TEST: Canton Smart Townus 2 - elegante, kompakte und akustisch überragende Wireless-Aktivlautsprecher
Klang
Nothing Else Matters, Junge Cruise-Version, James Newton Howard
Direkt ab Beginn begeistern uns die Smart Townus 2, und zwar durch zahlreiche Eigenschaften. Imposant für solche vom Gehäusevolumen und den Abmessungen her kleinen Lautsprecher ist die sehr vehemente Basswiedergabe, die auch mit einem hervorragenden Tiefgang aufwarten kann und ein exzellentes Volumen besitzt. Die Trennung besagter Bassanteile vom Rest der Akustik gelingt richtig gut, und wie souverän die Smart Townus 2 die teils massiven Dynamiksprünge meistert, war in dieser Ausprägung nicht zu erwarten. Die Pegelfestigkeit ist, das wissen wir grundsätzlich von allen Canton-Produkten, stets auf hohem Level. Was aber die kleinen Smatz Townus veranstalten, ist wharhaftig sensationell. Sie beschallen problemlos auch einen 25 Quadratmeter messenden Hörraum, ohne dass es zu Einbußen bei Dynamik oder Harmonie kommt.
Ain’t No Sunshine, Eva Cassidy
Sehr facettenreich und mit äußerst angenehmer Tonalität machen sich die beiden Aktivlautsprecher bei diesem Titel ans Werk. Evas Stimme wird während der Präsentation passend fokussiert, ohne dass die instrumentalen Anteile zu weit in den Hintergrund versetzt werden. Das Volumen, das im tiefen Frequenzbereich bereitgestellt wird, ist enorm, hier kann man nur erstaunt sein, was die zwei Boxen, die jeweils über eine 350 Watt-Verstärkereinheit verfügen, auf die Beine stellen können. Das ganze akustische Bild tritt nahtlos, in sich schlüssig, auf. Bedingt durch diese sorgfältige und stimmige Auslegung kann man mit den beiden Smart Townus 2 problemlos mehrstündige Hörsessions durchführen.
For Your Eyes Only, Sheena Easton, 007-Titelmelodie
Langsame, gefühlvolle Titel liegen den Smart Townus 2 definitiv – daher wird auch die legendäre James Bond-Titelmelodie mit der nötigen Portion Emotionalität zum Zuhörer getragen. Sheenas Stimme wird nicht zu harsch oder zu schrill, auch dann nicht, wenn man mit durchaus kräftigem Pegel hört. Die Instrumente sind tadellos von den vokalen Anteilen getrennt, und auch kleine, kurze Impulse werden kompromisslos gut erfasst. Die Räumlichkeit ist fein gestaffelt und wird homogen präsentiert, sodass man richtig gut im Song „versinken“ kann.
Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit“, Wolfgang Amadeus Mozart
Mit einem sensiblen Aufbau des gesamten Orchesters spielt sich die Smart Townus 2 sofort in die Herzen der Redaktion. Schaut man nicht hin, könnte man beinahe meinen, dass keine Regal- sondern Standlautsprecher ihrer Arbeit nachgehen. Dieses allumfassende, sehr kultivierte, klare Klangbild ist wirklich, gerade in Anbetracht der Preisklassen, meisterhaft abgestimmt. Und, was auch weitere nachfolgende Klangbeispiele verdeutlichen: Die hessischen Schallwandler eignen sich für praktisch jeden Musikstil, sind immer voll auf der Höhe und beeindrucken durch die einerseits unaufgeregte, nervenschonende Wiedergabe, und andererseits durch die räumlich fein ausbalancierte, dynamische und nachdrückliche Darstellung. Gerade auch für klassische Musik sind die Boxen daher exzellent geeignet, und fördern auch im großen Orchester ein erstaunliches Maß an Differenzierungsfähigkeit zutage. Es gibt kein Instrument innerhalb des Orchesters, mit dem die beiden Lautsprecher nicht zurecht kämen, gerade aber bei den Streichern zeigt sich die sauber getroffene Gesamtauslegung der beiden Klang-Experten sehr deutlich.
Land Of Confusion, Disturbed-Coverversion
Auch hier spielen die Smart Townus 2 wieder ihre verschiedenen Vorzüge aus. So wirkt das Klangbild auch hier sehr dynamisch und zugleich räumlich dicht. Die Pegel, die möglich sind, liegen enorm hoch. Die E-Gitarre kommt fetzig zum Auditorium, und die Stimme hat auch das richtige Maß an Aggressivität, liegt für unseren Geschmack allerdings etwas zu weit „hinten“, was allerdings auch mit der Aufnahme zu tun hat. Dynamische Unterschiede managen die beiden kompakten Aktivlautsprecher ausgezeichnet, und die Konturen aller akustischen Elemente sind klar definiert. Die Detaillierung befindet sich auch in den hinteren musikalischen Ebenen auf einem guten Level, sodass man jederzeit einen kompletten, umfassenden Eindruck vom Song mit auf den Weg bekommt.
No Goodybye, Paul Kalkbrenner
Der nicht einfach zu handhabende, kräftige Bass wird trocken und exakt von den beiden Taunus-„Aktivisten“ gehandhabt. Die weiblichen vokalen Anteile sind trotzdem akkurat herausgearbeitet und gehen nicht in Anbetracht der durchaus massiven Basskraft unter. Wechsel im Tempo des Tracks parieren die beiden Smart Townus 2 ein weiteres Mal gelassen, dank überragender Impulstreue. Und wir sind nochmals überrascht, was für eine räumliche Weite und Tiefe erzeugt werden kann. Klar – misst der Hörraum über 25 Quadratmeter und hält man sich ein gutes Stück von den Schallwandlern entfernt auf, nimmt die Intensivität schon ab, aber gerade im kleineren Wohnzimmer, wenn man zwei bis vier Meter von den Lautsprechern entfernt sitzt, ist es verblüffend, wie atmosphärisch dicht die zwei Regallautsprecher aufspielen.
Till Tomorrow, Till Brönner & Yello
Immer wieder gern ziehen wir diesen Song heran, wenn es um Hörtestreihen geht. Der satte Bass, die Detaillierung des musikalischen Hintergrundes und natürlich Tills Trompete machen den Reiz des Titels aus. Die beiden SmartTownus 2 sind hellwach und nehmen jeden kleinen Impuls passend auf. Der Rhythmus wird punktgenau in den Hörraum getragen, und der Bass erstaunt durch Volumen, Tiefgang und exakte Ausformung. Der Hochtonbereich ist klar, wird aber auch bei deutlich erhöhter Lautstärke nie metallisch oder zu prägnant. Das ist immer wieder zu bemerken: Die herausragende Souveränität, die von den beiden aktiven Regalboxen bei nahezu jedem Pegel aufgefahren wird.
Push, Universal Nation
Beim Trance-Klassiker schieben die beiden Smart Townus 2 mit Nachdruck voran und haben keinerlei Berühungsängste mit den harten Kickbässen, die vom Timing her sehr genau getroffen werden. Die verschiedenen elektronischen Effekte, die sich teils deutlich, teils nur minimal im Vorder- und Hintergrund des Tracks verändern, werden, so wie wir es bereits aus den anderen Hörbeispielen her kennen, umgehend erfasst, was zu einer direkten, fesselnden Wiedergabe führt. Als sich ein musikalischer Spannungsbogen bis zum dann folgenden erneuten massiven Basseinsatz aufbaut, halten die beiden Smart Townus 2 das Spannungsniveau sehr gut, in dem die Darstellung der gesamten Akustik mit überragender Dynamik vonstatten geht.
Konkurrenzvergleich

Teufel Stereo M 2: Wer auf der Suche nach einem aktiven Lautsprecherpaar mit Wireless-Signaübertragung ist, das mit einem kaum zu schlagenden Preis-/Leistungsverhältnis aufwarten kann, wird beinahe unweigerlich bei den Teufel Stereo M 2 landen. Aktuell (30. Aprl 2025) sind die im zeitlos-schicken Bauhaus-Stil gehaltenen Speaker, die auch noch über ein eingebautes Netzwerk-Streaming-Modul (inklusive AirPlay 2 und Chromecast) verfügen, für 900 EUR zu haben. Zudem sind die Stereo M 2 dank Koaxialchassis für den Mittel-/Hochtonbereich als echtes Dreiwege-System konzipiert. Der Tieftöner misst 165 mm und bietet daher etwas mehr Tiefgang als der 154 mm Tief-/Mitteltöner der Smart Townus 2. Mit 250 Watt Leistung fällt die Power der eingebauten Endstufen bei den Stereo M 2 aber geringer aus als beim hessischen Konkurrenten. Bei den Hörtestreihen bringt der Canton-Hochtöner noch etwas mehr Brillanz zustande, zudem klingt er noch räumlicher. Auch, wenn es um schiere Power geht, können die Smart Townus 2 vorbeiziehen. Daher: Wer ein hervorragendes Allround-Streaming-Speaker-Set möchte, greift zu den Stereo M2, wer überragende Kraft der Endstufen und eine enorme Detailtreue besonders auch im Hochtonbereich erwartet, nimmt das Smart Townus 2-Ensemble.

Klipsch "The Nines": Zu Marktpreisen ab rund 1.700 EUR gibt es das Master-/Slave-Lautsprecherpaar Klipsch "The Nines", bei dem man den aktiven Master-Lautsprecher mittels klassischem Kabel an den passiven Slave-Lautsprecher anschließt. Die "The Nines" sind größer und bringen als Bonbon für den Platten-Fan auch einen dedizierten Phonoanschluss mit. HDMI, USB-B sowie Bluetooth 5.0 vervollständigen die praxisgerechte Anschlussbestückung. Optisch gefallen uns die Lautsprecher im Retro-Design ausgesprochen gut, im letzten Detail ist das Finish aber nicht perfekt. Eine Netzwerk-Intergration ist nicht an Bord, ebenso wenig wie bei den Smart Townus 2, die allerdings mittels dem Smart Connect 5.1 Streamer/Vorverstärker optional aufgerüstet werden können. Klanglich weisen "The Nines" einen teilweise recht dominananten Bass auf, das muss man mögen. Wer dies schätzt, erhält einen richtig guten "Spaßlautsprecher". Die mehr auf maximale Detaillierung und subtile Räumliochkeit abgesteimmten Smart Townus 2 wenden sich eher an den Hörer mi hohem Anspruch an Authentizität und Homogenität.
Fazit

So kennen wir Canton: Die Smart Townus 2 präsentieren sich als typisches Produkt des Hauses, heißt extrem klangstark, sehr einfach in der Handhabung und ohne echte Schwächen. Die Verarbeitung und die Optik erfüllen hohe Ansprüche, der sehr fundierte, räumlich dichte und klare, homogene Klang ebenfalls. Die Pegelfestigkeit und die Basskraft sind für den Kaufpreis exzellent. Die Anschlussbestückung ist unserer Meinung nach ein Part, dem etwas Optimierung nicht schaden könnte. Ein HDMI-Terminal und ein Phono-Eingang wären hier verbessernde Maßnahmen für die Zukunft. Insgesamt aber stellen die Smart Townus 2 eine enorm performante Sound-Komplettlösiung dar, die auf Wunsch und optional noch mit zusätzlichen Canton Smart-Komponenten erweitert werden kann.
Kompakt, fein verarbeitet, mit grandiosem Schub und enorm angenehmer Akustik - das Smart Townus 2-Set begeistert

Aktiv-Regallautsprecher bis 2.000 EUR Setpreis
Test 19. Mai 2025
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19. Mai 2025
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