TEST: Stereovollverstärker Luxman L-505Z - Kraft, Klangkultur und eine Verarbeitung für die Ewigkeit

Luxman L 505z Frontansicht2

Der Stereo-Vollverstärker Luxman L-505Z ist ein rein analog arbeitendes, äußerst hochwertiges Gerät im klassischen Design, das zum Preis von 6.790 EUR angeboten wird. Im Lieferumfang enthalten ist eine ebenfalls traditionell gestaltete, aus Aluminium gefertigte Systemfernbedienung.

Technik und Features

Luxman L 505z Bedienelemente Front3

LECUA-Lautstärkeregelung

Ein wichtiges Merkmal ist die LECUA-Lautstärkeregelung. Die Abkürzung steht für "Luxman Electronically Controlled Ultimate Attenuator", der eine Kombination eines Verstärkerschaltkreises mit einer Widerstandskette darstellt. Auf diese Art und Weise, verspricht Luxman, ist eine penibel genaue Einstellung der Lautstärke von -87 dB bis zu 0 dB ohne Verschlechterung der Tonqualität möglich. Eine weitere Technologie, die sich an Bord befindet, ist LIFES (Luxman Integrated Feedback Engine System). Beim L-505Z wurde ODNF, Luxmans ebenfalls selbst entwickelte Feedbackschaltung im Verstärkungsbereich, durch das neuere LIFES ersetzt. LIFES, so verspricht es der Hersteller, sorgt für eine "noch vollere Klangqualität". Durch die Verwendung eines Dual FET im Eingangsbereich des Unterverstärkers, der für die Erkennung der Verzerrungen des Tonsignals zuständig ist, und die Verwendung eines Dual Transistors in der Kaskadenschaltung sowie in der Stromspiegelschaltung wurde die Tonqualität in der gesamten Verstärkerschaltung auf ein höheres Niveau gebracht. Hohe Impulstreue ist hier Programm. 

Luxman L 505z Innenleben1

Großer Trafo 

Die parallelen Push-Pull Ausgangsstufen mit einer Struktur aus bipolaren Transistoren liefern eigentlich eher beschauliche 100 W + 100 W an 8 Ω - hier ahnen wir noch nicht, was der Luxman später für ein Feuerwerk im Testraum abbrennen wird. Weiteres Merkmal ist die diskret aufgebaute Pufferschaltung, die dem größeren Modell L-507Z entspricht, ist in der Ausgangsstufe des Vorverstärkers enthalten, um so die Basis für ein besonders ansprechende Leistung der Endstufe bieten zu können.

Luxman L 505z Innenleben3

Vier speziell gefertigte ELKOs

Als weiterer Eckpfeiler für enorme Reserven und eine exzellente Klangqualität dient die besonders stabile Stromversorgung. Ein großer EI-Kern Leistungstransformator mit enormer Kapazität und vier exklusiv gefertigte 10.000 µF Filterkondensatoren gehören hier zum Konzept. 

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Weiterhin ist der L505Z mit 2 großen Lautsprecherrelais mit niedrigem Widerstand in parallelen Strukturen versehen, um so die Impedanz der Lautsprecherausgänge zu verringern. Hinzu kommt Luxmans "Beeline Konstruktion" (direkte Verbindung). Sie ermöglicht es, das Audio-Eingangssignal auf dem kürzesten Weg an die Lautsprecherausgänge weiterzuleiten. Auch wird ein Wahlschalter-IC von hoher Qualität verwendet, der auch im High End Vorverstärker C-10X zum Einsatz kommt, um die Signaltrennung und die Übersprechfestigkeit zu verbessern.

Die im L-505Z genutzten Schottky Barriere-Dioden stehen für geringere Schaltgeräusche sowie eine höhere Umwandlungseffizienz in die Gleichspannung für die Gleichrichterschaltung des Netzteils. Hochwertigkeit auch bei der internen Verdrahtung, hier setzen die Japaner auf OFC (sauerstofffreies Kupfer), um mit Hilfe der spiralförmig gewickelten Abschirmung eine gleichmäßige und saubere Signalübertragung zu gewährleisten. Unter genauer Berücksichtigung des Flusses des empfindlichen Audiosignals wurde eine nicht eckige (runde) Leiterplatte verwendet, um so eine gleichmäßige elektrische Signalübertragung sicherzustellen.

Luxman L 505z Bedienelemente Front1

Eingangswahlregler, darunter der "Separate" Button und der Umschalter Phono MM/MC

Hochwertigkeit herrscht auch beim Phono MM/MC Verstärker vor, und ein Subsonic Filter ist ebenfalls vorhanden. Kennzeichen des L-505Z ist auch die Auftrennfunktion der Endstufen. Er ist mit einem eigenen „SEPARATE“ Schalter zur Auftrennung des Vorverstärkers und der Endstufe ausgestattet, der es ermöglicht, bei Verwendung einer zusätzlichen Endstufe  eine Bi-Amping-Ansteuerung der Lautsprecher zu nutzen oder aber in ein AV-System integriert zu werden.

Anschlüsse

Luxman L 505z Anschluesse Rueckseite1

Sehr gut verarbeitete Cinch-Buchsen: Phono, Line 1 bis Line 4

Luxman L 505z Anschluesse Rueckseite2

Pre-Out und Main In, XLR-Eingänge, Trigger In-/Out, Control In-/Out

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Luxman L 505z Anschluesse Rueckseite3

Hochwertige, preisklassengemäße Lautsprecherkabel-Anschlussterminals

Luxman L 505z Rueckseite

Auch die Rückseite wird von Hochwertigkeit dominiert

Der L-505Z ist mit fünf Cincheingängen (Phono sowie Line 1, Line 2, Line 3, Line 4) und einem XLR-Input ausgestattet. Hinzu kommt das Cinchbuchsen-Set für Pre-Out und Main In. Trigger In-/Out und Control In/Out für erweiterte Steuerungsoptionen finden sich ebenfalls auf der Rückseite. Bei den Cinch-Terminals setzt Luxman auf 18 mm Achsabstand, um so die Verwendung hochwertiger Cinch-Kabel mit großen Steckern zu ermöglichen. Ebenso erwähnenswert sind die groß dimensionierte Lautsprecherterminals. Diese sind für die Lautsprecherpaare A und B ausgeführt und weisen ein Inline-Layout mit gleicher Charakteristik für linken und rechten Kanal auf. Sie bieten die Anschlussmöglichkeit für die einfache Verwendung von Gabel- und Bananensteckern auch mit besonders dicken Lautsprecherkabeln. An Kopfhörerausgangsterminals findet sich zusätzlich zum 6,3 mm Stereoklinkenausgang noch ein 4,4 mm Anschluss mit zusätzlicher Massetrennung.

Verarbeitung, Bedienelemente am Gerät

Luxman L 505z Verarbeitung1

Extrem dicke Frontblende, solider, motorgetriebener Lautstärke-Drehregler

Luxman L 505z Verarbeitung2

Detailverarbeitung, seitliche Ansicht, unterer Bereich der Frontblende

Luxman L 505z Seitenansicht

Seitliche Ansicht komplett

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Hinsichtlich der Bedienelemente arbeiten wir uns von links nach rechts vor und starten mit dem hervorragend in der Hand liegenden Regler für die Eingangswahl. Hier kann man die Eingänge Line 1 bis Line 4 anwählen, ebenso Balanced Line sowie Phono. Unter diesem Drehregler ist der Standby-Knopf (Operation). Es folgen die sehr schön gestalteten analogen VU-Meter im Mittelteil des L-505Z, zwischen ihnen befindet sich, im klassischen 70er/80er Jahre-Layout die digitale Pegelanzeige. Unter den VU-Metern sind kleine LEDs, die anzeigen, welche Funktionen aktiviert sind: Separate, MM oder MC, Standby, Loudness und Line Straight.

Luxman L 505z Bedienelemente Front2 Vu Meter

Bedienelemente an der Front

Sozusagen in der untersten Reihe finden sich kleine Tasten für Separate (Auftrennen), MM/MC-Umschalter, dann folgen vier nobel gestaltete, akkurat zur Hand liegende Drehregler für Speakers (Off, A, B, A+B), Bass, Treble und Balance. Danach kommt auf derselben Ebene wieder ein kleiner Button für "Line Straight". Ganz rechts ist der nicht gerasterte, sehr sauber und exakt laufende, motorgetriebene Lautstärkregler. Wiederum unter diesem sind die beiden in der Anschlusssektion erwähnten Kopfhöreranschlüsse. Das Finish ist über jeden Zweifel erhaben, die extrem massiv gefertigte, hochsolide Frontblende korrespondiert erstklassig mit dem restlichen, ebenfalls überaus langzeitstabil verarbeiteten Gehäuse, unter dem sich groß dimensionierte, ebenfalls enorm hochwertige Standfüße befinden. 

Luxman L 505z Innenleben Gesamt

Innenleben, Gesamtübersicht

Luxman L 505z Innenleben5

Hohe Bauteilqualität

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Luxman L 505z Innenleben4

Auch kleine Details zeigen sich akkurat umgesetzt

Das Innenleben des Luxman könnte getrost als Vorbild für hochwertige Verstärkertechnik dienen. Der komplett symmetrische Aufbau wäre hier zu nennen, flankiert von zwei groß dimensionierten Aluminum-Kühlkörpern. Mittig is der große, geschirmte Transformator, und davor angeordnet sind die vier leistunfgsstarken ELKOs als Kurzzeit-Stromspeicher. Die Verkabelung ist über alle Maßen suaber, sodass man bilanzierend schreiben kann, dass die vortreffliche Verarbeitung außen sich innen nahtlos fortsetzt. 

Fernbedienung 

Luxman L 505z Fernbedienung

Hochwertige, optisch sehr klassische Fernbedienung

Luxman L 505z Fernbedienung Rueckseite

Ansicht von unten

Im Lieferumfang des L-505Z ist auch eine äußerst solide gefertigte Aluminiumfernbedienung dabei. Sie ist quaderförmig und nicht besonders dünn. Die kleinen schwarzen Knöpfe sind alle gleichförmig, weisen aber einen passenden Abstand voneinander auf, sodass man nicht versehentlich zwei Bedienelemente auf einmal drückt. Der edle Bedienriegel bringt durchaus ein gewisses Gewicht mit, ist aber nicht übertrieben schwer. Im oberen Bereich sind die Tasten "Operation" und "Meter" untergebracht, mit "Meter" kann man bei einmaligem Drücken die Pegelanzeige abschalten und nach dem zweiten Drücken zusätzlich die Beleuchtung der VU-Meter. Es folgen auf der Front der Fernbedienung die Tasten für die Wahl des passenden Eingangs (Phono, Line 1, Line 2, Line 3, Line 4, Monitor, Balanced 1, Balanced 2) und dann darunter die direkten Zugriffstasten für Subsonic, Loudness, Separate, Mono und Line Straight. Wieder darunter sind die Bedienelemente für den Spielbetrieb im Zusammenspiel mit einem passenden CS/SACD-Player zu finden, während der Lautstärkeregler und die Mute-Taste ganz unten zu finden sind. 

Klang

Wir starten durch mit "Nothing Else Matters" (James Newton Howard, Metallica, aus dem Film "Jungle Cruise"), und sind direkt von der ersten Sekunde an voll im akustischen Bild. Der L-505Z tritt authentisch sowie kraftvoll an und schafft es auch bei enormem Pegel, nahezu alle musikalischen Ebenen einwandfrei auseinander zu differenzieren. Mit den massiven Dynamiksprüngen innerhalb des Titels gibt es nicht die geringsten Schwierigkeiten, im Gegenteil: Hier entfacht der Luxman ein nachdrückliches, zugleich ungemein präzises Feuerwerk und schiebt mit einer Wucht an, die man selbst in diesen deutlich gehobenen Preisklassen nicht unbedingt voraussetzen kann. Er tut dies alles mit einer souveränen Selbstverständlichkeit, neutral, realistisch, klar, fundiert. Im Bassbereich erzielt er einen immer wieder aufs Neue faszinierenden Nachdruck, mit Volumen, hoher Durchschlagskraft und überragender Treffsicherheit - hier sitzt jeder Bassschlag vom Timing her nahezu perfekt.

Weiter geht es mit "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy. Als der Titel beginnt, hört man sehr plastisch das Anzupfen der Saiten, und auch, als Eva die Stimme erhebt, kommt dies direkt, zugleich feingliedrig, aber auch mit kräftiger Entschlossenheit zum Auditorium. Die Trennung der vokalen Anteile von den instrumentalen Anteilen gelingt überragend, sodass Evas charismatische Stimme ihren Reiz nahezu vollumfänglich entfalten kann. Das Klavier ertönt wohltemperiert, sehr impulstreu, und die Anschlagdynamik wird treffend herausgearbeitet. Der Luxman verköpert das HiFi-Ideal mit der hohen Klangtreue vortrefflich, und hinzu kommt das sehr massive Leistungsvermögen seiner Endstufen. Manche HiFi-Komponenten suchten, unter der Vorgabe, besonders natürlich zu klingen, ihre Aufgabe in einer besonders schlanken, etwas substanzlosen Wiedergabe. Diesen Vorstellungen folgt der L-505Z defintiv nicht. Er stellt stets auf eine gelassene Art und Weise viel Kraft und Nachdruck bereit, um die Wiedergabe fesselnd und zugleich authentisch zu gestalten. 

"Live And Let Die" (Paul McCartney & Wings, 2018er Remaster) bietet ein hohes Faszinationspotential, alleine schon aufgrund der sehr gut wahrnehmbaren Dynamiksprünge. Hier folgt der Luxman mit kompromissloser Präzision dem jeweiligen vorgegebenen Tempo, und umgehend stellt er sich auf neue akustische Verhältnisse ein. Dass der Track trotz der Remaster-Mühen nicht wirklich sauber abgemischt ist, hören wir allerdings gerade dann heraus, wenn man den Pegel hochzieht. Hier spürt man wieder deutlich den ehrlichen, unverblümten Charakter des L-505Z, der alles eben so präsentiert, wie es auf der Tonspur enthalten ist. Kraft, Räumlichkeit und der Facettenreichtum sind allerdings auch hier wieder exzellent. 

Es folgt "Till Tomorrow" von Till Brönner & Yello. Hier setzt sich der Luxman erwartungsgemäß schon von der ersten Sekunde an herausragend in Szene. Er baut einen voluminösen virtuellen Raum auf und schafft es, in diesem Tills virtuoses Trompetenspiel präzise unterzubringen. Klar, nachdrücklich, immer mit fein ausgeführter Staffelung ist der L-505Z unterwegs, er hat auch bei ohnehin beträchtlichem Pegel immer noch Reserven, was auch die beiden VU-Meter dokumentieren. Hier kann man daher auf sehr belastbare Lautsprecher setzen, die in der Lage sind, dieses Treiben klanglich umsetzen zu können. Der Luxman spielt auch hier wieder praktisch völlig unverfälscht auf, spontane Effekte werden mit all ihren Konturen und, wenn es nötig ist, auch mit der nötigen Schärfe abgebildet. 

Bei "Land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed merkt man schon, dass dieser Titel einiges an Aggressivität in sich trägt. Der L-505Z beschönigt hier nichts und verleiht dem Titel keine homogene Milde, wie wir es auch schon gehört haben. Er bleibt den absolut realistischen Pfaden treu und schießt die E-Gitarren-Salven mit der gegebenen Schärfe in den Hörraum. Das muss man mögen, wobei: Was heißt "mögen"? Der Luxman gibt alles so wieder, wie es abgemischt ist, zeigt, dass hier in den oberen Mitten und in den Höhen etwas Vorsicht geboten ist. Dafür gibt es auf der Gerätefront einen griffigen "Treble"-Regler, den man bei gehobenem Pegel durchaus etwas aus der Mittelposition bewegen sollte, in Richtung sanfterer Höhen.

Luxman L 505z Innenleben2

Für "prima Klima" sorgen Kühlelemente aus Aluminium

Der extrem exakte, sehr nachdrückliche Bassbereich drückt bis in die Magengrube, was ein weiteres Mal unter Beweis stellt, wie äußerst leistungsstark die klassischen analogen Endstufen des Luxman sind. Man merkt allerdings - analoge Endstufen produzieren nuneinmal gerade bei heftigem Einsatz Abwärme - dass sich der Luxman prinzipbedingt erhitzt, wenn auch nicht in extremer Form. Trotzdem raten wir dazu, den edlen Vollverstärker nicht in ein Rack mit "wenig Luft zum Atmen" zu stecken, sondern ihm eine passende Luftzirkulation zu gönnen.

Nun hören wir "Radgets" von Hedegaard - und hier kann der Luxman seine enormen Kraftreserven bestens ausspielen. Den harten Bass managt er mit einer Leichtigkeit, die verblüffend ist, und er öffnet einen akustisch klar definierten, zugleich weitläufigen Raum, in de er die massiven Salven elektronischer Effekte befördert. Die Wechsel in den klanglichen Strukturen brhandelt der L-505Z mit der ihm eigenen Impulstreue, er ist immer so schnell zur Stelle, dass man ohne Unterbrechungen hinsichtlich des Timings immer nahtlos hören kann. Wir schieben noch "Gimme That Love" (Armin van Buuren, Seth Hills, Alessia Labate) hinterher und stellen fest, dass moderne elektronische Trance-Musik im japanischen Verstärker-Klassiker ebenfalls liegt, hier zeigt er keinerlei Berühungsängste, sondern trumpft grandios mit seinen Stärken auf: Der Bass ist hart, präzise, unerbittlich, die Vocals ertönen klar differenziert, mit feiner Ausformung, und der Rhythmus ist in jeder Sekunde des Tracks exakt definiert. Tempo- und Strukturwechsel sind zu keinem Zeitpunkt ein Problem, sodass der L-505Z auch diese Aufgabe mit mustergültiger Souveränität löst. 

Kompletter Wechsel des musikalischen Stils, wir hören das erste Allegro aus Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten - der Frühling" und müssen hier mit den kristallklar präsentieren Streichern schon etwas aufpassen - hier wird es bei hoher Lautstärke schon etwas prägnant. Aber es gibt ja Fans, die das durchaus mögen, und diese bedient der Luxman vorzüglich, da er nahezu verzerrungsfrei agiert und auch im Grenzbereich stets kontrolliert agiert. Alle anderen drehen denn Treble-Regler etwas zurück und verleihen dadurch den Höhen ein etwas sanfteres Wesen. Auf enorm hohem Niveau managt der Luxman auch hier wieder alle dynamischen Differenzen, er reagiert ohne jede hörbare Verzögerung auf Änderungen im akustischen Gefüge und stellt sich sofort auf die neuen Umstände ein.

Die realistische Räumlichkeit nehmen wir auch direkt zu Beginn der Ouvertüre zu "Figaros Hochzeit" von Wolfgang Amadeus Mozart wahr. Hier strukturiert der L-505Z die Instrumente mit untadeliger Konsequenz durch, und die Position jedes Musikers ist im virtuellen Raum exakt auszumachen. Er bringt so viele Facetten zum Klingen, dass es eine Freude ist, ohm zuzuhören. Die Spielfreude der Musiker betont er vorzüglich, und auch die sanfteren, milderen Töne dieser Ouvertüre gibt er mit Bravour wieder. Im ganzen Test-Parcours gab es bislang kein anderes Stück, bei dem der Luxman derart überlegen und kultiviert seiner Arbeit nachgeht. Schon bei allen anderen Stücken hat er uns abgeholt, aber hier schafft er wirklich einen Maßstab in der angehenden Luxusklasse in Bezug auf vollintegrierte Stereoverstärker. 

Konkurrenzvergleich

Hegel H400 Frontansicht1

Hegel H400 "Streamliner" (6.995 EUR): Auch der sehr soldie verarbeitete Hegel im nordisch-minimalistischen Design folgt akustisch der Linie des klassischen HiFi-ideals. Er klingt dabei sehr ausgewogen, extrem natürlich und klar. Der Luxman pusht im Bassbereich etwas mehr und schiebt massiv an, während der Hegel sich etwas zurückhaltender gibt. Kraft haben beide Maschinen mehr als genug, und sie können auch anspruchsvolle Lautsprecher souverän antreiben. Für den Hegel spricht seine moderne, leistungsfähige sowie flexible Streamingsektion, für den Luxman der unglaublich opulente Materialeinsatz. Er arbeitet rein analog, um ihn einsetzen, braucht man definitiv einen Zuspieler.

Vtl Test It 85 Front 3

VTL IT-85: Das gilt auch für den VTL IT-85 Röhrenvollverstärker für 8.690 EUR - er ist ebenfalls ein rein analoger Verstärker, von Hand in den USA zusammengesetzt. Er bietet für ein Röhrengerät schier unglaubliche Kraftreserven, muss den Kontakt zu den Kraftwerken von Luxman und Hegel aber bei deutlich gehobenem Pegel abbrechen lassen. Mit seiner sehr speziellen akustischen Auslegung bewahrt der VTL sein charismatisches Wesen, er klingt fein, ohne aber so warm aufzutreten wie manches andere Röhrengerät.

Nad M33 Front Seitlich1

NAD M33 (5.799 EUR): Immer schwierig wird es für die Konkurrenz, wenn sich der ultrastarke NAD mit in einen Verfgleich schiebt. Er ist schlichtweg ein Tausendsassa, an dem kaum einWeg vorbeiführt, wenn man alles haben möchte: Extrem gute Ausstattung (unter anderem mit Dirac Live, HDMI-Anschluss, BluOS-Streaming-Modul, umfassendes Anschlussangebot), massive Verarbeitung und bestechend guter Klang. All dies serviert der M33, zugleich ist er noch abnormal pegelfest. Doch wer das Puristische, Ehrliche schätzt, das feine analoge HiFi-Komponenten auszeichnet, liegt beim L-505Z von Luxman goldrichtig: Das Gerät hat Charisma, einen Charaklter, etwas Unverwüstliches, etwas Unerschütterliches an sich, das man nur selten findet. Und: Die bärenstarken analogen Endstufen des Luxman müssen nicht hinter den nominell deutlich kräftigeren Endstufen des M33 zurückstehen. 

Fazit

Luxman L 505z Frontansicht1

Eine Ikone mit serienmäßig eingebautem Kultstatus: Das ist der Luxman L-505Z Stereo-Vollverstärker. Das Design scheint direkt aus den goldenen HiFi-Zeiten einige Jahrzehnte vor unserer Zeit zu entstammen, und die Verarbeitung ist so exzellent, dass selbst andere Komponenten in diesen preislichen Regionen plötzlich verwundbar und nicht mehr allzu opulent wirken. Der Luxman, so scheint es, ist für die Ewigkeit gemacht und widersetzt sich erfolgreich sämtlichen potentiellen Einwirkungsmöglichkeiten von außen. Er ist ein Momument klassischer Verstärkertechnik, der ungemein kraftvolle Endstufen mitbringt, die auch bei enormem Pegel nie die "Weiße Fahne" hissen. Er detailliert fein, klingt frisch und natürlich, aber zugleich nicht schlank, sondern langt im Bassbereich durchaus hin, wenn es gefragt ist, und punktet voll beim Thema Räumlichkeit. Steuern kann man ihn direkt am Device selber, was aufgrund der edlen Bedienelemente viel Freude bereitet, oder aber mittels der im Lieferumfang enthaltenen, sehr klassisch aussehenden Fernbedienung, die hinsichtlich der Optik und der Verarbeitung nahezu perfekt zum Hauptgerät passt. Für Fans von analogem HiFi ist der Luxman L-505Z demnach ein Fest, und auch wir sind restlos begeistert vom Charme dieses Zweikanal-Boliden. 

Unerschütterlich solide, zeitlos elegant, akustisch grandios: So präsentiert sich der Luxman L-505Z
Referenz 2024
Gesamtreferenz Stereovollverstärker Luxusklasse
Test 10. Juni 2025

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 10. Juni 2025

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