TEST: Klipsch aktive Subwoofer Reference R-110SW und R-112SW – Neue US-Basskraftwerke

Klipsch R-112SW Front Seitlich3 Klipsch R-110SW Front Seitlich4

Bass-Freude, die Wert auf hoch belastbare Technik und raumfüllende tieffrequente Wiedergabe legen, waren beim US-amerikanischen Anbieter Klipsch schon immer gut aufgehoben. Nun gibt es neue, kraftstrotzende Basskraftwerke, von denen wir in diesem Doppeltest zwei unter die Lupe nehmen. Im einzelnen handelt es sich um den oben abgebildeten Klipsch Refefence R-112SW für 800 EUR (UVP, unten im Bild) und um den Klipsch Reference R-110SW (oben im Bild) für 650 EUR (UVP). Die Straßenpreis beider Bass-Boliden dürften noch einmal ein Stück darunter liegen.

Was bieten die beiden neuen aktiven Basslautsprecher? Zunächst einmal Klipsch-typische Optik, die allerdings im Vergleich zu früheren Generationen im Detail verfeinert wurde und nun durchaus ansehnlich ist. Die Kupfer-farbene Cerametallic Membran sieht nicht nur gut aus, zugleich ist das Material hoch belastbar und leicht. Auch bei großem Hub lenkt die Membran noch akkurat aus, ohne dann Verzerrungen zu produzieren – das gilt für beide Bassisten. Unter dem Subwoofer ist ein Sockel montiert. Die gesamte Verarbeitung der ausschließlich in Brushed Black Polymer Veneer lieferbaren aktiven Basslautsprecher ist routiniert, die Brushed-Optik der Oberfläche ist sauber gemacht und liegt zudem derzeit im Trend. 

Klipsch R-112SW Tieftoener

Cerametallic-Membran mit 30,5 cm Durchmesser

Klipsch R-112SW Rueckseite Seitlich2

Rückseite 

Klipsch R-112SW Innenleben2

Mit Schaumstoff ummantelte Kabel

Klipsch R-112SW Innenleben1

Sauber und übersichtlich aufgebaut

Klipsch R-112SW Innenleben Gesamt

Digitale Endstufeneinheit in der Übersicht

Klipsch R-112SW Bassreflexoeffnung

Sockel unter dem Subwoofer

Klipsch R-112SW Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

 Einstellmöglichkeiten beim R-112SW. Leider ist die Phase nicht stufenlos verstellbar

Der R-112SW kommt mit einem Frequenzgang von 24 Hz bis 125 Hz (+/- 3 dB) und einem maximalen Schalldruck von 118 dB – das ist wahrhaftig üppig. 300 Watt Dauerleistung und 600 Watt Maximalleistung bei kurzzeitigen Spitzen wie z.B. einer gigantischen Explosion sprechen eine deutliche Sprache. Das solide MDF-Gehäuse produziert auch bei hohem Pegel keine störenden Eigengeräusche. Der 30,5 cm Treiber garantiert einen enormen Tiefgang, gleichzeitig aber, dies zeigen später unsere Testreihen, spricht das recht große Chassis auch bei kleinen Impulsen zügig an. 

Der Bassreflexsubwoofer wiegt 22,1 kg und ist 41,4 cm hoch, 39,39 cm breit und 46,36 cm tief. 

Wenden wir uns dem kleineren R-110SW mit 25,4 cm Cerametallic-Membran zu. Er wiegt 17,8 kg, ist 41,4 cm hoch, 37,37 cm breit und 40,13 cm tief.

Klipsch R-110SW Rueckseite Seitlich1

R-110SW von hinten

Klipsch R-110SW Tieftoener

25,4 cm Chassis

Klipsch R-110SW Innenleben2

Die Endstufe ist ähnlich aufgebaut wie beim R-112SW

Klipsch R-110SW Innenleben1

Im Detail

Klipsch R-110SW Innenleben Gesamt

Elektronik in der Übersicht

Klipsch R-110SW Bassreflexoeffnung

Sockel

Klipsch R-110SW Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

 Einstellregler rückseitig, wie beim R-112SW keine Fernbedienung

 Er bietet 200 Watt Dauerleistung und 450 Watt Peak-Leistung. Wie auch der R-112SW besitzt er eine Class D Digitalendstufe, die besonders effizient arbeitet, da sich kaum Verlustwärme entwickelt. Manch einer sagt digitalen Endstufen einen synthetischen Klang nach. Abgesehen davon, dass es mittlerweile, z.B. bei Pioneer, überragend abgestimmte digitale Endstufen gibt, ist es im Bassbereich ohnehin gleichgültig. Hier zählen Power und Effizienz, und da sind kompakt bauende, sich kaum erwärmende Class-D-Endstufen im Vorteil gegenüber den analogen Pendants. Mit 114 dB maximalem Schalldruck und einem Frequenzgang von 27 Hz bis 125 Hz (+/- 3 dB) erzielt auch der R-110SW Bassreflex-Subwoofer sehr gute Werte. 

Klang

Der R-110SW beweist bei Star Wars Episode III, dass auch er schon absolut Ernst zu nehmen ist. Als kurz nach Filmstart mit sattem Bass der republikanische Sternzerstörer durchs Bild donnert, schlägt der leistungsstarke US-Subwoofer nur ganz kurz mit seiner Membran an – da kennen wir deutlich teurere Konkurrenten, die hier gar nicht mehr Herr der Bassgewalten sind, welche die Tonspur bereithält. Mit der schon legendären Raumschlacht oberhalb des Regierungsplaneten Coruscant kommt der potente Bassist ausgezeichnet zurecht. Raketeneinschläge, auseinander brechende Raumschiffe, Laserschwert-Fights – all dies erfordert viel Reserven, die bereits der R-110SW mitbringt. Was uns beeindruckt: Der Bass ist absolut klar und sauber. Nicht schwammig oder mit künstlich wirkendem Volumen – all dies ist an keiner Stelle herauszuhören. Vielmehr kontrolliert der Klipsch-Woofer auch komplexe tieffrequente Effekte, z.B. Laserkanonenschüsse und parallel explodierende Raumschiffe, souverän. Der R-110SW ist damit nicht nur für den Wohnzimmereinsatz geeignet – hier kann man ihn aufgrund vertretbarer Abmessungen noch gut verwenden -, sondern auch fürs dedizierte Heimkino. Hier punktet er auch noch im größeren Raum, bis gut 25 Quadratmeter kann man ihn im Single-Woofer-Betrieb einsetzen. Im Zusammenspiel mit leistungsfähigen AV-Receivern der 800 bis 1.000 EUR-Liga kann er seine Qualitäten voll ausspielen. 

Seine Güte präsentiert der R-110SW auch bei der Eröffnungssequenz des 007-Streifens „Ein Quantum Trost“ – der britische Doppelnull-Agent wird von Killern gejagt und beschossen. Er hat einen Geisel im Kofferraum, und die Auftragskiller sollen auf jeden Fall und mit allen Mitteln verhindern, dass Bond nebst Geisel am Bestimmungsort Siena ankommen. Kraftvoll und mit Nachdruck kommen die Salven aus den automatischen Waffen heraus, und in den ersten Sekunden des Films baut der R-110SW den Spannungsbogen durch die hervorragende Einarbeitung der tieffrequenten Elemente mit auf. Insgesamt ein wiederum überzeugender Auftritt, parallel stattfindende Basseffekte differenziert der R-110SW sauber und hält allzeit genug Leistungsreserven bereit. Den Titelsong zum Film, der nach der ersten Szene an der Reihe ist, gibt der SC-LX58 sehr kraftvoll wieder. 

Nun starten wir mit der Musikwiedergabe durch und beginnen mit dem „Alten Karmuffel“ von der BD „2010“ von Paul Kalkbrenner. Dieser Track liegt in DTS-HD Master Audio vor. Das Electronic-Stück stellt enorme Anforderungen an das Können des Basslautsprechers, und wir wollen überprüfen, ob der R-110SW diesenn Titel meistert. Und wir staunen: satt, sicher, wuchtig – und präzise. Als der erste Bassschlag ertönt, wächst unsere Freundschaft zum Klipsch-Woofer weiter. Impulstreu bleibt das mächtige 25,4 cm Chassis im Tritt, hart und kraftvoll agiert der Bass bei hohem Pegel. Der Klipsch-Woofer sichert einen hohen Erlebnisfaktor, im Vergleich zu früheren Exemplaren der US-Lautsprecherschmiede zeigt er sich mit verbesserter Präzision und noch souveränerem Zupacken bei großen Lautstärken. 

Kultivierter Basseinsatz ist nun bei „Tequila Sunrise“ von den Eagles gefragt. Der Track liegt in DTS-HD Master Audio auf der BD „Farewell Tour“ vor. Hier muss der R-110SW zeigen, wie gut er sich in die gesamte Klangkulisse zu integrieren weiß. Wiederum schlägt sich der Mittelklasse-Subwoofer ausgezeichnet, denn der Bass integriert sich sehr gut zwischen die beiden Quadral Chromium Style 52 und den dazu passenden Center. Hier hat Klipsch einen feinen Subwoofer auf die Beine gestellt, der gleichermaßen Power liefert und kultiviert, ja beinahe schon geschliffen auftritt und stets mit gleichmäßiger Basswirkung im Raum auftrumpft. 

Wenn schon der R-110SW so überzeugend auftritt, lohnt sich dann der Wechsel auf den größeren R-112SW? Klare Antwort: Ist der Hörraum größer als 25 Quadratmeter und möchte man mit nur einem aktiven Subwoofer arbeiten, auf jeden Fall. Aber auch dann, wenn man klare und extrem kraftvolle Bässe liebt und höchste Souveränität bei enormen Lautstärken groß schreibt, wird man schnell mit dem R-112SW warm. Wir beginnen hier mit „Tequila Sunrise“ und stellen fest, dass sich der größere Woofer bei korrekter Einstellung keinesfalls mehr in den Vordergrund schiebt. Er macht genau das, was man von einem guten Subwoofer erwartet: Er integriert sich hervorragend in die Front-Klangkulisse und bietet allzeit ein enormes Fundament. Trotz des größeren Membrandurchmessers (30,5 anstatt 25,4 cm) spricht der R-112SW genauso schnell an wie sein kleinerer „Bruder“. 

Wie sieht es beim „Alten Karmuffel“ aus? Auch hier kann sich der R-112SW blendend in Szene setzen und zeigen, dass noch mehr in ihm steckt als im bereits exzellenten R-110SW. Er schafft noch mehr Volumen, erhöht den Nachdruck nochmals, und wie wir es schon erwartet haben, ist seine Pegelfestigkeit noch ausgeprägter, das gilt auch für die Härte des Kickbasses. Er füllt auch 30 Quadratmeter-Hörräume lebendig mit Basskraft, und er spricht ebenso zügig an wie das kleinere Modell. Was uns so gut gefällt – so massiv der R-112SW auch auftritt, trotzdem integriert er sich ausgezeichnet in die gesamte Front-Klangkulisse und „übermalt“ keine anderen akustischen Effekte. Natürlich ist Voraussetzung, dass der Bassist korrekt eingepegelt ist.

Beim 007-Film „Ein Quantum Trost“ ist der erste heftige Bassschlag gleich im Intro noch wuchtiger, satter. Man merkt, dass der R-112SW einfach noch weiter in den Frequenzkeller vordringt. Das größere Gehäuse und die stärkere Endstufe sind dafür verantwortlich. Er verleiht dem Geschehen auf dem Screen akustisch noch mehr Ausdruck, die MP-Salven sind nachdrücklicher, kraftvoller, kommen brachialer heraus. Und die zahlreichen Unfälle weisen ein noch umfassenderes tieffrequentes Fundament auf (Crash mit dem LKW). Gleichzeitig offeriert der R-112SW noch mehr Differenzierungsvermögen, wenn parallele Basseffekte auftauchen. 

Bei der Eröffnungsschlacht von Star Wars Episode III erweist sich der R-112SW als erbarmungsloser Leistungsträger, der dafür sorgt, dass weniger erfahrene Zeitgenossen schon erschrocken zusammen zucken, wenn mit hartem, treffsicherem Bass eine treffende Untermaltung der lebhaften Raumschlacht erfolgt. Der donnernde Sternzerstörer, vielschichtige Explosionen, zuschlagende Türen im Inneren des Raumschiffs – all diese Effekte nimmt sich der R-112SW sorgfältig „zur Brust“, um anschließend ein tieffrequentes Optimum für die doch zurückhaltende Preisklasse heraus zu holen. Hohe Pegel im großen Heimkinoraum stellen für die US-Bassisten zu keiner Zeit ein Problem dar. 

Konkurrenzvergleich
  • Nubert nuBox AW-993: Der hervorragende, üppig ausgestattete aktive Subwoofer aus der Schwaben-Schmiede findet im Klipsch-Duo harte Konkurrenz. Den kleineren Klipsch-Woofer R-110SW hält der AW993 unter Kontrolle. Noch präziser agierend und üppiger ausgestattet, zeigt der AW993, dass er Preisklassen-Champion ist – der R-110SW hat aber Tuchfühlung aufgenommen und beweist nachdrücklich, dass Klipsch-Woofer zum besten gehören, was der Bassisten-Markt bereit hält. Interessant wird der R-110SW, wenn man bedenkt, dass der Straßenpreis nochmals unter der UVP liegt. Dann kann er mit unerreichtem Preis-/Leistungsverhältnis begeistern. Wer 150 EUR mehr als für den nuBox AW-993 investiert und gleich den Klipsch R-112SW kauft, bekommt einen echten Siegertypen: Noch mehr Tiefgang und Wucht wie beim nuBox AW-993, noch mehr Pegelfestigkeit und Struktur.  Der R-112SW öffnet für wenig Geld die Tür zum Subwoofer-Oberhaus, somit gelingt ihm das, was dem Nubert-Bassisten eine Preisklasse tiefer schon seit 2013 macht: Er setzt Maßstäbe, und auch er ist noch unter UVP zu bekommen. Hier lohnt sich ein Vergleich. 
  • Heco Phalanx Micro 200A: Wer ein kompaktes Bass-Talent sucht, wird bei Heco fündig. Klein und leistungsstark, hat uns der Phalanx überzeugt. Wer wenig Platz zur Verfügung hat, findet hier genau den richtigen Partner. Schon der Klipsch R-110SW aber macht deutlich, zu was ein größeres Gehäuse gepaart mit noch mehr Leistung im Stande ist: Deutlich besserer Tiefgang, mehr Volumen und besseres Differenzierungsvermögen, hinzu kommt eine höher liegende Pegelfestigkeit. 
  • Quadral QUBE 10 aktiv: Für 599 EUR (UVP) ist der QUBE 10 ein besonders kultivierter, dabei kräftig aufspielender und sehr sauber verarbeiteter aktiver Subwoofer. Er ist gerade fürs Wohnzimmer aufgrund der geschmackvollen Optik sehr gut geeignet. Leistungsmäßig misst er sich mit dem R-110SW, der Klipsch  packt noch etwas entschlossener zu, der QUBE 10 ist noch eine Idee kultivierter. Hier ist es demnach Geschmackssache, für welchen Woofer man sich entscheidet. Der R-112SW spielt leistungsmäßig eine Liga darüber, was Pegelfestigkeit, Tiefgang und Nachdruck angeht. 
  • SVS SB-2000: US-amerikanische Konkurrenz: Wuchtig, pegelfest, gut verarbeitet und universell einsetzbar, so kann man den SB-2000 kurz charakterisieren. Ab Mitte Dezember voraussichtlich ist der derzeit nicht umsonst ausverkaufte aktive Subwoofer für 849 EUR im SVSound-Shop wieder zu haben. Wer nicht warten möchte und den R-112SW von Klipsch kauft, macht nichts falsch – der Klipsch-Bassist packt ebenso gnadenlos zu, erreicht enorme Pegel, bietet einen tollen Tiefgang und integriert sich sogar noch eine Idee harmonischer in die Front-Klangkulisse. Der SB-2000 bietet bei deutlich kompakteren Abmessungen ebenfalls eine Top-Performance und empfiehlt sich für Anwender, die weniger Platz zur Verfügung haben. 
Fazit

Klipsch R-112SW Front Seitlich2

R-112SW

Klipsch R-110SW Front Seitlich2

 

R-110SW

Klipsch stellt mit den beiden aktiven Subwoofer zwei absolute Leistungsträger vor, die qualitativ für die jeweiligen Kaufpreise ihresgleichen suchen. Schon der kompakte R-110SW überzeugt durch Pegelfestigkeit, Tiefgang und Nachdruck sowie Präzision. Der größere R-112SW dann holt zum großen Schlag aus: Extrem pegelfest, mit herausragendem Tiefgang, extremer Dynamik, erstaunlicher Impulstreue und tadellos exakter Einarbeitung auch parallel stattfindender Basseffekte eignet er sich nahezu perfekt fürs hochklassige Heimkino -und das zum kleinen Kaufpreis. Bei beiden Subwoofer finden sich auch Kritikpunkte – kein stufenlos einstellbarer Phasenregler und keine Fernbedienung im Lieferumfang. 

Klipsch R-110SW:
Kompakter, leistungsfähiger und preisgünstiger aktiver Subwoofer
ueberragend
Aktive Subwoofer Mittelklasse
Test 21. November 2014
Klipsch R-112SW:
Der Tiefbass-Hammer: Pegelfest, enorm dynamisch, mit erstklassigem Tiefgang öffnet der R-112SW preiswert die Tür zur obersten Liga
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer Obere Mittelklasse
Test 21. November 2014

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 21. November 2014




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