TEST: NAD C 3030 - praxisgerecht ausgestatteter, kompakter Stereo-Vollverstärker im trendigen Retro-Gewand

Klangwertung

Canton GLE80 S2 mit ohne abdeckung beide

3-Wege Standlautsprecher Canton GLE 80 S2 (Test folgt demnächst)

In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir auf die klanglichen Qualitäten des NAD C 3030 genauer eingehen. Nach einigen Hörversuchen haben wir uns als passenden Lautsprecher für die Canton GLE 80 S2 entschieden. Der Test der Canton-Schallwandler wird bald veröffentlicht.

Cambridge Audio Cxn100 Frontansicht2

Moderner Netzwerk-Streamer: Cambridge Audio CXN100

Da der NAD C 3030 über keine Netzwerkschnittstelle verfügt, verwenden wir als Streaming-Zuspieler den Cambridge Audio CXN100 und starten unsere Klangwertung mit Streaming. 

Als erstes Klangbeispiel haben wir uns für "Gravity" von Papa Roach entschieden. Für den Titel hat sich die Band Unterstützung von Maria Brink geholt, die unter anderem als Frontfrau von "In This Moment" Bekanntheit erlangt hat. Die den Beginn des Titels markierenden, leicht verzerrten E-Gitarren und die darauffolgenden harte Bässe werden so reich an Details umgesetzt, dass wir verblüfft sind - für rund 1.000 EUR Kaufpreis hätten wir das nicht erwartet. Auch erwähnenswert ist das beachtliche, exakt vorgetragene Volumen des NAD C 3030. Kurz darauf folgt ein sehr fordernder Sprachgesang von Jacoby Shaddix, Frontmann von Papa Roach. Unser Testkandidat stellt sich der Herausforderung und agiert mit ausgeprägter Homogenität und einer klaren Durchzeichnung. Die Stimmfarbe wird ausgezeichnet getroffen. Als dann Maria mit ihrer speziellen Stimmcharakteristik in den Titel einsteigt, punktet der NAD Stereo-Vollverstärker ein weiteres Mal und präsentiert die feinfühligen Passagen mit erstaunlichem Fingerspitzengefühl. Als Maria im weiteren Verlauf zum Growling übergeht, einer speziellen Gesangstechnik beim Musikgenre Metalcore, ermöglicht eine stimmige, glaubwürdige Inszenierung. Auch beim Thema Bass und Tiefgang versorgt unser NAD C 3030 die von uns eingesetzten Canton GLE 80 S2 durchaus kraftvoll. So liefern die Schallwandler ein voluminöses, zugleich präzises Bassfundament - das immer sauber ausbalanciert ist und mit einer hohenb Sicherheit den richtigen Punkt trifft.

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Äußerst dynamisch wird es beim nächsten Titel, der daher einiges von unserer Testkombo abverlangen wird. "Break Stuff" von der US-amerikanischen Nu-Metal-Band Limp Bizket startet ebenfalls mit E-Gitarren und einem sehr schnellen Sprechgesang von Fred Dust, Frontmann und Mastermind der Band. Auch hier gibt sich der NAD C 3030 keinerlei Blöße, und die Gitarrenriffs werden klar und mit hervorragender Struktur präsentiert. Die nicht weniger einfachen Rap-Passagen von Fred ertönen nie zu harsch oder zu schroff, sondern werden gezielt fokussiert, ohne dabei die passende Gewichtung der Gesamtwiedergabe zu vernachlässigen. Als im weiteren Verlauf der Titel mit aggressiv gespielten und schnellen E-Gitarren, knallharten Bässen und dem schnellen Sprechgesang durchstartet, beweist uns der NAD erneut, was wir an akustischer Leistungsfähigkeit für einen sehr fairen Kaufpreis erwarten können: Eine klare Klangcharakteristik und eine gut erkennbare Differenzierung der einzenen musikalischen Ebenen. Das Bassfundament wirkt stets exakt und besitzt auch hier wieder ein hervorragendes Volumen.

Wir schalten ein paar Gänge zurück und möchten nun die Wiedergabequalität bei Musik mit klassischem Touch checken. "I Believe in You (Je crois en toi)" von Il Divo feat. Céline Dion eignet sich unserer Meinung nach sehr gut für diese Aufgabe. Der Titel beginnt mit Querflöten, die charismatisch und realistisch vom NAD C 3030 präsentiert werden. Auch als sich im weiteren Verlauf Streicher aus dem Orchester hinzugesellen, liefert der NAD eine hervorragende Staffelung der  verschiedenen musikalischen Elemente. Bereits nach wenigen Momenten folgen die ersten vokalen Anteile der multinationalen Gesangsgruppe. Auch hier kann uns der NAD C 3030 mit einem sehr feinfühligen und differenzierten Klangbild überzeugen, das sich darüber hinaus richtig gut von den Lautsprechern löst. Die unterschiedlichen Stimmcharaktere werden sensibel und treffend umgesetzt, der Wechsel der verschiedenen Stimmfarben gelingt hervorragend. Auch beim Thema Dynamik können wir nichts Negatives berichten, über das gesamte darstellbare Frequenzspekrum ist die dynamische Wirkung vom Hochton- bis in den Bassberech intensiv und zugleich glaubwürdig.

Klang Köpfhörer

Beyerdynamic Dt 1990 Pro Komplett 2

beyerdynamic DT 1990 PRO MKII Kopfhörer

Ebenfalls an Bord des NAD C 3030 ist hochwertiger Kopfhörerverstärker, den wir ebenfalls kurz live erleben möchten. Hierfür schließen wir unseren offenen Over-Ear Kopfhörer, den beyerdynamic DT 1990 PRO MKII, an den Stereo-Vollverstärker an. Als Klangbeispiel haben wir uns für den dynamischen Remix des Nirvana-Klassiker "Smells Like Teen Spirit" von Naeleck, Coopex, Duncán und Nito-Onna entschieden. Der Track startet mit Synthesizerpassagen, und darauf folgt eine elektronisch verzerrte Damenstimme. Den gesamten Aufbau und auch die einzelnen Elemente lässt der NAD C 3030 lebendig und detailreich im Hörraum erklingen. Als der Titel nach wenigen Momenten einen deutlichen Dynamiksprung in Form von harten und schnellen Bässen erfährt, wird das Bassfeuerwerk mit trockener Präzision umgesetzt. Auch, als die Damenstimme zunächst aus dem Hintergrund agiert und sich dann nach vorne schiebt, gelingt dieser Dynamikwechsel ausgezeichnet. 

Klang Vinyl

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Thorens TD 403 DD Plattenspieler

Da der NAD C 3030 über einen integrierten Phono-MM-Eingang mit effizienter RIAA-Entzerrung verfügt, möchten wir diesen natürlich ebenfalls näher betrachten. Hierfür verwenden wir unseren Thorens TD 403 DD Plattenspieler mit MM-Tonabnehmersystem. Als Titel setzen wir auf "Ordinary Guy" vom dänischen Songwriter Jacob Dinesen, der sich auf der LP "Let The Hard Times Come" in der DALI Edition befindet. Der Song beginnt mit einer akustischen Gitarre, die hinsichtlich der vorhandenen Strukturen und der gesamträumlichen Einarbeitung in den klanglichen Kontext überzeugend dargestellt wird. Als die ersten vokalen Elemente von Jacob folgen, kann sie  der 999 EUR kostende NAD C 3030 aussagekräftig präsentieren. Wichtige Nuancen, wie z.B. das leicht Rauchige und Kratzige, das Jacobs Stimmfarbe prägt, werden für einen so preiswerten Vollverstärker grandios getroffen. Die leichten und feinen Drum-Elemente bleiben beinahe vollumfänglich erhalten. Auch bei den dynamischen Passagen kann unsere NAD/Thorens/Canton-Kombination überzeugen und liefert ein voluminöses, kraftvolles und präzises Bassfundament.

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit einem Stück von Margriet Sjoerdsmas LP "A Tribute to Eva Cassidy". Eva Cassidy war eine US-amerikanische Sängerin und Gitarristin, die bereits 1996 verstorben ist. Wir lassen uns "In The Early Morning Rain" (Gordon Lightfoot) wiedergeben. Am Anfang des Titels steht eine Akustikgitarre, die natürlich und fein nivelliert auf einer realistischen Bühne im Hörraum abgebildet wird. Als Margriet bereits nach wenigen Momenten mit ihrem Gesang loslegt, sind wir auch hier wieder sehr angetan davon, wie feinnervig und vielschichtig die Stimme umgesetzt wird. In Anbetracht der Preisklasse ist Kritik fehlt am Platze. Selbst bei gehobenem Lautstärkepegel wird die Stimmfarbe nie zu harsch oder fordernd. Die tieffrequenden Elemente des Titels kommen mit einem ordentlichen Nachdruck und einem hervorragenden Volumen in unserem mehr als 25 Quadratmeter messenden Hörraum zur Geltung. Die klassischen Streichinstrumente fügen sich zudem harmonisch ins Gesamtgeschehen ein. 

Konkurrenzvergleich

Arcam Radia A5 Frontansicht

  • ARCAM RADIA Stereo-Vollverstärker A5: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit dem ARCAM RADIA A5 Stereo-Vollverstärker. deim Einsteigsmodell der Serie. Der A5 setzt auf Class AB-Endstufen mit 2 x 50 Watt an 8 Ohm. Auf der Ausstattungsliste des A5 steht auch ein bidirektion zu verwendendes Bluetooth Modul in der Version 5.2 inklusive aptX. Für eine standesgemäße D/A-Wandlung sorgt der ESS ES9018 DAC. Der A5 besitzt zudem eine hochwertige MM-Phonostufe für Fans der klassischen Schallplatte. Für externe Zuspieler verfügt der Radia A5 über drei analoge Audioeingänge sowie weitere Digitaleingänge, in Form von optisch sowie Cinch. In unserer Klangwertung punktete der ARCAM A5 mit einer lebendigen Klangcharakteristik. Weiterhin ist der A5 absolut pegelfest und nur bei höheren Pegel neigt der britische Vollverstärer dazu, leicht aggressiv im Hochtonbereich zu werden. Im direkten Vergleich wirkt der NAD noch verbindlicher, auch bei hohem Pegel, und er detailliert nochmals eine Idee besser über den gesamten Frequenzbereich.

Cambridge Audio Cxa81 Mkii Frontansicht

  • Cambridge Audio CXA81 MKII: Für einen Kaufpreis von 1.199 EUR ist der Cambridge Audio-Stereovollverstärker CNA81 MkII ausschließlich in der von uns getesteten Farbvariante im Fachhandel oder im Onlineshop des Herstellers erhältlich. Als perfekter Zuspielpartner eignet sich der Streamer CXN100 oder der CXC CD-Player von Cambridge Audio. Im Inneren des CXA81 Mk II arbeiten Verstärker in einer klassischen Class-AB-Schaltung. In Kombination mit dem üppig dimensionierten Ringkerntrafo und dem für die Preisklasse hochwertigen inneren Aufbau realisiert der Stereo-Vollverstärker 80 Watt Dauerleistung pro Kanal. Zudem wurden im CXA81 MkII DACs vom Typ ESS ES9018K2M SABRE32 Dverbaut. Bei der Designsprache des Stereovollverstärkers setzen die englischen Audiospezialisten auf eine Optik mit hohem Wiedererkennunswert. Der CXA81 MK2 besitzt ein Metallgehäuse mit schwarz-matter Beschichtung und das Frontpanel in Metalloptik ist im Farbton "Lunar Grey" gestaltet. In unserer Klangwertung punktete der englische Vollverstärker mit einer hervorragenden Räumlichkeit und einer ausgezeichneten Stimmwiedergabe, gerade bei mittleren Pegeln. Ebenso bot der CXA81 MkII ein sattes Bassfundament, das trotz des immensen Nachdrucks stets passend ausbalanciert war. Durch seine eher nüchterne Auslegung wurde bei höheren Pegeln und kritischen Stimmcharakteren die Hochtonwiedergabe leicht aggressiv.

Onkyo Icon A 50 Frontansicht4

  • Onkyo ICON A-50 Stereo-Streamingvollverstärker: Weiter geht es in unserem Konkurrenzvergleich mit dem Onkyo ICON A-50, der sich als optisch sehr gelungener, üppig ausgestatteter Stereo-Streamingverstärker zu erkennen gibt. Die Verarbeitungsqualität überzeugt, und der Onkyo bringt moderne Designmerkmale mit wohldosierter optischer Klassik zusammen. Mit der bis auf einen Subwoofer Pre-Out vollständigen Anschlussbestückung, unter anderem mit HDMI-ARC und mit Phono MM/MC, punktet der Vollverstärker ebenfalls. Der A-50 lässt sich mittels der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung oder mit der Onkyo Controller-App steuern. Letztere weist einen praxisgerechten Funktionsumfang auf, wir würden uns nur wünschen, dass sie konsequent in deutscher Sprache gehalten ist. Akustisch beeindruckt der klare, fundierte und in sich schlüssige Klang - ganz gleich, ob wir Titel per Streaming zuspielen, einen Plattenspieler verwenden oder Inhalte über HDMI-ARC anhören. Schwächen des Hörraums bekommt man mit dem effizient arbeitenden Dirac Live sehr gut in den Griff.

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