TEST: Aktiver Subwoofer Quadral Qube S8 - schicke Kompaktlösung für das heimische Kino?

„Klein, aber oho“, diesen ersten Eindruck macht der Qube S8, ein neuer Downfire-Subwoofer aus dem Hause Quadral. Unter der Tagline „Veritabler Bassist“ wollen die Hannoveraner neue Akzente  im Tieftonbereich mit staubtrockenem Sound setzen. Wie im Produktnamen schon angedeutet, handelt es sich beim Qube S8 um einen 8-Zoll bzw. 220mm-Tieftöner mit Übertragungsbereich von 30 bis 200 Hz, die Nenn- und Musikleistung liegen bei 150 und 180 Watt. Außerdem soll er mehr Möglichkeiten bei der Aufstellung bieten. Durch den vorne liegenden Reflexkanal kann er auch wandnah platziert werden.

Erhältlich ist der Woofer sowohl in schwarz, als auch in weiß zu einer UVP von 449 Euro. Ob der 8-Zoller sein Versprechen halten und satte Bässe präsentieren kann, wollen wir im Folgenden herausfinden.

Die Unterseite des Qube S8

Der Downfire-Woofer mit 220mm Chassis, sicher verschraubt

Hochwertiger, sicherer Standfuß

Wir befreien den S8 zunächst einmal von seiner Verpackung und stellen dabei fest, dass wir es hier mit einem ziemlichen Leichtgewicht zu tun haben. Rund 11 kg wiegt der 8-Zoller, was sich aber auch in seinen Abmessungen widerspiegelt. Mit 37,5 cm Höhe, 29 cm Breite und 35 cm Tiefe zeigt sich der S8 als eine echte Kompaktlösung fürs Wohnzimmer. Das geringe Gewicht schlägt sich keineswegs in der Wertigkeit und Stabilität nieder. Über die vier chromumrandeten Standfüße, die durchaus großzügig bemessen sind, steht der Quadral Sub sicher und zuverlässig am Boden. Die Pads an der Unterseite der Standfüße lassen keinerlei Wackeln zu und auch wenn man etwas dagegen stößt, tut sich an der Standfestigkeit nichts.

Frontansicht

Standfuß von vorne

Seitenansicht mit Hochglanzgehäuse

Tolle Gehäuse- und Kantenverarbeitung

Firmenlogo in Aluplatte eingraviert - mit Betriebs-LED im Sternchen

Die Wertigkeit setzt sich auch bei der allgemeinen Verarbeitung fort, insbesondere das Gehäuse begeistert in dieser Preisklasse. Dem Qube S8 hat man ein hochglänzend lackiertes Gehäuse verpasst, welches sowohl in schwarz als auch weiß erhältlich ist. Uns wurde die schwarze Variante zur Verfügung gestellt und unserer Meinung nach macht der S8 mit seiner Hochglanzlackierung, gerade im Zusammenspiel mit der vorne angebrachten Aluplatte mit Firmenlogo, eine tolle Figur. Die Lackierung rundherum wurde sehr sorgfältig vorgenommen und auch an den spitz zulaufenden Kanten sitzt alles richtig. Auch die Aluplatte vorne ist sehr sauber integriert und der Übergang zum Gehäuse ist fließend. Einziger Nachteil natürlich: Auf solch einem Gehäuse sieht man Fingerabdrücke sehr schnell. Etwas gelegentliche Pflege kann hier also nicht schaden. Nichtsdestotrotz, für 449 Euro sieht man solch ein zuverlässig verarbeitetes und hochwertiges Gehäuse nicht alle Tage.

Sehr praktisch ist auch, dass die Bassreflexöffnung beim Qube S8 vorne an der Unterseite angebracht. Dadurch ist sie nicht nur unauffällig, sondern der Sub kann auch näher an der Wand platziert werden als bei Bassreflexöffnungen an der Rückseite.

Rückseite des Qube S8


Bedienelemente und Anschlüsse

Sauber verarbeitete, vergoldete Anschlüsse

Rund laufende Drehregler

Power-Button und Stromanschluss

Wenn wir einmal einen Blick auf die Rückseite werfen, finden wir die Bedienelemente und Anschlüsse, die ebenfalls auf einer Aluplatte angebracht sind. Die drei Drehregler zur Einstellung der Lautstärke, Phase und Übergangsfrequenz sind allesamt stufenlos verstellbar und laufen kein bisschen unrund. Trotz ihres Kunststoff-Materials kommen sie sorgfältig verarbeitet zur Geltung und machen eine gute Figur. Die Übergangsfrequenz kann von 50 bis 200 Hz eingestellt werden.

Auch nicht zu verachten sind die vergoldeten LFE-Anschlüsse rechts, für die auch ein Stereo-Adapter mitgeliefert wird, wenn der Sub an den Sub Pre Out eines AV-Receivers angeschlossen wird. Über einen Mono-LFE-Eingang verfügt der S8 nicht. Auf der linken Seite sind dann noch der Power-Schalter und der Stromanschluss zu sehen (Stromkabel wird selbstverständlich mitgeliefert), außerdem lässt sich über den Standby-Schalter regeln, ob der Subwoofer durchgehend aktiv ist, oder sich erst einschaltet, wenn er aufgrund der wiedergegebenen Frequenzen benötigt wird.

Mitgeliefertes Stromkabel und Stereo-Cinch-Adapter

Integrierter Class-D-Verstärker

Ordentliche Innenverarbeitung

Der S8 verfügt innen, wie die meisten seiner Kollegen, über einen Class-D-Verstärker und ordentlich strukturierte sowie solide befestigte Platinen.

Wir können die Verarbeitung des Qube S8 wirklich nur loben. Vor allem das Gehäuse und die Verwendung hochwertiger Materialien stellen uns sehr zufrieden und machen den Hannoveraner zu einem hervorragend verarbeiteten Subwoofer. Insbesondere für seinen Preis von 449 Euro kann man hier nur lobpreisen.

Klang

Wir starten mit der Ankunft Lokis im Marvel-Hit „The Avengers“. Mit dem leichten Brummen der Energiewellen des Tesserakts am Anfang setzt der Quadral gleich die richtige klangliche Atmosphäre auf. Beim Einsatz des Helikopters, in dem sich Nick Fury befindet, reagiert der S8 schnell und gerät nicht ins Stottern, was sich dann auch bei der Abfahrt des Fahrstuhls in die unteren Stockwerke der S.H.I.E.L.D.-Basis noch einmal wiederholt. Als wir dann die Halle mit Dr. Selvig, Hawkeye und dem Tesserakt betreten, macht sich eine buchstäblich drückende Stimmung, wieder ausgehend von den Energiewellen, breit. Das Portal, durch das Loki die Szene betritt, öffnet sich unter drückendem Bass, den man auch durchaus kräftig in der Brust spüren kann. Bei preislich höher gelegenen Subs kennen wir diese sehr tiefen Energiewellen noch etwas nachdrücklicher und vor allem mit mehr räumlicher Vereinnahmung inszeniert. Trotzdem liefert der kompakte 8-Zoller hier  eine satte Leistung ab, die in Sachen Klangatmosphäre wirklich nicht zu verachten ist. Insbesondere wenn Loki sein Zepter einsetzt, um einen der S.H.I.E.L.D-Agenten und Hawkeye zu kontrollieren, kommen die Tiefen stark und trocken zum Einsatz, und auch bei der anschließenden Verfolgungsjagd werden wir regelrecht abgeholt durch die eindrucksvolle Darstellung der Bebengeräusche, was dann in der kräftigen Druckwelle beim Einsturz der Basis gipfelt. Als tolles Addendum zeigt der S8 dann am Ende der Szene noch einmal seine zuverlässige Schnelligkeit, als er uns die Schwingungen der Rotorblätter beim Absturz des Helikopters gleichmäßig und atmosphärisch spüren lässt.

Wenn dem Zuschauer richtig angst und bange werden soll, ist wohl die Angriffsszene des Tyrannosaurus Rex im Spielberg-Klassiker „Jurassic Park“ die richtige Wahl. Der sich anbahnende Auftritt des aggressiven Zeitgenossen wird kräftig durch prägnant inszenierte, dadurch bedrohliche Schritte angedeutet, die mit ordentlichem Nachdruck versehen sind. Dabei gerät der S8 auch nicht ins Stocken, wenn der Dinosaurier schnelle Schritte hinlegt und hintereinander mehrere tiefe Klänge ertönen müssen. Der Einsatz von Rex lässt dann absolut keine Zweifel mehr über seine Bedrohlichkeit, insbesondere das Knurren vor dem Auto der Kinder sorgt für ein langes, nachdrückliches Brummen im Raum. Auch die diversen Angriffe auf das Fahrzeug werden punktgenau und mit schnellen Bässen dargestellt, was gleichzeitig durch das viele Brüllen der Urzeitechse atmosphärisch noch stärker untermalt wird. Lobend sollte auch noch das tiefe Durchschnaufen des Tyrannosaurus erwähnt werden, was wirklich im ganzen Raum kräftige Tiefen freisetzt und Gänsehaut aufkommen lässt. Beim letzten Schrei am Ende seines Angriffs setzt der S8 nochmal ein kraftvolles Statement und lässt seine Basskraft in der Brust spüren.

Wir kommen bei Subwoofer-Tests nicht um den Anfang von „Mission Impossible: Rogue Nation“ herum. Die Kamerafahrt über den Fernsehturm  in Malaysia, von dem aus Luther Stickell Tom Cruise und Simon Pegg bei ihrer Mission unterstützt, wird durch atmosphärische Tiefen begleitet. Beim Auftritt des Frachtflugzeugs, dessen Ethan Hunt und sein Team sich annehmen wollen, hinterlassen die Turbinen einen kräftigen Eindruck und werden zusammen mit den Druckwellen der Propeller durchgehend kräftig dargestellt. Sehr schön wird dies auch dann umgesetzt, als das Flugzeug aufdreht und zum Start ansetzt. Der Wind, die Propeller und die Turbinen ertönen richtig mächtig und wirken authentisch, sodass man sich voll in der Szene befindet. Mit dem Betreten des Flugzeugs von Ethan wird die Winddarstellung im weiteren Verlauf sehr druckvoll und einhüllend, auch bei höherem Pegel gerät der S8 hier nicht in Verlegenheit, sondern weiß, wie man eine echte, authentische Action-Atmosphäre erzeugt.

Zum Abschluss gönnen wir uns mal wieder „Back in Your Head“ von der DJ Tiësto „Elements of Life“-Blu-ray. Die Synthesizer-Klänge treten schön tiefgehend auf und kreieren gleich die richtige Klangatmosphäre auf. Der Kickbass kommt auch rhythmisch schnell und gleichmäßig, könnte aber eine Spur trockener und prominenter sein. Für sich genommen liefert der S8 aber auch hier trotzdem eine starke Bassperformance, bei der die Vocals von Tegan und Sara nicht in den Hintergrund gedrängt werden. Genau passend und harmonisch spielen die Tiefen mit den anderen Frequenzen zusammen, wodurch eine sehr stimmungsvolle Konzertatmosphäre entsteht. Nach dem Drop drehen wir die Lautstärke mehr auf und stellen kein Durchschlagen oder unsaubere Basswiedergabe fest. Im Gegenteil, der Track ertönt immer noch kräftig und harmonisch. Auch gegen Ende, wo der Kickbass noch etwas stärker vertreten ist, kommt die Redaktion fast zum Beben, wobei der Sub aber locker und ohne Probleme mitkommt.

Zusammenfassend also: Der Qube S8 könnte zwar in den allertiefsten Frequenzen noch etwas trockener und nachdrücklicher agieren, verfügt aber trotzdem über eine wirklich kräftige Wiedergabe, die sehr zuverlässig in Harmonie mit allen anderen Klangebenen ertönt. Es wird nichts in den Hintergrund gedrängt, die Bässe kommen aber trotzdem kraftvoll und sorgen so für eine insgesamt sehr „runde“ Klangerfahrung.

Konkurrenzvergleich

Zu einem sehr ähnlichen Kaufpreis von 431 Euro erhält man den deepSOUND DS 12 EVO von Saxx. Dieser bietet für sein Geld ein wirklich beachtliches Gesamtpaket von toller Verarbeitung und gutem Tiefgang, wenngleich er durch seine geschlossene Gehäusearchitektur einen etwas geringeren Wirkungsgrad zu bieten hat. Der Vertreter aus Hannover ist ebenfalls exzellent verarbeitet und wirkt optisch noch schicker, außerdem ist er kompakter. Fast ein offener Schlagabtausch, durch das größere Gehäusevolumen und das Chassis kommt der Qube S8 akustisch aber nicht ganz an die Atmosphäre des DS 12 EVO heran.

Aktuell noch für 299 Euro im Angebot, regulär für 399 Euro ist der erst kürzlich von uns getestete Alpha RS 12 von Magnat zu erwerben. Groß angepriesen haben wir bei ihm die zuverlässige Tiefenwiedergabe, die auch bei rasanter Schnelligkeit nicht in Verlegenheit gebracht wird und rhythmisch locker mitkommt. Der Qube S8 wirkt musikalischer und noch präziser. Bei der Verarbeitung stiehlt der S8 dem Magnat die Show, das Hochglanzgehäuse ist eben einfach schick.

Preislich leicht über dem Qube S8 liegt der Nubert nuSub XW-700, der in dieser Preisklasse schon als einer der Könige gilt, insbesondere durch seine strukturierte und präzise Wiedergabe, die auch bei hohen Lautstärken keine Schwäche zeigt. Das 204mm Chassis bringt enorme Power mit sich. Die Verarbeitung ist auch beim seidenmatt lackierten Schwaben hervorragend, der Qube S8 legt hier mit zusätzlichen Aluminium-Elementen nach. Der nuSub XW-700 trumpft  in der Handhabung stark auf: Zum einen sind die Standfüße höhenverstellbar und er kommt mit der X-Remote App, mit der er sich genauestens einmessen und komfortabel steuern lassen kann. So lässt er sich auch gleich mit anderen X-Komponenten aus dem Hause Nubert koppeln.

Fazit

Hochglanz im Wohnzimmer für einen annehmbaren Preis, das ist mit dem Qube S8 von Quadral locker möglich. Und nicht nur das, auch klanglich muss sich der Niedersachse in keiner Weise verstecken. Die Souveränität, mit der der S8 mit den anderen Lautsprechern zusammenspielt, ist durchaus beachtlich, denn darüber wird ein so harmonisches Gesamtbild erzeugt, bei dem das Filmerlebnis nur angenehm klingen kann. Zwar bietet der S8 keine komfortablen Steuerungs- oder Einmessfeatures, für 449 Euro allerdings hat er wirklich eine hervorragende Verarbeitung vorzuweisen und findet aufgrund seiner Kompaktheit überall einen Platz. Insbesondere die Bassreflexöffnung unten ermöglicht noch mehr Platzierungsmöglichkeiten, auch näher an der Wand. Dass er dann noch einen wohlklingenden und starken Sound bieten kann, macht das Gesamtpaket perfekt.

Kompakt, hochwertig, kräftig - Der Quadral Qube S8 bringt Kinostimmung ins Wohnzimmer, und das für einen fairen Preis

Aktiv-Subwoofer bis 500 Euro
Test: 23. Juni 2021

 

Test und Fotos: Michael Kind
Datum: 23. Juni 2021

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