PREVIEW: Onkyo ICON A-50 Streamingverstärker - gelungenes Comeback der legendären Marke?
Klang/Einmesssysteme
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Fidelity IQ und Dirac Live an Bord
Für die ersten Testreihen hören wir den Onkyo ICON A-50 "pur" und ebenso mit Onkyos "Fidelity IQ" getestet. Beim Fidelity IQ handelt es sich, wie schon beschrieben, um ein einfacheres Einmesssystem von Onkyo, das man auch über über die Onkyo Control App verwenden kann. Nach erfolgter Einmessung gibt es vier verschiedene Stufen: Aus, Niedrig, Mitte und Hoch. Möchte man das Feature nutzen, empfehlen wir die Stufen "Niedrig" oder "Mittel" - bei "Hoch" ist zwar die akustische Homogenität sehr ausgeprägt, aber unseren Ohren nach geht etwas Feinarbeit im Hochtonbereich verloren. Im finalen Test hören wir zusätzlich auch mit Dirac Live-Raumkorrektur. Streicht man nach links, kommt man auf die zweite Seite des Eingangsmenüs und kann bei "NET" zwischen den verschiedenen Streamingfunktionen innerhalb der App wählen: TuneIn, Spotify, AirPlay 2, Music Server, Chromecast-built-in, Amazon Music, Roon, TIDAL und Qobuz stehen zur Auswahl. Blättert man weiter, kommt man zu den beiden für Google Cast optimierten Apps: TuneIn und NPR One tauchen hier auf.
Klang Streaming/TIDAL Connect
Wir starten mit "Resonance" von Boris Blank. Als Lautsprecher verwenden wir unsere hervorragenden Wharfedale Elysian 3. Direkt von Beginn an liefert der A-50 ein üppiges Fundament im Bassbereich und wir freuen uns über eine extrem hohe räumliche Dichte, die sich nahezu durch den gesamten Hörraum (25 Qiadratmeter) erstreckt. Der Streaming-Vollverstärker arbeitet darüber hinaus über den gesamten Wiedergabebereich detailliert und liefert uns die impulstreue Übertragung vieler akustischer Einzelheiten in überzeugender Manier. Pegelfest ist das Modell ebenfalls. Hier können die Lautsprecher zeigen, was sie können - der A-50 stellt stets genug Leistung zur Verfügung, ohne dass die Gefahr von störenen Verzerrungen oder Dynamikeinbrüchen besteht.
Wir setzen gleich mit einem ebenfalls beeindruckenden Stück fort: Dem "Imperial March", anders als der noch recht neue Titel "Resonance" eine Legende. Komponiert von John Williams, agieren die Wiener Philharmoniker nachdrücklich und mit Esprit. Der A-50 hat keinerlei Probleme, die anspruchsvolle dynamische Signatur zu präsentieren, er bietet für seine Preisklasse eine ausgesprochen überzeugende Präsentation des "Imperial March". Das Machtvolle, Gewaltige kommt sehr gut heraus. Erneut punktet der Onkyo Streamingverstärker mit einer hervorragenden Räumlichkeit und einem satten Fundament. Einzele Instrumente und Instrumentengruppen differenziert der A-50 überdurchschnittlich gut auseinander. Die tonale Auslegung ist ein weiterer Pluspunkt, denn der Onkyo wird nie zu harsch oder zu metallisch.
"No Goodbye" von Paul Kalkbrenner entwickelt einen druckvollen, zugleich präzisen Bass, der aber nicht die vokalen Anteile des Tracks überdeckt. Die dynamischen Wechsel bringt der A-50 auch diesmal wieder lebendig zur Geltung. Er erweist sich erneut als sehr pegelfest und kann problemlos auch über längere Zeit mit hoher Lautstärke betrieben werden, ohne dass er einknickt. Nähert man sich dem Maximalpegel, wird der Klang etwas ungelenk - hier merkt man dann, dass man vielleicht etwas "vom Gas gehen" sollte. Dieses Limit kommt aber erst so spät, dass man in der normalen Hörpraxis kaum in diesen Bereich vordringen sollte.
Nun wird es ruhiger, aber dafür besonders aussagekräftig. Eva Cassidys "Ain't No Sunshine" steht auf dem Programm. Schon im Verlauf des Intro zeichnet sich der Onkyo ICON A-50 wieder dadurch aus, dass er auch kleinere dynamische Unterschiede einwandfrei herausarbeitet und auf diese Art und Weise eine sehr lebendige Klangkulisse bereitstellt, in der jedes akustische Element am richtigen Platz zu finden ist. Evas Stimme ertönt klar und sauber, nur an der Ausformung feinster Strukturen innerhalb der Stimme, die hier fehlt, merkt man, dass der Onkyo kein richtig teures Oberklasse-Gerät der Liga ab 2.000 EUR ist. Mit dem Klavier geht er für seinen Kaufpreis souverän um und sogar Ansätze der Anschlagdynamik der Tasten sind herauszuhören.
Klang HDMI
In diesem Abschnitt haben wir den Onkyo ICON A-50 über HMDI mit unserem TV verbunden, was völlig problemlos vonstatten ging. Wir hören die 2.0 Tonspur der Blu-ray-Disc "Lichtmond - The Journey" und hier die ersten Tracks "The Journey 1", "The Journey 2", "Flowing Like A River" und "Nothing But Change". Wir sind sehr beeindruckt von der äußerst kraftvollen, direkten und sauberen Präsentation. Hier kann man auch, wie schon bei den von TIDAL zugespielten Titeln, durchaus höhere Lautstärken anwählen. Der Stereovollverstärker bleibt gelassen und bietet nach wie vor exakt dosierten Punch und eine sehr lebendige, zugleich ausgesprochen gefällige Wiedergabe, die vom Dynamikspektrum exzellent ausgestaltet ist. Die Tracks, in denen vokale Anteile enthalten sind, werden ebenfalls sehr gut erfasst, mit einer gekonnten Darstellung der Strukturen der Stimme.
Klang Schallplatte
Hier haben wir unseren Thorens TD 403 DD angeschlossen. Bei Nutzung des Phono-Anschlusses (bei uns mit MM-Tonabnehmer) muss man die Lautstärke weiter aufdrehen als bei Verwendung der Streaming-Funktion, irgendwelche Einstellmöglichkeiten für die Phonovorstufe, um dies zu beheben, haben wir zumindest bislang nicht entdeckt.
Wir starten durch mit "The Look Of Love" aus dem gleichnamigen Album von Diana Krall. Hier notieren wir eine enorme klangliche Ausgewogenheit, auch wenn man den "Fidelity IQ" bei der Einstellung "Niedrig" verwendet und wir schon anfangs bemerkt haben, dass der ganzheitliche, homongene Eindruck bei der Stufe "Hoch" am meisten ausgeprägt ist - unserem Geschmack nach leidet aber die Detaillierung etwas. Diese ist in der Stufe "Niedrig" sehr augeprägt und auch kleine vokale Details von Dianas Stimme kommen sehr gelungen heraus. Die Räumlichkeit ist auch bei diesem Titel, den wir von Schallplatte zuspielen, überragend. Das Klavier zeigt klare Konturen und eine korrekte Temperatur. Wieder fällt auch hier auf, wie gut der Onkyo ICON A-50 kleinere dynamische Differenzen herausstellen kann.
Jetzt folgt der Klassiker "West End Girls" von den Pet Shop Boys, von der Vinylversion des Albums "Please". Der Onkyo ICON A-50 beeindruckt ein weiteres Mal durch seine akustische Souveränität und durch ein gleichermaßen solides wie exaktes Bassfundament. Die Weitläufigkeit der klanglichen Darbietung ist ebenfalls zu loben, und die charakteristische Stimme von Neil Tennant kommt natürlich heraus. Auffällig ist, dass der Onkyo einen sauberen, frei aufspielenden Hochtonbereich aufweisen kann, der aber immer auf der "sicheren Seite" bleibt und nicht zu scharf wird. Auch bei deutlich gebobenen Lautstärken bleibt der A-50 seiner Auslegung treu und ermöglicht eine in sich schlüssige Wiedergabe . ohne dass dieses Maß an Homogenität durch Detailverluste erkauft wird.
Nun legen wir die Platte "Hans Zimmer - The Classics" auf und hören das Hauptthema von "The Dark Knight Rises" (Lindsay Stirling als Violinistin). Hier modelliert der A-50 die Violine lebendig und klar heraus. Zugleich wird wiederum deutlich, wie gut der Vollverstärker mit wechselnden dynamischen Gefügen umgehen kann. Auch, wenn sich dynamische Szenarien schnell und mit Nachdruck weiterentwickeln, ist unser Testkandidat zur Stelle und agiert mit der nötigen Schnelligkeit. Wie wir es auch von unseren anderen Klangbeispielen kennen, erfreut die hohe räumliche Dichte.
Hier hören wir gleich noch die "Themes From Pirates Of The Carribean" (Piano & Cello: The Piano Guys). Und wieder bestätigt sich das, was wir schon aus den zahlreichen vorangehenden Klangbeispielen wissen: Der Onkyo bringt eine enorme Impulstreue mit einer hohen klanglichen Gesamtharmonie zusammen. Die zahlreichen verschiedenen akustischen Ebenen trennt er zugleich sehr gut. Man merkt schon, für einen knapp 1.300 EUR kostenden Stereo-Streamingverstärker agiert er auf einem hohen Level. Das verdeutlicht auch die tonal sehr sauber getroffene Wiedergabe des Cello.
Erstes Fazit
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Der Onkyo ICON A-50 präsentiert sich als optisch sehr gelungener, reichhaltig ausgestatteter Stereo-Streamingverstärker. Er ist ausgezeichnet verarbeitet und bringt moderne Designmerkmale mit wohldosierter optischer Klassik zusammen. Mit der sehr guten Anschlussbestückung, unter anderem mit HDMI-ARC und mit Phono MM/MC, punktet der Vollverstärker ebenfalls. Nur ein Pre-Out zum Anschluss eines aktiven Subwoofers fehlt. Der A-50 lässt sich mittels der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung oder mit der Onkyo Controller-App steuern. Die App weist einen praxisgerechten Funktionsumfang auf, wir würden uns nur wünschen, dass sie konsequent in deutscher Sprache gehalten ist. Akustisch beeindruckt der klare, fundierte und in sich schlüssige Klang - ganz gleich, ob wir Titel per Streaming zuspielen, einen Plattenspieler verwenden oder Inhalte über HDMI-ARC anhören.
Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 09. Januar 2026
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Tags: Onkyo • Onkyo ICON • Streamingverstärker • Vollverstärker







