TEST: Harman Kardon Citation 500 WLAN-/Streaming-Lautsprecher mit Google Assistant - Top-Empfehlung für 649 EUR?

Mit dem Harman Kardon Citation 500 kommt ein besonders leistungsfähiger Aktivlautsprecher mit Google Assistant in unseren Testraum. 649 EUR kostet der große Singe Table Top-Speaker, den es, immer mit edlem Kvadrat-Bezugsstoff versehen, in schwarzer oder grauer Variante gibt. Die Oberfläche rund ums kleine, schick integrierte Farbdisplay ist leider relativ empfindlich, dabei ist sie matt und nicht hochglänzend. Das Display ist prima ablesbar, und Details wie der sauber angebrachte Harman Kardon Schriftzug auf der Vorderseite untermauern klar den Premium-Anspruch des Citation 500. 

Schickes, zeitloses Design

Logo und Kvadrat-Bezugsstoff

Status-LEDs

Finish

Unterseite

Anschlüsse

Oberseite mit Display

 

Der Citation 500 ist ein Google Chromecast Smart-Stereo-Lautsprecher, der demnach auch über die Sprachsteuerung Google Assistant verfügt. So ist es sehr komfortabel, den Citation 500 ins Heimnetzwerk einzubinden. Man benötigt lediglich die Google Home-App, die in unseren Testreihen bislang bei verschiedenen Google Chromecast/Assistant-Lautsprechern, z.B. von der Harman-Tochter JBL (Link-Familie) zuverlässig funktioniert hat. Wie üblich bei Google Chromecast-basierten Devices werden maximal 96 kHz/24-Bit Audiosignale verarbeitet. Zusätzlich steht noch Bluetooth (Version 4.2) bereit.

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Bestückt ist der Citation 500 mit 2 x 25 mm Hochtönern und 2 x 131 mm Tiefmitteltönern. Die Ausgangsleistung liegt bei satten 200 (!) Watt. Leistungsmangel dürfte in Anbetracht dieser Werte kein Thema sein.  Der Citation 500 wiegt 7,6 kg und ist 374 mm breit, 212 mm hoch und 172 mm tief.

Schnell und einfach eingerichtet

Der schmucke Lautsprecher ist in nur wenigen Minuten per Google Home App eingerichtet. Wer bereits Lautsprecher mit Google Home eingerichtet hat und damit arbeitet, hat es nochmals einfacher. Wir beschreiben mittels Screenshots kurz die Einrichtung:

Schnell wird der Lautsprecher von der Google Home App entdeckt

Der Ton wurde gehört, es kann weitergehen

Gerätestatistiken an Google weitergeben?

Standort

Verbindung mit dem WLAN

Herstellen der Verbindung

Der Citation 500 ist im Heimnetzwerk

Einrichtung von Google Assistant

Assistant und Voice Match

Erklärungen zu Voice Match

Hinzufügen von Mediendiensten - Audio

Hinzufügen von Mediendiensten - Video

Natürlich gibt es noch das obligatorische Firmware-Update

Nun ist der Citation 500 bereit

Mögliche Fragen an Google Assistant

Noch mehr Beispiele

Mit Spotify klappt die "Zusammenarbeit" reibungslos

Überblick über die Dienste

Spotify-Wiedergabe

Google Assistant funktioniert beim Citation 500 hervorragend, das liegt auch an der hohen Qualität der verbauten Mikrofone. Aus jedem Winkel eines über 25 Quadratmeter messenden Hörraums nahm der Citation 500 direkt beim ersten Mal fehlerlos Sprachanweisungen entgegen. Ob es um die Wettervorhersage ging, um politische Fragen oder Fragen zum Sport ("Ok Google, wer führt derzeit die Tabelle in der Fussball-Bundesliga an?", "Ok Google, welcher Berg ist der höchste Berg der Welt") - alles funktioniert reibungslos, auch Musikanfragen "Ok Google, spiele Musik von DJ Quicksilver") werden zügig verarbeitet. Wichtig ist aber eine Verknüpfung mit einem unterstützten Musikdienst. Der Citation 500 hat auch ein kleines Farbdisplay, hier haben wir auch einige Bilder angefertigt:

Wahl der Sprache

Hinweis auf die Google Home App

Wiedergabe eines Titels von Spotify

Einstellungen

Systeminformationen

Der Harman Kardon Citation 500 ist sehr gut verarbeitet,  technisch aufwändig ausgerüstet und lässt sich sehr bequem und schnell installieren - bislang eine hervorragende Leistung.

Klang

Nun wollen wir mal ausprobieren, ob man die 200 Watt maximale Leistung der eingebauten digitalen Endstufen auch spüren kann. Wir starten gleich mit Tracks durch, in denen massiv Leistung und Nachdruck gefordert werden. "Can You Feel The Silence" (Dream Dance Alliance versus Talla 2XLC) steht auf dem Programm. Und der Citation 500 schiebt mächtig voran, vergisst bei aller unbändigen Dynamik aber auch die Präzision nicht. Klar und exakt - so wird die Wiedergabe auch bei hohem Pegel wahrgenommen.  Und die Pegel, zu denen der große Single-Speaker fähig ist, sind wahrhaftig enorm. So beschallt der Citation 500 einen Raum mit über 20 Quadratmetern (!) souverän allein. Und: So extrem ausladend sind die Dimensionen des edlen Wireless-Speakers dann auch wieder nicht. Er entfaltet beim obigen Track auch eine dichte, als echt empfundene Räumlichkeit. 

Eintagsfliege, One Hit Wonder? Oder nicht? Keinesfalls. Die Bassgewalt bei "Zulu" von DJ Quicksilver katapultiert den Citation 500 direkt in die Champions League. Hier trifft er auf "Recken" wie den Heos by Denon HS7 oder den großen Panasonic SC-ALL9 (der natürlich sehr viel preiswerter ist). Aber - keiner der Konkurrenten erzielt diese exzellente Präzision im Bassbereich wie der Citation 500. Noch nie ist uns ein Speaker dieser Bauart untergekommen, der Wucht, Facettenreichtum und Präzision im Bassbereich auf so hohem Niveau vereint. Wir drehen weiter am Pegel, und der Citation schiebt ohne mit der Wimper zu zucken weiter an. Trocken, satt, einfach 100 % souverän ertönt der Bass. Weltklasse. Auch beim Thema Pegelfestigkeit lässt der Citation der Konkurrenz keine Chance. Auch die günstigere,  hausinterne hat deutlich das Nachsehen: Ein JBL Link 50 kommt nicht einmal annähernd an Pegelfestigkeit und akustische Gesamtqualität des Citation 500 heran.

Der Citation 500 gehört auf einen festen, nicht zu Vibrationen neigende Untergrund. Denn die Wucht, mit der die Endstufen zuschlagen, lässt weniger solide Racks und Sideboards in den Grundfesten erzittern. Die Show, die er bei "Riders On The Storm" von Sean Finn abzieht, ist ein weiteres Mal sensationell. Knallhart, mit hervorragendem Timing, kommt der Kickbass heraus. Ryhthmuswechsel und zahlreiche akustische Effekte verarbeitet der große Speaker impulstreu. Er bietet eine überragende Grobdynamik und erzielt eine hervorragende räumliche Ausbreitung. Kurzum: Es scheint so, als würde sich hier ein glatter Durchmarsch an die Spitze der bislang gesteten Single Speakers andeuten. Selbst der herausragende und beinahe doppelt so teure McIntosh RS100 zieht beim Pegel-Wettkampf den Kürzeren gegen das Harman-Monster, das einfach immer weiter marschiert und praktisch keine Verzerrungen produziert. 

Und einer geht noch - das Volumen direkt zu Beginn von "Cubana" von Picco ist grandios. Auch die kubanischen Musikelemente stellt er sehr gut da. Als es dann richtig ab geht mit dem Club-Feeling, ist der Harman Kardon mit Freuden zur Stelle und lässt den Bässen einen äußerst kräftigen Entfaltungsspielraum. Es macht so viel Spaß, dass es dem Test-Team schwer fällt, aufzuhören. 

Nun haben wir ihn - das schafft kein Single Speaker, diesen fetten, massiven Bass von "Sheep" (Alan Walker Relift) von LAY. Doch wir haben,, trotz der bisherigen Erfahrungen, den Citation 200 unterschätzt. Der Tiefgang toppt alles, was wir in dieser Größenliga bislang kannten. Es ist doch unmöglich, dass ein im Vergleich anderen Systemen doch noch recht kompakte Harman-Speaker hier so unerbittlich zuschlägt! Hart, gelassen, tief: Der Hip Hop-Freund wird seine große Freude am Citation 500 haben, der auch hier die uns bekannten Kontrahenten hinter sich lässt. Und er ist beileibe kein reiner Kravallmacher, sondern differenziert auch bei hohem Pegel noch sauber auseinander und überzeugt durch einen lebendigen Hochtonbereich und gut gestaffelte Mitten. 

Gut, jetzt kommt ältere und seriösere Musik. "I Wish It Woukd Rain Down" von Phil Collins hält den Citation 500 aber nicht davon ab, die nächste Top-Performance zu präsentieren. Die Pegelfestigkeit ist wiederum ausgezeichnet, der Bass begeistert - aber wie detailreich und gut auflösend selbst bei hoher Hörlautstärke die E-Gitarre zu Beginn ertönt, das ist erneut eine Leistung, über die wir nur überrascht sein können. Komplett, erwachsen, kraftvoll, kultiviert: Der Citation 500 zieht ein weiteres Mal alle Register seines Könnens.

Mit einem sehr guten Gefühl für eine wohltemperierte Wiedergabe des Pianos zu Beginn von "Desperado" in der Adaption von Diana Krall setzt sich der Citation 500 überzeugend in Szene. Dianas Stimme gibt der Speaker mit dem typischen rauchigen Charisma wieder, die vokalen Elemente lösen sich auch vom Lautsprecher-Gehäuse und verteilen sich akkurat ausbalanciert im Hörraum. Das Volumen, das der Citation 500 freisetzt, ist hervorragend, zudem ist die Tiefenstaffelung zu loben.

"A Thousand Kisses Deep" von Till Brönner managt der Citation 500 ebenfalls ohne Berührungsängste. Der Tiefgang ist wieder ein herausstechendes Merkmal. Dadurch, dass der Lautsprecher so tief nach unten geht, hat man einen vollmundigen, kompletten Klangeindruck. Sonst wird dieser Titel gern "beschnitten" bei der Wiedergabe auf einfacheren Single-Speakers, was die Hörfreude natürlich einschränkt. Die Trompete kommt in vielen (natürlich nicht in alle) Details prima heraus und entfaltet eine glaubwürdige räumliche Wirkung.

"Füttern" wir den Citation 500 mit einer wunderschönen, legendären Arie: "Nessun Dorma" aus Puccinis Turandot, gesungen von Startenor Jonas Kaufmann. Hier erwarten wir ein gutes, aber kein überragendes Abschneiden, denn irgendwo muss der Citation 500 ja mal in den technischen Begrenzer des Machbaren laufen. Unser Vorhaben misslingt - bravourös bringt der Citation 500 die Macht der Stimme von Jonas in den Hörraum. Nichts klingt ärmlich oder künstlich - eine natürliche, klar definierte vokale Präsenz legt sich wie ein feiner Teppich über den Hörraum, und auch die Einarbeitung des Chors gelingt ansprechend. Klar, hier geht noch viel mehr an Substanz, Finesse und Klarheit - aber nicht für 649 EUR und nicht bei einem Single Wireless-Aktivlautsprecher. 

Zum Ende lassen wir dem Citation 500 nochmal "freien Lauf" - bei Friday On My Mind von "gary Moore. Das Quellmaterial ist höchstens ausreichend, doch der Citation 500 schießt dynamisch los und macht dies beinahe völlig vergessen. Nur das leichte Dröhnen in den oberen Mitten kann er nicht verhehlen, aber es kommt selbst bei hohem Pegel in einem deutlich geringeren Umfang vor als bei den meisten Kontrahenten. Ansonsten: Straffer Bass, gute räumliche Wirkung und eine hervorragende Gesamtdynamik. 

Fazit

Harman Kardon ist mit dem Citation nicht nur ein großer Wurf, sondern DER Wurf schlechthin bezogen auf einen Single-Speaker für Streaming gelungen. Schon die edle Verarbeitung mit dem Kvadrat-Bezugsstoff und dem Farbdisplay hat uns begeistert. Die schnelle und einfache Einrichtung, die hervorragenden Mikrofone (die eine stets prompte Arbeit von Google Assistant zulassen) und die über jeden Zweifel erhabene Betriebssicherheit füllen das Punktekonto weiter. Richtig gnadenlos schlägt der Citation 500 aber beim Kapitel "Klang" zu. Pegelfest, souverän, mit kraftvollem Bass, tollem Tiefgang, enormer Räumlichkeit, hervorragender Gesamtdynamik und überraschend hoher Präzision lässt er die Konkurrenz hinter sich und krönt sich zum Referenz in der Oberklasse.

Der derzeit beste aktive Streaming-Lautsprecher seiner Bauart - der Harman Kardon Citation 500 setzt neue Maßstäbe

Gesamt-Referenz Aktive Single-Speaker mit Sprachsteuerung Oberklasse
Test 25. Januar 2019

 

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 25. Januar 2019

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