SPECIAL: Erste Praxiseindrücke der Samsung QLED-TVs Q9F/Q8C/Q7F

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Samsung hat 2008 mit der Einführung der LED-Technik schon mal für Furore gesorgt, diesmal möchte man im Jahre 2017 mit QLED eine „neue Kategorie Ultra HD-TV“ einführen. Daher ist es natürlich interessant: Gelingt diese Mission? Ist das Bild der QLED-TVs wirklich so gut? Samsung möchte aber die QLEDs als Gesamtkonzept verstanden wissen, das heißt: Bildqualität, Smart Funktionalität, Bedienkonzept (fast alle angeschlossenen Quellgeräte kann man komplett mit der 2017er Premium Remote komplett steuern, als Beispiel führte Samsung einen Sky-Receiver an), Verarbeitung und optische Gestaltung des TVs gehören konzeptionell fest zusammen.

Natürlich interessierte uns zunächst das Bild. Schon auf der CES im Januar konnten wir QLED-TVs sehen, die Geräte, die auf den deutschen Markt kommen, haben wir im Rahmen der Samsung Roadshow in Berlin angeschaut. In einem Kongresszentrum konnten wir uns erste ausführlichere Bildeindrücke von den neuen Top-TV-Serien verschaffen. Interessant ist, dass auch Samsung wohl bemerkt hat, dass Curved nicht mehr im Fokus des „öffentlichen Interesses“ ist. Der Q9F, Spitzenmodell mit 2.000 Nits maximaler Helligkeit und zunächst ausschließlich in 65 Zoll zu haben, ist ein schickes Flat-Modell in schwarzer Aluminium-Rahmenausführung und mit „cleaner“ Rückseite, so dass der schmucke TV auch mitten im Raum aufgestellt werden kann.

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Samsung Q9F

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Standfuß-Konstruktion

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Im Detail

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Hier an der Rückseite

Optisch fällt noch der minimalistische Standfuß auf, der aus Rohren besteht. Dieses Design haben wir in dieser Form bislang noch nicht gesehen. Diese Gestaltung stellt einen interessanten Kontrast zum schon erwähnten sehr schmalen Alu-Rahmen dar. Sehr gute Materialqualität und präzise Verarbeitung sind zu loben. Nochmals zur schon erwähnten Rückseite: es befinden sich weitaus weniger Abdeckklappen als bei der Konkurrenz von Sony.

Nun interessiert natürlich: Wie ist es um die Bildgüte bestellt? Samsung hat sich hier verschiedene Themen sehr zu Herzen genommen. Zunächst, dass aus jedem Blickwinkel eine perfekte Bildqualität geboten wird. Die Farben verblassen nicht, wenn man im ungünstigen Winkel sitzt, verspricht Samsung. Das haben wir uns natürlich angesehen. Diamanten und Schmuckstücke in kalten Farben mit hohem Blau-Anteil werden auf dem Q9F gezeigt. Hier müssen wir kurz einhaken und erklärend hinzufügen, dass Samsung die drei QLED-Modelle Q7F, Q8C und Q9F nebeneinander aufgebaut hat. Jeder Ultra HD QLED-TV zeigt eine andere der drei Grundfarben: Der Q7F rot, der Q8C grün und der Q9F blau.

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„Cleane“ Rückseite des Q9F

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Detail rechts

Zurück zum Q9F, hier wollten wir den „Viewing Angle“ beurteilen. Tatsächlich ist der Betrachtungswinkel sehr groß und sind keinerlei Einschränkungen bei Farbqualität, Kontrast und Helligkeit zu verzeichnen. Samsung begründet das folgendermaßen: De neue Quantum DOT Technik reduziert mit hoher Lichtdurchlässigkeit und der neuen Paneltechnologie das Verblassen von Farben aus seitlicher Perspektive. Das scheint sich demnach zu bewahrheiten.

„Q Color Real 4 K True RGB“ ist ein wichtiges Thema für Samsung, und die Ergebnisse sind bei allen 3 neuen QLEDs gut zu erkennen. „Und alle Farben fangen an zu leben“, schreibt Samsung auf den Schildern, die bei den Highend-TVs stehen. In allen Helligkeitsbereichen werden Farben in feinsten Nuancen für eine hundertprozentige Farbintensität wiedergegeben, so Samsung weiter. Das 100 % Farbvolumen hat man sich sogar vom VDE zertifizierten und somit bestätigen lassen: Zu 100 Prozent entspricht das gebotene Farbvolumen dem anspruchsvollen Standard DCI-P3.

Weitere „Q“ Bild-Themen sind „Q HDR“ und „Q Contrast“. Das Motto „mehr Details in maximaler Helligkeit erleben“ ist federführend bei „Q HDR“. Die Helligkeit liegt enorm hoch, mit 1.500 Nit trumpfen die Serien Q7F und Q8C auf, der Q9F schafft sogar als einziger satte 2.000 Nits. Samsung sieht bei den 2017er QLEDs „ultimativ starke Kontraste und optimale HDR-Darstellung mit riesiger Detailfülle bei jeder Lichtsituation“.  Verantwortlich dafür, so Samsung, ist das neu entwickelte Quantum DOT-Material. Ein neuer implementierter Metallkern, dann die ZnSeS-Hülle, gefolgt von einer neuen implementierten Metallhülle sorgt für eine sichtbar verbesserte Bildqualität. In dieser Verbindung wäre direkt „Q Contrast“ zu nennen, für höheren Kontrastumfang und tiefe Schwarzwerte bei jedem Material. Bei Tag und Nacht soll der Bildeindruck immer identisch sein, durch die enorme Helligkeit der Panels kann man auch bei Tageslicht und deutlichem externen Lichteinfall alle Inhalte, inklusive HDR, sehr gut betrachten. Apropos HDR: Samsung hat 2017 wohl nicht vor, Dolby Vision zu unterstützen.

Wie sehen hier die Praxiseindrücke aus? Zunächst sehen wir uns den Q9F an, der verschiedene blaue Gefäße präsentiert, und dies mit enorm reiner, feiner Farbwiedergabe. Die reine Darstellung jeder Farbe steht im Vordergrund, und wie gut z.B. blau präsentiert wird, zeigen auch Aufnahmen des Meeres, mit enormer visueller Tiefe und einer exzellenten farblichen Authentizität. Ein aufwändig gearbeitetes Mosaik aus vielen kleinen Steinen in den unterschiedlichsten Blau-Tönen arbeitet der Q9F beeindruckend stabil, plastisch und scharf heraus.

Die 2.000 Nit Spitzenhelligkeit des Q9F sieht man tatsächlich auch bei starkem externem Lichteinfall hier im Kongresszentrum. Er wirkt noch heller als die beiden 65-Zöller der Serien Q7F und Q8C, die direkt daneben aufgestellt sind. Feine Nuancen, z.B. beim Mosaik aus vielen kleinen Steinchen, wirken noch eine Idee kontrastreicher und plastischer. Es ist unter den gegebenen Bedingungen schwer, verlässliche Aussagen zu tätigen, aber der Q9F scheint, was Tiefe des Bildes und Detailkontrast angeht, noch mehr Dynamik zu offerieren. Den Vergleich erschwert die Tatsache, dass auf den drei QLEDs jeweils unterschiedliches Material läuft. Daher möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir korrekte Ergebnisse erst im Test „servieren“ können.

Man bemerkt den weiteren Zuwachs an maximaler Helligkeit erst im direkten Vergleich, für sich betrachtet beeindrucken die 65-Zöller Q7F und Q8C mit ihren maximal 1.500 Nits auch. Leuchtkraft und Kontrastumfang sind beeindruckend. Natürlich spielt das speziell für die Shows angefertigte Bildmaterial den QLED-TVs auch in die Karten.

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Samsung Q8C Gesamtansicht

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Detail seitlich

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Standfuß Q8C

Der Q8C stellt Bildsequenzen mit grünen Bildelementen dar, wie Blätter mit Wassertropfen, grüne Gewürze, grüne Speisen, die auf einem dunkelbraunen Holztisch angerichtet werden, sich im Wind bewegende Grashalme, die gemäht werden, oder auch ein Fußball-Feld aus der Vogelperspektive. Der Q7F stellt rote Elemente dar, wie sich drehende Tänzerinnen in rotem Kleid vor schwarzem Hintergrund oder aber rote/pinkfarbene Lippenstifte. Das Bild ist auch bei Q8C und Q7F enorm plastisch, klar und farbecht. Große Differenzen bei der Bildgüte sahen wir zwischen Q8C und Q7F nicht. Natürlich ist es beim Q8C wichtig, aufgrund des Curved-Shapes  am besten recht zentral vor dem TV zu sitzen. Dann ist die gebotene Tiefenwirkung, eben typisch Curved, enorm. Der Q7F bietet mehr Praxistauglichkeit für größere Familien durch den besseren Betrachtungswinkel – nicht, was das Panel an sich angeht, es geht nur um die Bauform.

Wie stufen wir die Bildqualität im Vergleich mit Samsung SUHDs aus 2016 ein? Man mag es kaum glauben, aber das Bild bietet noch mehr Detailkontrast und Schärfe.  Trotzdem wiorkt das Bild nicht zu unangenehm überschärft. Gerade der Q9F bewegt sich aber im Grenzbereich, das Bild ist schon extrem hell und plastisch. Hier müssen wir sehen, was im Praxisbetrieb möglich ist, bestimmt kann man gewisse Faktoren mittels Video-EQ auch zurücknehmen, damit das Bild auch mehr mehrstündigen Film-Sessions immer angenehm bleibt. Klar, dass Samsung auf der Roadshow im wahrsten Wortsinne „aufdreht“, um die beeindruckende Helligkeit des Q9F herauszustellen. Gerade aus etwas Distanz wird schnell deutlich, dasss der Q9F noch mehr maximale Helligkeit bereitstellt.

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Rückseite Q8C

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Standfuß

Bei Q8C und Q7F ist das Bild keinesfalls zu grell, sondern einfach klar und angenehm. Für die QLED-TVs von Samsung spricht demnach, dass sie unabhängig von der herrschenden Lichtsituation, ganz gleich, ob Tag oder Nacht, stets alle Bilddetails zeigen können. Moderne OLEDs, z.B. von LG, Panasonic oder Sony, haben auch Fortschritte bei der maximalen Helligkeit gemacht. Gut 800 Nit lauten hier die Spitzenwerte. Im Heimkinoraum oder bei geringem Lichteinfall spielen die OLEDs ihren Trumpf des perfekten Schwarzwertes gekonnt aus. Wenn man aber unter allen Licht-Bedingungen immer alle Arten von Bildinhalten inklusive HDR-Content ohne Einbußen beim Kontrast betrachten möchte, findet man in den QLEDs die optimalen Partner.

Was ist der Praxis mit gängigem Quellmaterial für eine Performance möglich ist, wird, voraussichtlich im April, ein erster Test eines QLED-TVs in unserer Redaktion klären. Zudem können wir derzeit noch keine wirklich fundierten Aussagen über den von Samsung angestrebten tiefen Schwarzwert machen. Das ist bei diesem starken Lichteinfall nicht möglich. Beeindruckend ist aber, dass bedingt durch den hohen Kontrastumfang und die hohe Panel-Leuchtkraft keinerlei Details auch bei starkem Kunstlicht-Einfall zu beanstanden sind.

Gehen wir auf die wichtigsten Features des Q9F ein. Er ist ausschließlich in 65 Zoll lieferbar,  ist mit Q HDR 2000 ausgestattet und offeriert dank Precision Black Ultimate wird aufgrund einer höheren Anzahl an Dimming-Zonen ein besonders tiefes Schwarz erreicht. Das „360 Grad-Design“ mit integriertem Kabelmanagement sorgt für eine saubere und moderne Optik. Auch 2017 setzt Samsung wieder auf die externe „One Connect Box“ zum Anschluss der Quellgeräte.

Der Rahmen ist in schwarz gehalten. Wandhalterung, verschiedene Standfüße und ein 15 m langes optisches Kabel sind als Zubehör für flexible Aufstellungs-Optionen verfügbar. Der TV hat einen Twin-Tuner (2 x DVB-C/S2/T2 HD) und ein 4.2-Kanal-Soundsystem mit 60 Watt. Im Lieferumfang enthalten ist die Premium Smart Remote, die Bestandteil des Q Smart Konzeptes ist.

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Samsung Q8C mit Gravity Stand

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Gravity Stand

Die Q8C Serie ist im Curved-Layout gehalten und ist in 55, 65 und 75 Zoll lieferbar. 1.500 Nit maximale Helligkeit werden, ebenso wie bei der „Einstiegs-QLED“ Serie Q7F (Flat) geboten. Der Q8C ist in elegantem Sterling-Silber gehalten und hat auch eine „cleane“ Rückseite für eine mögliche freie Aufstellung im Raum. Dies zeichnet auch die Flat-Serie Q7F aus, die in den Zoll-Größen 49, 55, 65und 75 Zoll verfügbar sein wird. Auch die Serien Q8C und Q7F verfügen über einen Twin-Tuner und sind PVR-ready. Die hochwertige Premium Smart-Fernbedienung liegt auch den Modellen der Serien Q8C und Q7F bei. Der Q7F hat ein 40 Watt 2.2 Soundsystem, die Baureihe Q8C bringt ein 60 Watt 4.2 Soundsystem mit. Der Q7F ist vorn Sterling-Silber, die Rückseite ist hingegen ist in Schwarz gehalten.

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Samsung Q7 F

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Front mit Standfuß im Detail

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Rückseite Q7F

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Detailansicht

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Standfuß Rückseite

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Q7F auf „Staffelei“

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Staffelei-Standfuß

Kurz zum „Q Smart“ Konzept. Im Fokus 2017 steht die „Premium Smart Remote“, in edler silberner Ausführung. Mit ihrer Hilfe kann man einfach sowie intuitiv auf sämtliche TV- und Smart-Funktionen sowie auf kompatible externe Geräte zugreifen. Der „Q Smart Hub Mobile“ meint, dass man die Lieblings-Features auch mittels des Smartphones abrufen kann: Den Smart Hub, die Suche und eine Fernbedienungs-Implementierung.

Bei den Apps selbst stellt Samsung die „Brand World“ Premium App Selektion in den Mittelpunkt. Zu diesen fokussierten Premium-Apps gehören beispielsweise N24, Pro7, die Applikation der Berliner Philharmoniker oder die World Rally Cars (WRC) App. Interessant – der „TV Digital“ Programmführer mit allen Programminhalten ist per App oder direkt am TV steuerbar.

Unser erstes Fazit

Samsung hat ein enorm leistungsstarkes QLED-Produktportfolio, dessen zentraler Gedanke ein umfassendes Produktkonzept ist. Exzellente Bildqualität ist einer der zentralen Punkte, sicherlich, aber auch Design, Flexibilität bei der Aufstellung, eine komfortable Bedienung und umfassende multimediale Merkmale sind wichtig. Hervorzuheben ist: Mit drei Top-Serien gibt es deutlich weniger als im Vorjahr, hier waren mehr unterschiedliche SUHD-Serien erhältlich. Zwei der drei QLED-Baureihen sind im Flat-Design gehalten, nur noch eine im Curved-Design. Auch bei Samsung hat man offensichtlich realisiert, dass Curved nicht mehr so stark nachgefragt ist. In der Praxis überzeugen die QLED-Modelle bei ersten kurzen Checks mit enormer Helligkeit, tollem Kontrast und daraus resultierend beeindruckender Plastizität.

 

Special: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 17.03.2017




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