch keine Einbuße vom Hörer verlangt.

Mit knapp 7.000 EUR Paarpreis ist der Wharfedale Elysian 3 von der Größe her vergleichbar mit dem nuVero nova 12, aber weitaus teurer. In unserem Test konnte er durch den äußerst kultivierten, sehr sauber gestaffelten Klang begeistern - auch das enorme Maß an Homogenität war beeindruckend. Der nuVero nova 12 ist für einen viel günstigeren Kaufpreis richtig nahe dran am Wharfedale - der Mehrpreis des schicken britischen Lautsprechers rechtfertigt sich durch noch etwas mehr Klangkultur und Raffinesse - aber nicht jeder findet diese beiden Faktoren enorm wichtig. Wer einen gradlinigen, direkt agierenden, enorm belastbaren Schallwandler sucht, wird mit dem nuVero nova 12 zweifelsfrei sehr glücklich.
Fazit

Nubert hat sich ein Maximum an Mühe gegeben, als die nuVero nova-Serie von Grund auf neu erschaffen wurde. Durch die Übernahme spezieller optischer Akzente ist zwar noch eine entfernte Verandschaft zur ersten Generation erkennbar - aber technisch kann man die neue Serie getrost als enorm innovativ und hochkarätig bezeichnen. Komplett neu entwickelte Chassis für den Hochton-, Mittelton- und Bassbereich treffen auf eine äußerst hochwertige, langzeitstabile Frequenzweiche. All dies macht eine äußerst praxisgerechte akustische Auslegung möglich. Die nuVero nova 12 ist wenig aufstellungskritisch, entfaltet zudem ein in sich geschlossenes, homogenes Klangbild und löst über dne gesamten Frequenzbereich extrem gut auf - gerade in Anbetracht ihres Kaufpreises. Die Verarbeitung geriet hochwertig, inklusive einer makellosen Hochglanzlackierung in Schwarz bei unseren Testlautsprechern. Akustische Anpassungsmöglichkeiten mittels rückseitiger, unterschiedlich positionierbarer Brücken, eine enorme Pegelfestigkeit und eine schicke, wohnraumfreundliche Optik runden unsere Eindrücke ab.
Akustisch extrem leistungsstark, technisch innovativ, elegant und hervorragend verarbeitet: Der nuVero nova 12 weiß zu begeistern

Gesamtreferenz Standlautsprecher bis 5.000 EUR Paarpreis
Test 22. Dezember 2025
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22. Dezember 2025
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