XXL-TEST: Sony 65-Zoll Ultra-HD-TV KD-65X9005C – ultradünn und extrem leistungsstark?

Sony KD65X9005 Front Seitlich3

Extrem dünne Flatscreens machen sich besonders gut in hochwertigen Wohnumgebungen – Sony möchte beim Edge-LED-LCD-TV KD-65X9005C für 3.499 EUR optische Eleganz und ultrageringe Bautiefe mit modernstem Android-Betriebssystem und erstklassiger Technik kombinieren. Ob dies in der Praxis funktioniert, soll unser ausführlicher Testbericht klären helfen. 

Features und Verarbeitung

Im Preis inkludiert ist eine Wandhalterung, die einen Abstand von lediglich 4 cm zur Wand ermöglicht, ähnlich wie bei einem Bilderrahmen. Möchte man an die Anschlüsse des TVs, dann hebt man unten einfach an. Dass der Sony-TV so dünn ist, verdankt er der Lichtleiterfolie aus Glas, diese Glasplatte hält Panel etc. zusammen und ermöglicht dieses extrem dünne Design. Der elegante, perfekt passende Fuß ist aus hochwertigem und festem Aluminium. Die Serie X90C, so hier die Kurzform, arbeitet mit passiven 3D-Brillen. Motionflow 800 Hz, das Triluminos-Display mit erweitertem Farbraum und der 4K X1 Prozessor sind weitere Merkmale. In Zusammenarbeit mit 4K X-Reality Pro wird jedes Quellsignal optimal auf dem Panel mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten wiedergegeben. Auch ist der TV mit Sonys TRILUMINOS Technologie ausgestattet. Mehr dazu später in der Bildwertung. Insgesamt vier Prozessorkerne besitzt die interne CPU. 

Der Sony verfügt über einen eingebauten Doppeltuner (DVB-C/DVB-S2/DVB-T2), so dass man bequem ein Programm betrachten und parallel ein weiteres aufnehmen kann. 

Die Audio-Ausgangsleistung des eingebauten Sound-Systems liegt bei 4 x 7,5 Watt. Mit an Bord sind S-Force Front Surround 3D und der S-Master Digitalverstärker, der für äußerst geringe Verzerrungen garantieren soll. Dolby Digital, Dolby Digital Plus sowie Dolby Pulse werden unterstützt. 

Neben dem TV-Gerät an sich gehören folgende Komponenten zum Lieferumfang:

  • Akkus (R03 x2)
    Bedienungsanleitung
    Fernbedienung (RMT-TX100D)
    Netzkabel
    Schnellkonfiguration
    Schrauben
    Tischstandfuß (separat, Montage erforderlich)
    Touchpad-Fernbedienung (RMF-TX100E)
    Wandhalterung (unkomplizierte Wandmontage)

Der TV wiegt mit Standfuß 24 kg und ohne Standfuß 23, 2 kg. Er ist ohne Standfuß 145,1 mm breit, 83,5 mm hoch und 3,9 cm tief. Mit Standfuß sind es 145,1 mm Breite, 89,7 mm Höhe und 25,7 mm Gesamt-Tiefe. Sony gibt einen Betrachtungswinkel links/rechts und oben/unten von jeweils 178 Grad an. Er entspricht der Energie-Effzienzklasse A und verbraucht im Betriebsmodus Standard 157 Watt durchschnittlich. Den jährlichen Energieverbrauch beziffert Sony mit 218 kWh. Im Standby-Betrieb werden nur 0,50 Watt verbraucht. 

Der TV präsentiert sich in hochwertiger Verarbeitungs- und Materialqualität. Der extrem schmale Rahmen besteht aus Aluminium, das durch die gebürstete Oberfläche sehr edel erscheint. Der Fuß ist, wie oben schon erwähnt, ebenfalls aus Aluminium. Während der TV oben herum extrem dünn ist, wird er im unteren Bereich etwas bauchiger. Dort finden sich dann das eingebaute Lautsprechersystem und die Anschlüsse. Sony hat auf eine separate Anschluss-Box verzichtet. 

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Extrem dünn, schmaler Rahmen, hochwertige Materialien – der X9005C übernimmt gekonnt die Rolle des „Edelmanns“

Sony KD65X9005 Rueckseite Seitlich

„Knick“ in der Rückseite: Unten, wo die Anschlüsse und das Lautsprechersystem untergebracht sind, wird der Sony etwas dicker

Sony KD65X9005 Standfuss Front

Eleganter und hochwertiger Fuß

Anschlüsse

Der Sony hat ein gutes Anschlussangebot an Bord.

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4 x HDMI, eine Buchse auch mit MHL

Sony KD65X9005 Bedienelemente Rueckseite

Bedienelemente am TV

Sony KD65X9005 Anschluesse Rueckseite1

Sogar eine Scartbuchse liefert Sony noch mit

Der KD-65X9005C besitzt vier HDMI-Eingänge, die alle dem neuesten Standard entsprechen und 2.160p 50/60p verarbeiten sowie mit HDCP 2.2 ausgestattet sind. Ferner finden sich drei USB-Slots. Ein Scarteingang für ältere Zuspieler ist ebenso vorhanden wie ein YUV-Komponenteneingang inklusive 2-Kanal-Cinch-Audioeingang. Der Sony ist mit einer RJ45 Ethernet-Buchse ausgestattet, alternativ kann die Netzwerkeinbindung natürlich auch drahtlos über das interne WLAN-Modul erfolgen. Der KD-65X9005C bringt auch einen optischen Digitalausgang mit, des Weiteren gibt es einen seitlich untergebrachten Hybrid-Audioausgang mit Kopfhörerausgang. Bluetooth ist ebenfalls an Bord.

Menü, Screenshots, Bedienung

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Willkommen-Screen bei der Erstinstallation

Sony KD65X9005 Screenshot 2

Bei Google anmelden – der KD-65X9005C basiert auf Android als Betriebssystem

Sony KD65X9005 Screenshot 3

Auswahl des Landes

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Start des automatischen Satellitensuchlaufes

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Auswahl Satelliten-Tuner-Modus 

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Nutzung des Doppeltuners bei zwei getrennten Satelliten-Signalzuleitungen

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Digitaler Satellitensuchlauf – Erläuterungen

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Satelliten-Einstellungen

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Suchlauf
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Art der Montage: Tischständer oder Wandmontage?

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Benutzeroberfläche

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Zahlreiche Video-On-Demand-Dienste: Maxdome, Amazon Instant Video, Netflix, Watchever z.B. Auch spezielle Sony-Dienste (Sony Select, PlayStation Video) fehlen nicht

Sony KD65X9005 Screenshot 14

Sony Select

Bei Sony Select findet sich ein von Sony vorselektiertes Angebot: Highlights, Spiele, Weitere Anwendungen, Angebot. Im Bild die „Spiele“ Sektion. Bei „Angebot“ kommt man auf den 4K Action Cam YouTube-Channel von Sony, hier gibt es mittlerweile 310 Videos (Stand 16. Oktober 2015), die mit den verschiedenen Sony Action Cam Modellen gedreht wurden, auch mit 4K Action Cams. Teils spektakuläre Aufnahmen, teils exzellente Bildgüte – man kann sich mit diesem Channel durchaus etwas beschäften. Der KD-65X9005C beeindruckt mit scharfem, plastischem Bild und sauberer Bewegungswiedergabe. 

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Zutritt zu Googles Play Store sowie Zugriff auf Googles Musik-, Film- und Game-Portale

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Ach Netflix ist mit an Bord, sogar mit direkter Zugriffstaste auf der konventionellen Tastenfernbedienung

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Games aller Art – hier ein Autorennspiel – kann man ebenfalls herunterladen

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Der Sony gibt auch 96 kHz Flac-Material wieder

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Geräteübersicht
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TV-Setup

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Kanaleinstellungen

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Verschiedene Display-Themes
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Netzwerk-Einstellungen

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Systemeinstellungen

Generell, ganz gleich, ob TP Vision/Philips oder Sony, ist zu beobachten, dass die Android-Benutzeroberfläche noch nicht 100 % dort steht, wo sie die Hersteller gern sehen. Was wir meinen? Ganz einfach – fließend und flink geht die Bedienung definitiv, zumindest beim Sony mit der normalen Tasten-Fernbedienung, nicht vonstatten. Wir haben extra die neueste Firmware (Übrigens – ein Software-Update beim KD-65X9005C dauert 30 Minuten und geht problemlos vonstatten.) auf unseren Sony gespielt, um auszuschließen, dass vielleicht eine ältere Firmware-Version Schuld trägt an der leicht verzögerten Reaktion auf von einer der beiden Fernbedienungen gegebenen Eingabe-Befehle.

Aber selbst mit nagelneuer Firmware dauert es manchmal einen Moment, bis z.B. nach Anwahl eines Menüpunktes die gewünschte Funktion aktiviert wird. Mit der Touchpad-Fernbedienung, so unsere Erfahrung, geht alles übrigens deutlich flinker und es kommt nur sehr selten zu wahrnehmbarer Verzögerung. Was wir richtig gut finden, sind die kurzen Ladezeiten für Apps/Inhalte. Videos, selbst in hoher Auflösung, werden z.B. von YouTube in kurzer Zeit geladen, eine entsprechende Internetverbindung vorausgesetzt. 

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Zwei mitgelieferten Fernbedienungen. Sehr zu empfehlen ist die Verwendung der Touchpad-Remote

Wer die Touchpad-Fernbedienung verwenden möchte, muss sie zunächst mit dem TV koppeln. Dazu geht man in die Einstellungen und navigiert sich mit der Tasten-FB ganz nach unten im Hauptmenü. In den Einstellungen wählt man dann den Punkt „Einstellungen für die Touchpad-Fernbedienung“ und geht dort auf „Touchpad-Fernbedienung koppeln“. Auf der Touchpad-Remote wird anschließend die Lautstärketaste- (VOL-) gedrückt, und gehalten. Dann wird für 3 Sekunden die Taste mit dem Mikrofon-Symbol für die Sprachsteuerung gedrückt. Nun erfolgt innerhalb weniger Sekunden die Kopplung. Ist diese vollendet, kann man ein Lernprogramm aufrufen, das den User in die Fähigkeiten der Touchpad-Remote einführt.  Hier lernt man, wie man den Fokus per Streichen verschiebt, wie man die Content Bar und das Aktionsmenü verwendet.

Nach kurzer Eingewöhnungszeit funktionieren alle Interaktionen mit der Touchpad-Fernbedienung hervorragend – das kleine Tool liegt sehr gut in der Hand, das Touchpad agiert ausreichend sensibel, und schnell hat man die Steuerungs-Gesten für eine optimale Nutzung gelernt. 

Was verbirgt sich hinter dem Aktionsmenü, auf beiden Remotes mit „Action Menu“ gekennzeichnet?  Drückt man diese Taste, dann hat man eine Reihe von Shortcuts, die in Gruppen unterteilt sind. Unter „Anzeige & Audio“ finden sich:

  • Info
  • Bild aus
  • Live-Fußballmodus (Bild&Ton-Optimierung)
  • Bild (Direkter Zugang zum Bildmenü)
  • 3D
  • Wide-Modus
  • Ton
  • Lautsprecher
  • Kopfhörerlautstärke
  • Sync-Menü

Weiterer Punkt (im Live TV Betrieb) TV Ansehen:

  • Text
  • Zugriff auf die vier Farbtasten
  • Exit
  • Audiosprache
  • Zweiton
  • Sprache für Untertitel
  • Favoriten-Setup

Dritter Punkt – direkter Zugriff auf Tweeds zur gerade laufenden Sendung. 

Natürlich kann man den KD-65X9005C auch mittels der Sony „Side TV View“ App steuern. Hierzu lädt man die App aus dem entsprechenden Google Play- oder Apple App-Store kostenlos herunter.

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Nach Eingabe eines entsprechend vom Sony-TV vorgegebenen Codes ist die App mit dem Fernseher verbunden, und es kann  losgehen

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Programmführer

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Übersicht

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Direkter Zugriff auf Anwendungen aus TV Side View heraus

 

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Touchpad-Remote-Simulation

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Konventionelle Remote-Oberfläche

Mittels der App kann man sich z.B. das aktuelle TV-Programm in der Übersicht anschauen, das gerade laufende Live TV-Programm auf dem mobilen Device betrachten oder die App einfach als konventionelle oder auch als Touch Pad-Fernbedienung verwenden. 

Bild

Display Basic Check

Wie bereits unserem Bericht von der IFA 2015 vom Sony BRAVIA X91C zu entnehmen war, weitet Sony das Angebot der vorhandenen Bild-Presets wieder aus. Neben Standard und Anwender findet man nun auch die Einstellungen „Cinema Pro“ und „Cinema Home“, die für ein authentisches Film-Erlebnis sorgen sollen. Darüber hinaus sind auch spezifische Modi für die Foto-Betrachtung, Sport oder Animation vorhanden. Wer am Sony TV auch zocken möchte, wird sich über den Modus „Spiel“ freuen, in dem der Input Lag nur in sehr geringem Maße auftreten soll. Die natürlich wirkenden Presets „Anwender“, „Cinema Pro“ und „Cinema Home“ ähneln sich recht stark. Da die meisten Anwender den TV zuhause einsetzen werden und wir nicht davon ausgehen, dass der Großteil das Gerät kalibrieren wird, wählen wir „Cinema Home“ aus. In allen drei Modi bietet der KD65X9005C keinen Overscan, sondern realisiert eine native Ausgabe des Materials. Früher mussten wir bei Sony hier noch in den Tiefen des Video-EQs eingreifen, das ist erfreulicherweise nicht mehr der Fall.
Die Helligkeit ist mit dem Wert 35 sehr gut voreingestellt. Beim „Black Level Test Pattern“ kann man ab Balken 17 differenzieren, die Unterschwarz-Balken zwischen 1 und 16 wird nicht angezeigt. Der Schwarzwert wirkt auf den ersten Blick durchschnittlich. Die Helligkeitsverteilung wirkt recht solide, allerdings sind helle Ecken, besonders im unteren Bereich, zu erkennen. Beim Kontrast sieht es sehr gut aus, hier gibt es kein Clipping, auch Farbstiche sind nicht zu sehen. Die Einstellung der Schärfe können wir unangetastet lassen, hier bietet der Sony TV ein exzellentes Bild ohne Doppelkonturen oder störendes Ringing.

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Farbtemperatur – das Bild des Sony ist etwas kühl. Ordentliche, aber keine sensationellen Leistungen beim korrekten Treffen des Farbraums und beim Weißpunkt

 

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Farbhelligkeit

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Was das Gamma angeht, erbringt der Sony nach kurzer Justage eine Top-Leistung

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Das zeigt auch die Gamma-Kurve

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RGB-Balance

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Übersicht 1

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Gamma-Messungen in der Übersicht

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RGB-Balance und Farbtemperatur in der Übersicht

Möchte man den Sony TV nach den Maßstäben des HD-Farbraums rec.709 durchmessen, muss in den Bildeinstellungen die Farbbrillanz von „Hoch“ auf „Aus“ gesetzt werden. Bei eingeschalteter Farbbrillanz wartet der X9005C nämlich mit einem erweiterten Farbraum auf. Insgesamt trifft der Sony den HD-Farbraum sehr gut, leichte Abweichungen sind besonders bei den Sekundärfarben Cyan und Magenta nachvollziehbar. Der Weißpunkt im Detail liegt leicht abseits des Idealpunktes, was auf eine etwas zu kühle Farbtemperatur hindeutet. Bei der Farbtemperatur werden durchschnittliche Ergebnisse erzielt, gerade die Primärfarbe Grün und Rot aber auch die Sekundärfarbe Gelb liefert hier kein optimales Ergebnis in Relation zum Referenz-Weiß. Exzellent sieht es beim Gamma aus – hier müssen wir allerdings anmerken, dass wir die Grundeinstellung „0“ auf „-2“ herabgesenkt haben, da der Sony out-of-the-box auf einen Gammawert von 2.2 optimiert ist. Mit dieser Einstellung greifen wir nicht negativ in die übrigen Parameter ein, im Gegenteil, der Sony liefert so eine bessere RGB Balance und etwas verbesserte Farbtemperatur. Diese ist aber insgesamt noch zu kühl, was sich auch bei der Überrepräsentation von Blau in der RGB Balance widerspiegelt. Insgesamt ein zwar ordentliches, aber kein überwältigendes Ergebnis. 

Video-EQ

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Anzeige-Einstellungen, in „Bild“, „3D-Einstellungen“, „Bildschirm einstellen“ und in „Dynamischer Bereich“ unterteilt

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Anzeige-Einstellungen, der Sony hat zahlreiche Bildfelder an Bord

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Erweiterte Einstellungen fürs Bild, in die fünf Submenüs Helligkeit, Farbe, Klarheit, Bewegung sowie Normwerte (Rücksetzen in Werkseinstellung) unterteilt

Allgemein lässt sich sagen, dass der Sony nicht nur sehr gute vordefinierte Bildfelder besitzt, die übrigens auch zahlreiche Modi speziell für die Anzeige von Fotos vorsehen, sondern auch bereits für die Darstellung von High Dynamic Range Content (HDR) optimiert ist. Dafür gibt es das Extra-Programm „HDR Video“. ISF- oder THX-Bildmodi besitzt der Sony nicht. 

Der Sony bringt einen sehr gut ausgestatteten Video-EQ mit. Teilweise sind wir bereits auf die Funktionen eingegangen, nun die ausführliche Komplettbeschreibung. Zunächst einmal muss man vom Home Menü aus ganz nach unten scrollen bzw. navigieren, bis zum Zahnrad, welches mit „Einstellungen“ beschriftet ist. Nun wechselt man zum Menüpunkt „Anzeige“. Dort finden sich die vier Gruppen:

  • Bild
  • 3D-Einstellungen
  • Bildschirm einstellen
  • Dynamischer Bereich

Wir gehen auf „Bild“ und dort findet sich folgendes:

  • Bild-Modus (Standard, Anwender, Cinema Pro, Cinema Home, Sport,Animation, Foto-Brillant, Foto-Standard, Foto-Anwender, Spiel, Grafik, HDR-Video)
  • Automatischer Bild-Modus
  • Helligkeit
  • Farbe
  • Lichtsensor
  • Erweiterte Einstellungen. In den „Erweiterten Einstellungen“ finden sich die fünf Gruppen „Helligkeit“ (Helligkeit, Kontrast, Gamma, Schwarzwert, Schwarzabgleich, Erweiterter Kontrastverstärker), „Farbe“ (Farbe, Farbton, Farbtemperatur Kalt/Neutral/Warm/Experte1/Experte2, Erweiterte Farbtemperatur Gain/Bias für RGB), Klarheit (Bildschärfe, Reality Creation passt Feinheit und Rauschminderung an – manuell mit eigener Justage des Reglers „Auflösung“/automatisch/aus, Mastered in 4K an/aus, Zufälliges Rauschen reduzieren, Digitales Rauschen reduzieren), Bewegung (Motionflow als Frame Interpolation mit folgenden Programmen: Echtes Kino/Anwender/Weich/Standard/Klar. Im Modus „Anwender“ kann man individuell Glätte und Klarheit justieren. Im „Bewegung“-Menüpunkt findet sich auch noch ein Filmmodus).

In den „3D-Einstellungen“ ist der nun aufgelistete Inhalt untergebracht:

  • 3D-Anzeige
  • 3D-Tiefenanpassung
  • 3D-Signalbenachrichtigung

Bei „Bildschirm einstellen“ kann man diese Justagen tätigen:

  • Wide-Modus
  • Auto Format
  • 4:3 Vorwahl
  • Automatischer Anzeigebereich
  • Anzeigebereich
  • Bildschirm-Position
  • V.Amplitude

Es folgt nun noch der „Dynamische Bereich“:

  • Hier wird einzeln für jeden HDMI-Input der Dynamische Bereich eingegeben. Automatisch, Voll oder Eingeschränkt sind hier die Optionen
Triluminos

Sony gedenkt einer perfekten Farbwiedergabe einen hohen Stellenwert zu – auch andere Hersteller sind mittlerweile auf diesen Zug aufgesprungen. Der Farbraum beschreibt die verschiedenen Farben in allen Nuancen, die ein Fernseher darstellen kann. Je größer der Farbraum, desto mehr Farben können dargestellt werden. Die schematische Darstellung des Farbraums erfolgt üblicherweise als Dreieck innerhalb einer Fläche, die alle für das menschliche Auge sichtbaren Farben umfasst. Die Eckpunkte des Farbraumes, der auch als Farbspektrum bezeichnet wird, sind üblicherweise die Grundfarben Rot, Grün und Blau (RGB). Man sieht in unseren Diagrammen zum Display Basic Check, wie eine solche Farbraum-Darstellung aussieht.

Aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau können durch Mischung alle anderen Farben erzeugt werden, bei gleichen Anteilen ergeben sie Weiß. Um eine einheitliche Farbdarstellung zu garantieren, gibt es unterschiedliche Standards für die Farbwiedergabe. Eine Norm für das digitale Kino (Digital Cinema) mit einem großen Farbspektrum ermöglicht eine besonders große Farbvielfalt der Kinobilder. Dem steht eine Videonorm für das Heimkino gegenüber (Rec709, Blu-rays sind mit diesem Standard produziert), deren Farbraum bedeutend kleiner ist und damit weniger Dynamik in der Farbdarstellung erlaubt. Die Farben ein und desselben Kinofilms sehen somit Zuhause im Wohnzimmer anders aus als im Kinosessel.

Ein erweiterter Farbraum beim LCD TV, wie ihn die Triluminos Technologie von Sony ermöglicht, in Kombination mit einem leistungsstarken Bildprozessor (4K-Prozessor X1) kann dafür sorgen, dass die dargestellten Bilder deutlich kräftiger und dynamischer wirken. Der leistungsstarke Bildverbesserungs-Chip im Innern des KD-65X9005C rechnet die Farbwerte der Videonorm (Rec709) auf den erweiterten Farbraum um, so dass das Triluminos Display seine Stärken voll ausspielen kann. Auf Wunsch können die Fernseher natürlich auch den geringeren Farbraum Rec709 wiedergeben – aufgrund gewisser Spezifikationen rund um Triluminos gelingt dies gut, aber nicht perfekt. 

Wie funktioniert Triluminos genau? Die Technologie setzt sogenannte Quantenpunkte ein. Quantenpunkte sind winzig kleine Nanopartikel, die durch hochenergetisches Licht angeregt werden und das Licht dann in einer bestimmten Wellenlänge, sprich Farbe, wieder abgeben. Die abgestrahlte Farbe lässt sich durch die Größe der Partikel steuern, wodurch Quantenpunkte produziert werden können, die angeregt jeweils exakt in den Grundfarben Rot, Grün und Blau leuchten. Das ausgestrahlte Licht der Quantenpunkte ist dabei besonders rein und hell. Das Triluminos Display,mittlerweile in der dritten Generation, macht sich genau diesen Umstand zu Nutze: Als Hintergrundbeleuchtung kommen hier, im Gegensatz zu den weißen LEDs konventioneller LCD TVs, spezielle blaue LEDs zum Einsatz. Diese strahlen hochenergetisches Licht ab, das für die gewünschte Reaktion benötigt wird. Allerdings, und nun kommen wir zu der erhöhten Farbtemperatur in den Mess-Sequenzen, hat dies zur Folge, dass das Bild farblich etwas kühl erscheint.

Zwischen der LED Hintergrundbeleuchtung und dem LC-Display wird nun eine mit Quantenpunkten versehene Harzschicht, der „Triluminos Farb-Booster“, eingefügt. Das blaue Licht der Hintergrundbeleuchtung wird nun durch die Quantenpunkte in reines rotes und grünes und blaues Licht umgewandelt und durch die dynamische Lichtdurchlässigkeit des LCDs als farbiger Pixel auf dem Display sichtbar.

So wird durch die Triluminos Technologie der darstellbare Farbraum des TVs deutlich erweitert und kommt dem von OLED TVs sehr nah. Das Ergebnis sind klarere, hellere und differenziertere Farben – und damit ein Bild, das dynamischer und kräftiger wirkt, als dies bei konventionellen LCD TVs möglich ist. Die Triluminos Displays von Sony garantieren auf diese Weise die Strahlkraft und Detailtreue jeder Farbnuance.

Der Bereich „erweiterter Farbraum“, den man auf Wunsch einstellen kann, holt alles aus dem Display heraus. „Bild“ dann „Erweiterte Einstellungen, anschließend Submenü „Farbe“ und dort der Regler „Farbbrillanz“ ist für die Aktivierung zu verwenden. Der Regler kann deaktiviert werden, sonst sind „niedrig, mitte und hoch“ verfügbar. Im Kinomodus ist die Farbbrillanz ausgeschaltet, im Standardmodus ist sie aktiviert. Mit dieser Reglung werden Farben „geboostet“. Szenen, in denen z.B. ein Blaues Meer zu sehen ist, wird der Farbeindruck massiv intensiviert. Die Message von Sony ist klar: Der Standardfarbraum REC709 wird gut wiedergegeben, aber Sony kann auch einen sehr fein abstufbaren erweiterten Farbraum bieten (bis x.x. colour). Hauttöne werden übrigens nicht linear mit gesättigt, sondern erst bei 40 bis 50 Prozent geht die Sättigungskurve hoch. Dadurch wird eine nach wie vor hohe Bildnatürlichkeit erreicht. 

Insgesamt ist TRILUMINOS für einen hohen Erlebnisfaktor beim Betrachten von Inhalten zuständig. Der Zuschauer hat den Eindrick, tief ins Bild eintauchen zu können, das türkisblaue Meer gewinnt an Intensität, die Felsformation wirkt besonders beeindruckend und die Blumenwiese entfaltet eine besonders intensive Wirkung. Die Farbdynamik ist immens, ebenso die Farbbrillanz. TRILUMINOS ist kein System für die „Gralsritter der perfekten Messwerte“ – nichts demnach für nüchtern-analystisch gesinnte Betrachter. Vielmehr ist Sonys System für Liebhaber eines sehr dynamischen Bildes, das Emotionen und Lebendigkeit vermittelt, genau richtig ausgelegt. 

4K Bildmaterial von YouTube

„Costa Rica in 4K 60 fps (UHD), Jacob&Katie Schwarz: Ganz gleich, ob Panoramaaufnahme oder Detailaufnahme z.B. von Schlangen oder Fröschen, Chamäleons oder Spinnen und Käfern: Der KD-65X9005C sichert ein ungemein plastisches Bild.  Kleine Schwächen im Quellmaterial sind zu sehen – sie rühren nicht von der Inkompetenz des Sony her. Der Sony beweist sich, im Gegenteil, als UHD-Könner und serviert dem Bildliebhaber ein farblich intensives Bild, gerade wenn man die „Farbbrillanz“ auf „mittel“ einstellt und so den Triluminos-Effekt aktiviert. Die Oberfläche der Haut der Reptilien kommt exakt heraus, so, als säße das Tier hier direkt vor einem auf dem Schreibtisch. Jedes Detail der kleinen Grashalme und anderen kleinen Pflanzen auf dem Boden arbeitet der Sony glaubwürdig heraus. Die Wasserschildkröte unter Wasser wird ebenfalls mit solider Bewegungsstabilität und feinen Farbübergängen in den grau/grün-/blau-Abstufungen dargestellt. 

„Northern India“ (Jacob&Katie Schwarz) in 4K zeigt Taj Mahal in enormer Schärfe gleich zu Beginn, der Sony macht daraus ein beinahe greifbares, lebendiges Bild mit feinen Übergängen auch bei hochfrequenten Bilddetails. Innenaufnahmen beweisen den gute Detailkontrast, die Außenaufnahme mit den alten Treppen zeigt beinahe jede Gebrauchsspur. Das Gesicht der jungen Frau hinter dem Schleier überzeugt ebenfalls durch die nuancenreiche Darstellung, der feine Stoff des Schleiers kommt ebenfalls authentisch heraus. Die Frau, die sich mit den Chili-Schoten beschäftigt und ein traditionelles Gewand trägt, wird vom Sony dreidimensional und farblich dynamisch präsentiert. Mag sein, dass Triluminos eine sehr satte, sehr kräftige Farbgebung als Folge mitbringt – aber fesselnd ist der Bildeindruck mit aktivierter „Farbbrillanz“ Funktion auf jeden Fall. 

Dritter 4K (UHD) Film, wieder von Jacob&Katie Schwarz und vom dazugehörigen YouTube-Channel, ist eine kurze Sequenz aus Myanmar (Burma). Gerade das prächtige Gold bei der gezeigten Tempelanlage verdeutlicht, warum Triluminos sehr gut ist für intensiven Filmgenuss: So dynamisch, facettenreich und lebendig stellt der KD-65X9005C dar. Die im Display Basic Check monierten Nachteile der immer zu kalten Farbtemperatur fallen in der Praxis kaum ins Gewicht. Die Panoramaaufnahmen beeindrucken durch enorme räumliche Weite und hohe Klarheit. 

„Das Erwachen der Macht“ Trailer in 4K: Wir testeten die Güte der Sprachsteuerung, riefen die YouTube App auf und sprachen „UHD Trailer“ ins Mikrofon der Touchpad-Remote. Das Projekt klappte gleich beim ersten Mal, und schon bekamen wir eine Auswahl angezeigt. Wir wählten den 2 Minuten langen Trailer zu „Das Erwachen der Macht“, Die Bildgüte erreicht zwar absolut kein Referenz-Niveau, aber der Sony holt trotzdem eine Menge heraus. Das Wrack des Sternzerstörers, durch die der rasende Falke fliegt, die verkohlte, teilweise angeschmolzene Maske Darth Vaders und der pelzige Chewbacca werden hervorragend aufbereitet. Massive Auflösungsschwächen in den Panoramaszenen zu Beginn des Trailers sind im Quellmaterial begründet. Als Bild-Modi empfehlen wir „Cinema Home“ oder „Cinema Pro“. 

„Jurassic Park“ Trailer in 4K.. Sehr gute Wiedergabe der Hautfarben, die Haut der animierten Dinos wirkt realistisch. Als der liegende riesige Baumstamm zu sehen ist, und unter dem Baumstamm Schatten herrscht, zeigt der Sony eine kleine Kontrast-Schwäche: Hier ist die Differenzierung in den dunklen Zonen nur mittelmäßig. Hier können TVs mit Direct LED Backlight stärker auftrumpfen. Ansonsten – das Bild ist facettenreich und plastisch, die Waldlandschaft, die kurz in Panoramaaufnahme zu sehen ist, wirkt realistisch und weitläufig. 

Ultra-HD-Videomaterial mit 3.840 x 2.160 Pixeln Auflösung, „UHD-Showcase“ von Florian Friedrich, zugespielt per Ethernet-Kabelverbindung vom Home Server (H.264/verpackt in MP4)

Um Videomaterial vom Server abspielen zu können, muss man – nicht sonderlich logisch – im Hauptmenü-Punkt „Apps“ auf „Video“ gehen. Dann kann man zügig den Home Server, auf dem das gesuchte Material untergebracht ist, anwählen. Wir starten direkt die Wiedergabe des UHD-Showcases, und freuen uns über die farbenprächtigen Aufnahmen aus Griechenland. Der Sony realisiert eine enorme Brillanz und eine exzellente Bildtiefe. Farblich ist das Ergebnis bei aktivierter Farbbrillanz-Reglung enorm intensiv, das ist bestimmt nicht der Geschmack aller Anwender. Wem dies zu viel des Guten ist – das Material ist von Florian Friedlich ohnehin schon sehr dynamisch und mit kräftigen Farben vorbereitet -, der deaktiviert den Punkt „Farbbrillanz“ im entsprechenden Menü. Das türkisblaue Meer, der weiße Kirchturm und der Strand kommen sehr plastisch heraus. Wir sind begeistert – dieses hohe Maß an realistischer Plastizität, welches der Sony offeriert, gefällt uns ausnehmend gut. Bis auf wenige, kurze Ausnahmen, die auch mit der Zuspielung vom Home Server zusammen hängen können, erweist sich das Bild als sehr stabil und ruhig.

Auch die schneebedeckte Ausblick von der Zugspitze auf knapp 3.000 m in die Ferne zeigt, dass auch in hintersten Bildebenen hohe Feinauflösung und Detaillierung möglich ist – der KD-65X9005C holt hier beinahe alles heraus. Kontinuierliche Kameraschwenks gibt der TV geschmeidig und stabil wieder. Die Aufnahmen sind auch mit einer Sony 4K Kamera erstellt worden. Deren Ausnahme-Qualitäten zeigen sich in gekonnten Licht- und Schattenspielen verschiedener Aufnahmen, und der KD-65X9005C gibt diese ausgezeichnet wieder. Deutlich wird:. UHD ist nicht gleich UHD. Schon auf preiswerten UHD-TVs spürt man die Faszination der hohen Auflösung, aber teure TVs wie unser Sony sind bei Plastizität, natürlicher Ausgestaltung der Bildschärfe und feiner Nivellierung komplexer Strukturen einfach noch mal sichtbar besser. Steigerung gegenüber unseres Edge LED-LCD-Testgerätes sind dann TVs mit direkter LED-Hintergrundbeleuchtung, die noch satteres Schwarz und einen noch stärker ausgeprägten Detailkontrast mit einer homogeneren Verteilung des Backlights kombinieren. Hier ist beim edge-LED-LCD naturgemäß irgendwann ein Limit erreicht. 

Weiter geht es im Showcase. Zahlreiche Nahaufnahmen von Blumen stellen besonders den Detailreichtum, die Detailschärfe und Durchzeichnung von Feinheiten im hochfrequenten Bereich heraus. Hier setzt sich der Sony mit seiner natürlichen, nicht übertriebenen Bildschärfe sehr gut in Szene. Ebenfalls im Video zu sehen sind verschiedenen Winterlandschaften, Aufnahmen aus San Francisco, Mexico und des Kolosseums in Rom. Mit einer kurzen Einlage eines mittels CG erstellten Baumes im Schnee und „Zirkus“-Sequenzen, die auch am PC erstellt wurden, wird ein sehr guter UHD-Überblick geboten. Der KD-X659005C kommt mit allem Bildmaterial glänzend zurecht und beweist gerade bei den Nahaufnahmen von Tieren sein Können hinsichtlich feiner Nivellierung auch kleiner Bilddetails. 

Blu-ray, „G.I. Joe – Die Abrechnung, Hochskalierung von 1.080p auf 2.160p:

Zunächst erfolgt unsere „Abrechnung“ mit dem KD-65X9005C: Unten links und rechts sind in dunklen Szene Hot Spots sichtbar, die typisch für Edge LED-LCD-TVs sind. Der Fairness halber müssen wir aber erwähnen, dass der Sony hier keine Nachteile aufgrund seiner extrem flachen Bauweise aufweist. Die Ausprägung hinsichtlich der Hot Spots ist keinesfalls stärker vorhanden als bei optisch konventioneller auftretenden Konkurrenz-TVs. Weiter geht es, nun wollen wir nach dieser Kritik auch positive Punkte finden. Schon die ersten 2 Minuten – die G.I. Joe Einheit holt sich einen Überläufer in Nordkorea – zeigen, dass der Sony für einen Edge LED-TV auch mit dunklen Szenen sehr gut zurecht kommt.

Als Roadblock den Zaun schmelzen lässt, wird das rot  glühende Metall sehr gut dargestellt, als er kurz zuvor seine Hand aufklappt und das Spezialgerät zum Durchtrennen des Zauns sichtbar wird, bildet der Sony-TV auch die Haut der Fingerkuppen mit sauberer Durchzeichnung ab. Das Gras, als die G.I. Joe-Truppe zum Zaun eilt, ist ebenfalls detailreich herausgearbeitet. Ab und zu aber sieht man kleinere Artefakte in den hinteren Bildebenen auftauchen. Dass der Sony hinsichtlich des Detailkontrastes wirklich recht gut ist, ist bei Laufzeit 2:04 zu erkennen. Dukes Arm in Uniform wird mit sehr feiner Kontrastabstufung wiedergegeben, und selbst der im Schatten liegende linke Teil des Mundes kommt gut heraus. Selbst oben links kann man Dukes dunkelbraunes Haar noch vom Dunkel der Nacht auseinander differenzieren. 

Bei Sequenzen, die im Tageslicht spielen – wir wählten das Kapitel, als das Haus des Generals a.D. Joe Colton zu sehen ist – beweist uns der Sony, dass er mit hoher Bilddynamik und sauberem, detailreichen Upscaling aufwarten kann. Leichtes Scalingrauschen ist zwar zu sehen, aber der Umfang ist recht gering. Im Inneren des Hauses ist dann weniger Licht, hier überzeugt uns der KD-65X9005C wieder mit guter Durchzeichnung dunkler Bildbereiche. Von außen kommt Licht ins Haus, der Sony stellt diese Kontrast-Unterschiede sauber dar und neigt nicht dazu, den Kontrast ins Unnatürliche zu verfremden. Gut zu erkennen sind die Fähigkeiten des Sony, als Roadblock auf dem braunen Sessel sitzt. Die Luftaufnahmen von Tokio bei Nacht zeigen, dass Bildhelligkeit und Gesamt-Bildkontrast durchaus Stärken des KD-65X9005C sind. Leider sieht man in dieser Sequenz auch die Hot Spots unten links und rechts. Das Gesicht von Storm Shadow wird mit feiner Detaillierung und recht akkurater Darstellung der Hauttöne auf den Screen gebracht. 

Blu-ray, Avatar, direkt von Beginn, 3D Nativ

Dass eine erstklassige 3D-Darstellung nicht oben im Lastenheft der Sony-Entwickler stand, wird rasch deutlich. Sieht die Kamerafahrt zu Beginn des Films, die einen kleinen Ausflug über die Planetenoberfläche von Pandora beschert, noch sehr gut aus, ist die Abbildung des Inneren des Langstreckenraumschiffs nicht in allen Belangen gelungen. Obwohl der KD-65X9005C in der 65 Zoll-Variante mit passiven 3D-Brillen arbeitet, ist in den hinteren Bildebenen, als die Mitglieder der Raumschiff-Crew und die Insassen, die aus ihren Schlafkabinen kommen, gezeigt werden, Ghosting zu erkennen. Das Langstrecken-Raumschiff von außen sieht in der ersten Einstellung stabil und scharf aus, in einer weiteren Kameraeinstellung, kurz bevor dann die Kurzstrecken-Raumschiffe für den Flug zur Basis auf Pandora, ausgeklinkt werden, finden sich dann leichte Unschärfen bei der Wiedergabe der Raumschiff-Außenhaut. Das Cockpit des Kurzstrecken-Raumschiffs kommt gut heraus, der Blick ins hintere Abteil zeigt viel Schärfe in den vorderen, aber wieder leichten Crosstalk in den hinteren Bildebenen. Wer auf den 3D-Betrieb viel Wert legt, sollte daher nicht zum Sony greifen. Da aber 3D ein Feature mit einer ständig sinkenden Priorität ist, sollten sich Käufer des KD-65X9005C nicht von den nur ausreichenden 3D-Fähigkeiten abschrecken lassen. 

TV-Tuner, getestet: DVB-S2

3sat HD, Aufzeichnung von Anne Will-Talkshow: Der Sony muss zunächst in einen brauchbaren Bildmodus versetzt werden. Bei wenig externem Lichteinfall empfehlen wir hier „Cinema Home“. Da ist das Bild nicht allzu hell, das heißt, bei Tageslicht z.B. verwendet man besser „Standard“ als Bildfeld. Dafür ist „Cinema Home“ recht angenehm und augenfreundlich. Die Bildschärfe sowie die Bildruhe sind sehr gut, Kamerafahrten erfolgen sicher und ruhig. Motion Flow 800 stellt in der „Standard“ Betriebsart flüssige Bewegungsabläufe nahezu ohne Schärfeverluste sicher. „Reality Creation“ auf „automatisch“ eingestellt ist für ein erstaunlich rauscharmes und sehr gut detailliertes Bild mit verantwortlich. Der Sony schafft es geschickt, das Bild nicht überschärft aussehen zu lassen, sondern klare Konturen ohne Ringing-Effekte. Bei Nahaufnahmen von Gesichtern der Talkrunde arbeitet der Sony die Hautoberfläche sehr präzise heraus, und man stellt fest, dass selbst die attraktive Anne Will nicht davor gefeit ist, älter zu werden. Die kleinen Falten rund um den Mund stellt der KD-65X9005 glaubwürdig dar. Auch Sabine Leutheusser-Schnarrenbergers roter Blazer erfreut durch sehr gute Darstellung. Gerade bei flächiger Rot-Darstellung kommt es oft zu Farbrauschen, dieses reduziert der KD-65X9005 effektiv. Mit gutem Detailkontrast und sehr gutem Gesamtkontrast kann der Sony ebenfalls aufwarten. Sein Schwarzwert ist gut, ohne Frage, setzt aber, dies ist hier unser Eindruck, keine Maßstäbe. Aktuelle Direct LED-Backlight-TVs leisten hier noch mehr und bieten überdies mehr Homogenität in der Helligkeitsverteilung.

SAT 1 – SD-Material, „Auf Streife“ in 576i: Natürlich kann man bei SD-Material keine Wunder erwarten, aber der Sony realisiert ein ordentliches Bild, das vor allem einen Vorzug hat: Es rauscht nicht an allen Ecken und Enden, was wir schon häufig schon beobachten mussten. Natürlich sind Rauschmuster, z.B. bei der halbärmeligen hellblauen Bluse der Streifenpolizistin, zu erkennen, aber eigentlich fallen diese nur störend ins Gewicht, wenn man direkt vor dem TV sitzt – das macht man gerade bei einem 65 Zoll-Gerät eher selten. Gute Farbwiedergabe und sogar eine brauchbare Detaillierung sind weitere Vorzüge, die der Sony in die Waagschale wirft. Artefakte im Bildhintergrund, z.B. an Objektkanten (Rahmen einer Zimmertür), beweist dann doch: Trotz der sicherlich tadellosen Tuner-Einheit im Sony ist die SD-Ära einfach vorbei.

Klang 

Sony KD65X9005 Screenshot 26

Toneinstellungen

Sony KD65X9005 Screenshot 27

ClearAudio+, DSEE – typische Sony-Technologien fehlen nicht

Sony KD65X9005 Screenshot 28

Erweiterte Einstellungen

Der Sony hat ein umfangreiches Klang-Menü mit folgenden Parametern:

  • Clear Audio+ an/aus
  • Audiomodus (Standard, Kino, Musik, Fußball)
  • Surround (kann nur angewählt werden, wenn Clear Audio+ aus ist)
  • Audiowiederherstellung (DSEE)
  • Stimme hervorheben
  • Nachtmodus
  • Leistung des drahtlosen Subwoofers (optional gibt es einen drahtlosen aktiven Subwoofer zu kaufen, der eingebunden werden kann)
  • Erweiterte Einstellungen: Diese sind unterteilt in „Häufig“ (Erweiterte automatische Lautstärkeregelung, Balance, Lautstärke des digitalen Audio-Ausgangs), „In Bezug auf Eingänge“(Lautstärkeversatz, Dolby-Dynamikbereich), „In  Bezug auf Tonmodus“ (Raumklangeffekt, Equalizer mit folgenden Bändern: 125/250/500 Hz, 1/2/4/8 kHz, drahtloser Subwoofer), „Normwerte“ (Zurücksetzen auf Werkseinstellungen)

Der Sony liefert voll befriedigende klangliche Leistungen bei der Wiedergabe von „Star Wars Episode III“. Er bringt ein recht klares Klangbild zustande während der Raumschlacht zu Beginn zustande, mit guter Stimmverständlichkeit bei den Dialogen von Anakin und Obi-Wan in den Raumjägern. Anflüge von Räumlichkeit sind herauszuhören, für einen Flat-TV eine ordentliche Performance. Erwartungsgemäß tut sich nicht wirklich viel im Bassbereich, nicht umsonst bietet Sony optional einen drahtlosen aktiven Subwoofer an. Gut ist es um die Pegelfestigkeit bestellt, wer höhere Pegel hört, wird aber bemerken, dass die Dynamik nicht allzu ausgeprägt ist. Bei Musik (Diana Krall, Desperado, 48 kHz FLAC) gibt der Sony sogar Hires Files wieder. Die Stimmdarstellung ist sogar als gut bis sehr gut für einen Flat-TV zu bezeichnen, die Pegelfestigkeit ist auch hier gut. Nicht nur 48 kHz FLAC, auch höhere Auflösungen managt der KD-65X9005C. 

Konkurrenzvergleich

Philips 65PUS9809: Das 2014er Topmodell von Philips überzeugt ebenfalls mit schicker Optik und sehr guter Verarbeitung. Mit damals 4.699 EUR ist der Philips deutlich teurer, aber nicht ganz so extrem dünn wie der KD-65X9005C. Auch das TP Vision/Philips-Gerät bringt ein Android-Betriebssystem als Basis mit und überzeugt mit praktischer zweiseitiger Remote, auf der 2. Seite ist eine komplette Tastatur untergebracht. Vorteil des Philips ist die Direct LED-Hintergrundbeleuchung. Hot Spots, die stören könnten, finden sich praktisch nicht. Aber: Obwohl der Sony „nur“ ein Edge LED-LCD-TV ist, ist sein Schwarzwert nicht schlechter. Der Philips verfügt über zwei sehr gute ISF-konforme Bildfelder, die „Cinema Home“ und „Cinema Pro“ Bildfelder des Sony sind aber auf Augenhöhe mit dem ISF Night-Modus. Nur für TV schauen bei Tageslicht hat der Sony kein zu ISF Day passendes Programm. Pluspunkt des Philips für tiefen Filmgenuss – das tolle Ambilight, Sony macht es anders: Mittels Triluminos wird hier der Betrachter gefesselt. Der Sony reagiert, nutzt man die Touchpad-Remote, schneller als der Philips, überdies lädt er auch Apps zügiger runter und legt insgesamt eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit an den Tag. 

Samsung SUHD-TV UE65JS9590: Das 6799 EUR laut UVP teure absolute Spitzenmodell trumpft mit erstklassigem Schwarzwert und hervorragendem Detailkontrast dank Direct LED-Backlight auf. Auch die Verarbeitung ist sehr zu loben. Der Samsung hat für Anschlüsse etc. eine separate Box, es wird dann lediglich eine Leitung zum Display geführt. Der Video-EQ erreicht in Ausstattung und Güte nicht das Niveau vom Sony. Trotzdem schneidet der Samsung im Display Basic Check bei Verwendung des Kino-Bildmodus sehr erfreulich ab und besser als Philips und Sony. Überdies ist der edle Samsung betriebssicher, wenngleich das 2015 neu eingeführte Tizen-Betriebssystem nicht so zügig agiert, wie Samsung es gern hätte. Insgesamt ist der 65-Zöller ein würdiges Spitzenmodell, das auch im 3D-Betrieb begeistert. Wer auf 3D verzichten kann, auf exzellentes Design Wert legt und eine Menge Geld sparen möchte, kann aber auch den Sony KD-65X9005C kaufen.

Fazit

Sony KD65X9005 Front Seitlich1

Der Sony KD-65X9005 beeindruckt mit seiner eleganten Optik über alle Maßen. Er ist im oberen Bereich extrem dünn, was ihn deutlich über den Status eines reinen Gebrauchsgegenstandes hinaushebt. Die Materialqualität und die Verarbeitungsgüte sind exzellent. Mit leistungsstarker Frame Interpolation, speziell für den 4K-Einsatz optimierten Bildprozessor, sehr guten Bildprogrammen ab Werk und einer tollen Darstellung von UHD-Material in nativer Auflösung kann der KD-65X9005C im Testbetrieb überzeugen. Die Darstellung eines erweiterten Farbraums mittels des Farbbrillanz-Reglers – dahinter verbirgt sich Sonys TRILUMINOS-Technologie – gelingt sehr gut. Allerdings ist die Farbdarstellung generell etwas kühl, das zeigen die Ergebnisse im Display Basic Check. Wer Filme im wahrsten Wortsinne „erleben“ möchte, wird TRILUMINOS lieben, das türkisblaue Meer erscheint noch satter und tiefer, der Sonnenuntergang in den Alpen noch intensiver. Somit ist diese Funktion einfach als ein noch tieferes Eintauchen in die visuellen Inhalte zu sehen – wer damit nicht klar kommt, deaktiviert sie einfach.

Für den Sony sprechen die tadellosen vordefinierten Bildfelder Cinema Home und Cinema Pro. Sie ermöglichen ein augenfreundliches, lebendiges, aber nicht unnötig überzogenes Bild mit sauberer Kontrastabstufung und ausgezeichneter, natürlicher Bildschärfe. Blu-rays in 2D werden vom KD-65X9005C hervorragend auf die native Panelauflösung von 3.840 x 2160 Bildpunkten hochgerechnet. Es gibt kaum Scalingrauschen, und auch Bildschärfe sowie Detailtreue überzeugen. Nichts Schlechtes lässt sich über Schwarzwert, Gesamt- und Detailkontrast sagen. Für einen Edge LED-LCD ist der Schwarzwert sehr gut, das exzellente Gamma spricht auch für den Sony. Gesamtkontrast und Detailkontrast sind ausgezeichnet. Leider ist der Sony als Edge LED-LCD-TV nicht frei von Hot Spots, die dem echten Filmliebhaber negativ auffallen dürften. Allerdings sind diese Hot Spots (Helligkeitsflecken auf dem Bildschirm, zu erkennen in dunklen Filmsequenzen) beim KD_65X9005C keinesfalls stärker ausgeprägt als bei der Konkurrenz.

Pluspunkt des Sony ist auch der selbst im SD-Betrieb gut darstellende, rauscharm arbeitende TV-Tuner. Bei 720p-Sendern der Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten glänzt der Sony sogar regelrecht – er befindet sich mit seinen Tuner-Qualitäten somit klar im Spitzenfeld. Dass der KD-65X9005C noch über einen Doppeltuner verfügt, ist in dieser Leistungsliga selbstverständlich. Nicht restlos überzeugen kann der Sony KD-65X9005C im 3D-Betrieb. Hier schleicht sich, obwohl der TV mit passiven Brillen arbeitet, deutliches Ghosting in den hinteren Bildebenen ein. Nicht ganz so gelungen ist auch die Zusammenarbeit des TVs mit der konventionellen Tastenfernbedienung. Hier tauchen teils deutliche Verzögerungen auf. Hervorragend klappt dafür die Kooperation mit der ebenfalls mitgelieferten Touchpad-Remote. Sie liegt exzellent in der Hand und lässt sich nach kurzer Eingewöhnungszeit souverän handhaben. Die gute Sprachsteuerung, die die meisten Befehle gleich beim ersten Mal versteht, ist ein weiterer Vorzug, den man in der Praxis rasch schätzen lernt.

Ebenfalls etwas Gewöhnung erfordert das Home-Menü. Die sehr wichtigen Einstellungen sind zu weit unten platziert, wie gut, dass es das „Action Menu“ als Direktzugriff auf beiden Fernbedienungen gibt – dank diesem ist man sehr flink in den Bild- und Toneinstellungen. Trotz flacher Bauweise lässt sich der KD-65X9005C aus akustischer Sicht nichts vorwerfen, der Klang ist durchaus ordentlich, eklatante Schwächen sucht man vergeblich. Bilanzierend ist der Sony KD-65X9005C ein sehr interessantes Angebot, das mit fairen 3.499 EUR nicht zu teuer bezahlt werden muss. Die sehr schöne Optik geht einher mit hoher Gesamtperformance – die Schwächen, die der Sony-TV mitbringt, sind zu verschmerzen – schließlich ist „Nobody perfect“. 

Optisch extrem attraktiver TV mit ausgezeichneter Bildqualität, üppiger Ausstattung und sehr guter Touchpad-Remote
ueberragend
65 Zoll-TVs Luxusklasse
Test 17. Oktober 2015

+ Hervorragende Darstellung von nativem UHD-Content
+ Für Edge LED-TV tadelloser Schwarzwert
+ TRILUMINOS-Farbbrillanz-Regler für hohen Bild-Erlebnisfaktor
+ Sehr gute vordefinierte Bildprogramme Cinema Home und Cinema Pro
+ Ausgezeichneter TV-Tuner
+ Absolut gelungene Wiedergabe von Blu-rays
+ Hervorragende, leicht zu handhabende Touchpad-Remote
+ Sehr nützliche, weil zuverlässige Sprachsteuerung
+ Außergewöhnlich schönes Design und hochwertiges Finish

– Farbtemperatur selbst in den Kino-Bildprogrammen etwas kühl
– Trotz passivem System Ghosting im 3D-Betrieb
– TV reagiert auf Befehle mit der konventionellen Fernbedienung leicht verzögert

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 17. Oktober 201




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