XXL-TEST: Panasonic Ultra-HD-Fernseher TX-55CXW804 – visueller Champion mit THX- und ISF-Bildmodi

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Der Panasonic TX-55CRW854 hat als erster Curved-TV aus dem Hause Panasonic exzellent in unserem Testbericht abgeschnitten. Mit 3.199 EUR ist das High-Tech-Modell auch ziemlich kostspielig, hat aber, wie viele Smart VIERA Panasonic-TVs, auch einen deutlich geringeren Preisverfall als viele Mitwettbewerber. Die ganze edle Technik gibt es als TX-55CXW804, ebenfalls mit 139 cm Bildschirmdiagonale, auch in „flacher“ Verpackung – also als konventionellen Flat-TV – für 2.499 EUR. Stromsparern sei gleich gesagt, dass auch dieses Panasonic-Modell der Energie-Effizienzklasse A entspricht.

Der „4K-PRO-UHD-Fernseher“ bringt als Highlight den „4K Studio Master-Bildprozessor“ und „Direct LED“ Hintergrundbeleuchtung mit – also handelt es sich hier nicht um einen Edge-LED LCD-TV, sondern um einen LCD-Fernseher, dessen LEDs fürs Backlight flächendeckend hinter dem Panel untergebracht sind,. Diese Ausstattungsmerkmale sorgen für eine bestmögliche Darstellung in 3.840 x 2.160 Pixeln, ganz gleich, welches Quellmaterial gerade eingespeist wird. Dank des „Super Bright Panel“soll er TX-55CXW804 eine enorme Bildhelligkeit erreichen – wie unsere Test-Sequenzen später zeigen, ist dies auch in der Praxis der Fall. „Supreme Contrast“ sowie „Studio Master Colour“ sind für erstklassigen Kontrast und eine authentische, fein differenzierte Farbwiedergabe zuständig.

Panasonic TX-55CXW804 Rueckseite Seitlich

TV von hinten – mit 2.499 EUR ist er recht teuer für ein 55-Zoll-Gerät

Dank Local Dimming Pro sind auch Schwarzwert und Detailkontrast, zumindest laut Hersteller, überwältigend. Wir können aber schon an dieser Stelle versichern: Auch im Praxisbetrieb muss sich der TX-55CXW804 nicht verstecken und bietet souveräne Leistungen. Zurück zur Ausstattung. Viele ab Werk vorhandene Bildprogramme sind beim 804er besonderes Merkmal. Neben Dynamik, Normal, Cinema, True Cinema und einem User-Preset sind noch die beiden ISF-Modi Professionell 1 und Professionell 2 (entsprechend ISF Day und ISF Night) an Bord. In den technischen Daten auf der Website nicht aufgeführt, aber in der Praxis vorhanden sind die beiden sehr guten THX-Bildmodi THX Cinema und THX Bright Room – der TX-55CXW804 ist THX-zertifiziert, was sein Display angeht. Die THX-Modi hat die „Curved-Verwandtschaft“ nicht an Bord, der TX-55CXW804 aber sehr wohl. Wir haben gern beim Filmgenuss im abgedunkelten Raum wieder auf THX Cinema als Bild-Voreinstellung zurückgegriffen.

Vorzug des TX-55CXW804 ist der große Betrachtungswinkel von 176 Grad – laut der technischen Daten. Auch in der täglichen Praxis kann auch ein größerer Personenkreis z.B. einen Film zusammen ansehen, ohne dass diejenigen, die etwas aus dem idealen Bild-Fokus sitzen, mit nennenswerten Einschränkungen leben müssen. Allerdings „kippt“ das Bild des CXW804 dann plötzlich, das heißt, weiter außen sitzende Personen müssen sich dann mit Helligkeitsveränderungen und Farbverfälschungen auseinandersetzen. Wer gerade auf das Trend-Thema High Dynamic Range abhebt: Hier wird es für den TX-CXW804 ein entsprechendes Firmware-Update geben.

Der TV hat einen 4K Direkt-Modus und ist auch für den 3D-Betrieb gerüstet. Zum Einsatz kommen hier aktive Shutterbrillen und keine passiven Polfilter-Brillen. Für fließende Bewegungen in außerordentlicher Schärfe ist die 4K 1.600 Hz BMR Zwischenbildberechnung zuständig. Im Testbetrieb hat sie sich durch hervorragende Talente bewährt. Ohne das Bild unnatürlich erscheinen zu lassen, konnten wir flüssige Bewegungen und Kamerafahrten bewundern. Um bei allen Anwendungen mit hoher Rechenleistung zu glänzen, ist ein leistungsstarker Quad Core Pro-Prozessor integriert. 

Panasonic TX-55CXW804 Fernbedienungen

Mitgelieferte Fernbedienungen

Der Panasonic-TV ist mit My Home Screen 2.0 ausgestattet. Der User kann sich seinen eigenen Begrüßungsbildschirm zusammenstellen, auf dem die Elemente zu finden sind, die der User dort haben möchte. Man kann sich aus dem Internet direkt mittels des TVs auch Design-Vorlagen für neue Home Screens herunter laden. Der TX-55CXW804 basiert, wie die meisten anderen 2015er Panasonic-TVs, auf dem Firefox OS-Betriebssystem. Dieses haben wir schon in früheren Testberichten sehr gelobt, und auch der TX-55CXW804 macht hier keine Ausnahme. Schnelle Reaktionen auf Fernbedienungs-Befehle, flotter Download z.B. von neuen Apps aus dem Internet, hohe Zuverlässigkeit – von diesem Standard sind Konkurrenten teils deutlich entfernt. Natürlich gibt es auch, neben einer Vielzahl von anderen Apps, VoD-Dienste, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Mittels des Firefox-Browsers ist der Zugang zum freien Internet möglich. Steuern kann man den Panasonic-TV wahlweise mit den beiden mitgelieferten Fernbedienungen (einmal konventionell mit Tasten, einmal mit Touch-Feld und integriertem Mikrofon für die Sprachsteuerung) oder mittels der Panasonic Remote App 2 für Smartphone und Tablet. Die Panasonic-App ist außergewöhnlich gut gelungen und offeriert sogar Möglichkeiten (Smart Calibration) zur Bild-Kalibrierung. Wir gehen auf die Smart Calibration später noch genauer ein, hier ein paar Screenshots zur App: 

Panasonic_CXW804_App_Geraeteauswahl

Geräteauswahl

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Funktionsübersicht

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Zugriff auf Apps, App Market, YouTube, Maxdome als VoD Service, TV-Guide, Webbrowser

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TV-Programm auf dem Smartphone

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Schiebt man den Webbrowser oben rechts ins Fenster, erscheint dieser Inhalt auf dem TV – dann nicht in Form der Mobile-Website, sondern in Form der normalen

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Man kann die App auch wie eine normale Fernbedienung nutzen. Dazu stehen verschiedene Screens zur Verfügung. Hier Kanalwechsel und Lautstärkeanpassung

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Navigationskreuz

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Zusatzfunktionen

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10er Tastatur

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Play- und Aufnahmetastatur

 Akustisch ist VR-Audio Master Surround 2.1 an Bord. Das System besteht aus zwei schlanken Frontlautsprechern und zwei Subwoofern. Die Leistung liegt bei 40 Watt (20 Watt Front-LS plus 20 Watt Woofer). Dolby Digital Plus wird unterstützt, und es finden sich mit Standard, Musik und Ambiente verschiedene Sound-Modi. Der Anwender hat auch ein Sound-Preset für eigene Justagen frei. 

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Sogar HiRes-Flac-Dateien mit 96 kHz Samplingfrequenz gibt der TX-55AXW904 wieder

Der TX-55CXW804 besitzt einen Mediaplayer, der folgende Formate unterstützt: 
AVCHD 3D/Progressive, SD-VIDEO/AVI/HEVC/MKV/WMV/MP4/M4v/FLV/3GPP/VRO /VOB/TS/PS, MP3/AAC/WMA Pro/FLAC/Apple Lossless/WAV, JPEG/MPO. Damit dürfte so ziemlich alles abgedeckt sein, was in der Praxis an Quellmaterial zur Verfügung steht. Der TV bringt HbbTV und PVR (Personal Video Recording) Funktion mit. Tuner-seitig ist alles an Bord, was das Herz begehrt. Panasonics „Quattro-Tuner“ umfasst DVB-T2, DVB-S2, DVB-C (als Doppel-Tuner) und auch die SAT>IP-Funktion, Innerhalb dieser kann der TX-55CXW804 die Rolle als Server oder Client spielen. Natürlich besitzt der Fernseher auch eine DLNA-Lizenz.

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Es gibt sogar noch einen Scart-Anschluss, ebenso einen Komponenteneingang. Modern geht es auch – Doppeltuner mit 2 x Anschluss für DVB-S2, Ethernet

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3 x USB, 3 x HDMI

Panasonic TX-55CXW804 Anschluesse Rueckseite Gesamt

Übersicht

Kritik gibt es für lediglich 3 HDMI-Anschlüsse, die aber selbstverständlich der Spezifikation 2.0 inklusive dem Kopierschutz HDCP 2.2. Von den HDMI-Terminals sind zwei unten und eines seitlich verbaut. ARC wird natürlich auch unterstützt. Zwei Common Interface-Slots sind an Bord, sie entsprechen der Version 1.3. Der TX-55CXW804 hat auch drei USB-Slots, einer entspricht der USB-Version 3.0, zwei der älteren Spezifikation USB 2.0. Der Panasonic bringt ferner einen SD-Karten-Eingang mit, des Weiteren sind ein gemeinsamer Composite/Component-Eingang, ein 3,5 mm Kopfhörer-Ausgang, ein optischer Digitalausgang und ein Scart-Anschluss für die Kontaktaufnahme mit älteren Quellgeräten vorhanden. 

Panasonic TX-55CXW804 Screenshot 1

Wahl der Menüsprache

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Wahl des Landes

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TV-Signalwahl

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Sendersuchlauf DVB-S2 – zuerst wird der LNB überprüft

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Sendersuchlauf beginnt nun

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Netzwerk-Verbindung

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Netzwerk-Status

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Nutzung der Touchpad-Remote

Die Bedienung läuft, wie wir es kennen, flüssig und ohne Schwierigkeiten ab. Nimmt man den TV das erste Mal in Betrieb, hilft ein Einrichtungsassistent, der unter anderem den automatischen Sendersuchlauf und die Einrichtung ins Netzwerk organisiert. Ins Netzwerk eingebunden werden kann der TV natürlich wahlweise drahtlos oder kabelgebunden.

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Firefox-Hauptmenü

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Geräte

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Apps

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Panasonic VIERA App Market

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Zugang zum freien Internet

Die Funktionsweise der Touch-Remote wird ebenfalls erklärt, in diese ist auch ein Mikrofon für die Nutzung der Sprachfunktion integriert. So kann man dem TV einfach Suchbefehle geben, er kann z.B. nach Kriminalfilmen oder Komödien suchen, und meist kommen die Ergebnisse zuverlässig. Auch aufs Web kann man die Suche erweitern. Das Grundmenü kommt immer, wenn man es per „HOME“ Taste aufruft. Über „MENU“, besonders einfach auf der großen Tasten-Fernbedienung, findet man dann beispielsweise die Video- und die Audio-Einstellungen. 

Panasonic TX-55CXW804 Verarbeitung

Schmaler Rahmen in hochwertiger Qualität

Panasonic TX-55CXW804 Standfuss Rueckseite

Standfuß von hinten

Panasonic TX-55CXW804 Standfuss Front

Standfuß im Detail von vorne

Der TV wiegt ohne Standfuß 22 kg, mit Standfuß 24 kg – hier merkt man gleich, wie solide und hochwertig die Standfußkonstruktion aus titanfarbenem Metall ausgeführt ist. Praktisch ist der Standfuß nicht unbedingt, da das Sideboard, auf dem er Platz findet, ziemlich breit sein muss, damit der Fernseher solide steht. „Wer schön sein will, muss leiden“ – in diesem Falle der stolze Besitzer des TX-55CXW804, der im schlimmsten Fall ein neues Sideboard oder TV-Rack erstehen muss. Bleibt als Ausweg die Wandmontage. Der TX-55CXW804 ist insgesamt extrem solide und edel verarbeitet. Der schmale Rahmen überzeugt optisch und haptisch, überall, wo Material aufeinander trifft, finden sich gleichbleibende Spaltmaße, die überdies sehr gering ausfallen. Die beiden mitgelieferten Fernbedienungen sind ebenfalls tadellos verarbeitet. Der TV ist ohne Sockel 1.237 mm breit, 719 mm hoch und 54 mm tief. Mit Standardsockel ist er immer noch 1.237 mm breit, aber nun 754 mm hoch und 246 mm tief. 

Bild

Es folgen nun umfangreiche Bild-Testreihen, bei denen Sie vielleicht ein Kapitel vermissen werden: 3D-Wiedergabe. Da Panasonic keine 3D-Brille beim Testgerät mitgeliefert hat und es sich um aktive, das heißt herstellergebundene, Brillen handelt, konnten wir diese Funktion nicht überprüfen. Wir bitten um Entschuldigung. 

Video-EQ

Der CXW804 bringt einen sehr gut bestückten Video-EQ mit, den wir hier kurz vorstellen möchten. Drückt man auf der konventionellen Fernbedienung „Menü“, und wählt anschließend „Bild“ an, ist man schon in den Einstellungen. 

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Video-EQ mit sehr guten Bildprogrammen, hier THX Bright Room – sehr gut bei externem Lichteinfall

An ab Werk vorprogrammierten Bildmodi gibt es Dynamik, Normal, Kino, THX Bright Room, THX Cinema, True Cinema, Benutzereinstellungen (eigenes Setup), Professionell 1 und Professionell 2. Die beiden THX-Bildmodi und die Professionell (ISF) Betriebsarten offerieren jeweils ein Bildfeld für Räume, die komplett abdunkelt sind, und ein Bildfeld für helle Räume. Nach den Bildmodi folgen Regler für Hintergrundbeleuchtung, Kontrast, Helligkeit (falsch herum, eigentlich muss Bildhelligkeit zuerst kommen), Farbe, Farbton, Schärfe und Farbtemperatur. Bei der Farbtemperatur stehen zur Auswahl: Kühl2, Kühl1, Normal, Warm1 oder Warm2. Hier braucht man die ersten drei Möglichkeiten gar nicht in Betracht ziehen, da das Bild selbst noch in Normal deutlich zu kalt ist. Also am besten „Warm2“ verwenden. Dann kann man mit stimmigen Ergebnissen, das zeigt auch der Display Basic Check, rechnen. Es folgt das Colour Management, das man zu- oder abschalten kann, und das nicht in Verbindung mit jedem Bildprogramm (bei THX-Modi geht es z.B. nicht) anwählbare Farb-Remastering.

Die adaptive Backlight-Steuerung, der Umgebungssensor für die automatische Anpassung der Helligkeit ans Umgebungslicht, sowie die mehrstufig schaltbare Rauschunterdrückung folgen nun. Weiter geht es mit dem „Remaster-Prozess MPEG“, der typische Klötzchenbildung wirksam unterbindet und die Klarheit der visuellen Konturen schärft. „Remaster-Prozess Auflösung“ ist ein relativ gut funktionierender Algorithmus zur Verbesserung der Bildauflösung. Etwas genauer muss das „Kontrast-Remastering“ umschrieben werden. Hier werden helle Bildbereiche bezüglich Helligkeit und Kontrast möglichst authentisch dargestellt. Wird diese Einstellung aktiviert, darf die adaptive Backlight-Steuerung nicht ausgeschaltet sein.  Auch die Kontrastregelung (in den erweiterten Bildeinstellungen) sollte aktiv sein. „24p Smooth Film“ ist der nächste im Video-EQ folgende Parameter. Diese Funktion soll helfen, bei 24p-Material Ruckeln bei Kameraschwenks und Kamerafahrten zu unterdrücken. 

Es folgen die „Erweiterten Bildeinstellungen“. Bei der Kontrast-Regelung gibt es eine automatische und eine manuelle Betriebsart. Wählt man die manuelle Betriebsart, kann man im entsprechenden Submenü die adaptive Gamma-Steuerung, den Schwarzwert-Expander und die Bereinigung des Weißwerts selber justieren. Danach kommt die Option „Farbskala“, mit der man nur arbeiten kann, wenn die Einstellung „Farb-Remastering“ (für eine automatische Anpassung des Bildes auf die Farbskala des Bildschirms) auf „Off“ steht. Dann stehen bei „Farbskala“ zur Auswahl: Natürlich, REC.709, SMPTE-C sowie EBU. Das bietet sonst kein Konkurrent. Weißabgleich (Weiß- und Grauabgleich jeweils für Rot, Grün und Blau separat, plus Detaileinstellungen: Eingangssignalpegel, Weißabgleich R, G, B)) sowie Farbabgleich (Farbton Rot, Sättigung Rot, R-Luminanz, das Gleiche auch für Grün und Blau. Hinzu kommen die Detaileinstellungen: Farbton Cyan, Sättigung Cyan, C-Luminanz, das Gleiche auch für Purpur und für Gelb, also ein komplettes Farbmanagement für die Sekundärfarben). Es folgt das Submenü „Gamma“ mit Eingabemöglichkeit für den Gammawert und Detaileinstellungen (Eingangssignalpegel und Verstärkung). In den „3D-Einstellungen“ kann der Anwender folgendes justieren: 3D-Modus, 2D->2D-Level, 3D-Einstellung, L/R-Bildtausch. 

Hervorragend: Mit der Panasonic TV Remote 2 App kann man mittels der „Smart Calibration“ Funktion alle Bildparameter semiprofessionell anpassen. Es ist möglich, Konfigurationen zu speichern und direkt auf den TV zu übertragen. Ebenfalls kann man, sollte man sich vertan haben, mit einer Geste alles auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Ein so mächtiges Video-EQ-Tool in einer Steuerungs-/Multimedia-App bietet derzeit kein anderer Hersteller an. Hier ein paar Screenshots:

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Präzise Optimierungsmöglichkeiten, gegeben per App, hier beim Thema Farbraum

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Exakte Kalibrierungsmöglichkeit hinsichtlich jeder einzelnen Farbe

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Gammakurve und Gammapunkt

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Zugriff auf alle Parameter des Video-EQ

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Die zahlreichen Zusatzfunktionen des Video-EQs lassen sich durch die App einstellen

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Auch die sehr gute Frame Interpolation können per App in den gewünschten Modus versetzt werden. „Mittel“ ist hier empfehleswert – hängt aber auch immer von der Quelle ab

Insgesamt brilliert der CXW804 mit hervorragendem Video-EQ, der vom Einsteiger, der einfach eines der exzellenten vordefinierten Bildfelder wählt, bis zum Anwender mit semioprofessionellem Anspruch (der mit Messsonde arbeitet und im Detail optimieren möchte) jedes User-Profil mit einbezieht. 

Display Basic Check

Panasonic bietet durchaus eine mehr als solide Auswahl bezüglich der geeigneten Bildprogramme an, allerdings beschränkt sich die Auswahl für authentische und natürliche Film-Wiedergabe auf Kino, THX Cinema und Bright Room sowie True Cinema. Dazu zählen natürlich auch die beiden „Professionell“-Bildfelder, die insgesamt eine sehr ähnliche Farbtemperatur aufweisen und dem versierten Anwender vielfältige Einstellungsmöglichkeiten bieten. Die übrigen Bild-Presets sind allesamt zu kühl oder weisen spezifische Einstellungen auf. Die erwähnten Modi sind prinzipiell geeignet, allerdings laufen z.B. bei „Kino“ noch dynamische Optimierer wie „Farb“- oder „Kontrast-Remastering“ mit. Die THX Bildfelder lassen weniger Einstellungsmöglichkeiten zu, THX Bright Room ist für eine authentische Darstellung trotz Umgebungslicht gedacht. Wir wählen Professionell 2, da uns dieses Bildfeld sehr nahe am Ideal gelegen scheint.

Das erste Testbild der Burosch Professional TV und Beamer Calibration Disc zeigt uns, das kein Overscan mehr aktiv ist, hier müssen wir also keine weiteren Schritte unternehmen. Auch das Black Level Test Pattern zeigt keine Probleme auf. Die Helligkeit muss nicht verändert werden, sämtliche Balken ab dem Wert 17 sind differenzierbar, darunter bleiben die Unterschwarz-Balken unentdeckt. Die Helligkeitsverteilung des Panasonic TVs ist, nebenbei erwähnt, hervorragend. Zwar kann man an den Kanten links und rechts minimal eine leichte Erhellung des Bildbereiches erkennen, diese ist aber minimal und fällt im Praxisbetrieb nicht auf. Auch Hot Spots gibt es keine. Wer nach Blu-ray und rec.709 einstellt, muss den Kontrast von 90 auf 100 anheben, da sonst die Bereiche über 235 im „White Level“ Testbild, differenzierbar sind. Die Schärfe ist, wie häufig bei Panasonic TV-Geräten, nicht überzogen und kann beim voreingestellten Wert belassen werden.

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Solide bei der Konstanz der korrekten Farbtemperatur in Abhängigkeit von der Bildhelligkeit. Bei 10 Prozent ist die Abweichung auf den Messsensor zurückzuführen

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Auch hier sieht man: Minimal ist das Bild zu kalt, aber nicht gravierend

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Exzellente Gammakurve

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Nur geringe Abweichungen

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Überall wirklich gute Ergebnisse, die sich auch im Konkurrenzumfeld sehen lassen können

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RGB-Balance

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Farbhelligkeit in Bezug auf Weiß

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Übersicht 1

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Gamma-Messungen in der Übersicht

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RGB-Balance, Farbtemperatur im Überblick

Der flache Panasonic TX-55CXW804 liefert im Display Basic Check ausgezeichnete Ergebnisse ab. Der HD-Farbraum rec.709 wird exzellent getroffen, die Abweichungen bei Magenta, Gelb und Grün sind so minimal, dass sie kaum auffallen. Auch beim Weißpunkt im Detail sieht man, dass hier sauber gearbeitet wird. Die verschiedenen Helligkeitsbereiche liegen zwar leicht abseits des Idealpunkts, aber allesamt nahe beieinander. Die Farbhelligkeit in Relation zum Referenz-Weiß ist ebenfalls exzellent. Zwar wirkt die Abweichung im Balkendiagramm bei Rot, Magenta und Gelb eklatant, liegt aber insgesamt nur bei -6. Beim Gamma können wir eigentlich nichts kritisieren, über den ganzen Helligkeitsverlauf wird hier beinahe durchgehend 2,4 geboten. Bei der Farbtemperatur können wir nicht ganz so viel Lob aussprechen, dennoch zeigt der Panasonic hier immer noch gute Ergebnisse. Aufgrund einer Unterrepräsentation von Rot ist die Farbgebung geringfügig zu kühl. 

Ultra-HD-Videomaterial mit 3.840 x 2.160 Pixeln Auflösung, „UHD-Showcase“ von Florian Friedrich, zugespielt per Ethernet-Kabelverbindung vom Home Server (H.264/verpackt in MP4)

Um Videomaterial vom Server abspielen zu können, muss man im „Home Menü“ ganz einfach auf „Geräte“ gehen. In einer Übersicht wird anschließend auch das NAS- oder Home Server-System angezeigt, auf dem die gesuchten Inhalte untergebracht sind, einfacher geht es kaum noch.  Wir starten direkt die Wiedergabe des UHD-Showcases, und freuen uns über die farbenprächtigen Aufnahmen aus Griechenland. Der Panasonic bietet hier insbesondere in den beiden „Professionell“ (ISF Day&ISF Night) Betriebsarten ein sehr homogenes Bild, mit wohl dosierter, fein austarierter Farbbrillanz und hoher Gesamtdynamik. 

Das türkisblaue Meer, der weiße Kirchturm und der Strand wirken farbecht, zudem sehr dreidimensional. Der Panasonic offeriert eine Bildstaffelung mit gleichbleibender Schärfe, auch die hinteren Bildebenen bieten ein hohes Maß an Detailtreue und Bildschärfe. 

Auch die schneebedeckte Ausblick von der Zugspitze auf knapp 3.000 m in die Ferne zeigt, dass es durchaus sichtbare Differenzen zwischen Ultra-HD-Mittelklasse-TVs und welchen der angehenden Oberklasse gibt. Dieses Maß an feinster Detaillierung, welches wir selbst in den hinteren Bildebenen entdecken, zusammen mit einem überragenden Detailkontrast, gibt es bei Budget-Modellen nicht zu sehen. Der CXW804 überzeugt uns auch mit seinem Schwarzwert, dank der Direct LED-Hintergrundbeleuchtung ist dieser so ausgeprägt. Hier zeigt uns der CXW804 einen Vorzug gegenüber Edge LED-LCD-TVs auf. 

Im Showcase meistert der Panasonic auch die Timelapse-Sequenzen, ganz gleich ob in Rom oder in der Wildnis, souverän. Er zeigt den regen Verkehr vor dem Kolosseum lebendig und ohne Ruckeln oder Unschärfen, und die beeindruckenden Wolkenformationen über dem See werden plastisch und fein differenziert dargestellt. Der Panasonic schafft es, einen allumfassenden Bildeindruck sicherzustellen, der keine Facette unberücksichtigt lässt. Daher verwundert es kaum, dass er auch die Nahaufnahmen zahlreicher Vögel und Schmetterlinge so überzeugend präsentiert. Die zarten Flügel des Schmetterlings wirken so, als säße das Insekt direkt vor einem auf dem Tisch. Und das Gefieder der Vögel lässt keine Einzelheit vermissen, jede Feder ist klar sichtbar. Die Blumen sind farblich sehr gut getroffen, in den ISF-Bildprogrammen macht der Panasonic auch nicht den Fehler vieler Kontrahenten, Farben übersättigt und somit „zu bunt“ wiederzugeben. 

UHD-Trailer von YouTube: Avengers – Age Of Ultron, Star Wars Episode 7 – Das Erwachen der Macht, Transformers – Ära des Untergangs:

Der Panasonic kann in allen drei Trailern dank seines sehr guten Schwarzwertes und des ausgezeichneten Gesamt- und Detailkontrastes punkten und sich so von anderen UHD-Konkurrenten in wichtigen Disziplinen absetzen. Auch, dass es praktisch keine störenden Hot Spots in den Ecken bzw. nahe der Ecken das Sehvergnügen stören, ist einer positiven Bewertung des CXW804 zuträglich. Er offeriert in der kurzen Sequenz im Star Wars-Trailer, als die Stormtroopers aus dem Transporter aussteigen, eine sehr gute Kontrast-Differenzierung, das Bild wirkt ebenso plastisch wie in der Szene in Transformers 4, als Cade Optimus Prime in einem alten Kinosaal in Gestalt eines schrottreifen Trucks entdeckt. Auch hier beeindruckt, dass der Panasonic beinahe jedes Detail auch in den dunklen Bildteilen glaubwürdig betont. Bei „Age Of Ultron“ wirken die gigantischen Kämpfe sehr farbenfroh, ohne dass der Panasonic Farben zu knallig darstellt. Dieser nahezu perfekte Kompromiss aus Farbenpracht und Authentizität ist praktisch einzigartig, ist beim CXW804 aber auch abhängig vom gewählten Bildprogramm.

Für unsere „UHD-Trailer-Show“ haben wir, bei komplett abgedunkeltem Raum, den „THX Cinema“-Bildmodus verwendet. In dieser Betriebsart ist ein Kino-gemäßes, präzise gestaffeltes Bild zu sehen, das auch stark gehobene Anforderungen souverän zufrieden stellt. Wir resümieren, was wir auch aus dem UHD-Showcase von Florian Friedrich bereits als Quintessenz gezogen haben: Direct LED-Technik sichert zusammen mit den herausragenden Bildprogrammen höchstes Sehvergnügen. Dieser komplette, klare und vielschichtige Bildeindruck ist uns sonst nur von FullHD-Plasmas und im 4K-Bereich von OLED-TVs bekannt. Panasonic schafft es hier, mit einem konventionellen, sorgfältig konstruierten LCD ein Level zu bieten, welches kein Kontrahent derzeit schafft. Sicherlich, auch beim CXW804 kommt es darauf an, welche Charge man erwischt hat, leider gibt es dieses Problem, dass nicht alle TVs einer Baureihe auch in der Praxis die gleiche Bildgüte aufweisen, bei allen Herstellern vor.

Aber was der CXW804 prinzipiell leisten kann, ist großartig – das beweist im Star Wars 7 Trailer auch der Flug des „Rasenden Falken“ – keine Bewegungsunschärfen, jedes Detail am Raumschiff ist klar erkennbar, auch aus etwas Distanz. Trotzdem erscheint das Bild nie unpassend überschärft, Ringing/Doppelkonturen finden wir nicht. Das Star Wars-Logo im typischen Gelb kommt überragend raus, mit stabilem Stand und die Sterne im tiefen Schwarz des Universums werden scharf und klar präsentiert. 

Upscaling 1.080p auf 2.160p (BD-Material)

Wie schlägt sich der TX-55CXW804 aus visueller Sicht? Wir haben den ganzen Film „G.I. Joe – Die Abrechnung“ als Blu-ray auf dem TV angeschaut, um im THX-Bildmodus „Cinema“ Erfahrungen zu sammeln. Und wir konnten wieder feststellen, dass nicht umsonst Panasonic-TVs einen ausgezeichneten Ruf genießen, gerade dann, wenn Filmmaterial wiedergegeben werden soll. Der Panasonic gibt z.B. die Hauttöne in den Gesichtern der Protagonisten erstklassig wieder, auch unter schwierigen Bedingungen, wie z.B. im Brunnen und Unterwasser, als beinahe die gesamte G.I. Joe Truppe ausgelöscht wird und auch Captain Duke sein Leben verliert. Schon zuvor, beim Einsatz zur Rettung der Kernwaffen, begeistert der Panasonic. Bei den heftigen Schusswechseln in der Raketenbasis beweist der Panasonic, dass er die fließende Bewegungswiedergabe nahezu perfekt beherrscht.

Auch der Schwarzwert begeistert, so z.B. im Flugzeug knapp vor dem Absprung der Elite-Truppe. Generell liefert der Panasonic eine überragende, sauber ausbalancierte Bildschärfe, das erkennt man z.B. am sehr authentisch wirkenden Snake Eyes, dessen Rüstung enorm detailreich, aber ohne störendes Ringing wiedergegeben wird. Snake Eyes ist auch ein sehr gutes Beispiel für die saubere Auseinanderdifferenzierung verschiedener, eng beieinanderliegenden Schwarz-/Grau-Tönen.

Der Detailkontrast des TX-55CXW804 ist demnach erstklassig. Die Homogenität der Ausleuchtung des TVs  hinterlässt einen guten Eindruck. Die finsteren Szenen im Hochsicherheitsgefängnis „Einsargen“ belegen, dass der TX-55CRW804 auch für Film-Liebhaber mit einiger Erfahrung ein geeignetes Device darstellt. Der Kaufpreis ist zugegebenermaßen deftig, aber dafür bekommt man auch Premium-Niveau durch und durch geboten: Die Cobra-Gangster tief unten im Gefängnis in ihren Flüssigkeitsbehältern werden exakt detailliert wiedergegeben, die Detailkontraste sind vorzüglich.

Die hässliche Fratze des sadistischen Gefängnisdirektors kommt plastisch und mit feiner Nivellierung heraus. Als die wenigen Joes, die noch am Leben sind, in eine ehemalige, heruntergekommene Sportstätte als Übergangs-Quartier ziehen, werden die alten PCs und das sonstige Gerümpel im Dämmerlicht detailreich und scharf wiedergegeben. Als dann Lady Jaye im Abendkleid auf den Empfang geht, auf dem der falsche Präsident (von Cobra mittels NanoBytes auf die Optik des echten, gefangengenommenen Präsidenten getrimmt) sie zum Tanz auffordert, überzeugt die Darstellung des Abendkleides mit sauberer, reiner Rot-Wiedergabe.

Auch bei genauem Hinsehen ist kaum Farbrauschen zu erkennen. Es gibt als „Zwischeneinlage“ noch Fights in einem entlegenen Kloster, hoch in den Bergen. Hier treffen Snake Eyes und die inzwischen von Blind Master trainierte Cousine von Storm Shadow, Jinx, auf Storm Shadow selber. Die Kämpfe im Kloster und später an der steilen Felswand werden vom TX-55CRW804 authentisch und mit enormer Bildstabilität wiedergegeben. Einzelheiten an den Felsformationen arbeitet der TV genau heraus. Insgesamt also beeindruckt der TX-55CXW804 in diesem Filmbeispiel mit enormer Bildhelligkeit, authentischer Farbwiedergabe, feinem Detailkontrast, hohem Gesamtkontrast, enorm präzise ausbalancierter Bildschärfe sowie einer dreidimensionalen Gesamtdarstellung.

Verlieren wir noch einige Worte über das Upscaling des 1.080p Materials auf 2.160p. Hier besticht der Panasonic durch Rauscharmut und enormes Detaillierungsvermögen. Selbst erfahrene Betrachter können sich vorstellen, dass es sich beim gezeigten, von BD stammenden Inhalt um natives UHD-Material handelt – Bildschärfe, Rauscharmut und Detailtreue würden dies locker hergeben. 

Upscaling 576p auf 2.160p (DVD-Material, de-interlaced vom Panasonic DMP-BDT375)

Und wenn der Panasonic 576i DVD-Material hochskaliert, welches zuvor vom Panasonic DMP-BDT375 de-interlaced wurde? Leider beherrschen kaum noch aktuelle Blu-ray-Player die 576i-Ausgabe. Somit muss man das De-Interlacing, ein heikles Thema wegen Treppstufenbildung und Bildruhe, dem BD-Spieler überlassen. Beim Panasonic BDP ist dies aber nicht so störend, da er ein sauberes, akkurates De-Interlacing durchführt, trotz dies niedrigen Marktpreises von derzeit rund 120 EUR. Wir haben uns Star Wars Episoide III angesehen und sahen unsere Meinung bestätigt, dass das Upscaling des TX-55CXW804 höchsten Ansprüchen genügt. Schon die gelbe Laufschrift zu Beginn des Films wird farbecht wiedergegeben, um die Lettern sind kaum Artefakte sichtbar.

Der Sternzerstörer, der kurz darauf durchs Bild fliegt, sieht so detailreich aus und fliegt so ruhig, dass man verwundert ist – hier soll schlecht auflösendes SD-Material die Basis sein? Der Flügel des riesigen Raumschiffs, der im Schatten liegt, kommt ausgezeichnet heraus. Der Panasonic beweist wieder ein Können bezüglich des Kontrastes. Als dann die beiden Raumjäger von Obi-Wan und Anakin knapp über der Oberfläche des Raumschiffes fliegen und anschließend nach unten Richtung Schlacht abbiegen, bewundert man das scharfe, stabil stehende und rauscharme Bild. Das Panorama, welches sich eröffnet, als man auf die verschiedenen Bildebenen hindurch bis nach unten auf die Planetenoberfläche blicken kann, gelingt dem CWX804 erstklassig, denn selbst die weit unten liegenden Raumschiffe und Raumstationen sind noch scharf erkennbar.

Trotz der Schärfe finden sich kaum Doppelkonturen oder Artefakte. Als dann Obi-Wan und Anakin in ihren Raumjägern gezeigt werden, fällt ein weiteres Mal auf, wie gut der Panasonic-TV die Präsentation von Hauttönen arrangiert – natürlich und ausgewogen, zudem facettenreich. Die zahlreichen Explosionen im Verlauf der Raumschlacht, die herumfliegenden Droiden und Raketen bereiten dem leistungsstarken TV keine Probleme, er liefert stets ein Bild mit einer Detailvielfalt, die für SD-Basismaterial beispielhaft ist. 

TV-Tuner

Bei DVB-S2-Sendern zeigt uns der CXW804 typische Panasonic-Qualitäten. Bei der Daily Soap „Sturm der Liebe“ beeindruckt das stabile und sehr rauscharme Bild. Farben wirken authentisch, die Hautfarben in den Gesichtern der Protagonisten werden facettenreich und lebendig präsentiert. Im Modus „THX Bright Room“ kann man auch mit Gesamt- sowie Detailkontrast zufrieden sein. Die Bildschärfe ist natürlich, Ringing tritt praktisch nicht auf. Das gesamte Bild ist enorm sauber, auch störende Artefakte sind kaum zu erkennen. Auch bei „Tagesschau24“ überzeugen uns die Studio-Aufnahmen mit Moderator und Gästen durch hervorragende Bildschärfe, hohe Farbtreue und geringe Rauschneigung. Nur im Orangerot der Couch, auf dem die Moderatorin sitzt, sind leichte Rauschmuster zu erkennen. In den Reportagen wirken die Kamerabilder ebenfalls lebendig, authentisch und überzeugen durch Schärfe und Detailtreue. Bewegungen werden ohne erkennbare Schärfeverluste wiedergegeben, ganz gleich, ob Kamerafahrt und eine Person, die sich bewegt.

Selbst SD-Sender sehen erstaunlich gut aus, gerade, wenn man etwas Distanz zum TV hat. Phoenix kann man demnach durchaus ansehen, obwohl hier von 576i auf 2.160p skaliert und de-interlaced wird. Dank der hohen internen Rechenleistung wird ein recht ruhiges Bild mit nicht zu starker Rauschneigung geboten. Wenn man näher vorm TV-Gerät sitzt, ist die Bildschärfe natürlich ein Problem, richtig scharfe Konturen finden sich, typisch für 576i Material, nicht. Aber selbst dann sehen wir, dass dem Panasonic die Darstellung von TV-SD-Inhalten deutlich besser gelingt als den meisten Kontrahenten. Bei diesen rauscht das Bild mehr, zudem verschwinden noch mehr Einzelheiten, gerade in dunklen oder hellen Bildteilen. Hier besticht der CXW804 durch seinen geschliffenen Gesamt- und Detailkontrast. 

Klang

Panasonic TX-55CXW804 Screenshot 21

Zahlreiche Einstellmöglichkeiten im Ton-Menü

Der User hat die Wahl: Standard, Musik, Ambiente stehen als fertig definierte Klangfelder bereit, wählt man „Benutzer“, kann man selbst verschiedene Einstellungen treffen. Der TV verfügt über einen grafischen EQ mit den folgenden Bändern: 150/200/500 Hz, 1 kHz,, 2 kHz, 4 kHz, 8 kHz, 12 kHz. Bei den Einstellungen im Sub-Menü „Surround“ finden sich „Diffuser Surround“ oder „Virtual Surround“. 

In den allen Testreihen zeigte uns der TX-55CXW804, dass beileibe nicht jeder Flatscreen auch flach klingen muss. Mit recht angenehmen Sound setzte er sich in Szene, klare Stimmwiedergabe, ordentliche Höhen und ansatzweise hörbare Bässe. Für einen TV eine gute Leistung. Richtig Gas gibt der CXW804 akustisch beim Star Wars 7 Trailer: Programm „Standard“ haben wir mit dem „Diffusen Surround“ kombiniert, und wir sind verblüfft, wie kräftig und räumlich der Flatscreen hier antritt. Bässe sind spürbar, die erzielbaren Pegel sind sehr gut, der Music Score klingt tadellos. Stimmen sind gut eingearbeitet und ordentlich verständlich, wirken nur in den Höhen etwas „platt“. 

Das geht auch anders: „Surround“ auf „aus“, Tonprogrammm „Musik“ und „Desperado“ (Flac, 48 kHz, Stereo) in der Adaption von Diana Krall (Album Wallflower Deluxe): Nun hat die Stimme mehr Gehalt und eine bessere Auflösung, selbst das Klavier kommt ordentlich heraus. Der Panasonic klingt besser als manche billige Soundbar und verdeutlicht, dass er sein hohes Niveau auch in Disziplinen halten kann, in dem die meisten Flatscreens nichts zu bieten haben. Bestechend ist, dass der CXW804 nicht nur Flac bis 48 kHz wiedergeben kann, sondern auch Flac 192 kHz/Stereo; Mark Knopflers „Basil“ entfaltet natürlich nicht seine vollen Möglichkeiten, klingt aber erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass das Soundsystem eines Flatscreens den Titel wiedergibt. Klarheit, Dynamik, Herausarbeitung der Stimme und selbst das Volumen sind richtig gut gelungen. 

Konkurrenzvergleich
  • Sony KD-65X9005C: Den Sony haben wir in 65 Zoll getestet, es gibt ihn aber ebenso für 2.499 EUR in 55 Zoll. Dafür erhält der Käufer einen der dünnsten UHD-TVs überhaupt. Nur 4,9 mm misst der Sony im oberen Bereich in der Tiefe. Unten herum wird er etwas voluminöser, denn dort sitzen Anschlüsse und Lautsprechersystem. Der TV ist exzellent verarbeitet und für die Augen eine Wonne. Er präsentiert sich mit leistungsstarker CPU und exzellenter Touchpad-Remote in ausgezeichneter Form. Wer ein sehr intensives, tiefes Bild schätzt und nicht unbedingt 100 % Authentizität benötigt, freut sich über TRILUMINOS für leuchtende, sehr lebendige Farben. Der Sony stellt sehr hell und kontrastreich dar und kommt auch mit HDR-Inhalten zurecht. Der Panasonic kontert mit dem tieferen Schwarzwert, dem besseren Detailkontrast und der homogeneren Helligkeitsverteilung dank Direct LED Backlight. Der Sony zeigte im unteren linken Bildschirmrand Hot Spots, die für Edge Backlight-TVs typisch sind. Natives UHD-Material stellen Sony und Panasonic exquisit dar und weisen günstigere UHD-TVs souverän in die Schranken. Mit unglaublicher Farbbrilianz trumpft der Sony auf, mit exzellentem Schwarzwert und Detailkontrast der Panasonic. Erfreulicherweise bringen beide TVs einen erstklassigen TV-Tuner mit. Im Detail zieht der Panasonic aber vorbei. Zwar offeriert auch der Sony inzwischen neben DVB-C/DVB-S2 auch wie der Panasonic einen DVB-T2 Tuner, allerdings fehlt ihm TV>IP, was der Panasonic dank der „Quattro-Tunereinheit“ an Bord hat. Auch die Bildgüte ist beim Panasonic bei HD und SD Material noch eine Idee geschliffener. Einen Doppeltuner – ein TV-Programm sehen, ein zweites anderes aufnehmen – haben beide. Die TV Remote 2 App von Panasonic ist mit noch mehr Funktionen (Smart Calibration) ausgestattet und sehr einfach zu handhaben. Der Panasonic trumpft auch mit seinen exzellenten Bildmodi auf – allerdings bietet der Sony mit Cinema Pro und Cinema Home hier auch zwei hervorragende Möglichkeiten, gleich ab Werk ein sehr ausgewogenes, leistungsstarkes Bild zu generieren. Das Firefox OS des Panasonic arbeitet mit beiden Remotes, der Touchpad-Remote und der konventionellen Tastenfernbedienung, ausgezeichnet zusammen. Beim Sony funktioniert die Zusammenarbeit nur mit der Touchpad-Remote hervorragend. Die Tastenfernbedienung lässt man lieber gleich in der Verpackung, denn hier ärgert man sich mit verzögertem Ansprechverhalten des TVs auf mit der Fernbedienung gegebenen Befehlen herum. Interessanterweise klingen weder Panasonic noch Sony schlecht – für Flatscreens weisen beide Alternativen einen richtig guten Sound auf. 
  • Es muss mindestens 65 Zoll sein, also 10 Zoll mehr als beim CXW805 in unserem Test? Entweder man nimmt den CXW804 dann in 65 Zoll für 3.999 EUR. Alternative naht von Samsung. Der Direct LED TV UE65JS9590 kommt allerdings auf satte 5.799 EUR UVP. Gut, es ist ein Curved-TV, aber das alleine kann diesen immensen Mehrpreis ebenso wenig rechtfertigen wie das für die Samsung SUHD-TVs typische, sehr hochwertige Panel, das einen erweiterten Farbraum darstellen kann, extrem hell und kontraststark ist. Also ist der 9590 schon recht kostpielig, wer den günstigeren 9090 in 55 Zoll nehmen möchte, verliert den Bonus von Direct LED. Der 9090 hat nur Edge LED-Backlight, ist ebenfalls ein Curved-TV und liegt bei 3.199 EUR, auch recht happig. Visuell kann sich der von uns getestete 9590 nicht vom Panasonic CXW804 absetzen. Das liegt daran, dass der Panasonic einen derartige reifen, erstklassigen Eindruck aus visueller Sicht hinterlässt, dass es schwer ist diesen zu überbieten. Auch hinsichtlich der Ausstattung führt kaum ein Weg an der CXW-Baureihe vorbei. Mit ISF und THX Bildprogrammen,, Quattro-Tuner und bester App geht kaum noch mehr. Und wer auf die Bauform anspielt – Panasonic kann auch Curved, siehe der von uns getestete TX-55CRW854. Der kostet mit 3.199 EUR dann das gleiche wie der Samsung UE55JS9090, hat aber Direct LED und zwei ISF-Modi an Bord. Auf THX-Bildprogramme und THX Display-Zertifizierung verzichtet Panasonic bei diesem Modell. 
Fazit

Panasonic TX-55CXW804 Front Seitlich1

Panasonic „hat es drauf“ – die Ultra-HD-TVs der gehobenen Preisklassen sind vielleicht sogar die derzeit besten TVs mit der enorm hohen Auflösung auf dem deutschen Markt. Dies lässt sich Panasonic aber auch fürstlich honorieren, denn für die unverbindliche Preisempfehlung des TX-55CXW804 findet sich problemlos auch ein großes 65-Zoll-Gerät, und zwar nicht vom No-Name-Anbieter, sondern von angesehenen Marken. Aber – wer das Beste möchte, musste schon immer tiefer in die Tasche greifen. Das Beste heißt im Falle des TX-55CXW804 ein enorm stabiles sowie farbechtes Bild, das zudem mit tiefem Schwarz, hoher Helligkeit und erstklassigem Kontrast zu begeistern weiß.

Dass es ISF- und THX-Bildmodi gibt, die ein Optimum aus dem Display herausholen, ist ebenso Pluspunkt wie das brillante Upscaling von BDs und DVDs sowie die sehr gute Frame Interpolation. Das elegante Design gefällt, die solide Verarbeitung und die hohe Betriebssicherheit wecken Vertrauen. Kritik gibt es für die HDMI 2.0 Terminals, lediglich drei sind dabei. Auch nicht so schön – trotz neuer Batterien in den Fernbedienungen ist es oft schwierig, den TV gleich beim ersten Mal ein- oder auszuschalten. Hier muss man schon ziemlich genau zielen, um gleich das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Trotz dieser kleinen Kritikpunkte präsentiert sich der TX-55CXW804 als hochmoderner, extrem leistungsfähiger UHD-TV mit bestechend gutem Bild. Die erstklassige App mit „Smart Calibration“ untermauert diesen Eindruck ebenso wie der überragende, klassenbeste Tuner, der alle denkbaren Empfangsformen in sich vereint. 

Ein würdiger Champion – es dürfte derzeit schwer sein, einen besseren LCD-TV mit Ultra-HD-Auflösung zu finden
masterpiecelogo
Flat-TVs bis 55 Zoll Luxusklasse
Test 04. November 2015

+ Setzt Maßstäbe bei der Wiedergabe von nativem UHD-Material
+ TV-Tuner ist aktuell Benchmark hinsichtlich Bildgüte und Flexibilität
+ THX- und ISF-Bildmodi
+ Schwarzwert und Detailkontrast erstklassig
+ Hochpräzises Upscaling und De-Interlacing
+ Üppige CPU-Leistung
+ Flottes Betriebssystem, das zudem zuverlässig ist
+ Guter Klang
+ Gediegene Verarbeitung und elegante Optik
+ Herausragende App mit umfangreichen Bildeinstellungsmöglichkeiten

– Blickwinkel: Für weit außen sitzende Betrachter wirken Farben etwas blass
– Nur 3 x HDMI

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. November 2015




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