TEST: Heco Ascada 2.0 Multimedia-Lautsprecher mit USB-DAC und Bluetooth

Heco Ascada 2.0 Gruppenbild2

Für 599 EUR liefert Heco wahlweise in hochglänzendem Schwarz oder Weiß die Aktivmonitore Ascada 2.0 mit Bluetooth plus aptX und USB-DAC an multimedial interessierte Kundschaft aus. Das Set aus 2-Wege-Bassreflexboxen besteht aus aktiver Master-Box und passiver Slave-Box, beide Schallwandler werden durch ein mitgeliefertes Lautsprecherkabel miteinander verbunden. Es findet sich kein externes Netzteil, sondern nur ein Netzkabel mit Eurostecker, demnach steckt das Netzteil in der Master-Box. 280 mm hoch, 184 mm breit und 284 mm Tiefe werden durchaus verträgliche Abmessungen offeriert, die für vielfältige Einsatzmöglichkeiten sorgen dürften. 

Zunächst haben wir das aktive Lautsprechersystem mit entsprechendem USB-Kabel an den PC angeschlossen und den in den Ascada 2.0 eingebauten USB-DAC verwendet. 

Heco Ascada 2.0 Master Innenleben

So geht’s: Aufwändige Elektronik mit Ringkerntrafo und sauberem Aufbau 

Heco Ascada 2.0 Master Hochtoener Anzeige

25 mm Hochtöner

Heco Ascada 2.0 Master Tieftoener

 Tief-/Mitteltöner, wie auch beim Hochtöner „geschmückt“ durch attraktiven Aluminium-Ring ums Chassis

Die Ascada sind in der Lage, dank 2 x 35 Watt Spitzenleistung durchaus nachdrücklich Gas zu geben – einziger Kritikpunkt ist die übervorsichtige Schutzsicherung, die im Testbetrieb ohne Not eingegriffen hat und dem Pegeltreiben ein Ende setzte. Das war etwas schade, denn eigentlich überzeugen die Ascada 2.0 mit solider Pegelfestigkeit und einer tadellose Dynamik. Es passierte auch lediglich einmal, sonst liefen die schicken Multifunktionstalente durch – und wir fütterten sie gleich mit entsprechendem Material, um die Grenzen auszuloten: „Feel me“ von Paris Lover featuring A*M*F im Remix von KLARDUST ist ein echter House-Kracher, der Lust aufs Tanzen macht. Hier haben wir leider nicht den perfekten Track für den Start gewählt, mit dem sehr harten Bass haben die Ascada 2.0 leichte Probleme, der Klang ist etwas ungelenk und hölzern, es fehlt an Souveränität. Ganz anders bei „The Biz“ von Twoloud: Hier legen sich die beiden schicken aktiven Schallwandler gekonnt ins Zeug, satt, klar, kräftig wird hier der Bass präsentiert, und auch die Effekte kommen in guter Auflösung und mit sehr guter Raumwirkung heraus. 

Heco Ascada 2.0 Fernbedienung

Mitgelieferte Fernbedienung 

Heco Ascada 2.0 Master Seitenansicht

 Master-Box aus seitlicher Sicht

Heco Ascada 2.0 Master Bedienelemente

 Praktische, griffgünstige Bedienelemente an der Master-Box

Man sollte die beiden Boxen in gewissem Abstand voneinander aufstellen, um ihnen Raum zur Entfaltung zu geben – sie bauen dann eine sauber definierte, weitläufige Bühne auf und ermöglichen einen erstaunlich vollwertigen, lebendigen und voluminösen Klang. „We Love Trance“ von René Ablaze & Jam da Bass ist ebenfalls ausgezeichnet geeignet, um die Güte der Ascada 2.0 zu demonstrieren: Grobdynamik auf hohem Level, dazu schieben die recht kompakten Boxen auch unten herum richtig an – so macht Hören Spaß. Das aktive Lautsprechersystem empfiehlt sich als vollwertige Soundlösung selbst fürs Wohnzimmer – Raumgrößen bis rund 23 Quadratmeter sind kein Problem – die Ascada 2.0 füllen Lokalitäten dieser Größe in sehr guter Qualität mit Klang. Das sehr solide ausgeführte MDF-Gehäuse sorgt für Steifigkeit, es treten keine störenden Gehäusegeräusche auf. Das Oberflächen-Finish, bei unseren Testsamples in hochglänzendem Schwarz (alternativ: weißer Hochglanz) ist gut, setzt aber keine neuen Maßstäbe. Minimale „Apfelsinenhaut“ ist je nach Lichteinfall zu erkennen. 

„Freedom Every Day“ von Torsten Goods (HiRes Audio, Flac, 96 kHz) beweist uns, dass die Ascada 2.0 auch für „Jazziges“ ausgezeichnet geeignet sind. Die Trennung von Stimme und Instrumenten sowie die akustischen Konturen sind tadellos, der Klang löst sich überdies gut von den beiden Lautsprechern. Die Ascada 2.0 bauen eine solide Bühne auf und gefallen durch den aufgeräumten, nie unangenehm schrillen, recht transparenten sowie angenehmen Hochtonbereich – typisch Heco. Ein tolles Volumen bauen die beiden Lautsprecher bei Diana Kralls „All Or Nothing At All“ (HiRes Flac, 96 kHz) auf. Es ist überragend, wie tief im Bassbereich heruntergespielt wird, der Tiefgang ist in Anbetracht der Gehäuseabmessungen richtig gut und hat uns tatsächlich erstaunt. Die Stimme Dianas zeigt viele stimmtypische Charakteristika – die Ascada 2.0 ist ohne Zweifel auch für anspruchsvolle Musik sehr gut geeignet und keinesfalls eine Notlösung.

Bei „Summertime“ von Joe Coltrane beweisen die aktiven Schallwandler (HiRes Flac 96 kHz), dass sie auch mit brillant gespielten Saxophon-Eskapaden keinerlei Berührungsängste haben. Hier allerdings würde sich der sehr ambitionierte Musikliebhaber eine noch bessere feindynamische Differenzierung wünschen. Diese kann man in der Preisklasse um 600 EUR aber nicht in vollem Umfang erwarten, fürs investierte Geld agieren die Ascada 2.0 durchaus gekonnt. Wiederum in Flac 96 kHz HiRes liegt „Diamante“ von Sandra & Tony Alessi vor. Auch hier gefällt das aktive Lautsprechersystem mit sauberer Durchhörbarkeit, nur, wenn Sänger oder Sängerin bei  hohem Grundpegel die Stimme erhebt, geht etwas Differenzierungsvermögen unter. Zudem zischelt die weibliche Gesangesstimme leicht. Insgesamt aber muss man auch hier auf die Preisklasse verweisen, und für knapp 600 EUR ist die Performance auf jeden Fall sehr gut.

Funktioniert die Kopplung und Musikwiedergabe über Bluetooth tadellos? Dieser Frage sind wir nun nachgegangen. Bluetooth inklusive aptX ist an Bord. Über die „Pair“ Taste auf der kompakten Fernbedienung, die anstatt fummeliger Folientasten „echte“, angenehm gummierte Knöpfe mitbringt, steht die Bluetooth-Verbindung mit unserem Apple iPhone 6 Plus schnell. Und das, was die Ascada 2.0 klanglich stemmen, kann sehr gut gefallen. Mit Andrea Bocellis wunderschönen Stücken „L’Attesa“ und „Un Nuovo Giorno“ kommen die Pulheimer Lautsprecher überzeugend zurecht und sichern nicht nur eine angenehme Gesamtakustik, sondern punkten ebenfalls mit einer aus dynamischer Sicht und von der Staffelung her ordentlichen Stimmwiedergabe. Wie wir schon bei anderen Beispielen herausgehört haben, sind die Ascada 2.0 ausgesprochen gefällig ausgelegt, somit kann man auch lange Hörsessions einlegen, ohne dass der Sound sich je störend aufs Gemüt legen würde. Der 25 mm Hochtöner mit Silk Compound-Gewebekalotte bietet eine ordentliche Brillanz, wird nie scharf und agiert räumlich wirklich gut.

Von seriös und emotional zu weniger seriös und nachdrücklich: „Wer hat Angst vorm tiefen Bass?“ fragt Lorenz Büffel und die Partymeute antwortet: „Niemand!“ Das sehen auch die Ascada 2.0 so, die das Flair mallorquinischer Disco-Hallen gekonnt ins heimische Wohnzimmer übertragt. Kraft hat er, der tiefe Bass, und impulstreu agieren die Ascada 2.0 Boxen. Der 135 mm messende Tiefmitteltöner bringt mit einer leichten Langfaser-Papiermembran, flacher Staubschutzkalotte ebenfalls aus langfaserigem Papier und sehr belastbarer Schwingspule auch gute Voraussetzungen mit, bei Party-Musik richtig Gas zu geben. Der robuste Lautsprecherkorb aus Stahl bildet die passende Basis. 

Heco Ascada 2.0 Slave Rueckseite Seitlich

Rückansicht passiver Lautsprecher

Heco Ascada 2.0 Slave Anschluesse

Lautsprecher-Schraubklemmen

Heco Ascada 2.0 Master Rueckseite Seitlich

Rückseite Master-Box komplett

Heco Ascada 2.0 Master Anschluesse Rueckseite1

Solide verschraubtes Anschlussfeld, leider sitzt das USB-Terminal schief

Heco Ascada 2.0 Master Anschluesse Rueckseite2

 Anschlüsse: Analog Cinch-Stereo, Subwoofer Pre-Out, optischer + koaxialer Digitaleingang, USB-Audio-In

Neben den bereits erwähnten Anschlussformen mittels USB und Bluetooth finden sich noch weitere Möglichkeiten bei den sehr flexiblen Heco Ascada 2.0. Sogar ein Pre-Out für den direkten Anschluss eines separaten aktiven Subwoofers fehlt nicht, sehr lobenswert – obwohl die Ascada 2.0 für die meisten Einsatzzwecke auch ohne zusätzlichen aktiven Bass absolut ausreichende Leistungen erbringen dürften. Optischer und koaxialer Digitaleingang, Stereo-Cinch-Analogeingang, Charging über USB für Smartphones etc. 5V, 2,1 A) zeigen – bis auf symmetrische XLR-Terminals fehlt schlichtweg nichts. Die Lautsprecherkabel-Anschlüsse, um den aktiven Master-Lautsprecher mit dem passiven Slave-Lautsprecher zu verbinden, sind hochwertig ausgeführt. Lediglich der schief eingepasste USB-Port fürs Smartphone-Charging trübt den guten Gesamteindruck. Das ist bei „Ping Pong“von Armin van Buuren eigentlich gleichgültig, es sei denn, der stolze Besitzer der Ascada 2.0 bekommt Angst, dass das USB-Terminal angesichts der Bass-Einlagen des niederländischen Star-DJs gleich herausfällt. Diese nicht zu unterschätzende Sorge bleibt zumindest im Testbetrieb völlig unbegründet, satt, klar und impulstreu machen sich die beiden Lautsprecher ans Werk und schleudern auch die elektronischen Effekte mit Nachdruck in den Hörraum. Dass der Bass ganz unten nicht so massiv schiebt, wie man es von großen Lautsprecher/Subwoofer/Verstärker-Kombinationen kennt, dürfte nicht verwunderlich sein, schließlich handelt es sich um Aktivlautsprecher der 600 EUR (Paarpreis) Liga. 

Die Heco Ascada 2.0 trifft auf verschiedene Konkurrenten, zum Beispiel aus dem Hause Advance Acoustic. Die Air 50 liegen bei fairen 399 EUR und liefern dafür einen lebendigen und gefälligen Sound. Bei Schnelligkeit und Pegelfestigkeit sehen wie die optisch attraktiveren, aber auch teureren Heco Ascada 2.0 vorn. 

Einfach alles kann der Sony DLNA/Bluetooth/Netzwerk-Lautsprecher SRS-X9. Er bringt zwar keinen USB-DAC mit, dafür nahezu alle anderen wichtigen Features. Er kostet mit 699 EUR 100 EUR mehr, ist dafür erstklassig verarbeitet, hier stimmt alles bis ins Detail. Akustisch brilliert er mit tollem Hochtonbereich und sehr guter Pegelfestigkeit. Wer ein schönes, preislich faires 2.-0 System mit sehr schöner Stereo-Bühne zur Verwendung mit dem PC sucht, ist trotzdem beim Ascada 2.0 besser aufgehoben, wer ein Highlight auf dem Sideboard im Esszimmer sucht, das exzellent klingt, greift zum Sony SRS-X9.

Auch für knapp 700 EUR gibt es den Canton Kompakt-Monitorlautsprecher AM 5, der sogar symmetrische XLR-Buchsen mitbringt. Leider fehlen Bluetooth und USB-DAC-Funktion, was die Flexibilität doch einschränkt. Eine Lautstärkeregelung an den Boxen findet sich ebenfalls nicht. Das ist umso bedauerlicher – denn akustisch stürmen die AM 5 an die Spitze, lebendig, kraftvoll und pegelfest lehren sie der Konkurrenz das Fürchten. 

Aus dem Hause Nubert kommt mit der nuPro A-100 für 285 EUR/Stück direkte Konkurrenz miz USB-DAC – aber ohne Bluetooth. Das heißt, Liebhaber größtmöglicher Flexibilität greifen hier zur Ascada 2.0. Freunde schwäbisch-neutraler Klangkultur und DSP-Finesse zur nuPro A-100. Einen Fehler macht man beim Kauf beider, sehr leistungsstarker Systeme nicht. 

Klangstark und günstig – so konnten sich das Teufel Motiv B für 250 EUR Gesamt-Systempreis in unserem Test profilieren. Kompakt, gut verarbeitet, schick, mit dynamischem, authentischen Klang – für den Kaufpreis bekommt man nahezu ein Optimum. Bei aller Euphorie – die sehr deutlich teureren Ascada 2.0 können nochmals deutlich mehr: Bei Tiefgang, Pegelfestigkeit, Dynamik und Detailreichtum sind sie einer kleinen HiFi-Box schlichtweg beinahe gleichzustellen, was den Aufpreis ohne Zweifel rechtfertigt. 

Wer preislich ganz unten etwas sucht, was gut aussieht und ordentlich klingt, der kann auf die Auna POP41 Bluetooth-Lautsprecher für schlanke 140 EUR zurückgreifen, die natürlich bei Klarheit, Pegelfestigkeit, Räumlichkdeit, Dynamik und Detaillierung massiv hinter die Ascada 2.0 zurückfallen, fürs Geld aber eine wirklich saubere Leistung bieten und gerade für Einzimmer-Appartment oder Studentenbude eine gute Lösung darstellen. 

Fazit

Heco Ascada 2.0 Master Front Seitlich1

Das Heco Ascada 2.0 Aktivlautsprecher-System weiß im Praxistest mit schicker Optik, gefälligem Klang und hoher Flexibilität zu überzeugen. Für knapp 600 EUR wird hier ein hochwertiges, für alle Musikstile geeignetes Boxenpaar angeboten, das aus einer aktiven Master-Box und einer per mitgeliefertem Lautsprecherkabel andockbaren Slave-Box besteht. Die angeschrägte Front sieht elegant aus und ist verantwortlich für ein stimmiges Group Delay. Bis auf symmetrische XLR-Terminals hat Heco alle relevanten Anschlussformen mitgeliefert. Auch eine Fernbedienung gehört zur Ausstattung, mit deren Hilfe man das Ascada 2.0 System komplett steuern kann. 

Elegante, sehr gut klingende und flexible Aktivmonitore
ueberragend
Multimedia-Lautsprecher Obere Mittelklasse
Test 30. Januar 2015

+ Attraktive Optik
+ Dynamisch und impulstreu
+ Kräftiger Bassbereich
+ Angenehmer Klang
+ Flexible Einsatzmöglichkeit

– USB-Terminal sitzt schief

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 30. Januar 2015




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