TEST: Panasonic TX-65EXW784 – was bringt die 2017er Panasonic Top-LCD-Baureihe für eine Performance?

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Das ist Spitze – wer einen LCD-TV der Oberklasse sucht, wird 2017 bei Panasonic dank der EXW784er Baureihe fündig, die verschiedene interessante Merkmale aufbietet. So hat Panasonic endlich wieder Mut zu großen Bilddiagonalen, und der EXW784 ist nicht nur in 50 (1.399 EUR), 58 (1.699 EUR) und 65 (unser Testgerät, 2.399 EUR), sondern auch in großen 75 Zoll (4.499 EUR) erhältlich. Über dem EXW784 gibt es keine weitere LCD-Baureihe mehr, die beiden Luxus-Baureihen EZW1004 und EZW954 – und das sind beides OLED UHD-TV-Serien. Der EXW784 übernimmt die Rolle der Nachfolge-Baureihe der 2016er Erfolgsserie DXW784

Auf eine hervorragende Bildgüte muss aber der Besitzer eines EXW784-LCD-Modells nicht verzichten. Zusammen mit den Panasonic Hollywood Studios wurde die visuelle Performance des Panasonic TVs aufs Optimum getrimmt. Dazu gehört der „Studio Processor HCX2“ für feinste Farbabstufungen, ein „HDR Brightness Enhancer“ für perfekte Darstellung von HDR-Material im Wohnzimmer sowie „Multi-HDR-Unterstützung“. Auch ein neuer 4K HDR Gaming-Modus soll für deutlich reduzierten Input Lag sorgen. Sehr interessant ist allerdings auch die Tatsache, dass Panasonic beim EXW784 die 3D-Wiedergabe mit aktiven Shutter-Brillen unterstützt. Leider lag unserem Testsample keine 3D-Brille bei, so konnten wir den für einige Leser nach wie vor wichtigen 3D-Modus nicht untersuchen. 

Mit dem Bekenntnis zur 3D-Bildwiedergabe ist der Hersteller nicht völlig alleine, – Sony z.B. bietet 3D-Support beim Hochkaräter ZD9 – aber andere TV-Größen wie Samsung oder LG haben die Wiedergabe von 3D-Filmen schlichtweg komplett aus dem aktuellen Portfolio gestrichen. Panasonic bietet dies zwar nur in dieser Serie an, enttäuscht 3D-Enthusiasten somit aber nicht völlig. Neuigkeiten gibt es auch bei der Software: der Exkurs zu Firefox OS ist vorbei und man kehrt zurück zu „My Homescreen“, mittlerweile in der Version 2.0. Doch bevor wir tiefer einsteigen, wollen wir uns elementare Eigenschaften des TVs etwas genauer ansehen.

Panasonic TX-65EXW784 Standfuss Front

Standfuß des EXW784

Panasonic TX-65EXW784 Verarbeitung

Detailverarbeitung

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Rückseite

Panasonic TX-65EXW784 Standfuss Rueckseite

Bei der 50″ und 58″-Variante ist der TV in der Höhe justierbar

Panasonic bleibt seiner optischen Linie treu. Der EXW784 wirkt schlicht und gediegen. Klare Kanten und silbern geschliffene Aluminium-Optik sorgen für schnörkellose und erwachsene Eleganz. Die untere Zierleiste ist mit Chrom-Glanz versehen, darin sitzen IR-Empfänger und Status-LED. Dass die Rahmenleisten nicht aus Metall sind, fällt bei Berührung zwar auf, ist jetzt aber nicht unbedingt ein K.O.-Kriterium. Man muss bedenken, dass der 65-Zöller mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von lediglich 2.399 EUR bei fast lückenloser Vollausstattung auch eine Kampfansage ist, bei der im Detail minimal der Rotstift angesetzt werden musste.

Die Rückseite ist in anthrazitfarbenem Kunststoff gehalten und weist Struktur auf. In Kombination mit den Abdeckleisten für den Standfuß und die Anschlüsse macht der Panasonic TV auch in freier Aufstellung eine gute Figur. Eine perfekte Lösung für das Kabelmanagement gibt es nicht. Es ist aber durchaus möglich, das Strom- und HDMI-Kabel seitlich nach unten, dann nach rechts zur Fußabdeckung und schließlich nach unten weiter zu führen.

Über den neuen Standfuß sollten wir auch noch einige Worte verlieren. Zunächst, die ganze Konstruktion inklusive Befestigung wirkt sehr sauber verarbeitet und massiv. Das Gewicht lagert im Vergleich zu Füßen links und rechts des TV-Gerätes natürlich eher mittig, was bei weniger stabilen Sideboards zu Problemen führen kann. Davon abgesehen bieten die vier Streben in Silber-Chrom-Optik aber sehr guten Halt und wirken auch nicht aufdringlich. Der eigentliche Clou ist aber die Flexibilität der Konstruktion. Gut, wir müssen einhaken. Denn den vollen Funktionsumfang kann man nur bei den 50″ und 58″ messenden Modellen nutzen. Hier ist der Standfuß im „Switch-Design“ nicht nur drehbar, sondern kann auch in der Höhe verstellt werden. Bei unserem 65-Zöller lässt sich der Bildschirm zwar noch drehen, eine Anpassung der Höhe aber nicht möglich. Beim größten Modell muss man, bedingt durch Größe und Gewicht, auf die Flexibilität leider verzichten.

Panasonic TX-65EXW784 Anschluesse Rueckseite Gesamt

Gesamtansicht der Anschlüsse

Panasonic TX-65EXW784 Anschluesse Rueckseite1

HDMI-Slots, USB und Antennenanschlüsse

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Komponentenvideo + Audio-Anschlüsse und Ethernet

Widmen wir uns wieder der Rückseite und den Anschlüssen. Wirft man seitlich einen Blick auf den TX-65EXW784 fällt auf, dass die Bautiefe im oberen Drittel lediglich ca. 2 cm beträgt, der untere Bereich trägt mit 5 cm etwas dicker auf, bullig wirkt das Gesamtbild aber dadurch nicht. Die Anschlüsse sitzen, wie bereits erwähnt, unter einer Kunststoffabdeckung, die im selbsten Stil wie die Rückwand gehalten ist und sich nahtlos einfügt.

Der Panasonic EXW784 bringt insgesamt vier HDMI-Anschlüsse mit. Für die Übertragung des Bildsignals steht aber sogar noch ein Komponentenvideo-Eingang inklusive zwei Stereo-Cinch-Anschlüsse für das Audiosignal zur Verfügung – das ist, ob mit oder ohne Adapter, keinesfalls mehr Standard. Üppig ist auch die Ausrüstung mit USB-Slots, hier gibt es drei an der Zahl. Nur bei USB 1, daher auch mit dem Zusatz HDD gekennzeichnet, handelt es sich um einen USB 3.0 Anschluss. Die Anschlüsse für den TV-Empfang sind natürlich auch vorhanden, für volle Flexibilität auch beim Sat-Empfang sind zwei LNB-Eingänge integriert. Der TV unterstützt auch Unicable 2.0 JESS. An Audio-Ausgängen steht ein digitaler TOSLINK-Ausgang und ein Kopfhöreranschluss zur Verfügung. Common Interface Schächte sind natürlich ebenfalls in doppelter Ausführung an Bord.

Panasonic TX-65EXW784 Fernbedienung

Fernbedienung im bekannten Panasonic-Layout

Panasonic TX-65EXW784 Bedienelemente

Bedienelemente am TV-Gerät

Dem Panasonic TV liegt eine konventionelle Fernbedienung bei. Hier geht man den traditionellen Weg, eine besonders kompakte „Smart Remote“ gibt es nicht. Allerdings kann man den TV natürlich auch mit der entsprechenden Applikation für iOS oder Android steuern. Die Tastenfernbedienung ist in typischem Layout gehalten, überzeugt mit übersichtlicher Anordnung und gutem Druckpunkt, wirkt aber nicht übertrieben hochwertig. Den Video-Streamingdienst Netflix kann man wiederum mit einer dedizierten Taste starten. Links unten gibt es jetzt außerdem die Taste „My App“, die standardmäßig (wie die Taste „Apps“ weiter oben) zu einer Übersicht der vorhandenen und installierbaren Programme, zum Web Browser und zu verschiedenen Mediatheken führt. Die My App-Taste kann aber individuell belegt werden.

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Natürlich ist ein Installations-Assistent an Bord

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Netzwerk einrichten

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Sendersuchlauf durchführen – hier Satellit

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Signalart auswählen, für welche ein Setup durchgeführt werden soll (mehrere möglich)

Selbstverständlich ist der neue Panasonic TV mit einem Assistenten für die Erstinstallation ausgestattet. Nach Festlegen der Sprache und dem obligatorischen Sendersuchlauf kann auch die Einbindung ins Heimnetzwerk direkt im Assistenten erfolgen.

Die Home-Taste ist erste Anlaufstelle für sämtliche Optionen außerhalb der Konfigurationsmöglichkeiten des TV-Gerätes. Auch hier kann man dann auf Apps zugreifen oder aufs Live-TV schalten. Außerdem steht der Punkt „Geräte“ zur Verfügung. Dort kann man nicht nur über den jeweiligen Anschluss ein bestimmtes Quellgerät auswählen, sondern auch Geräte im Netzwerk, also DLNA-Server oder PCs werden angezeigt. Praktisch ist, dass man hier auch direkt freigegebene Ordner anwählen kann und man sich nicht zwingend durch die gesamte Serverstruktur kämpfen muss.

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Bildeinstellungen

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weitere Bildeinstellungen

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Erweiterte Einstellungen

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Weißabgleich

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Farbabgleich

Wie bei Panasonic üblich, bringt der TV ein breites Spektrum an Einstellungen im Bereich des Video-Equalizers mit sich. THX- oder isf-Bildprogramme gibt es beim EXW784 zwar nicht, aber das True Cinema-Bildfeld mit soliden Voreinstellungen für Kinofans ist an Bord. Dabei werden dann auch die meisten dynamischen Bildoptimierer konsequent deaktiviert, nur die „Intelligent Frame Creation“ läuft auf niedriger Stufe. Die Optimierer sind auch weitestgehend nicht notwendig, lediglich bei konventionellem TV-Betrieb kann man Rauschunterdrücker bedenkenlos zuschalten.

Regler für Hintergrundbeleuchtung, Helligkeit, Kontrast, Schärfe, Farbe, etc. sind natürlich vorhanden – wer noch tiefer einsteigen möchte, findet auch den Weißabgleich und Farbabgleich sowie Einstellungen zum Gamma.

Der Panasonic TV ist bei der Navigation erstaunlich schnell und fliegt schier durch die einzelnen Ordner der freigegebenen Orte im Netzwerk. Auch bei der Wiedergabe agiert er sehr flink und zeigt keine Verzögerungen. Das gilt nicht nur für einfache Audiodateien oder Bilder, auch Videos werden flott abgespielt und man kann ohne Probleme vor- und zurückspulen. Der EXW784 unterstützt sämtliche typischen Dateiformate und – ganz besonders wichtig – gibt mit seinem neuen 4K Media Player unsere Testdateien in UltraHD-Auflösung kompromisslos wieder. Das gilt auch für 4K-Clips mit HDR-Informationen. Ein kleines Popup rechts unten am TV gibt Auskunft darüber, ob die HDR-Infos korrekt erkannt wurden. Wenn auch beim TV nicht unbedingt elementar, wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass der TV auch hochauflösende Flac Audio-Dateien wiedergibt.

Wie bereits erwähnt hat die Integration des Firefox Betriebssystems bei Panasonic ein jähes Ende gefunden. Die Mozilla-Wurzeln sind beim EXW784 aber noch spürbar und der Hersteller verspricht, dass bei Smart TV-Apps keinerlei Inkompatibilitäten auftreten sollen. Den typischen „My Homescreen“, der in früheren Geräten zu finden war und mit dem man einen individuellen Startbildschirm gestalten konnte, gibt es aber nicht mehr. Insgesamt finden wir den Ausstieg aus Firefox OS nicht sehr problematisch. „My Homescreen 2.0“ ist übersichtlich und vor allem reagiert der TV schnell auf Eingabebefehle, besonders bei der Navigation und Steuerung im Netzwerk ist hier das Optimum geboten.

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Netzwerk-Settings im Konfigurationsmenü

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Weitere Einstellungen

Eine Komponente in den hochwertigen Panasonic TVs sollte immer noch einmal betont werden: der Quattro-Tuner mit Twin-Konzept! Im EXW784 sind also nicht nur einer, sondern zwei Tuner integriert, um die volle Flexibilität ausschöpfen zu können. Jeder der beiden Tuner unterstützt Satelliten-, Kabel- und Antennenempfang. Dazu gehört übrigens auch der brandaktuelle DVB-T2-Empfang, mit dem EXW784 ist man hier also bestens gerüstet. Was macht den Triple Tuner zum Quattro Tuner? TV->IP! Der Panasonic TV schleust die Programme, die via Satellit, Kabel oder Antenne ankommen, ins heimische Netzwerk ein. Dort können sie wiederum von einem weiteren TV-Gerät oder auch Smartphones, Tablets und PCs abgegriffen werden. Die Geräte dienen dann sozusagen als Zweit-Fernseher – inklusive Umschaltmöglichkeit etc. Da jeder Tuner ja doppelt vorhanden ist, kann man problemlos auch zu zweit völlig verschiedene Programme verfolgen.

Insgesamt liefert der EXW784 im ersten Teil des Tests eine überragende Vorstellung. Vollausstattung, schnelle Menü-Navigation, innovative Features, eine grundsolide Verarbeitungsgüte und ein sehr fairer Grundpreis von 2.399 EUR fürs 65 Zoll-Modell ebnen den Boden für ein brillantes Testergebnis. Freilich muss sich der Ultra HD-HDR-TV in den nun folgenden Bild- und Ton-Checks weiter bewähren, damit es zum Ruhm reicht. Lassen wir uns überraschen. 

Bild TV-Tuner DVB-S2

Einen ersten visuellen Eindruck verschaffen wir uns, als der Panasonic den automatischen Sendersuchlauf des Astra 19.2 Satelliten erledigt hat und uns „Das Erste HD“ präsentiert. Das 720p-Signal wird vom EXW784 auf die UltraHD-Auflösung hochskaliert und zeigt sich mit hoher Kantenschärfe und sehr feiner Detaillierung. Wer genau hinsieht, erkennt etwas Hintergrundrauschen, was natürlich auch auf die mittlerweile nicht mehr ganz so zeitgemäße Auflösung zurückzuführen ist. Wir haben allerdings mit dem True Cinema-Bildmodus, der auch bei leichtem externen Lichteinfall eine sehr authentische Farbdarstellung bietet, sämtliche Bildoptimierer deaktiviert. Und bei einer derartigen Aufblähung der Auflösung kann man durchaus die Rauschunterdrückung im mittleren oder gar hohen Modus aktivieren, um hier eine leichte Verbesserung zu erreichen – ganz entgeht man dem Rauschen aber, je nach Qualität der jeweiligen Produktion, aber nicht.

Insgesamt ist der Panasonic-Tuner aber erneut exzellent gelungen und bietet eine überdurchschnittlich hohe Plastizität, ein ausgezeichnetes Räumlichkeitsempfinden und satte, weitgehend natürliche Farben. Während des Live-TV-Betriebs „ploppt“ ja, sofern verfügbar, die HbbTV-Funktion auf, mit dem Hinweis, das Angebot per rotem Button direkt aufzurufen. Der EXW784 bringt hier eine praktische Funktion mit: die HbbTV-Applikation ist im Menü für die einzelnen Sender abschaltbar – oder man legt fest, wann die Inhalte verfügbar sein sollen und wann nicht. Dies als kleine Anmerkung inmitten der Bildtestreihen.

Die Welt spricht Ultra-HD oder HD – aber trotz der sehr geringen Auflösung halten sich klassische 576i SD-Sender wacker. Hier liefert der Panasonic TV eine solide visuelle Darstellung aus dem extrem niedrig auflösenden Bild. Natürlich sind die Kanten weicher, weniger Details vorhanden und auch die Farbgebung wirkt, aufgrund des kleineren Gamuts, weniger gesättigt. Wirkliche Bildstörungen, stark ausgeprägte Pixelwolken oder, häufiger Fehler, ein schwaches De-Interlacing fallen nicht auf. Trotz der Schwachpunkte wird ein angenehmes, harmonisches Bild geboten, dass beim Zuschauer keine Anstrengung verursacht.

Bild Blu-ray

Auch bei der Blu-ray Wiedergabe, bei der der EXW784 noch von 1080p FullHD-Vollbildern auf die UltraHD-Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten skalieren muss, wird ein sehr angenehmes und detailreiches Bild geliefert. Als erstes Beurteilungskriterium soll „Gravity“ dienen. Das Spektakel von Alfonso Cuaron ist ja ein wahres Kontrastmonster und soll die neue Local Dimming Pro-Technologie des TVs fordern. Die digital optimierte EDGE-LED-Beleuchtung liefert bei dunkler Umgebung ein tief sitzendes Schwarz, auch die für einen Film in 2.35:1 typischen schwarzen Balken wirken sehr sauber. Außerdem fällt ein möglicherweise nicht hundertprozentig homogen ausgeleuchtetes Bild in den von uns gewählten Szenen trotz der vielen Weltraum-Aufnahmen nicht auf. Kontraststark ist der EXW784 ebenfalls, und bleibt auch bei starken Hell/Dunkel-Kanten, die in der dritten Szene durch den Einsatz der Taschenlampe in der verwaisten Raumkapsel häufig vorkommen, souverän. Highlights sind fein durchzeichnet und strukturiert, Details an den weißen Raumanzügen kommen gut heraus. Auch die Farben sind natürlich und wirken nicht überzogen.

Bei der 24p Blu-ray Wiedergabe haben wir uns auch die Intelligent Frame Creation schon einmal angesehen. Grundsätzlich ist die unbearbeitete Wiedergabe von Filmmaterial, wie bei Panasonic üblich, sehr gut gelungen. Abgesehen vom Micro-Judder und der Unschärfe bei schnellen Bewegungen, beides Gegebenheiten die schlichtweg durch die 24 Bilder pro Sekunde bedingt sind, treten keinerlei Unschönheiten auf. Dennoch müssen wir zugeben, dass die Frame-Interpolation von Panasonic ausgezeichnet funktioniert. Besonders in der Einstellung „Niedrig“ wird der Film-Look weitgehend beibehalten und feine Unschärfen behoben. In der Einstellung „Mittel“ wird ein sehr cleaner Look geboten, der dann doch nicht mehr ganz die Film-Atmosphäre bietet. Wer sich daran nicht stört, kann hier mit einem artefaktearmen Algorhitmus problemlos glücklich werden, nur bei sehr schnellen Bewegungen sind noch Störelemente zu sehen, wenn man genau aufpasst. Der Film-Enthusiast erfreut sich aber an der ausgezeichneten, konventionellen 24p-Wiedergabe.

Ultra HD Blu-ray/HDR

Auch für den HDR-Betrieb gibt es verschiedene Bildmodi: Dynamik, Normal, Kino, True Cinema sowie einen Benutzer-Modus, in dem man eigene Justage-Vorstellungen verwirklichen kann. Wir haben aufgrund seiner Neutralität den True Cinema Modus verwendet. Wir müssen allerdings ergänzen, dass man diese Betriebsart optimal nur im abgedunkelten Raum verwenden sollte, gerade wenn man, wie wir, Filmmaterial mit vielen dunklen Sequenzen ansieht. Wir entschieden uns für „Independence Day – Die Wiederkehr“ und schauen dem Können des EXW784 ab Filmbeginn zu. Das auf den Betrachter zukommende All, mit allen Sternen, Monden und anderen Phänomenen, stellt der Panasonic mit sehr hohem Kontrastumfang dar, auch die Alien-Symbole kommen mit hoher Stabilität und hoher Detailtreue heraus. Das ganze Bild hat einen soliden Stand. 

Als dann der Ex-US-Präsident aus seinen Träumen erwacht, wird das im Dämmerlicht liegende Schlafgemach sehr gut wiedergegeben. Als die Gedenktafel mit all den beim ersten Alien-Gefecht Verstorbenen eingeblendet wird, leistet sich der EXW784 ein minimales Kantenflimmern im hochfrequenten Bildbereich. Das liegt auch darin begründet, dass sämtliche Bildverbesserer/Optimierer im True Cinema Modus „out of Order“ sind. Aber man kann die Position „Intelligent Frame Creation“ verwenden, also aktivieren wir sie und schalten sie in die Position „Mittel“.

Wir starten den Film nochmals von vorn und betrachten die ersten Minuten nun mit der Intelligent Frame Creation. Der Unterschied ist verblüffend und beweist, wie leistungsstark der Panasonic Algorithmus arbeitet. Das eben erwähnte Kantenflimmern ist vollkommen verschwunden – ohne dass die Natürlichkeit des Bildes auch nur im Geringsten leidet. Die auf den Betrachter zufliegenden Elemente direkt zu Beginn des Films wirken noch deutlich authentischer und stehen stabiler, noch flüssiger erfolgen die Bewegungsabläufe. Selten zuvor haben wir eine derart gute Zwischenbildberechnung betrachten dürfen. Panasonic scheint hier 2017 an der Konkurrenz vorbeizuziehen. Das hat sich schon bei unseren obigen Betrachtungen bei der Frame Interpolation bei klassischen Blu-rays angedeutet, doch was bei Ultra HDs an Bildstabilität hinzu kommt, ist schlichtweg überwältigend. 

Als dann der Helikopter durch Washington fliegt und sich ein vielschichtiges Panorama auftut, besticht der EXW784 durch seine beeindruckende Bildtiefe. Bis in die hinterste visuelle Ebene wird alles exakt durchmodelliert, zudem überzeugt uns der Helikopter durch einen flüssigen Flug und durch die Abwesenheit störender Bewegungsunschärfen. Während das Fluggerät vor den Skyscrapern fliegt, stehen diese stabil und es kommt zu keinem unpassenden Flackern oder Flimmern. 

Die Gesichter der Akteure, sei es der Ex-Präsident oder die aktuelle US-Präsidentin, wirken von der Qualität der Hauttöne her sehr authentisch, alle Farben werden natürlich und lebendig wiedergegeben. 

Nun folgt das nächste Kapitel, hier findet ein schwieriges Andock-Manöver an der Mond-Station statt. Hier fällt der gegenüber früheren Panasonic LCD-Modellen verbesserte Schwarzwert gleich positiv auf. Die zahlreichen Details, z.B. der Pilotensitz, die Steuereinheit oder die Anzeigen im Inneren der Fähre kommen exzellent heraus. Die Mondstation von außen sowie die Mondoberfläche stellt der EXW784 in nahezu allen Schattierungen dar. Überzeugend vermittelt der Panasonic UHD-TV einen Eindruck der Vorzüge von HDR-Material. Die Intelligent Frame Creation arbeitet auch in dieser Szene wieder vorzüglich und sichert eine hohe Bewegungsstabilität.

Das Innere der Mondstation bringt der EXW784 ebenfalls facettenreich zum Ausdruck, Der Dampf, der von der eben gelandeten Fähre im Hangar ausgeht, sieht sehr plastisch aus. Auch in Sequenzen mit sehr wenig Licht stellt der Panasonic benachbarte Graustufen mit hohem Differenzierungsvermögen dar. 

Als David Levinson mit seinem Konvoi durch die nächtliche Wüste fährt, sind die fahrzeuge trotz der Dunkelheit aus seitlicher Perspektive in vielen Einzelheiten erkennbar. Die bewaffneten Krieger, die Levinson empfangen, mit ihren Uniformen und Waffen kommen sehr authentisch heraus. Die Plastizität, die der Panasonic bereit stellt, zeigt sich ebenfalls verbessert gegenüber älteren Modellen. Die kurz im Hintergrund sichtbaren Felsen weisen auch in der Dunkelheit eine klar erkennbare Oberflächenstruktur auf. 

Vergleich EXW784 (2017) gegen DXW784 (2016) sowie gegen Sony XE93 (2017)

Nicht immer lohnt es sich, in den neuesten Modelljahrgang zu investieren. Bestes Beispiel vor kurzem war der Sony KD-65XE9306, der sich gegenüber dem exzellenten 2016er Modell KD-65XD9305 nicht durchsetzen konnte. Da der 2016er TV im Vergleich merklich günstiger zu haben ist, können wir hier nur unser bereits 2016 gefälltes Urteil wiederholen: Der XD93 verdient sich nach wie vor eine Empfehlung, das neue Gerät aber aufgrund der Preisdifferenz nur eingeschränkt. Anders sieht es bei Panasonic aus. Hier hat der 2016er UHD-TV DXW784 das Nachsehen. Ohne Zweifel ist auch der DXW784 nach wie vor ein leistungsstarker UHD-TV, der EXW784 macht jedoch vieles besser – die Übersicht:

  • Trotz noch vereinzelter Hot Spots erzielt der EXW784 interessanterweise eine homogenere Bildhelligkeit. 
  • Der Schwarzwert des EXW784 erscheint tiefer und satter
  • In Details kommt der HDR-Effekt noch überzeugender heraus, gerade feine Kontrast-Nuancen erscheinen uns noch gelungener gestaffelt.
  • Hauttöne wirken noch authentischer, hier war der DXW784 bereits sehr gut. 
  • Die Frame Interpolation optimiert die Bildstabilität sowie die nahtlose, flüssige Darstellung von Bewegungsabläufen noch wirkungsvoller, gleichzeitig wirkt das Bild enorm natürlich. Auch hier ein Fortschritt gegenüber 2016. 

Wie sieht es denn aus, wenn wir den EXW784 mit dem 2017er Modell Sony KD-65XE9306 vergleichen? Wir müssen vorausschicken, dass der XE93 mit satten 3.699 EUR (!) deutlich teurer ist. Ein Full LED Backlight wird beim Sony nicht geboten. Da dieses Modell mit extrem geringer Bautiefe sehr designorientiert ist, muss der flach bauende „Slim Backlight Drive +“ hier genügen. Pro Sony spricht, dass der beim Panasonic gänzlich fehlende Dolby Vision Support zumindest per (noch nicht konkret angekündigtem) Update der Firmware folgen soll. Wer denkt, dass Sony dadurch, dass der leistungsstärkste „X1 Xtreme“ Bildprozessor an Bord des XE93 visuell gegenüber dem viel preiswerteren Panasonic in Führung geht, sieht sich getäuscht. Der ebenfalls über alle Maßen leistungsfähige „Studio HCX2“ Bildprozessor steckt bereits im EXW784, und der lässt sich vom X1 Xtreme auch beim Upscaling von HD-Material auf die Ultra HD-Auflösung des Panels nicht „nass“ machen. Identisch hohe Bildstabilität, identische Detailtreue, und im Detail dank der 2017 absolut überragenden Intelligent Frame Creation sogar noch besser, verweist der preiswerte EXW784 den Sony auf die Plätze. Insgesamt müssen wir sehen, wie sich ein vergleichbarer Samsung schlägt. Die technisch aufwändigeren QLEDs wollen wir der Fairness halber lieber mit Panasonics OLED-Baureihen vergleichen, daher würde sphl ein MU9009 im 65-Zoll-Format als „Premiumm UHD TV“ der geeignete Konkurrent sein. Mit 2.899 EUR ist der Samsung zwar nicht übertrieben teuer, aber teurer als der Panasonic- Mit 2.499 EUR vergleichbar kalkuliert ist erst der Premium Ultra HD-TV MU7009, der auf 2.499 EUR im 65-Zoll-Format kommt. 

Klang

Panasonic TX-65EXW784 Menue 13

Toneinstellungen

Akustisch schlägt sich der Panasonic TV im Alltag sehr gut. Die Sprachverständlichkeit ist hoch und auch der Pegel ist für größere Wohnzimmer problemlos geeignet. Darüber hinaus schlagen die Woofer nicht an und sorgen für unschöne Nebengeräusche bei höherer Lautstärke. Die Kulisse könnte etwas dichter und fülliger klingen, das liegt aber grundsätzlich am geringen Gehäusevolumen der Flachbildschirme und ist jetzt beim EXW784 nicht extremer ausgeprägt als bei vielen anderen TV-Geräten. Vier EQ-Modi (Standard, Musik, Ambiente, Benutzer) unterscheiden sich geringfügig, aber merklich. Wer empfindlich reagiert bei brilliantem Hochtonbereich kann diesen Umstand mit Ambiente etwas dämpfen. Beide Modi wirken etwas räumlicher und bei Musik werden die unteren Mitten ein wenig angehoben. Im Benutzer-Modus kann man auf die Bass/Höhenregler nicht zugreifen, dafür steht einem ein Equalizer zur Verfügung, der in bestimmten Frequenzbereichen abschwächend oder verstärkend eingreift (+/- 6 dB). Außerdem bringt der Panasonic auch einen virtuellen Surround-Modus und eine Bassverstärkung mit. Mit der Funktion „Auto-Pegel“ kann der TV extreme Pegelschwankungen angleichen.

Bei „Independence Day – Die Wiederkehr“ aktivieren wir den virtuellen Surround-Modus und verwenden ansonsten den Modus „Standard“. Für uns unverständlich ist, dass, wie bereits auch im vergangenen Jahr, keine dedizierte Film-Betriebsart in den Sound-Einstellungen vorhanden ist. Für Musik gibt es, wie schon weiter oben erwähnt, eine eigene Betriebsart. Wie dem auch sei, mit aktivierter virtueller Surround-Funktion sind kleinere Anflüge von Räumlichkeit durchaus wahrzunehmen, alle Großes sollte man aber nicht erwarten. Hier gibt es TVs, die akustisch mehr Performance bringen. Der EXW784 ist aber auch, wie schon an anderer Stelle erwähnt, preislich durchaus als günstig zu bezeichnen und dafür visuell bärenstark. Da kann man es unserer Meinung nach in Kauf nehmen, dass akustisch solide Hausmannskost geboten wird – die keinesfalls schlecht, aber eben auch nicht überwältigend ist. Die gute Stimmverständlichkeit und die ordentliche Dynamik sorgen jedenfalls auch für partielles Lob. Der Bassbereich ist etwas arg schwach. Keinesfalls in Betrieb nehmen sollte man den Bassverstärker, der nur das Maß der Verzerrungen verstärkt und sonst nichts Positives leistet. 

Fazit

Panasonic TX-65EXW784 Front Seitlich2

Panasonic TX-65EXW784

Für einen vergleichsweise schlanken Kaufpreis von 2.399 EUR kokettiert der 65-Zöller, der in der Energie-Effizienzklasse A+ eingeordnet ist, mit zahlreichen Reizen. Er ist sauber verarbeitet und bietet einen äußerst robusten Standfuß. Er ist dank des Quattro-Tuners, des bestens bestückten Video-EQs und dank der umfangreichen Menü-Funktionen blendend ausgestattet. Dass die Navigation absolut reibungslos und zügig abläuft, verschafft dem Panasonic weitere Pluspunkte. Die mitgelieferte, klassische Tastenfernbedienung bietet zwar bestimmt nicht einen besonderen High-Tech-Anspruch, lässt sich dafür aber einfach handhaben. Jeder, der einmal einen Panasonic-TV besaß, kommt damit sofort zurecht. Aber auch Panasonic-„Neulinge“ gewöhnen sich sehr schnell ans gut in der Hand liegende Bedienwerkzeug. 

Hinsichtlich der Bildgüte begeistert der EXW784 bei der Darstellung von Ultra HD Blu-ray-Material mit HDR. Gegenüber dem Vorgängermodell DXW784 von 2016 wurde vieles gekonnt und nachvollziehbar feingetunt und optimiert: Schwarzwert, HDR-Effekt, Natürlichkeit der Farbwiedergabe, visuelle Gesamtbrillanz – überall ist der EXW784 sichtbar besser. Auch bei der Blu-ray Darstellung haben wir kaum etwas auszusetzen. Trotz EDGE LED bietet der EXW784 dank der Optimierung der Local-Dimming-Technologie auch bei Blu-rays einen sehr guten Schwarzwert sowie Kontrast. Selbst die Frame-Interpolation, der wir ja als 24p-Enthusiasten eher kritisch gegenüber stehen, findet in der niedrigen Einstellungen großen Gefallen und gehört mit zum Besten, was der Markt derzeit zu bieten hat.

Die akustischen Eigenschaften gehen in Ordnung, stellen aber keine Revolution oder einen neuen Maßstab dar. Aber man muss auch bedenken, dass der EXW784 mit knapp 2.400 EUR auch schon beinahe als Schnäppchen zu bezeichnen ist, der im Gegensatz zu zahlreichen Konkurrenten auch noch die Darstellung von 3D-Inhalten unterstützt. Insgesamt also eine reife Leistung – mehr Ultra HD-TV für weniger Geld dürfte aktuell schwer zu finden sein. 

Erstklassige Performance gibt es auch zum günstigen Preis – der Panasonic TX-65EXW784 beweist dies eindrucksvoll
preisklassenreferenz
65 Zoll Ultra HD-TVs Oberklasse
Test 24. April 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. April 2017




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