TEST: Yamaha NX-N500 – MusicCast Aktiv-Lautsprecher mit 384 kHz/32-Bit ESS DAC

Yamaha NX-N500 Gruppenbild1

Bereits auf der IFA 2015 hat Yamaha die NX-N500 Aktivlautsprecher gezeigt, die als Bestandteil des üppigen MusicCast-Porfolios auch als flexible Multiroom-Lautsprecher eingesetzt werden können und selbstverständlich auch in den Genuss der multimedialen Vorzüge des Systems kommen – selbst Bluetooth ist an Bord. Hervorragend eignen sich die kompakten Yamaha-Schallwandler aber auch für den direkten Anschluss via USB an einen PC – sowohl eine konventionelle Class-Compliant-Verbindung als auch eine jitterarme Übertragung mittels eigens entwickeltem ASIO-Treiber ist möglich.

Die audiophilen HiFi-Lautsprecher sind mit einem qualitativ sehr hochwertigen 32-Bit DAC ausgestattet, die Kompatibilität ist im PCM-Format bis hin zu 384 kHz/32-Bit gewährleistet. Auch DSD bis 5,6 MHz untersützen die NX-N500 nativ. In Kombination mit dem Sabre 32 ES9010K2M Audio-DAC von ESS wird eine exzellente digitale Signalverarbeitung realisiert. Kompatibel sind die Lautsprecher mit weitgehend allen Formaten, darunter FLAC, WAV, AIFF und Apple Lossless. Die UVP der NX-N500 beträgt 799 EUR/Paar.

Yamaha NX-N500 Front Seitlich

Einzelansicht

Ein Schallwandler misst 170 x 285 x 222 mm und ist damit für einen Aufbau am PC am Schreibtisch eigentlich etwas zu groß. Wer unbedingt möchte, bringt die beiden etwa 6 kg wiegenden Lautsprecher – der linke ist als „Master“ etwa 400 g schwerer – aber schon unter. Vorne sitzt ein 3cm Kalotten-Hochtöner hinter einem mit wabenförmigen Öffnungen versehenen Metallgitter, darunter der 13 cm Konus-Tiefmitteltöner, bei dem auf eine Abdeckung gänzlich verzichtet wurde. Der Hochtöner deckt Frequenzbereiche bis hin zu 40 kHz ab. Beim Tiefmitteltöner handelt es sich um eine „Advanced PMD“-Membran, die auch bei Yamahas Soavo-Lautsprechern zum Einsatz kommt. Zwei Endstufen, wohlgemerkt Analogverstärker, kommen pro Lautsprecher zum Einsatz: 45 Watt nehmen sich dem Tiefmitteltöner an, 25 Watt stehen für den Hochtöner zur Verfügung.

Die Verbindung zwischen dem linken und dem rechten Lautsprecher wird via XLR hergestellt. Yamaha setzt auf eine symmetrische Übertragung, um externe Einflüsse zu eliminieren, die digitalen Signale im Master-Lautsprecher links werden gewandelt, bevor sie an den rechten Lautsprecher weitergeleitet werden.

Yamaha NX-N500 Hochtoener

3cm Hochtonkalotte

Yamaha NX-N500 Tieftoener

Tiefmitteltöner

Die Treiber sitzen sauber im Gehäuse, ein geringes Spaltmaß von etwa 1mm hat sich beim Hochtöner eingeschlichen, dramatisch ist dies aber nicht. Die Yamaha Lautsprecher sind rundum foliert, auch an der geraden Kante zur Schallwand vorne sind keine Schönheitsfehler zu erkennen. Die Kanten der Seitenwände sind gerundet, dies hat nicht nur optische, sondern auch akustische Vorteile. Kombiniert mit den inneren Verstrebungen hat Yamaha ein resonanz- und vibrationsarmes MDF-Gehäuse geschaffen. Vorne unterhalb des Hochtöners ist eine LED integriert, um Informationen über den aktuellen Betriebsstatus und die gewählte Quelle zu bieten.

Yamaha NX-N500 Slave Rueckseite Seitlich

Rückseite

Yamaha NX-N500 Master Anschluesse Rueckseite2

Anschlüsse, WLAN-Antenne und Bassreflexöffnung

Yamaha NX-N500 Master Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

Stationäre Bedienelemente und weitere Anschlüsse

Die Rückseite des linken Lautsprechers ist üppig bestückt, neben dem XLR-Anschluss für die Verbindung mit dem rechten Lautsprecher gibt es einen USB-Anschluss des Typs B sowie einen optischen TOSLINK-Digitaleingang, der Signale bis 192 kHz/24-Bit unterstützt. Ein Ethernet-Slot für die kabelgebundene Netzwerkverbindung ist vorhanden, der Lautsprecher kann aber auch drahtlos ins WLAN-Netzwerk eingebunden werden. Mit dem GAIN-Regler legt man die maximale Ausgangslautstärke einstellen, den GAIN sollte man je nach Wiedergabegerät anpassen.

Yamaha NX-N500 Fernbedienung

Fernbedienung

Den NX-N500 liegt eine etwas zu einfache Fernbedienung mit Folientasten bei. Verschiedene Quellen wie Bluetooth, USB, etc. können direkt angewählt werden und sind mit verschiedenen Farben gekennzeichnet. Lautstärke-Regelung, Mute-Button und 6 Tasten für voreingestellte Presets sind außerdem vorhanden. Die schlichte Fernbedienung wird mit einer Knopfzelle betrieben und erfüllt ihren Zweck, gewinnt aber keinen Preis für qualitative Hochwertigkeit. Verschiedene Konkurrenten zeigen, wie es besser geht.

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Einrichtung der NX-N500 via MusicCast Controller

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Auswahl der NX-N500

Die Installation erfolgt mit der MusicCast Controller App, die auf einem Smartphone oder Tablet installiert ist. Bei Start der Applikation wählt man „Einrichtung“ und wird Schritt für Schritt durch den Installationsvorgang geführt. Sehr wichtig ist, dass die NX-N500 mit beiden Kabeln miteinander verbunden werden. Sowohl mit dem XLR-Kabel als auch mit dem Netzwerkkabel müssen die Lautsprecher miteinander gekoppelt werden. Außerdem muss der Wireless-Schalter auf der Rückseite von „Off“ auf „Auto“ gestellt werden. Drückt man die CONNECT-Taste der Lautsprecher für 3 Sekunden, wird ein eigenes WLAN-Netzwerk aufgebaut, mit dem man sich mit Smartphone verbindet. Danach kann man erneut die MusicCast App öffnen und eine Verbindung mit dem eigentlichen Heimnetzwerk kann unter Eingabe des Passworts erfolgen. Sind die NX-N500 mit dem Netzwerk verbunden und betriebsbereit, färbt sich die Status-LED grün.

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Kleine „Tutorial“-Anweisungen für einfaches Handling

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Übersicht möglicher Quellen

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Weitere Möglichkeiten (DLNA, Internetradio, Bluetooth, USB DAC, etc.)

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Highres-Wiedergabe von einem Netzwerk-Server

Im MusicCast Controller kann man die NX-N500 noch einem Raum zuordnen und benennen, danach ist die Einrichtung abgeschlossen. Die App weist den Anwender auf wichtige Dinge hin und erklärt, ähnlich einem Tutorial, die Funktionsweise. So ist eine recht intuitive Bedienung nach nur wenigen Minuten gewährleistet.

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Integrierte Bass/Höhen-Einstellungen

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AirPlay

Sind die beiden Yamaha-Lautsprecher installiert und ins Heimnetzwerk integriert, können sämtliche via MusicCast nutzbare Streaming-Services, Internetradios, etc. sowie DLNA-Streaming genutzt werden. Nach dem Motto „Everything to Everywhere for Everyone“ können Musiksignale von jeder weiteren MusicCast-Komponente im Netzwerk empfangen und wiedergegeben, oder von den NX-N500 an diese gesendet und dort wiedergegeben werden. Das gilt auch für Musiksignale von externen Quellen, die an eine MusicCast-Komponente angeschlossen ist. Gesteuert wird das Ganze komfortabel über die MusicCast App. Da die NX-N500 auch als Bluetooth-Sender agieren können, kann man auch über dieses Protokoll Audiosignale an kompatible Bluetooth-Geräte senden.

Am 03. Oktober 2016 wurde von Yamaha eine neue Firmware für die MusicCast Applikation und entsprechend auch für die Komponenten veröffentlicht. Nicht nur die Smartphone-App, sondern auch die Lautsprecher sollten stets mit der aktuellen Firmware ausgestattet sein. Mit dem aktuellen Update erfüllt Yamaha von Kunden lange herbeigesehnte Wünsche – Playlisten und eine Wiedergabe-Queue (Warteschlange). Außerdem kann man nun innerhalb der jeweiligen Quelle komfortabel suchen.

musiccast_playlist_add

Titel zu Playlist oder Warteschlange hinzufügen

musiccast_playlist_umbenennen

Playlist benennen

Um ein Musikstück einer Playliste hinzuzufügen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die naheliegendste Variante ist innerhalb der MusicCast App zum gewünschten Titel zu navigieren und den Song etwas länger zu drücken. Im sich öffnenden Dialogfeld erscheint der Punkt „Zur MusicCast Playliste hinzufügen“. Nun kann man in einem neuen Fenster wählen, zu welcher Playlist der Musiktitel hinzugefügt werden soll. Innerhalb der Quellenwahl kann man die Playlisten auswählen, ansehen und umbenennen. Die Playlist wird dann auf allen Geräten im Netzwerk, die zur Steuerung verwendet werden können, angezeigt und kann bearbeitet werden. Die Playlist kann zudem „quellenübergreifend“ erstellt werden, es können also auch Titel, die z.B. gerade bei Juke! wiedergegeben werden, hinzugefügt werden.

Das Hinzufügen von Titeln zur Warteschlange erfolgt identisch, man wählt einfach den Punkt „Zur Warteschlange hinzufügen“. Titel innerhalb der Warteschlange können verschoben und gelöscht werden, zudem kann die Warteschlange als Playlist abgespeichert werden

Klang

Was leisten die Hightech-Aktivboxen aus klanglicher Perspektive? Die Erwartungshaltung ist dementsprechend hoch, da die edlen ESS-DACs und reichlich Endstufen-Leistung sowie auch aufwändig gehaltene Peripherie-Technik an Bord ist. Wir beginnen mit Alessis „Diamante“ in Flac 96 kHz/24-Bit – und ziehen den Hut vor den Yamaha-„Aktivisten“: Denn was sich für eine stabile, klare, differenzierte Bühne vor dem Zuhörer aufbaut, ist immens. Wir spielen zunächst HiRes-Titel von unserem NAS-System zu – und bei diesem Stück holen uns die NX-N500 italienisches Flair ins herbstliche Deutschland: Sehr schön werden die männliche und die weibliche Gesangsstimme abgebildet. Das Auflösungsvermögen der beiden weißen Monitore beeindruckt uns – im Hochtonbereich sind die zwei NX-N500 auf dem Level einer vollwertigen Stereo-Lösung mit Verstärker und zwei guten Regallautsprecher.

„Desperado“ in der Version von Diana Kralls „Wallflower“-Album unterfüttert unsere eben gewonnen Eindrücke. Das Klavier wird fein differenziert abgebildet, und Dianas rauchige Stimme löst sich sehr gut von den NX-N500. Die Pegelfestigkeit verdient ebenfalls Respekt. Souverän und nahezu ohne störende Verzerrungen agieren die kompakt bauenden Japaner auch bei deutlich gehobener Lautstärke. Auffällig ist, dass sowohl die räumliche Weite als auch die räumliche Tiefe über jeden Zweifel erhaben sind. Hier beweisen uns die beiden aktiven Lautsprecher, dass sie ihren nicht eben niedrig anmutenden Kaufpreis absolut Wert sind. Auch „Superstar“, ebenfalls vom „Wallflower“-Album, mit dem orchestralen Intro, kommt sehr detailreich und frisch heraus. Die Yamaha NX-N500 schaffen es, die Emotionen des Titels ungefiltert weiterzugeben. Dabei macht der räumlich authentische, feine Hochtonbereich sehr viel Freude. Kleine Details gehen nicht unter, sondern werden mit hoher Impulstreue eingearbeitet. Die Folge: Ein nahezu lückenloses, ehrliches Klangbild, das zudem tonal angenehm ist. Hören über längere Zeiträume mit höherem Pegel macht bei den NX-N500 wahrhaftig Freude – selbst die Streicher werden homogen eingearbeitet und bringen eine mehr als angemessene Strahlkraft mit. 

Wenden wir uns klassischem Material zu und starten mit der legendären Arie „Nessun Dorma“ aus Puccinis Oper „Turandot“. In unserem Falle gesungen von Jonas Kaufmann, beeindruckt das Yamaha Boxen-Paar mit der akkuraten Herausarbeitung der vokalen Konturen. Die Stimme Kaufmanns baut sich regelrecht vor dem Zuhörer auf, so dass sich die akustischen Elemente zusammen mit den Instrumenten zu einem hochgradig exakten, gleichzeitig mitreißenden Klangerlebnis verdichten. Auch der Chorgesang kommt sensibel heraus und präsentiert sich klar strukturiert. Die Dynamiksprünge setzen die NX-N500 mit solider Kraft spontan um. Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in D-Dur, Köchelverzeichnis 218, erstes Allegro, setzen die NX-N500 ebenfalls ausgezeichnet um. Die Mehrdimensionalität eines großen Orchesters ist den aktiven Schallwandlern nicht fremd. Sie schaffen ein erfreulich plastisches Hörerlebnis, das auch in den Violinen-Soli eine bemerkenswerte Klarheit offeriert und bei hoher Lautstärke selbst dann nicht einknickt, wenn plötzlich die gesamte orchestrale Wuche zuschlägt. Der straffe, spürbare, aber nie zu dominante Bassbereich zeigt sich sehr stimmig ins akustische Gesamtgeschehen eingebaut. 

Bei aller Euphorie wird der sehr erfahrene Musikliebhaber natürlich in der Lage sein, die Grenzen des von Yamaha wohl durchdachten Konzepts auszuloten. Sehr feine musikalische Strukturen in den hinteren akustischen Ebenen, filigrane instrumentale Spielzüge im Hochtonbereich oder das Auseinanderdifferenzieren komplexer orchestraler Strukturen deuten natürlich an, dass es nicht umsonst deutlich teurere Boxen, auch in aktiver Ausführung, gibt, die hier noch deutlich nachlegen können. Doch es geht um ein 800 EUR-Aktivboxenpaar, und bezieht man dies mit in die Überlegungen ein, so kann man ruhig begeistert von der Leistungsfähigkeit der beiden NX-N500 sein. 

Nun spielen wir datenreduziertes Material von Spotify zu und hören uns an, was die NX-N500 daraus zaubern können. „What Is Love 2016“ von Lost Frequencies modellieren die beiden Aktivboxen exzellent heraus. Der Bass trifft genau den richtigen Punkt, ist straff, präzise und hat genau das richtige Maß an Kraft. Die Stimme löst sich so gut von den beiden Lautsprechern, dass man erstaunt sein kann, wie das mit dem nicht allzu hohen Gehäusevolumen zusammen passt. Das gilt auch für das Volumen im Bassbereich, das enorm ist. Nicht zuletzt dadurch vermitteln die NX-N500 auch hier viel Räumlichkeit. Auch bei „Closer“ von den Chainsmokers im Remix von R3hab ziehen die beiden Lautsprecher alle Register ihres Könnens. Der Bass schlägt wieder mit einer überraschenden Wucht zu, und die beiden Yamahas beschallen locker auch Hörräume oberhalb der 20 Quadratmeter. Die angenehme, natürliche, aber gleichzeitig nachdrückliche Charakteristik bleibt auch bei größerem Pegel voll erhalten. Wir fahren fort mit Tiestos „I Want You“ und freuen uns, wie sauber die NX-N500 auch kleinere Effekte in den Hörraum tragen. Immer überzeugend: Die Impulstreue. Der Aufbau aller Strukturen des Tracks gelingt sehr gut, die Membranen der NX-N500 lenken auch bei hoher Belastung im Bassbereich noch ohne störende Partialschwingungen aus. Wir enden mit „Be Free“ von Felix Leiter. Solider, housiger Club-Sound wird hier souverän-lässig von den beiden NX-N500 wiedergegeben. Klar kommen alle Elemente des Tracks heraus, hier nimmt erst bei hohem Pegel das Differenzierungsvermögen leicht ab.

Nun verbinden wir die Master-Box mit unserem Apple MacBook Pro und werfen den „Audirvana +“ Software-Player an. Mit Mark Knopflers Track „River Towns“ in Flac 192 kHz/24-Bit legen wir los. Klar und mit fein gestaffeltem Fundament lassen sich die beiden NX-X500 auch hier nicht auf akustische Irrwege leiten. Sie überzeugen durch die ein weiteres Mal facettenreiche Darstellung, die über den gesamten Frequenzbereich detailreich und mit sehr guter Dynamik präsentiert wird. „Don’t Dream It’s Over“ (Flac 48/24) von Diana Krall hat ebenfalsl Substanz und eine überaus erfreuliche räumliche Weite. Zwar kann man die Harfe noch detailreicher und weniger synthetisch darstellen – aber irgendwo muss schließlich auch durchscheinen, dass es zu Recht teurere Stereo-Komponenten gibt. Wir bleiben dabei – für ihren Kaufpreis liefern die NX-N500 eine über alle Maßen überzeugende Leistung ab. „Freedom Every Day“ (88,2/24 Flac) von Torsten Goods vervollständigt unsere Eindrücke von den NX-N500. Die charismatische Stimmwiedergabe und die räumlich akkurat aufbereiteten Konturen sprechen für die Aktivboxen, die aufgrund der enormen Dynamik auch bei diesem Stück wieder viel Hörfreude verbreiten. 

Anmerkung: Unter Windows 7 geht „Plug&Play“ nicht. Hier muss man sich von Yamaha einen entsprechenden Treiber herunterladen. 

Konkurrenzvergleich 

XTZ Tune 4 Gruppenbild2

XTZ Tune 4: Kompakter, mit 480 EUR Paarpreis auch deutlich günstiger, sind die aktiven XTZ Tune 4 Lautsprecher. Die Ausstattung ist einfacher als bei den NX-N500, denn nicht nur dass der DAC ein schlichteres Bauteil ist, auch die Möglichkeit zur Nutzung von netzwerkbasierten Diensten fehlt. Bluetooth ist an Bord, und auch Dirac DSP-Software. Ein Pre-Out zum Anschluss eines aktiven Subwoofers fehlt auch nicht. Es gibt keinen USB-DAC, nur einen anlogen und einen optisch-digitalen Audioeingang. Fürs Geld ist die Akustik beinahe makellos, mit kräftigem Bass und einem soliden Bühnen-Charakter. Mit mehr Pegelfestigkeit, Detaillierungsvermögen und der gehobenen Ausstattung rechtfertigen die NX-N500 aber ihren Mehrpreis. 

Nubert nuPro A-200 Front Rueckseite

Mit einem Stückpreis von 345 EUR und einem daraus resultierenden Paarpreis von 690 EUR bewegt sich die Nubert nuPro A-200 in etwa in den Gefilden der NX-N500. Klanglich, das ist hinlänglich bekannt, räumen die nuPro-Boxen so ziemlich alles ab, was geht, da macht die mittlere der drei nuPro-Regallautsprecher-Paare keine Ausnahme: Pegelfest, dynamisch, lebendig, mit hoher Klarheit. Die zahlreichen Justage-Optionen sollen auch nicht unerwähnt bleiben. Mit dem Modelljahr 2016 erhielt eine neue, sehr gute Fernbedienung Einzug. Die etwas teureren NX-N500 kommen aber recht gut gegen die „nuPower“ an: Sie klingen beinahe genauso kraftvoll, haben die besseren DACs an Bord und überdies Bluetooth und ein MusicCast-Streaming-Modul „serienmäßig“. Somit droht den „nuAktivisten“ erstmals sehr ernste Konkurrenz. 

Dali Zensor 1 AX Gruppenbild2

599 EUR (Masterbox plus passive Slave-Box) kostet das Paar Dali Zensor 1 AX Aktivboxen mit Bluetooth. USB-DAC oder Netzwerk-Einbindung gibt es nicht, aber dafür eine tadellose Pegelfestigkeit, eine Dali-typisch tadellose Verarbeitung und einen dynamischen, aber gleichzeitig homogenen Klang. Für das gehobene Leistungsprofil ist der Kaufpreis auf jeden Fall als fair zu bezeichnen. 

Teufel Raumfeld Stereo M Gruppenbild2

Haben wir doch noch den „idealen Konkurrenten“ für die NX-N500 gefunden? Die Raumfeld by Teufel Stereo M kommen auf einen derzeitigen Paarpreis von 700 EUR und sind große Regallautsprecher mit zuverlässig funktionierendem Streaming-Modul. Sie klingen großartig und feuern auch bei enormen Pegeln noch mit Nachdruck Leistung in den Hörraum. Detailreich können die Stereo M ebenfalls aufspielen, das Koaxial-Chassis für Hoch- und Mitteltonbereich sorgt für stimmige Gruppenlaufzeiten. Die NX-N500 sind trotzdem noch flexibler: USB-DAC und Bluetooth sind Features, auf die der Raumfeld-Besitzer verzichten muss. Dafür sichern sich die Stereo M die Spitzen-Position bei der Pegelfestigkeit und der Grobdynamik. Der Ausstattungs-Leader aber kommt von Yamaha, zudem sind die NX-N500 bezüglich ihres Auflösungsvermögens eine Macht.

Fazit

Yamaha NX-N500 Gruppenbild1

Es gibt kaum etwas, was die Yamaha NX-N500 nicht an Ausstattung mitbringen – das japanische „Wunschkonzert“ macht es jedem Recht: Top-USB-DAC, zuverlässiges, reichhaltig ausgestattetes MusicCast-Streaming-Modul, Bluetooth – es fehlt an nichts.. Auch nicht an genug Leistung, auch nicht an genug Feindynamik, auch nicht an genug Nachdruck im Bassbereich. Kompakt in den Abmessungen, lebendig im Klang, für jedes Quellmaterial inklusive HiRes-Audiodateien bestens geeignet – der NX-N500 macht keiner etwas vor. Völlig verdient erhält Yamahas „Allzweckwaffe“ daher unser Referenzprädikat. 

Alleskönner mit Premium-Klang: Die Yamaha NX-N500 liefern bei Ausstattung und Akustik makellose Bestwerte ab
preisklassenreferenz
Aktivlautsprecher bis 1.000 EUR/Paar

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02. November 2016




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