JBL XXL-TEST: JBL MA710 AVR plus Stage 5.1-System 260F, 245C, 250B und 220P - exzellent für den genussvollen Filmabend?

Klang

Jbl Ma710 Front Schraeg

Überzeugt der JBL M710 akustisch?

Wir haben folgende Filmbeispiele angehört: Le Mans 66 -gegen jede Chance, ab Filmbeginn, Avatar 1, ab Filmbeginn, James Bond 007, Keine Zeit zu sterben, Verfolgungsdjagd, Kapitel 4. 

Drei Filmsequenzen, in denen ordentlich etwas geboten wird - Aufheulende Motoren, massiver Music Score, landende Space-Carriers, wilde Crashs: Die JBL Komponenten werden demnach ganz schön gefordert, und: Wir hören ja "nur" in klassischer 5.1-Konfiguration. In den heutigen "Atmos-Zeiten" hat man sich schon so an die Überkopf-Hördimension gewöhnt, dass man sie in Gedanken fast immer mit hinzuzieht und sich dann wundert, wenn etwas fehlt. 

Le Mans 66 - Gegen jede Chance

Also keine perfekte Ausgangssituation. Aber die JBL-Kombination schlägt eiskalt zu. Zunächst bei "Le Mans 66". Wir waren sehr beeindruckt, wie die intensiven Fahrgeräusche präsentiert werden, mit Nachdruck und einer dichten Räumlichkeit. Alle Elemente des Music Scores werden ebenfalls akkurat und mit dem nötigen Nachdruck eingearbeitet. Die Auflösung ist über den gesamten Frequenzbereich erstaunlich hoch, und der Hochtonbereich ist zwar schon prägnant vertreten, aber nie zu harsch oder gar schrill. Das exzellente Zusammenspiel aller Stage-Boxen verwundert nicht so sehr, schließlich sind überall Membranen aus identischem Material verbaut, was für eine hervorragende tonale Gleichmäßigkeit sorgt.  

Das Rennen bei Nacht mit den hoch drehenden Motoren, dann in der Box mit den lodernden Flammen wegen der Spritreste auf dem Auto, die erregten Dialoge an der Box, das erneute Durchstarten und die Runden auf der gefährlichen franzözischen Rennsstrecke - all dies verdichtet sich zu einem wirklich intensiven Erlebnis. Hier schaffen es der JBL MA710 und die fünf passiven Boxen plus der aktive Subwoofer aus der Stage-Serie, auch bei deutlich gehobenem Pegel eine ausgezeichnete Souveränität bereit zu stellen.

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Auch in den ruhigeren Sequenzen, in denen Dialoge die Hauptrolle spielen, ist das JBL-Ensemble sehr gut aufgestellt, was auch wieder zu einem beträchtlichen Teil auf den Stage 245C zurückzuführen ist. Hier z.B. der Dialog in der Werkstatt mit dem Werkstattmeister und dem erbosten MG-Besitzer, der seinen Wagen nicht wie einen Sportfahrzeug fährt und sich über gewissen Defizite wundert. Als der unfähige Fahrer dann wie entfesselt vom Hof der Werkstatt brettert und sich, ohne zu schauen, irgendwie in den Verkehr einfädelt, kommt das Quietschen der Reifen, das Hupen der anderen Fahrzeuge und das Hochdrehen des Motors exzellent und mit erstaunlich feiner Auflösung heraus. 

Avatar - Teil 1

Bei "Avatar" (erster Teil) weist schon die Musik gleich am Anfang mit dem Gesang im Hintergrund eine sehr gute Räumlichkeit auf. Der Stage 245C beeindruckt schon kurz darauf mit einer sehr lebendigen Stimmwiedergabe. Durch seine relativ beeindruckende Breite ist er ideal auch für größere Hörräume geeignet, er weist einen breiten Abstrahlwinkel auf und eine nahtlose Wiedergabe zusammen mit den Stage 260F ist gegeben.

Aber auch im Surroundbereich ist der Unterhaltungswert hoch. Die zwei Stage 250B agieren geschickt und impulstreu bei der Effektwiedergabe, sind aber auch in der Lage, zu jedem Zeitpunkt eine subtile Räumlichkeit freizusetzen. Besonders, als das langstreckenraumschiff von außen sichtbar wird, und der Music Score ertönt, glänzt das JBL-Ensemble. Kurze Zeit darauf fliegen dann die Kurzstrecken-Carrier auf die Planetenoberfläche von Pandora. Die gesamte Akustik wirkt zu jedem Zeitpunkt lebhabft und nachdrücklich, was aber vor allem beeindruckt: Wie tadellos die verschiedenen klanglichen Ebenen herausgearbeitet werden.

Die verwirbelnde Luft, als die Raumfähre landet, wird mit enormer räumlicher Tiefen- und Breitenwirkung wiedergegeben, und auch kleine Effekte wie das Auseinanderklappen des Rollstuhls an Bord der Raumfähre gehen nicht unter, sondern werden sauber und mit der richtigen Gewichtung ins tonale Gesamtgefüge eingebaut. Der JBL Stage 220P bringt den Bassbereich grundsätzlich tadellos auf den Punkt, und er hat zudem genug Kraft hinsichtlich der Endstufe und der Belastbarkeit des 300 mm Chassis, um auch bei hoher Lautstärke noch souverän zu bleiben. 

Keine Zeit zu sterben

Bei "Keine Zeit zu sterben" nehmen wir erneut die schon zuvor festgestellten Haupteigenschaften der JBL-Kombination wahr. Es ist wieder die realistische Räumlichkeit, die sehr intensive, dynamische Gesamtwiedergabe, und wir sprechen auch hier von einer hervorragenden Zusammenarbeit aller Lautsprecher. Der aktive Subwoofer Stage 220P stellt auch hier wieder ein solides, zugleich präzises Fundament bereit, und seine Endstufe bekommt man auch bei beachtlichem Pegel nicht zur Kapitulation. Die energischen Schüsse auf den Aston Martin und die wilde Jagd danach werden so zu einem wahren Event.

Bei "Keine Zeit zu sterben" fällt ein weiteres Mal auf, wie nahtlos sämtliche Lautsprecher, auch der aktive Subwoofer, miteinander zusammen arbeiten. Dadurch ist gewährleistet, dass die JBL-Komponenten nicht nur in der Lage sind, "Krach" zu  machen und eijne außergewöhnlich gute Dynamik zu produzieren, sondern auch, stets ein realistisches, auch Einzelheiten berücksichtigendes Hörerlebis aufrufen zu können. Ganz gleich, ob es Dialoge oder aber nachdrückliche Effekte sind: Die Beziehung aller akustischen Objekte zueinander ist stets korrekt und mit der richtigen Gewichtung versehen. 

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Daher: Man fiebert mit, geht mit, und auch, wenn man wirklich genauer hinhört, entdeckt man keine störenden Makel hinsichtlich der Fähigkeiten des JBL-Setups. Klar, es geht noch viel mehr, das muss einem bei einem Gesamtpreis fürs 5.1-Ensemnle inklusive Mehrkanal-Receiver von unter 4.000 EUR schon bewusst sein, selbst wenn man noch ein Paar Multifunktionslautsprecher vom Typ Stage 240H dazu nimmt, bleibt man noch in moderaten Gefilden. Aber verglichen mit einem auch wirklich guten Soundbar-System, oder auch mit früheren Mehrkanal-Konfigurationen in der Preisklasse unterhalb 5.000 EUR fürs Gesamtpaket schlagen sich die JBL-Komponenten außergewöhnlich gut. 

Fazit

Jbl Setup Style

JBL beweist Mut, das muss man zuallererst hervorheben. In einem Zeitalter, in dem es immer weniger preislich faire AV-Receiver undf dazu passende Lautsprechersysteme gibt, stampfen die US-Amerikaner eine neue Lautsprecherserie und zahlreiche dazu passende, optisch interessant gestaltete AV-Receiver aus dem Boden. Das können wir - da unsere Wurzeln ganz klar im Mehrkanalbereich liegen - nur begrüßen. Wir waren schon immer eher skeptisch, ob die Hersteller die Situation völlig richtig erkannten und sehr viele Anwender viel lieber auf Soundbarsysteme anstatt auf Mehrkanal-Konfigurationen aus AV-Receiver/Verstärker und passenden Lautsprechern setzen. Sicherlich, es gibt nicht wenige Interessenten, die den Aufbau möglichst unkompliziert realisieren möchten und zudem die zahlreichen Kabel einer klassischen Mehrkanal-Anlage als störend ansehen. Aber unserer Meinung nach gibt es nach wie vor eine gar nicht einmal so kleine Zielgruppe, die sich ein "echtes" Mehrkanal-Setup wünscht, das zudem bezahlbar sein soll. Daher hoffen wir, sind aber eigentlich davon überzeugt, dass JBL Erfolg haben wird mit der Strategie. Die Komponenten an sich verhindern gewisse Erfolgsausichten definitiv nicht. Der optisch schicke, praxisgerecht ausgestattete und klanglich starke JBL 710MP ist ein gelungener AV-Receiver für unter 1.000 EUR. Und sämtliche Stage-Boxen präsentieren sich solide verarbeitet und akustisch voll auf der Höhe. Gerade der breit abstrahlende, belastbare Center Stage 245C und der kraftvoll sowie präzise zupackende JBL Stage 220P Aktivbass haben uns begeistert. Aber auch die beiden Stage 260F vorn und die zwei Stage 250B hinten machen einen hervorragenden Job. Ein in sich schlüssiges, räumlich dichtes und erstaunlich gut auflösendes Klangbild bei allen Filmton-Beispielen sprechen auf jeden Fall eine eindeutige Sprache. 

JBL lässt uns von alten Zeiten träumen - mit einem hervorragenden 5.1-Setup aus AV-Receiver und Lautsprechern
Ueberragend Neu
Komplettes Heimkino-System bis 5.000 EUR
Test 06. Oktober 2024

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Carsten Rampacher, JBL Presse
Datum: 06. Oktober 2024

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