XXL-TEST: Panasonic Ultra HD OLED-TV TX-65EZW1004 – Ultimatives Bildwiedergabegerät der HDR-Ära?

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Nachdem sich viele Anbieter anfänglich zurückhielten, bieten mittlerweile fast alle TV-Hersteller OLED-Ultra HD-Fernseher an: Natürlich nach wie vor OLED-Initiator LG, aber auch Sony (Bravia A1), Philips (z.B. 55POS901), Metz oder Loewe. Nur Samsung möchte der OLED-Technologie nach wie vor mit Lösungen, welche der Branchenführer für praxisgerechter (weil heller und kontrastreicher) hält, die Stirn bieten: Samsungs QLED-TVs hinterlassen auch in der Praxis einen starken Eindruck, ein erster Test folgt in Kürze. Ein Hersteller, der sich klar zu OLED bekennt und beide Top-Serien mit dieser Displaytechnologie ausrüstet, ist Panasonic. Bei uns im Test war ein 65-Zöller der teuersten Serie EZW1004 „4K PRO HDR“ – der kein Stromsparer ist: Energie-Effizienzklasse „B“ ist in den technischen Daten zu lesen.

Für nicht eben niedrig anmutende 6.999 EUR wechselt der 2017er Panasonic Top-OLED Ultra HD-TV TX-65EZW1004 mit Studio HCX2 Bildprozessor den Besitzer. Wer den EZW1004 in gigantischen 77 Zoll haben möchte, muss ebenfalls gigantische 19.999 EUR dafür auf den Tisch legen. Der Highend-OLED weist ein THX-Zertifikat auf und verfügt über das 2017er Betriebssystem „My Home Screen 2.0“. Panasonics „Quattro Tuner“ (2 x DVB-S2, DVB-C, DVB-T2 plus TV>IP) kennzeichnet den edel aussehenden Flatscreen ebenfalls.  

Panasonic TV EZ954

Die günstigere OLED Ultra HD-TV-Baureihe: EZW954

Mit dem TX-65EZW954 für genau 5.499 EUR (nicht zufällig der identische Preis zum Sony Bravia A1 OLED in 65 Zoll?) gibt es auch ein deutlich günstigeres OLED UHD-Modell – wodurch unterscheidet sich das Top-Gerät?

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Rückseite

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Standfuß von hinten

Nur das größte Modell, das im Übrigen mit sehr guter, aber nicht perfekter Materialanmutung aufwartet (Rückseite teilweise aus etwas zu einfachem Kunststoff) bietet die „Master HDR“ OLED-Technologie mit „Absolute Black“ für bestmöglichen Schwarzwert und Detailkontrast. Hier einige Details: Panasonic sieht drei wichtige Faktoren für ein exzellentes Bild: Ein hochmodernes OLED-Panel der nächsten Generation stellt die Basis dar.

Darauf fußen speziell entwickelte Bildverarbeitungs-Technologien und, in Zusammenarbeit mit den Panasonic-Technikern in Hollywood, ein präzises Tuning für alle relevanten Parameter. Der TX-65EZW1004 stellt Filmmaterial genau so da, wie vom Regisseur beabsichtigt. Damit auch aktuelles High Dynamic Range (HDR) Material optimal aussieht, ist Panasonics OLED-Technologie darauf ausgerichtet, die bestmögliche Qualität zu bieten. Der EZW1004 unterstützt HDR10 und HLG, aber kein Dolby Vision, was wir schade finden.

Kernstück der OLED-Technologie ist auch der „Absolute Black Filter“, der störende Reflexionen neutralisiert und eine besonders facettenreiche, sauber gestaffelte Schwarz-Wiedergabe bietet. Der Studio Colour HCX2 Bildprozessor ist neu entwickelt worden. Besonders nimmt sich der Hochleistungs-Bildprozessor auch der sorgsamen Behandlung von HDR-Content an. Auch helle Bildteile werden äußerst detailreich dargestellt, dunkle Bildteile überzeugen durch die feine Staffelung. Die „Delta Zero Colour Accuracy“ passt die Farben jeder Quelle optimal auf das Panel an. Eine Farb-Authentizität wie von einer „Master Monitor“ im Hollywood-Filmstudio ist die Folge. Der Panasonic OLED verwendet fortschrittliche 3D Look-Up-Tables, um Farben in besonders feinen Helligkeitsabstufungen darzustellen.

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Von Technics akustisch verfeinerte Soundbar mit 80 Watt

Weiteres, sehr deutliches Unterscheidungsmerkmal ist das von Technics beigesteuerte „14-Lautsprecher Dynamic Blade“ Audio-System in Form einer Soundbar. Der EZW954 setzt auf ein einfacheres „VR-Audio True Surround“ Soundsystem. Aber. Nicht nur der EZW1004, sondern auch der EZW954 ist mit ISF-Modi und mi THX-Lizenz ausgestattet. Beide Modelle bieten auch den 2017 neu hinzugekommen „4K HDR Game Mode“.  Dieser soll sich besonders fürs Zusammenspiel mit den neuesten Spielekonsolen wie PS4 Pro eignen. Besonders hoher Kontrast sowie sehr gut gesättigte Farben sorgen für ein besonders dynamisches Gaming. Störende Verzögerungen (Input Lag) sollen beim Gaming weitestgehend wegfallen.

Alle 2017er Panasonic OLED-TVs verwenden „OLED Superb Motion Drive“ für beste Bewegungswiedergabe.  Zum Abschluss noch ein kleiner Wermutstropfen: Bei der Energieeffizienzklasse offeriert unser Test-Kandidat nur eine „B“ Zertifizierung. Passionierter Stromsparer sollte man also nicht sein, wenn man zum EZW1004 greift. 

Anschlüsse

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Anschlüsse

Es finden sich unter anderem ein Common Interface + Slot, 4 x HDMI (Nr. 2 mit ARC) sowie gleich 3 x USB (Nr. 1 seitlich für HDDs), ein SD-Kartenleser sowie ein Ethernet-Anschluss und ein optischer Digitalanschluss. 

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Einrichtung

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Panasonic fokussiert bei der Einführung zu My Home Screen 2.0 drei neue Features

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Neue Möglichkeit zum Anpinnen von Verknüpfungen jeglicher Art

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Info-Frame

Der EZW1004 lässt sich einfach einrichten. Natürlich gehört ein automatischer Sendersuchlauf für die flexible Tunereinheit, die nicht nur über 2 x DVB-S2/DVB-C/DVB-T2, sondern auch über TV>IP verfügt, zur Ausstattung. Ebenfalls gibt Panasonic im Verlauf der ersten Installation einen Überblick über wichtige Funktionen des neuen Betriebssystems My Home Screen 2.0. In leicht verständlichen, mit Grafiken untermalten Schritten lernt der Anwender alle relevanten Features des Panasonic OLED-TVs kennen. Ins erste Setup eingebunden ist auch die Verbindung (drahtlos oder kabelgebunden) mit dem Heimnetzwerk sowie die Verwendung der Touch Remote.

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Zwei Fernbedienungen im Lieferumfang

Panasonic setzt auch 2017 auf ein 2-Fernbedienungen-Konzept: Die hochwertige, beleuchtete Hauptfernbedienung mit klassischem Tasten-Layout wird von einer kompakten Remote mit Touch-Bedienfeld ergänzt. So findet jeder hinsichtlich des Bedienkonzeptes einen Zugang zum EZW1004. Mit der Home-Taste ist jederzeit eine Rückkehr ins Hauptmenü möglich, drückt man „Menu“ auf der Hauptfernbedienung, so gelangt man in die kompletten Einstellungen zum Beispiel für Bild und Ton. Der Panasonic Ultra HD-OLED-TV überzeugt mit schneller Reaktion auf Befehle, die mit der Fernbedienung gegeben wurden, Verzögerungen waren nicht zu beobachten. 

Bild

Zunächst einige Screenshots zum umfangreichen Video-EQ:

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Bild-Menü

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Bildprogramme

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Sehr gut arbeitet die auch vom Anwender selbst justierbare Intelligent Frame Creation

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Diese Programme gibt es bei der IFC

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Kontrastregelung

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Parameter innerhalb der Kontrastregelung

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Weißabgleich

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Farbabgleich

Ultra HD Blu-ray „The Legend Of Tarzan“

Bei der Ultra HD-Blu-ray „The Legend Of Tarzan“ haben wir uns angeschaut, was der EZW1004 visuell leisten kann. Sofort wird erkannt, dass es sich um HDR10-Material handelt. Wir wählen das Bildprogramm „THX Cinema“ für abgedunkelte Räume und beginnen, unsere Eindrücke zu sammeln. Als direkt in der Einführung zum Film die Landschaft des Kongo unter Nebelschwaden gezeigt wird, fällt auf, wie fein der Panasonic in dunklen Bildbereichen in der Lage ist, Details auseinander zu differenzieren. Die Wolken werden bis in die hintersten Bildebenen ausgezeichnet dargestellt, die Bildtiefe ist enorm. Die Schärfe können wir als augenfreundlich und natürlich bezeichnen, Ringing kommt nicht vor. Das Bild moderner Hightech-LCDs erscheint „glatter“ und etwas „synthetischer“ – der OLED ist gerade für diejenigen visuellen Enthuasiasten, die einen Kino-gemäßen Bildeindruck schätzen, die ehrlichere Alternative. Die Generation „High End Konsolen/PC Gamer“ könnten sich vielleicht mehr mit einem Highend-LCD anfreunden.

Dass der OLED mit noch satterem, tiefer wirkendem Schwarz aufwarten kann, muss allerdings nicht diskutiert werden. Der Unterschied zu aktuellen, erstklassigen LCD-Modellen fällt allerdings nicht überwältigend aus. Panasonics „Intelligent Frame Creation“ arbeitet hervorragend und lässt sich auch in den THX-Bildmodi zuschalten. Schaltet man das System auf „mittel“, kommen Ruckler, ganz gleich in welcher Form, nicht mehr vor. Trotzdem bleibt das Bild natürlich und wirkt nicht unnatürlich-glattgebügelt. Als die Soldaten durch das Ährenfeld marschieren, bildet der EZW1004 jeden einzelnen Halm scharf und klar ab, feine Farbübergänge innerhalb der Halme kommen naehzu perfekt zur Geltung. Überhaupt – wir haben selten so ein farbechtes Bild gesehen. 

Die Felsformationen bildet der OLED UHD-TV ebenfalls vortrefflich präzise ab. Nichts erscheint überschärft – das gesamte Bild besticht durch hohe Homogenität. Wechseln wir kurz in den „THX Bright Room“ Modus und machen die Jalousie auf, so ist klar zu erkennen, dass der Panasonic auch bei Tageslichteinfall (Sonnenschein mit Bewölkung draußen, ca. 12 Uhr) in der Lage ist, ein helles, klar differenziertes Bild zu produzieren. Dass OLED-TVs zu dunkel sind, um HDR-Content bei Tageslicht einwandfrei darzustellen, widerlegt der teurere Panasonic noch besser als der schon sehr überzeugende Sony Bravia A1 OLED. Vergleichen wir mit dem 2017er Panasonic EXW784 (LCD-TV), so erscheint der LCD-basierte Ultra HD-TV schon noch heller – aber schon der OLED zeigt alle relevanten Details auch bei Tageslicht. Nur, wenn es richtig sonnig wird und viel Sonne durchs Fenster scheint, kann der hellere LCD punkten. Wer die Helligkeit eines LCD-TVs und die angenehme Darstellung eines OLED-TV irgendwie „unter einen Hut“ bringen möchte, kann sich überdies mit dem 2016er Panasonic DXW904 auseinander setzen. Der DXW904 ist zwar ein LCD Ultra HD-TV, produziert aber ein außergewöhnlich augenfreundliches und Kino-mäßiges Bild wie kaum ein anderer LCD. Gleichzeitig erweist er sich als enorm hell. Echte Kinofreunde, die aktuell vielleicht noch einen Full HD Plasma-TV besitzen, werden aber zweifelsohne mit einem OLED am glücklichsten sein. 

Zurück zu „Legend Of Tarzan“. Hier beziehen nun die Soldaten Stellung und sind in einer langen Kette zu sehen. Einzelheiten an den Uniformen werden vom Panasonic überragend herausgearbeitet. Die Schmutzspuren an den Stiefeln kommen hervorragend heraus, und jedes Kieselsteinchen des Bodens holt der EZW1004 ans Tageslicht. 

Schalten wir ein Kapitel weiter. In London wird der durch den Regen glänzende Straßenbelag sehr authentisch wiedergegeben. Details an der Kleidung der Passanten arbeitet der Ultra HD OLED zuverlässig heraus. Die Gesichter der Protagonisten erfreuen durch realistische Präsentation der Hauttöne, auch die Haare stellt der TV enorm plastisch und in nahezu allen Einzelheiten dar. Wie fließend hier Details eingearbeitet werden – das ist beispielhaft. Alles ist zu sehen, und trotzdem wirkt das Bild nicht „überscharf“ oder anstrengend. Das Innere der Kutsche mit den sichtbaren Regenwasser-Spuren an der Scheibe erscheint räumlich exakt gestaffelt, und, wir wiederholen uns ein weiteres Mal, mit enormer Sorgfalt hinsichtlich der Modellierung von Details im hochfrequenten Bildbereich.

Zweifelsohne, so unsere Eindrücke, schafft Panasonic hier ein Bildwiedergabegerät, das den aktuell möglichen Standard definiert. Mit 6.999 EUR ist der EZW1004 deutlich preiswerter als der CZW954 (das „C“ deutet darauf hin, dass der CZW954 schon seit 2015 auf dem Markt ist), der zum einen ein Curved-TV war und zum anderen satte 9.999 EUR kostete. Im Vergleich z.B. zum Sony Bravia A1 OLED, der auf 5.499 EUR kommt, ist der EZW1004 allerdings merklich kostspieliger.

Ultra HD Blu-ray „San Andreas“

Wir beginnen hier im 2. Kapitel, im Hörraum der Universität, in dem gerade per Projektor Aufnahmen gezeigt werden. Typisch OLED, bringt der EZW1004 als schlagendes Argument das makellose Schwarz ins Spiel. Trotzdem werden die Studenten mit ihren Notebooks mit hervorragendem, authentischem Kontrast eingearbeitet – der Panasonic kann nicht nur richtiges Schwarz wiedergeben, sondern ist überdies hell genug, um auch dann, wenn ein gewisser externer Lichteinfall am Aufstellungsort herrscht, ein kontrast- und detailreiches Bild bereit zu stellen. Mit dem „THX Bright Room“ Bildprogramm bietet Panasonic eine sehr gute Alternative für das Betrachten von Inhalten bei externem Lichteinfall – das Programm erscheint ausgewogen und angenehm, verschweigt aber gleichzeitig kaum Einzelheiten. 

Zu Beginn des dritten Kapitels ist der schwarze Pick-Up von Ray Garnes zu sehen. Die Reflexionen auf dem glänzenden Lack arbeitet der EZW1004 hervorragend heraus. Die verchromten Schriftzüge am „Truck“ wie man in den USA auch zu solch einem Fahrzeug sagt, sind präzise und plastisch auszumachen. Details an Rays Armbanduhr oder am Fahrzeugschlüssel beweisen, wie sehr der Panasonic-OLED auch auf Kleinigkeiten achten. Nur so ergibt sich aber auch ein Bildeindruck, der einem knapp 7.000 EUR kostenden Ultra HD-Fernseher angemessen ist. Bei einem Blick auf Rays iPhone-Bildschirm mit der Nachrichten-Übersicht fällt auf, wie wenig der Panasonic rauscht.

Hierzu sind zwei Anmerkungen zu machen. Die erste betrifft die Qualität des Quellmaterials. „San Andreas“ ist nicht unbedingt eine UHD Blu-ray, die durch ein erstklassiges Bild auf sich aufmerksam macht. Mit verantwortlich für den eher durchschnittlichen visuellen Gesamteindruck ist unter anderem das stetig vorhandene Bildrauschen, Anmerkung 2: OLED-TVs rauschen manchmal deutlicher als ein vergleichbarer LCD-basierter TV. Ziehen wir nun diese beiden Anmerkungen mit ins Kalkül, kann man vom technischen Standard des Panasonic OLEDs nur begeistert sein, denn Rauschmuster sind lediglich in geringem Ausmaß zu erkennen, selbst dann, wenn man nahe vor dem TV sitzt. Es sind im Menü überdies keine Rauschfilter aktiv. 

Sehr gut arbeitet erneut die Frame Interpolation. Alle Arten von Kamerafahrten sowie Bewegungen verlaufen stabil und ohne  Ruckeln oder Flimmern. Man kann umgehend die Unterschiede sehen, wenn man die Intelligent Frame Creation ausschaltet, dann ist mehr Unruhe im Bild, und es kommt durchaus zu gewissem Zittern im hochfrequenten Bildbereich. Der Panasonic stellt kontrastierende Bildinhalte ohne störendes Überstrahlen dar und überzeugt grundsätzlich durch eine feine Herausarbeitung aller Konturen innerhalb des Bildes. Zu Beginn des vierten Kapitels bringt der UHD-TV viel Struktur ins Panorama von Los Angeles, bis in die hintersten Bildebenen steht das Bild stabil. Das Innere des Restaurants kurz darauf modelliert er überragend heraus, hier ist aber leichtes Rauschen im Quellmaterial auszumachen. Wer die Rauschunterdrückung im Video-EQ auf „niedrig“ stellt, sieht bereits eine Verbesserung, das Rauschen wird geringer, und negative Beeinträchtigungen durch den Rauschfilter wie z.B. ein zu weich gezeichnetes Bild sind nicht zu befürchten. 

Im 5. Kapitel, als Ray seine Ex-Frau vom Dach des zerstörten Skyscrapers rettet, überzeugt der EZW1004 ein weiteres Mal mit seiner herausragenden Durchzeichnung aller Bildbereiche. Das Trümmerfeld wird scharf und plastisch präsentiert, das Innere des Helikopters mit den Instrumenten sowie der Steuereinheit kommt ebenfalls klar zur Geltung. Der Panasonic stellt nichts überscharf darf, Ringing tritt nicht auf. Das sehr angenehme und augenfreundliche Bild ermöglicht auch mehrstündige Film-Sessions. Dank IFC ist der Bildstand auch in dieser Sequenz wieder ruhig und sicher. Als Ray seine Frau an Bord des Hubschraubers bringen möchte und sie letzten Endes an der Hand hochzieht, werden der Helm von Ray sowie das Innere des Fluggerätes ein weiteres Mal detailreich präsentiert. „Mittendrin statt nur dabei“ – dieser schon etwas ältere Slogan trifft auf das, was der EZW1004 visuell bietet, genau zu. 

Full HD-Trailer „Baywatch“, YouTube-Streaming

Mit Full HD-Material von YouTube hat der EZW1004 keinerlei Berührungsängste und sichert eine hervorragende Bildgüte. Auch beim Streaming kann man die vorzüglichen THX- und ISF-Bildprogramme anwenden. Natürliche Farben, sehr gute Plastizität, das OLED-typische ausgezeichnete Schwarz und die hohe Bildstabilität bei aktivierter IFC: Der Panasonic leistet sich hier keine Schwäche und bringt die Bodies der Baywatch-Mitglieder sehr gelungen zur Geltung. Das Bildrauschen fällt gering aus, und Farbübergänge meistert der EZW1004 fein und lebendig. Das Scalingrauschen ist enorm gering, und im hochfrequenten Bildbereich holt der Panasonic viele Details heraus. 

Blu-ray „Stirb Langsam 4.0“ Upscaling auf Ultra-HD ab Filmbeginn

Wie gut der EZW1004 hochskaliert, sieht der erfahrene Anwender bereits direkt zu Beginn des Films. Die Gesichter im Halbdunkel, die PC-Tastatur, die Energy Drink-Dose: Alles erscheint sehr detailreich und durchstrukturiert. Auffällig ist ferner das sehr geringe Rauschen. Bewegungen laufen auch diesmal wieder kontrolliert und scharf ab. Die Intelligent Frame Creation (IFC) liefert ein weiteres Mal ganze Arbeitl

Im 5. Kapitel, als Gabriels Killerbrigade Matthew Farrell auslöschen möchte, sieht man mit gewisser Überraschung, dass der EZW1004 selbst bei Tageslicht in dieser dunklen Sequenz ein einwandfrei aufgebautes Bild präsentiert. Das beweist, dass die maximale Helligkeit von 800 Nit problemlos für so gut wie alle praktischen Anwendungen ausreicht. Der Panasonic OLED begeistert darüber hinaus mit einer überaus vielschichtigen Einarbeitung von Details, das geringe Rauschen verdeutlicht den hohen Standard auch bei dieser Testreihe. 

TV-Tuner, DVB-S2

Wir sehen die Tagesschau in der ARD, und wie es sich für einen Panasonic-TV gehört, punktet der Tuner mit einem scharfen, klaren Bild mit einer ausgeprägten visuellen Dynamik. Die natürliche, authentische Farbwiedergabe ist sehr zu loben, ebenso die hohe Bildstabilität. Dass der EZW1004, was das Rauschverhalten angeht, Großes leistet, sieht man auch beim Tuner: Selbst bei genauem Hinsehen sind nur gering ausgeprägte Rauschmuster zu erkennen.

Man denkt kaum, dass das Quellmaterial nur in 720p vorliegt, so kultiviert und detailreich erscheint das Bild auch bei der Sendung „ARD Buffet“.  Im blauen Hemd des Moderators ist praktisch kein Flächenrauschen erkennbar. In den Beiträgen innerhalb der Sendung setzt sich Panasonics OLED-Topmodell mit gewohnt stabilem Bildstand und akkurat gezeichneten Konturen in Szene.

Wer keine HD+ Karte hat, muss RTL & co. in SDTV-Qualität ansehen – ist das auf dem Panasonic erträglich? Natürlich ist das Bild nicht besonders scharf, und etwas mehr Rauschen ist auch vorhanden. Bei „RTL Punkt 12“ ist es trotz allen prinzipiell schlechten Voraussetzungen erstaunlich, was an Bildgüte geboten wird: Gerade dann, wenn man nicht direkt vor dem TV sitzt, ist das Resultat durchaus zufriedenstellend. Der EZW1004 stellt damit klar, dass man auch mit einem leistungsfähigen Ultra HD-TV noch SD-Quellmaterial betrachten kann, ohne extrem unzufrieden zu sein. 

Ton

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Ton-Menü

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Ton-Programme. Es gibt kein dediziertes Movie-Programm, am besten eignet sich für Filme „Ambiente“

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Wer sich in den benutzerdefinierten Parametern umschaut, entdeckt auch den grafischen EQ

Bei „Legend Of Tarzan“ erfreut uns das 80 Watt starke, von Technics präparierte Lautsprechersystem in Soundbar-Optik mit solider räumlicher Wirkung und guter Pegelfreude. Für normale Ansprüche reicht das Gebotene locker aus. Dank des tadellos funktionierenden virtuellen Surround-Erzeugungsalgorithmus wird ein lebendiges, weitläufiges Klangbild geschaffen. Stimmen sind gut verständlich, Hintergrundgeräusche wie z.B. das Zirpen von Grillen arbeitet die Soundbar gelungen ein.

Und wie sieht es mit Musik aus? ganz ausgezeichnet, das beweist die Wiedergabe von Alan Walkers „Faded“. Kraftvoll und dynamisch legt sich das von Technics optimierte Soundsystem ins Zeug und lässt keinen Zweifel an den 80 Watt Leistung. Im Bassbereich aber könnte es noch etwas mehr Punch sein. Hier merkt man dann, dass ein gewisses Gehäusevolumen für einen soliden Bassbereich doch unerlässlich ist.

Wie schlägt sich der Panasonic beim Evergreen-Sommerhit „Summer Feeling“ von Kate Yanai? Durchaus achtbar, so unsere Antwort. Der Rhythmus kommt gut heraus, ebenso Kates Stimme. Bei aktivierter Surround-Funktion ist die Raumwirkung überzeugend. Insgesamt liefert der EZW1004 eine überraschend gute akustische Performance ab und verdient sich ein großes Lob. 

Konkurrenzvergleich

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Sony bietet mit dem Bravia A1, in 65 Zoll für 5.499 EUR zu haben, eine verheißungsvolle Alternative. Wer denkt, der gleich teurere, weniger aufwändige Panasonic OLED-TV TX-65EZW954 wäre der richtige Konkurrent für den Bravia A1, hat nur teilweise Recht. Denn während Panasonic nur dem EZW1004 ein wirklich aufwändiges Soundsystem spendiert, ist der Sony OLED mit einem ausgeklügelten und sehr gut klingenden, praktisch unsichtbaren Lautsprechersystem ausgestattet, das die gesamte Rückseite des Panels zur effektiven Beschallung ausnutzt. Also ist auch der Bravia A1 ein bildstarkes Hightech-Produkt, das uns nahezu restlos überzeugt hat.

Wodurch also rechtfertigt der EZW1004 seinen Mehrpreis von rund 1.500 EUR – was dem Gegenwert eines einfachen 60 Zoll-TVs entspricht? Es finden sich mehrere Faktoren, welche die Performance des fürs Geld richtig guten Sony aber nicht im geringsten schmälern. Auch der Bravia A1 bringt eine überragende Frame Interpolation mit. Im letzten Detail jedoch ist das Bild, welches der EZW1004 offeriert, noch eine Idee ruhiger. Das fällt aber nur bei genauer Betrachtung auf. was den Schwarzwert angeht, sind kaum Differenzen auszumachen. Wohl aber bei der maximalen Helligkeit. Man kann bereits sehr zufrieden mit der maximal möglichen Helligkeit des Bravia A1 sein, der Panasonic scheint aber hier noch mehr zu bieten. Feine Übergänge und Muster wirken noch besser erkennbar.

Überdies verfügt der EZW1004 über noch überzeugendere Bildfelder (THX sowie ISF). Zwar bringt auch der Sony die für sich betrachtet tadellosen Bildfelder „Cinema Home“ und „Cinema Pro“ mit – aber die Panasonic-Bildfelder, die nach unseren Informationen sogar der günstigere EZW954 bereits mitbringt, sind noch etwas ausgefeilter. Beim Upscaling von Full HD-Inhalten auf Ultra-HD liefert der Sony schon eine eindrucksvolle Leistung ab. Der Panasonic schafft es tatsächlich, noch etwas „oben drauf“ zu geben. Noch weniger Scalingrauschen und noch mehr Detailtreue, das sind die beiden Punkte, die für den Panasonic sprechen. Super: Weder Sony noch Panasonic fallen negativ durch Panelrauschen auf.

Das Handling klappt bei Sony und bei Panasonic gleichermaßen gut, für den Panasonic spricht, dass nicht nur 2 Fernbedienungen mitgeliefert werden, sondern auch die große Hauptfernbedienung mit sehr hochwertiger Verarbeitung auftrumpfen kann. Auch eine Beleuchtung ist vorhanden. Wie lautet also unser Fazit? Schon der Sony bietet praktisch alles, was das Herz des Bild-Enthusiasten erfreut, und das zu einem fairen Preis. Der Panasonic schafft es allerdings, seinen Mehrpreis zu rechtfertigen – er dokumentiert überzeugend, was derzeit an Bildqualität geht, und dreht an mehreren Stellschrauben: Mehr Helligkeit, Detailtreue und noch mehr Präzision beim Upscaling. 

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OLED in kleinerer Bilddiagonale, und das zum günstigen Preis? Das ist ein Fall für den nur in 55 Zoll lieferbaren Philips 55POS901. Für knapp 3.000 EUR wird der ausgezeichnet verarbeitete OLED-TV aktuell angeboten. Dafür gibt es ein Dolby-zertifiziertes, sehr gutes Soundsystem, ein natürliches Bild, ein solides Upscaling, einen tadellosen Tuner sowie ein einfaches Handling (Android-Betriebssystem), das auch eine hervorragende Fernbedienung inkludiert. Allerdings zeigt der 55POS901 etwas mehr Rauschen als unsere beiden 65 Zoll Luxus-Alternativen, er ist nicht ganz so hell und farblich nicht so exakt durchstrukturiert. Aber – für den Kaufpreis bietet der Philips eine anerkennenswerte Leistung. 

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Was Panasonic-Fans interessieren dürfte, ist ein Vergleich mit dem weiterhin gebauten 2016er LCD-Topmodell DXW904. Preislich ist der Direct LED-LCD schon einmal klar im Vorteil. Nach einer Preissenkung vor einiger Zeit steht der TX-65DXW904 mit 3.499 EUR in der offiziellen Panasonic-Preisliste. Ein interessanter Preis, denn der DXW904 überzeugt mit hoher maximaler Helligkeit, einem exzellenten Gesamt- sowie Detailkontrast und einem Schwarzwert, der für einen LCD-basierten TV überraschend gut ist. Wer auf ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis achtet, liegt beim DXW904 definitiv nach wie vor goldrichtig. Nicht verschweigen möchten wir aber, dass der teure EZW1004 auch zahlreiche Kaufanreize bietet: Tieferes Schwarz, mehr Detailarbeit (die aber fairerweise nur im dunklen Raum richtig wahrgenommen werden kann), etwas mehr Präzision beim Upscaling und insgesamt ein noch homogenerer Bildeindruck. 

Fazit

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Ja, es geht immer noch mehr: Der Panasonic TX-65EZW1004 holt im Test zum großen Schlag aus und setzt sich an die Spitze der bislang bei uns getesteten Ultra HD-TVs. Der deutlich günstigere und fürs investierte Geld ebenso fabelhafte Sony Bravia A1 sitzt dem eleganten 65-Zöller allerdings im Nacken. Mit einer Bildhelligkeit, die exzellent für einen OLED-TVs ist, einer sensationellen Einarbeitung von Details, einem ultratiefen Schwarzwert, einer enorm guten Frame Interpolation und mit tollen vordefinierten Bildprogrammen zieht der OLED aus dem Hause Panasonic alle Register. Die einfache Ersteinrichtung und die komfortable Bedienung sowie der wirklich überzeugende Klang sind weitere Pluspunkte. Beim Preis muss man trotz der gebotenen Premium-Qualität schlucken. Aber – wer das Beste möchte, muss auch bereit sein, entsprechend viel Geld dafür auszugeben.

Es geht immer noch mehr: Der Ultra HD OLED-TV Panasonic TX-65EZW1004 demonstriert dies eindrucksvoll
masterpiecelogo
OLED-Ultra HD-TVs Luxusklasse
Test 05. Juli 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05. Juli 2017

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