TEST: Panasonic SC-ALL9 – ALL Connected Audio-Topmodell für 349 EUR

Panasonic SC-ALL9 Front Seitlich1

Erst kürzlich hat Panasonic die Produktfamilie um das ALL-Multiroom-System um einige neue Lautsprecher und HiFi-Systeme erweitert. Nach dem sehr flexiblen, wasserfesten SC-ALL05 nehmen wir nun den größerem SC-ALL9 unter die Lupe, der mit einer Gesamtleistung von 80 Watt, vier Lautsprechern und einem integrierten Subwoofer auch bei der Beschallung etwas größerer Räume eine souveräne Performance verspricht. Mithilfe der Panasonic Music Streaming App wird natürlich auch der SC-ALL9 Part des Multiroom-Systems und bietet sämtliche Internet- und Netzwerk-Features. Für noch mehr Komfort sorgt das integrierte Bluetooth-Modul, das für drahtlose Audio-Übertragung vom Smartphone und Tablet sorgt. Die unverbindliche Preisempfehlung des ALL-Lautsprechers liegt bei 349 EUR.

Panasonic SC-ALL9 Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente an der Oberseite

Der SC-ALL9 besteht zu großen Teilen aus Kunststoff, macht aber haptisch trotzdem noch einen recht guten Eindruck. Die Stellen, an denen die einzelnen Gehäuseteile zusammentreffen, sind nicht ganz perfekt. Hier sind vereinzelt nicht ganz nahtlose Übergänge anzutreffen. Das schwarze Stoffgitter zwischen den zwei silbernen Akzentleisten hingegen, ist sauber eingespannt. An der Oberseite ist das SC-ALL9 mit Touch-Bedienelementen ausgestattet, die zuverlässig auf Berührungen reagieren. Dazu gehören auch sechs Favoritentasten, die man mit dem Direktzugriff auf spezifische Internetradio-Stationen belegen kann. Auch die Läutstärke-Anpassung sowie die Quellenwahl (Bluetooth/AUX-Eingang/NET) kann man direk am Gerät erledigen.

Panasonic SC-ALL9 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Panasonic SC-ALL9 Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung an der Rückseite

Panasonic SC-ALL9 Anschluesse Rueckseite1

Stromanschluss und Ethernet-Buchse

Panasonic SC-ALL9 Anschluesse Rueckseite2

AUX-Klinkeneingang

An der Rückseite befindet sich die Bassreflexöffnung sowie direkt integrierte Schüsselloch-Wandhalterungen, um den SC-ALL9 an der Wand zu befestigen. An Anschlüssen ist neben dem Stromanschluss der Ethernet-Anschluss untergebracht, auf der rechten Seite kann man mobile Geräte analog via Klinke anschließen. An der Unterseite verhelfen kleine Gummifüßchen für solide Standfestigkeit.

Das SC-ALL9 baut bei der ersten Inbetriebnahme ein eigenes WLAN-Netzwerk auf, mit dem man sich mit seinem Smartphone verbindet. Daraufhin wird automatisch die Netzwerk-Konfiguration aufgerufen und man gibt nach der Wahl des gewünschten Heimnetzwerkes das WLAN-Passwort ein. Nach wenigen Sekunden ist die Komponente ins heimische Netzwerk integriert. Mithilfe der Panasonic Streaming App lässt sich das SC-ALL9 sowie weitere ALL-Multiroom-Komponenten im Netzwerk bequem steuern. Auch die Gruppierung einzelner Lautsprecher sowie das Benennen von Geräten ist möglich. Direkt in der App werden vorhandene DLNA-Server in einer Übersicht angezeigt. Hier einige Screenshots der App:

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Lautsprecher-Auswahl

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Genaue Anweisungen innerhalb der App

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Schnell ist der SC-ALL9 im Netzwerk eingebunden

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Liste verfügbarer Quellen

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Unsere zwei ALL Play-Zonen

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HiRes 48/24-Album

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Auch in Spotify Connect wird der SC-ALL9 sofort erkannt

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Ist ein Cover gespeichert, lädt die Panasonic-App es natürlich

Der SC-ALL9 reagiert zügig auf Eingaben durch die App, Ordner-Übersichten werden schnell geladen, so dass es nur wenig Zeit in Anspruch nimmt, den gewünschten Titel wiederzugeben. Die App ist sehr klar und zudem praktisch aufgebaut, so dass sich auch Neueinsteiger nach nur kurzer Eingewöhnung problemlos zurecht finden.

Klang

Wir starten mit Diana Kralls Variante von „Don’t Dream, It’s Over“ vom Album Wallflower in 48 kHz/24 Hz und sind gespannt, welches Volumen der große SC-ALL9 entfalten kann. Spielerisch kann der ALL Play-Lautsprecher beachtliche Pegel erreichen, und dank seines großen Gehäusevolumens ist auch der Bassbereich sehr gut wahrnehmbar. Stimmen sowie Instrumente trennen sich akkurat voneinander, und der ganze Klang gefällt durch das solide Fundament, aber auch durch die insgesamt homogene Auslegung. Im Hochtonbereich schlägt sich der SC-ALL9 überzeugend, er klingt hier nicht zu matt und oberflächlich, wenngleich man anhand der Darstellung der Harfe schon merkt, dass noch mehr Durchzeichnung aufs Ganze gesehen möglich ist. Wir setzen mit „Operator“ vom selben Album fort und stellen erneut fest, dass die Erzeugung eines gefälligen Klangbildes offensichtlich ganz oben im Lastenheft der Panasonic-Entwickler stand. Dianas Stimme löst sich bei diesem Song tadellos vom Lautsprecher, und selbst, wer in 3 bis 4 Metern Distanz zum SC-ALL9 sitzt, wird erfreut von der Räumlichkeit sein. Der Bass besitzt genug Kraft, um eine Volumen und einen Nachdruck zu erzeugen, der auch im größeren Hörraum stets präsent ist. Am besten gefällt uns allerdings, wie sensibel der SC-ALL9 „Sorry Seems To Be The Hardest Word“, unser dritter und letzter Titel vom „Wallflower“ Album, umsetzt. Die charakteristisch-rauchige Stimme Dianas kommt hier besonders gut heraus, und das Piano wird mit tadellosen Konturen präsentiert. Von allen Single Wireless Multiroom-Lautsprechern, die wir bislang kennen gelernt haben, ist der SC-ALL9 definitiv einer der der besten. 

Kann der SC-ALL9 auch bei „Basil“ von Mark Knopfler (Album „Tracker“ in 192 kHz/24-Bit FLAC) weiter punkten? Der Beginn verheißt gutes. Die Stimme Marks verteilt sich ausgezeichnet im Hörraum, wenngleich die akustische Gitarre noch etwas präsenter sein könnte. Die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen aber gelingt überzeugend. Bei „Heart Of Oak“ vom gleichen Album gelingt dem SC-ALL9 die Herausarbeitung der Gitarre besser. Das melancholisch-stimmungsvolle Wesen des Songs stellt der Panasonic-Aktivlautsprecher in erstaunlicher Qualität dar. Er agiert feindynamisch für ein solches Device auf einem sehr guten Level, und er generiert erneut ein untadeliges Volumen, mit einer soliden räumlichen Tiefe und einer überraschend ausgeprägten räumlichen Weite.

Nun wird es schwierig für den SC-ALL9, denn mit zwei Titeln von Jonas Kaufmanns Puccini-Album muss er beweisen, dass er auch Oper kann. Wir starten mit mit „Addio Fiorito Asil“ aus „Madame Butterfly“ (Flac, 96/24), hier erzielt der Lautsprecher ordentliche Ergebnisse, mit guten Konturen und einer die Akustik prägenden Rolle der Stimme Kaufmanns. Jetzt setzen mit „Nessun Dorma“ aus „Turandot“ fort. Beide Stücke modelliert der SC-ALL9 gut durch. Sicherlich, für den erfahrenen Opern-Liebhaber ist ein Lautsprecher dieser Bauart kein vollwertiges „Erst-System“ – dazu mangelt es dann doch an Differenzierungsvermögen. Allerdings muss auch der Puccini-Fan anerkennen, dass der SC-ALL9 einen „verdammt guten Job“ macht: Die Stimme des berühmten Tenors platziert er präzise und nachvollziehbar im Raum, und er arbeitet einige der stimmtypischen Charakteristika prima heraus. Der Chor wird ebenfalls mit der erforderlichen Sorgfalt bedacht. Die orchestralen Elemente besitzen Ausdruckskraft und eine beachtliche räumliche Tiefe. 

Wir wechseln Quelle und Art der Musik in Einem: Spotify Connect und „Dreamer Trance“ im Mediteria Mix ist nun angesagt. Mit wuchtigem, aber präzisem Bass sichert der SC-ALL9 hier eine Wiedergabe, die den Trance-Fan freuen wird. Der Rhythmus wird passend umgesetzt, und die elektronischen Piano-Einlagen sowie die elektronischen Klang-Effekte bringt der Panasonic-Lautsprecher mit ausgezeichneter Räumlichkeit zur Geltung. Die erzielbaren Pegel liegen hoch, so dass man den SC-ALL9 gerade im kleineren Zimmer bis 20 Quadratmeter durchaus als vollwertiges Erst-System verwenden kann. Auch beim General Base-Track „Back Again“ weiß sich der Panasonic ALL-Lautsprecher entsprechend zu profilieren. Ein weiteres Mal liefert er im Bassbereich eine erstaunlich kraftvolle Performance ab, vergisst darüber hinaus aber auch die anderen Klanganteile nicht. Ein komplettes, rundes, lebendiges Klangbild ist die Folge der Bemühungen des SC-ALL9. Wir beenden unsere Spotify-Session mit „Poison 2k11“ im THK Radio Edit (General Base). Dieser Track liegt in recht guter Qualität vor, was den SC-ALL9 gleich dazu verleitet, dynamisch, frisch und klar wiederzugeben. Der lebhafte Bassbereich ist auch hier wieder deutlich zu spüren. 

Flott ist der SC-ALL9 über Bluetooth mit unserem Apple iPhone 6S Plus verbunden, und die Wiedergabe von „We have All The Time In The World“ (aus dem 007-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät) von Louis Armstrong kann beginnen. Klar steht Louis‘ Stimme im Fokus, sie wird mit einer wiederum tadellosen Raumwirkung wiedergegeben. Sheena Eastons „For Your Eyes Only“ (aus dem James Bond-Movie mit gleichem Namen) zeigt uns die Qualitäten des SC-ALL9 wieder in einem Maße auf, die verblüffend ist. Vor allem das Volumen, welches der ALL-Lautsprecher erzeugt, begeistert uns. Der Bass hat Kraft, überdeckt aber Sheenas vokale Präsenz nicht unpassend. Eine klare und gleichzeitig kultivierte Wiedergabe ist das Ergebnis. Und Adeles „Skyfall“, wie sieht es hier aus? Das Klavier arbeitet der SC-ALL9 hier sehr facettenreich und fein heraus – man denkt kaum, dass ein derart aufgebauter Lautsprecher dies so überzeugend kann. Auch Adeles Stimme präsentiert er tadellos, nur manche Einzelheit im akustischen Hintergrund ist etwas arm an Kontur, hier können richtige HiFi-Systeme entschieden mehr. Für einen Wireless Audio Mulltiroom-Speaker aber liefert der SC-ALL9 einmal mehr eine reife Leistung mit dynamisch-kraftvollem Bassfundament ab.

Fazit

Panasonic SC-ALL9 Front Seitlich1

Der Panasonic SC-ALL9 kostet lediglich 349 EUR – das ist ein schon fast sensationell niedriger Preis für eine solche Gesamt-Performance. Gut verarbeitet und optisch gefällig, macht er sich schon gleich nach dem Auspacken Freunde. Er ist schnell und zuverlässig ins Netzwerk eingebunden, auch das Bluetooth-Streaming gestaltet sich beispielhaft einfach. Mit der komfortablen App, die sich keine störenden Fehlfunktionen leistet, macht die Bedienung des SC-ALL9 viel Spaß. Der Lautsprecher reagiert recht flott auf Eingaben und spielt die gewünschte Quelle zügig ab. Die Klangqualität ist verblüffend hoch, ganz gleich, ob Klassik, Jazz, Pop oder Trance: Der Panasonic ALL-Lautsprecher kommt mit jedem musikalischen Material sofort zurecht und verwehrt sich auch HiRes-Audio-Files nicht. Ein erstklassiges Testergebnis ist die Folge von Panasonics Bemühungen, einen rundherum überzeugenden Wireless Audio Multiroom-Lautsprecher zu konstruieren: In seiner Preisklasse ist der SC-ALL9 derzeit konkurrenzlos gut und kann daher uneingeschränkt empfohlen werden.

Der Panasonic SC-ALL9 bietet einen erstklassigen Klang und hohe Betriebssicherheit zum extrem günstigen Kaufpreis
preisklassenreferenz
Wireless Multiroom Audio-Lautsprecher bis 500 EUR
Test 21. Juni 2016

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 21. Juni 2016




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