TEST: NAD 379 - Stereo-Streamingvollverstärker mit MDC2 Modul

Aus dem Hause NAD (New Acoustic Dimension) haben wir den Streaming-Vollverstärker NAD C 379 für einen Einzeltest erhalten. Das Device ist ausschließlich in der von uns getesteten Farbvariante für einen Verkaufspreis von 1.299 EUR ohne BluOS-Modul im Handel erhältlich. Mit BluOS-Modul wie bei unserem Testsample, das man auf der Rückseite des Vollverstärkers in einen MDC2 Modulschacht schiebt, werden 1.748 EUR fällig. Was zunächst nach einem saftigen Mehrpreis klingt, relativiert sich schnell, denn zusätzlich zu BluOS bekommt der geneigte Käufer auch noch das hochentwickelte Lautsprechereinmess- und Room EQ-System Dirac Live. Gegen Aufpreis kann man die Live-Variante zudem in eine Vollversion tauschen, was aber außer für extrem versierte Anwender für niemanden notwendig sein dürfte: Dirac Live leistet, wie unser Tests später beweisen, eine richtig gute Arbeit.
Der NAD C 379 setzt auf die HybridDigital UcD-Verstärkertechnologie, die eine Dauerausgangsleistung von 2 x 80 Watt (4 und 8 Ohm) und eine Impulsleistung von 2 x 120 Watt (an 4 Ohm) bereit und bietet somit genügend Reserven zur Ansteuerung von Standlautsprechern. Der NAD C 379 kann überdies mit dem C 268 Stereo-Leistungsverstärker in einer vollständig symmetrischen Konfiguration gebrückt werden, um kontinuierlich 300 Watt und kurzzeitig über 500 Watt an Leistung offerieren zu können. Das hocheffiziente UcD-Verstärkerdesign zeichnet sich durch ein extrem niedriges Rauschen und minimale Verzerrungen über das gesamte Frequenzband aus, und zwar unabhängig von der Lautsprecherlast.
Die digitale Architektur des NAD C 379 basiert auf den hochwertigen ESS SABRE ES9028 DAC, einem präzise arbeitenden 32-Bit-Digital-Analog-Wandler. Dieser ermöglicht eine Musikwiedergabe in höchster Qualität, beinahe vollkommen frei von Taktjitter, wie er bei digitalen Audiosystemen leider vorkommt. Der D/A-Wandler verarbeitet Signale bis zu einem Datenformat von 32-bit/384kHz. Somit ist auch das Abspielen verlustfreier und hochauflösender Audiodaten der HiRes- Angebote von Amazon Music HD, Deezer, Qobuz und TIDAL möglich.

NAD Modular Design Construction-Schriftzug
Dank der NAD Modular Design Construction, MDC 2 und den dazu gehörenden zwei Erweiterungsslots ermöglicht es der NAD C 379 dem Anwender, die Fähigkeiten des Verstärkers mit erweiterten AV-Technologien und zusätzlichen Funktionen durch entsprechende Module zu erweitern, einschließlich BluOS hochauflösendem Multi-Room-Streaming und Dirac Live Room Correction. Das optionale MDC 2 Modul ist für 499 EUR erhältlich. Im Paket bekommt man das Ganze allerdings stellenweise um 50 EUR günstiger.
Die BluOS Plattform hat alles, was das Herz im modernen und digitalen Musikzeitalter begehrt. Der Streamingverstärker unterstützt Cloud-basierte Musikstreamingdienste wie beispielsweise Amazon Alexa, Amazon Music, Spotify, TIDAL, Deezer, Qobuz, HDTracks, HighResAudio, Murfie, JUKE, Napster, Slacker Radio, KKBox sowie Bugs. Internet-Radio sowie lokale Musik-Server oder Dateien auf einer USB-Festplatte können ebenfalls über die BluOS Controller-App gesteuert werden. Neben AirPlay 2 wird auch aptX HD Bluetooth unterstützt. Dank des auf der Rückseite des NAD C 379 befindlichen HDMI eARC-Eingangs kann ein Smart-TV ins Stereo-Setup eingebunden werden. Eine Sprachsteuerung mittels Apple Siri oder Amazon Alexa ist zudem ebenfalls möglich. Weiterhin bringt der NAD C 379 eine Moving Magnet-Phonostufe mit, sodass ein Plattenspieler ohne externen Phonoverstärker angeschlossen werden kann.
Verarbeitung und Bedienelemente

Tadellose Verarbeitungsqualität
Der NAD C 379 tritt im typischen zurckhaltenden Design der NAD Classic-Baureihe auf. Er schiebt sich daher optisch nicht in den Vordergrund, sondern integriert sich dezent. Im Detail gibt es Verbesserungspotential bei unserem Testgerät. So klackert die Navigtionseinheit vorn links etwas bei Betätigung der Tasten, und der Lautstärkeregler ist nicht gerastert und eiert zudem. Immerhin lässt er sich ausgezeichnet dosieren. Die akkurat gefertigte Frontblende besteht aus Kunststoff. Unter dem Gerät befinden sich Standfüße in normaler Qualität. Das gilt auch für die Lautsprecherkabelanschlussterminals auf der Rückseite.

Bedienelemente sowie Kopfhörerbuchse im linken Teil der Frontblende
Für eine Steuerung direkt am Device verfügt der NAD C 379 über einige Bedienelemente, die sauber in die Frontblende integriert sind. Im linken Teil befindet sich der On/Off-Taster sowie die Kopfhörer-Anschlussbuchse. Mittig positioniert zwischen diesen beiden Elementen ist ein multifunktionales Bedienelement. Die Cursortasten werden für die Navigation im Menü des Vollverstärkers genutzt und der mittig sitzende Taster für ein Bestätigen der Befehle.

Die weiteren Bedienelemente im rechten Teil der Frontblende
Auch im rechten Teil der Frontblende befinden sich Bedienelemente in Form der beiden Source-Knöpfe für die Eingangswahl sowie ein Drehregler für die Lautstärkeregulierung. Im Mittelteil der Frontblende informiert ein mehrzeiliges Display über den gewählten Eingang und die derzeitige Wiedergabe. Es ist sehr gut ablesbar, bietet aber bei der AirPlay2 Wiedergabe keine Coveranzeige.

Mehrzeiliges Display
Verarbeitung innen
Tadelloser Aufbau innen. Hier die Gesamtansicht
Der NAD C 379 präsentiert sich innen als ausgezeichnet aufgebaut. Alles hat Struktur, das Platinenlayout und die Verkabelung gerieten sorgfältig.

Sauberes Platinenlayout

Signalverarbeitung im Inneren

Links unten zu erkennen ist das MDC2-Modul für BluOS und Dirac Live
Fernbedienung

Die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung
Die Fernbedienung, die sich im Lieferumfang befindet, ist tadellos verarbeitet und weist genau die richtige Größe auf. Im oberen Bereich kann man das Device auswählen, das bedient werden soll. Darunter dann Kippregler für Lautstärke und Quelle, dazwischen Mute- und EQ-Taste. Es foglt eine Navigationseinheit, flankiert von den Tasten für Speaker A oder Speaker B, Return-Taste und Menü-Button. Anschließend kommt eine 10er Tastatur, in der letzten Reihe zusätzlich untergebracht sind Info-Button und die Taste zum Dimmen des Displays. Ganz unten, da es sich um eine Systemfernbedienung handelt, noch die Bedienelemente für den Spielbetrieb und den Auswurf einer etwaigen Disc.
Anschlüsse (mit MDC2 BluOS/Dirac Live Modul)

Rückseite komplett

MDC2 Modul (BluOS/Dirac Live) mit Antennen für Bluetooth und WiFi

Handelsübliche Lautsprecherkabel-Anschlüsse

Netzschalter hinten

Alles da: HDMI-eARC, RS232, 2 x optische, 2 x koaxiale Digitaleingänge, Phono MM-Eingang, Line In 1+2 (RCA), 2 x Subwoofer-Out, IR/Trigger In/Out
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