TEST: Pioneer 7.2 AV-Receiver VSX-930 – Multimedia-Power und Dolby Atmos-Einstieg

Pioneer VSX-930 Front Seitlich1

Der Pioneer VSX-930 bildet den Einstieg in den 3D-Sound im Pioneer-Portfolio. Der 7.2 Mehrkanal-Receiver rüstet den geneigten Käufer für 629 EUR UVP mit Dolby Atmos-Unterstützung und HDCP 2.2-Support für aktuelle und zukünftige Praxisanwendungen aus. HDMI 2.0 und HDCP 2.2 sind essentiell für maximale Video-Übertragungsraten in der hohen UltraHD-Auflösung, auf der Pioneer natürlich auch FullHD-Inhalte hochskalieren kann.

Nicht nur bei Videosignalen spielt die Übertragungsrate eine große Rolle, der VSX-930 bietet auch umfassende Unterstützung von hochauflösenden Audiodateien. Darunter die 2-Kanal HiRes-Formate AIFF, WAV, FLAC, DSD 5.6 MHz und ALAC. Pioneer bietet mit dem VSX-930 darüber hinaus Support von hochauflösendem Audio mit mehr als zwei Kanälen, 5.0/5.1 WAV-Dateien mit bis zu 192 kHz/24-Bit und FLAC mit bis zu 96kHz/24-Bit können via USB wiedergegeben werden, 5.0/5.1 FLAC bis 48 kHz/24-Bit lassen sich sogar per WiFi streamen. Für hochqualitative Wiedergabe zeichnen sich u.a. erneut SABRE D/A-Wandler (ES9006S) verantwortlich.

Damit es bei den aufwändigen Streaming-Möglichkeiten keine Probleme bezüglich der Übertragungsstabilität und Geschwindigkeit gibt, hat man Dual Band WiFi mit 2.4 und 5 GHz integriert. Neben DLNA-Streaming ist natürlich auch Internetradio und Spotify Connect an Bord, außerdem arbeitet der VSX-930 via AirPlay mit Apple-Produkten zusammen und auch Bluetooth fehlt dem Gerät nicht.

Damit bei der Installation nichts schief geht, bietet der Pioneer die Möglichkeit den AV-Receiver mithilfe von Apps für Smartphone/Tablet einzurichten, außerdem ist der AVNavigator jetzt direkt im AVR integriert und muss nicht auf einen PC heruntergeladen werden. MCACC Pro kommt zur Lautsprechereinrichtung zum Einsatz. Das bewährte akustische Kalibriersystem kommt nun auch mit Dolby Atmos-Lautsprechern problemlos zurecht und liefert hohe Präzision.

Pioneer VSX-930 Verarbeitung

Übergang Kunststoff-Front und Metallgehäuse

Pioneer VSX-930 Bedienelemente Front1

Gerasterter Quellenwahlregler

Pioneer VSX-930 Display Bedienelemente

Display und weitere Drucktasten

Pioneer VSX-930 Bedienelemente Front2

Rechts ist der Lautstärkeregler sowie ein USB- und HDMI-Slot integriert

Dem VSX-924 der letzten Generation folgt nun der Pioneer VSX-930. Ob der Sprung auf die nächste Zehnerpotenz der Integration von Dolby Atmos und HDCP 2.2 geschuldet ist, vermögen wir nicht zu sagen – optisch jedenfalls ist der neue AV-Receiver sehr ähnlich wenn nicht gar identisch zur letzten Geräte-Generation. Das Gehäuse besteht aus schwarz lackiertem Metall und ist mit vielen Lüftungsschlitzen für ein solides Temperaturmanagement versehen. Die Frontblende steht leicht über das Metallgehäuse hinaus und ist aus Kunststoff gefertigt. Es sieht aber recht hochwertig aus und macht auch haptisch einen guten Eindruck.

Der Quellenwahlregler ist gerastert und der Lautstärkeregler bringt wie üblich einen etwas schwergängigen Mechanismus mit. Der Lauf ist bei beiden Reglern nicht ganz perfekt. Die sonstigen Bedienelemente auf der Vorderseite bieten einen ausgezeichneten und gleichmäßigen Druckpunkt. Die Anschlüsse sind gut eingepasst, der Kopfhörer-Anschluss sowie der für das MCACC Mikrofon stehen aber leicht über die Blende hinaus. Das mittig integrierte Display lässt sich bei jeglicher Helligkeit ablesen und bietet auch einen exzellenten Betrachtungswinkel. Insgesamt ist die Verarbeitung in dem Preisgefüge, in dem sich der VSX-930 befindet, absolut in Ordnung – bietet aber auch trotz des höheren Preises im Vergleich zum Vorjahresmodell keine besonderen Benefits.

Pioneer VSX-930 Innenleben Gesamt

Gesamtansicht Innenleben

Pioneer VSX-930 Innenleben1

Kühlkörper und Endstufen

Pioneer VSX-930 Innenleben3

Trafo

Keine Überraschungen – Das Innenleben des Pioneer Receivers wirkt aufgeräumt und solide. Ein großzügiger Kühlkorper ist zur passiven Kühlung integriert, ein aktiver Lüfter ist nicht notwendig. Auch die Verkabelung wirkt ordentlich.

Pioneer VSX-930 Rueckseite Seitlich

Rückseite – auffällig, die beiden WLAN-Antennen

Pioneer VSX-930 Anschluesse Rueckseite2

Teil der Anschluss-Sektion

Pioneer VSX-930 Anschluesse Rueckseite3

HDMI-Bestückung

Pioneer VSX-930 Anschluesse Rueckseite1

Lautsprecher-Schraubanschlüsse

Abgesehen von den auffälligen WLAN-Antennen links und rechts stechen auch die beiden HDMI-Ausgänge ins Auge, an Eingängen gibt es insgesamt sieben, von denen der Front-Eingang mit MHL-Support ausgestattet ist. Neben dem Komponentenvideo-Eingang interessant sind die zwei Subwoofer-Ausgänge. Zusätzlich stehen zwei digitale Eingänge, optisch und koaxial, sowie einige analoge Anschlüsse zur Verfügung. Die Lautsprecherschraubanschlüsse sind ebenfalls in dieser Preisklasse völlig in Ordnung und fassen sowohl Kabel mit höherem Querschnitt als auch Bananenstecker.

  Pioneer Wiring Navi 2

Einfache Einrichtung verspricht Pioneer mit der „Start-up Navi“ App

Pioneer Wiring Navi 3

Netzwerkverbindung herstellen

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Wir wählen die drahtlose Variante

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Verbundene Komponenten auswählen

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Anschluss des Bildwiedergabegeräts

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Sämtliche Anschlussmöglichkeiten werden berücksichtigt

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Übersicht über angeschlossene Komponenten

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Eigene Lautsprecher-Konfiguration auswählen

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weitere Geräte wie iPod, USB-Stick oder mobiles Gerät etc.

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Unterstützung beim Anschluss der Lautsprecher

Pioneer Wiring Navi 17

Ändern des Eingangsnamens

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MCACC Messung

Pioneer Wiring Navi 23

Bluetooth aktivieren

Pioneer Receiver sind typischerweise nicht mit einem konventionellen Einrichtungs-Assistenten ausgestattet, der sich bei erster Inbetriebnahme des Gerätes automatisch startet. Das bedeutet aber nicht, dass Laien hier vor unlösbare Probleme gestellt werden – denn Pioneer löst diesen Umstand mit dem „Start-up Navi“, einer Applikation für mobile Endgeräte mit Android- oder iOS-Betriebssystem. Erfahrenen Nutzern als AVNavigator bekannt, übernimmt das Start-up Navi Schritt für Schritt die Installation des Gerätes, von der Netzwerkeinrichtung über den Anschluss der Lautsprecher bis hin zur Benennung einzelner Eingänge. Die einzelnen Schritte sind so detailliert beschrieben, dass selbst absolute Neulinge problemlos mit einem so komplexen Gerät, wie ein AV-Receiver es ist, zurechtkommen. Wer möchte, kann die Einrichtung auch über den PC vornehmen. Dazu muss die IP des Pioneer-Receivers in den Browser eingegeben werden. „Installations-Assistent“ und eine interaktive Bedienungsanleitung sind direkt im Gerät integriert.

Pioneer VSX-930 Screenshot 1

Home Menü des VSX-930

Pioneer VSX-930 Screenshot 2

Netzwerk- und Bluetooth-Einstellungen

Pioneer VSX-930 Screenshot 5

Auswählen der Verbindung

Pioneer VSX-930 Screenshot 7

 Bluetooth aktivieren

Pioneer VSX-930 Screenshot 14

Grundeinstellungen

Pioneer VSX-930 Screenshot 15

Eingänge

Pioneer VSX-930 Screenshot 16

HDMI Control & ARC

Pioneer VSX-930 Screenshot 17

Manuelle Lautsprecher-Konfiguration

Pioneer VSX-930 Screenshot 19

Größe der LS

Pioneer VSX-930 Screenshot 21

Präzise Eingriffe in den Frequenzbereich sind möglich

Pioneer VSX-930 Screenshot 23

weitere Einstellungen

Leichte optische Veränderungen sind beim Hauptmenü nachvollziehbar, das Gerüst und die grundsätzliche Farbkombination bleiben aber erhalten. Man findet sich recht problemlos zurecht im Menü und auch die Reaktion auf Eingabebefehle ist relativ gut. Die Übersetzung ins Deutsche ist solide, ein kleiner Fehler hat sich lediglich eingeschlichen, bei dem ein Buchstabe doppelt vorkommt. Die Lautsprecherkonfiguration ist wie üblich umfangreich und bietet Eingriffsmöglichkeiten zur Anpassung im Raum, mit MCACC Pro kann man hier natürlich auch auf Vollautomatik setzen.

Pioneer iControl AV5 1

iControl AV5 App

Pioneer iControl AV5 2

Steuerung des VSX-930

Pioneer iControl AV5 3

Lautstärke

  Pioneer iControl AV5 5

Fernbedienung

Pioneer iControl AV5 6

Audio-Modi

Pioneer iControl AV5 7

Quellenwahl

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Klangverteilung im Raum

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Auswahl des Medien-Servers

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Wiedergabe von Hi-Res-Audio

Pioneer iControl AV5 15

Internetradio

Abgesehen von der konventionellen Methode kann man den VSX-930 natürlich auch mit der mittlerweile schon bewährten iControl-App von Pioneer, kostenlos für iOS und Android erhältlich, steuern. Besonders komfortabel gelingt dies mit einem Tablet, da die Applikation im Gegensatz zu manch anderem Hersteller sehr gut an die hohe Auflösung des iPad (oder vergleichbares Tablet) angepasst ist. Mit der Pioneer App lässt sich der VSX-930 vollumfänglich steuern, besonders im multimedialen Bereich erhöht die Software den Bedienkomfort erheblich.

Die verschiedenen multimedialen Features haben wir schon aufgezählt, besonders die HiRes-Wiedergabe erfreut sich Beliebtheit. Über das Netzwerk können wir hochauflösende FLAC-Dateien in Stereo bis zur maximalen Auflösung und Bittiefe von 192 kHz/24-Bit wiedergeben. Wer lieber seine Pink Floyd Multichannel-Dateien hören möchte, muss zum USB-Stick greifen. Auch AirPlay und Bluetooth funktionieren problemlos und betriebsstabil, hier liegt natürlich keine so hohe Audioqualität vor.

Pioneer VSX-930 Screenshot 9

MCACC Pro

Pioneer VSX-930 Screenshot 11

Laufende Messung

Mit dem neuen MCACC Pro passt Pioneer sein hervorragendes Lautsprechereinmess- und Anpassungsprogramm an die aktuellen Bedürfnisse der 3D-Soundformate, insbesondere Dolby Atmos, an. Bereits vor der eigentlichen Messung wählt man das gewünschte Setup. Da wir mit Dolby Atmos Top-Firing-Modulen arbeiten, wählen wir die Konfiguration „7.2ch/5.2.2ch“ und aktivieren die unter „Dolby Lautsprecher“ unsere „Dolby-enabled speakers“, zudem stellen wir den Abstand zur Decke direkt in 1cm-Schritten ein. Die gesamte Messung ist nach etwa zehn Minuten abgeschlossen, danach führt uns der AVR direkt ins Home Menü, in dem wir zusätzlich manuell im MCACC Pro Menü unter „Manuelles MCACC“ in die Ergebnisse eingreifen können. Der VSX-930 hat unsere Lautsprecher korrekt erfasst und beweist auch bei Abstand und Pegel Stärke, lediglich die Surround-Lautsprecher waren für unseren Geschmack ein wenig zu hoch eingepegelt. Auch ein grafischer EQ mit verschiedenen Bändern steht zur Verfügung.

Klang

Bevor wir uns den Mehrkanal-Gelüsten mit dem VSX-930 hingeben, darf er uns im Stereo-Betrieb überzeugen. Wir spielen dem Pioneer AV-Receiver die 2L – The Nordic Sound-Aufnahmen in 192 kHz/24-Bit zu und wählen unser beliebtes Violinkonzert #4 in D-Dur aus. Sofort empfängt uns der Japaner mit einer sehr breiten und sauber gestaffelten Bühne. Dabei löst er das Geschehen ausgezeichnet von unseren beiden ELAC Standlautsprechern und transportiert uns in die erste Reihe des Konzertsaals. Sehr gut gelingt dem VSX-930 auch die Staffelung der einzelnen Instrumente in der Kulisse, die verschiedenen Violinen können dank solider Differenzierung auseinander gehalten werden. Der Pioneer agiert schnell und auch mal auf den Punkt kräftig, wenn es gefordert ist. Auch bei der Klaviersonate für zwei Klaviere von Mozart macht der Pioneer eine exzellente Figur und gefällt mit charakteristischem Timbre des Tasteninstruments. Die Anschlagdynamik könnte noch etwas feiner und prägnanter sein, insgesamt macht der VSX-930 im Stereo-Betrieb aber eine exzellente Figur. Er strahlt Souveränität aus und bietet einen harmonischen, erwachsenen, gar kultivierten Sound und setzt damit die tonale Ausprägung der letztjährigen Generation konsequent fort.

Die „Farewell Tour“ der Eagles wollen wir in DTS-HD MA 5.1 hören und wechseln auf Blu-ray Disc Zuspielung. Flink hat uns der Pioneer AV-Receiver mit ausgezeichneter Räumlichkeit in die jubelnden Massen des Saales in Melbourne eingebunden. Die sehr klare tonale Prägnanz im Hochtonbereich ist auch dem VSX-930 zueigen. Wirklich anstrengend oder unangenehm wird er aber in unserer akustisch optimierten Wohnumgebung nie sondern begeistert mit Transparenz und Durchhörbarkeit. Bei der Stimmwiedergabe zeigt er solide Charakteristik, aber auch etwas Zurückhaltung bzgl. der Stimmsubstanz, hier fehlt uns das letzte Quäntchen Aussagekraft. Der Pioneer spielt sehr dynamisch und mitreißend auf, ohne dabei zu spektakulär zu wirken, hier kommt die Souveränität zum Tragen. Die Ansteuerung des Subwoofers kommt stets präzise und zum richtigen Zeitpunkt. Exzellent gefällt uns, wie der Pioneer die Staffelung der Bühne und einzelnen Instrumente auf dieser vollzieht. Hier kann man bei geschlossenen Augen ausgezeichnet den Ort des jeweiligen Instruments ausmachen, auch die einzelnen Gitarren zu unterscheiden stellt kein Problem dar. Bei Hotel California wird ein ausgezeichnetes Trompetensolo mit entsprechender Schärfe geliefert, auch die folgenden Minuten sind ein Genuß. Die Integration des Schlagwerks gefällt hier besonders gut, sehr tief und genau auf den Punkt wird hier agiert. Der Pioneer achtet gezielt auf feindynamische Details und macht diese im komplexen Klanggeschehen mühelos deutlich. Bei all der Souveränität muss der VSX-930 aufpassen, dass ihm die Musikalität und Pfiffigkeit nicht verloren geht, noch ausgeprägter wollen wir das bei Pioneer nicht sehen – also im nächsten Jahr aufpassen. Überragend aber wieder Räumlichkeit und Instrumentaldifferenzierung sowie die Geschwindigkeit, mit der der AVR bereit steht.

Zuhause gefühlt haben sich die Pioneer AV-Receiver Komponenten auch stets bei flotter elektronischer Musik. Wir erinnern uns heute gerne noch daran, wie wir damals mit dem SC-LX90 „Susano“ beinahe den Putz von den Wänden des Redaktions-Heimkinos geholt hätten. So einen Anspruch haben wir natürlich an das günstige Modell VSX-930 nicht, trotzdem wollen wir ihm nicht vorenthalten, sich an DJ Tiestos Element of Life Tour, aufgenommen in Kopenhagen, zu versuchen. Bei Traffic macht er kräftig Dampf und versetzt die Redaktion durchaus in Club-Atmosphäre: an Punch fehlt es keinesfalls, der Kickbass kommt kräftig, sauber und präzise. Auch im untersten Bereich wird ein anständiges Fundament geboten, das von einer sehr räumlichen Kulisse komplettiert wird. Die einzelnen akustischen Elemente sind ausgezeichnet eingebettet, der VSX-930 leistet sich keine Laufzeitfehler. Auch als nach „Traffic“ der Gesang von Sara & Teagan einsetzt und die Kulisse komplexer wird, bleibt der Pioneer AVR souverän und präsentiert ein differenziertes Gesamtbild. Die strukturierten tiefen Frequenzen schafft er ohne zögerlich zu sein und begeistert sowohl mit hoher Geschwindigkeit als auch exzellenter Pegelfestigkeit.

Jetzt wollen wir natürlich auch die Heimkino-Performance im Filmbetrieb begutachten und legen direkt mit dem Dolby Atmos-Track des Action-Spektaktels des dritten Expendables-Titels los. Zunächst einmal bietet der VSX-930 bereits in den ersten Minuten der ersten Szene, in der das Expendables-Team in einem Hubschrauber einen fahrenden Zug überfällt, eine exzellente räumlich geschlossene Atmosphäre und versetzt den Zuschauer so mitten ins Geschehen. Als das großkalibrige, auf dem Zug befestigte, Geschoss loslegt, muss der Subwoofer alle Register ziehen, der Pioneer steuert präzise an. Wir kennen die zusätzlichen Atmos-Informationen ja bereits von anderen Geräten und der Pioneer steht hier kaum nach. Man muss natürlich bedenken, dass mit den sieben Endstufen des VSX-930 lediglich ein 5.2.2 Setup maximal möglich ist und man durch zusätzliche hintere Atmos-Lautsprecher eine noch höhere Immersion erreichen kann. An Kraft mangelt es dem Pioneer AVR allerdings nicht, auch bei einer derart komplexen Klangkulisse, die vor Explosionen und Maschinengewehrfeuer geradezu sprüht, bleibt das Gerät auch bei hohem Pegel souverän und zeigt keine Kompression oder Artefakte. Trotz der vielen Gefechte und zahlreichen akustischen Elemente, die vom Pioneer sauber herausgearbeitet werden, bleiben die Stimmen stets verständlich, auch für größere Räume eignet sich der Pioneer sehr gut und bietet in seiner Preisklasse hier überlegene Souveränität.

Auch in den Big-Screen Hit „Gravity“ haben wir reingehört. Das Weltraum-Spektakel mit sieben Oscars vom Regisseur Alfonso Cuaron ist natürlich nur indirekt mit dem actiongeladenen „Expendables“-Sequel zu vergleichen. Der Score hier ist deutlich subtiler, trägt aber keinesfalls weniger immens zur Atmosphäre des Filmes bei. Einzelne akustische Elemente sind hier wundervoll akkurat gesetzt, so dass auch ohne Großkaliber eine spannungsgelande Atmosphäre entsteht. Die Dreidimensionalität des umgebenen Raums wird deutlich und man fühlt sich mit Sandra Bullock in die tiefen des Raumes versetzt. Die sehr tiefen bis hin zu subsonischen Frequenzen präsentiert der VSX-930 in Kombination mit einem leistungsfähigen Subwoofer mit enormer Kraft und Struktur. Die einzelnen Lautsprecher-Komponenten arbeiten exzellent zusammen und bilden eine umfassende, räumliche Atmosphäre ab.

Beim Blick über den Tellerrand sehen wir aus aktuellem Jahrgang leider nur den Denon AVR-X520BT. Denon und Marantz setzen dieses Jahr voll auf Support der 3D-Soundformate – und das auch in den niedrigen Preisbereichen. Allerdings muss man auch dort eine Grenze setzen und D+M beginnt mit Dolby Atmos-Support erst bei den 7-Kanal Geräten. Der AVR-X520BT ist mit fünf Endstufen ausgestattet und der absolute Preis-Einstieg mit 329 EUR. Er bietet kein WiFi wie der Pioneer, wartet aber immerhin mit Bluetooth und drei HDMI 2.0-Eingängen inkl. HDCP 2.2 auf. Insgesamt kann er aber mit dem Pioneer nicht mithalten, das soll auch nicht Ziel sein, schließlich trennen die beiden Geräte glatte 300 EUR. Im Vergleich zum VSX-924, dem Vorjahresmodell fällt natürlich die Unterstützung von Dolby Atmos sofort ins Auge. Wir meinen, dass auch an Souveränität und Pegelfestigkeit noch gefeilt wurde. Außerdem ist nun WLAN direkt integriert und kein Modul mehr erforderlich. High resolution Audio-Streaming geht bequem über das Netzwerk und selbst Mehrkanal-FLACs kann man wiedergeben, wenn auch diese wiederum nur von USB. Für die Vorteile muss man ein wenig mehr als noch beim VSX-924 berappen.

Video

Der Pioneer VSX-930 ist via HDMI in der Lage, 1080p FullHD-Signale auf UltraHD hochzuskalieren. Zwingend notwendig ist dies wohl nicht unbedingt, da in den aktuellen UHD TV-Geräten wohl aufgrund des bisher nur begrenzt zur Verfügung stehenden Contents ohnehin die leistungsfähigsten Scaler integriert sind. Vor anderen Komponenten verstecken muss sich der Pioneer AV-Receiver aber keinesfalls. Er liefert ein rauscharmes, detailscharfes und artefaktefreies Bild an einen UHD Fernseher. Leichte Schwierigkeiten bei der Bewegungsschärfe, besonders bei flinken Kamerafahrten, werden wohl nur versierten Anwendern auffallen. Und auch bei SD-Inhalten auf FullHD ist man gut dabei. Typische Treppenstufenartefakte und minimales Scalingrauschen ist bei genauem Hinsehen vorhanden, insgesamt bietet der VSX-930 hier aber absolut solide Performance. Mit der „Video P.“ – Taste, für Video Parameter, kann man zwischen „Pure“ und „Auto“ Scaling umschalten. Unter „Auto“ lässt sich dann noch „Super Resolution“ zuschalten, was vermutlich die Kanten- und Detailschärfe erhöht und andere Parameter optimiert. Dies sollte man lediglich bei UHD-Scaling verwenden und +2 ist auch klar ausreichend.

Fazit

Pioneer VSX-930 Front Seitlich2

Mit dem Pioneer VSX-930 kann man zum günstigen Preis und dennoch völlig ohne Hemmungen den Sprung in Dolby Atmos-Sphären wagen. Der AV-Receiver mit sieben Endstufen für 629 EUR befeuert 7.2 bzw. 5.2.2 Dolby Atmos-Konfigurationen mit hoher Pegelfestigkeit und Souveränität. Er offeriert hervorragende Räumlichkeit, ein mehr als solides Fundament und insgesamt einen kultivierten, aber immer noch mitreißend lebendigen Sound. Multimedial bringt er so gut wie alles mit, was Pioneer zu bieten hat. High-resolution Audio Dateien in großer Vielfalt via Netzwerk und Multikanal 192 kHz/24-Bit von USB. Dazu Bluetooth, Spotify Connect, AirPlay und natürlich DLNA-Support sowie Internetradio. WLAN ist mittlerweile ebenfalls integriert und es wird kein Modul mehr benötigt – sogar Dual Band für höchste Stabilität und Geschwindigkeit sitzt im Gehäuse.

7.2 AV-Schaltzentrale mit hoher akustischer Leistungsfähigkeit und Dolby Atmos-Support zu fairem Kurs
preisklassenreferenz
26.06.2015

+ Solide Verarbeitungsqualität und klassische Optik
+ Sehr gutes Display
+ Dolby Atmos-Support
+ Flexible Multimedia-Optionen
+ HiRes-Audio Support
+ Multikanal FLAC/WAV via USB
+ Dual Band WiFi
+ AirPlay, Spotify Connect
+ Exzellente App

– Android/iOS-Gerät bzw. PC für Einrichtung notwendig

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26.06.2015




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