TEST: Definitive Technology Dolby Atmos 5.2.2 Lautsprecher-Set BP-8060ST/A60/SM45/ProCenter 2000

Definitive A60 Gruppenbild4 Definitive BP8060 Gruppenbild2 Definitive SM45 Gruppenbild2 Definitive ProCenter 2000 Front Seitlich2

Definitive Technology war einer der ersten Lautsprecherhersteller, der die Dolby Atmos Ära einleitete – mit den A60 Top-Firing Modul, der auf die schlanken BP8060 teilaktiven Frontlautsprecher gestellt wird, hat man einen hochwertigen und zugleich einfachen Weg, ein 5.1.2 System, also die „Atmos Basis-Variante“, an den Start zu bringen. Die Preise sind human: Die BP8060 liegt bei 999 EUR/Stück, die A60 liegen bei 320 EUR/Paar. Der ProCenter 2000 kommt auf 349 EUR und die Studio Monitor 45 liegen bei 199 EUR/Stück. 

Definitive BP8060 Anschluesse Bedienelemente

Solide Lautsprecherkabelanschlüsse, Pegelregler für aktiven Subwoofer, Kaltgeräte-Netzstecker

Definitive BP8060 Bestueckung Front

 Chassisbestückung, 2,54 cm Alu-Hochtöner und 2 x 11,43 cm Mitteltöner

Was bekommt man für das investierte Geld? Im Falle der BP-8060ST zwei ausschließlich in schwarz lieferbare, schlanke halbaktive und zudem bipolare Boxen, der untere Teil des Gehäuses wird von einem aktiven Subwoofer mit 300 Watt pro Box eingenommen. Bestückt sind die BP-8060ST mit zwei 2,54 cm Aluminium-Hochtöner, drei 11,43 cm Mitteltontreibern (BDSS, Balanced Double Surround System, 2. Generation) und mit einem 25,40 cm Basschassis, hinzu kommen für weiter verbesserte Bass-Performance zwei 25,40 cm Passivradiatoren. So ist trotz des recht schlanken Gehäuses (112,24 cm Höhe, lediglich 15,08 cm Breite, mit Stand-Traversenfuß unten 28,10 cm breit, 34,13 cm Tiefe) ordentliche Basskraft garantiert.  

Was heißt „bipolar“? Im Falle der bP-8060ST ist auf der Rückseite ein weiterer 2,54 cm Hochtöner sowie einer der drei 11,43 cm Mitteltöner untergebracht. Solche Produkte haben bei Definitive Tradition, schon 1990, vor 25 Jahren, schickte man den BP10 ins Rennen, einen bipolaren Tower-Lautsprecher. Und das nicht ohne Grund, denn durch die bipolare Technik verhofft man sich hörbare Vorzüge hinsichtlich der gebotenen Räumlichkeit. „Forward Focused Bipolar Array“ nennt der Hersteller diese Technik. Zwei der Mitteltöner auf der Vorderseite umschließen den Hochtöner, eine klassische D’Appolito-Anordnung. 

Definitive BP8060 Rueckseite Seitlich

 Rückansicht

Definitive BP8060 Standfuss

Fuß

Im sauber und robust verarbeiteten Gehäuse befindet sich unten eine digitale Class D-Endstufe, die für die solide Leistung von bereits erwähnten 300 Watt RMS verantwortlich ist. Der Wirkungsgrad des passiven Teils des Lautsprechers liegt bei 92 dB (1 Watt @ 1 Meter). Frequenzen zwischen 20 Hz und 30 kHz werden wiedergegeben. Die Nominalimpedanz liegt bei 8 Ohm. Der im Zusammenspiel verwendete AV-Receiver sollte mindestens 20 und maximal 300 Watt pro Kanal an Leistung mitbringen. Intern arbeitet ein 56 Bit DSP für eine optimale Signalverarbeitung. 

Für 1.000 EUR offeriert die BP-8060ST summa summarum viel Technik (Aktiver Bass, bipolare Treiber-Anordnung) und eine ansprechende Formgebung, die mit tadellosem Finish kombiniert wird. Der Traversenfuß sorgt trotz der geringen Breite für recht guten Halt. Nun wenden wir uns aber den A60 Top Firing Modulen zu, die man einfach auf dei BP-8060 aufsteckt. 

Definitive A60 Gruppenbild4

A-60

Definitive A60 Unterseite

Modul von unten 

Definitive A60 Gruppenbild5

Solide Schraubanschüsse, tadellose Verarbeitung, etwas empfindlicher Stoffüberzug

Definitive A60 Halter

 Befestigung im Detail

Bestückt mit einem 7,62 cm Mitteltöner mit Poly-Composite-Konus, treten die A60 an. 100 Watt pro Kanal lautet hier die maximale Belastbarkeit, das geschlossene MDF-Gehäuse fügt sich absolut harmonisch in die Linie der BP-8060ST ein und so entsteht ein Eindruck „aus einem Guss“.  10,16 cm hoch, 15,24 cm breit und 33,27 cm tief sind die kompakten Module, die Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse sind vergoldet. Die Verarbeitung ist auch hier gelungen. Maximal 100 Watt pro Kanal lautet die Höchstbelastbarkeit. 

Definitive SM45 Front Seitlich

Optisch klassisch, mit einem Mix aus hochglänzenden und matten Oberflächen

Definitive SM45 Rueckseite Seitlich

Rückseite in eher einfacher Optik

Definitive SM45 Tieftoener

Im Detail, hier der Tief-/Mitteltöner

Definitive SM45 Anschluesse Rueckseite

Anschlussterminals

Definitive SM45 Bassreflexrohr

Bassreflex-Öffnung

Definitive SM45 Hochtoener

 Alu-Hochtöner

Für den Rear-Bereich sind bei uns die StudioMonitor 45 angetreten, zwei relativ kompakte Regal-Monitore, die mit dem gleichen 2,54 cm Alu-Hochtöner bestückt sind wie die BP-8060SP. Hinzu kommt ein 13,34 cm Tief-/Mitteltöner mit BDSS-Konusmembran. Die 8 Ohm-Lasutsprecher geben Frequenzen zwischen 35 Hz und 30 kHz wieder und weisen (1 watt @ 1 Meter) einen Wirkungsgrad von 90 dB auf. Verstärkerleistungen zwischen 20 und 150 Watt pro Kanal werden empfohlen. 29,69 cm hoch, 17,14 cm breit und 29,69 cm tief sind die Monitore. 

Definitive ProCenter 2000 Bestueckung1

Center – Bestückung

Definitive ProCenter 2000 Bestueckung2

Center – mit passiven Radiatoren

Definitive ProCenter 2000 Front Seitlich1

Frontansicht mit Schutzgitter

Definitive ProCenter 2000 Front Seitlich3

Center offen

Definitive ProCenter 2000 Rueckseite Seitlich1

 Center – Rückseite

Fehlt noch der Center, der auf den schlichten Namen ProCenter 2000 hört und recht elegant daherkommt. Er ist bestückt mit einem 2,54 cm Alu-Hochtöner und zwei Mittel-/Tieftontreibern mit jeweils 13,34 cm Durchmesser und BDSS-Technologie. Aufgebaut ist der Center nach dem D_Appolito-Prinzip, der Hochtöner wird von den beiden Mittel-/Tieftönern eingeschlossen. Zwei 13,34 cm Bassradiatoren kommen noch hinzu. Der 8 Ohm-Lautsprecher gibt Frequenzen zwischen 42 Hz und 30 kHz wieder und bringt 91 dB Wirkungsgrad mit. Die empfohlene Verstärkerleistung: 10 bis 250 Watt pro Kanal. Der Cebter ist 16,51 cm hoch, 43,18 cm breit und 16,51 cm tief. Wie auch der Rest, ist er solide verarbeitet, wenngleich man im Detail schon merkt, dass es hier an Opulenz fehlt, die teurere Schallwandler auszeichnet. 

Klang

Hörtestreihen konnten wir mit folgenden AV-Receivern durchführen:

Insgesamt waren wir über alle Maßen begeistert von den Leistungen des DefTec-Sets. Das beginnt schon bei der überragenden Performance, welche die beiden BP-8060ST im Stereobetrieb offerieren. Wir haben hier zahlreiche Hires-Tracks gehört, darunter zum Beispiel Diana Kralls „Garden in The Rain“. Und nicht nur, dass die Auflösung im  Hochtonbereich wirklich beachtlich ist, auch die Räumlichkeit hat uns außerordentlich gut gefallen. Das bipolare Arbeitsprinzip bringt hörbare Vorteile,  denn die räumliche Dichte ist ausgezeichnet. Nachteile bezüglich deutlich abfallender Präzision konnten wir kaum feststellen, auch nicht bei „Meeting At The Building“ (DSD, 5,6 MHz) von Eric Bibb.

Im Zusammenspiel mit einem superben Pioneer SC-LX88 waren wir überrascht, wie sauber und akkurat dieses Stück aufbereitet wird. Die BP-8060ST dürften selbst dem relativ anspruchsvollen Stereoliebhaber gefallen, denn unaufgeregt und souverän nehmen sie sich auch aktuellen HiRes-Titeln mit Stil und Können an. So auch der „Dronning Fjellrose“ der Akustik-Jazzer des Hoff Ensembles. Im Gegensatz zum Diana Krall-Titel (Flac 96 kHz) liegt dieses Stück sogar in Flac 192 kHz vor. Auch hier staunen wir über die sorgsame Präsentation der weiblichen Gesangsstimme und über das gelungene Arrangement der instrumentalen Parts. Die BP-8060ST spielen recht luftig auf und man kann ihnen entspannt zuhören, genauso aber auch auf Feinheiten achten, wenn man das möchte.

Sicherlich kann die attraktive Standbox nicht die Feindynamik und die Hochtonbrillanz teuerer High End-Lautsprecher offerieren, aber für die 1.000 EUR (Stückpreis) Liga ist die Güte ganz hervorragend. Bei „Sun Goes Down“ von Robin Schulz, diesmal in komprimierter Qualität von Spotify, ist es ebenfalls erstaunlich, was geht. Hier spielen die beiden leistungsstarken aktiven Subwoofer ihre Trümpfe voll aus. Nachdrücklich geht es voran, ebenso bei Armin Van Buurens 2014er Hit „Ping Pong“. Hört man diesen mit enormer Lautstärke, bringt man aber die BP-8060ST an ihre Belastungsgrenze. Doch dann liegen Pegel an, die man selbst dann, wenn man recht tolerante Nachbarn oder ein freistehendes Haus besitzt, kaum wirklich fährt. 

Wenden wir uns nun der normalen 5.2 Wiedergabe zu, hier haben wir uns zum Beispiel in DTS-HD Master Audio Paul Kalkbrenners „Altes Karmuffel“ angehört. Die beiden Subwoofer plus den Passivradiatoren ermöglichen eine Bassgewalt, die immens ist. Zudem ist die Verteilung des Basses, bedingt durch die Tatsache, dass es sich um zwei aktive Subwoofer handelt, sehr homogen. Der Center gliedert sich gut in die Front-Klangkulisse ein und bietet somit einen breiten horizontalen Abstrahlwinkel. Die Präzision ist gut, allerdings nicht so hervorragend wie bei den BP-8060ST. Die beiden recht kompakten Rears sind gar nicht in dem Maße überfordert, wie wir es befürchtet haben.

Sie geben Effekte selbst bei größerem Pegel gelassen und präzisem Abstrahlwinkel wieder und gliedern sich akustisch sehr gekonnt ein. Was der Center leistet, beweist er uns bei „Romanza“ und „A Te“ von Andrea Bocelli von der „Vivere-Live in Tuscany“-Blu-ray (PCM 5.1). Hier gefällt er uns richtig gut, denn Andreas Stimme wird mit einer ausgeprägten Tiefenwirkung wiedergegeben, und die Beifallsbekundungen der Zuhörer kommen mit ausgewogener Balance auf allen Kanälen heraus. Das Saxophon-Solo von Kenny G. zu Beginn von „A Te“ geht durch Mark und Bein, und nicht etwa wegen unschöner Verzerrungen des DefTec-Sets, sondern weil so klar und mitreißend wiedergegeben wird. Tonal recht lebendig und neutral, sind sich alle Bestandteile des Sets auch einig, wohin die akustische Reise geht. Kein Teilnehmer reißt hier aus, sondern gliedert sich nach dem Motto „Einer für Alle, Alle für Einen“ sehr gekonnt ein.

Vom finalen Konzert der norwegischen Pop-Gruppe a-ha im Jahre 2014, das in Oslo stattfand, existiert ebenfalls eine Blu-ray, deren von uns verwendete Tonspur wiederum in DTS-HD Master Audio abgemischt ist. Hier hörten wir die beiden Stücke „The Sun Always Shine on TV“ und „We Are Looking For The Whales“. Gleich der erste Track, „The Sun Always Shine Onn TV“, gefiel uns sehr gut, wenn er von unseren Testkandidaten wiedergegeben wurde. Oft schaffen es selbst gute Boxen-Sets nicht, der Tonspur einen nennenswerten Bass zu entlocken, und das stört dann doch gewaltig, wenn die komplette tieffrequente Untermalung fehlt. Das ist bei den BP-8060ST anders, sie liefern überzeugend, weil kraftvoll und präzise, tieffrequente Energie, und im Gegenzug macht sich die bipolare Auslegung sehr schön bei den Synthesizer-Parts bemerkbar, im Mittel- und im Hochtonbereich. Der Center agiert auch bei diesem musikalischen Beispiel wieder mit Übersicht und bringt die Stimme von Morten Harket sehr gut heraus. 

Wie sind die Ergebnisse bei Wolfgang Amadeus_ legendärer Oper „Figaros Hochzeit“ (DTS-HD High Res Audio), in einer sehr schönen Aufführung der Salzburger Festspiele mit Ildebrando d’Arcangelo als Figaro und Anna Netrebko als Susanna? Die orchestrale Eröffnung kommt mit Dynamik und dichter Räumlichkeit in den Hörraum, einzelne Instrumente sind gut eingearbeitet, bei deutlichen Dynamik-Sprüngen zeigen sich die Boxen allesamt als flink. Die beiden aktiven Bässe sind für ein stets zu bemerkendes, aber nie überzogenes Fundament verantwortlich. Als dann Figaro und Susanna die erste Arie bestreiten, zeigt sich zum einen, dass der Center fürs Geld eine Top-Leistung abliefert, aber auch zum anderen, dass noch deutlich mehr akustische Finesse möglich ist. Feinmodellierung der Stimmen, Weitläufigkeit und Bühnencharakter, hier leisten edle, teure Center hörbar mehr und rechtfertigen auch ihre Kaufpreise. Das Definitive-Set schafft aber bilanzierend eine sehr schöne Atmosphäre und bietet für das investierte Budget ein tadelloses Potential. 

Nehmen wir uns die Filmtonwiedergabe vor, noch „ganz harmlos“ ohne Atmos. Beim 007-Film „Ein Quantum Trost“ (DTS-HD Master Audio) packen die beiden aktiven Bässe gleich am Anfang, als 007 mit Geisel im Kofferraum des Aston Martin DBS quer um den Gardasee gehetzt wird, auf den Punkt genau zu. Tiefgang, Impulstreue und räumliche Wirkung sind überragend. Wir würden sagen, für Hörräume zwischen gut 15 und knapp 30 Quadratmeter ist unser Test-Set nahezu ideal. Details gehen nicht unter, sondern werden prima eingearbeitet, so, als Bond den 12-Zylindermotor hochschaltet. Als der erste der beiden Alfa Romeo 159, die Bond verfolgen, gegen einen entgegenkommenden LKW donnert, hat der Aufprall eine immense Wucht, und Raumwirkung wie auch Dynamik werden erhöhten Ansprüchen gut und gerne gerecht.

Bei der Eröffnungsschlacht zu „Star Wars Episode 3“ kann man das gesamte System aus der Ruhe bringen, wenn man es extrem „krachen“ lässt. Das ist aber nicht ganz gerecht, man kann das Set nicht mit einem riesigen Teufel System 10 vergleichen, das höchste Pegel mit Bravour meistert, mit 7.999 EUR aber auch ein gutes Stück teurer ist. Ebenfalls wäre es eine Schwindelei, zu behaupten, das System 10 wäre absolut Wohnzimmer-kompatibel. Hier fällt eher das Wort „Scheidungsgrund“, wenn es darum geht, die großvolumigen Speaker im heimischen Wohnzimmer unterzubringen. Vor allem der aktive Bass in der Größe einer Kühl-/Gefrierkombination könnte beim weiblichen Geschlecht nicht unbedingt auf größten Gefallen stoßen.

Für ein Set, das man bei etwas toleranteren Familienmitgliedern ohne nennenswerte Interessenkonflikte im Wohnzimmer aufstellen kann, ist das Definitive Technologie-Ensemble auf jeden Fall eine sehr gute Wahl. Denn die Laser-Schüsse und Raketen-Einschläge kommen mit Verve und Kraft heraus. Auch die Stimmwiedergabe, als Obi-Wan und Anakin in ihren Raumjägern miteinander kommunizieren, kann erneut überzeugen. Räumlich erstaunlich geschlossen tritt das Klangbild auf, komplett und dynamisch, aber gleichzeitig kultiviert – das gefällt jugendlichen wie auch reiferen Hörern gleichermaßen gut. 

Nun also ist „Atmos-Time“, und wir widmen uns „Transformers 4“, zugegeben keine rekordverdächtig gute Abmischung, mangels Auswahl greifen wir aber darauf zurück. Und tatsächlich holen Pioneer SC-LX88 und das DefTec-Set eine Menge aus der Tonspur heraus, obwohl die Atmos-Effektgewalt keinesfalls üppig ausfällt, zeigt uns das 5.2.2 Set aber gleich einen hörbaren Zugewinn an Räumlichkeit, Dreidimensionalität und Lebendigkeit auf. Als am Anfang des Films die Raumschiffe Kurs auf die Erde, noch im Zeitalter der Dinosaurier, nehmen. Die wenig freundlichen Zeitgenossen an Bord der Raumschiffe vernichten mit unbändiger Energie die Urzeit-Tiere, und, wie es sich für einen Transformers-Film gehört, mit enormer Effektgewalt. Die Effektwiedergabe ist, so wie wir es auch schon aus den „Nicht-Atmos-Testreihen“ her kennen, massiv, präzise und akkurat gestaffelt, hinzu kommt ein Mehrgewinn, resultierend aus der zusätzlichen akustischen Dimension.  

Wenige Zeit später nimmt der Film in der heutigen Zeit seine Fortsetzung, und auch hier sammelt das Test-System fleißig weiter Punkte. Die Fahrt im Pick-Up kommt lebendig zum Ausdruck, und die zahlreichen Dialog-Elemente sind sauber eingebunden. Als der alte Truck, der sich später als der Autobot-Leader Optimus Prime entpuppen wird, von Cade Yeager im heruntergekommenen alten Kino gefunden wird, zeigen uns die Definitive-Komponenten, dass jede Art von Effekten, auch kleinere, als z.B. Gegenstände aus dem Führerhaus fallen, sehr passend eingebunden werden.

Bei den zahlreichen Sequenzen auf der Dolby Atmos Demo-BD, die mit deutlich mehr Height-Anteilen abgemischt sind, setzen sich die A-60 Module wiederum tadellos in Szene. Hier haben wir mit dem Onkyo TX-NR3030 gearbeitet.  Wir beginnen mit dem “Amaze” Trailer. Laute der Natur, die man räumlich dicht wahrnimmt, kommen von allen Seiten. Kraftvoll und exakt agiert der Bass, auch hier wieder Verdienst der Aktiv-Subwoofer in den BP8060SP, die auch die Präzision nicht zu kurz kommen lassen. Die akustische Präsentation des Trailers fesselt sofort, weil Atmos mit nahtlosen Übergängen eine Surround-Welt oberhalb der Köpfe der Zuhörer generiert, und das DefTec-Surroundset ist ein sehr guter Partner: Der klare Klang, der es gleichzeitig nicht an Substanz missen lässt, arbeitet die Vorzüge einer hochwertigen Tonspur hervorragend heraus. 

Beim Dolby Atmos „Conductor“ Trailer ist der Zuhörer von Beginn ab 360 Grad ins Geschehen eingebunden. Rasante Effektwechsel von vorn nach hinten, die man überall im Raum wahrnimmt, zeigen, dass der Wunsch, ein allumfassenden Surroundpanorama nun tatsächlich weitestgehend Realität geworden ist. Impulstreue, sehr gute Ausleuchtung auch des Hochtonbereiches und der kräftige, exakte Bass sind hier wiederum Bestandteile eines Hörerlebnisses, das ungemein dicht und allumfassend ist. Beim effektintensiven “Unfold” Trailer leisten die beiden Subwoofer-Module wieder besonders viel. Mit Nachdruck machen sich die aktiven Bässe in den BP8060 an die Basswiedergabe, während das dichte Raumgefühl bei den sonstigen Effekten den Zuhörer einhüllt. Man hat tatsächlich den Eindruck, dass von allen Seiten Effekte kommen, auch dort von der Decke, wo kein Lautsprecher eigentlich hinstrahlt. Interessant ist vor allem, dass sich schon in der kleinsten möglichen Atmos-Konfiguration ein solcher Klangeindruck einstellt – mit lediglich zwei Top Firing-Modulen. 

Mit vielen Effekten geht es im Dolby Atmos-Kurzfilm “Silent” weiter. Am Anfang stehen eher subtile Effekte im Mittelpunkt, dann kommt der Regen und die Atmosphäre ist so realistisch, als stünde man selber mitten darin. Die beiden Akteure flüchten sich in ein Lichtspielhaus, dort entsteht eine Traumwelt voller verschiedener Effekte. Mit vorbeidonnernden Zügen, Kanonenschüssen aus Panzern sowie 360 Grad-Effekten kommt der Surroundliebhaber hier auf seine Kosten. Extrem intensiv ist die Rundherum-Wahrnehmung bei diesem Trailer allerdings nicht, hier bieten die Trailer zuvor noch mehr. Gewaltig ist der Bass, die BP8060-Woofer zeigen ein weiteres Mal eine tolle Leistung.  Nun wird es musikalisch: “Bailando” von Enrique Iglesias klingt lebendig und authentisch:  Enorme Klarheit, hoher Facettenreichtum und mit sehr guter Stimmwiedergabe durch den Center – so stellt man sich mehrkanalige Musikwiedergabe vor.

Fazit

Definitive BP8060 mit A60 2

Für rund 3.000 EUR bekommt der Käufer des Definitive Technology 5.2.2-Sets jede Menge geboten: Attraktive Optik besonders bei den BP-8060ST Frontlautsprechern, Kompatibilität zu Dolby Atmos, mitreißender Surround-Sound bei allen Tonformaten, hervorragende Stereoperformance und ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis. Schade ist nur, dass das Definitive Technology-Set nur in schwarzer Version lieferbar ist. Eine weiße Variante würde den Kreis der Interessanten bestimmt nachhaltig erweitern. 

Mehr Informationen zu Dolby Atmos finden Sie im neuen eBook „Heimkino-Sound in 3D mit Dolby Atmos, DTS:X & Auro 3D: Die Surround-Systeme der neuen Generation“ welches bei amazon.de erhältlich ist.

In der Preisklasse bis 3.000 EUR stellt das Definitive Technology-Set eine erstklassige Wahl dar
preisklassenreferenz
Mehrkanal-Lautsprechersets bis 3.000 EUR
Test 10. März 2015

+ hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis
+ Teilaktive, bipolare Frontlautsprecher mit hervorragender Performance
+ Umfassendes Surrounderlebnis in jeder Betriebsart
+ Hochwertige und klangstarke Top Firing-Module
+ Zwei aktive Subwoofer sorgen für homogenen Bass 
+ Insgesamt solide Verarbeitung

– Nur in schwarzer Ausführung lieferbar
– Center und Surrounds hinken leicht der Performance der BP-8060ST hinterher

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 10. März 2015




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK