TEST: Soulnote A-2 - Puristischer, qualitativ erstklassiger japanischer Klangkünstler?
Equipment:

Der Testaufbau

Mit Wilson Benesch Discovery 3zero

Mit Sonus Faber Olympica Nova V
- HiFi-ROSE RD160 DAC
- HiFi-ROSE RS130 Streamer
- Lautsprecher: Wilson Benesch Discovery 3zero, Sonus faber Olympica Nova V (Testbericht folgt)
- Besonderheiten: Beim Check mit den Wilon Benesch haben wir den A-2 auch in einigen Testreihen als reine Endstufe verwendet. Hier wäre anzumerken, dass der A-2 auch hier durch eine enorme Kraft, eine erstklassige Grob- und Feindynamik und eine in sich schlüssige, neutral-natürliche Auslegung verfügt.
Klang
Skyfall, Adele: Wir freuen uns über die überragende vokale Detaillierung, zudem stellen wir eine sehr gute Loslösung der Stimme von den Lautsprechern fest - und bezüglich dieses Höreindrucks spielt es fast keine Rolle, ob wir mit den Sonus faber oder mit den Wilson Benesch arbeiten. Der Bass wirkt zu keinem Zeitpunkt künstlich aufgedickt, trotzdem ist er mit sehr solidem Fundament und hoher Präzision stets vorhanden. Der Rhythmus wird auf den Punkt getroffen. Insgesamt eine sehr ästhetische, vielschichtige Präsentation.
The Fall Guy, I was made for loving you, YUNGBLUD: Die Stimme wird bei diesem Beispiel extrem dynamisch und detailreich übertragen, das Ganze geht einher mit einer insgesamt hervorragenden Impulstreue. Die Leistung kommt selbst bei hohem Pegel wie nebensächlich, als gäbe es kaum etwas Leichteres. Souverän und geschmeidig steht der A-2 in jede Sekunde des Titels parat, und bietet uns eine tonal sehr ausgewogene und natürliche Vorstellung. Aus räumlicher Sicht gibt es ebenfalls Glanzpunkte: Weitläufig und klar gestaffelt, kann man sich hier mitten in die große akustische Präsenz des A-2 versetzen lassen.
Live and let die, Guns‘n‘Roses Cover: Authentisch und direkt erfolgt bei unserem dritten Titel die Wiedergabe. Man merkt hier allerdings, dass es um älteres Quellmaterial handelt: Eine leichte Überzeichnung der oberen Mitten ist herauszuhören. Die Stimme von Axl Rose überzeugt jedoch trotzdem mit klaren Konturen. Impulstreu werden die dynamischen Wechsel verarbeitet, von denen es in dieser legendären Cover-Version wie auch im Original von Paul McCartney & Wings einige gibt. Auch die ruhigeren Sequenzen machen wegen der enormen Vielschichtigkeit Spaß - bei den leiseren, weniger fordernden Passagen merkt man nicht viel davon, dass das Quellmaterial durchaus schon älter ist.
Waiting for a Girl like You, 2008er Remaster Version, Foreigner: Erstaunlich fundiert sowie klar und atmosphärisch dicht, macht sich der A-2 hier ans Werk. Besonders homogen klingt es mit den Wilson Benesch, besonders filigran mit den Sonus faber Olympica Nova - schaut man sich die Boxen an, sollte es eigentlich umgekehrt sein, aber so kann man sich täuschen. Beide Lautsprecherpaare faszinieren uns mit ihrem jeweils eigenen Charme. Das Material wirkt insgesamt frisch und klingt authentisch sowie vielschichtig. Der Bass ist straff und nicht so verwaschen wie es sonst häufiger bei älterem Content der Fall ist. Als sehr treffend nehmen wir die akkurat ausbalancierte Stimmwiedergabe wahr.
Big in Japan, Remaster von 2022, Alphaville: Klar kommen die Vorzüge der Remaster Version heraus: Mehr Details, mehr Auflösung, und mehr Realismus insgesamt sorgen für klare Verhältnisse im Vergleich zu den Originalaufnahmen aus den 80er Jahren. Das ist keine Selbstverständlichkeit, es gab und gibt auch Remaster-Version legendärer Songs, die absolut misslungen sind und beispielsweise eine viel zu hohe Dominanz bei hohen Frequenzen an den Tag legen. Die Stimme beeindruckt uns hier mit einer charismatischen, feinfühligen Wiedergabe. Dynamische Differenzen werden impulstreu berücksichtigt, und ein räumlich exakter, lebendiger und weitläufiger Aufbau ermöglicht eine sehr plastische, zugleich direkte Form des Hörens. Der Bass übertreibt es nicht, zugleich agiert er aber auch nicht zu zurückhaltend - somit notieren wir eine exakt passende Balance.
Kazka, R3HAB, Plakala: Auch hier sticht wieder der sehr gründliche Aufbau, schnell und detailliert, hervor. Der Bass ertönt exzellent, präzise und mit Substanz. Die Vocals wirken ungemein lebendig und rund, sind hervorragend eingearbeitet ins tonale Gesamtgefüge. Auch die sonst oft nur verschwommen agierenden Background Vocals sind sehr gut ausbalanciert.
Crazy, Seal, 2022er Remaster: Der Track wird von Beginn an energiegeladen dargestellt. Der nachdrückliche Rhythmus kommt extrem klar und substanzreich heraus. Erneut begeistert die Impulstreue, und der Bassbereich hat kultivierte Kraft sowie viel Ausdrucksstärke. Eine dichte, zugleich ehrliche Räumlichkeit sorgt dafür, dass HiFi-Fan und Erlebnishörer beide auf ihre Kosten kommen.
Turandot, Nessun Dorma, gesungen von Jonas Kaufmann: Sehr genau nimmt sich der Soulnote den vokalen Details an. Auch, als Jonas die Stimme erhebt, bleibt der Verstärker vollumfänglich souverän und schöpft aus dem Vollen, was zu einer herausragenden Auflösung führt. Der oftmals stiefmütterlich behandelte Chor kommt überragend heraus, wenn der A-2 die Wiedergabe organisiert. Zu loben ist auch die rstklassige Trennung von Joans' Stimme/dem Gesang des Chors von den feingliedrig und klar strukturiert dargestellten instrumentalen Anteilen.
Konkurrenzvergleich

Luxman L-505Z: Der Luxman ist etwas günstiger (rund 200 EUR) als der Soulnote A-2 und präsentierte sich in unserem Test als außergewöhnlich leistungsstark. Er sieht klassisch nach einer noblen HiFi-Komponente aus und dürfte von der Optik her weniger polarisieren. Seine edlen VU-Meter und die liebevolle Gehäuseverarbeitung inklkusive diesem Monument von Lautstärkedrehregler sind schon eine Klasse für sich. Der Soilnote A2 ist zweifelsfrei nicht weniger gut veratbeitet, kommt aber nicht so subtil-nobel wie der Luxman daher. Beim Luxman passt auch die Metallfernbedienung perfekt zum Hauptgerät, während die stabförmige Remote des Soulnote eher zu einem schlankeren, weniger massiv auftretenden Device passen würde. Das sind aber Details, deren Gewichtung letzten Endes jeder für sich entscheidet. Die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten des Soulnote sind prima, dafür bringt der Luxman eine äußerst hochwertige Phonovrstufe und einen ebenso hochwertigen Kopfhörerverstärker mit. Akustisch sind beide hervorragend, sehr klar, sehr detailreich, der vehement, wenn es sein muss. Die feingliedrigere Azuslegung des L-505Z ist wiederum Geschmackssache, die unerbittliche Klarheit des A-2 ebenfalls. Also zwei erstklassige, rein analog arbeitende Stereovollverstärker für den ambitionierten Zweikanal-Fan.

Denon PMA-3000NE: Mit einem Kaufpreis von 3.499 EUR ist der massig auftretende Denon eine echte Okkasion. Er ist sehr solide verarbeitet und verströmt durchaus schon die Opulenz höherer Preisklassen. Im Gegensatz zum Soulnote und zum Luxman ist der PMA-3000NE auch digital beschaltet und bietet somit hinsichtlich potentieller Zuspieler mehr Freiheiten. Dafür aber fehlen Pre-Outs zum Anschluss externer Endstufen. Wie auch die beiden anderen Kandidaten kommt der PMA-3000NE ohne Subwoofer-Pre-Out zum Kunden, und leider auch ohne XLR-Terminals. Er bringt eine gut verarbeitete Fernbedienung und ein kleines, gut auflösendes Gerätedisplay mit. Im Inneren steckt eine Doppel-Trafo-Bestückung, die Transformatoren selbst sind aber deutlich einfacher als die riesigen Ringkern-Trafos im Luxman und im Soulnote. Deren gesamter innerer Aufbau wirkt noch konsequenter und im Detail hochwertiger, aber irgendwo muss ja auch der Preisunterschied stecken. Das merkt man auch akustisch, der Denon hat schon Kraft und agiert impulstreu sowie dynamisch, alles wirkt aber nicht so reich an Finesse und an Konturen wie bei den deutlich teureren Konkurrenten.

Hegel H400 "Streamliner": Und noch ein Traum für den Fan des gradlinigen, sehr sauber auflösenden Klangs: Der Hegel H400 für 6.995 EUR, genannt "Streamliner", begeistert aber nicht nur akustisch, sondern auch hinsichtlich seiner enorm umfangreichen und zugleich hochwertigen Ausstattung. Die Streamingsektion verfügt beispielsweise über AirPlay 2, Spotify Connect, TIDAL Connect und das Roon ready-Zertifikat. Rückseitig verbaut sind zahlreiche digitale analoge sowie digitale Anschlussmöglichkeiten, nur HDMI fehlt. Zudem kann der H400 nur per Kabel ins Internet eingebunden werden, ein WLAN-Modul ist nicht vorhanden. Hier setzt Hegel auf maximale Störungsarmut. Was die Leistung angeht, beeindruckt der H400 mit satten 250 Watt pro Kanal an 8 Ohm, zudem, so versprechen es die Norweger, ist er laststabil bis hinunter auf 2 Ohm. Er setzt auf die im Haus entwickelte SoundEngine 2 als Kerntechnologie. In unseren Testreihen erfreut der H400 mit enormen Kraftreserven sowie einem sehr natürlichen, auf maximalen Realismus bedachten Klang. damit passt er hier richtig gut ins Feld, er spielt die Rolle des modernen Universalisten, der auch als eigenständige Kommandozentrale ohne weitere Zuspieler dienen kann, nur zwei Lautsprecher angeschlossen - und los kann es gehen mit hochwertigem Streaming. Zudem ist natürlich auch er hervorragend verarbeitet, das gilt auch für die mitgelieferte Fernbedienung. Alles ist extrem schlicht und zeitlos, gemäß den Prinzipien des nordischen Designs. Das Gerätedisplay besitzt eine angenehme Größe und eine tadellose Auflösung.
Fazit

Ganz so leicht macht es einem der Soulnote A-2 nicht, was die Bewertung angeht. Schon zu Beginn des Testberichtes erwähnten wir, dass es sich im strengen Sinne eher um eine geregelte Endstufe handelt als um einen integrierten Stereo-Vollverstärker. Das macht das Gerät auch deutlich, da es neben dem Fehlen digitaler Anschlüsse auch keine Phonostufe oder einen Kopfhörerverstärker gibt. Hier herrscht Purismus pur, um der eigentlichen Signalverstärkung jedes Störsignal zu nehmen. Sein reiner, unverfälschter, enorm ausgereifter und kultivierter Sound gehört zweifelsfrei mit zum Besten, was in der Liga zwischen 5.000 und 8.000 EUR geboten wird. Auch sein sorgfältiger, langzeitstabiler, aus besten Baugruppen bestehender Aufbau innen und die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten per Kippschaltern hinten sorgen für viele Punkte auf dem Soulnote-Konto. So kann man bilanzierend festhalten: Ein absoluter Traumkandidat für den puristischen HiFi-Fan, akustisch eine Weltklasse-Leistung, dessen Optik einen hohen Wiedererkennungswert besitzt und dessen Technik sich aus bestmöglichen Bauteilen zusammensetzt.
Äußerst klangstarker Zweikanal-Purist im charakteristischen Design

Stereovollverstärker Luxusklasse
Test 01. August 2025
Test und Fotos: Carsten Rampacher
Redaktion: Sven Wunderlich
Datum: 01. August 2025
Weiter auf: Vorherige Seite
Tags: Soulnote • Stereovollverstärker • Verstärker • Vollverstärker






