TEST: Panasonic Curved-TV TX-55CRW854 – neuer Maßstab bei den Curved-TVs?

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Der Panasonic Curved-TV TX-55CRW854 für 3.199 EUR möchte die bereits hoch liegende Messlatte für TV-Geräte mit gebogenem Display weiter nach oben verschieben.  Ob ihm dies gelingt, soll unser Testbericht klären. Zunächst einmal wäre anzumerken, dass 3.199 EUR ein stolzer Preis für ein 55-Zoll-Gerät sind, doch der Panasonic offeriert dafür auch eine Vielzahl exzellenter Merkmale, die es bei vielen Konkurrenten weder für Geld noch für gute Worte gibt. Der LED Backlight TV kommt mit einer speziell für 4K geeigneten 1.600 Hz Frame Interpolation und verschiedenen Bildmodi: Dynamic, Normal, Cinema, True Cinema sowie die ISF-Betriebsarten Professionell 1 und Professionell 2 sind an Bord. Interessanterweise hat sich auf der Panasonic-Website hier ein Fehler eingeschlichen, die „Professionellen“ zwei Bildmodi werden einfach verschwiegen. Auf eine THX-Zertifizierung muss der Käufer verzichten, die THX-Programme für hellen und dunklen Raum fehlen daher. Der „4K Studio Master Bildprozessor“ dieses Gerätes aus der „Reference“ Serie sorgt für erstklassige Bildqualität. Das „Super Bright Panel“ produziert ein enorm helles, dynamisches Bild. „Local Dimming Pro“ erzeugt tiefes Schwarz und sehr guten Detailkontrast. 

Natürlich gibt der Panasonic auch 3D-Signale entsprechend wieder. Bei dieser Modellreihe setzt Panasonic auf aktive Shutterbrillen, laut Website ist keine im Lieferumfang enthalten und bei unserem Testgerät lag auch keine bei, so dass wir für die 3D-Testreihen später auf eine ältere aktive Shutterbrille aus dem Hause Panasonic zurückgreifen mussten. Da im Übrigen das Thema HDR (High Dynamic Range) gerade in aller Munde ist – der TX-55CRW854 wird von Panasonic per Firmware-Update „fit“ gemacht für HDR. 

Der Panasonic bringt einen Twin-Triple-Tuner für DVB-S2, DVB-C und DVB-T2 mit, man kann ein Programm aufzeichnen und parallel ein anderes betrachten beispielsweise. Zusätzlich kokettiert der TX-55CRW854 mit seiner Sat>IP-Funktion, der TV kann sowohl als Master als auch als Client verwendet werden. Mittels Sat>IP können Satelliten-TV-Signale in Netzwerksignale umgewandelt und im ganzen Haus auf entsprechend kompatible Clients verteilt werden. Hierbei wird nicht nur das reine TV-Signal übertragen – auch Zusatzfunktionen wie EPG oder HbbTV können auf den Clients verwendet werden. Das ist sehr praktisch, derzeit haben nur ausgesuchte Panasonic-TVs dieses Feature bei den TV-Herstellern. Wer sonst Sat>IP-Funktionen sucht, muss zu Settop-Boxen z.B. von Humax greifen. 

Akustisch liefert das eingebaute Soundsystem – das sich „VR-Audio Master Surround 2.1“ nennt – insgesamt 40 Watt, die sich auf zwei Frontlautsprecher und zwei Woofer verteilen, es gibt unterschiedliche Sound-Modis (Standard, Musik, Ambiente, User). Wählt man die Benutzereinstellung, kann man sogar auf einen grafischen EQ zurückgreifen (Bänder: 150/250/500 Hz, 1/2/4/8/12 kHz), sehr praktisch. Zwei Surroundprogramme (Diffuser Surround, virtueller Surround) sind ebenfalls an Bord. 

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Einfach, verständlich, schnell: Firefox-Betriebssystem

Der Panasonic TX-55CRW854 basiert auf dem 2015 in Panasonic Viera TVs eingeführtem Firefox OS Betriebssystem, auf dem Panasonic das eigene System My Home Screen 2.0 implementiert. Als Webbrowser setzt Panasonic auf Firefox. Dafür, dass immer genug Rechenpower zur Verfügung steht, sorgt der eingebaute „Quad Core Pro“ Prozessor. 

Flexibel gibt sich der Luxus-TV, wenn verschiedene mediale Formate wiedergegeben werden sollen: AVCHD 3D/Progressive, SD-Video, AVI, HEVC, MKV, WMV, MP4, M4v, FLV, 3GPP, VRO, VOB, TS, PS, MP3, AAC, WMA Pro, FLAC, Apple Lossless, WAV, JPEG/MPO (TBD) werden wiedergegeben, hier fehlt es also praktisch an nichts. 

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Ethernet-Buchse,, Scart ohne Adapter möglich, Komponenten-Eingang, 2 x HDMI auf diesem Bild

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3 x USB, 1 x 3.0, 2 x 2.0, drittes HDMI-Terminal, SD-Card-Slot

Panasonic TX-55CRW854 Bedienelemente Rueckseite

 Bedienelemente am TV

Der TV trifft beim Kunden mit einem umfangreiches Anschlussangebot ein. Insgesamt drei USB-Schnittstellen sind vorhanden (seitlich: USB 3.0, zusätzlich 2 x USB 2.0), ein rückseitiger LAN-Anschluss, zwei CI+-Slots, ein SD-Kartenleser, Scart/Composite/Component plus Audio-Cinch-Eingang für Composite und Component. Hinzu kommen ein eingebautes WLAN-Modul für die drahtlose Einbindung des TX-55CRW854, ein optischer Digitalausgang und ein Kopfhörerausgang. Da fehlt doch was? Richtig, HDMI! Und genau hier bekleckert sich der TV wahrhaftig nicht mit Ruhm: Nur drei HDMI-Terminals liefert Panasonic mit. Diese entsprechen zwar alle dem Standard 2.0 (4K 60/50p mit HDCP 2.2), aber ein Terminal mehr wäre doch wünschenswert. Und noch etwas hätten wir gern: Die Anschlussmöglichkeit für einen aktiven Subwoofer, was einige TVs bieten. Das hat den Vorteil, dass man für den Bassbereich, den das im TV eingebaute Soundsystem nur schwer gut wiedergeben kann, einen separaten Basslautsprecher mit eingebauter Endstufe verwenden kann. Praktisch wäre es auch, wenn Panasonic passend zu den Top-TV-Serien vielleicht einen passenden Wireless-Aktivsubwoofer anbieten würde. 

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TV komplett von hinten

Panasonic TX-55CRW854 Standfuss Rueckseite

Blick auf das Standfuß-Konzept

Panasonic TX-55CRW854 Standfuss Front

Solider Metallstandfuß

Panasonic TX-55CRW854 Verarbeitung

Dünner Rahmen in hoher Materialgüte

Panasonic TX-55CRW854 Curved Design

 Curved-Design

Ohne Sockel ist der TV 1.236 mm breit, 727 mm hoch und 124 mm tief, mit Standardsockel ist er 1.236 mm breit, 764 mm hoch und 275 mm tief. Ohne Standfuß wiegt er 24 kg, mit Standfuß 26,5 kg. Der TV entspricht der Energieeffizienzklasse A. Der Fernseher ist enorm hochwertig verarbeitet und überzeugt durch sein schickes Design. Der Curved-Shape des Bildschirms sorgt dafür, dass Bildschirmecken und Bildmittelpunkt gleich weit vom Betrachter weg sind.  Vorzug der Curved-Bauweise ist auch der besonders tiefe Bildeindruck schon im 2D-Betrieb. Durch die Wölbung kommen bei externem Lichteinfall überdies von links und rechts weniger Reflexionen auf den Bildschirm. 

Steuern kann man den Highend-TV mittels der „Panasonic TV Remote 2“, die kostenlos bei Google Play oder im App Store von Apple herunterzuladen ist. Im folgenden stellen wir diese flexible App genau vor. 

 

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Panasonic TV Remote 2 

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 Unser Test-TV wurde direkt erkannt

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Hauptmenü

Richtig klasse ist die „Panasonic TV Remote 2“ App, denn sie kann unzählige Sachen, die sich in der Praxis als wertvoll erweisen. Erklärende Hilfetexte sind ebenfalls mit von der Partie, daher verliert man trotz der Funktionsvielfalt nie den Überblick. Generell kann man den TV zjm Beispiel per im Smartphone-Bildschirm simulierten Touchpad steuern, was nach kurzer Übung hervorragend, unterbrechungslos und schnell funktioniert.

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Touch-Bedienfeld

Richtiggehend „cool“: Wenn man mit den Fingern im simulierten Touch-Feld operiert, taucht eine leder-imitierende Oberfläche auf, die leicht beleuchtet ist, ein nettes Gimmick. Die Umgebung des Touch-Feldes ist simultan zur Panasonic-Touch-Remote gestaltet, die außer der bekannten konventionellen Remote dem TV beiliegt. Also oberhalb vom Touchfeld die Elemente für virtuelle Tastatur, Home-Menü und Sprachsteuerung – die generell sehr gut funktioniert bei Panasonic.  Links oben im Screen des Smartphones ist immer eine Möglichkeit, direkt wieder ins Hauptmenü der App zu gelangen.

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Klassisches Layout einer Panasonic TV-Fernbedienung 

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Navigationskreuz 

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Zusatzfunktionen 

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10er-Tastatur

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 Play-Funktionen

Dort findet sich unter der Option „Fernsteuerung“, für Liebhaber konventioneller Bedienmethoden, die Implementierung einer typischen Panasonic-Remote, auf insgesamt fünf Screens, die schnell gewechselt werden können. Hier kann man den TV ebenfalls komplett steuern. Praktisch ist auch die Funktion „Tastatur“, hier kann man den gewünschten Test bequem über die Smartphone-Tastatur eingeben, und per Antippen des entsprechenden Buttons wird der Text zum TV übermittelt. 

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Einfaches Teilen von Inhalten, die dann auf dem TV-Screen dargestellt werden

In der App vorhanden ist auch Swipe and Share. Hier kann man Fotos, Videos und Musik vom Smartphone einfach auf den Screen bekommen. Wir haben es mit Bildern auf unserem iPhone 6 Plus ausprobiert, und es klappte auf Anhieb. In recht kurzer Zeit erschienen die Bilder vom Smartphone auf dem Bildschirm des TX-55CRW854.

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Schnell kommt die Website auf den großen Screen des Panasonic-TVs

Richtig gut auch „Web Browser“. Man kann eine Internetseite auf dem mobilen Device anzeigen lassen, dann bewegt man den Finger aufwärts zum Rand des mobilen Devices und lässt den Finger auf dem Touchscreen. Die gewünschte Website wird dann auf dem Viera-Fernseher angezeigt. Umgekehrt geht es auch – berührt der Anwender das kleine Fenster in der rechten, oberen Ecke des mobilen Gerätes, wird eine aktuell auf dem Panasonic Viera TV angezeigte Website auf dem mobilen Device präsentiert. Und es funktioniert prächtig: Wir haben uns die mobile Version von www.areadvd.de auf unserem iPhone 6 Plus anzeigen lassen. Dann „geswipt“ und nach oben gezogen, und schon präsentiert uns der TX-55CRW854 www.areadvd.de in der normalen Desktop-Version – hervorragend. Natürlich kann man das aktuelle TV-Programm auch auf dem Smartphone „mitnehmen“ – es dauert allerdings einige Sekunden, bis das Live TV Programm dann auf dem mobilen Device startet. 

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App-Startprogramm

Weiter findet sich in der Panasonic TV Remote 2 App das „App Startprogramm“. Hier können Apps besonders komfortabel gestartet werden, wie z.B. Netflix, YouTube, Maxdome, aber auch der TV Guide, Viera Link oder der Apps Market.

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Smart Calibration, hier der Farbraum

Richtig genial ist die „Smart Calibration“. Dahinter verbirgt sich ein auf sechs Pages verteilter Video-EQ fürs Smartphone, mit dem man visuelle Parameter des TVs optimieren kann. So kann man den Farbraum anpassen, die Gammakurve, elementare Bildparameter einstellen (Backlight, Kontrast, Helligkeit, Farbe, NTSC-Farbton und Schärfe) und erweiterte Bildparameter justieren (Farbtemperatur, Colour Management, adaptive Backlight-Steuerung, Umgebungssensor, Rauschunterdrückung, MPEG Rauschunterdrückung, Optimierte Auflösung, Intelligent Frame Creation/Zwischenbildberechnung). Man kann angepasste Bildeinstellungen, auch unter einem individuellen Namen, nach Beendigung speichern. 

Panasonic TX-55CRW854 Fernbedienung

Touchpad-Remote

Mittels der hochwertigen, sehr gut in der Hand liegenden Fernbedienung kann der TX-55CRW854 Curved-TV ebenfalls gesteuert werden. Wir kennen kaum eine andere Touch-Remote, die uns derzeit so überzeugt, denn alles funktioniert vollkommen reibungslos. Die Steuerung mittels Touchfeld gelingt auch weniger versierten Anwendern bestens. Durch die leichte Krümmung liegt die „Curved-Remote“ ausgezeichnet in der Hand. Die leicht lederartige Oberfläche des Touch-Feldes erzeugt eine hochwertige Optik und Haptik. Pluspunkte sammelt Panasonic auch für die sehr gut funktionierende Sprachsteuerung. Zwar nutzen wir meist eher Worte als Sätze „Apps“, „My Home Screen“, „Nachrichten“, „YouTube“), aber alle Worte wurden gleich verstanden und sinnvolle bzw. komplett zielgerichtete Suchen durchgeführt.

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klassische Fernbedienung

Alternativ liegt auch eine konventionelle, hochwertige zweite Fernbedienung mit klarer Bedienlogik bei, die Anwender, die lieber den „klassischen Stil“ bevorzugen, auch gern verwenden dürften. 

Panasonic TX-55CRW854 Screenshot 13

 Firefox OS, Apps

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App-Market

Wie sieht es mit dem Firefox OS Betriebssystem aus? Hier können wir dem TX-55CRW854 ebenfalls ein hervorragendes Zeugnis ausstellen. Über die „Home“ Taste auf der Fernbedienung gelangt man ins Hauptmenü „Live-TV“, „Apps“ oder „Geräte“. Wie sich unschwer erkennen lässt, verbirgt sich hinter „Live-TV“ das gerade laufende TV-Programm. Wer „Apps“ anwählt, kann nicht nur auf die vorinstallierten Applikationen zurückgreifen, sondern sich auch im „Apps Market“ neue Anwendungen suchen. Vorhanden sind zum Beispiel Netflix, YouTube, Maxdome, Amazon Instant Video, Wuaki.TV, Arte, Chili Cinema, Watchever und AccuWeather. Der App Market gliedert sich in Empfohlen, Video, Musik, Sport, Spiele, Kids, Soziale Netzwerke, Nachrichten&Wetter, Gesundheit&Fitness, sowie Lifestyle&mehr. Wer sich Apps herunterladen möchte, benötigt eine Panasonic ID (E-Mail-Adresse) und Passwort. Ein entsprechendes Konto kann man entweder im Internet erstellen oder gleich über den TV. Das Firefox-Betriebssystem agiert zügig, Inhalte werden schnell geladen, und es kommt kaum zu störenden Unterbrechungen/Pausen. Unter dem Stichpunkt „Geräte“ kann man angeschlossene Peripherie-Devices auswählen. 

Bild

Prinzipiell ist ein geeignetes Bildfeld bei Panasonic schnell gefunden. Nach Ausschluss der zu kalten Modi „Dynamik“ und „Normal“ stehen uns hier aber drei Bildfelder mit ähnlichen Eigenschaften zur Verfügung, die allesamt auf den ersten Blick einen sehr soliden Eindruck machen. Sowohl „Kino“ als auch „True Cinema“ und die beiden „Professionell“-Bildfelder bieten ähnliche Farbtemperatur. Kino ist noch etwas dunkler und wohl für absolute Dunkelheit gedacht. Außerdem arbeiten bei Kino noch dynamische Optimierer wie z.B. das „Farb-Remastering“ und „Kontrast-Remastering“ und das Gamma ist auf 2.2 gesetzt. „True Cinema und die „Professionell “-Modi unterscheiden sich nur geringfügig, aufgrund der mannigfaltigeren Einstellungsmöglichkeiten wählen wir „Professionell“. Der Unterschied zwischen „Professionell 1“ und „Professionell 2“ liegt lediglich in einer etwas niedrigeren Backlight-Einstellung des zweiten Modis. Da wir hier mit möglichst geringem externen Lichteinfall arbeiten, wählen wir schließlich „Professionell 2“.

Am ersten Testbild der Burosch Professional TV und Beamer Calibration Disc ist sofort ersichtlich, dass Overscan noch aktiv ist – das ist in allen Bildmodi der Fall. Erfreulicherweise ist bei Panasonic der Overscan nicht kryptisch und versteckt untergebracht,  sondern einfach in den Bildeinstellungen unter Bildschirmeinstellungen und „16:9 Overscan“ zu finden und kann leicht deaktiviert werden. Die Helligkeit ist beim voreingestellten Wert absolut solide, selbst bei geringfügigem Lichteinfall muss man hier nicht eingreifen. Um bei der Grautreppe einen sauberen Schnitt ab 235 zu erreichen, muss der voreingestellte Kontrastwert von 90 auf 100 gesetzt werden. Beim Wert 90 sind die Überweiß-Werte von 236 bis 253 sichtbar. Die Schärfe kann man wiederum beim Mittelwert „50“ belassen, hier treten keine eklatanten Überschärfungen oder gar Doppelkonturen auf.

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Farbtemperatur in Abhängigkeit von der Bildhelligkeit – der erste hohe Balken resultiert aus einer Ungenauigkeit des Messsensors 

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Saubere Gammakurve

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Gammapunkt

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Farbräume werden gut getroffen, ebenfalls guter Weißpunkt

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Abweichungen der Farbhelligkeit in tolerablem Rahmen

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RGB-Balance

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Übersicht Farbraum-Abbildung, Farbhelligkeit, Weißpunkt

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Übersicht Gamma-Messungen

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 Übersicht RGB-Balance und Farbtemperatur

Insgesamt liefert der Panasonic eine hervorragende Performance im Bereich der Messergebnisse. Interessanterweise punktet der Curved TV am geringsten bei der Darstellung des HD-Farbraums rec.709. Hier gibt es leichte Abweichungen sowohl bei Primär- als auch Sekundärfarben, insgesamt aber noch alles im Toleranzbereich. Der Weißpunkt im Detail hingegen ist exzellent, der kleine Ausrutscher bei IRE 10 kann auch auf Messungenauigkeiten im niedrigen Bereich hindeuten. Die Farbhelligkeit in Relation zum Referenz-Weiß sieht auf den ersten Blick nicht ganz so perfekt aus. Hier spielen aber die Sekundärfarben eine größere Rolle und diese weichen nur geringfügig ab, wenn auch über den Wert +/- 5 hinaus. Am Gamma können wir so gut wie nichts kritisieren, der TV liegt plan auf der Idealkurve. Selbstverständlich gibt es über den gesamten Helligkeitsbereich hinweg minimale Abweichungen, insgesamt aber liegt der Panasonic bei einem Zielgamma von 2,4. Der gute Eindruck der Farbtemperatur bestätigt sich bei den Messergebnissen. Leicht über 6500K in den niedrigen und leicht darunter in den oberen IRE-Bereichen, insgesamt ebenso wie bei der RGB Balance ein exzellentes Ergebnis.

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Video-EQ, Teil 1

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Video-EQ, Teil 2 

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Erweiterte Einstellungen

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Weißabgleich

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 Farbabgleich

Der Panasonic bietet einen reichhaltig ausgestatteten Video-EQ, mit mehrstufig schaltbarer Intelligent Frame Interpolation, die gerade in der Stufe „Mittel“ sehr gelungen eingreift. Weiß- und Farbabgleich sind ebenfalls in sehr ausführlicher, beinahe schon professioneller Form an Bord. 

Natives Bildmaterial von Florian Friedrichs UHD-Showcase gibt der Panasonic exzellent wieder. In H.264 aufgenommen, gibt der Panasonic das Material von unserem Server (Zuspielung über LAN) mit enormer Bildruhe und herausragender Farbtreue wieder. Bei den Panoramaaufnahmen auf der Nachbarinsel von Rhodos, Symi, zeigt der Panasonic ein extrem kontrastreiches, lebendiges Bild, das aber hinsichtlich der Bildschärfe nicht überzogen ist. Bei den verschiedenen felsigen Hügeln modelliert der TV die erdigen Farbtöne hervorragend heraus, und dass der TX-55CRW854 einen überragenden Detailkontrast bietet, wird hier sehr deutlich. Das tiefblaue Meer kommt mit glitzernder Wasseroberfläche beinahe wie greifbar heraus. 

Der sich im Wind bewegende Baum ist ein perfektes Beispiel für das enorme Maß an Plastizität, welches der Panasonic Curved-TV an den Tag legt. Nochmal kurz zur Bildschärfe: Ringing findet nicht statt, die ganzen Konturen sind enorm präzise.  Die Farbtemperatur ist absolut stimmig, und man sollte sich nicht davon blenden lassen, dass z.B. auf Messen und bei vielen Märkten/Händlern durch zu kalte Farben und einen zu weit aufgezogenen Kontrast ein pseudo-lebendiger, pseudo-plastischer Eindruck entsteht, der aber nichts mit einem authentischen, natürlichen Bild zu tun hat.

Wie ein solches auszusehen hat, beweist uns Panasonic bei diesem Test wieder einmal genau: Panorama-Aufnahmen von der Zugspitze gefallen uns besonders gut, das Blau des Himmels erscheint realistisch, und praktisch alle Details an den Felsformationen kommen heraus. Einzelheiten an verschiedenen Blumen und Pflanzen, die von Florian Friedrich in erstklassiger Qualität aufgenommen wurden, präsentiert uns der Panasonic sehr präzise, mit genauer Farbstaffelung und viel Liebe zum letzten Detail. Das absolut rauscharme Panel trägt seinen Teil zum Seherlebnis bei. Der Schwarzwert hinterlässt einen sehr guten, tiefen und satten Eindruck. 

Sehr gelungen ist auch die Leistung des eingebauten TV-Tuners, den wir im DVB-S-Betrieb betrachten konnten. Bei HD-Material (ARD, ZDF) in 720p beweist uns der Panasonic, wie gut ihm das Upscaling des 1.280 x 720p Materials auf 3.840 x 2.160p gelingt. Scharf, nahezu ohne Scalingrauschen und mit einer Detaillierung, die überragend ist, besticht der TX-55CRW854 auf ganzer Linie. Kontrast, Detailkontrast und Farbwiedergabe erfreuen auch hier selbst das sehr anspruchsvolle Auge. Wir haben uns in der ARD Plusminus angeschaut und waren begeistert, so ein guter TV-Tuner ist auf dem ganzen Markt selten zu finden.

Gesichter in Großaufnahmen gefallen mit akkurat gestaffelten Hauttönen, Details am Gesicht wie der Glanz in den Augen ist sehr gut zu erkennen. Nur leichtes Rauschen in größeren einfarbigen Flächen fällt uns auf. Die „Tagesschau“ zeigt ebenfalls die Fähigkeiten des TX-CRW854, ein homogenes, in sich schlüssiges und natürliches Bild zu präsentieren. Hohe Bildruhe, saubere Kamerafahrten und eine exzellente Mischung aus visueller Dynamik und visueller Gesamtharmonie sind sehr zu loben. Und was mindestens ebenso beachtlich ist: Was der Panasonic aus SD-Sendern holt.

Zwar werden TV-Fans, die diesen Luxus-Panasonic besitzen, kaum noch SD-Sender schauen, aber die „Probe aufs Exempel“ hat uns als Tester doch interessiert: Erstaunlich gut ist die Bildschärfe, sehr sauber gelingt das De-Interlacing, Bewegungen werden ausgezeichnet wiedergegeben. Diagonale Linien weisen nur in sehr geringfügigem Umfang die gefürchteten Treppenstufen auf. Die Farbwiedergabe ist auch bei SD-Sendern sehr gut, Kontrast und Detailkontrast sind im Rahmen des Möglichen überragend. Genauso Spitzenklasse: Wenig Rauschen, recht viele Details. 

Zu erwarten war, dass der TX-55CRW854 auch beim Hochskalieren von FullHD-Blu-rays ein hervorragendes Bild generiert. Und die Praxis übertrifft die Erwartungen, wie sich bei der BD „Avengers“ ab dem 14. Kapitel zeigt: Panorama-Views beeindrucken mit enormer Tiefenwirkung, die Detailwiedergabe ist vorzüglich, wie man z.B. an den Abnutzungsspuren von Iron Mans Anzug nachvollziehen kann. Auch das schwarze Gewand von Loki kommt ausgezeichnet heraus, jedes Detail ist sichtbar – auch dunkle Farbtöne, die sich nur um Nuancen unterscheiden, und sei es nur durch den aktuellen Lichteinfall, differenziert der Panasonic eindrucksvoll auseinander. Als Iron Mans neuer Anzug durch die Glasscheibe bricht und sich flugs auf den Weg nach unten macht, überzeugt die Bewegungswiedergabe ein weiteres Mal durch ihre flüssige, nahtlose Ausprägung.

Als die außerirdischen Eindringlinge durchs schwarze Loch auf die Erde gelangen, wird der Beginn der Invasion in hoher Detailtreue auf den Bildschirm gebracht. Was der Panasonic kann, sieht man auch anhand der Feuerbälle, die sich in Folge der zahlreichen Explosionen bilden: Farblich akkurat durchgestaffelt, beweist uns der Curved-TV, welche Bildgüte beim Upscaling einer BD möglich ist. Mit natürlichen, Kino-gemäßen Farben zieht uns der TX-CRW854 in seinen Bann. Das Rot von Thors Umhang,  das Grün von Lokis Umhang, alle Hauttöne – ganz gleich, welche Farbe wiedergegeben werden soll, der Panasonic zieht stets alle Register seines Könnens. Das Cockpit des Flugzeugs der Avengers wird überdies enorm plastisch und in nahezu allen Einzelheiten präsentiert.

Als dann im Verlauf der Schlacht die gepanzerte Riesenechse aus dem schwarzen Loch donnert, trumpft der TX-55CRW854 einmal mit seiner überragenden Bewegungswiedergabe auf, praktisch ohne Unschärfen und zudem sehr natürlich und lebendig. Wenige Sekunden später ist die Oberfläche von Thors Hammer sichtbar, und auch hier gibt der TV die metallische Oberflächenstruktur gekonnt wieder. Als die Alien-Fighter auf ihren Fluggeräten rasant durch die Straßenschluchten fliegen, fällt auf, dass selbst während dieser sehr schnellen Bewegungen kaum Unschärfen und Detailverluste an den Häuserfassaden auftauchen. 

Wie sieht es mit den 3D-Qualitäten des Panasonic aus? Da Panasonic dem Testgerät leider keine aktuelle aktive Shutterbrille beigelegt hat, mussten wir mit der Shutterbrille des WT600 arbeiten. Diese funktioniert aber problemlos zusammen mit dem 2015er Modell. Wer legen nun „Lichtmond 3“ (BD) in unseren BD-Player ein und betrachten das 3D-Bild ab Filmbeginn. Der Panasonic realisiert ein stabiles, rauscharmes Bild mit sehr deutlich, aber gleichzeitig angenehm sichtbaren 3D-Effekten. Im 2. Kapitel die fliegenden „Eiswaffeln“ und scheibenförmigen Raumschiffe werden mit scharfer Kontur und feiner Detaillieren wiedergegeben. Bravourös die Leistung beim Mond, dem dahinter liegenden Planeten und der davor zu sehenden Raumstation. Tiefe, satte 3D Effekte sind sichtbar, es kommt kaum zu Ruckeln. Der Panasonic zeigt überdies ein hervorragendes Schwarz und eine recht homogene Helligkeitsverteilung.

Kritik gibt es für das Flimmern in hellen Räumen, typisch für aktive Shutterbrillen: Rund um den Screen ist dieses Flimmern oder Flackern erkennbar. Daher raten wir, dem 3D-Genuss nur im abgedunkelten Raum nachzugehen. Hält man den Kopf schief beziehungsweise bewegt ihn, kommt es lediglich zu harmlosen, geringen Helligkeitsverschiebungen. Nur, wenn die Kopfbewegungen zu deutlich ausfallen, wird das Bild dunkel und kontrastarm. Die blütenartigen Objekte im weiteren Verlauf der BD werden scharf und lebendig wiedergegeben. Fahrten durch den virtuellen Raum werden ohne störende Schärferverluste und mit hoher Bildstabilität realisiert. Komplexes, vielschichtiges Bildgeschehen bereitet dem Panasonic keinerlei Probleme. Die gezeigten 3D-Effekte erscheinen stets authentisch und akkurat durchzeichnet. 

Als zweites 3D-Beispiel haben wir uns den Filmbeginn von „Avatar“ angesehen. Der Film beginnt mit einer kurzen Kamerafahrt über die Planetenoberfläche Pandoras, die scharf und ohne störendes Flimmern über die Bühne geht. Als anschließend im Langstreckenraumschiff die Insassen aus ihrem langen Schlaf erwachen. Hier stellt der Panasonic das Innere des Raumschiffs detailreich dar, der lange Gang, in dem die Schlafkabinen liegen, hat eine hervorragende räumliche Tiefe. Der Wassertropfen vor Jake Sullys Gesicht kommt realistisch zur Geltung, ebenso die durch den Gang schwerelos schwebenden Helfer. Die Rückblenden von der Verbrennung des Leichnams von Jakes getötetem Bruder belegen ebenfalls die hohe Bildgüte, so die Papphülle, die in den Ofen zum Verbrennen der sterblichen Überreste geschoben wird, oder die Gesichter der zwei Akteure, die nun Jake überreden möchten, an die Stelle seines Bruders zu treten, um nach Pandora zu fliegen.

Als dann das Langstreckenraumschiff mit den großen Sonnensegeln von außen sichtbar ist und am Zuschauer direkt vorbeifliegt, fallen wieder die hohe Bewegungsstabilität und die hohe Bewegungsschärfe auf. Nur minimales Flimmern ist selten im hochfrequenten Bildbereich erkennbar, fällt aber wirklich ausnehmend gering aus. Die Planeten im Hintergrund des Langstreckenraumschiffs gefallen durch klare Konturen und eine ausgezeichnete farbliche Abstimmung. Als dann die Insassen ins Kurzstreckenraumschiff wechseln, um die Basis auf Pandora anzufliegen, ist das Cockpit des Raumschiffs mit den vielen Touchscreens und Bedienelementen plastisch einwandfrei herausgearbeitet. Die Steinbrüche, in denen wertvolle Rohstoffe abgebaut werden, sind von oben exzellent detailliert. Das Bild des Panasonic überzeugt mit hoher Gesamtplastizität ebenso wie mit hervorragender Objektplastizität. Die schweren Fahrzeuge und Geräte zur Rohstoffförderung sind ebenfalls scharf gezeichnet und weisen viele Details auf. Der große Muldenkipper, der an Jake vorbeifährt, als dieser mit seinem Rollstuhl in Richtung Basis rollt, kommt sehr gut zur Geltung, auch die Pfeile der Eingeborenen im gigantischen Reifen des Arbeitsgerätes. 

Einige Kapitel später bricht Jake, bereits in der Gestalt seines Avatars, zusammen mit einem Team im Helikopter zu seinem ersten Besuch des wilden Dschungels auf Pandora auf. Der Flug führt auch über einen spektakulären Wasserfall, zudem tauschen dinosaurierartige fliegende Wesen neben dem Helikopter auf. Diese Sequenz beweist uns ebenfalls, wie geschliffen der Panasonic 3D zelebriert, alle Einzelheiten der fliegenden Dinosaurier kommen scharf zum Ausdruck – der TV zeigt sich unbeeindruckt von allen Bewegungen und realisiert stets ein scharfes und dynamisches Bild. Als die Landung inmitten des unzugänglichen Dschungels stattfindet, zeigt der Panasonic eine herausragende Differenzierung der verschiedenen Grüntöne der üppigen Vegetation. Die im Wind der Rotoren flatternden Farnpflanzen werden exakt dargestellt, die grünen Blätter der Bäume ebenfalls. Das neugierig blickende, froschartige Wesen am Baum sieht so plastisch aus, als könnte man direkt danach greifen. 

Nun sehen wir uns „Gravity“ ab Beginn an, und lassen die 2D-Blu-ray vom Panasonic auf 3D konvertieren. Das gelingt sehr gut, als das Space Shuttle sichtbar ist, das über der Erde schwebt, wirkt das Bild auf glaubwürdige Art und Weise plastisch. Als der Astronaut auftaucht und aus der Nähe gezeigt wird, finden wir als kleinen Kritikpunkt etwas Flimmern an seinem Rucksack. Ansonsten überzeugt uns der Panasonic auch in dieser Betriebsart. Ruhige, sichere Bewegungsabläufe und eine echt dreidimensionale Wirkung des Bild beweisen, dass die reichlich bemessene Prozessorleistung des TVs sich auch hier auszahlt. Die im Bildschirm gezeigten Objekte werden mit sauberen Kanten und einer beispielhaften Detailschärfe präsentiert.

Als Sandra Bullock eine Sichtprüfung vorkommt, gefällt das Bild durch soliden Stand und eine Bewegungswiedergabe, die praktisch frei von störenden Nachzieheffekten ist.  Die Arbeiten an Hubble erscheinen somit ungemein realistisch, die Weite des Alls wirkt auch bedingt durch den tiefen Schwarzwert sehr authentisch. Die Oberfläche von Hubble und die Spiegelungen in den Visieren der Helme erscheinen ebenfalls ungemein real. Alle Kabel und Werkzeuge haben keine Doppelkonturen, sind aber trotzdem sehr scharf und keinesfalls zu verwaschen. Farblich bringt der Panasonic die kühlen Blautöne gekonnt zur Geltung. Detailverluste und Ruckeln, was wir von anderen 2D auf 3D Konvertierungen her bestens kennen, leistet sich unser Panasonic praktisch überhaupt nicht. 

Was bringt der Panasonic zustande, wenn wir eine 576i DVD von unserem Samsung BD-F7500 in 576p ausgeben lassen? Leider gibt der Player kein 576i aus, wie die meisten derzeit gebräuchlichen BD-Spieler, so dass wir das De-Interlacing des TVs nicht beurteilen können, sondern nur das Upscaling. Und dieses macht schon gleich ab Filmbeginn einen sehr guten Eindruck, denn die gelbe Laufschrift wird scharf und mit nur geringer Rauschneigung wiedergegeben. Der große Sternzerstörer erscheint im Modus „True Cinema“, der uns hier am besten gefiel, sehr detailreich, auch der im Schatten liegende Flügel beweist durch seine exakte Präsentation, wie ordentlich der Panasonic-TV hochskaliert und wie ausgezeichnet der Detailkontrast ist.

Die Raumjäger von Anakin und Obi-Wan werden einwandfrei wiedergegeben, während sie knapp über der Oberfläche des Sternzerstörers fliegen und dann nach unten in die Schlacht abkippen. Beim Blick auf die Schlacht von oben brilliert das fein gestufte Bild des Panasonic, auch weit unten liegende Raumschiffe und Raumstationen werden mit sauberer Kontur abgebildet. Der sehr gute Schwarzwert wirkt sich in er Eröffnungssequenz erneut Gewinn bringend aus. Das Kommandoschiff von General Grievous erscheint von außen und auch von innen als sehr präzise nachgebildet, man mag es kaum glauben, dass hier eine DVD die Quelle ist. Dank der überragenden Rechenleistung holt der Panasonic ein Optimum aus der niedrig auflösenden Quelle und bietet so selbst bei DVDs ein ansprechendes visuelles Erlebnis. 

Wie ordnen wir den Panasonic im Vergleich mit anderen TVs ein? Da wir noch nicht genug 2015er Modelle im Testraum hatten, werden wir eine etwas allgemeinere Einordnung vornehmen. Große Trümpfe auch im Vergleich zur starken Konkurrenz vor allem von Samsung und Sony sind das ungemein stabile Bild und die enorm ausgewogene Farbwiedergabe. Beides Pluspunkte, die beinahe schon traditionell gerade für die großen Panasonic-TVs stehen. Weiterer großer Erfolg – die exzellente Frame Interpolation. Hier war Panasonic beileibe nicht immer führend, eher Sony war hier exzellent. Panasonic hat nun aber aufgeholt und ist nun ganz klar an der Klassenspitze, durch homogene, scharfe und fließende, fast perfekt eingearbeitete Bewegungen.

Der Video-EQ ist ohnehin erste Klasse, allerdings ist es etwas schade, dass beim Curved-Modell die beiden überragenden THX-Bildprogramme fehlen, die für abgedunkelte und hellere Räume ausgelegt sind (Cinema und Bright Room). Ansonsten gibt es nichts auszusetzen an den vordefinierten Bildprogrammen und am Video-EQ. Die sauberen Ergebnisse im Display Basic Check sind auch ein Hinweis auf die Talente des Panasonic. Beim hervorragenden Schwarzwert steht er aber keinesfalls allein an der Spitze – hier übertrifft ihn der Samsung JS9590, das absolute Samsung-Topmodell, nochmals. Allerdings nur kaum bei der Tiefe des Schwarz, sondern durch die noch homogenerer Ausleuchtung, es gibt praktisch keine Hot Spots, die beim Panasonic vereinzelt auftreten.

Die Konvertierung von 2D nach 3D gelingt dem 2015er CRW854 enorm gut. Hier konnte Panasonic weitere Fortschritte verzeichnen. So glaubwürdiges 3D bei nativem 2D Material haben wir bislang nur bei Philips TP Vision gesehen, die in dieser Disziplin bei einigen Modellen ebenfalls sehr gut abschneiden. Top ist die Präsentation von nativem 3D Material beim Panasonic, allerdings sollte man 3D-Filminhalte nur im abgedunkelten Raum betrachten. 

Klang

Panasonic TX-55CRW854 Screenshot 20

Ton-Menü

Für einen Bildschirm, in dessen schmalem Gehäuse kaum großvolumige Lautsprecher Platz finden, klingt der TX-55CRW854 alles andere als schlecht. Er erweist sich sogar als vergleichsweise pegelfest, selbst dann, wenn man einen Action-Film anhört, kann man die Ergebnisse nicht völlig vergessen. Sogar Anflüge von Räumlichkeit sind bei Verwendung der virtuellen Surround-Modi herauszuhören, auch wenn man hier natürlich nicht zu viel erwarten darf. Stimmen sind allzeit klar verständlich. 

Fazit

Panasonic TX-55CRW854 Front Seitlich2

Der Panasonic TX-55CRW854 beeindruckt uns während der sehr ausführlichen Testreihen in allen Belangen. Hochwertige Optik, hervorragende Verarbeitung, einfaches, durchdachtes Handling – genau so stellen wir uns einen modernen Hightech-TV vor. Das Firefox OS-Betriebssystem sichert ein reichhaltiges App-Angebot, ist offensichtlich sehr schlank (enorm kurze Reaktionszeiten) und funktioniert bislang ausgesprochen zuverlässig. Die Touchpad-Fernbedienung, die sich ebenso wie eine klassische Fernbedienung im Lieferumfang befindet, sorgt für zügige Bedienprozesse und komfortables Handling.

Die Panasonic TV Remote 2 ist eine vielseitige App mit hohem praktischem Nutzen, sogar alle Video-EQ-Einstellungen lassen sich mittels der App tätigen. Der Video-EQ im TV ist reichhaltig ausgestattet und sehr nützlich. Die Bildgüte, die der Panasonic in allen Betriebsarten offeriert, sucht seinesgleichen. Hohe, gleichzeitig natürliche Bildschärfe, exzellente Detailtreue, lebendige, authentische Farben und toller Kontrast gehen einher mit überragender Bewegungswiedergabe und enormer Bildstabilität.

Das beginnt bei der Wiedergabe von nativem 4K-Material, wo der CRW854 Bestwerte erzielt. Geht es darum, Blu-rays hochzuskalieren, brilliert der Panasonic ebenso wie bei DVDs. Was er aus einer DVD an Güte herausholt, ist verblüffend. Wichtig ist nur, dass man entweder einen BD-Player mit sauberem De-Interlacing verwendet, oder aber einen BD-Spieler einsetzt, der 576i ausgibt, dann übernimmt der Panasonic TV das De-Interlacing. Und dass er dies beherrscht, beweist er uns, wenn wir 576i TV-Sender betrachten. Einziger Kritikpunkt am erstklassigen Gerät: Panasonic liefert nur drei HDMI-Terminals mit, hier wäre ein vierter Eingang wünschenswert. 

Visuelles Ausnahme-Talent mit Vollausstattung und hochflexiblen Einsatzmöglichkeiten
masterpiecelogo
TVs Luxusklasse
Test 05. August 2015

+ Erstklassige Bildstabilität und Bildschärfe sowie Kantenruhe
+ Herausragendes Upscaling von BDs und DVDs
+ Schwarzwert
+ Gesamtkontrast und Detailkontrast hervorragend
+ Überragende, natürliche Farbwiedergabe
+ Frame Interpolation mit Top-Ergebnossen
+ Sehr guter Video-EQ
+ Ausgezeichnete 3D-Qualitäten bei nativem und konvertiertem Inhalt
+ Sat>IP und doppelter Triple-Tuner
+ Tolle App
+ Sehr gute Touchpad-Remote
+ Schnelles Firefox OS Betriebssystem
+ Schicke Optik und gediegene Verarbeitung

– Hoher Preis
– Nur 3 HDMI-Eingänge
– Leichtes Flimmern in hellen Räumen im 3D-Betrieb

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 05. August 2015




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