TEST: NAD 379 - Stereo-Streamingvollverstärker mit MDC2 Modul

Klang

Wenn man den NAD C 379 ohne die Dirac Live-Einmessung, also "pur" verwendet, wirken die Höhen  und die oberen Mitten prägnanter, der Bass ist interessanterweise schlanker. Auch mit der Dirac Live-Einmessung bleibt der NAD C 379 seiner Auslegung als natürlich, frisch und dynamisch klingender Vollverstärker treu, allerdings kann man ohne störende Überhöhnungen in den oberen Frequenzbereichen lauter hören, erst sehr spät wirkt das Gebotene etwas zu dominant. 

Look of Love, Diana Krall: Sehr natürlich, sehr klar, mit guter Plastizität. Dianas Stimme hat eine saubere Struktur und steht im Fokus, ohne dass es den Instrumenten an Entfaltungsspielraum mangelt. Das Klavier wird mit tadelloser Reinheit und tonal ausgewogen dargestellt. Das gesamte Zusammenspiel der einzelnen akustischen Elemente und Ebenen gelingt mit sauberer Detaillierung.

Nightfall, Till Brönner und Dieter Ilg: Erneut präsentiert sich der NAD C 379 als sehr direkt darstellender Verstärker mit einer überzeugenden Detaillierung. Tonalität ist frisch und lebendig, der Bassbereich hat Nachdruck und agiert mit sehr dynamischem Spektrum. Die Trennung der einzelnen Instrumente kann als überragend bezeichnet werden. Räumlich erneut eine solide Vorstellung, immer realistisch in Weite und Tiefe.

Puccini, Turandot: Nessun Dorma, gesungen von Jonas Kaufmann: fein und detailreich, mit natürlicher Charakteristik wird Jonas‘ Stimme in den Hörraum getragen. Die Streicher gruppieren sich exakt mit der richtigen Balance, und der Chorgesang ist nicht zu weit im akustischen Hintergrund, sondern überzeugt durch feine Konturen. Die enorme Dynamik innerhalb der Arie kommt hervorragend heraus.

Moonraker, Shirley Bassey: Fundiert und mit sauberer Auflösung kommt Shirleys Stimme heraus. Hört man nicht zu laut, bemerkt man zunächst nicht, dass das Quellmaterial schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Lebendig formen sich auch kleinere Effekte aus und tragen mit zum vielschichtigen Klangbild bei. Der NAD C 379 beweist ein weiteres Mal, dass er hinsichtlich der Wiedergabecharakteristik ein Freund der direkten, unverblümten und dynamischen Art ist. Enorm homogene Harmonie, der die unmittelbare Natürlichkeit manchmal etwas abgeht, überlässt er anderen Verstärkern.

Another Brick In The Wall, Pink Floyd, Part 2: Und wieder agiert der NAD C 379 mit seiner realistischen, frischen Art. Der Bass hat Kontur und wird vom Timing her exzellent umgesetzt. Höhere Pegel sind für die Endstufen überhaupt kein Problem, erst, wenn es richtig laut wird, agiert der NAD C 379 harscher. Das sind dann aber Pegelregionen, die man in der täglichen Hörpraxis eher selten aufsuchen dürfte. Sämtliche vokalen Anteile kommen frisch und strukturiert zur Geltung.

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The Sun Always Shines On TV, Unplugged-Version, es singt Ingrid Helene Håvik zusammen mit Morten Harket: sehr vielschichtige Wiedergabe beider Stimmen, präzise und klar dargestellte Instrumente. Besonders die Violine überzeugt hier, das virtuose Spiel kommt ungefiltert und impulstreu heraus. Auch das Klavier tritt fein und tonal sauber auf. Es können sehr solide Pegel erreicht werden, erst bei rund 80 Prozent der maximalen Lautstärke wirken die oberen Mitten und die Höhen etwas spitz, und die Detaillierung nimmt ab.

The Offspring, Self Esteem:Nachdrücklich, mit Punch und exzellenter Grobdynamik marschiert der NAD C 379 entschlossen voran und bringt auch die gewollte Aggressivität sehr gut zum Ausdruck. Hier ist die nötige Kraft in den Gitarrenriffs, und alle Elemente werden klanglich treffend und mit glaubwürdiger Räumlichkeit integriert. Der Bass tritt hier durch ein hohes Pensum an Energie hervor, trotzdem werden keine vokalen Anteile überdeckt.

Silence, Delerium, Sarah McLachlan, John Summit, John Summit Remix: Der Bass bietet eine ausgesprochen präzise Wiedergabe, und der gesamte Aufbau des Tracks geschieht unmittelbar vor den Zuhörern. Die Trennung der weiblichen Stimme vom klanglichen Rest weist keine Schwächen auf. Die Räumlichkeit ist auch hier wieder als authentisch zu bezeichnen. Der NAD C 379 verdeutlicht auch hier, dass er kraftvoll, entschlossen und dynamisch auftritt.

Konkurrenzvergleich

Nad C399 Frontansicht

NAD C 399: Der größere C 399 kostet inklusive BluOS-Modul 2.199 EUR. Er ist seinen Mehrpreis absolut wert, denn die Endstufen packen noch kräftiger und entschlossener zu, gleichzeitig ist der C 399 auch feindynamisch nochmals besser. Wer allerdings nicht mit enorm hohem Pegel hört und keinen Hörraum über 30 Quadratmeter besitzt, wird auch mit dem günstigeren und ebenfalls rundherum überzeugenden NAD C 379 bereits glücklich. 

Technics Su Gx70 Front 2

Technics  SU-GX70: Der elegante Streaming-Vollverstärker liegt derzeit bei 1.499 EUR, besitzt mit 2 x 40 Watt allerdings deutlich weniger Leistung als der NAD C 379. Das macht sich in der Praxis bei erhöhtem Pegel auch bemerkbar. Der SU-GX70  bringt ebenfalls eine umfassende Streaming-Ausstattung mit und verfügt über ein sehr reichhaltig bestückte App.

Hegel H120 Front

Hegel H120: Anstatt zur UVP von 2.495 EUR bekommt man das "minimalistische Nordlicht" für rund 2.000 EUR im Handel. Man merkt, dass das Modell schon etwas älter ist, denn was die Streaming-Flexibilität angeht, ist der NAD deutlich besser aufgestellt. Der reine, saubere Klang des H120 ist hingegen immer noch "up to date" und ist durch seine angenehme, nie zu analytische, aber auch nie tonal verfremdete Wiedergabe ein echter Genuss. Auch das Finish des Geräts erfüllt hohe Ansprüche.  

Fazit

Nad C 379 Frontansicht1

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Der NAD C 379 ist im Paket mit dem multifunktionalen BluOS-/Dirac Live MDC2 Modul für 1.748 EUR erhältlich. Für den investierten Kaufpreis bietet er ein umfassendes Ausstattungspaket, das durch eine rundherum überzeugende Amschlussauswahl gekrönt wird. Ganz gleich, ob HDMI-eARC, optische/koaxiale Digitalanschlüsse, Phono MM-Eingang oder zwei Subwoofer-Pre-Outs: Alles ist vorhanden, ebenso natürlich Bluetooth, AirPlay 2 und ein WLAN-Modul. Im Liefermfang ist eine solide, durchdacht aufgebaute Fernbedienung enthalten, und im Inneren präsentiert sich der NAD C 379 als tadellos aufgebaut. An der Verarbeitung außen gibt es kleinere Kritikpunkte wie das beim Betätigen leicht klackernde Multifunktions-Bedienelement oder der Lautstärke-Drehregler ohne Rasterung - gravierende Schwächen leistet sich der NAD C 379 allerdings keine. Klanglich tritt er bärenstark auf, mit dem wirkungsvoll arbeitenden Dirac Live, der enormen Pegelfestigkeit und der hohen akustischen Klarheit. Er setzt eine natürliche, sehr dynamische, sehr straffe Wiedergabe um und eignet sich somit perfekt für den Stereoliebhaber, der ein lebendiges, zugleich authentisches Klangbild wünscht. 

Besonders mit dem BluOS/Dirac Live Modul spielt der C379 die Rolle des enorm dynamischen Multitalents absolut überzeugend
Überragend 2024
Stereoverstärker bis 2.000 EUR
Test 27. August 2025

 

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. August 2025

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