TEST: Dali Zensor 5 AX – erstklassiger aktiver Standlautsprecher mit Bluetooth

Dali Zensor 5 AX Gruppenbild2

Dali präsentierte die vollaktive 2-Wege-Bassreflex-Standbox Zensor 5 AX mit Bluetooth und 96 kHz/24-Bit-Signalverarbeitung bereits auf der High End im Mai dieses Jahres. Das „Rezept“ umfasst eine aktive Master-Box, in die die gesamte Elektronik eingebaut ist, und eine passive Slave-Box, die mittels Lautsprecherkabel mit der Master-Box verbunden wird.

Nun, im Spätsommer, steht der Lautsprecher mit einem sehr interessanten Paarpreis von 999 EUR bei uns im Testraum, um zu beweisen: Die Dänen können auch „aktiv sein“. Und das geschieht im Falle der Zensor 5 AX mittels eines hoch effizienten Class D Digitalverstärkers mit 2 x 50 Watt Leistung. Klingt nach nicht gerade überschäumender Leistungskraft, aber die Testreihen werden uns später, so viel sei schon hier versprochen, eines Besseren belehren. 

Dali Zensor 5 AX Hochtoener

25 mm Soft Dome Hochtöner

Dali Zensor 5 AX Tieftoener

 2 x Tiefmitteltöner mit Holzfasermembran

Die Zensor 5 AX gibt Frequenzen zwischen 43 Hz und 26,5 kHz wieder und ist mit einem 25 mm Soft Dome-Hochtöner und zwei 134 mm Tiefmitteltöner mit Dali-typischer Holzfasermembran stellen die Bestückung dar. 

Dali Zensor 5 AX Master Rueckseite Seitlich

Aktiver Master-Lautsprecher von hinten
 Dali Zensor 5 AX Master Anschluesse Rueckseite

Aux-In und Sub-Out beim Master-Lautsprecher

Dali Zensor 5 AX Master Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

Hochwertige Anschlussklemmen, zur Verbindung Master-Slave

Dali Zensor 5 AX Slave Rueckseite Seitlich

 Passiver Slave-Lautsprecher von hinten

Dali Zensor 5 AX Slave Anschluesse Rueckseite

Slave-Lautsprecher, Anschlussterminals

Der Anwender hat die Wahl – die Zensor 5 AX zeigt sich hinsichtlich der möglichen Wege, Signale entgegen zu nehmen, flexibel: 3,5 mm Miniklinkenanschluss ist vorhanden, um analoge Signale hineinreichen zu können. Ein optischer Digitaleingang ist für die Zuführung digitaler Signale zuständig. Bluetooth kombiniert Dali mit dem aptX Audiostandard für Klanggenuss in CD-Qualität. Über das verbaute Bluetooth-Modul lässt sich nur Gutes sagen. Zwar dauert die erste Kopplung ein paar Sekunden, dann aber steht die Verbindung bombenfest und es kommt weder zu Unterbrechungen noch zu unschönen Artefakten. Neben den erwähnten Eingangsformen hat die Dali Zensor 5 AX noch einen Pre-Out zum direkten Anschluss eines separaten aktiven Subwoofers. 

Übrigens, vorn auf der Lautsprecherfront ist eine LED zu sehen, die über den aktuellen Betriebszustand informiert: Rot heißt Standby, gelb steht für den optischen Digitaleingang, grün bedeutet, „AUX“ und somit 3,5 mm Miniklinke ist angewählt, blau steht, wie kann es anders sein, für Bluetooth. Im Standby-Betrieb verbraucht die Dali Zensor 5 AX überdies weniger als 0,5 Watt. 

Dali Zensor 5 AX Master Empfaenger

Sehr gute Detailverarbeitung

Dali Zensor 5 AX Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung vorn

Dali Zensor 5 AX Master Innenleben

Sauber verarbeitet – die Elektronik

Dali Zensor 5 AX Standfuss

Detailverarbeitung und schicker Sockel von vorne

Dali Zensor 5 AX Standfuss2

 Etwas scharfe Kanten als einziges Manko. Sockel und Detailverarbeitung von hinten

Wie wir es von Dali kennen, präsentiert sich die Zensor 5 AX im sauberen Finish. Die Zensor-Baureihe ist eckig gehalten, das heißt, schlichtes Bauhaus-Design von allen Seiten. Die Zensor 5 AX ist mit 840 mm Höhe praktisch zu jedem Wohnraum kompatibel. Der Lautsprecher ist 212 mm breit und 282 mm tief. Das Gewicht pro Lautsprecher liegt bei 11 kg. Wahlweise ist sie in „Light Walnut“ wie unsere Testkandidaten, in weißer oder schwarzer Version zu haben. Unter dem Lautsprecher befindet sich ein elegant integrierter Standfuß, der den Lautsprecher leicht erscheinen lässt, gleichzeitig aber fördert er einen soliden Stand auf jedem Untergrund. Das einzige kleine Manko sind die etwas spitzen Gehäusecken, an diesen ist auch die ansonsten tadellose Vinyl-Folierung nicht perfekt gelungen. Aber dies kann man den Dali-Boxen in Anbetracht des Kaufpreises wahrhaftig verzeihen. Ansonsten ist die Rückseite sauber verarbeitet und wir können die hochwertigen Anschluss-Terminals mit großformatigen, mit Acrylglas ummantelten Schraubanschlüssen nur loben. Bei der Master-Box sitzt die Platte, auf der innenseitig die gesamte Elektronik montiert und außenseitig die Anschlüsse platziert sind, sauber und fest. Streicht man mit dem Finger vom Gehäuse über den Übergang zur Anschlussplatte, fällt auf, dass die Einpassung ins Gehäuse bündig und beinahe ohne spürbaren Übergang ist. Der Blick auf die innenliegende Seite mit der gesamten Elektronik darf ebenfalls sein: Kein Billig-Layout und keine schlampig verlegten Kabel stören hier den Gesamteindruck. Vorn können wir die sauber mit Stoff bespannte Abdeckung mit Kunststoffrahmen ruhig abnehmen. Unten blicken wir auf eine sauber ausgeführte Bassreflexöffnung. Dadurch, dass der Kanal mit Ausrichtung nach vorne platziert ist, kann der 2-Wege-Lautsprecher auch wandnah aufgestellt werden. Die Chassis sind präzise und fest eingebaut, um die Tiefmitteltöner ist ein schicker mattsilberfarbener Ring eingelassen, der für etwas Pfiffigkeit im Detail sorgt. 

Dali Zensor 5 AX Fernbedienung

 Fernbedienung

Dali liefert eine kleine Fernbedienung im Scheckkarten-Format mit, die mit einfachen Folientasten versehen ist. Prima sind Arbeitswinkel und Reichweite. Erstaunlicherweise funktioniert die Lautstärkeanpassung auch relativ gut, das kennen wir von Konkurrenten auch anders. Etwas gewöhnungsbedürftig sind nur die verwendeten Symbole für die jeweiligen Eingänge, Kurzform-Beschriftungen wie „opt“, „BT“ oder „AUX“ wären hier unserer Meinung nach sinnvoller. 

Klang

Wir spielen per optischer Verbindung zu und starten mit einem Klassiker der späten 80er Jahre – „Das Omen“ von Mysterious Arts in der Langversion donnert mit heftigem Intro durch den Hörraum. Donnert? Bei 2 x 50 Watt (RMS) Verstärkerleistung? Ja, Sie haben sich keinesfalls verlesen. Gleich zu Beginn machen die beiden Dali Zensor-Boxen klar, dass man sich von 0 gleich in den Bluetooth-/Aktivboxen-Olymp schießen möchte. Ohne Luft zu holen, werden hier impulstreu kraftvolle Bässe in den Hörraum geschleudert, präzise, hart, klar. „Danish Dynamite“ in reinster Form, und das Ganze für 1.000 EUR. Respekt, auch vor der hervorragenden Stimmwiedergabe, die sich frei und akkurat ausbalanciert im Hörraum verteilt. Aber wartet, liebe Dali Zensor 5 AX, das ist erst der Anfang. Wir werden euch schon noch auf dem „falschen Fuß“ erwischen, wartet nur ab. Aber wir müssen zugeben, diese Art der akustischen Vorstellung fesselt uns schon. Auch wegen der tollen Mischung aus Dynamik und Räumlichkeit. 

„Self Control“ von Laura Brannigan klingt lässig, klar und souverän, wenn die Zensor 5 AX die Wiedergabe übernehmen. Das nur durchschnittliche Quellmaterial klingt so komplett und angenehm, dass wir erstaunt sind. Sonst finden sich oft unschöne Spitzen im oberen Mitteltonbereich, diese lassen die dänischen Boxen beinahe völlig aus. Erst bei sehr hohem Pegel merkt man leichte Disharmonie bei der Stimmwiedergabe. Die gebotene Dynamik ist erstklassig, so dass man als Fan von Musik der 80er Jahre geneigt ist, voll mitzugehen. Dass der Track der seit einigen Jahren leider verstorbenen Sängerin zum Grundbestand veritabler 80er Jahre-Parties gehört, sorgt für eine anhaltend hohe Beliebtheit – und die Dali Zensor 5 AX lassen mit optimaler Aufbereitung des Quellmaterials diese glorreiche Zeit wieder aufleben.

Wir setzen mit dem Tiesto-Remix des Goldfrapp-Hits „Rocket“, wieder von CD zugespielt, fort. Die CD „RMX – Superstars Remixed by Superstars“ zeichnet sich durch eine tadellose Aufnahmequalität aus, und die Zensor 5 AX geben auch hier Vollgas: Mit einer Basswiedergabe, die kaum jemand den zierlichen Boxen und der eher durchschnittlichen angegebenen Verstärkerleistung zugetraut hätte. Aber wie heißt es so schön – „grau ist alle Theorie“, und das trifft hier voll ins Schwarze. Locker und gelassen realisiert die Zensor 5 AX einen massiven, gleichzeitig flink zur Sache kommenden Bassbereich, der dabei aber nicht die vokalen Anteile verdeckt. Die Loslösung der Stimme vom Lautsprecher gelingt ausgesprochen gut. Insgesamt zeigt uns die Dali Zensor 5 AX, dass sie sich mit den besten uns bekannten Aktiv-/Bluetooth-Lautsprechern messen kann, und nicht nur das: In ihrer Preisklasse setzt sie neue Maßstäbe, denn eine solche Performance hat Seltenheitswert. 

Die eindrucksvolle Show setzt sich auch bei „The Howling“ von Within Tempatation fort. Mit der nötigen Härte und Aggressitivät gesegnet, blühen die E-Gitarren-Riffs richtig auf. Und die Stimme von Sharon Den Adel löst sich stimmig von den Lautsprechern und verteilt sich gleichmäßig im Hörraum. Wiederum ist der Bassbereich kraftvoll, erstaunlich sind Substanz und Tiefgang. Dynamisch und trotzdem sehr angenehm in der gesamten Auslegung, kann man ohne Schwierigkeiten auch über einen längeren Zeitraum mit hohem Pegel hören. Auch „Our Solemn Hour“ ertönt mit Nachdruck und hoher Ausdruckskraft. Wieder ist es das hohe Maß an freigesetzter Energie, das uns beeindruckt. Selbst im Hörraum oberhalb der 20 Quadratmeter wirken die Dali Zensor 5 AX nicht verloren, sondern setzen sich überragend in Szene. Unschöne Verzerrungen oder Anschlagen der Chassis findet selbst bei hoher Lautstärke nicht statt – erst dann, wenn wir in Lautstärken vordringen, die man aus dem dedizierten Heimkinoraum kennt, nähern sich die dänischen Lautsprecher ihrer Belastungsgrenze. 

Auch bei „Dell’Amore Non Si Sa“ blamiert sich die Zensor 5 AX nicht – dabei hätten wir genau bei dem von CD zugespielten Andrea Bocelli-Song mit einer zumindest kleineren Blamage gerechnet. Denn den immensen Stimmumfang präzise abzubilden, dazu gehört schon ein größeres Maß an Souveränität, kultiviertem Auftritt und dem Vermögen, räumlich fein dosiert abzubilden. Doch die Dali 5 AX, bildlich gesprochen, lächelt nur. Netter Versuch, scheint sich die flotte Dänin zu denken, aber nicht mit mir: Hervorragend-solide steht Andreas Stimme auf einer genau definierten virtuellen Bühne. Nachdrücklich, exakt den Punkt treffend und mit einem extrem guten Volumen überzeugt uns der Bassbereich. Dies alles führt dazu, dass wir uns auch noch „L’Attesa“ gönnen: Und auch hier brilliert unser Paar Zensor 5 AX mit einer geschliffenen, feinen Vorstellung. Dass der 25 mm Hochtöner richtig gut auflöst und das mit einer sehr angenehmen, harmonischen Tonalität verbindet, ist ebenfalls beachtlich. Ein aggressiver, spitzer oder blecherner Unterton fehlt gänzlich. Dali ist hier eine über alle Maßen gefällige, homogene, aber gleichzeitig nie langweilige Auslegung gelungen. 

Und wir fahren fort mit Klassik: Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert, Köchelverzeichnis 622, in A-Dur steht an, und wir hören von der CD das erste Allegro. Die Dali Zensor 5 AX liefert auch bei Klassik eine sehr solide Leistung – uns beeindruckt, wie souverän z.B. auch die Klarinetten-Soli präsentiert werden, mit feiner Staffelung und sauber gezeichneten Konturen. Die orchestralen Einsätze kommen dynamisch heraus, sofort steht genug Leistung zur Verfügung, um die Kraft, die hinter dem ganzen Orchester steckt, ausgezeichnet zu verdeutlichen. 

Nun wenden wir uns der musikalischen Qualität bei der Bluetooth-Wiedergabe zu und beginnen mit Rick Springfields Klassiker „Celebrate Youth“ in der Extended-Version. Mit enormem möglichem Maximalpegel und einer ausgezeichneten Grobdynamik setzen die Zensor 5 AX ein weiteres Mal ein Ausrufezeichen. Bei „Blue Monday“ von New Order mit den Bass-Salven direkt zu Beginn gelingt dies ebenfalls. Der Aufbau des Tracks und der Ryhtmus werden auf so hohem Level wiedergegeben, dass man die Zensor 5 AX wirklich uneingeschränkt als „Erstausrüstung“ zu Hause empfehlen kann.  Nunn stehen aktuelle Club-Tracks zur Wiedergabe bereit: „San Francisco“ von Darius&Finlay and Tom Borijn liegt den Dali Zensor 5 AX ebenfalls blendend, im Bassbereich wird ein weiteres Mal Großes geleistet, das Volumen und der Nachdruck sind hervorragend. Kleinere dynamischere Differenzen werden impulstreu berücksichtigt. Und beim Trance-Hit „Anahera“ von Ferry Corsten und Gouryella? Hier wird der melodiöse Beginn mit weitläufiger räumlicher Wirkung präsentiert, und der Aufbau, der anfänglich eher im Hintergrund stattfindet, kommt sehr gut zur Geltung. Als es dann richtig „zur Sache“ geht im Bassbereich, hält der eingebaute Class D-Verstärker wieder jede Menge Reserven für eine raumfüllende Wiedergabe bereit. 

Zeit, kurz innezuhalten. Zwei Lautsprecher, einer aktiv als Master, einer passiv als angeschlossener Slave, das Ganze für 999 EUR im Paar. Was kann man dafür erwarten? Einen grundsoliden Klang, mit guter Dynamik, ordentlichem Basfundament und ordentlich herausgearbeiteten Stimmen. Was machen die Dali Zensor 5 AX? Sie bauen ein unglaublich gelungenes Bassfundment auf, bieten einen klar gestaffelten Mitteltonbereich, lebendige Höhen und ein über den gesamten dargestellten Frequenzbereich hervorragendes Auflösungsverhalten. Sicherlich, ordnen wir die Zensor 5 AX realistisch in einen akustischen Gesamtkontext ein, fallen schon Schwächen auf. Die hintersten akustischen Ebenen werden nicht mehr klar auseinander differenziert, wenn es lautstärker zugeht, der Bass ersetzt Tiefgang mit einem Volumen, das genau dort ist, wo man es braucht und wo man denkt: Der Bass reicht richtig tief herunter. Feinste Konturen bei der instrumentalen und vokalen Wiedergabe werden nicht zur Gänze erfasst. Man darf bei aller Euphorie nicht vergessen, dass man es mit einem Boxenpaar für 1.000 EUR zu tun hat. Liebhaber audiophiler Höhenflüge werden hier selbstverständlich nicht bedient. Für solche Anwender hält Dali ganz andere Alternativen, z.B. aus der Rubicon oder Epicon Serie, bereit. Diese passiven Elite-Lautsprecher müssen dann mit einem entsprechend leistungsstarken Verstärker kombiniert werden.

Daher ist es fundamental wichtig, den Preisklassen- und Ausstattungs-Kontext in die Bewertung der Zensor 5 AX mit einzubeziehen. Was kann man erwarten für 1.000 EUR= Man bekommt zwei sauber verarbeitete Lautsprecher mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Gut, leider fehlt ein USB-DAC – das wäre die Krönung, weil man den Sound der Zensor 5 AX dann auch in direkter Verbindung, nämlich in Form einer externen Soundkarte, mit dem PC genießen könnte. Aber dafür bekommt man Leistung und Klang satt – und zwar nicht, wie schon angesprochen, in nahezu perfekter Weise, aber in einer Güte, die für die Preisliga absolut selten ist. Dali bietet demnach weit Überdurchschnittliches für wenig Geld. Und auch wenn sich nach dem Lesen dieses Berichtes wieder Leser bei uns beschweren, dass die Bewertungen viel zu gut sind: Bitte, liebe Leserschaft, hört euch die Zensor 5 AX in natura an! Dann stellt sich wahrhaftig die Frage: Was, bitte, kann man für 1.000 EUR Preis mehr erwarten, wenn man realistisch bleibt? Eigentlich nichts, so lautet unser Resümee. Für den Kaufpreis wird wahrhaftig ein Optimum geboten. Das zeigt auch der Blick auf die Konkurrenz.

Sicher, für 599 EUR sind die Heco Ascada 2.0 Bluetooth-Lautsprecher auch ein wohlfeiles Angebot. Sie sehen gut aus und bieten einen lebendigen Sound. Sogar ein USB-DAC ist an Bord. Doch gegen das Feuerwerk, welches die – auch vom Gehäuse her zugegebenermaßen größeren – Dali Zensor 5 AX entfachen, bleiben die Ascada blass. Es fehlt an Wucht und Souveränität. Da lohnt sich gerade für denjenigen, der die Lautsprecher nicht im Nebenzimmer einsetzt, sondern als Hauptlösung, der Griff zu den Dali Zensor 5 AX zu 100 Prozent.

Auch 999 EUR kostet ein ganz anderes Produktkonzept, welches uns auch sehr angesprochen hat: Der gigantische JBL Authentics L16 als DLNA/AirPlay/Bluetooth-Lautsprecher mit satten 300 Watt ist eine massiv antretende Sound-Maschine erster Güte. Im Vergleich erscheinen die Dali Zensor 5 AX seriöser, geschliffener, kultivierter – und dank des 2-Boxen-Konzepts entfalten sie natürlich eine glaubwürdigere Stereo-Bühne. Dafür sind sie eben nicht so schnell mal zum Freund mit genommen wie der  – auch recht große, aber trotzdem mobilere – L16. Wir lieben beide Alternativen, am besten kauft man sich fürs Wohnzimmer die Dali und für alle restlichen Aufgaben einen Authentics L16.

Wenden wir uns anderen Alternativen zu. Wenn man richtig Geld investiert, heißt es übrigens nicht, dass man automatisch einen so viel besseren Klang bekommt wie bei den preiswerten Dali Zensor 5 AX: Rund 2.300 EUR kostet ein aktives System von Audiovector, ebenfalls aus Dänemark, bestehend aus den Regallautsprechern Ki 1 Super mit Discreet-Technologie und Black Box für BT und Stromversorgung. Und sicher, die Leistungen hinsichtlich akustischer Transparenz, Klarheit und Detaillierung sind schon recht gut, aber die Dali können alles beinahe ebenso so überzeugend, sind aber sehr deutlich günstiger. 

Nur eine Alternative bleibt das Maß aller Dinge: Die nuPro 300 aus dem Hause Nubert. Mit einem Stückpreis von 525 EUR und einem Paarpreis von 1.050 EUR ist die Aktivbox mit USB-DAC ein absoluter Hammer, gerade was Dynamik und Pegelfestigkeit angeht. Sie geht ab, das man sich nur die Augen reiben kann – aber das heißt nicht, dass die Kraftpakete aus Schwäbisch-Gmünd mit ihrem neutralen, gleichzeitig massiven Sound für alle das Richtige sind: Zum einen fehlt, ganz schlicht, Bluetooth, zum anderen klingen die Dali Zensor 5 AX harmonischer, etwas weicher und sind somit exzellent zum Langzeit-Hören geeignet. Sie strahlen darüber hinaus breiter ab und sind nicht als Abhör-Monitor, sondern als vollwertige Wohnzimmer-Lautsprecher ausgelegt. Insgesamt, so denken wir, ist der Kreis potentieller Anwender komplett anders, so dass sich Nubert und Dali keine Käufer streitig machen. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Konzepte, die beide große Reize besitzen. 

Fazit

Dali Zensor 5 AX Gruppenbild1

Ein bewunderndes „gut gemacht!“ wandert nach Dänemark zu Dali – die Zensor 5 AX brilliert im Test durch exzellente akustische Performance in jedem Belang. Pegelfest, kraftvoll, angenehm – praktisch alle Ansprüche, die man an ein paar Boxen, die vollaktiv zu betreiben sind, stellt, werden souverän erfüllt. Dass auch das Auflösungsvermögen sowie die Impulstreue noch hervorragend sind, schraubt die Messlatte, an der sich Konkurrenten zukünftig orientieren müssen, weiter nach oben. Es wäre nur noch ratsam gewesen, einen USB-DAC zusätzlich einzubauen,  um die Flexibilität für den Anwender weiter zu erhöhen. 

Dali strebt weiter nach vorn: Mit der Zensor 5 AX wird ein Top-Lautsprecher mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten und erstklassiger Akustik offeriert
preisklassenreferenz
Aktivlautsprecher-/Bluetooth-Lautsprecher bis 1.000 EUR
Test 17. September 2015

+ Grob- und Feindynamik für Preisklasse überragend
+ Tolle Räumlichkeit
+ Pegelfest
+ Sehr angenehme Gesamtcharakteristik
+ Tadelloses Auflösungsvermögen
+ Gute Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

– Kein USB-DAC

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 17. September 2015 




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK