TEST: Streaming-Aktivlautsprecher JBL Link 500 für knapp 400 EUR - OK Google, wie gut ist das Topmodell?

JBL Link 500 Front Seitlich1

Im Test des JBL Link 300 haben wir bereits ausführlich über den großen Bruder berichtet. Jetzt ist der JBL Link 500 mit satten 4 x 15 Watt Ausgangsleistung und zwei echten 2-Wege-Systemen in der Redaktion eingetroffen und wir können einen genaueren Blick darauf werfen. Zwei 20mm Hochtöner und zwei 90mm Tieftöner sind integriert, an der Rückseite ist genau wie beim Link 300 unterstützend ein Passivradiator untergebracht. Einen Akku gibt es in den großen Modellen nicht und auch der Spritzwasserschutz fehlt, Link 300 und Link 500 sind also vom Hersteller klar als stationäre Systeme für zuhause konzipiert. Neben der Funktion als Bluetooth-Lautsprecher dient die JBL-Komponente als Netzwerk-Speaker, kann mit der Google Home App gesteuert werden und hört auf den Google Assistant. Der Preis des aktuellen Link-Flaggschiffs liegt bei 399 Euro.

Der Link 500 ist mit aktuellstem WLAN inklusive 802.11ac und Dualband ausgestattet und kommuniziert problemlos mit dem heimischen Netzwerk. Die Abmessungen betragen 370 x 200 x 157 mm und das Gewicht satte 3,5 kg. Der Lautsprecher ist, wie die übrigen Familienmitglieder, in schwarz und weiß erhältlich.

JBL Link 500 Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente oben

JBL Link 500 Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Im Gegensatz zum Link 10 und auch dem Link 20 kann man beim Link 500 nicht mehr von einem "kompakten äußeren" sprechen. Nicht umsonst verzichtet man bei JBL hier auf Akkubetrieb, denn selbst ohne das Gewicht eines zusätzlichen Batteriespeichers ist der Link 500 nicht mehr unbedingt mobil. Klar, innerhalb des Wohnbereiches versetzen oder mal schnell mit auf den Balkon nehmen stellt kein Problem dar, im Rucksack für draußen wird es allerdings eng. Wie seine nahen Verwandten wirkt auch er schnörkellos und robust. Mit dem Design sollte sich jeder anfreunden können: schöne Rundungen, angenehme Haptik und keine extravaganzen Akzente. Auffallend ist, wenn überhaupt, lediglich die große und farbige Google-Assistant Taste auf der Oberseite und der anthrazit-farbene Passivtreiber hinten.

JBL Link 500 Tieftoener

Passivtreiber rückseitig integriert

JBL Link 500 Anschluesse Unterseite

Anschlüsse

Die Verarbeitung lässt nur wenig Kritik zu. Die Übergänge zwischen der gummierten Oberfläche an der Oberseite und dem stoffbezogenen Lautsprechergitter, deren Gerüst aus Kunststoff besteht, sind zwar nicht immer absolut gleichmäßig, davon abgesehen wirkt aber alles solide und haptisch angenehm: Bei den physischen Anschlüssen beschränkt man sich auf die Stromzufuhr - das Netzteil ist im Gegensatz zum Link 300 übrigens integriert - sowie einen Micro-USB-Slot, der allerdings lediglich für Service-Zwecke genutzt werden kann. Die oberen Tasten bieten einen soliden Druckpunkt und geben bei der Verwendung ein gut spürbares Feedback. Im unteren Bereich ist noch eine Status-LED, die über die WLAN-Verbindung Auskunft gibt, integriert. Die Unterseite ist ist mit gummierten Leisten für eine gute Standfestigkeit versehen, eine kleine Öffnung ist zur Kabelführung vorhanden.

Wie alle anderen Lautsprecher der Link-Serie kann auch der Link 500 hochauflösende Audio-Dateien verarbeiten, allerdings nur bis maximal 96 kHz / 24-Bit. Kompatible Formate umfassen: HE-AAC, LC-AAC, MP3, Vorbis, WAV (LPCM), FLAC, sowie Opus.

Google Home App 1

Google Home App

Google Home App 2

Mit welchem Konto soll der Lautpsrecher verknüpft werden?

Google Home App 5

Die Suche nach Geräten läuft

Die Installation haben wir bereits beim Test der übrigen Vertreter der Link-Familie in aller Ausführlichkeit beschrieben. Auch beim Link 500 ist hierfür die Google Home App erforderlich, die man sich kostenlos für Smartphone oder Tablet, wohlgemerkt für Android und iOS-Geräte, herunterladen kann. Nach der Installation schließen wir den Link 500 ans Stromnetz an, ein leichtes Hintergrundrauschen ist zu bemerken, dass sich hoffentlich im späteren Betrieb nicht mehr zeigt. Natürlich bemerkt man es ohnehin nur, wenn man recht nahe am Gerät sitzt und keine Musik läuft.

Google Home App 7

Wird der korrekte Lautsprecher eingerichtet?

Google Home App 8

Name vergeben

Google Home App 10

Einrichtung von Google Assistant

Google Home App 12

Stimmenabgleich durchführen

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Google Home App 15

Musikdienste hinzufügen - ist auf dem Smartphone bereits alles für den Einsatz von Spotify bereit, muss das Passwort nicht erneut eingegeben werden

Google Home App 19

Vorchschläge der Google App

Google Home App 22

Anzeige bei der Musikwiedergabe in der Geräteliste

Am Smartphone muss für die Installation Bluetooth und WLAN aktiviert sein. Ist dies der Fall, wird automatisch nach Geräten gesucht. Der Link 500 wurde sogleich gefunden und wir konnten direkt bestätigen, dass wir den abgespielten Testton gehört haben. Danach wird das WLAN ausgewählt und das zugehörige Passwort eingegeben. Danach folgt ein Stimmenabgleich "Voice Match", damit der Lautsprecher auch zuverlässig auf die eigene Stimme reagiert. Dies allerdings nur, wenn man bisher Google Assistant noch nicht verwendet hat. Hat man bereits einen Google Home Lautsprecher eingerichtet, ist ein erneuter Ablgeich nicht notwendig.

An Streaming-Diensten steht Google Music, Deezer und Spotify zur Verfügung. Einen Musikdienst wählt man als "Standard" aus, dier wird bei Sprachbefehlen automatisch verwendet. Die Auswahl ist aktuell eher gering, auch beim sonstigen Funktionsumfang findet man nicht alle Features: so kann man bisher auch (noch) keine echten Stereo-Paare bilden, wohl aber mehrere Lautsprecher gruppieren. Die gleiche Quelle kann dann in drei unterschiedlichen Hörzonen wiedergegeben werden.

Wie schlägt sich nun der JBL 500 auf akustischer Seite? Wir spielen dem Topmodell "Man on the Silver Mountain" von Deep Purples Altmeister Ritchie Blackmore's 1975er Neugründung Rainbow zu und sofort fällt auf: hier geht es untenrum schlagkräftig und voluminös zu. Empfindlichen HiFi-Gemütern vermutlich zu füllig und dick, wirklich unausgewogen klingt das Hardrock-Stück aber nicht, zumal auch die Gitarren sehr lebendig und sauber erklingen und das Schlagzeug in der komplexen Kulisse nicht überwiegt. Auch die Stimmwiedergabe gefällt mit charakteristischen Zügen und guter Platzierung innerhalb der Bühne. Die Räumlichkeit ist gut ausgeprägt, wird aber nicht künstlich aufgebläht und konzentriert sich in stimmigem Bühnenaufbau.

Dynamisch und schwungvoll geht es mit "Long Live Rock N Roll" weiter. Der JBL 500 spielt äußerst spritzig und flink auf und hat überhaupt keine Probleme, eine balancierte Kulisse auch bei hoher Geschwindigkeit zu realisieren. Nach dem Wechsel auf das neue Album "FIREPOWER" von Judas Priest nutzen wir die Chance und jagen den Pegel auf Anschlag. Auch hier zündet der JBL-Lautsprecher ein wahres Feuerwerk im Bassbereich ab. Subjektiv spielt er sehr tief hinunter und verleiht auch den harten Kickbässen satten Punch und tolles Volumen. Dabei müssen wir die Souveränität loben, die bis hin zum Lautstärke-Maximum absolut gegeben ist. Auch Vibrationen scheinen sich in Grenzen zu halten, der Klang wirkt stets sauber. An Kraft mangelt es dem Familien-Oberhaupt also keinesfalls, selbst größere Wohnzimmer um die 30 qm können mit einem einzelnen Link 500 zufriedenstellend beschallt werden. Dabei muss man dank der hohen Souveränität keine Kompromisse eingehen, unbehelligt schleudert die JBL-Komponente dem Zuhörer die Klänge der E-Gitarren und des Drumkits entgegen. Auch die Stimmwiedergabe zeigt sich völlig unbeeindruckt von den Pegel-Eskapaden, Rob Halfords unverwechselbare Stimme gelingt ausgezeichnet. Eine ausgezeichnete Performance bei elektronischen Klängen setzen wir bei JBL beinahe voraus, aber auch bei den britischen Altrockern versprüht der Link 500 Spritzigkeit, generiert eine weitläufige Bühnenkulisse und differenziert das komplexe Geschehen mit hoher Geschwindigkeit mit ausgezeichneter Struktur. Und die extreme Schlagkraft müssen wir an dieser Stelle auch nochmals betonen. Bassstark kennen wir alle JBL-Lautsprecher, der Link 500 zeigt aber, dass die größere Dimensionierung und somit mehr Gehäusevolumen keinesfalls umsonst investiert sind.

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